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Full text of "Geschichte der Mark Brandenburg für Freunde historischer Kunde"

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Solefried. Traugott Galtus⸗ 


"anni u Hagenburg und Altenbagen in der Grafſcheft 
in I Schaumburg Sippe, . _ 


Boch und ene ſorrunas 
nl in wei Abtbeilungen, 


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velche das Ende der Beſchichte Friedrichs IT. und die | 






LSeſchichte ‚Friedrich Wilhelms IL. 
eo enthalten. 






Zuͤllichau und Freyſtadt 
| in ber. Darnmannfchen Vadbandlaus 
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Freunde hiforiſcher Kunde 





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Vrliger in Hagenburg und Aitenhagen i in der Eraſſca ft 
Schauumurs⸗ Em 


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in wei Abeheitungen, F Br TER 

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gZallichau und Zeeſtade — — J 
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Schaumburs⸗ Liwwe. 


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Zuelnn und legte Band - 
ia zwei Abtheileugen. 


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Zaichaus und geerſtade 
in KL Darnmannſchen Buchbandluus. 
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Diefen lezten WBaud:der Wraubenburgifhen 
Gefchichtewill ich Weber mit ſtillen Wuͤnſchen 
ffar eine ſreumdliche Aufnahme · ins Publikum 


ddesieiten; als ihn mit fruchtloſen Worten uns 
beſchelden ampreſen Die jipeite Abtheilung 
wurde aus Gruͤnden, die nur den, Verleger 
und- :Befafkes, angehen, früßee ‘ als die erſte 


Abtheilung gedrukt, und zu einer Zeit ausge⸗ | 
arbeitet, wo es noch nicht Das Anfehen hatte, 


als oh aus der großen Voͤlkerbe wegung weiter 


nichts, als neue Formen von Feſſeln hervorge⸗ | 


hen würden, Die Kriegsthaten der unbeſtaͤn⸗ 


digen Marion, welche die Extreme lieht und 


jezt ihren Vorzug in Erfindung neuer "Pre 


| fen 3 au ſezzen ſcheint bleiben bentwurdis ſe 


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anje di bie Ausfihioeifungen d der Revolution bem 


immerwaͤhrenden Abſcheu der Nachwelt ge⸗ 


z weißt. . Unangenehme Abhaltungen verzögere! 


‚ten bie Vollendung der erften Abteilung, und 
die herannahende Meſſe goͤnnte mir diejenige 


Seicfeiſt nicht, melche ich den Schilderungen | 


‚der legten Begebenheiten ‚unter - Friedtich IL 
when zu koͤnnen wuͤnſchte. Moͤge dieſer Kr 


ſo unvollendet ee auchtſein mies; Dirkuft 


u z "Gefichestunbe bei manchem Sefer verſtaͤr⸗ 


ken ‚nr eineryirgliche Unterhaltung gewaͤh · 


ren, und ihn die Augenblitfe, Die er Bien 
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Gorsfessung 

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Befchichte des Könige Friedrich KL. 
des Großen und Einzigen. 
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Erſte Abtheilung. “ 
HBeeslauer Frieden Juni 1743 bis jum \ 
m Breslauer Frieden Juni 1743 DIS 'z 
bauch des weiten Schleſiſchen Krieges 
Auguſt 1744. BE or 


N 
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Ir die Stürme des erften Schleſtſchen Kriegeb, | 

welcher durch den Breslauer Vertrag vom 11 Zu 

y742 , und durch die Unterzeichnung des — 
Friedens zu Berlin den 28 Juli ſeine — Ends | 
ſchaft erreichte, folgten zwei Jahre der uns Er 
in welchen Friedrich zeigte, daß ihm vn | a. — 
nicht Zwek, Heldenruhm nicht Ziel feiner W ef * 
fondern nur, durch Noth herbeigefuͤhrtes Mitte fe 
feinen Ländern Sicherheit und Wohlſtand zu ver 
ſchaffen. Er wendete nun alle Kräfte feines wi 
umfaffenden Geiſtes an, fich den weit (hönern au | 
eineb Vaters des Vaterlandes zu erwerben, IN u 

J Spurer eined 18monatlichen — nee 
Die Thaͤtigkeit, womlt er alte -frieblid, kan 


k 


Sonst Geſch⸗ SET * J 


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5 und Känfle in Aufnahme zu bringen und ihren Flor , 


zu erbdhen fuchte,. war bepunderungswärdig, und 
entwikkelte fein großes Genie immer mehr- Seine 
naͤchſte Aufmerkfamkeit war auf Schlefien gerich⸗ 


‚ter, aus welchem er Vortheile zog, die Oeſtreichs 


Herrſcher nie geahnet hatten, und welches dabei von 


24 
— 


dem Drukke nichts fuͤhlte, den ihm die Satrapen 
unter der vorigen Regierung verurfachten. . Frie⸗ 
drich erließ den Städten nad Dörfern alle ruͤkſtaͤn⸗ 
digen Gefälle, verfchafte den Arbeitsloſen Verdienſt 
bei’'m Feſtungsbau, verforgte die unvermoͤgenden 


Krieger ,. ſchenkte den Bauern Vieh zum. Pflügen, 
und Samen für - die Zelder,, ſchoß deu Bürgern 
Geld zu ihren Gewerben und neuen Anlagen vor, 


belebte alle’, was die alte faumfelige Regierung ere 


ſchlaft oder der Krieg ertödter hatte, mit neuer Kraft - 
"And rief durch Tolerauz⸗Edikte die verfeheuchten Ka⸗ | 


tholiken, und die verfolgten Sekten wieder (in ihre 
‚Heimath. Die Kammern und Negierungs : Kolles 
gien wurben ganz nach der Geſtalt der übrigen Preus 


ßiſchen Statökörper umgeformt, und ihre Mitglies - 
der fchärfer, als ehemals, beobachtet. Kaum hatte 
ſich Friedrich von den Beſchwerlichkeiten des 
"Seldguges im Juli etwas zu Berlin erholt ,- kaum 


‚die Auguſtreiſe nach den Bildern zu Spaa zur 


Stärkung feiner Geſundheit geendigt, ſo eilte er im 


September 1742 ſchon wieder nach Bres lau, 
von wo aus er unter'm 27 ‚Sept. an den Geheimehs 


rath Zordan alfo ſchrieb: „Meine Schleſiſche 


„Reife, auf der ich unendlich viel Arbeit gefunden 
-. „habe, 





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habe,” wird bald vorbei" ſein. Ich .habe-in 


acht Tagen mehr. Befchäfte abgemacht, 


„als Die Kommiſſionen bes Hanſes Oeſte 
reich in acht Jahren, und. beinahe. alles. iſt 


„mir gluͤklich von Statten gegangen., Su meinem 


jrKopfe: find. jezt weiter nichts als Rechnungen und 


Hahlen; aber bei meiner Zuruͤkkunft werde ic) das 
zalles herausichafien, um etwas Beſſeres hinein gu 


wöhntichen Vorrechte, 3. B. Freiheit. vom: Militaͤr⸗ 


dienſte, und legte 2 Hauptmeſſen daſelbſt an, wos 


son er die Fruͤhlingsmeſſe im fahre 1743 und 1744 


mit einem. großen Gefolge felber befuchte,. um ia 


durch den’ Zufluß vom Fremden: anfehnlicher zu 
machen und alle bemerkten Hinderniſſe ſogleich zu 


heben. Seine oftere Anweſenheit in dieſer neuen Pro⸗ 


vinz hob fi ebald aus dem Verfall zu einer Hoͤhe, aus 


„vriugen. Er erklaͤrte Breslau zur dritten feis 
ner Hauptſtaͤdte, bewilligte iht als ſolcher die gen 


welcher jezt erſt das Erzhans ven ganzen Umfang 


feines Verluſtes inne wurde Außer den angefuͤhr⸗ 
ren Reifen nach Schieflen, kam er noch jaͤhrlich im 
Spaͤtſommer dur Beſichtigung der Truppen datipz 
wie er denn’im Jahre 1743 die erfie Schlefi Ihe 


Muſterung bei Hundsfeld hielt, und dan über 


ee) 


die Gebirgögegenden zur Unterfuchung des dort bluͤ⸗ \ 


jenden Haudels nad) Berlin zuruͤkkehrte. 


Doch Aber der Sorge für Schlefien vernachlaſ⸗ v 
figte er die alten‘ ‚Provinzen feineöweged. Im - - 


Jahre 1743 richtete er ‘den. Gang der Regierungs⸗ 


vechate „die Art der jaͤhrlichen Rechnangeabe 


‚a 2). m nahe 


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nahme;, der Unterfuchung ' ber Miniſter n Depärtes 


ments, die Zeit 


und Ordnung der mülitaͤriſchen 


7° ebungen fo beftimmt und ſo genau ein, daß jeber« 


manu in Zufanft 
Zur geſchehen würde. 


wußte, wann dies, wann. jened 
Dieſem Plane blieb Friedrich 


" Jebenslang treu, und keine Lanne, Fein Zufall, feine. 


I perfönliche Ruͤkſicht machte dariu eine Uenderung. - 
Fruͤhzeitig bemerkte er die Gebrechen der Gerechtig⸗ | 


| Zeitöpfleges: Er ſchafte die peinliche Frage ab, 
gebot die Beſchleunigung der Prozeſſe, und 


befahl dem Min 
gung eines Entwurfs zur Berbefferung der Juſtig. 
Diefer meldete ſchon 1743 in einem ausfuͤhrlichen 


“ 
“ 


_ Berichte, daß die. 


waljzet würde, weil Junge ‚‚ unerfahrne und unwiſ⸗ 


ifter ‚von Evcceii die. Verferti⸗ 


Juſtiz darum nicht zwelmäßig ver⸗ 


fende Praͤſtdenten und Raͤthe, die unter ber vorigen 
Kegierung ihre Stellen gekauft hätten, in den Ges 


richtshoͤfen ſaͤßen 


zum Theil | feine oder ſchlechte * 


| Beſoldungen härten, daher nur auf's Sportelmachen 
u und auf Nebenkommiſſionen bedacht waͤren, die ohne 
*Ordnung zuſammengeflikten Roͤmiſchen, durch neuere 


widerſprechende Edikte in Konfuſion gebrachten Ge⸗ 

und wegen unterlaßner ‚gjähriger 
Viſitation in feiner Furcht gehalten würden; hierzu 

kaͤme, daß ſich ſelten ein 


ſezze verdrehten, 


Fahiger Juriſt zum Advoka⸗ 


⸗ 


ten gebrauchen ließe, weil jeder wegen der abſchrek⸗ 


kenden Advokaten 


tracht des ſchwarzen Mantels und 
Halstuchs, lieber ein ander Fach erwaͤhle, und alſo 


” 


nur arme und untaugliche Leute als Advokaten das 


| Boll aufs Blut 


!. —4 


ausſaugten. Anſtellung gelehrter 
| oo. Leute, 





4 
| 3 — | 
’ " z N oo. l . N { . 
Leute, Ethdhung der 'Wefolbungen, Verfaſſung 
eines Landrechtes in deutſcher Sprache, ſtreuge, von 
3 zu 3 Führen umternorimene Wifitationen ber Jus 
ſtizhoͤſe, und Zufaffung ausgezeichneter Männer zur 
"wofatıtr. nebſt Abſchaffuug der beſpotteten Kleis 
dung — Vieh: waren die Mittel, melde er vors 
ſchlug, von denen einige ohne Bedenken angenomb 
men, andre wegen des bald einbrechenden Krieges, 
imb wetjen der Schwierigkeiten, welche der Juſtize 
miniſter von Arnim, ein Feind aller Neuerungen. 
dagegen erregle, bis auf beffere Zeiten · austzeſezt 
wurden: "Eine, enthuſiaſtiſche Berehrumg- ehüehe 
ſich Friedrich beim ganzen Volke dadurch, daß 
er mie dem nenen Jahre 1744] dffemlich vererdnete 
vaß jeder feitie / Beſchretden und Klagen, ſeine Bits. 
ten und Geſuche eigenhandig bei ihm anbringen nnd 
der genaueſten Erwgung derſelben verftichert ſein 
‚Tonne, Hat es gleich nicht an Tadlern dieſer Maß 
regel beſonders unter denen/ die Fin gutes Gewiſſen 
hatten, gefehlt, fo iſt es doch gewiß, daß ſich Friedrich 
gerade hierdürch als Regent ehrwuͤtrdig, „abs Vater 
des Landeß wohlthatig, und den Kabaleuſchudeit 
furchtbar gemacht hat. Seine uuparteilſche Gerech⸗· 
igkeitstiebe ohme-Räffche auf die Perſon bewies er 
ſchon jezt in mehrern großen und Heinen Zügen. & 
ließ er 1744 durch Trommefdjlagiin ganz. Berlin 
vertünbigen, daß Niemand dem Kammerhrrru von 
Poͤplnihz, for beliebt ſich vieſer Manirduip fine 
mannigfalrige Taleme ſonſt zu machen wußte „ wo. 
gen -feiner, Verſchwonbung etwas weiter“: * J 


X 


— — 


ER De — 
Hler Ne Phllnitz Waragf in einen ſcherthaften 
> Briefe. worſtellte, doß dies Adstrommeln um 30 

Vahre zu ſpaͤt kaͤme, weil es damals fuͤr ihn vaan 
Nuzzen haͤtte ſein komen, und. daß ber Koͤnig ih N 
uawar beſtrafen, ‚aber, nicht, verderben moͤchten ſo ante 
Vortete er ihm: Das Trommeln waͤre um der arnmen 
Vaterthauen /.nicht um ſeinetwillen geſchehen; denn 
. er ſei nicht- mehr zu hegern. Fo SEN 
J Geis Hauptaugenmerk ging dahin, den im aͤndi⸗ 
GSen Kunſtfleiß zu. welken, „und dad. zirkulirende 
Se im, Lande zu behalten. In dieſer Abſicht ſuchte 
Ff die érzeugn ſſe des Dodens zu. vergehren, Die” 
Werarbeipungen: benfelben. zu befdrdern, den auswaͤt⸗ 

Hgen Produkten moͤglichſt den Gingang zu / verſchlie⸗ 

Fen, alle Geldausftuͤſſe ſo, viel er Topurte,, ju ver⸗ 
AMopfan, ma die iuländifhen Handelögefchäfte ge 
erleichtera. Der größe Planenſche Kanal ‚ward ge⸗ 

Walt, oum die Elbe· und Havel näher zu verbins 
Ben Der Hafen zur Stettin wurde aufgeraͤumt, 
— ——— 
MD era geſpreugt, um oin hequgmape- Landſtraße 
grerhalten. Dajwiele raiche Juͤrglinge von Gehurt 

ds Varurdgen im Auslande vqrſchwendeten und 

> eine Frucht ihrer Reiſen, als Thorheiten, in den 

Mita zuruͤkbrachten, ſo verbot Friedrich 

Meilen in freude Siegen bei Werluft: alles „Haba 

0 :Gatequ. elme.ihefonhre Erlaubniß.  Ginanzipe 

Aulat m nahn adm dheis Market: ein,welches er do⸗ 

2 Dad aniseftügten Def Auſtalten · zur Bidung uyd 

aupiounttzrchte aonug im dende vorhanden PA \ 





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Er felber. ging ‚weit dem Beiſpiel einer weiſen 


Eparfamfeit,, die von Geiz weit entfernt war, vors 
Yan; und fchen ih dem Furzen. Zeiträume von 2 Fahz 
ven. hatte er ſeine Keeren Kaffen wieder fo gefühlt, 
daß er.einen neuen Feldzug ans feinen Mitteln fühz 
ren fonnte, und dazu weder fremder Subfidien, noch 
beichwerlicher. Anleihen bedurfte. Und denuoch hatte 
er jedes Regiment um ein. Drittheil derſtoͤrkt, 
6 neue Kavallerie » Regimenter in Schlefien errich« 
zet, und ſein Heer, das bei'm Tode feined Vater 
1740. aus 76000 Mann beftand , hierdurch ſo vers 
wmiehrt, daß. er 2744 bereitd über 120,000 Streiter 
ins Feld ſtelhe, und doch noch Maunſchaft zu eini⸗ 
gen Garniſonen uͤbrig hatte, Er ließ es ſich ejfrigſt 
angelegen ſein, dieſem Heere, auf welchem die 
Sicherheit ſeines Stats ruhte, jede nur erreichbare 
Vollkommenheit zu geben, Er übte es nicht bloß in 
ben, mechaniichen Handgriffen ;. nahm ichs bloß die _ 
neuen Mandver, die er an den Oeſtreichern, vor⸗ 
nämlich bei den leichten Truppen bemerkt.hatte, mis 
gorlichtiger. Nachahmung an, fondern prüfte auch 
den Werftand und die Geſchiklichkeit feiner Officiere. 
Hierzu mußten die Kompagniechefs, Oberſien uud 


Benerale ſchriftliche Diöpofifionen entwerfen, wad 


ihm zur Beurtheilung vorlegen. , Die Wahrheit die⸗ 
ſer Angabe beweiſet ein Brief, welchen er unter'm- 
‚ 32. Juli 1743 an den befannten Helden, damaligen . 
Oberſten Bieten, ſchrieb, worin es unter andern 


heißt: „Ich Habe die von euch und den ſaͤmmtli⸗ 


wären Rutweiſtern eures Regiments über eine zu 
’ oe, omachen⸗ 


— 


4 


. Verfonen des Mniglichen Hauſes, die Vermaͤhlun⸗ 


\ , 
“ . \ ”. 


L) ’ 7 


' matende Partie gefertigten Disgoffitonen‘ erhald 
ten, und bin mit: ‚felbigen fehr wohl zufrieden! . 
wiewohl ich, unter ſolchen, eure und die des Ritt 


/peiſters Oſtrowski fuͤr die allerbeſten, gefunden 


babe.” Dieb geiget zugleich, um dies beilaͤufig 


zu erinnern, wie grundlos das gemeine Vorurtheil 


“ fei, als ob Zieten nur Degenhauer und. Benuszer 
des Gluͤks geweſen ſei, aber Feine Fähigkeit gehabt 
babe, regelmäßige Dipofitionen zu duichdenken 
und aufzuſchreiben. 


Wenn Friedrich II. ſeinem Vater in der 


—E bei der Haushaltung und in der Liebe zum 


Miilitaͤr ähnlich war, fo wich er doch in Abſicht auf 
anſtaͤndige Pracht und ferne Vergnügungen ganz vom . 
ihm Ab, - Bei aller Sparſamkeit, die ein König ger 
wiß nie mit mehr Einficht und Nachdenken beobach⸗ 
tete, als er, hielt er es doch fuͤr erlaubt, ſeiner 


- Würde für angemeſſen, und ſelbſt für Pflicht, um 
he Hof einen gewiffen Glanz zu verbreiten, und 


zu Zeiten koſtbare Fefte zu veranftalten, Dies that 
er vorzüglich in den erfien Jahren feiner Regierung, 


wo YTeine Jugend und fein natürlicher Hang zur 


FIroͤhlichkeit ihn mehr, als im Alter, dafär ſtimm⸗ 


ten. Er liebte und bereitete auögefuchte Ergdzlich⸗ 
keiten aber auch aus Grundfaz ‚ um den Künftlern 
- and Arbeitern Verdienit su verfchaffen,, den Geld⸗ 


‚ undlauf zu befdrdern, und nicht todte Geldmaſſen 
geizig bloß in Gewoͤlben zu verfehließen. Die Ges 


burts, Namens =-und andre ausgezeichnete Tage det 


gen 
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u — Sg. on | 
gen des Bonigfichen Brubers Anguft Wilhelm 
am 6. Jan. 1742, und der Schweſter Ebuiſe Uls . 
rife mit dem Schwediſchen Thronerben Adolf 
Friedrich am 17 Juli 1744 wurden mit pracht⸗ 
vollen Gaſtmaͤlern, Opern, Komödien, Konzerten, 
Redouten, Feuerwerken und dergleichen, gefelert ſo 
daß der Berliner Hof damals jeden andern an der 
Menge und dem’ geſchmakvollen Reize der Luſtbar⸗ 
keiten Äbertraf, : Schr bebentende Summen vers 
wandte Friedrich auf’ das Opernhaus ,; ‚welches um 
diefe Zeit vollendet wurde, und auf die Opern felber,, . 
Er verſchrieb Taͤnzer aud Frankreich, Sänger and 
Ralieir, "Wirtuofen” aus eineni und ‚dem‘ ander 
Rande - von ‚beiden bWeſchlechtern, ‚und‘ bezahlte ſie 
kdniglich⸗ obgleich inicht verſchwenderiſch. Bo viel 
Wohlgefallen, ſelbſt Leidenſchaft für‘ dieſe Lrten 
des Vergnuͤgens er danials bewies,‘ ſo vergaß er 
doch in Feiner Abſicht, daß er König war: "Einer 
Graͤnzdſiſchen Taͤnzerin, die ungeheutt Shape zu 
verſchlingen gedachte, antwortete er: daß er jezt 
nicht mehr ungebunden bloß für Sinrienbeluftigung 1 
zahlen koͤnnte; als Priuz dabe ek von dem Seinigen - 
gegeben, als König Ihre’ weiter nichts, "als de 
Schazmeiſter feines Volkes. Ein andermäl Hatte, u 
ſich? der Balletmeiſter Potier auf eine ſo unbeſon⸗ 
nene, grobe und beleidizende Art betragen, daß ihn - 
Friebrich wegiagen mußte, Mit ihm fand eine. 
Demoifelle Roland, 'eine bewunderungswürbige 
Tanzerin in ſolche⸗ Beeren) 3 daß fie ebenfalls 
weg⸗ J 


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wegging. Der Kdnig haͤtte kin ‚Gh gefchent; 
fie syrüfzubehalten; aber. um. ihretwilien den 
Potier zu dulden, ſchien ihm ein zu koſtbares Opfer, 
wid ſeiner Würde, zu unanfländig. Er ließ alſo 
beide ziehen, ‚.und ſchrieb einen eignen Aufſaz hier⸗ 
hper fuͤr die Berliner Zeitungen, worin er unter andern 
Kat: „man konnte den Beſiz ‚einer: der größten 


¶Tanjerinnen von Europa nicht anders wieder er⸗ 


„laufen, man müßte ſich denn zu gleicher Zeit mit 
„ben allerärgften Thoren, und dem allergroͤbſten 
Weſellen,-den Terpfi chore. jemals in ihrer- Noble 
qsebabt,hät, beläftigen.« 1.23 ift, alfo. fein Geld.chug 
Suſaz⸗ „und, Feine Roſe ghne Dornen.“ Und on 
yrdan ſchrieb er am 205Ang. 1743 deswegen: 
* Es ig mir, ſehr lieh, daß ich den Phantaſten le8 
bin‘, , und. Tehr, unlieb, >. ‚Raß, die Roland mit ihm gie 
eht;. oͤndeß werden wir auch ohne Potiers und 
Rofandg I leben und ung, um nichts weniger diver⸗ 
ꝓtiren⸗· -Bon jeher baute er gem; er beftimmte 
‚ große Suigmen für die Verzierung und Verbefferung 
der ‚Königlichen Gebäude, bie Rechnung des Sommers 
1742 betrug Allein meht elf, und à Tonne Goldes, 
Noch | in eben.dem Jahre ſezte gr sine befondse, Bou⸗ 
kommiſſit ion, nieder, Er _nesfapdngzie; den Thiepgar⸗ 
ten, legte eine koftbarg Folanfrie zu Charlottenburg 
an, richtete eine Plan > und Kartenkammer ein, 
kaufte fuͤr einen hohen Preis die Verlaſſeuſchaft 
des beruͤhmten und gelehrten Kardinals Poligu ag 





an Alterthuͤmern . Bildſaͤuley, Vaſen, Geraͤchen, 


die von Paris nach Charloitenburg geſchaft wurden, 
pflanz⸗ 


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\ anpe:®) Zeigenbäume- und Weinſtitto ſcherzte 
amd philofophirte mit. feinen Freunden, und hulvigte 
der erniten Gelehrſamkeit durch die; Wiederherftels . 
lung der Afademie der Wiffenfchaften 1743... 
.. ‚Daß ‚viele Reifen geboͤrte ebenfalls zu, feinen 
Dergnügungen. Im Februar 1744.58, warerig, - -- 
Soetsdam, bald darauf zu Rheinsberg, weh + 
Agh feiner - Sugendfcenen. erinnerte, und welches er “ 
im Juni feinem Bruder Heinrich fihenkte; im 
März reilete er nach, Breslau „ im Mei nach Pyr⸗ 
mpnt, im Juli feierte er die Schwediſche Hochzeit, 
and. im Auguſt begann er den. eiften Marfch zum 

AS .er. ſich im Babe ‚zu Pormont befand, flard 

her lezte Fuͤrſt von Ofifriesland, Karl Edzard in, . 
feinem. 27ſten Jahre, am 5. Mai,. welcher ihm ein 
wohlgelegenes Erhe .eröfnete, Friedrich machte 
bie Rechte, die fein. Großvater ‚durch Die Baiferliche 
Anwartſchaft auf dies Land 1694 Kefommen hatte,  . 
fogleich dadurch geltend, daß er 28 durch feine Trupg ° 
yen am..ı. Juni im Beflz nahm, und. fi an alle . 

. Einmgndungen und Pröfsflationen. der. Dannoveras . 

ner, nicht. kehrte, welche fie zu Folge einer einfeis 

tig. errichteten, Erbverbruͤderung mit. einem Dftfries 


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.: 72,90 tug er dem Gehejmenrathe Jordan im Aug. 
u 15 Sorten tragbare Feigenbäume, wenige - 

7 fig zu 400 Grüf, uhd'z0o Weinflöffe, Die im aten 
Jahre Ttauwer haben konuten, von Marfeille koanuen 
ne laſſen. | 


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2 giſchen glei von abge bei den Banständen 
and beiim Reichshofrath dagegen erhoben. Sta | 
drich ließ ſich huldigen und behauptete feiuci 

Def. . 
— So feft und entſcheidend feine Daßregei | in. 
politiſchen Dingen waren, ſo ſchwaukend zeigte er 
ſich ſchon jezt und immer in einigen Stuͤtken ſeines 
Verhaltens in religibſen Sachen. Zwar der Srubl 
fo}. einer‘ allgemeinen Duldung war bil ihm ausge⸗ 
macht; ‘über ſein Betragen gegen einzelne Perfünen 
war und blieb ungleich. Im Fahre 1742 machte 
der Verlinifche Prediger? Fuhrnranen durch Hall 
gung frommer Hausverfammlungen Adfs 
\ —* Friedrich ließ ihm Dies ſtreuge —E— 
‚und nahm fein Verbot nicht zuruͤk, üngeächtet Fuhr⸗ 
mann “die Unfehäblichkeit, ja die Nüzlichfeit dieſer 
Berfammlungen wenigſtens nach feinen’ Ideen be. 
wies. Im folgenden Jahre veranſtaltete ein’ gemeik 
meier Zimmetmann ſolche Betſtunden und Zuſammen⸗ 
Fünfte, wo Handwerksleute und Goldaten Kuͤſter⸗ 
und Pridigerrollen ſpielten. Der Miniſter Kappe , 
verbot dles Unternehmen um deſto mehr, '4’ges 
meine, unwiſſende Leute groͤßern unfug treiben 
konnten, als· wenn ein wirklicher Prediger die Ans 
dacht leitete, ». Ganz unerwartet ſchuͤzte Friedrich 
den Zimmermann gegen den Miniſter, und gegen 
fein eignes vorjaͤhriges Benehmen, mit der Aeuße⸗ 
sung:. wÿfern er nichts ‚thut wider die ru und 


| gen Sitten, ſollen ſie ihn. wachen — w 


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— 18 — 


Bei allen dieſen Veſchaftigungen und Frenden 


Bit ‚Sriedrich feinen Blik feſt und fcharf auf, 
Die großen Ungelggenheiten. Europen’&- hingerichtet. 


Seit feinem Abgange von dem Bunde wider Oeſt⸗ 
reich hatte der Krieg fortgedaniert und eine .für 


Dentſchlands Freiheit bedenkliche Wertung, genoms  . 
wen. Marie Therefie fiegte, und. mit ihrem Siäfte, | 


Kieg Ihr Stolz und ihre Unverföhnlichkeit,. erweiter⸗ 
ten ſich ihre Plane und Entwuͤrfe. Eine große 


Feanzdfifche Armee, die im Herzen VBohmeng 


ſtand, ward bis auf 8000 Mann, die ſich durch die 
Flucht retteten, zertruͤmmert, der Kaiſer Karl VII. 


ſeiner Erbſtaten beraubt, kaum daß er zu Frankfurt 
mitten unter feindlichen Heeren durch Engliſche 


Großmuth eine prefäre Freiſtaͤtte erhielt; das verg 


einigte Englifch « Deftreichiiche Heer fehlug die Frans 


zofen im Junj 1743 bei Dettingen. außs Haupt, 


und jagte ſie endlich uͤber den Rhein; die Truppen 


des Kalſers erklaͤrten ſich für-neutral, und „fein eig⸗ 


ner Brüder der Kurfuͤrſt von Kdiln, trat son Brite. 
tifchem Gelbe geblendet zu feinen Feinden über, .- 
Marie Therefie wollte num den Kaifer, wel⸗ 


chen Deutſchlands Kurfürften einmuͤthig gewäple 


hatten, entthronen, ihrem Gemahl, einem fremden ' 
Prinzen, der keinen Fuß breit Kand im Deutſchen 


Meiche'befaß', die Kaiferfrone aufſezzen, "die Deuts 


ſchen Fuͤrſten zu ihren Vafallen erniedrigen, dem J 
Könige Frie drich Schleſien wieder entreigen, El⸗ 


ſaß und Lothringen erobern, und Neapel und Siei⸗ 
lien an ihr Haus bringen, Friedtich/ welcher 
— das 


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vad ia des Reichsoberhauptes fe e er⸗ 
halten, die Würde und Freiheit: der Deutſchen Se 
ſten verwahren, umd feinen Einfluß in Die: Euto 
päifchen Statshaͤndel geltend machen wollte, wem 
dete alle mögliche friedliche Mittel an, um den 'ger 
faͤhrlichen Abſichten Oeſtreichs entgegen zu arbeiten. 
EEr ließ es an keinen freundlichen Ermahnungen, an 
keinen nachdruͤklichen Vorſtellungen fehlen, und ei 
laaubte ſich, wie er in feinen Schriften ſelber bekennt, 
ſogar etwas Großſprecherei. Als! aber: dies alle 
vergeblich war, "fo machte er ſchon jezt einen Ents - 
wurf , den er erſt am Ende feines Lebens jur: Wirk⸗ 
lichkeit bringen kounte; er gedachte einen Deutſchen 
Fuͤrſtenbund zu ſtiften. Unter dem Vorwande ſeine 
Schweſtern, die Markgraͤfinnen von Anfpach und 
Bareut, zu beſuchen, reiſete er im September * 
1743 in's Reich, ging bis Hohen-Oettingen, 
und ſtelkte ſich, als wenn er aus bloßer⸗Neugierde 
die Ueberreſte des aiſerlich⸗ baierſchen Heeres be⸗ 
ſehen wollte; eigentlich aber, um den kaiſerlichen 
Kelbeunſchai von Sekkendorf zu ſprechen, und 
"die Mittel, wie man eine Vereinigung zu Gunſten 
„bes Kaiſers errichten möchte, zu verabreden. In⸗ 
*deffen er fand bei denen Fuͤrſten, an die er ſich 
wandte, wenig Gehör; einge waren To ſchwaͤrme⸗ 
riſche Anhaͤnger von Oeſtreich, daß fie ſich ihm zu 
Liebe felber zu Grunde gerichter hätten; Andre 
fürchteten ſich vor der Uebermacht der Marie Thes | 
reſie, die eben auf dem Gipfel des Gluͤkkes ſtand, 
noch Andre wollten ihren Beiprirt nur für Geld 
’ . ” ver⸗ 


. 








. « . “ “. J y 
— 15 — _ 
verkaufen; aber ber Kaifer hatte Fein Vermoͤgen, 
und Frankreich Feine Luft, es zu verſchenken. Auf 
die Art fcheiterse Friedrich's patriotiſcher Plan, . 
und dies bewoz ihn zu dem Ausrufe: Keim Gelb, 
Teine Deutſchen Fürften. Zwei andre Verfuche zu 
Errichtung eines Fuͤrſtenbundes ſchlugen gleichfalls 
fehl; und Zaedrich mußte nun kriegerifche 


Maßregeln ergreifen. Außer den obigen Veranlaſ⸗ 


ſungen vermochte ihn hierzu die Ruͤkſicht auf ſeine 
eigne Sicherheit. Marie Thereſie konute den 
Verluſt Scleſi en’ hicht verſchmerzen. Einſt be⸗ 
klagte ſie ſich gegen ihren Bundesgenoſſen, den Kös 
nig von England, hierüber, „Madam, fchrieb ihe 
„Seorgeil. zum Trofte zuräf, Vas Nehmen 
„ſchmekt gut, aber das Wiedergeben 
„muB auch fein.” Friedrich hatte dem Brief, 


worin diefe Worte ftanden, felber gu leſen Gelegeu⸗ FB 


heit gehabt. Im September 1743 ſchloſſen Oeſt⸗ 
reich, England und Sardinien zu Worms einen 
Vertrag, welcher die Abſicht hatte, die Pragmas 
tiſche Sanktion zu vertheidigen, folglich Schle⸗ 
fien dem Deftreichifchen Haufe wieder zugumenden, 
In einer befondern Artikel wurden fogar die’ Mittel 
beſtimmt, deren man ſich zur Ausfuͤhrung dieſes 
Vorhabens bedienen wollte. Noch deutlicher vers 
rieth Marie Thereſie ihr Vorhaben, Schleſien 
zuruͤk zufordern „ in demjenigen Buͤndniſſe, welches 
fie mit Sachſen abſchloß, und woran England 
ebenfalls. den eifrigſten Antheil nahm. Die gehei⸗ 
men Artikel wurden zu Warſchan verabredet 


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ſeitigen Gewäßrleiftung aller derer Länder und Herr⸗ 


wirklich befaͤßen, oder Kraft. aller von 21703 


bis 739 geſchloßnen Traktaten beſiz⸗ | 


genfollten. Da nun Deftreich im Jahre 1739 noch 


im Beſiz von Schfefien war ‚ fo enthielt diefer Urs 


— 


‚titel eine Art von Kriegserklaͤrung wider. den Koͤnig 


und nnterſchrieben. Im L2ten Artikel hieß es aude 
druͤklich, daß. ſich die. Verbündeten zu einer wechfele 


ſchaften verpflichteten, die fie gegenwärtig entweder 


Friedrich ,\ welches auch Überhaupt aus dem ganzen 


Benehmen dys Königs George JI. fichtbar war. 


Nach dem 1742 bei'm Bregslauer Sriedensfchluffe 


eingegangen Werbindlichkeiten hätte ‘Georg Il: 
wie er buchſtaͤblich verſprochen Hatte, dem Kdnige 
von Preußen alle Buͤndniſſe, die er knuͤpfen würde, 


ohne Ruͤkhalt anzeigen ſollen. Er huͤtete fich. aber 
gar fehr, von dem eben gemeldeten etwas bekannt 
zumachen. Man entdekte jeboch das Geheimniß 
‘den Holldndern, um fie zur Xheilnehmung an dem 
Plane zu bewegen. Durch fie erfuhr Friedrich 
den Inhalt alles deſſen, was man: gegen ihn im 
Stillen angefponnen hatte, Immer gewohnt, den 
Seinden zuvorzukommen, und nicht za warten, bis 


Unterdröffungs » Plane wieder zur Reife gediehen 
waren, beſchloß er, auf's neue zu den Waffen zu 


r 


“greifen, ° Der von allen Seiten gebrängte Kaifer . 


Karl VIE beſtuͤrmte ihn zugleich mit feinen Bitten. 
um.thätige Huͤlfe. Frjed rich ſchloß fich wieder 


näher an Frankreich an, und verband ſich durch 


eine beſondre Union zu Frankfurt am Main, 


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Um 17 un. 


den. 39. Mat 1744 mit dem Kaiſer, mi dem mu 
fuͤrſten von der Pfalz und mir dem Könige vom 
Schweden jn ‚feiner Eigenſchaft als Landgraf von 
‚Seffen » Raffel ı. zum Kriege“ wider Defireich- 
Fr ankre, i ch unterſchrieb. zwar dieſen Traktat nicht 
namentlich, aber indgehrim hatte es felbigen ernſt⸗ 


lich betrieben, ſich Auch‘ zur, Zahlung, anfehnlicher . = 


Huͤlfsgelder an Baiern, Pfalz und Heſſen, anhei⸗ 
ſchig gemacht, und. die Folge lehrte, daß es mit 
Preußen; über. die Eroͤfnung und Angrifsart des 
Krieges : gegenfeitig einverftanden war. Dieſem 
Vertrage follen, wie wenigſtens Preußens Feinde 
behaupteten,.- einige geheime Artikel, welche dabs > 
was wird und dafür? beftimmten, beigefügt worden 
fein. Der Wiener Hof. machte in der dolge einen | 
ſolchen Artikel bekannt, nach welchen Friedrich im 
Fall eines glüktichen Ausganges, den Rönigss 
graͤzer, PBunzlauer ung Leitmerizzer 
Kreis von Böhmen, in fo weit felbige vom rechten 
Elbufer umſchloſſen werden, nebſt der Dersfchaft 
Pardubiz und der Stadt Kollin am linfen 
Ufer erhalten, der Kaifer aber das übrige ‚Königs 
‚reic) Böhmen, fo wie ganz Ob eroͤ ſtre ich bes 
kommen ſollte. Jedoch beide Fuͤrſten erklaͤrten mit 
feierlichem Ernſt dieſen Artikel für erdichtet und un⸗ 
sergefchoben, Es kann fein, daB nichts‘ Schriftli⸗ 
ches hieräber aufge ſezt worden iſt. Daß hingegen 
Friedrich ſeine Siatskraͤte nicht umſonſt aufopfern 
und ſich das ‚genannte Land zwifchen-Schfeften uud 
Sachſen zueignen wollte, iſt hoͤchſt wahrſcheiulich - 
Saint ©. Geſch. 6. Thl. 1. Ford (8). denn 


— 7 8 — — 

y 
dem beleent es Pe in feinen Sintenfaßnen Were | 
Pen, daß er dem Feldmaiſchall von Sekkendorf, 
welcher vor Schließung der Frankfurter Union als 
kaiſerlicher Unterhaͤndler zu Berlin. die Preußiſche 
Huͤlfe nachſuchte, unter andern auch folgende Bes 
dingung vorgelegt habe: „Boͤhmen maß von den 


„Staten der Königin Marie Thereſie getrennt wer⸗ 


„den; und-der König von Preußen fol die 3 am 
„Schleſien - zunächft liegenden Kreiſe befommeeni. “_ 
Nachdem daß Srankfurter Buͤndniß vbl⸗ 
Tg zu Stande gebracht war, fo blieb Friedr ichs 
Eutſehluß zum Kriege unerfehätterlih. Er hätte 
äh weder raſch, noch-leichtfinnig, fondern erft nach 
dem Mislingen aller friedlichen Mittel, und nad) 
der ſorgfaͤttigſten Erwaͤgung aller Gründe für ımd - 
‚ wider bie Sache gefaßt. Seine. eignen Minifter 
waren ſaͤmmtlich dagegen, und thaten alles, was 
‚fie vermochten, um ihn vom feinem Eriegerifchen 
Worhaben abzubringen. Sie führten ihm zu Ges 
muͤthe: daß der, welcher fich wohl befünbe, feine 
Lage nicht verlaſſen ſollte; daß es ein böfer pofitis 
» fiber Grundſa; wäre,’ Krieg zu führen, um Krieg 
gu vermeiden; und daß man alles vom ber wohls 
thaͤtigen Zeit erwarten muͤßte. Sriedrich antwortete 
Ahnen: daß diefe nicht verwerflichen Gedanken ihre 
Einfihränfung Härten ; dap die Furchtſamkeit fie ver: 
Blende; daß es unvorficptig fei, einem Falle zu einer- 
Zeit nicht zuvorzukommen, wo man noch Gelegen⸗ 
Weit Härte, ſich Dagegen zu, fihern; daß er wohl 
ir „ wie er durch den Fra feinen Stat, feine‘ 
| Uns 











— 


— 29 — 


unterchayen nd feine. Def. ben . ——9 
fie! Gefahren ausſezze; daß abar die gegenwärtige 
Zage Deuiſchlandes einen entſcheidenden Eutſchluß 
werlange, und daß in ſolchen Faͤllen bie fihlechteflg 
Vartie, die' man wählen-tönne, die fei, ger: feiug 
zu ergreifen. . Hiernut noch "wicht zufrieden⸗ ua 
um aud). dem leifeften Verdachte der Uebereilung zu⸗ 
emtgehen, arbeitete er einen beſondern, ziemlich 
weitlaͤuftigen Aufſaz für feine Miniſter aus, worin 
er die Einwendungen derſelben Schritt vor Schritt 
beleuchtete „und widerlegte, und dan mit fiegens 
‚ dem Nathdruk feine Gegengründe in’s Licht ſtellte. 
Das Refultat davon blieb: ‚Krieg; die Miniſte 
flimmten endlich bei, und alle Vorbereitungen um _ - 
nahen Zeldzuge- wurden mit Cifer betrieben. Die 
Hauptmadji der Deftreicher ſtand Damals jenſeit des 
Rheins im Elſaß und trieb Fraukreich ſehr ins Ge⸗ 
draͤnge. Fried rich hielt dieſen Zeitpunkt zu 
einem Angrifskriege für den begnensften ‚ tobald vie 
Franzoſen eine ‚träftige und lebhafte Mitvirkung 
zeigten. Er ſchikte daher im Unfange‘ des Auguſts 
den Grafen. Schmerrau, einen eben fo feinen 
Beſchaͤftsmann als erfahrnen Feldherrn, an den 
König Ludwig XV. nach Met, und ließ ihm Die be⸗ 
Eirmmte Nachricht geben; daß ein Preußifches Here. 
von 100,000 Man am ı7ten Auguſt in's Feld räße 
ten, Böhmen anfallen, und dadurch wahrfcheintich 
bie Deftreicher wieder über den Rhein ziehen würde, 
Eine anfehnliche Sranzdfifche Armee muͤſſe were 
dee Defen, ifmen auf dem * nacprätien, fi en 


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B ‚haben und gewiß entfcheivend gewefen fein, 


. on, au 20 Ä — | 
Br * Vatern hin vrrfelgen; ud verbinden; ji ſih 

mit aller Macht aufdie Preußen zu flürgen. Ins 
gleich ſolle ein andres Frauzoſiſches Heer in Weſtfa⸗ 
ken eindringen. - Wäte- diefe.von Frankreich uͤber⸗ 


nommene Berbinplichkeit; gehörig erfuͤlt worden, (6 _ 


wuͤtde dieſer Feldzug greße Folgen hernorgebtacu 
Aber 
uur Frie drich hielt xuultüich Bor; feine. Buns : 


. deögenoffen taͤuſchten BE 


Bweiter Sdleſiſcher Keieg vom Au 
guſt 1744 bis Ende 1745. 


— in Böhmen. Ruͤkzug nach 


u u Schlefien. 17a. | 
E "Da- es Feraiee Grundſaz war, immet 


als der erſte im Felde zw erſcheinen, und angrifs⸗ 


| Weile zu verfahren, fo Fam er auch jest den Feinden 


Zuvor; Thon am Ende Juli ſezte er ſein wohlgeruͤ⸗ 
ſtetes Heer in Bewegung, und im Auguſt war es 
im vollen Marfche gegen Böhmen begriffen. Die 
Hauptmacht von Socco Mann ruͤkte in 3 Abthei⸗ 


. fungen nad) Prag; ‚die. eine führte der Kdnig ſelbſt 


Surch Sachſen am linken Elbufer; die zweite der 
Erbprinz Leopold von Deſſau durch bie Lauſiz 
und die dritte der Feldmarſchall Schwerin aus 
Schleſien dutch, Braunau. Der alte Fuͤrſt von 
Deſſau mußte mit 17009 Mann das Kurfürftenthum 


Brandenburg , und der General Marwiz mit 22000 | 


Mann Oberſchleſien beiten. ‚Bad Kelonuen nah⸗ 


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men Des durch Eochlen, wahes war meh ber 
‚Marie Thereſie ins Vertheidigungshumde ſtand, i⸗ 
doch für ſich felber keinen Krieg führen, und gegen 
Preußen nicht: als Feind anftreten wollte, Bermöge . 
der Reichsberfaſſung mußte die, Erlaubniß zum: 
Durchzuge vorher gehbrig nachgefucht werden. 
Friedrich, der fich zu den Säcfifchen Miniſtern 
ichte Gutes verſahe, traf feine Auftalten fo, daß 
Abm ‚ber verlangte Durchmarfch nicht, verweigert 
werden konnte. Seine Truppen betraten den Saͤch⸗ 
ſiſchen Boden zu eben der Zeit, als der Oberſte von 
Winterfeld mit dem kaiſerlichen RequifitignssSchreis = 
ben in Dresden anlangte. Der Kurfürft von Sache 
fen, zugleich Abpig von Polen, war eben in War⸗ 
-khon, Seine Minifter wollten den Preußen den 
Zug durch Sachſen's Mitte nicht geſtatten. Die 
Statsmaͤnner zu Dresden nlurrteg „ die Guͤnſtlinge 
zu Warſchau tobten, die Rathgeber Georg's II. zu 
London erſtaunten, ſich überliftet zu fehen, die Gro⸗ 
Sen in Wien zitterten: und Friedrich? — ließ 
ſich durch nichts in Verfolgung ſeines Plans irre 
machen; er marſchirte gerade zu auf Pirna, wo die 
Magdeburgifchen Regimenter über Leipzig zu ihm 
fließen... Ganz Sachſen gerieth in Bewegung; man 
zog die Truppen eiligſt zuſammen, man beſſerte die 
Waͤlle von Dresden aus. Ohnmaͤchtige und zu ſpaͤte 


RKaͤſtungen. Am Ende erlaubte man, was mag .- 
abzufchlagen keine Kraft hatte. Die Miniſter, 8Fn 


welche zum Trozze zu ſchwach, und zur Freunde 
Füofebegrugung u ‚gerblender waren/ gaben am 


Eude 


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"gone : ger ee her, Uehen Sa zut 
Aeberfahrt, und lirßrn die mit Provlaui beladne 
Preußiſche Flotte durch Dresden fahren. Zur Dei 
‚ Tung des aͤnßern Scheins, als ob fie doch Herren, 
die gebieten koͤnnten / waͤren, beſtunden ſie hartnaͤk⸗ 
g auf Kleimigkeiren , welche Friedrich fächelud zu⸗ 
— gab. ‚Die Sächfifche Beſazzung in Dredden wurde. 
verdoppelt die Thore blieben geſchloſfen and kein | 
Preußiſcher Offlcier durfte in die Hauptſtadt binein⸗ 
gehen. Friedrich haͤtte Sachſen, von welchem er 

_ ul Grunde nahe geindſeligkeiten befuͤrchten mußte, 
mg Tagen erobern Tonnen; aber fein Weg führte 
{on weiter, er bezahlte alles mit baarem Gelde, hielt 
die beſte Mannszucht, und ſtard am iz. Auguft a * 
— Grenzen. 
Ein Manijſeſt ging ihm borans⸗ es — den 
_ Einwehnert die Befpaffenheit des Fraukfurter Bun⸗ 
bes; gebot ihnen,” die erſt im vorigen Fahre der 


Marie Therefle gehuldigt harten, den Kaiſer Karl 


"VE. als ihren Regenten zu ehren, und ermahnte fie, 
wichts gegen deffen Bundesgenoffen, die Preußen, zu 
unternehmen, die bloß aus Liebe für Kaiſer und 
- Meidy die Baffen ergriffen hätten und für fich nichts 
fnchten. Der Kdnig hatte. bei feiner Kolonne den 
- Dberfien Zieten mir den Leibhuſaren. Diefen 
ſchikte er voraus, um Ihm Bahn zu machen. Boͤh⸗ 
men war von Truppen entblöft, nur einzelne Neue 
terſchwadronen befanden_fich mehr der Rundfchaft, 
als der Gegenwehr wegen darin. Sieben ſtleß 
uf feine andern deinde, als af bas Kavallerie 
Res 


Sn. 1} j 
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Wegicnen ved Efergasy, weihehei >} nwermae⸗ 
set, fü ſtuͤrczend, fo wüshend anfiel, daß es beinahe 
gänzlich aufgerieben wurde, - Ein geringer Umſtand 

entflammte den Much der Zietenſchen Hnſaren biß 
zum alles wagenben Enthufiasmus. Die Efterhaygs 
ſchen Saͤbeltaſchen glänzten prächtig in die Augen; 
einige Preußiſche Huſaren bebienten ſich derſelben 
zuiit aus Scherz; ; bald verwandelte ſich der En 
jn den ernſthafteſten Ehrgeiz; jeder Huſar hielt ſich 
für beſchimpft, „ der. nicht mit einem ſolchen Ehren⸗ 
gichen: praugen kounte. Diefe Eitelkeit fpornte on 
jeden zus fühnften Tapferkeit; zulezt hatte ber größte  _ 
Theil vom Zietenſchen Regimente eine Eſterhazyſche 
Saͤhbeltaſche au der Seite. Zieten's Muth erntete 
die erſten Lorbeeren dieſes glorreichen Krieges, und 
errang ihm, der por wenig Jahren als Major in 
den .erfien Schleſiſchen Krieg gezogen war, nach 
einem Monatt des zweiten die Wäre eines Genen 
salmajrs,. 
Friedrich traf am 2. Sept. mit allen chen 
Sungey der großen Armee ungehindert bei Prag 
ein. Die Eröberung. diefex befeftigten Hauptſtadt 
war das naͤchſte Ziel feiner Unternehmungen. Zum  . 
ernftlichen Augriffe fehlte es aber. noch am ſchweren 
Gefchäzze , welches nebſt den Lebensmitteln erfl yon 
Leitmeriz herbeigefebaft werden ‚mußte, wozu 8 
Tage erfordert wurden. Als wer Wiener Hof z 

größter Beſtuͤrzung ‚den Preußifchen Einfall in Boͤ 
men erfuhr, ſo befehligte er feinen in Baiern ſtehen ⸗ Piss 


den Geuersl Banianı mit allen vorrätbigen 
Er 


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- Bra \ 
ie änserjägfi naͤch SVohmen zuei ai, ui 
zu dekken, was noch zu delken fein moͤchte. Ba⸗ 
thiany vollzog dieſen ‚Befehl mit Socyelligteſe 
und Einſicht. Er führte fein ‚Korps von 20000 


ı’ f) 


- Mann ſo eilig und ſo geſchikt herbei, daß er bereit 


— 


um Ende Auguſt i in der Gegend von Rakoniz und 


Beraun, einige Meilen von Prag entfernt, Raub. 


Er ‚warf Jooo. Mann gelbte Soldatenin Prag, 
fhifte 12000 Mann Landmiliz baztı, und empfahl 
dem Vefehlshaber General Harſch die moͤglichſte 
Anfttengung zur Gegenwehr. Leztrer ließ es daran 
nicht fehlen. Taͤguch arbeiteten 6000 Menſchen an 
den Feſtungswerken; und ſowohl hier als in ‚allen 


dſtreichiſchen Staten wurden Bußtage gefeiert, und 


die Strafgerichte des Himmels uͤber die kezzeriſchen 


. Preußen in andaͤchtigem Eifer herabgebetet. Unter⸗ 


deſſen ſchitte Friedrich den General H aake in der, 


‚größten Stille mit 5 Bataillonen und 600 Huſaren 


ab, um Bathiany's großes Magazin - zu Des 
raun wegzunehmen. Aber das Geheimniß war 
verraihen „und der Feind auf die Ankunft. der Preus . 
Ben gefaßt, Haake kam num felbft i in die gefaͤht⸗ 


. ichfte Rage. Er hatte die Verauner Bruͤkke übers 


ſchritten und ſchon ein Stadtthor geſprengt, als er 
plözlich. zwei unverhaͤltnißmaͤßig ſtarke Haufen Reus 


terei rechts und links heranfprengen fahe, um ihn 


in die Mitte zu nehmen; er rettete ſich noch zu reche - 
ter Zeit auf eine nahe liegende Anhöhe, bildete ein 


Vierek, trieb die feindlichen Meurer nebft einem 


Samatuie Ungrifen Bußvolt«s ab, und zog ſich 
| ' ehrem _ 








>, | Be 
chrendoll, bach unberrichteter. Sathe in's Hanyu 


lager zuröl. Bathiany ſchafte hiesauf eiligſt J 
ſeine Magazine von Beraun weiter hinterwaͤrts nach 


Hilfen, worin ihn die Prenßdu nicht ſtorten. 


Friedrich rechnete es ſich in der Folge zu einen 
großen Fehler an,” daß’ er dies alles ruhig gefchehen 
ließ; er hätte, wie er nachher bald benierkte, mit 


- 


aller Macht gegen Beraun räßten, das Bathianyſche 


Korpo aus Pilfen vertreiben, und ſich feiner. 


Mogezine bemächtigen follen ; dadurch hätte er den 


Deſtreichern allen Unterhalt entzogen, ihrer großen 
Armee unter dem Prinzen Karl die Mittel geraubt, 


fich mit Bathiany zu vereinigen, und nach Boͤhmen 


zu kommen; er. hingegen würde fi in diefem Königs 


reiche behauptet und mit dem nöchigen Proviant, 
für welches die ‚Kormtlffarien ſchlecht firgeen ‚ vers 
ſchen haben. 


Das grobe Geſchuͤz langte endlich bei prag u 


an; alöbald anı 10. Sept. erdfneten bie Preußen 


die Lapfgräben an 3 Kerfchiediien Orten. Am ra, 
Sept. erſtuͤrmte ber Feldmarſchall Schwerin das 


det Ziska bei hellem Tage, und nahm noch 2 Re⸗ 
deuten hinter demſelben weg, welche die Franzoſen 


‚angelegt und Schwalbenneſter genannt hatten. 
Der König trat. aus den Laufgräben bei Bubenig. 
von Hielen Officieren umringt hervor, um. den Ans . 


griff Schwerin’® -auf den Ziskaberg zu betrachten. 


Die Menge Menfchen in bieſer ‚Gegend erregte die - 
Aufmerkfaneit der Feinde; fie richteten ihre Kano⸗ 


| * Bein, und ine we Snättage Rote den Preußi⸗ 


ſchen 


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> fhen Pringen Erledsih,@Bilbeim an des PN 
nigs Seite in ſeinem Zoſten Jahre *) Traureud 
ging Friedrich zuruͤk und ‚beklagte einen Verwandten 


und Helden, welcher in der Schlacht bei Molke: 


. wigz männlich gefämpfi hatte, In den folgenden Ta⸗ 
gen machten die Preußen von ihten Batterien, die mit 
miehr als 100 Kanonen und Moͤrſern beſezt waren, 
ein ſo heftiges Feuer, daß fie die Waͤlle ſtark beichhe 


digten, ‚die Waſſermuͤhle anzuͤndeten, viele Käufer 
des Stadt zertruͤmmerten und bie Schleufen ver 
Mulde zerſtorten. Hierdurch ward das Waſſer fo 


ı nieosig, Daß mar überall durchwaten, uud Die 
Stadt, ‚welche au diefer-Seite keinen Wall und feine 


Mauer harte, mit Sturm erobern konnte. Der 
Kommandant, General Harfch, fab nun die Un⸗ 
möglichkeit eines längern Wiherſtandes ein: and da 
er am 16. Sept, fruͤh mehrere Scharen von Greng⸗ 
pieren erblifte, die aus berg: öniglichen. Hauptquar⸗ | 
tiere zum Sturme beranräften, fo hielt er es für vr 
fer, ſich zu ergeben, als gewaltfem zu fallen; 


verlangie zu fapituliren , willigte wait ber * 


Beſazzung von. ı 5900 Mann in die Kriegegefangens 
ſchaft, und, übergab 'noch an felbigem Tage die 
Thore den Sreußifipen Wachen. Die Sefanguen 
wurden nach Schlefien gefuͤhrt. Die eigentliche Be⸗ 


— Lagerung hatte nur 6 Tage gebauert, und ben Sie⸗ 


dern 


Der Vaier dieſes Prinzen, Albrecht Friedrid, 
Heermeſier zu Sonnenburg, war ein Bruder des 
erſten Königs von Preußen Friedrich's L 


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der 40 Toni, Wi Kali Oma - 


dere gekoſtet. 

Friedrich glaubte, op dieſer glänzende Ps 
fang ſeines Felbzuged „bie ſchnelle Eroberung her. 
Hauptſtadt einen tiefen: n Eindruf in den Kbnig von 
Polen und in die Sachſiſchen Minifter machen, und 
fie bewegen würde, ihren geheimen Verbindungen 
‚mit Deflreich zu entfagen, da ohnedem der alte Fuͤrſt 
von Deffau mit ſeinenn Beobachtungs⸗ Korps leicht 
in Sachſen einbringen und Leipzig, den Sauptig 
ihres Handels, die Quelle ihrer Reichkhäner und. 
ihrer Statskraft zerftören konnte, Aber dns Go 
der Engländer, die Verſprechungen der Oeſtreicher 
‚and der Fanatism des Beichtvaters, eines vielgelten 
Yen und. mitwirkenden Mannes fi iegten uͤber alle 


ff 


Grunde einer weiſen Politik. Der Ablg son reu. J 


Ben yelinfchte keinen Feind im Ruͤkken zu gaben; . 
hätte es gern gefehen, Sachſen für fich zu. gewin⸗ 
nen; er ſchikte daher einen beſondern Geſandten an 
den Saͤchſiſchen Hof, und ſtellte ihm ſolche Gruͤnda 
‘vor, bie dem wahren Wohle beider Laͤnver volllem⸗ 
‚men angemeffen waren. . Zuogleich ließ er and) Mit- 
tel anwenden, die auf ben Karalter derer, die das 
Nuder fuͤhrten, berechnet zu fein ſchienen Dem, 
Könige August II. verſprach er ein Stuͤk von Boh⸗ 
men, ein Theil von Mäfren, - das Fuͤrſtenthum 
Zeichen, und die Erblichkeit des Pohlniſchen Theos 


med; den Miniſter Bruͤhl ſchmeichelte er mit ver — 


Ausſicht zur Reichs faeſtenwuͤrde ‚und dem Vater 
Guarini ie a ben Nerdweie hu in der Berne, 
. Aber 


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er bie Boftungen den Gbegempartel hatten mehr 
Gewalt uͤber ihre Herzen. Auguſt freute ſich auf 


die Schleſiſchen Fuͤrſtenthuͤner Glogau umnd Sa⸗ 


gan, welche ihm Deftreih. zufagte. Die Saͤchſt⸗ 


ſche Urmee von 24000 Dann Ingerte ſich theils hei 
Adorf im Vogtlande, theils beſezte ſie von Zittan 
vbis Eger an der Boͤhmiſchen Grenze eine mit Ver 
hauen und Schanzen befeftigte Linie. Im Anfaug 
eb, Dftobers rüßte fie. unter. den Befehlen es Henn 
zogs von · Weißenfels in Böhmer ein, und trat 
offentlich auf Oeſtreich Seite. Dennoch wolle 
Der Saͤchſiſche Hof diefen. Schritt für Feine Feinde 
ſelgkeit gegen Friedrich. angeſehen wiſſen; er erklärte 
ſich in einem ausführlichen Marifeſte für neutral, 


. ‚and bemeifte, daß er vermoͤge beſondrer Schujeets 


rraͤge fich der Nothwendigkeit, den Deftreichern ein 


Huͤlfskorps zu ſchikken, mr babe ernniehen 
Runen | 
Ehe fih noch die Sachſen ganz für Oeſireich 

—* hatten, war Friedrich, im Grunde wider 
ſeinen eignen Willen, und zu ſeinem groͤßten Nach⸗ 
eheil tiefer in Böhmer eingedrungen. Nach ber 
Eroberung von Prag hatte er die Wahl non 2 
“ Nuternchmungen, Die eine beſtund darin, über Bes - 


mwaun zu gehen, den Grafen Bathiany aus Bbh⸗ 


men zu verdrängen, ſich der für den Prinzen Karl 
zu Pilfen aufgehäuften Lebensmittel zu bemächtis 
gen, bis an die. Pille bei Cham und Furt in 


Niederbaiern worzuräffen, und daͤdurch der großen - 


‚ Dehreidifgen Arnzee den Eintsitt in Vohmen von ber 
\ Ober⸗ 


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Obama et sn verföießen. Dieſer⸗ wehldocch· 


dachte Plan war von Friedrich entworfen wore 


den. Aber der Kaifer, ber König. von Frankreich, | 


sm mehrften der Marſchall Belleiste behauptete, es 
wäre‘ zuträglicyer , daß: ſich die Preußen in den 
Bechiner Kreis hinein.nach Tabor, Budmeis 


and Neuhans zögen,. um die Verbiedung mit 
Baiern zu erhälten,: und das Erzherzogehum Oeſt⸗ 
reich zu bedrohen. Allein hierdurch ruͤkte man die 
Preußiſche Spigge zu weit hinaus, entfernte ſich zz 
fehr von Prag und Schleßen, verſchafte dem 


Feinde zu viel Spielraum, erleichterte ſein Eindrin⸗ 


gen in Boͤhmen, und ſeine Vereinigung mit den 
Sachſen, und gab leztern Gelegenheit, ſelbſt etwas 


wegen Prag zu. unternehmen, Fried rich erkannte 


“ach feinen Scharfblil. fogleich das. Fehlerhafte in 


diefem Planaz ‚aber. and. zu: großer Nachgiebigkeit 
gegen feine Bundesgenoffen, und um dem. Vorwurfe 


pa entgehen, als ob er bloß aus Eigennuz, die ver⸗ 


ſprochnen 3 Kreiſe zu. behanpten, nahe bei Prag. 
- bliebe, - unternahm erden ungluͤklichen Zug, welcher 
ihn ganz ind Verderben geflürzt hätte, wen nicht , 
fein Genie, feine Geiſtesgegenwart, und feine Hel⸗ 


denſchaar ſeine Retter geworden waͤren. Es wur⸗ 
den noch andre Berſe m begangen. Friedrich 


verſaͤunne es, das Mohl don Leitmeriz nad 


Drag zu fchaffen, das ſchwere Geſchuͤz, das nach 


der Eroberung dieſer Feſtung unnuͤz war, nach 
Schlefien zuruͤkzuſchikken, und Prag, ſtark genug zu 


beſeueen. Er ließ bleß 6 Baiailone daſelbſt, 


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weiche wicht: einmal die ‚Häthe: Devon Witte 
gen.“ Schon den Tag nach ber Einnahme son Drag 


> den 17, Sept. trat’die Armee den Marſch in 2 ee 
Ionuen am. . Der. General Naffau ging mit. 20 


Baraillonen mid 40 Schwadronen‘ voraus; biefer or⸗ 


bperte nach Eleinen Gefechten, wo fich Die Zietenfdyeh 


Hufaren wieder befonder6 auszeichneren, bie Feflune 


gen Tabor, Budweis und Frauenberg. 
Die beiden Kolonnen folgten dem Vortrahe, jede in 


einer Entfernung einer Stande von einander, Schritt 


- $or Schritt wach, vereinigten ſich bei Tabor am-26, 


4 


Sept. und nahmen zu Anfange Oktobers ihr Lager 


in der Gegend von Budweis. Hier war dad Ziel 
des Preußiſchen Gluͤkkes für dies Jahr; und balb J 


gerieth Sriedrid’s Heer in die ſchreklichſte Lage, 

Sein aͤrgſter Feind war der Hunger. Die Pferde 
und Ochſen ver Trausport-Wagen wurden fü 
ſchlecht verpfleget, daß viele davon umfielen; daher 
langte nur die Haͤlfte der Mehhvagen, die bloß auf 
14 Tage zureichten, im Lager an. Kaum hatten 


ſich die Preußen um 2 Tagemaͤrſche von Prag eut⸗ 


fernt, :fo.ließ der General Bathiany Taufende 


bvon Kroaten und Ungarn Beraun und Königs 


ſaal, lezteres an der Mulde hinter Friedrich“s 


Raͤtken, beſezzen, alle Zugaͤnge und Eh luchten ver⸗ 
ſchließen, alle ‚Berbindung der Preußen mit Prag 
ahſchneiden und alle Lieferungen ‚auffangen, Es 


gluͤkte ihnen ſelbſt, 2 für den König bekimmte Fels 


kiſen wegzunehmen, Jezt befand ich das Preuß 
ſche Heer im veattendſten Mangel und in even 


ifer, 


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Heften Zuftande. Wer Bode hindurch: wre 


Sriedrich nicht, was in Prag, was im Gbriger 


Bbhmen , was im ganz Europa vorging; wo Prinz 
Kerl, wo die Sachſen fiuhden, was Kreunde. und 


Feinde vornahmen, alles war ihm unbekannt. EßS 


konnte unglaublich ſcheinen daß ein Heer von mehr 
als Kooco Mann, wie das Preußifche damals war, 
das platte Land nicht zur Lieferung von Lebensmit⸗ 
teln ſollte zwingen, und- feine Nachrichten don den 
Bewegungen der Feinde einziehen Ebnmen. Uber der 


\ 


Adel, vie Geiſtlichkeit und Dienerfchaft von Böhmer 


hing mit felmer und urfbeftechlicher Treue vom Haus 


fe Oeſtreich an; und der gemeine Mann, durch eine 


fremde Sprache unterſchieden, und mit dem blinde⸗ 
ſten Aberglauben erfüllt, verabſcheute allen Um⸗ 


gang mit, den gotiloſen Kezzern, den Preußen. Sie . 


befolgten puͤnktlich den Befehl ihrer Obern, die Dorfe 
hätten] zu verlaffen ‚“ dad Getreide zu dergraben, in 


die dikſten Wälder zu fliehen: Die Preußen fanden 
daher uͤberall nur leere Dörfer, ode MWüfteneien,. 


menſchenleere Gegenden; kein Böhme, dem fir etwa 
begegneten, Heß fich ans Furcht vor den unmenfche 
lichen Strafen ber Oeſtreicher, bewegen, Nach⸗ 
sichten mitzutheilen, wollte man fie auch mit Golde 
erkaufen. VBathiany bekam noch 10000 leichte 
Truppen aus Ungarn zur Verſtaͤrkung, die den 
Prenßen vollends alle Verbindungen abſchnitten, 
und fie groifihen Felſen, Moräften, Wäldern und 


Hehlwegen einfehloffen. Wegen diefer Ueberlegen⸗ J 


hit J Atuppen konnten die Feinde alles, 
| was⸗ 


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— — 30 — 


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Was Die Preußen vemehmen / "erfahren; ieni⸗ 


J „aber durften es nicht wagen; Reuter anf Kund⸗ 
ſſchaft artzuſchikken weil ſie ſogleich qufgehoben 


wurden. Die Preußiſche Armee mußte ſich demnach 


ſtets verſchanzen, und auf ben. Umkreis ihres La⸗ 
gers einſchraͤnken. 


Auf die Nachricht von dem Einmarſch der. 


Preußen in Böhmen, hatte der Prinz Karl von 
‚Lothringen, Schwager ber. ‚Königin Marie Therefie, 


die Branzofen verlaffen, mit feiner Armee im Ange⸗ 


ſichte ‚von 80000 Franzoſen, Baiern und) Heſſen 


einen non Kennern bewunderten Uebergang uͤber den 
‚Rhein gemacht, und ‚auf Adler's Fluͤgeln den Ruͤk⸗ 


zug nach Bohmen unternommen Die Frauzoſen 


vexſaͤumten den bequemen Zeitpunkt, wo fie ihn zu; 


Grunde richten konnten; und ſie handelten wider 
ihr Verſprechen, daß ſie ihn ungehindert, und un⸗ 
verfolgt ziehen ließen. Karl erreichte ſchon am 
Ende Sept. die Boͤhmiſche Grenze, vereinigte ſich zu 
Anfang Oktobers mit dem General Bathiany, 
bald darauf mit ven Sachſen, uud bezog im Pra⸗ 
chiner Kreiſe ein ſo vortheilhaftes Lager, daß er 
durchaus nicht angegriffen werden konnte. Er war 
jest mit allen Verbuͤndeten auf gooco Mann art, 


und hatte den Plan, im Rüffen Friedri qh's über - 


die Mulde zu gehen, ihn von Prag ganz abzuſchnei⸗ 


den, und mit. feinem Heere auszuhungern. Frie—⸗ 
drich kam mit jedem Tage in ein größeres: Gen 
draͤnge, Ind konnte dem unerbittlichften - Feinde, 
dem Hunger nicht mer widerſtehen. Er ar 

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— 32 7 


fh durch tive, Sclagt a ‚retten; ger ber Pritz u 


Karl, ver eigentlich die Eele. aller 


Traun nahm ſtets auf Klippen, zwifchen Mords 
ften, hinter Felſen 4. und in Hohkwegen | ſolche ges 


ſchilie und meiſtechafte Stellungen, und ı üermied 


eine Echlacht Jo vorfi ichtig und abſi ichtlich, daß auch 
i diefe. Hofauug , feine Lage zu verbeffern, für örie 


drich vereigelt —*R Es ‚blieb alſo Bein, antres a 
Ausweg Abnig,. als daß foarieori; zum, Be 


auge entichließen mußte. Inde gu war er ‚gar pich 
Willens, ganz Böhmen, zu, rauen, fondern, nur 
naͤher an Drag, iu rüffen 1. UND jenſeits de  ‚finfeg 


Ufers der Elbe die  Winterguaptiegg zu Kdiehen 
Unvorhergefehne Zufäle /:huud die ‚Hugen Masregels | 
des Feldmarfhall’s Tra a un ſndibigten, auch ‚piefeg - 


Vorhaben aufzugeben, und zule zt vdliig ‚au weich 
Am 8ten Dktober. begann, Srieprich, den Nüfzug a 
ber Gegeud von Buomeis;, einen Rüfzug, „. der 
Außerft befchyerlich und verdroͤßlich war, der unaüfe 
haltbar von ganzen Schwarmen von Panduren, Ho⸗ 
nafen, Ungariſchen Huſareni und, dergleichen leichten 
Truppen, beuntuhigt aber, doch ahue einen Haupts 
verluft bis, in die Nähe, der Elbe vollbracht wurde. 


— 


Nur amal ‚litten. die Preußen unter folchen Umſtaͤu⸗ 


den, wo die Miederlage durchaus herbei geführt 


reiht .n 
Bewegungen, der alte, kriegserfahrne Feldmarſchall 


9— 


wurde. Das ‚eine, Mal follte der Dbesfillentenant Ä 


anus mit. 200 Huſaren aus einent Dorfe bei 


Ta bor Lieferungen an Lebensmitteln, eintreiben, | 


weil dad Mehl bei der Armee a Hier wurde 
Chu Dt, Ban o. Chl. Labib. , CO er 


— 


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J . * Pa " " 
— — 5 run} / 


u vom einer fo unzähfigen Mge Diffreicher Pe 
ringt, daß nur Tod oder Flacht zu waͤhlen war. 


Janus zog das erſte vor; er opferte fein Leben auf; 


f fein Haufe wurde zerſtreut. Den andern Verluſt 


haͤtte Friedrich vermeidin konnen, er derurſachte ihn 
barch einen Fehler, ader durch einen Ziehler, ver füis 


nem Seren Ehre dringt. Sa den Städten Tabor 


und Budweis lagen 300 Kranke uud Verwundete, 
ble aus Mangel an daheweſen nicht fonzubringen 


Waren, Friedtich wolle fie der Getihft der Feinde 
dicht Überlaffen; 8° legte daher 360 Geſande als 
Befazjung in Heise Ortes de hofte, eine Schlacht zu 


kefern, fie zu gewinuen, "und dann ſich ind dieſen 
| gelaßnen Luft zu machen,‘ Dieſe Ausſicht be⸗ 


nabm ihm die feinbticp? Gewaudhett; jest glaubre 


gu verflereny ' ’ er ſchikte 8’ Boten auf verfäytedenen 
Wegen au he’ mit dem Befehl, des Ruckzuges ab; 
afein fein Bote kam durch; and fo war es eine nu⸗ 


raͤrliche Folge hiefoon, "Daß fie Yänınıtlich in feind» 
Uche Gefangenſchaft geriethen. Diefe beiden. Zelle 


abgerechnet, wurde das Preußifche Heer ungeachtet 


der unglsftigen Unftänbe, worin es fichi in jeder 
Abſicht befand, nicht befiegt; und öfters legte es 
- Beweife von einer Tapferkeit ab, die faft den Glau⸗ 
ben überſteigt. So fihlug der General Zieten 


wit 2 Huſaren⸗ Regimentern uud 2 Greviadier » Bas 


willonen bei dem Staͤdtchen Tein an der Mulde 
die ganj unverhälmißmäßige Webermacht von 16000 
Jeinden unter ben Generalen Nadaſti, Ghi⸗ 


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laui PR Oberſien Trenk mit VWwennmthe 
ruͤk, une kam als Sieger in das Preußifche Lager, 
Friedrich, der uͤber das Mislingen des Feldzuges 
hoͤchſt uninuthig war, vergaß ‚für einige Stunden 
allen Kummer, und fühlte über diefen Sieg. die leh⸗ 
hafteſte Freude. Er ging dem General Zieten 
entgegen, uͤberhaͤufte ihn mit Aeußerungen des 
Danks, und mit den ſchmeichelhafteſten Lobfprächen, 
nahm fodann feinen Plaz, flellte fi) an die Spizze 
feines fiegreichen Hauſens, und führte ihn im 
Zriumpfe unter einem: allgemeinen Vivatrufen die. 
ganze Linie des Lagers bei Bechin hinunter. So 
wußte Friedrich, den Muth zu ehren, und die 
miebergefchlagenen Gemuͤther u freudigen Enpſis⸗ 
dungen zu ſtimmen. 


VUnter beſtaͤndigen gat /Agen war der Khaig am | 


4. November bei Kollin in der Nähe der ‚Elbe 
| ‚eingetroffen. Hier dachte er ſich zu halten, und dem 
Feinde . eine Schlacht zu liefern. Prinz Karl 


folgte. ihm auf. dem Fuße, und lagerte ſich dem 


Preußiſchen Heere gegenuͤber, aber wieder auf @ 


ſteilen Felſen, nnd in einer fo unzugaͤnglichen Ge⸗ 


gend, daB Friedr ich durchaus keinen Angriff wa⸗ 
gen konnte. Das Elend der Preußen ſtieg immer 
höher; durch die bereits erlittnen Mühfeligkeiten, 
und durch die Kurcht einer in der ‚firenger werdenden 


Sahreszeit ‚noch zunehmenden Noth verloren viele 


Soldaten allen Much und alles Zutrauen; fie liefen 
fiherenweife davon; nach mehrere würden ihre Fah⸗ 


wen verlafien haben, wenn fie nicht durch Krank⸗ 
her 


— [IV 2 


N 7 | 
— Fe 
vaten varan wären vᷣethindert worden. Hiunger 
oder elende Nahruũgsmittel "und Erkditungen bet’ 
dem naſſen Wetter erzengten die Nuhr: nad andre 


fe 


Krankheiten. Bei keinem Regimente faud man-ı08 


voͤllig Geſunde. Dies traf nicht bloß die Gemeinen, 


| fondern eben ‚fo gut die Officiere. Um die Kranken 


zZu retten, und den Uebrigen beſſern Unterhalt. zu 


x 
N 


— 


/ 


wVerſchaffen, ſahe ſich Friedrich genoͤthigt, uͤber die 
Elbe zuruͤkzugehen, und die Truppen in gute Kan⸗ 
tonitungsquartiere zu verlegen. Der Uebergang ges 
ſchahe linker Hamı Bei Kollin am;g. November mit 
ſolcher· Klugheit, vaß · die Zeinde es nicht Fuͤr rarhfam 
bieten‘; if durch Augriffe zu unterbrechen ,: vder 
anch nur zu erſchweren. Um die Werbidung ne 
- Prag und Schleſien zu ſichern, wurden KRol⸗ 
Tin und: ParduBtz, für dieſen Zwek wichtige 
>. Piizpe, vbgleich ·von der kantonirenden Armee durch 
den Fluß getreunt, und am rechten Elbufer gelegen, 


„Lwom Kdnige ſtark beſezt. Zehn Bataillone dekten 


Kollin; fie ſtanden bier hinter Mauern, die eine 


uatuͤrliche Verſchanzung bilbeten; und fie errichteten 
J auf einigen nahe an det Stadt Befindlichen Anhöhen 


- Batterien, Zweimal griffen die Deftreicher dieſen 
: Poften an; aber fie wurden beide Male mit Verluſt zus 
rüfgerrieben. Sie und die mir ihnen verbandwen 

Sachſen bezogen darauf ein Lager bei Breloch 
zwiſchen Kollin und Pardubiz, ven ‚Preußen am aus " 

dern Elbufer gegen über. ' 

Sriedrich gab bis jezt die Hofnung no nice 
ws ſich in Böhmen den ganzen Winter zu: In; 
- 5. haup⸗ 


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X 


u. 


bene, & war emſchloſſen das Nenßerſte 


abzuwarten⸗ und hatte den, Plan, Dann, weriu Die 


KFeinde aus dem Lager. in, bie Winterquartiere vers 


theilt feinswärben, von. Kokin und Pardubiz ans 


Über fie herzufallen, und ſich des Czaͤlauer ud“ 
Ehrudimer Kreiſes an Mähren zu bemuͤchtigen. 


Wäre es auf dan Prinz Karl augelommen, fo 


Hätte Friedrich a Abſicht gelingen können. Dieſer 


Britz, naͤralich hielt den Feldzug fuͤr ganz geendigt; a 


sub war Biltens, f feine durch ſo viele in Elſaß und 


Böhmen. ausgeſtandne Beſchwerden ermuͤdete Trup⸗ 
gen in rahige Quastiere zu verlegen. Aber der Hof 


gu Wien bachte anders, er nahm auf die Ermattung 
bed Heeres gar keine: Ruͤlkſicht, und ſchikte dem Prius 
zen die ſtrengſten, die umwiderruflichften- Biefehte, 


die Keregäuntertchmungen. fortzuſezzen, ed. Eofle, 
was. es wolle, über bie. Eibe zw bringen, den Preus 


Gen. altesBemeiufchaft mit: Prag abzufchneiden, und 
fie. auf dieſe Art ganz aus, Boͤhmen zu vertreiben, - 


Dieb: große: Merhaben wurde von dem mehrmals ge 
ruͤhmen Feldmarſchall Traun mit aller erdenkli⸗ 


chen Ri eingeleitet, und: mat viel Klugheit aigee 
fhrt ;; dennoch gelang. edtme: durch ein Ungefähr, 
‚Aust. dis Rachläfftgleit einer Vrenßiſchen Huſaren⸗ 


Yerrmille: hätte Tejtee.nur; einige Wachſamkeit be⸗ 


wiefen, ſo⸗ waͤrt das INhae öngefiät der Jeinde ms 


ſtreitig geſcheitert, vnd der Krieg: haͤtte eine andre 


Wendung genvumienWon ſo uubrbentenden Di 


tzzen haͤngen oft pie olgereichſten Bogeben heiten ab! 


\ 


' De Prisma dfningen. Ih eine Dune Comm 
* lei⸗ 


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— — Er) = 


| in kenn: — nd’ beſt ͤndig tätige Arten, 


Bewegungen machen, am die Preußen auf die 


| arrige Meinung zu briugen, als waͤre es auf die | 
Beſturmung von Prag oder Kollin angeſehen 


Bon Wien gekommne und aufgefangne Briefe bes 


kartten den Rbnig-vollenbs in dem Getasten, daß 
‚af ben 38. Nodemher ein Augriff gegen beide ges 
niannte Orte unternommen ‚werben, wuͤrde. Sie 


wurden däher zur ſtaudhaften Bertheibigung gekhite 
gemacht, und Die Prager Beſazzung mit mehrern 


rauſend Mauun unterm General Rothenburg vera 
miehrt. Daß bie Beinde einen Uebergangjüber bie 
. , Elbe verfuchen konuten, fiel dem Könige um fo weni⸗ 


ger. ein, da ein ſolch Vrojelt unausführbar (bien; 


denn das ganze Ufer war. mit lauter Poſien befezt; 


son. Meile zu Meile fanden 3.Schwabrenen Hufas 


200 und’ ein Bataillon Fußookt; die geringfle frinde 
" liche Bewegung Aonnte alſo bemerkt, ind jeder 
| wirklich verſuchte Uebergaug von der ganzen Preu⸗ 


gtiſchen Macht leicht und unfchlbar vereitelt werben. 


j Diefe Betrachtung wiegte den König. in die ‚größte 


Sicyerheit im Abſicht eines Elblberganges etin; 


ſeine Sorge beſchaͤftigte ſich mit ganz aubern Din⸗ 
gen, Die Sache verhielt ſich auch im der That alſo. 
>. Mar ein Verſechen son. Preußiſcher Seite konnte dem 


Beinde das Gelingen feiner kuͤhnen Cutwuͤrfe möglich 
machen. Am Tage. vor: dem. Beginnen ber Dyemms . 


dien IR der Prinz Kar. einige Uhlanen md Huſa⸗ 
.\- Yen über die Elbe auf bie Preußifche Seite hin 
‚ Mmuanen, vom fi darin cn Nat Oahle 


) 








Sr 


verſteklen, on fie ade Sifdne mb Orten, | 


Die nach dem 'Eöniglichen Nuartiere gehen wollten, 
auffingen, ober niederſchoſſen. Daß dieſe Oeſtrei⸗ 
eher fo unbemerfr über den. Flaß kamen, und fo une 
. gefehen ins Gebüfche Plaz nahmen, dieß war. dab 
Dienfiperfehen der Zietenfchen Huſaren das eiuige 


in den beiden arſten Schlefiſchen Kriegen, aber quch 


ein wichtiges, "ein unverantwortliches Verſehen, 
vwelches ber ganzen Preußifchen Armee zum Nach⸗ 


Weil, min dem viere Ziicheche um Hanf 


gereichte. 

Der: gefürchtete 18. Nobember ging ruhig vom 
über. - Aber in’ der Nacht baranf wäherte fich die 
Deftreichiiche nad Eachſiſche Armee der Elbe, dem 
Marktfielten Zeiniz gegeäber,. mit. fo viel Stite 
und Vorſicht, daB die Preußiſchen Eihppfien nichts 
eher inne wurden, als bis die Pontons vorführen, 
Sun machten die Vatrenillen Lärm. Der General 


Bieten mb. der Obriſtlieutenant Wedel landen, 


jener wit 3: Schwadronen jeiner Huſaren, diefer mit 
2. Kompagnieen Garde, und eben ſo viel vom krpnz⸗ 
prinzlichen Regimente, zuſammen it 1 Bataillon 
in diefer Gegend auf ihren Poſten. Sie ſchilten 


‚alsbald einen Offcier an den König, um Kölfe zu 


verlangen, und rüken eiligft an den Ort der Gefahr, 


um fich-dem feindlichen Vorhaben kraͤftigſt zu wider⸗ 


fesgen. Als fie an die Elbe kamen, hatten die⸗ 


‚Geide bie Schifebräfte vollendet, das jenfeitige - 
Mer, dab voller Auhdhen war, mit ihrer Infanter 


u ww, Nom — euuaau⸗ beſezts vr 


N. 


— 


Pr ” 


j aubaeluchctei uad verwegenſten Orenabiöie zum . 
WBortrade erwaͤhlt, und nichts verſaämt, was ven 
QUebergang beguͤnſtigen konnte. Ein’ entſezliches Ka⸗ 


— 


14 7 


j - un v en 2 5 - 
5 . 4 
» 4 “ br , y 


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nonenfener ſpruͤhte einen ‚dichten. Kugelregen auf sie 


Preißin."- Dennoch‘ ſtanden Bieten’s Huſaren, 
Wing‘ Wedel's Grendbiere wie die Felſon, erwarte 


ge den Feind mit Kalthlauͤtigkeit, and triebeh Sie. 


N 


Anruͤkkenden Bagehätfe mit ſolchem Nachdrukke 


zwei m ni zuruͤk, vaß fie voll. Verwirrung umkehr⸗ 


- Ken, Dik Deftreicher Tießen jedoch nicht nach,” fit 
— verftärtten ‚den Vortrab immer durch friſche Kern⸗ 
Früppefij: 7 une bewirken. daburch Yin: Written 


mattete Wedekſche Bataillon wegdraͤnglen, und end⸗ 


u BO ⸗auf der Preußiſchen Seite foften Fuß ford. 
Ber: Hhie Kur‘ douerte nicht lange. Bieren ' 


Preugte? niit · Schiüntreneib herbei, ſtuͤrzte Fe 


Wũthendenüder den Haufen, ſpreugte viele im: ve 
Elbe, die Börigenihber'vte- Bruͤlke zurüt;, fund nis 
riß ihnen in wenig Augenblikken alle bidherigen Vor⸗ 


| 


tet ſich, und nühmen- thre vorigen Stelluu⸗ 
en von neuem; em, "Die Feinde ergrimmten, daß eine 
> Habs" Streiter ihrer · ganzeil:voreintin Macht Traz 


Anraͤtkeid ſo dlel, daB fie das erſadpfit ud abge 


J Mile, -Die verdraͤngtẽen Infanteriſten der Preußen | 


bot; "fie verſtaͤrkten ihr fuͤrchterliches Artilleriekeuer, 


weſches aber Zu’ hotteglug üins buher verhanuigns. 


“Sig nicht viel Gchaden ſtiftete; fie ſchikten gange 


Begittichret” vonbärts;,"fid errichteten an mehrein 


Drten Schiffbratten, und drängten von allen Ale 
| Ned mis 'den- Sechfen verſci die-- Preußen 


ein⸗ 


⸗ 


— 








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u Bieden ws Weit PR — fe 
ſchitcen mehrere Ordenanzen an din Ani; dire 
Hofnung, bald Unterſtigzzung zu ethalten, fibßte 
ünm: einen faſt übermeuſchlichen: Muͤth einzſſe 
bmpften wie die Lowen mit ber Uebermacht zweier 


Feinde fünf Stunden hikdurch, und machten 


men jeden Zoulbreit Erde ſtreitig; indeß die Huͤlfe 
blieb aus, der Kampf war zu ungleich; das ‘Pulver 
verihoffen „ die Zaht der Todten und Verwundeten 

wohn aͤberhand; ne Mordglichkeit , es länger aus⸗ 
alten » sArhigte fie mdlich zum Ruͤkzuge; und 
diefen machten fie fo meifterhaft, und fo geſchike, 
daß fie fopar ihre Berwundeten mitnahmen, und den 
Siſchonowizzer Wald gluͤflich erreichten. Jezt erſt 
wfuhr der König die für ihn ſo unangenehme, fb 
viederſchlagende Nachricht. Er: hatte das Kanoniren 
mar gehört, aber Die währe Urſache davon ich 
vermuthet, weil er feſt ‚glaubte, es fei:ein Sturm 
. auf Kollin, um deſſentwillen er nicht beſorgt zu feik . 
branchte. Von allen Abgefchiften Boten mar auch 
wicht ein einziger zu ihm gelommen, weil fie uoh 
‚den verſtekten Uhlauen getddtet wurden. "Härte “ 
@riebrich Nachricht gehabt, - und alſd zu rechter Zeit 
Hälfe- gefchält, ſo wäre die fehimpffiähite Niederlage, 
Der: Feinde: Theil gewordeun. Und ˖ der Moerſtand ſo 
weriger Leme gegen eine ganze Armee fegt-bie Preus : 
tiſche Wapferkeit. ungeachtet bes Verluſtes in’ ein fü 
glänzendes Licht, daß dieſer Vorfall auf ewig in den 


reußiſchen Jahrbuͤchern denfwärbig: und bewundei 


vungßaetg Bien wi Bere weihete dem 
| Herrn 


— 


1 
>» 


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9 — 4 — af 

Bewinen Werk ven sekähenten zZou des Mufeil, 
Junkie op ihn.im feinen Werken den. Preußifiueg 
Zepnidas nennt. Unerklaͤrbar jedoch. ift en, 
warum. Zt eton's hierbei nicht erwähnt, ber die‘ 
Ehre dieſes Kampfes mir Wedeln theilte. Die 
Feinde felbſt konnten dieſen Helden ihre. junjgh⸗ Ber 


Aunderung und Verehrung nicht entziehen. Der 
Prinz Kart brach noch waͤhrend des Gebechtetz ie - 


Dis Worte aus: „Wh! wie glaltlich würde die Abe 


„migin, meine Schwägerin, Yeinz wenn fie im ihres 


* Officiere biue, wende dielen Helben als 
en 108 
Der von Feinden gelangne Uebergang Aber bie. 


7 Eibe gerſidete aue Wlane und Hefnungen des Rönigß. - 
Sir diefes Jahr. Doch fast die koſtbare Zeit mit 


annüzzen Klagen zu: verlieren, mußte ein ſchneller 
Entſchluß, wad nun zu. thun ſei? gefaßt werben. 


Friedrich zag feine Truppen bei Wiſcheniowij su 


jemmen, und bielt mit feinen Generalen fiber fols 


u gende zwei Tragen Kriegsrath: ob man nach Prag 
geben, und feiten Zuß in Bohmen faſſen; oder ob 


man die Land ganz raͤumen und nach Schleſien 


zuruͤk geben ſolle? Der Erbpriuz von Deſſau be⸗ 


jahete das Erſte, weil noch auf 6 Werben Vorrach 


in Prag, noch Mehl in Leutmeriz wire; weil men 


im Gall des Raͤtzuges alles ſchwere ð verlie⸗ 
ren, und die verlaßne Veſatzung, die einen Weg 


von 30 Meilen mitten. durch Feinde zu machen 


habe, der  dußerfien Gefabr ansſezzen würde, 


Pe Bine pnwar. we diene 


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— aad unterſtaute- — — u 


ge man fh. nach Drag, fo-mürbe bie. ganze P 

Süche Armee won : Dieftreichern. und Sachfen i 

eingeſchloſſen, und von der übrigen- Welt rise 
ten; ehe ber Brühling Time, wäre fie ans Mangel 
au Lebensmitteln, Rekruten, Maffen, Pferden x, 
ganz zu Srunde gerichtet, und dadurch her Preußie 
ſche Staat aller Vertheidigung auf die Zukunft ben 
raabt. Marwiz beſchligte zwar noch 22000 Mann 


— 
% 


in Oberſchleſien; wie Mumte diefer aber ein ganzjes 


Raub gegen Heere von Hunderttauſenden ſchuͤzgen 2 
Der Verluſt der ſchweren Artillerie Time freilich 
nicht vermieden werben, bach dies wäre nubeden⸗ 
tend gegen die weit ſchreklichere Gefahr, die inen 
deehte? Alle audern Generale ſtimmten der Mei⸗ 
nung des Königs bei; und ſo ward ber nbllige Mäs 
aug nach ESchleſien befchlaffen und auf:bes Stelle 


‚ausgeführt Der Tonigliche Moiutant mom Milere 


schielt den Auftrag, Den Befehl Vihmen zu räumen, 


nach 8 und zu allen. einzeln ſtehenden Korps zu 


— 


bringen. Dieſer umthige und verſtaͤndige Officler 


hl ah giäih dar) Die friwichen Dufareıı 
ſchwaͤrne hindurch, und vollzog alle feine Mufträge _ 


richtig upd ungehindert, Die Hauptarmee führte 


- Ihrem Ruͤkzug in 3 Kolonnen theils burch die Graf⸗ 


(haft Glaz, theild Dusch die engen Paͤſſe bei Brau⸗ 


non, theils durch Trautenan und: Schozlar fo gluͤl⸗ 
lich aus, daß fie nach 8 Tagen den Schlefifchen 


Do betrat, - Eile haste gelitten, doch wenig von. — 
u ten vechleuenden Vanduren und u . 
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ae“ Pe "ad hurch San IRRE 
Horb Wegen wirt; non: maugeluden Weokife 
* niſfem KFerich that ul, "ihn er komnit „’dn& | 
- @jend :dir Tisppen 196 ecleichtern. Er MB: den - 
 "Sufanteriften Halbſtiefein mathen, er 2* ten. 
Geld, Vorrath azufcaflen,. and theilte alle Den 
ſchwerden mir ihnen, indem ex die her. aicht 
“ fer als zu Taunhauſen in. Schleſten vedieß, uni 
neh Berhin zu geben‘! Den: wiehtften Abgang 
crlirr "Die Armee durch: die zahlreichen Ausreißer, 
beren Same: ie: Deftreichen, wahrſcheialich äbers 
trieben, zu 30000 augaben. Ein beſondres Ges 
ſecht bei Dar Dorfe Meß vndient einer Erwaͤt⸗ 
mung. Ein Schivene Panduren griff den! Nach 
ra? der Preußens: my: wid Hatte“ ‚bereits x 2 
Moß w gethetet oder verwundet, alg er.” yigg 
. in Bedte:. ein ſtarkes Schweinegrungen- bee, 
Dit Panvnren eilten ſogleich von den. Feinden / 
uvnd ſpreugtun insDorf, wo fie die Schweine 
in den Eräfien todreten, die fie lieber verzehren, 
wife Kriegemaͤnuern herumſchlagen weils 
x ten; : Der’ Rönig. wär miit.dem. Benehmen des 
Beutel arvon Naſſau, der gewohrlich den 
Bortrabon oder den Hinterzug führte, und auch 
jezt die Retirade gedekt hatte, beſonders zufrie⸗ 
den.’ As alle Abeheilungen in Gchläften anges 
laugt ‚ooriar, fo Ding’ er ihm: zum Zeichen feiner 
MWierrhachtung ſeinr eignes Vand vom.ſchwarzen Was 
lerorden, womitner ie “ok nicht freigedis 
wa. de Ar EEE 
ee .. oo Unser 


f 49 











— a4s5s — 


unint allen hehe KV FE | 


| Brager Befagsumg in der tranrigfier Rage ,:ıbis, Re 
burch vermehrt. wurte,’ daß ihe Defehlohaher, dar 
General. unu: Einfiebet;: nicht die. ‚Endichrem 
mub. noch weniger die eiſtesgegenwarte beſaß, welche 
für felche Umſtaͤnde erforderlich. waren... Ex nahm 
alle feine Maßregeln ſchlecht. Er folite.die Haupes 
werte Des Zeitung und die Kanonen der ſchweren Yge 
tillerie zerſprengen, die Lavetten verbrennen, uud 
die Gewehre der Oeſtreicher vs Waſſer werfen, Ip 
der falſchen Einbilpung;, ed:Thunte dieſer Befehl wel⸗ 
leicht "wort; winerrufen meet, verſcob. pr, die: Muhr 


führung Dis zum Iepten Mugendlikle, mDıek Bug: - 


Seht wars „Sein. Ausig geſchahe, miteiker (1 uͤbez⸗ 
eilsen mad, unordenelichen Flucht, daf ſchon 400 


Yandaxen ip die Stade site, als die Menßen · noch 
innerhalb: Der 'hore ‚.inarem, waduych der Pöbel . - 
Musiy und Dermagenheit- belan;, .febae Rache mit 

Schnupfen, und Flistenfchäffen auszubaſſen. ‚Die . 


Ungarn .erhenisten xoch viele. Kanonen, Valkwagen 


ud Befangne, Dieſe Unordnumgen beghnſtigten 
das Ausreißen. Bleich in den erſten Tagen gingen 
3000 Mann zu den Oeſtreichern aͤber⸗ welches nicht 
zu verwundern iſt, wenn man. bedenlt ,: daß unter 
dem Preußiſchen Heere die Hälfte aus Auslaͤndern 


won allerlei Voll uud’ Zungen beſtand, die feine Bas 


terlandsliebe befizgin, fendern dem Gluͤksſterne fole 


gen. Einfiedef-tonnte keinen andern Weg, als durch) 


die Lauſiz vehmen; ehe en aber dis habin gelangte, 
ais er noch bei deipe | in Bögmen ftand, erfuhr er, 


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_ 07. daB 


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BEER .. *6 — | 


| Pr U die Sachlen in Re Inbeing we DE De⸗ 
: feichern "den Weg verfotreten: und ihn aufheben 


Wwollten. :Diefe Nachricht brachte ihn vollends anfet 
Aller Jaſſung. Er:wußte wicht, was er thun, ob er. 
die Sachſen angreifen, ober: feines Weges, ‚je gut. 
Adnne, ‚ziehen. ſolle. Ohne den Geucral Graf won 


u Mothenburg wäre fein Korps verloren geweſen. Dies 
fer entfehloßne Krieger wußte durch feine Bewegun: 


gen, durch änsgefprengte Geruͤchte und darch Höfe 
Tichkeiten Vie Sachſen in. Furcht und Unthaͤtigkeit zu 


verſezzen, und fuͤhrte feine Schaar durch das Saͤch⸗ 
fiſche Gebiet ſo meiſterhaft, daß er mir ſelbiger am 


153, December in Schlefien anlangte. Das ganze 
fchwere Geſchur, der größte Theil des ‚Gepäfteh, 
einige tauſend Kranle, und mehrere Taufend Muss 


getretne waren ber nicht. unbedeutende Verluſt, weis 


‚cher aber im Räkficht der mißlichen Umfäube unenls 


lich größer Ylste fein koͤnuen, und für jede andre 


Armee auch geweſen fein würde. Friedrich fühlte 


es alles tief, er erfannte Die großen Fehler, die er 


Melber gemacht hatte, er betounderte bie Beldherem 
talente des feindlichen. Omeals Traun, ließ ihm 


; . wolle Gerechtigkeit wiederfahren, benuzte ine Ges 


ſchiklichkeit zur Nachahmung, namıte ihn oͤffeutlich 


‚feinen Lehrmeiſter in der Kriegslunſt, wurde durch 
:fein Ungluͤk vorflchtiger und weiſer, und fagte :vom 


feinem übel geendigten Feldzuge: ‚meine große 
„Armee, welde Böhmen verfcplingen, und Oeſtreich 
Mberjaue wam [pie ‚ are das Schitſal ber ſoge⸗ 


Manns 





. Dani ir m - , \ 
„nannten waüberwindlichen glorte,, den Dhinpp m 


zen Spanien ausräßtte, um“ Erlen Li 


neben 757 
Binrerfelsgug, ur 


Borfäite: die dur Schlacht dei Heden 


irledbers im Anfang, des Funi 1745, \ 


Die: unfalte Ber Preußen hatten bie Oeftreicher 


wit einem folchen Stolze amd Webernithe: erfäikt; 


baß fie: die Erobrrung Sehlefier ens Ffir eim leichtes u 
Spiel anfahen;' werd noch im Wintet der Ermattumg 


ber Truppen ungeächiet, die Aubflihruig dabon vers 


ſuchten. Bereitdin wet Mitte des Decemnbers 1744 . 


brachen fie mit gewaltiger Ucbermache Mm. die. Gräfe 
ſchaft Glaz ein, beſezten fie, die Huupiſtaͤdt aus⸗ 
genomnien, und breiteten fich in — * hin⸗ 
ein; big an die Oder Aus. Der Preußiſche · General 


Behiwa 1d welcher im’ Glaziſchen Rand, hatte ſich/ 





zum Widerſtande zu ſchwach, bei rechtetgeit in die 


Zeſtnng gezogen, "ih: dem! Feinde die Gelegenheit; 
Ihn th äberrumpeln, geraubt. Eihe- die Oeſtteit 


chiſche Minen, durch Ungarifdje Truppen verſtaͤrkt, 


draug von Mähren aus in Oberſchleſien mit ſolcher 
Ueberlegenheit/ daß· ſich der General Ma rei; z nur. 


durch einen "(chweiten "Dififäng von Troppau nach 


NRariber dor ihr-Ferten konn. - Hier ftarb Mars 
wiz; ſtatt feiner führte-nun der Prinz. Dietrich 


son Deffau die Preußen meiter durch Kofel und 
Brig zur Aimen in dr Brem den- Reihe zuruͤt. 
Bons 


Y 


A 


1 . . 
- — 
er vn m 


” @anj Obenfihefien Kefanh fich jezt in feindlicher —* 


walt;- nun, die Feſtungen Neiße und Kofel. blie⸗ 
ben den Preußen. Die Königin Marie Thgrefie 


Betrachtete Schlefien ſchon fo gut als ihr Eigenthuni, 


amd fuchte, dunch Gcgneipefeigın bie Einwohner für 


er zu gewinyen,; und durch gehäffige, erhitternpg 
Dariteflungen yon Friedrich abzuwenden. In einem̃ 


Danafeſte ans Volr erklaͤrte fie ven Bresiauei Were 


trag, und ihre Einwilligung zur Ibtretung⸗Schle⸗ u 


fiena ‚für, erpreßt und alfa für yugättig. Sie (Chile 


derte die Mreugifche Megierung. nit, ſchwarzen Fafz 


ben. Der König, ſagte ſi ie,. .hahe nichts non Ar 
Behalten, wag er im Preslauet Ffaltate verfprocen 
habe. Di; Katholiken , würden. :gemißbanbelf,. dir 


VProteſtanten dernachlaͤßigt, die Stände ihrer. Privis N 


legien, beſonders ihres Kleinodes, des Fürftentaged, 
beraubsj.die katholiſchen Geiſtlichen mit unerſchwing⸗ 


lichen Abgshen belegt, und, alle, Unterthanen durch 


Das Kantonmefen..in. eine ewige Sklaverei verkegt, 
Der Prarſiſche Hof ließ dieſe Auzuͤglichleiten nicht 
nabe ontwortet. Er warf den Oeſtreichern ihre Krane 
famteit gegen Die Proteſtanten, ihre Eingriffe ip Pay 
Weſtfaͤliſchen Frieden, jhre Despotie genen · den 

Kaifer Karl VII. mis. derben Ausdroͤtten vox. 
Da aber Federn nicht verwunden, wenigſtens ‚nicht 
wödten, fo eitte Sriedrich von Nerlin nach Schleſten 
zuruͤk, um fein Recht on Died Fand mit dem Degen 

zu verfechten. Er yerabredete mit dem alten Zürften 


N 


von Deffau, dem Oberbefehlähaber aller Schleſiſchen 


Fruppen, bie Mittel zus Vertecihuug der Zeinde. 
\ . und 


N 





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P” ließ fie durch drei Konpt fogleich in Aucſhhrag 


dringen, Der Fuͤrſt zeg bei Neiße 30099 Mann 
zuſammen, und ging am 7. Januar 1745 über den 
Sluß gleiches Namens. Die Defireicher, weiche 
durch Die abgeganguen. Sachen, und. Durch. vers 


fhieone ‚nach ‚Baierg geſandte Abtheilungen ges 


chwaͤcht ‚waren ,. bekamen wieder Achtung, vor Dep 
Vteußen, und ergriffen die Flucht fo eilig, daß fie 
5 Nächte auf dem Schnee zubrachten, wobei piele 
Keupe apgraren und viele dapon liefen, Die Neußen 
Jenuten, Saum einen Ihbeil jhres Nachzuges einholeg. 


Die Oeſtreicher retteten ſich nach Mähren, und da 


Fouͤrſt von Deſſau lagerte ſich bei Troppau en IL 


gerndorf. Unterdeſſen befreite. der General Maſſan 


nii 6000 Mann die Gegend um Ratibor von den 


Augarn. Er aͤherraſchte in dieſer Stadt gooo Zeinkg, 
welche ſich Mufangs durch die Asengen ſchlagen, hei⸗ 
nad) uͤher Die. Oderbruͤklo ftchten wollten: aber xon 
dem ſtarken adpaͤnse brach· die Bruͤklle, und weg 
sicht im Woſſer ertxant, wurde iedergehanen oder 
gefangen: gemnmınen.. ‚Ehen fa gluͤklich focht das 


Dritte Korps unter Lehwald. Es griff die vor⸗e. 


Sheilbafs zeiten Oeſtzeiche bei Hakelg ch mert 
im Glaziſchen mit ſo viel Math und Entſchloſſenhet 


an, daß fie 1000 Maun an Todien und Gefangües 


and: deei Aasonen verloren, da die Sieger nur ‚pp 


Mannseinkäßten. In der Mitte des Februars war 
alles Hop feindlichen Trapnen gereiniget, Frie drich 


ließ ein Dankfeſt feiern, pub ging nach Merlin 
die Oeſtreicher aber leruten. einſehen, daß Did Preu 
. Bellat Dr. Erich. 6. Rh. 1. Abtb. (D) Ben 


nn] 


ſ 


— s50 — 


- Ben noch nicht bie Kraft und-den Muth zum Wide 
ſtande verloren hätten,’ wie fie fich irriger Weiſe 
eingebildet zu haben fehienen. Jeder Theil bezog 
sinn in feinem Lande die Winterquartiere. -; 
Noch vor Beendigung diefer Streifzüge hatten fich 
"wei Begebenheiten ‚ereignet, welche nicht. den Krieg, 
aber doch die Bewegungsgrunde zu felbigent veraͤm 
derten. Gachfen hatte bis jezt dur ein Schuz⸗ und 
durchaus kein Angriffsbuͤndniß mit Oeſtreich gehabt, 
ob es · wohl feinen Eifet fur das Erzhaus, und ſeine 
Erbitterung gegen Preußen in ſtarken: Zaͤgeunzu ers 
kennen gab, Stanu! der bedungnen 6oo Manu 
Huͤlfotrnppen hatte es den Oeſtreichern sooo Mack 
zur Unterſtuͤzzung überloffen; und der · Miniſter 
Bruͤhl rähmte- mit: großfprecherifcher Scharlataherie, 
daß der Preußiſche Rükzug aus Böhmen allein dutch 
feine klugen Anſtalten bewirkt worden waͤre. Frie⸗ 
drich wuͤnſchte, Sachſens Freundſchaft zu geülnnenz 
er that bie vortheilhafteſten Anaebietmigen, en ihinek 
chelte der Eitelleit des Miniſters; alles vergebens. 
Bruͤhl hatte einen unverſohnlichen Haß gegen Fries 
. eich, ünd um dieſen zu :befriedigen‘, opferte er’ die 
reellſten Bortheile, das wahre Wohl Sachfens auf, 
und flärzte den Regenten und das Land ind Ver 
Derben, Er drängte ſich fat mit Gewalt an Des 


ſtreichs Intereſſe; und feinem Betriebe IR ob. zum - : 


ſchreiben, daß am 8. Jannar 1745 u War ſchau 
das vierfache Bundniß zwiſchen Sachſen, Orſtreich, 
England und Holland geſchloſſen wurde, wodurch 
Ech erſtres zur Offenſive gegen Preußen verbindlich 


— — 
machte, Vroͤhl verſprach 36000 Mann’ Trupphn 
zn den Oeſtreichern ſtoßen zu laſſen, wofuͤr ihm 
"England nnd Holland vom 1. Janiar an 150,000 
Pfund Sterling jährliche Subſidien bewilligte. In 
ven geheimen Artikeln wurden dem Könige von Polen 
Sagamn und Glogan, änd dem Grafen Bruͤhl Teſchen 
nebſt der Fuͤrſterwuͤrde zugeſagt. N ©: 

Nicht lange datnach ſtarb der Kaiſer Karſ VAL 
am 20, Jannar zu Maͤnchen/ wohin er am 2, 
Ditober 1744 zuräfgefehrt war, Daurch Zrledrichg 
Unternehmungen in: Mbhmen hatte de’ die“ fürfe 
Frende · erlebt, daß er im DPtober feine Erblaͤn 
wieder eroberte; ei verlor ſie aber ſchon zu Mifan 
bes neuen Jahres größtenrheild'wieder, "und er bnte 
es bloß ber Bermitthung: feined Bruders, dei: Kids 
Firfien-vom Köln, zu verdanken, daß ertunkeiäre ie. - 
Muͤnchen bleiben, und dort ſterben konnte "Eh wir 
ein edeldenlender, freigebiger, dber ungluͤktither Sürfk, 
Er winde? das Schlachtopfer-der SranzöftfchenNjos 
,itik, die ihn als en Phantm den Deftrefchein ents 
gegenfedten Aber nicht nach Kräften unterfkäzre, Sf 
Kaiſer genoß er nur wenig frohe Augenblikke. Von 
ſeinen elnen“ Staten vertrieben, undſeiner Cine 
Fünfte beraubt, lebte erworben’ Mitofen Grant. 
reichs nud den Beiträgen einiger Deutſchen Sfrflch 
niehrentheils gu’ Frankfurt, und ſahe feitte Wüurde 
von den Deſtreichern verſpottet, und ſelbſt von den 
Tatholifchen Siftern verachtet. Zu dieſen Kraͤnkuin 
gen des Gemachs geſellten Fly fdrperliche Leiden; 
er ward Ho hoftigen Gichtſchmerzen gequaͤlt, Lumgẽ 
u 832) und 


— 


— 152 — N 


und Saber waren, wie bie nachherige Deheung ‚eig, 


‚halb ‚verzehrt, im Herzen plagte-ihn- ein Poly 
"und. in. den Nieremein Stein. Der Tod machte in 


feinem AB. Jahre ale: diefem Elende ein Gapı,.. 


N 


‚Die Frankfurter Union, welche zur ps 
hauptung des Kaiſero Karls VIL. geſchloſſen ag, 


“harte nun feinen Zwei, ‚mehr, und Se wurde dur) 


‚den Apräftgiee der. deutſchen Bundeägrnoffen: Zries 
— im April gang gufgeibfet.. Dersjunge Rufe 
ꝓo Baiern —— Sof A einziger 


Bu E Karls VH.,‚befand- ſich in, einem..ıgn 


Jahre heim Hatritt der Negierung in, der Haprigfien - 
Nase, Kr ‚mußte, wie vormals fein „Mgter,. die 
"Mehidenz "perlaffen und nach Angsbrg- flüchten. 
diem war die Treuloſigkeit des Feldmarſchalls 

© endorf, jenes Kabalenmachers den wir 
ſweg am,. Hofe. des Königs, Frieda iſch Mile 
* I. von Prenßen von giner ſqhlechten Stite 


 Bapnen ⏑ 
‚Beierichen Dienften,. verhielt fi) aber als Peneral 


Rete ſaumſelig, eigenſimig und unrähigh, uud 

Yerlegte abſichtlich die Baierſchen Truppan.fo * 
laͤuftig in die Winterquartiere, daß fie unnsden- dyej⸗ 
mal ſchwaͤchera Oeftreichern überfallen ua gefangen 
werben Eonnten. Vor der Zeit des -Unggifs-nahm 
gr den Abſchied. Auf einmal, als die Baiern wie 
fine Heerde vom ‚Hirten verlaflen waren, erſchien ee 
wieder am Hofe des jungen Kurfuͤrftega zu Agpbuſa, 
aber nicht als patrietiſcher Rathgohc, ſondae als 
Kreatuꝛ des Wiener Farin, mimn ——— 


IN 2 


J 


u 53 | um 

. Aurfärften Jw’verfühten, und dem Konige Friedrich, 
gegen ben er den alten Groll beibehielt, zu ſchaden. 
Er legte dem Kurfuͤrſten falſche Papiere vor, er 
zeigte ihm untergeſchobne Briefe von Friedrich, als 
wenn dieſer treulo& an ihm. handeln wolle, er vers 
groͤßerte das Waffengluͤk der Oeſtreicher, und bere⸗ 
dete ihn zu einem einſeitigen, unvortheilhaften Frie⸗ 
den. Der Ausſohnungstraktat wurde mit uͤbertrieb⸗ 
ser Eile zu Füßen, einer kleinen biſchoͤflichen 
Stade in der Nachbarſchaft von Augsburg, am 
23. April 1745 unterſchrieben. Der Kurfürft ent: ' 
fagte allen. feinen. Anſpruͤchen auf Oeſtreich, ſelbſt 
dem Titel eines Erzherzogs, trennte fich von. allen 
Bundesgenoſſen, und gab im: voraus feine Stimme 
jur Kaiferwahl des Großherzogs Kranz von Tode 
kana. Dafür erhielt er weiter nichts, als die Zu⸗ 
säfgabe feiner Länder, bie aber noch. zum: Theil bis 
nach vollzogner Kaiferwahl befezt bleiben ſollten. 
Ns Maximilian Joſeph den Friedensſchluß 
unterzeichnen ſollte, erſtarrte ihm auf einen Augen⸗ 
blik die Feder in der Hand; denn er erinnerte ſich 
der Ermahnung ſeines ſterbenden Vaters: „Vergiß 
„niemals der Dienſte, welche dir der Koͤnig von 
| ꝓdrankteich und von Preußen erwiefen haben, und 
lohne ihnen nicht mit Undank.“ Doch bie Vors 
fpiegelungen Sekkendorfs überwältigten ſemen Schaus 
ber, und er ſchrieb. Waͤre er dem Frankfurter Bunde 
treu geblieben, fo hätte er in Gemeinſchaft Friedrichs 
gewiß beſſere Bediugungen erlangt; feine Huͤtfs⸗ 
quellen waren woch nicht erſchoͤpft/ Grant *F | 

. J ſpr 


— sx —“ — 

Aprach i6en nnatich eine halbe Million eLiores/ und. 
‚zahlte fie anfänglich auch. Oeſtreich haͤtte ſeine 
Macht theilen muͤſſen, folglich den Krieg gegen 
Preußen. nicht mit Nachdruk führen koͤnnen. Hier⸗ 
aus mußte am Ende ein gluͤklicheres Reſultat für ihn 
entſtehen. Die Heſſen und Pfälzer erwählten.gleiche 
falls die Neutralisät, wurden aber übermürhig und 

vertragswidrig von Deftreich behandelt, - 

Sriedrich ſtand nun. allein auf dem Kampfr. 
plazze, und feine Ausſicht truͤbte ſich. Denn auf 
Frankreich's ernſtliche Mitwirkung konnte er ſich 

nicht verlaſſen ‚und alle feine vielfachen Unterhand⸗ 
| ungen zu ‚einem. ehrenvollen Frieden fchlugen. fehl, 
Es blieb ihm nichts zur Rettung als fein Genie und. 
ſein Heer; beide aber reichten auch bin, ihn wieder 
auf die Höhe des Anſehns und der Macht zu heben, 
welche durch den vorherigen geldzug etwas geſunken 
waren. er \ 
| Friedrich hatte während der Winterruhe alles 
— beſeg ‚ was ihm einen gläflichen Erfolg ded neuen 
Feldzuges zufichern Fonnte, Seine Hauptbemähung 
‚war auf, die Anlegung recht großer Magazine ges 
richtet; denn der Mangel an Unterhalt hatte bie, 
Uufälle des vorigen Jahres vorzuͤglich mit verurſacht. 
Die Regimenter wurden vellzählig gemacht, die 
Soldaten i in den Winterquiartieren reichlich verpflegt,. 
und bie fehlenden Pferde. *) angeichaft. Mehr als: 
— ſechs 
2. ‚Die Käiferin Elifabeth von Rußland, vobgleich 
nmentral, im Grunde Aber. den Feinden Beisein 
—W Re 





x v 
4 

XXXV mn 

ra. im 


Sechs Millionen Thaler nah er aus dem Schazze, 
und. 13 Million lieh er von den Landftänden, um die 
Kriegs ; Untoften des Jahres 1745 zu beftreiten, 
Dieſe Zurüftungen waren mehrentheils ſchon in der 
Mitte des März pellendet; daher begab fich der Kös 


nig um diefe Zeit. zur. Urmee nad) Schleften.. Die 


Erfahrungen des vergangnen- Jahres machten ihn, 
für das jezzige vorfi ichtiger. Er konnte auch diese 
mal den Feinden zuvorkommen, fie in ihren Quars 
tieren in Böhmen überfallen und angriffsweife vers 
fahren. . über er z0g einen einfachern, bedächtigern 
und fichrern Plan dem fiheinbarern und ungewiſſern 
vor. Er beſchloß, ruhig in Schlefien zu bleiben, bie 
Bauptpäffe zu befezzen, und es dann gemächlich aba 
zuwarten, bis Die Deftreicher, denen man unmöglich 


alle Wege nach Schleſien verſchließen konnte, uͤber 


bie Gebirge herab gegen ihn anruͤkken würden, So⸗ 
bald fie ſich ihm naͤherten, wollte er ſie unvermuthet 
angreifen, ‚nad Böhmen zuräftreiben,. Died Königs 


reich 12 Meilen weit an der Grenze aushungern, - 


und im Spätjahre nach Schlefien zuruͤkgehen, um 
feine Zruppen in rubige Winterquartiere zu vers 
legen. Diefem Entwurfe getreu, eilte er nicht den 


Feldzug zu eröfnen, ſondern verlaͤngerte die Zeit der 


Ruhte für feine Armee, die erft ſpaͤt am Ende des 


debrnars Erholung belommen hattee. 
u Die 


mehr gewogen, warb von dem Thatenrufe Sietew's 
fo entzüft, daß Re ihm 300 Werbe zur Errinuns 
6 Regiments aus ihren sanen ſcheutte. 


ep 


* 


\ 


u 7 2 


Die Deftrecher wollten ſich die Ruhe der een 
zu I Njge machen; und fie niit ihren unzähligen Teiche 
; ten Truppen in lauter kleinen Gefechten aufteiberts 

Friedrich aber, der ihre Abſi cht merkte, hielt ſein 
Heer zuſanmen, ſparte feine Kräfte für einen Haupt⸗ 
ſchlag auf, und dab lieber Kleinigkeiten Preis, als 

das Ganze in Gefahr zu bringen. Ein’ Körps von 

42000 Ungarn unter Aufführung des alten Feldmar⸗ 
ſchalls Eſterhazy, and’ der berähmten Parteigänger 

. Raroli, Feſtetiz, Spleni ind Ghilani/ die ſchon im 
Minter in Schlefien eingefalleh waren, wiederholten 
zu Ende März ihren Verfuch, ftreiften tief in’ Ober⸗ 
ſchlefien herum, ſchlugen kleine Preußiſche Haufen, 


2 amb wagten fi) bis Bei ven Feſtungen Kofel: und 
NReiße vörbei. Friedrich, der ihnen eine Zeit 


Yang: zugeſehen hatte, hielt es am Ende doch für 
übthig ihren Daͤnkel zu demuͤthigen. Er ſchikte den ' 

‚ Öberfien Winterfeld mit 6 Bataillonen und 

1200 Hufaren zu ihrer Vertreibung ab. Diefer mus 
. ige und einſichtsvolle Offitier entledigte ſich ſeines 
u Auftrages auf die ehrenvollſte Art. Er griff zu Ende 
B April 5000 Ungarn an „welche ben General Golz 
mit ı Bataillon und 500 Huſaren unweit Oppeln 


. „ umzingelt hatten, ſprengte fie ganz aus einander, 


and nah ihnen 300 Gefangne und ihr ganzes Ges 
paͤkke ab. Am folgenden Tage flied er auf 2000 
feindliche Hufaren, die an einem Morafte fanden; 
er jagte fie in ben Sunipf, wo der größte Theil ums 
tm, der übrige gefangen wurde. Dies flößte dem 
Ungarn Eorfurgt por der Brenfilden Huſaren, die 


ihnen 


—* 


- 


—8— 


thuen ſonft verächtlich vorgekommen warnen ze. 
verließen die Odergegenden gaͤnglich. Einen Monat 
nachher legte Winterfeld neue Proben der. Kuͤhn⸗ 
heit gegen ein andres Stieifkorps der Oeſtreicher ab⸗ 
Weit’ ziwet Huſaren⸗ Regimentern und einigen Batail⸗ 


Vnen, zuſammen mit mehr nicht ald 2400 Mann; 


” füllte vr bei Landshut bie. feindlichen Bewegungen 


beobachten. Ai goo Ungarn hatten fich bis Hirſch⸗ 


"Berg durchgeföhlihen: Wiunterfeld gerfireute fie und 


machte 300 zu Gefangnen. Nadafti wollte dieſen 


Schimpf rächen; "und mit 7000 Ungarn den Oberſten 
“ Binterfeld aufheben. Aber nach einem Gefecht vom 


4 Stunden ward er gefihlagen, und indem er ſich 
zuruͤkzuziehen anfing‘, von: den eben anfommienven 


friſchen 10 Schwadromen des. Generals Sei fo 
gaͤnzlich geivorfen, daß er mit einem Verluſt von 


60 Mann in größter Unordnung bis nach Böhmen 
fliehen mußte. Er batte bei Landshut Pofto faflen, 
ad der großen Deftreichifchen Armee den Weg bah⸗ 
dien’ offen. Noch aber waren Friedrich's Plane nicht 
reif; und darum erwarb fid Winterfeld durch 
dieſe glüflichen Gefechte ein bedeutendes Verdienſt, 
welches der König dadurch ehrte, daß er ihn auf ver 
teile zum Generalmajor ernannte. 
Zu Ende des Aprils zog Friedrich feine 
mehrſten Truppen zwiſchen Sranfenftein und 
Yarfhlan an der Neiße zufannten. Der Marle 
graf Karl, Enkel des großen Kurfürften, und Bru⸗ 
der desjenigen Prinzen, welcher im Sept. 1744 vor 
Prag dns Leben verlor, hielt mit einem befonnern 

U Korps 


— 


Eur — 
Drpo pan- 10 bis 12000 Wann Treppen * 

Zägerndosf beſezt. Dieſe Stellungen. wurden 
darum genommen, um die Oſtreichiſche Hauptarmee 
Im Aug⸗ zu behalten, weiche entweder bei Schmeide 
nis, Glaz oder Jaͤgerndorf aus den Gehirgen 


herausruͤlken wüßte. Dieſe Stellungen brachten 


eher auch eine große Unbequemlichkeit hervote and. 
haͤtten faſt einen bedeutenden Nachtheil für vie, Preu⸗ 
Ben- befördert. Es entfiaud nämlich in ihren Quars 
zieren eine Lülle von Jaͤgerndorf bis Neiße, 
welche die Feinde alsbald beuuzten. Sie chitten 


ein Korps von 20000 Mann ab, von denen ſich ein 


Theil zwifchen den König und den Markgrafen Karl 


draͤngen, ‚der andre von Ratibor aus an der Dver 


einen Kardon ‚ziehen, und hierdurch den Markgrafen. 


von der Föniglichen Armee abichneiden mußte. Sie 


hatten Hiebei eine doppelte Abficht : fie wollten das 
markgraͤfliche Korps umringen, und den König durch 
dieſe Pewegungen nach Oberfchlefien hinlolken, da⸗ 


mit unterdeſſen die vereinigte Saͤchſiſche und Seſtrzi⸗ 


chiſche Macht auf der andern Seite bei Laudshut 
in Niederfchlefien ungehindert einbrechen koͤnnte. 
Diefer Plan war fein und liſtig ausgedacht; abet. 


Friedrich merkte ihm zu vechter Zeit; er blieb baber 


feft auf: feinem Diez fiehen, und befchloß vielmehr, 
DaB Korps des Markgrafen an fich. zu ziehen, gang. 
Oberſchleſien bi auf die Feſtung Kofel zu räumen, 
und alle Unfialten zu einen eutfcheidenden Schlage 
im Fuͤrſtenthume Schweidnjz zu treffen. . Hier trat 


eine große Verlegenheit ein; man wußte nicht, wie 
o. . | der 


De 


— 39 


der ‚Befehl zur Ruͤtzoge ap —— Kart. 
gelangen. follta; weil.alle Wege nah Fägerndorf. 
fo genau‘ von. den, Feinden beſezt waren, und for. 
ſcharf bewacht wunden, dag. ſich kein · Foldjaͤger, 
nicht einmal ein Spion durchſchleichen kouute. Ein 
ſtarkes Korps dahin abſchikken, wollte Friedrich 
nicht, weil er ſich dadurch geſchwaͤcht und bedenk⸗ 
lichen Gefahren bloß geſtellt haͤtte. Die Beweguu⸗ 
gen des greßen feindlichen Heeres gegen Nieders 
ſchleſien zu-machten es in der lezten Hälfte, des· 
Mai's für den König durchaus nothwendig, das 
Korps des Markgrafen au ſich zu ziehen, Er befahl: 
endlich dem General Ziesen, daß er mit feinem 
Regimente alles, was es auch koſten möchte, wagen: - 
fellte,, um bis zum. Markgrafen zu gelangen, und 
ihm die Drdra zum fchleunigen Aufbruche,uach Frans 
kenſtein zu überbringen; zugleich follte ex dieſen Ber 
fehl allen feinen Huſaren bekannt machen ‚ damit, 
wenn auch nur ein einziger durch kaͤme, der Mark⸗ 
graf die noͤthige Auweiſung erhielte. Schon der lezte 
Zuſaz beweiſet es, wie ſchwierig dieſer Auftrag war, 
indem Friedrich ſelber das ganze Zieteufche Regi⸗ 
ment für verloren gab, und zufrieden war, wenn 
nur ein einzelner Huſar durchdringen koͤnnte. 

Zieren fuͤhrte dies kuͤhne Unterne hmen auf 
die kuͤhnſte und ſeltenſte Weiſe aus, die nur je ge⸗ 
wagt worden iſt. Ein unbedeutender Umſtaud gab 

ihm dies ein. Sein Regiment hatte bisher ſelbſt 
den Winter hindurch die ordentliche Sonmmermons 
tur, das beißt einen sothen Dolmann und eine. air 

mözje 


[ X * 
\ 


m 


‘ 


4 . 


— dd æ- 


he iragin: . Die Wiuteruniform⸗ auß einst 
Manen. Pelze und einer Schuppenmäzze beſtehend, 
wer ebem uff aus Berlin -angelomnien. In dieſer 
Tracht hatte ſich dad Regiment noch nicht vor ben . 

Feinden ſehen laſſen; fie: Härte auch mit der Kleie 
dung des Deftreichifihen: Hufarens Regimentes von 
»Spieni' die größte Aehnlichkeii. Hierauf gruͤnbete 
Zaͤeten die Möglichkeit, ſeinen Leuten das Anſehn 


von Oeſtreichern zu geben, und ſie als ſolche mit⸗ 


ten durch die feindliche Armee zu führen. So bes 


dvenklich Die Sache war, fo leicht. irgend ein Zufalf 
vie Taͤuſchung aufdekken konnte, fo verfuchte es 


Zieten doch, und ed gelang über alle Erwartung, 
. &r: ging dei Ortmachau über die Neiße, und 
ſchlich · ſich in der Nacht durch Gebuͤſche und Unege 
dab) Neuſtadt hin, wo eine Fleine Pretißiſche 
Beſazzung gauz ifolirt von den Armeen lag. Die 
Deſtreicher hatten in derſelben Nacht einen vergeb⸗ 
. chen Angriff auf dieſen Ort gemacht, und zogen 
jezt eben in 2 KRolonnen ab, um .wieder zu ihren‘ 


‚Lager nah Leobfſchuͤz zu. gelangen. : Das war 


gerade der Weg, welchen Zieten nehmen mußte. 


Ohite · Bedenken ſchloß er fidy an eine der feindlichen 
Kolonnen an, als ob er zu ihr gehörte. Einige ges 
', , borne’üngarn, die bei ihm dienten ‚; gingen "voraus 


und begrüßten die feindlichen Feldwachen und Poſten 
bei den Dörfern traulich in ihrer Sprache, Nies 
mand fehöpfte Verdacht. Man ftieß auf ein Defts 
reichiſches Dragoner s Regiment, welches neben den 
rat und undefangen dahin reitenden Preußen 
ohne 





. t 


ou 63 . 


ln aawas Arges zu: dynfen voruͤber zoye So war 
„Bieten, unerkannt vom Morgen an bis. Nachmittags 
.4 Uhr fortmarſchirt, als er witten Anner pie Kroa⸗ 
„im, gerieth, welche danfeuwriſe zwiſchen den Dörs 
‚fen hernmſchmaͤrmten. Er- kam nun; dem feindli⸗ 
chen Lager bei Zeobfchüg fo. nahe, daß er es von 


einer Anhoͤhe, woruͤher er ritt, ganz uͤberſehen 


keynte. fr. ließ 46 ,feitwärts Jiegem, und fegte feis 


wen Weg immer: agb. fort; uber als bier dgE vorher 
bamexfe. Dragouer a-Megiment: links ins Lager 
rilte, und Zieten am; dahin pichtfelgtez: fondern 


mägtö; trabte 1:-fa wurðr pin wachſamer· Poſten 


der Feinde aufmerkfam , :ztlannte,hie Wrenßen, und 
Yaspın Das Lager. Due vas Gefhreis.- Bieten, 


Parafen! Presägn} in‘ Aufruhr. Mözlich 
guͤſtete ſich alles „i..man. fing! an antiken, - mer 


af zu: Den Waffen Rinige Wegimenger, die noch 


aid abgefefien hatten, Titten auf Man les, und 
Yiele Infanteriſten felaten.::.:Z hen: hane zabty ide 
sötkzeinen zu gingen: Vorlpryngu ols dal man ihm 
Wtse aumringen Fangen: ar allge Schramm: aneiq 


4m im, .-aegen wescha.er ſich fpıtenfsr wehrte daß 


fie abli⸗fjen. Einige Keit nachhey traf sr. undh-eineg. 


Trupp· Oeſtreichiſche Huſaren/durch· weiche ex ſich 
benfalls, obwohlmit einigem · Verluße durchſchlug 
Dies war nicht mebr weit von Jaͤg ermdorf, wo 
. bald Darauf. zum geoͤßten Erſtaunen und zur ent⸗ 
zaltenden Freude des Dartgeifigen Bert güüle 
bich — rede : 


Zu 


. ‚ ed 9 . 
Gh 3 PN , . ‚ * ‘ — I X un "28 
j D 


em Der Markgraf Kart: begab ſich den empfallg⸗ 5 


nen en gemäß, ſogleich den 22 Mui af’ oM 
, fe; RR züm Kdulge Zu ſtoßen. Die Oeſtrei⸗ 


«cher, weite ber Felörtatflalt Eſerhaz ons 


mandirte, hatten? dieſen Ru vermuthet, und 
Nialles veraͤnſtaltet, um: ihn wenigſtens: zu erſchweren. 


Schonreine · Wiertelmeile vdn · Jaͤgerndorf hattenſte 


rine Batterie won. 12,’ auf dem Hullbetge aber äitle 
vbn ga Kandnen ertichtet, undudie ganze Stiuſe 
dis Neuftadt⸗hin mit noch andern Kanonen undenat 
180000 Mariubeſezti Diesnaules hicit Jeboch den 
Vuůg der 00Preuften tiicht Auf; unter dei fatch⸗ 
enichſten· Feuer aus · dem proben: Geſchuͤz, ulnn dem 
Aeinen Gewehr, welches aber: meiſtens zur hoch y 


J 


ziässefiwar, Veſtlirten der: Borkrab und das Mitret. 


æorps nrbeit:ven Hullberge vorbei. Durch ein Miß⸗ 
verſtaͤndniß blieb hier ein Theil der Arrilletie "ib 
Bugagel zuruke Dieſen Fehler "bemerkte der Felnd, 
erieitteodather mis ſeiner · gauzen Macht vom WAHR, 
geerab· n ha hier eier machen! YORE 
Wäo · Auftihrer des Meußiſchenuirerzuges, bie Ba 
webalervon Ziatdunt und von Sech wo draͤnyrleztret 
meoeuntmanderr den Dragecesivon⸗ eudwig Micvcccber 
Ton edie⸗ Deſtrvicher for weit nichtkomnien fäde 
dern‘ geiſfen · Wei ſelber mit einem ſolchen Nachvto⸗ 
pt, daß fiermit Afreh 3 Regimenietn drei feindttigb. 
Regimentet ap ganz ·zuſfa menhieben. ME DIE 
abrigen · Oekreicher ug tiaurigen Ausgang vieſes 


Unternehmens ſahen, verging ihnen ale Luſk; Ach 
mb den Preußen zu meſſen; fie liefen Davon, und 


| u * | 
Mirzten ſich wit. graͤgilchem Gehenle‘ih-Vie- Gerade 
Barten Wälder. "Die Preußen, deren Kavallerie _ 
hier einen außerotdentlichen Nuhm ernten, winden 
aaf’ihreni fernern Marſche nicht mehr beunruhigt, 
Sie jogen am 28. Mai wie tm Triampfe zur Frende 
der ganzen Armee,ht bas.: königliche Lager buü 
Erankunftein, - Ye mißlicher die Vereinigung 
dieſes Korps mit den Huuptheere geweſen war, um 
deſto größer war die. Zufriedenheit des Konigs hien 
über) am'deſto lauter der Dank, welchen er dem 
Gerarale Zieten und Schwerin fuͤr ihr Betragen bb 
zeigte; alle Stabskapitaͤne⸗ itzer Resimenttt erhieb 
enden Bett: Orden... “ € 
Dieigroße —— — — Anne, weh 
che fich bei: ka wdon au vereinige / hatie, Akte zu 
Euro. des Moi’s. bei Kompakt in das dZuͤrſtenthurz 
Shiriunigisoinet Mazefien- Shrrkiis, und 
ine lvichten Eroberungen traͤumend ein. Fries 
deichehatte fie nat. ranſilich erſonuene Rift Imre 
Sergkoſtgkeit geroingt, ı Bun Sehrdelduiz ohnte ein 
Yulidkerj welchet Spionsdienſte wrrnicheetey:inbet 
den Preußen untreu, ſich zugleich von den Oeſtreis 
thern / als Kundfchafter brauchen ließ. Frie dr ichz 
weicher efrine Zoppelzuͤngigkeir bald iune wurde, - 
Ka ficd; als ob er davon aichts merke, und / baute 
hlerauf ven: Plan, ‚inte Feinde durchfulſche HRach⸗ 
richtar zu taͤuſchen, uud ind Nez zu Velten Durch 
dine auſehnliche GBelvſannne verpflichtete er den 
Epion, ihm fruͤhzeitiz voin vvni Marſche des Prim 
um: Karl von Lochringen Meldung · Kſthum, damit 
rn —65 er 


ar ur 
a ſich, En er es für notlig hielte, bi unter wie > 
Kanonen von Breslawigurätziehen, und dort dep. : 
Feind; ergarsem. koͤnute ; and um⸗ den ſchlanen Ata⸗ 
aͤuer in diefer Meinung gm beſtaͤrken, Hefi.sriäiß . 
Waege nach Breslan zu, mit einem Unfchein vom - 
großem Aufwande, ‚auöbeffen. Der Spion eilte 
zum: Pringen Karl, um ihm die wichtige Cotdelkung 
mitzutheilen, Daß: bie: Hanpſrarmee Der Preußen bis 
in di-Mirte Schlefien’s, abzöge, und er auffer eini⸗ 
gen Ötreifparteien und Heimen: Wefazzunges in den 
Srengorten keine Feinde antreſſen wuͤrde. Die Geo⸗ 
aerale Winterfelde und Damoulim „else 
von ihrem biöherigen Maſten beit à udah ut· nach 
Sch weicdniz zaruͤkgingen, vetbreiteren· een Dad 
fejbre Bericht -allenthasben ‚..:uud. ‚hintergingen ven 
gebachtin::Gpion : durch: sine verſtellte Vertraulich⸗ 
dit, daß er; em: Prim⸗u Karl immen: neue . 
guifpen «Bon; der. "Entfernung „Der imußene ahene 
race Wer Prinzʒſezte zulezt keinen Zwaifek weln 
imndia Machricht; noch gam erfüllt nen Zrinfäge · 
Yalsl en. Det nergangnen Jahtes glaubte er Aiif und 
keit at. den Ruͤlzug des Könige, weil dieſer· Olanbe 
ir feinen :Wünfchen. oͤhere immte, und. fein 
Ehngeize fdymeichelte, '. Ex. iibeckieß: ſich diner nblkis . 
gen. Sorgloſigkeit, und brgüufigte daburch fe 
Projetin; :nitleharBriedrid) laͤngſt entroorfems Hatkes;. 
»’ .QU8 Der. König; von dar-Wanaberung: der Geinde 
benachrichtigt wurbe, foıbbnih:ee am 29. Mai us 
dem Lager — ‚an: marſchirte iuch 
Reich em ka h.. ‚Bet. eami/ gingen. Dune - 
Schweid⸗ 


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= 65 m | 
Schwei dui iz, und Verteilte feine Armee son. Bier 
an bis Sıriegau 2 Meilen weit in eine faft ums 
wuterbrochne Linie, Dieſe Gegend hatte er zum 
Empfange und zur Nieverlage ber Feinde beſtimmt; 
sr wendete 3 Tage an, alle Qerter herum geunu zu, 
unterfuchen, alle Wege in.den Stand zu fezzen, alle. 
Anhoͤhen zu verſchanzen und alle Vorbereitungen zu 
treffen, um die aus dem Gebitge hervorruͤkkenden 


Seinde ‚durch Waffengewalt und Ueberrafdungse _ 


Fhret nieder zu donnern. Am 2. Juli lagerten ſich 
die Oeſtreicher und Sachen. bei- Bolfenhaim, 
Die beiden Anfuͤhrer, Prinz Karl, und der Sächfte 
ſche Herzog von Weißenfels, ritten bis auf eine 
Anhoͤhe von Hohenfriedberg, wo. fie ſich am 
Golgen poſtirten und von hier aus die ganze Ebene 
überfchanten, Sie bemerften aber nur einige unbebeus 
tende Haufen von Preußen. ‚Die sigentliche Armee, 
welche hinter dem Nonnenbuſche, hinter Huͤgeln und 
Erdwaͤllen mit der aͤußerſten Stille verborgen lag, 
entging ihren Blikken, und fie fanden die taͤuſchende 
Hofnung, daß hier Fein Zeind zum Widerflande vors 
handen fei, beſtaͤtiget. Sie verabredeten daher, 
daß dar, Oeſtreichiſche General Wallis Schwyi d⸗ 
wiz wegnehmen, das dortige große Magazin erz 
bern, nud dam die Preußen bis Breslan berfol⸗ 
gen; der Herzog von Weißenfels aber. die Stadt 
Striegau mit ſeinen Sachſen beſezzen, und-forann. 
BGlogau belagern ſollte. Am 3. Jumi bemerkte 
Friedxuach, der feine Borpoften alle Tage befuche 
te.,, von: einer Anhöhe, daß die Deftreicher mit flies 
MAallns Br. Geſch. 6. Thl. IN CE) gem 


. 


| — 7 EEE 
genden‘ Zahnen und iilugentem Spiele weiter vorräßs N 
‚ten, daß dad, ganze feindliche. Heer in 8 Kolonnen 


rs den Gebirgen mehr in die Ebene marſchire, 
daß ſich die Sachfen uͤber Striegdu' hmans bis 


‚nah Pilgrimshain ausdehnten, die Oeſtreicher 


aber bei Ronftorf und Hausdorf festen, und ihrem 
rechten Flügel an das Striegauer Waſſer lehn⸗ 
ten... Nım rüftete: er ſich zu einer Hanpiſchlacht auf 
den folgenden Tags Der Gmerol Duͤmoulin 
mußte Abende um 8 Uhr aufbrechen, und die bei. 
Striegau llegende felfige Auhoͤhe, ' die einen 
Topasbruch enthält, und der Spizberg heißf, beſez⸗ 
zen. Die übrige Armee nahm ebenfall$ in nächte 
ficher Stille, wobei auch daß, Tobakrauchen nicht 
geftatter wurde, die neuen Stellungen ber Striegau 
ein, welche Friedrich für die zwekmaͤßlgſten sum 
gluͤtlichen Erfolge bes Kampfes hielt. | 


Zchlacht bei Hohenftie bbetg oder 
Ä Striegau 


den 4. Juni 1745. 
Schon fruͤh Morgens um 2 Uhr verſammelte 
Frie drich feine vornehmſten Generale, um ihnen 
die Anordnung der Schlacht mitzutheilen, wobei er 
unter andern ſagte: „Die Reuterei faͤllt ven 
Feind ungeſtuͤm mit dein Saͤbel in der Kauft m; 
fie macht in der Hizze des Treffens Feine Sefangues 
fie richten ihre, Hiebe alle nach dem Geſichtz nach⸗ 
| ‚ dem 9". bie vor iht belnudiche Kavallerie arworfeh, 
| ' uns \ 


3 





1 
IN . 


und. zerſtreut hat, kehret ſie dann gegen dad feinde 
liche Bußuolt guruͤk, uind nimmt es entweder in die 
Seite oder. in den Ruͤkken, wie die Gelegenheit ſein 
wird. Die Infanterie ruͤkt mit großen Schrit⸗ 
im gegen den Feind an; wenn ed die Umſtaͤnde nur » ' 
emgermaßen erlauben, bringe fie mit aufge 
pflanztem Bajonette auf denfelben ein; muß aber 
gefeuert werden, ſo thut fie Died nur in einer Ente 
fernung von 150 Schritt.” . Hierauf begab fich je⸗ 
der auf feinen Poften, um die erhaltnen Befehle zu 
vollziehen. Der- General Dümgalin bekam auf .“\ 
dem rechten Flägel zuerſt Gelegenheit, das große 
Schauſpiel des blutigen Tages zu eroͤfnen. Auf 
einer ihm gegen über ‚liegenden. Anhoͤhe zeigten ſich 
3 Infanterie » Basaillone Suchfen,. "welche bed. - 
fimmit waren, ‚ Striegan einzunehmen. Sie ers 
Raunten, Preußen vor fich zu finden, die fie niche 
dermuthet hatten, ud machten daher Halt, bis alle 
Übrigen, Soͤchſiſchen Abtheilungen heran. kamen. 
Dieſe wurde bon 6 Mierundzwanzigpfänbeen, 
weiche auf dem -Spizberge aufgepflangt waren wie 
der alles Enverten heſchoſſen und Abel zugerichtet. 
Dennoch " haste‘ die. Saͤchfiſhe Kavallerie Mur 
genug, die Preußifihe ſchon in Ordnung ‚fishende 
Meuterei anzugreifen; ſie wurde aber nach 2 Sal⸗ 
von völlig: geworfen, nud zur unordentlichen Flucht 
gebracht. Die Pteußiſchen Gardes duͤ Corps hieben 
aun in die 2 Infanterie⸗VBataillone ein, welche ſich 
F gezeigt Hatten; dieſe leztern ſanken Ffaſt alle 
Mann für Mann unrer dem Preußiſchen Saͤbel. 
E23) Dar 


6 — | 
Darauf drangen die Grenabirre und. da6 Regiment 
inhalt in die Sächfifche Infanterie ein, weiche fh 
ſtellen wollte, ‚die aber, ehe fie died konnte nd 
Zincht getrieben wurde: Eben dies Schikſal hattð 
das are Sächflfche Treffen, an welches nun bie 
Neihe kam; ‚ob. es gleich auf-einem morafligen Bo⸗ 
den · ſtaund und.fichtapfer wehrte, konnte es ven fies 
genden. Preußen: ‚nicht lange widerſtehen. Die 
Säcpfiichen. Generale . bildeten. endlich aus rmmigen 
Bataillonen auf einer Auhbhe ein Drriek, welches 
die Preußen wenigflens. einige Zeit aufhalten follte, 

Banıit das übrige gefchlagne Korps einen fichern und 
gutgeordneten Nälzug-thun- koͤnnte. Aber die fiege - 
reihe Prendifche. Ravallerie verhinderte Diefe Were 
‚haben, Durd Truppen, welche der General Kalle 
ſtein vom 2ten Treffen herbeifuͤhrte, unterſtuͤzt, übere 
fluͤgelten ſie die Sachſen. Leztre ſahen jezt alle Hof⸗ 
nung zum ruhigen Abzuge vereitelt, und das Dreieß 
wardete ed nicht ab, bis es umtingt und zuſammen⸗ 
gehanen würde; es machte ſich eligft auf die 
Biluchtz die ganze Saͤchſiſche Armee ſtuͤrzte In dee 
gröoͤßten Unordnung, fo gut jeder kennte, davon, 
Ein paniſches Schrekken bemädhtigte fich ihrer. 
Sie hatte die eutſchiedenſte Niederlage bloß. von 
einem Theile des Preußifchen rechten Flügels erlite 

- ten, ehe noch der linke in vbdlliger: Schlachtordnung 
fand. Die Sachſen berechneten felber ihren Bere 
Inft an Tobten, Verwundeten und Vefangnen zu 
3350 Dann. 


> . 


uf 


Ps 


, — 6q — 

n Caurcchiſche Sehe war nech nichts vor⸗ 
Wen es verfloß noch eine Diientelfinnbe, abs _ 
auch fie bintige Denkzeichen ber Preußlſchen Tapfer⸗ 
keit erhlelten. Wan meſdete dem Prinzen Karl 
‚ a Hausdorf, wo. er fein Quartier hatte, daß · man 
ein ſtarkes Kanotzen⸗ mid Gewrhr⸗Feuer hore E 


biieß boi dinfer Nachricht ganz ruhlig, well en ſich 


einbilbste, daß dies vun dem Saͤchſeſchen Vortrabe 
derruͤhhre, welcher Striegau eimehmen ſollte. 
Vald zeigte ihm eine: andre. Boiſchaft· anti, daß die 


Gacfen: villig: geſchlagen, und. ae - ‚gelder mit | 


Fuͤchtliagen überfäer wären, Jezt erwachte er 
Wıreltich aus feiner Taͤufchunger zog fich eiligſt 
an, und lie ſeine Arıhas.asörätten.. Die Deftreis 
der warfchixten mit: abgemeßnen Schwitten in die 


— 


‚Stone, welche zwiſchen dene Striegauer Wälfer und 


dem Ronſtolker Gchötze liegt; und die mit vielen 
Gräben als Grenzbezeichnuugen ber Bauerguͤter 


durchſchnitten iſt. “ihre Greuadiere wialbien von 


dieſen Graben mit vieler Einſicht zu ihrem Vortheile 
Gehbrouch. Aber vie Prouben ließen fünen nicht 


Zeit, fich in gebörige Orbeumg zu ſtelen; der rechte. 


Preußiſche Flaͤgel aud die Mirte Des erſten Treffens 


näberte: fi Innen [hme, uud brachte ihren linken 


Flügel nach einer tapfern Gegenwehr-zuni Weichen, 
Sr zeichnete ſich beſonders die konigliche Garde 
aus; fie warf Die feindlichen Grenadierr, welche ſich 
ten. Onlber: amal ideen qn ſezzen fuchten , beide 
Male mit dent Vaſonette in die Flucht. Bor de 


ee ek er 


u Zu > ‘ J 
nn — 79 m 4 


FR han. Nun fellte der unke on gegeik den 
sechten. feindlichen van, vorne anruͤkken und‘ durch 
deſſen Niederlage den Sieg. vollenden. Der Preußi⸗ 
ſche rechte Flaͤgel folite dieſe Operatiom daburch un⸗ 
terſtuͤzzen, daß er eine Viertelſchwenkung machte, 

‚and dem: nach. Stand haltenden. Slügel- des: Feindes 


an die Flanke : und in den ˖Ruͤkken fiele. Ehe dieß 


aber. geſchehen konnte, mußte ſich der gedachte 
Pregßiſche Fluͤgel durch die, Moräfte und Geſtraͤuche 


| . pen. Honkot. sieben, "wobei ein. unghaͤllicher Dis | 


- fall „. welcher, der. :Reuterei’ unter dem General 
Naffau— „begegnete .: : beinahe alle Borsheile der 
Preußen vernichtet haͤtte. Um an ben Feind zu 
kommen,“ ritt der General Kiau über die Brauͤtle 
des Striegauer Waſſers, „weiche. aber nach Dem 
Aebergange von 10 Echwadronen zerbrach. Riau 
agriff mir, ſeinent kleinen Haufen dennoch die vor ihm 
ſehende Reuterei an; aber er wurde bald umringt, 
‚uud kampin Gefahr, entweder ganz niedergehauen 


Ader gefangen 3a werden ;. nulı in dieſem Falle hätten 


‚bie Deftreicher, den: lnken Fluͤgel des Preußifchen 

'-Bußoglfö, der von Reiner Reuterei mehr gedekt 
war, vinflügeln, und: ben Siegen der Triumpf 
entreiffen Idnnen. Die Geiſtesgegenwart des Gen⸗⸗ 
rals Zieten, der zum. emſten Male einer Schlacht 
beihohnte , verbeflerte pen Zufall uud bewahrte und 
defeſtigte den Sieg. Der König: harte ihm dad Mer 
ſervekorps von 20. Schpahtenen-anveruimb,:: ſeinen 
Etandpunkt ˖ hinter: ber: Mitte des zwerten · Treffens 
wngihea.ed weiter kein hefonbreh: Eeſchafte 


auf⸗ 





— 


— ?71 — 
BF as beß er Aus ‚ur Rachhälfe in⸗ 
‚men ſollte, wo es die Gefahr nörkig wachen würde, 
Bieten Hatte nach feinem Tchablik den Einſturz 
der Bruͤkke im vorans ale moͤglich in Rechnung ge⸗ 
bracht, und desweyen eine ſeichte Durchfurt durch 
das Waſſer gefucht; md in der: Nähe, gefunden. 
Jet, ba-der Nothfall eintrat, ſprengte er. mit fer 
nen 20 Schwadronen durch ſelbige, und kam noch 
gerade zur rechten Zeit nm dem bedraͤngten Kiau 
Luft zu. machen, und.die feindliche zahlreiche Renten, 
ui fo lange, aufzuhalten, his Naſſan wit der 
Abrigen Kapallerie des Iinfen Flügels durch eben Dies 


ſe Furt herbei kam, und alles, was von -Defiseis 


chiſchen Reutern noch focht, in die Flucht jagte. 
As der: rechte koͤnigliche Flügel aus ven Gebuͤſchen 
und Moraͤſten zum Seitens Angriff. hervorruͤkte, 
fund er beyeits ailes geworfen. Jezt Drang der Ge⸗ 
mal: Geß ler mit feinem, 10. Schwadronen des 
Dragoner «Regiments von Barent aus der Mitte 
des zweiten Treffens durch die Preußifche Infante⸗ 
tie, welche ſich Öffnen mußte, auf die in Unerdaung 
arathene Oeſtreichiſche Infanterie, griff 7 ihrer bes 
Ren: Regimenter, an,. hieb viele ‚derfelben nieder, 
machte 21 Bataillone zu. Sefangnen und. erbeutete 


66 Fahnen, Noch pie war etwas Ähnliches gefehen 


worden. Derc ganze: erſte Zug dieſes Regimentä 
zog mit araberien Fahnen und Standarten vor Dem 
Rhaige varbei. Die Berwirzung der. Deftreichee 
wurde durch die, Heldenthat ‚der, Barguter Dragoner 
mehr Eo albemeinz &.Dapen gor. Saw 


N 


— > Dun — 
ee PS Abhenfriedberge wo. sie. = 


Nadaſti ihren Ruͤtzug dekten, den Gebirgen zu. 
Wie Preußen, welche durch den Marſch der vorige 


Macht uud: durch die“ ſtarke Auſtreugung in. der 
Schlacht ermuͤder wären, und feine Munition wer 
hatten, verfolgten den Feind nie dis Kaiuder. 
„Beide Heere waren ſich an Anzahl renich gleich 
eweſene die Orſtreicher zaͤhlten ohne die Sachſen 
an 70,000 Mann ;- eben ſo groß war. anch das Preis 


piſcehe Heer; doch von dieſen, welches G4 Mataitlewe 


renthielt, waren nicht mehr als 27 ind Feuer ge 
Sommer. : Der König giebt den Verluſt an Todten 
ib WBerwundeten zu 1600 Mann au; Audre be⸗ 


J fſtlinmen die Zahl der Todten auf 968, und der Bobs 


wundeten Aber 3000 Mann, Unter ven Todtensbes 
on famden-fich der General‘ Truchſeß und ·g Oberſten. 
KWriedrich war mit dem Verhalten feiner Armee Bi 
jufrieden, daß er von ißr ſagte: bie Melt ruhe nieht 
ſichrer auf- ben Schültern des Atlas, ald Preußen 
auf einer’ ſolchen Urmee. Die mehrſlen Stabsof ſe 
diere' von den Regimentech Saale ‚und: Bevern und 
don ‘der Gardegrenadieren erhielten den Verdienſtor⸗ 
Rei. Dem Megimente Vareut gab Friedrich ein 
need Siegel mit der Zahl 66, ein eigneb Diplaımy 
worin alle damalige Officiere nainentlidh: angeführt 7 
wurben, nnd das zwar unbedeutende, aber in den 
Augeu ehrbegieriger Krieger twichtige Vortecht, des 
Waꝛſch der Grenhdiete, und ver Rürdfflere, mar 
mit Pauken zu ſchlagen.  Die-Gleger erbtuteten 76 
Fatnen, Sitandaͤrntein ¶ Vaar Panlen _ An 
'. 








, on | oo. . 
ta 
nei.’ Die Beiistiher sahen sieh. Boa, | 
und verloren ‚200 Officiere, 7000 erseine.wip 


GSaierale als Gefaugne. Die legtern waren 
Werlichingen,: Saint Igndn, Forgatſich 


und Schlichting. Der General Berlichiks - . 


gen baries fich- hierbei manſtaͤndig und unwuͤrbig. 
Er hatie als Kavalleriſt eine hohe Meinung von der 
Unäbertrefbarleit der Deſtreichiſchen Neuter, nid 


hielt die Praußen une für ſchuͤlerhafte Stkmper da⸗ — 


gegen. IE er aber jegt beuierkie.,. daß bie: Schäfer. 
Meiſter geworden: wären, fo glaubte ee: ihte Tapfrr⸗ 
St dadurch zu nichte machen. zu koͤnnen, wenn er 


Aiekhy einem diſchweibe fhimpfte: (Er aieß bahee 


dad) waͤhrend des Geſechtes eine Ziufh von Schmaͤh⸗ 
und Lſterroden ‚gegen die Preußen fo laut aus, daß 
ah die Bittenfchen Huſaren hören konnten. Daruͤber 
abittert ſprengte ein Huſar plozlich heran, und hieb 
ibm ſo nacharäflich ‚Über den Kopf, daß feine weiß 
arpuberte. Nerülle: herunter flog, ihm jedoch dr 
Vrtheil brachte, daB. die Wunde, nicht tief. ging, 
Dieſe baubgreifliche Erinnerung. berkubte ihn fo fehg, 
bei::er „Pardon vief und ſich gefangen Jah 
dus er ſich wieder etwas. erholt hatte, feste er fein 
nahelhaftrd Echimpfen fort, bis er-.gor den König 
tim. Hier beklagten ſich die Huſaren “ber. da 
fölrdhte Berragen des Gefanguen, und: nerlangten 
deſſe Welrafung:. . Briebeich. begufigte fich Damit, 
Un ‚einen: eruſtlichen Verweis ‚über feine Unmäniie 


ea Dre ihn an die Pflicht. zu erg 


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N — 74 — ⸗ 93 


em; mie Dapfemeit, bei wem man · ſke er 
‚Finde, zu chren. ne 

Diefe berühmte und: 9 gaim: helungne Stack, 
Selde Liſt vorbrreitet / undTapferkeit vollendet 
zhatte, dauerte 5 Stundeh, und bedelte die Preußi⸗ 
‚schen Waffen, welche die Feinde wegen des Jahres 


2744 gering zu ſchaͤzzen anfingen, ınit unverwelf⸗ 
cichem Nuhme. Ale Theile des Heeres zeichneten 


fi, Die, Infanterie erregte Bewunderung, - 
Die rtillerke zeigte einen hohen Grab der Mu, 
nund die Kavallerie ſtritt mit einen lange, dene 
ach nie gehabt hatte. . Vorzüglich legte hier rien 
drich Beweife ſotnas unerfchbpflichen n Erſindungs⸗ 


geiſtes ab. Er hatte als Meiſter in ber. Kriegsusife 


ſenſchaft einen: Plan entwerſen, wodurch <bie - 


Schlacht gewonnen war, ſo bald ſie nur angefan⸗ 


‚gen wurde: Vor feinem Heldenarm. mußte ber 


Feind fich bengen; alles war- fo berechnet, daß ihnn 
Zeine Möglichkeit, .:der Usorbäundi.und Flucht u zu 
wehren, Abrig” blieb. Auf einmal. änderte fh 
Eriedricys.. Enge, Schleſien was gerettet, usb 
das Uehergewicht für den ganzew.Krieg ertungen 
„Sie wöällen.alfo ſehen, wem Schlefieh 


 wgebdremfokl;“ ſagte Friedrich bei der Zudie 


Ang der Schlacht zu dem Ritter Latour, wel⸗ 


cher als Franzoͤſiſcher Generaladjutant mit. der Nache 


Hit. zu ihm : gekommen ‚war, daß die Franzbfiihe 
Armee im Beiſein ihres. Konigs ani 12. Mai einen 


en ‚Sag kai dr wegen. Engine; 0 





_ 0m BE 
Nabe Decmediecte main Woſtaiher I Nom 


Obefe Eontenos In: Sehnen’ eckampft Habe, 
| Surch denjelben Offieler ſchrich er nacy der Schlacht. 


ww Ladwig KV: th habe free bies 


Ooheufriedberg dem Wechſelhrief ba 


gahlt, welchen fie. bet Sonteuotfrauf. 


"mid. ausgeftellt hatten. Sonſt Ak noch: gu 


bemerleu daß 2. Bricher Briedrich’s der Schlaht 
mit "Auszeichnung beiwohnten. Der’: Kronpring 


Kugaf: Wilhelm: ging: wär. feiner Brigade in's 
Rärkfte Feuer, und: als der auweßende Franzoftſche 


Geſanbee Markis Bakori.inachher feine Vrrwum 


derung daruͤber bezeigte, antwortete der Prinz: 
man iſt nirgends. beffer, als unter fo 
Gen Gefaͤhrten, aber man muß ihnen 
Besesifen, ‚daß. man ihrer würdig: pl, 


Der Prinz. Heinrich, . diefer vollendete Held nis 
fiebenjäyrigen Krieges, that hier als 1öhdhriget " 


Arouns Adjaraen⸗ Dinſte bei. dem klatge. 


s 


| Borfälte 20) der. Strieganer Sälcht | | 


| bis sur. — bei Sorram Ende - 
43 des September, 


Den Kg nach der Echlacht ſchikte gei⸗dri 
die. Generale Duͤmoulin, Zieten, und. Wins 
texfekd dem fchenden Beinde ‚nach, Der Prinz 

Ser: Band bei Laudshut, von wo er!ploͤztich 


miſhrach, aund /ſo ſchnell weiter fluͤchtete 3daß die 


renßen nur. den Nacynob des Naafı: eizeiihten, 
Ru, | , Pr und 


u 


— 22 ze 


and ver dieſem neorh einen Danfentin, Mar: 
Kanonen und Diagen:enlieutten. Die Seftstiehiik . 
geogen. Sch, nung. wach! Böhmen herein. Grin 
Dr ich folgte Ihnen auf ben Tuße nach, Mita m 
6. Jumi zu; Duͤmonlin bei Landehut ſtieß, ereignete 
ſiich ein eganz eigner MAiftritt. Einige tauſend Bau⸗ 
Eu umringten den Koͤnig, and beſtuͤrnuen ihn mit 
per Bitte; daß er ihnen die Ermordung aller: dou⸗ 


tigen Katholiken erlauben möchte, damit fie fuͤr die 


geon den Papiſten, behondert van Den Griſtſichenov⸗ 
littnen Verfolgungen unter ber vorigen Regierung 
BGenngthuung · bekaͤmen. Wrikdrich: verabſcheute 


ſolche barbariſche Wiederrergeltungen; doch ser. ließ 


Es vnicht dabei bewendeh, die. Banern abzuweiſen 
ſondern ar belehrne ſie, indem an ihnen das Verhabe 
ER und die Gebote des Stifters der chriſtliche äh 


ARzgior zw Gemuͤthe führte, und. ihnen. ben Spruch 


> gerhielt:; lieber eure Feinde, feguet eure Beleidiger 


"Better, für eure Verfolger ꝛc. Erſtaunt, einen König 
alſo predige zu hören, antworteten die Bauern, 


daß er Recht habe, daß fie feiner Etmahnung fob⸗ 
en uud die Katholiken eben laſſen wollten, = 


Der ‚Prinz Karl hatte fich indeſſen mwiſchen 
dnmigrugraßz und Pardubiz an der ie gen 
lagert, und; feit. den 20. Inni ſein Layer ſo vor 
ſcharzt und befeſtigt, daß. er nicht augegriſſen nen 
den fonnte: Friedrich rüte ihm dahin nach, 
und bezog bᷣei Chlumegz in der Gegend von Ruſuk 
wan vema hutea gr fa vab an von Binnen 


t 


= i 


2 FR Bilder. Rider: Kr ensishi ‚bite ie. 
wen. "Fa: Diefer: Stellung blieben Oeſtreicher und 
regen 3 Monate hindurch. FSriedrich hatte. 
zwar Schleſien bei’ Hohenfriedberg gleichſam noch 
viamal erobert} abet Oeſtreichz Huͤlfsquelleun 
nm’ San nicht erſchoͤpft; er wollte fich alſo 
nicht zu dreiſt auf ſeinGlat verlaffen, fondern 
Share ſtandhaft bei-feinent Plane, die Grenze 
VBohmenes ans zufuragieren, und es ruhig zu er⸗ 
warten, was die Umſtaͤnde weiter herbei führen 
wuͤrden. Im Kleinen wurde der Krieg mit im⸗ 
mennährenden Schatmlizzeln fortgeſezt.“ - Der ger 
Yange Unmtveis wor: Wbhmen, weichen die · Preußen 
imme Hatten, enthiele wicht Votrath genng, um 
ullezn die ganze Atmee mit allem Nothigen zu 
verſorgen; jeden gten⸗ Tag ging duher von 
Schweidniz aus dei’ dortigen Magazinen ein 
Wirpflegungetränspärt‘ mE Rager db, Die Def 


reicher denuzten bie‘ Ueberlegenheit ihrer Teiche : ° . 


Truppen dazu, dieſe Transporte aufzufangen; 
Wer: voch zu erſchweren ' dieß beranlaßte be⸗ 
Madige Gefechte. Jedes Bund Sttoh koſtete ein 
- Richten; Moraz / der Unmenſch Trenk, Nas 
Saft und Srandini lagen alle auf dem Selbe; | 
Rury, es war eine rechie Schule für den reis I 

nen Kite, · J 


Mancherlei unten adthigten den Knie, ab 
durch Abſendung anſehnlicher Abtheilungen/zu ſchwaͤ⸗ 
nd Sleich u dem wrätnge Des "rt 

| | Mar ’ 


! 


2 
* 


— 


* 


| Wartgunfen Karl:aus —* Meisten ſich die 
Ungarn ungeſtoͤrt i in Oberſchleſien aus, und erobere 
ten durch Treuloſigkeit eines Officiers, der zu ihnen 


Äherging, die Oderfeſtung Koſel. Derſelde zeigte 


Graben und erſtieg mit ihnen die Baſtei. Ein Theil 


8 


— 


ihnen an, daß der Wallgraben noch nicht fertig ende; " 
“und daß er an der Ekſpizze einer Baſtei durchwatet 
werden koͤnnte. Der Verraͤther zeigte den Paudun⸗ 
ren, 2000 au ber Ball, ‚felber den Weg durch deu 


der Befazsung warb niedergehquen; der uͤbrige 350 J 
Mann ſtark gerieth in Gefangenſchaft. Fri edrich 


ſchikte hierauf am 25. Juni den General Naſſau 
mit 12000 Mann nach Dberfglefien, mm Kofel 
wifder zu erobern und. die Ungarn zu vertfeiben; 


Naffau wendete ſich anfänglich nach Neuſtadt im. 


Neißeſchen reinigte die dortigen Gegenden von den 


_ Sspaten, und blieb hier viele Wochen lang ſteben, 
. am die Gemeinſchaft mir Niederfchlefien offen zu be⸗ 


halten und das Wiederkommen der Ungarn zu dere 
hüten. - Erf am 20. Auguſt nach empfanguem Bea 
fehle, die Einnghme von Kofel zu beſchleunigen, wen⸗ 
dete er ſich nach dieſer Feſtung bin, der er durch vern 
ſtellte Bewegungen fo unerwartet nahe-tamı, ; daß die 
feindliche Beſazzung non ſeiner Ankunft eher wichf& 


exfuhr, als bis fie eingeſchloſſen war. Die Preußen 


machten nach einigen. Nachrichten ein (p- geftigeh 


Feuer auf die Stadt, welche fie für treuloß anfabhen, -- 


dag die mehren Haͤuſer in-Wrand geriethen; nach 
Sriedrichs Erzählung ergriff. das Feuer nur einige 


Haͤuſer, und das nicht oe, ang, durch Mm ’ 


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kan Dies leʒtere ſchriut ber Wahrheit aemaherz | 


denn die Werke der: Feſtung (auf dieſe mußte alfo' _ 
das Feuer gerichtet worden fein) wären fo.befchädigt,. 
wie alle Nachrichten übereinflinmend melden, daß. 


fich die Beſazzung nicht, mehr halten Esımte, Der 


Befehlöhaber bat um freien Abzug. „Sie haben. 


„lich, fagte Naffa u zurben abgeotoneten Biken Ä 


als brave ‚Leute gewehrt; ich habe aber ſchon die. 
„Quartiere für: fie. zu Breslau beſtellt; folglich: - 
wmuͤſſen fie ſich geichwind entfchließen, im die Krieges. 
Adefangenſchaft gu willigen.” Diefen Rath befolg⸗ 


ten ſie. Es wurden 3000. Kroaten am 6. Sept. Pi | 
fangen, da die Eroberung den Siegern nur 45 Mann 


koſtete. Naſſau ließ: 1300 Mann zur Belazzung: 


jerüf, verſorgte die Stadt mit Lebensmitteln, und. _ 


39. fich darauf nah Troppan, von mo aus er⸗ 
einige Kreiſe m Maͤhren durchfireifte, uud ſich bu 
Peach: mit ben Ungarn herumſchlus. - 


. Die Drofungen der. Sachſen, einen Eiai ws: 
Kurfirftenspam Brandenburg zu thun, und die Ah⸗ 
Berufung ihrer : mehrften, Truppen von den Defireie 
Gern zu biefem Zwek, höthigten den König zu neuen. 


Schwächungen feines Boͤhmiſchen Heeres. Er ſandie. 
den General Geßler mit 4 Regimentern Infanterie 


md 3 Regimentern Kavallerie im Auguſt zu demjea 


untgen Korps, welches. der alte Fuͤrſt von Deſſau bei 


Halle ſammelte, und: am. Zuße des. Petersberges 
Iagerte, um die Sachſen in Furcht zu .erhaften, 


Die Unnee Bär fat vensnnin, bie Suchfen 


für. 


— 
—— 





— + 
1 
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u fir’ f wele deräßte Beige zu ie, 


Aber die Hofnung, fie nach wu Oeſtreich's Bunde j 


. 3m, trennen, "welche jegt durch einen befondern Um . 
ſtand zunahm, "hielt. Preußen von wirklichen Feinde 


heligkeiten zuruͤk. Diefer beſondte Umſtand war eint 


friedliche Konvention, welche Friedrich zu Hanaeg: 
ner mit dem eben dort anwefenden Könige GedigIL, 
am 22.. Septenlber abgefihlofjen hatte. Friedrich 
wuͤnſchte ben Frieden ernſtlich, weil er feine Finan⸗ 
zen vetzehrte und feine Statskraͤfte ſchwaͤchte; alle 
feine Verſuche in Wien waren vergeblich; er benpgta 

daber die Stimmung des neuen Englifchen Miniften 


rinms, und, die Wuͤnſche Georg's, um andıer Ahr 


ſichten willen den Schleſiſchen Krieg: grendigt E71 | 
feheh; ;.er Inäpfte Unterhandlungen mit ihm ame 
deren Reſultat das Verſprechen von Engliſcher Seite, 

war, daß der Ftiede mit Oeſtreich nach Juhalt des 
Breslauer Traktats gefchloffen, und durch England) 


-  Bermittlung von allen Turopäifchen Mächten Bas 


Jantirk.iwerden folle, wogegen Friedrich die Kälfere 


wuͤrde des Großherzogd Franz. anerkennen wollte. : 


Georg ſchmeichelte ſich, die Hoͤfe von Wien ung _ 
Drssben:jam Beitritt dieſer Hanndverſchen Konoenn 
nen bewegen. zu koͤnnen; und eben darum verfuhr 
Fried rich fchonend und nachfichtig mit Sachſen. 
Seint Erwartung, daß: dies einen baldigen Frieden 
zur gewuͤnſchten Folge haben wuͤrde, ſchlug aben 

ſehl. Der Stolz und die Erbitterung vr Marie 
Therefic vermehrte fich, als ed ihr endlich gelun⸗ 
gen war, buch Die an'sz. Dept; oölgogne Best 


v 
> 


— En 


der wehrſten Sarfürten; die Bafieme auf 8 


Haupte ihr; Gemahls Framz I. glämzengu ſehen .· 
Gie begegnete bei ihrer Anweſenheit zu Sramffurc,.. - 


wo. die Krönung am 4; Oltober, obgleich mit Wider⸗ 
ſpruch von Brandenburg und Pfalz, vor ſich ging, 
den Deutfchen- Fuͤrſten mis Webermuth, dem Heſſi⸗ 
ſchen Prinzen mit. Unbfflichfeit, und redete heftig: 
gegen Friedrich. . Sie besrachtete ihn wie einen ren, 
Bellifchen Ugterthan, und vesfücherte, daB fie Lies 
ber nen. Rot uam Keibe, als Schlefien 
von ibren Staten miſſen wolle, :Unf pie 
Friedenſvorſchlaͤge wurde nicht einmal gehört. Der. 
Kurfuͤrſt von Sachſen hatte keinen hoͤhern Wanſch, 
ns den, feine Koͤnigswuͤrde in Polen ‚erblich- zu 
machen. Dazu ſollte ibm Oeſtreichs Beiſtaur und- 
Preußens Demuͤthigung den Weg ebnen. Die Fuͤr⸗ 
ſtenthuͤmer Sagan und Glogau waren ihm daher reis, 
zeüde Erwerbungen, uns Sachſen mit Polen in Ver⸗ 
bipdung zu. bringen, : Um dieſer Ehimären willen 
verwarf er alle Borftelungen zur Ausföhnung mit 
Preußen, Es waren neue Siege udthig, um dem: 
Siarrſinn der Feinde Friedrich's zu brechen, Und 


diefe wurden durch. die Preußen erfochten, ba die: | 


Gegner ihnen ſelber die Gelegendeit dazu anboten. 


es. war in- der Nähe des kbuiglichen Lager⸗ alle 
dFuͤtterung aufgezehtt; dies bewog den König, feine 
Stellung zu verändern, und ſich näher an Trautes 
nau nuuweit der-Schlefifehen Grenze herau zu ziehen 
Der Genexal Dämonlin maßte Trautenqu, und. 
als vr. Beh. 6. Thi. 1. Abth. CM . Lehe 


1 


— 828 — nn 


gehe atd Starkſtatk!beſezzen, um bie Gemein⸗ 
ſchaft mir Schleſien zu ſichern. Durch dieſe Teup⸗ 
pen⸗ Abſonderungen wurde die Hauptarmer noch 


mehr geſchwaͤcht; fo, daß Friedrich das neue 


Lager bei dem Dorfe Staudenz, welches er ſeit 


dem 21. Sept. bezogen hatte, nicht gehoͤrig mie 


- Mannfchaft ausfüllen Eonnte, Das Lager war über 


haupt nicht gut gewählt und nicht feſt verwahrt: 
Dies reizte die Döftreicher, welche‘ durch die feit fünf 
Jahren entbehrte und jezt wieder angenommene Bes 


nennung: kaiſerliche Soldaten, ſtolzer ges 


— 


worden waren, einen großen Anſchlag wider die 
Preußen wuözuführen. Die nene Kaiſerin Marie 
Therefi ie hatte ed ausdruͤklich befohlen! fie war 
des’ Zanderns, der nichts entſcheidenden Gefechte 


‚Aberbrüßig; fie wollte fo bald als möglich eine‘ 

Hauptſchlacht geliefert wiffen. Sie ſchikte daher den 

Fuͤrſten von Lobkowinz, einen heftigen, ungeſtuͤner 
Mann, der immer nur ſchlagen wollte, nnd den alten 


bevächtigen, Herzog von Ahremberg, ihrem‘ 


| . Schwager, dem Prinzen Karl’als Ratgeber zu. 
Der leztre, welcher die Preußen’beffer kannte, härte 


bie bisherige langfame Art des Kriegführens ger 
noch fortgefezt. Aber die Beftärmungen des hizzi⸗ 
gen Lobkowiz, die wiederholten Nufforderungen \ 
von Wien, und die ſcheinbar günftigen Umftände bes 
fimmten ihn zu dem Entſchluſſe, den König am 
30. September anzugreifen. - Aus vielen Anſtalten 
Sriedrich’g, und aus mehrern eingezugnen Nach 
ren done, er bemerkt, bap bie Preußen Böhnen 
dere 


— 


— 8 — 

verlaffen und. nach Schlifien: räffen wollten, Er 
machte demnach den Plan,ıden: Nachtrak des Königs 
anzufallen, und nad) deſſen Ueberwaͤltigung bie 
| übrige Armee. auf ihrem Marſche Durch Die Hohl⸗ 


wege zul umringen. Er rechnete ganz gewiß anf beh ' 


Raͤk zug der Preußen und einzig und allein darauf 


gruͤndete ſich ſein Entwurf, welchen indeſſen Frie⸗ 


drich's Entſchloſſenheit völlig zerförte. Win. 29. Eep⸗ 


temher nuhm ſich Friedrich feſt vor, Böhmen zu rd — | 


nen, weil et das Gefaͤhrliche feiner Lage erkamite, 
und mit 18000 Mann, bie er nach feiner. Augabe 
nur bei ſich hatte, gegen 45000 Oeſtreicher in eniein 


ſchlechten Lager nicht Stand halten Tomte, Er 
ſchilte den General Kayter:ulit 2000 Reutern aus, . 
um. bie. Wege zn unterſuchen, und von den Feinden, 
die nur einen Tagemarſch von ihm funden, Nach⸗ 


tichten einzuziehen.‘ Kater Fam aber nicht weit; 


im nächiten Walde fand er fich zwifchen zwei Kos 


lonnen Oeſtreicher eingeſchloſſen, vor ſich ſahe er ei⸗ 
ken Haufen leichter Truppen, und hinter ihm’ jog 


eim Korps Reuterei, größer ald das feinige, herbei, 


Er eilte noch zu sechter Zeit zuräf und meldete den 


Vorfall an’ den König, Friedrich hielt es jezt 
für dringende Nothwendigkeit, "feine Stellung ya | 


ändern; er gab daher einen allgemeinen Befehl, dag 


die Armee den folgenden Morgen um 10 Uhr abs 


marſchiren falle, Ä 


Ix 


FORT bei, Gemsder: Teautendue 
— “ben gch Sepreiiber 745 a 


u Worgens am + meldeten mehrere Offen ° 
| frei, hinter einander dem Könige, daß die ganze. 
feindliche Armee -im Anmarſche fer Friedrich 
befahl 2 ‚sogleich. ‚zum. Gewehr zu greifen, und ging 
ſelber zu den Vorpoſten, um ſich von ber Wahrheit 
oder Unwahryeit der Nachricht zu überzeugen, &. 
fand fie beftätigt; er ſahe Die. Oeſtreicher ſchon üp- 


i Schlachtordnung. Nun hatte er von zwei Uebeln 


einß zu waͤhlen. Er wußte entweder mit 2500@ 
Mann *) gegen 45000 fechten, over ſich in Gogen⸗ 
wart eines geruͤſteten Fejndes durch Hoblwege -unp 

enge Paͤſſe zuruͤkziehen. Jeder Fall hatte ſeine Be⸗ 
—— ver. leztre aber die mehrfign;z., rauch 
ſchien er der ſchimpflichſte zu ſein. Frie drich eiyt⸗ 
Be fi ch zum Angriff; ex glaubte, er ſei xuͤhm 
licher kaͤmpfend zu ſterben, ala feigherzig- fliehenh 
F — Schon digfer Könehe und  musheolle 


hy 


| en —* in eine ine Sie, da jene drei 


‚Kinien 


er, 


® Friedrich, wie fhon oben bemerkt ie nennt 2 
13000 Mann; glaubwuͤrdige Nachtichten geben die 


odiage Zahl an; es waren 30 Bataillone und 46 Schwa⸗ 


dronen; immer ohne Verbalumig gegen die ſeinduche 
urbermacht. 


u “ ö R “N. 


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Shen Pr WOnE Bis Muibiiren und: Selen Pr) . 


Yreaßen geſchahe unter dem Fenern der Zeihde von 
zwei wert 28" Kantnen befesten Batterien, und unter 


dem Werfen vleler Grawentageln auf die Nenterei, 
nedarch jede‘ antıre Armee, die nicht die Hebung ht . 
ſchaelles Schwenkungen, wie die Preußiſche, gehabt Be 


hätte, verloren geweſen fein wuͤrde. Aber Feine Ge⸗ 


fat drachte die Preußen aus ver Fafſang, kein 


Sofsat verrieth Muchloſtgleit, Feier wich aus ſel⸗ 
wm Gliede. So geſchwind dies Stellen von Statten 
sn, fo blieb doch der rechte Fluͤgel faſt eine Halbe. 


Eennde dem: feindlicyen Kugelregen ausgeſezt, che 
ver Tate Fluͤgel aus dem Lager geruͤtt und du feittent 
Paz im die Einie gefonmmen war. Als dies endlich 
m Stande war, fo erdfhete . der Feldrnatſchat 
Vubdenbrok auf Friedrich“s Gehein mit der Ka⸗ 
vallerie das Schlachtgewuͤhl. Mit ra Schwadronen 


hieb er in 55 Oeſtreichiſche ein, und ſchlug ſie im 
erſten Aureunen. Die Veſchaffenheit des Boben 


begauͤnſtigte und uuterſtuͤzte die Preußiſche Tapferkeit. 
Die: Oeſtreichet hatten ihren Plaz ſchlecht gewählt; 
ihre Kavallerie hatte einen Abgrund hinter ſich, fie. 


fand in drei Treffen, deren jedes kaum 20 Schritte: 


som andern entfernt war; es lich alfo den beiden’ 
hinern Treffen’ kein Raum übrig ſich zu bewegen; 


md dieſes dichte Beiſammienſtehen diente ihnen zu”. 

Verderben. MB die Preußen beranfprengten, feuer⸗ 

ten die Deftreicher erſt ihre Karabiner ab, wie es bei‘ 

ihnen uͤblich iſt; aber che. fle den Pallaſch ergreifen 

“Tomte, vwar ihr find Treffen ſchon über den Haufen - 
F gemwors 


on. 


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z6 ⸗ | n 


geworfen; ; dies fiel auf das zweite Treffen, das 


zweite auf das dritke, und alle insgefammt ſtuͤrzten 


entweder in Dem Abgrund ‚ oder Hüchteten ſich zu übe 


ver Infanterie, Dieb fiegreiche Reutergefechte machte 
bie Infanterie des rechten - Preußifchen Fluͤgels zu 
hizzig; fie wollten die. oben erwähnten zwei feinds, 
lichen Batterien erobern; fie.rüften aber zu früh dn, 
ebe bie uͤbrigen Abtheilungen den Angriff unterftägzen 
konnten; die 28 mit Kartaͤtſchen geladnen Kanonen 
wätheten fchreflich unter ihr, und brachten fie bald 
zum Weichen. Doch eben kamen 5 frifche Bataillone, 
die gleich. Anfangs zu ihrer Mitwirkung beftimmt 
waren, an; die Weichenden ftellten ſich wieder im. 
Dronung, und in Verbindung mit jenen eroberten 


. We die Batterien, wozn ‚der General Bonip und 


dev, Oberſte von Geiſt das Mehrſte ‚beitragen, 
Dieſe ſiegende Preußifche Jufanterie drang hierauf 
in das feindliche Fußvolk von der Seite ein, und trieb 
4 auf ihren rechten: Flügel zuräl. Die im Mittels 
punkte ſtehende Garde erflieg, angefährt von ben 
Prinzen Ferdinand von Braunſchweig, 

Schwager des Könige, eine fleile mit Holz —8 
ſene Anhöhe, welche die Oeſtreicher ſtark beſezt hats 


- ten, und welche der Prinz Ludwig von Brauns, 


ſchweig, Bruder des Ungreifers, vertheidigte. Hier. 
ereignete. fich ber. feltfante Umftand, daß Bruder 

gegen Bruder kaͤmpfte, und daß der jüngere den Altern 
befiegte. Das Schlachtfeld wechfelte zuie Höhen und 


"Tiefen ab. Auf jedem Hügel, auf jedem Berge. 


fammelten ſich die geichlaguen Feinde wieder; dies 
. v j vrer⸗ 


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| I. U— 
u 7 — 


—X erutmerte bad Gelecht. ‚Poster u | 


den von Anhoͤhe zu Anhöhe geiagt; ihr Zuruͤkziehen 
‚verwandelte fich eudlich in: Flucht, und dieſe geſchahe 
mit Verwirrung; Sußvolk und Reuterei Yief..unter 
‚einander; - Feine Abtheilung hielt fich mehr zu ein⸗ 
ander. . So wie. fi in der vorigen Schlacht dad 
Bareuter Reglment vergäglich ausgeichnese,- fo that 
ſich jezt dab Küradier: Regiment von Boruftedt 
:auf dem linken Fluͤgel herpor , indem es das feind⸗ 
dide Regiment. Dammiz und ein Bataillon ven Kol⸗ 
lowrat umringte, 10 Bahnen eroberte, und 1700 Ges 
fangne machte. Die uͤbrige Preußiſche Reuterei des 
linten Zlögel6 konyte die ihr. gegenuͤber ſtehenden 
Oeſtreichiſchen Kavalleriſten uicht einholen, weil dieſe 
gar nicht zum Fechten kamen, ſondern ſich zeitig in 

den Kdnigsreichswald zuruͤlzegen. Friedrich 
hemmte das Nachſezzen bei. dem Dorfe Sorr, mes 
von die. Schlacht benannt wird. Hinter ſelbigen | 
‚legt des Koͤnigsreichswald, in welchen ‚hinein die 
Feinde zu. verfolgen ‚gefährlich, und ohne Nuzzen 
geweſen ‚fein würde, Es war genug, fagt Gries 


drich, daß 18000 (25000) Preußen mehr als 


40000 Deſtreicher in die Flucht ſchlugen. Die Sie⸗ 
ger verloren den Prinzen Albrecht von Braun⸗ 
ſchweig, Bruder de Helden Ferdinand und der. Kdo⸗ 
nigin, den Generalmajor Blankenſee, 4. Ober⸗ 


fin, 2 Oberſtlieutenante und 1000 Soldaten an 


Todten, fo wie, ſie 2000 Berwundete hatten. Andre, 
seihnen. 836 Todte und 2612 Verwundete, Die Oe⸗ 


ſteicher bäßten 22 Kanonen, 10 Fahnen, 2 Stan⸗ 
dorten, 


bertei, De und 2080 Gemeine au efüngs 
‚neu, uud 4000 Mami. on- Testen und Verwundeten 
ein. Der Srhpring Leopold, Prinz For diuaud, 
KFelomarſchall Buddenbrok, Gensrat Bolz, Bes 
Binamd Bornftede ‚erwarben fich bier. ‚einem 
glänzenden Ruhm. Die, gebirgige Gegend, welche 
der Kavallerie nicht genug freien Spielraum ließ, 
‚wer Schuld, daß Diefe Schlacht weniger eniſchei⸗ 
dend, 016 die zu Heheufriedberg war. Docd-eben 

. fe landen Preußen auch wieder zu Statten; denn. 
fie verhinderte ben Prinzen Karl, die Menge feinde 
Stieger gehörig in Bewegung zu bringen‘, umd den 
Sieg wo nicht zu erringen, den Preußen'nt eis 
cchweren. Ueberhanpt aber beging bes Prinz Karl 
‚große ‚Sehlers er ließ. dem Könige zu viel Zeit, A 
von dem erfien Schrekken der Ueberraſchung sur. er⸗ 
holen, er ſahe zu Lauge ruhig zu, wie Friedrich feine 
Henpimacht auf ben rechten Flgel, den Ort u 
Naͤrkſten Gefahr, zog; er blieb anf den Anhdhen 
Nehen, und wartete: den Augriff der Preußen ab, 
auftast ſelher zuerſt anzugreifen ; er dehnte feinen lin⸗ 
Ten Fluͤgel nicht genug aus und ſtellte die. Reuserd . 

‚Ja dicht au einander. Uber auch Friedrich beging 
nach feinem eignen Seftänenip manche eher, welche 

die Fertigkeit und Tapferkeit ſeiner geuͤbten Truppen 
wieder gut machte. Die Oeſtreicher ſchoben die 
‚ Schuld ihrer Niederlage, doch mehr fheinbar, alß 
ganz gegrämdet, auf das Korps des Generals Nas 
daſti und Dberfin Trent, welches den Preußen 
- te den Ratte⸗ fallen folkte,. De rear Kuh 
. re \ 


— 





Mn 20 29 — on 


Sihget ab ber irre hana wich Beitgehabg, > 
ühre Zeite apzubarchen: und ige-Mepäk in Sicherheit 
zu bringen, Nabafi neh. iron? fiel üher das - 
Feldgeruͤhe des Königs und der Officiere her, und 
plaͤnderten anſtatt zu ſechten; - fie beſoſſen ſach, ſie 
wißhanbelten dio In Lager zurälgeblichuen Weibee, 
and veräbten an deu Kranken verabſcheuuugswerthe 
Araaſamtriten/ bewen nöch der General Lehwald ein 
Ende machte: Sie bekamen felbft die koniglichen 
Selretaͤre gefangen, welche indeſſen alle Papiere yore 
eifen, Die Panduren und Ungara hatten ut 
die gebßten: Kleinigkeiten alles fo fehr geraubt, daß 
der Roͤnig zur Abendrafel keinen Wein und Tein Brodt 
fand. Don ungefähr entdekte man noch zwei Fla⸗ 
(den Wein. in einem Winkel, und ein Soldat brachte \ 
ein Rommißbrost, welches er vorher einem Dffider 
um; Seinen Dukaten verlaufen wollte, weit, wie er 
ſagte, der Diskaten nicht gegeffen werben Eirinte, 
Der Koͤnig beyabite ihm das Brodit mit einem Schule 
hengerichte. Nicht einmal Zeder und Thute hatten die 
Ktoaten verſchout. Friedrich ſchrieb mit Bleiſtift 
gu feinen. Mlinifter zu Breslau: Yai battn tes Au- 
wichions, jai fait = prifönniers, chanıcı le To 
Dem), 
Hanme gleich. Die Breuifige Ofrmer zwei große 
GSeege erkaͤwpft, fo zog fie fich vdoch or bem Uebers . 
Banden ent, Die “ne, welche VBbhmen eiu⸗ 
ZZ „fblies 


m Ich ine bie Oeftreicher weſchlaten: is babe Ge⸗ 
„fauane gemacht, fingt ; Her Bert, dich loben wirt. 


⸗ 


N + ap 90 — 


’ 4 . 


Kitten; Vie! Hohhnage ,itie.ed von Schuſien tolle 
nen, die Schwierigkeiten, den: Truppen Unterhalt. zu 
verſchaffen, die Scharen leichten Volls bei deu Zeins 


‚Ben, und ‚die. Schwaͤche · des Preußiſchen Heeres — 


‚alle dieſe Umſtaͤnde bewogen ben König, die Anue 
nad Schleſien zurälzufähren. . Fuͤnf Tage blieb er 
zur Rettung feiner Ehre auf dent, Rampfplazze bei 
Sorr fiehen. Dam zog er nach Traute nau, 
wo er bis zum 14. Oktober verweilte. Als hier das 
lezte Bund. Stroh von den Pferden, und die lezte 

Tonue Mehl von den Menſchen verzehrt war, ſo 
trat die Armee den gaͤnzlichen Rükzug nach Schleñen 
an, wo fie am ıgten ohne Verluſt einruͤlte. Duͤ⸗ 
moulin zog eine Linie an ber Grenze. Das übrige 
Heer lantohirte zwifchen Non fiot. und Schwieide 
niz;. binnen 6. Stunde konnte es ſich zufammene 
ziehep; bie Menge Dörfer und Städte in diefer biäs 
henden Provinz verfchaften ihm Bequemlichkeit. und 
Erholung, Der Koͤnig wollte die Armee wicht eher 
verlaſſen, ala bis die Oeſtreicher die Winterquartiere 
hezogen haͤtten. Am 24. Oftober hörte er, daß der 
VPrinz Karl: feine Truppen in drei Haufen getbeilt 
babe; ; er vermuhete, Died wäre gefcheben, uns ihren 
Kriegsoperarionen ein Ziel zu fezzen. Er übergab 


daher dem Pring Leopold .von Deſſau den Ober⸗ 


befehl und ging nach Berlin, um entweder ber 
Frieden zu unterhandeln, oder bie Raſtungen zum 
kuͤnftigen Feldzuge zu beforgen. 

Des Königs Aufenthalt it in Berlin und der Urmee 


Rahe in Schleſien dauerte nur wenig Wochen. Die 
Zeinde 


— 


- 


[2 


u yr' — 


. einbe eutwarfen einen neuen, kaͤhnen, riefeshaften u 


Plan, Friedrich s Untergang. mitten im Winter yafdy 
und mit einem Schlage. zu bewirken. . Sie wollten 
nicht bi6 zum Fruͤhlinge warten; und allerdings 


waren Eile und Verſchwiegenheit die Bedingungen, 


unter welchen das Vorhaben allein gelingen konnte. 
Aber auch jezt ſcheiterte es an Preußens Gluͤt und 
Muh, Da die Oeſtreicher durch Böhmen nicht nach 
Schlefien mit Erfolg. batten eindringen konuen, ſo 
wollten ſie durch Sachſen in Brandenburg einräften, 
und Schleſien mitten in Berlin erobern, Die Haupte 


armee des Prinzen. Kerl folte durch die Laufiz "ges 


sade auf Berlin losgehen; ein andres Korps non 
100006 Mann ſollte die Oeſtreichiſche Rheinarmee 
verlaffen, unter Anfährung des Grafen Gruͤn nach 
Leipzig marſchiren/ ſich dort mit der Saͤchſiſchen Ar⸗ 
mee vereinigen, die wenigen Preußiſchen Regimenter 
bei Halle in ihren Quartieren überfallen, und dann 
ebenfalls den Weg nah Berlin nehmen, wo Fries 
hrich, von allen Truppen. entblößt,, zum fchinpfliche 


Ben Frieden gejwungen werden würde, Oeſtreich 


wollte ſich Schleſien, der König von Polen aber 
Magdeburg, Halle und Halberſtadt mit allem Zus 
Gehör zueignen; nach Befinden der Umſtaͤnde hofte 
man die Preußifche Macht noch mehr, als bloß hie⸗ 
durch, zu ſchwaͤchen. Schöne Bilder der Phantaſie, 
die vielleicht zur Wirklichkeit hätten Lommen koͤnnen, 

wenn alles geheim geblieben wäre; ſobald fie aber 


* gewahr wurde, blieben fie Träume, für 


vor ſchrekliche, wervende Zraͤun, ſide ein ander 
DM 


m 9x — .. 


ARE Rich wieder in. Brenber Eretigteitn pa so 


ſchen. "Brähl, der Entwerfer diefes Plans, plau⸗ 


keite felber das GSeheinwiß aus; er verrleth ſich 


gegen ſeinen Epielfreund, den Schwediſchen Geſand 
‚ten Wolfſtierna, einen Beisunderer und Vereh⸗ 


rer Friedrichs, welcher es ihm durch den Schwebi⸗ 


schen Miniſter zu Berlin, Ruténſkidüd, mitihei⸗ 


dem, ließ. Die Gefahr war wicht - Hein; bie Noth 
driugend, die Gegeumitiel mußten ohne —R 


waͤhit md ausgeführt werden. Es war der 8. Res 


vember, gerabe ber Tag, wo man bie bei Hohe ne 
friedberg und Sorr erbeuteten Siegesʒeichen A| 
ver Garnifontirche zu Berlin aufhing, als der Aduig 
die Nachricht von den hinterliſtigen Aufchlägen feines: 
Seinde erhielt. Sogleich berief er. einen Statsrath 
won Miniftern und Generafen zuſammen, um die 
Meinung, erfahrner Männer hieräber zu hören and 
ihre Rathſchlaͤge zu vernehmen. Aber bier fand er 
wenig Glauben, noch. weniger Troſt. Wäre er eim- 
Fuͤrſt, von ‚gewöhnlicher Art. geweſen, fo mürbe ihn 
die Furcht und Unentſchloſſenheit ſeiner Rathgeber 
eher, als die Liſt und Gewalt der Feinde ins Ver⸗ 
derben geſtuͤrzt haben. Der alte Faͤrſt von. Deſſan, 
ein eigenſiuniger Kopf, ber nur feine Jdeen, die ziem⸗ 
lich befchräuft waren, für richtig, uud aller Andern 
Einfichten für grundlos hielt, widerfprach der ganzen 


Sache, erklaͤrte ſie für erdichtet, den König fuͤt leicht⸗ 


glaͤubig/ und. alles Sinnen auf @egenanflalten: fhe 
"ann; und überflüffig. Ihm ſtimmte der Graf Pr 
dewils —B——— bei; ex, ein 


— 


unbe 


— . 


in — J 


bei tee Min, voor dabel verzagt; et 
archeilte, daß jeder Miniſter es in eben dem Grade, 
fi, „und daß Sruͤht nicht das Herz Habe, einen fü 
Uhpeen Gedanten zu faffen, Anſtatt dem Uedel, das 
ſchon im Anzuge war, zuvorzufonmen,, ftriee man” 
über de Wahrheit oder Folfchheit der Angabe, von - 
weicher der König durch eine Menge Briefe immer 
vene Veſtaͤtigungen vorlegte; Alles machte feinen 
Erdrul in Die. Gemuͤther ver eingenomntenen Stats⸗ 
und Kriogsmaͤnnen; Friedrich mußte fein ganzes 
Naigliches Auſehen gebrauchen, um ben. Grafen 
Vobewils zu bewegen, daß er die ndehigen Depe⸗ 
ſchen an vie auswärtigen He beſorgte, und den 
eisen Def ſauet dahin zu bringen, daß er für die 
Sufankmenziehung und Werpflrgung des Heeres vel 
/ Dan Weftalten träfe. Der Fürft Leopold. blieb 
immer noch unglaͤnbig und widerſezlith, ob es gleich 
feinem militaͤriſchen Ehrgeize ſchmeichelte, daß er dem” 
Doerbefeht über das Halliſche Korps erhielt, Seine . 
wunderlichen Brillen und Launen gingen ſo weit, daß 
ex ſich bemühte, deu Koͤnig ſelber von der Abreiſe 
nach Schlefien und ven der Uebernahme des Armeen. 
Kemmando’s abzuhalten; bie endlich Friedrich fein _ 
nen Einiwendungen dadurch ein Ziel feste, daß er 


fügte: er würde ſich an, die Spizze feiner Truppen... ' 


Rein, möge man reden, was man wolle; wenn der 


Darſt von Deffau eine- Armee halten würde, fo Finne . ' 


er den Oberbefehl nach feinem Gutduͤnken geben, an 
wen er Luft baͤtte / Der alte Fuͤrſt ſchwieg, und glüg: 
wo Pelle; der Kopig aber vefee den 14, Novbr. 


on 


. 
«4 
— — — 


— -1—_ 


| u Schlefien, und hinterließ Berlin’ in Befärzing, 


— 


den Saͤchſiſchen Hof in Hofnung, Oeſtreich in Eut⸗ | 
zütfen, und ganz Europa in geſpanuter Erwartung 
äber die Eutwillung des nen beginnenden eqas. 
ſpiels. nn 

Friedrichs Vorſaz war gefaßt, e£ galt FR 


‚ oder. Untergang: In’ diefer Stimmung achtete er 


wenig auf eine drohende Erflärung, welche: die 
Ruſſiſche Kaiſerin durch ihren Geſandten geben ließ: 
wie ſie hoffe, ver König wuͤrde ſich nicht unterfane 
gen, in Sachfen einzufgllen weil ſie ſonſt gendthigt 


fein würde, dem Könige von Polen vermdge ihres 


Schuzhuͤnduiſſes die verabredete Huͤlfe zu" ſenden. 
Zriedrich antwortete: kalt und männlich: „er wuͤn⸗ 
ſche , mit allen ſeinen Nachbarn in Frieden zu lebenz 
wenn aber Jemand wider feine Staten derderbliche 


‚Plane ausbrütste, fo folle ihn Feine Macht in Europa 


bigdern, fi zu vertheidigen, und feine Feinde. zu 


‚Schanden ‚zu machen.“ Die Ruffifche Erklärung 


kammerte ihn nicht; 'demn vor 6 Monaten konnte 
feine Ruffifche Armee in Bewegung fein, und ehe 
fie- anlangte, mußte der Streit zwiſchen Preußen 
und Sachſen laͤngſt eine entſcheidende Wendung 
genommen haben. Friedrich fuͤrchtete ſich weit 
mehr vor der Unglaͤnbigkeit und dem Widerſpruchs 
geifte des alten Leopold, er beforgre ‚ daß er fein 
ven Auftrag mit den Halliſchen Korps nicht eifrig, 
nicht. ſchuell genug ausführen möchte, und daß den 
Deftreichifche General Grän, der mit 7000 Manu 
ſchon bie Gera ‚geräts war, Ber | in den Stand, 


l ge ‘ 


ur 
1 


— 352 


allen oerbin önnte, in Werbinduug mit⸗ ER 
ken Truppen wirffich 518 Berlin zu dringen Det 


Grenpfirt General Haake erhielt daher Befehl, 
MR 5000 Mann: Berlin zu bekfen;. und in dieſer 


"licht den Feinden entgegen zu gehen, ‚nad ein 


Treffen’ gu liefern. Freilich ein ſchwacher Schnz; 


aber Friebrich bekennt, Daß er in ſeiner ne 
Sage nichts Beſſeres za veranſtalten wußte. Zugleich 


fniven X0o. Wagen bereit, um in Fall eines Uns. 


MARS, die konigliche Zamilie, die Kaſſen, die Ay 


chive, die ‚Sehen Landedtol· gien nach Eieuin ze 
ſwaſen 


Friedrich naf ven 15. evember zu‘ Liegniz 


ei, Hier gaben ihm /Vriefe des Generals Wine. 


terfetd, welcher die Bewegungen der Feinde an 
det Lanſtzzer Grenge Beobachtete, Die Nachricht, daß 
000: Sachſen, der Bortrab der großen Armet des 
einzen Karl, üder Zirt au in die Oberlauſtz ein⸗ 


gedruugen wären, und daß Bas Hauptheer bato fols 


— 


gen wuͤrde. Friedrich zog hierauf 30600’ Mann: 


daſannnen, um den Prinzen Karl damit in feinem. 
Quartiere‘ in der Lauſiz zu uͤberfallen, odet durch 
eine Schlacht zum Ruͤkzuge nach Böhmen zu zwin⸗ 


gen. Den General Na f faui rief er aus Oberfhlen 


ſien nach Landshut, wo er dem feindlichen Ga 


neral Hohenems das Einfäleiben anf der Seite 


von Hirſchberg, wozu er Mine machte, vermehren: - 


ſollte. Friedrich verließ“ fich jedoch nicht allein 


auf feine Macht, und. auf den Muth: feiner fieggen 
wohnten em, ſoudern er iu auch bie Erfin⸗ 


un 


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9 - 


| — ſeines Geiſtes auf, um do vei 
Karl, wie er bei Soohenfriehberg ſchou einmal ana 
than hatte, durch Klugbeit zu auͤberliſten, m re 
falfche Nachrichten irre zu führen... Diet: gelang 


am zweiten Male, auf Die. eivÄnfgte At, Arien - 


drich ſtelite ſich, als wenn er Aus Furcht nor. den 
Rufliichen Deofungen, und aus üpergroßer. Teforgn 
ws wegen feiner Hauptiſtadt Verlin von dem gg 
Yen, den Saͤchſiſchen Boden zu. betreten, weit mw - 
fernt, wäre, daß er. feine einzige Aufmerkfamtaig, 

: ur drauf richte, von. Schleſien aus eher vech 
Kroſſen zu kommen, ald Prinz Karl durch Aue. 
Lauſiz dahin gelangen konne. Um Riefe Meinung 
giaubhaft zu machen, ließ: er einige. Gufartn ua _ - 

Winterfelds Korps, dig in die Kauf) hinein ehreife - - 


waren, und ſich eiwas unordentlich betragen haften; 


beftzafen ; zugleich wurden Die Wege nach Kroffen Hu 
ausgebeſſert, in der Nähe deſſelben Magazine:errich⸗ 
tet, und alle dortigen Bayern zu der Meberieugung: 


gebracht, daß die koͤnigliche Hauptarntre dabin mare, 


ſchure. Damit vie Oeſtreicher von der rechten Der 
ſchaffenheit der Sachen. nicht unterrichtet: werrbent - 
Bomten, fo ließ Friedrich die 3-. vor ihm liegenden 


Fluͤſſe, den Bober, den Queis und die Neiße. befegn . | 


zen. Aus der Laufiz durfte Jeder frei uͤber dieſe 
Zläffe nach Schlefien gehen, aber Niemand durfte: 
uͤber fie nah Sachſen hin. Der Prinz Kark. 
glaubte, Dusch alle- diefe Vorlehrungen überlifiet, 
im Eruft, daß die Preußen durch Schleſien länge: 
dem. Rebe bis nach ver Ausflinß in die Oder bei.’ 

Kr 





a - 3 


—* REF; tinen —— Vaßet Dig 
enge Weobikhtuhgbfätpe. vor * 





Moan gin Wäre haden and Folglich Angehnbeig 


Br Sorge aach. Vraudelidnng : Foriiinen wiünde. 


über „bhfO ehlieser an (hie Serihnde-aneih, 


MB gehoſt hatte, geriſſen — Be 


War Mitentüht wis ſemer Schleſiſchenivintee Ai, 


mav vatee nach Naumburg ’aikr' ui, nn‘ 


tenzorte: onher Baufiye- Die Oeſttticher "And Her 
BSahſiſche Vorttab Maiden Serettd in ber Sberlan⸗ 
WR ftch von Lan bam bls Soriiz nub, 


Var iſhitihn CHE" od cheitunog luinhe Yin Di Buels- 


Gera - BWEDEER Winz "ber Yeiätbifigichiter Begkns 
Mgciig: ned flarken Nebels At Rolonnen üͤber 


dih⸗ Queis, Sub, ‚ “Baal” 4 —— 


m Rah 33 Gen weh zaſammen 

pa’, dort "Ah? Laget Sefiehelt, mid bei gikaftige 
poll: {u eimbl’"teiptigen Wikecheiyrhhlig: dl 
Un Fölkten:: Ber Adi wußte zwur Überhäug t, di 
Un Finde re, aber wicht Yan, an wel 
Bush oe a wären, Durum lirß er vor 
rirdeſdone ln Koaͤgitaeiit Huſarta wörnäsziehel, 






as » ae Abrhriliigen ſollren fich einanwer unuter⸗ 


Mike. "REDEN AT erſten Koßhinedtechte ib 


wruds Gehlaideh dei die"belbeh hitelech 


Wub Vaßvelt: Ver Adnig fahrre die rſt Iyfanrt. 
ercolonnt vndimer Geueral Vie rr u maiſchtti⸗ 
Ba EEE Be, N 
"ts Br. Ocht 6 Ei 1. un Ein 


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‚sinn, Nebgnmep: Auch: ein Schüler: wehhehsiuh 


| aha, Kruneaedarf- ehren Bir erfyhnnt | 
galt Gemißheity das diez gipfez eine ganze Eine. 
Wesee :entbgltenhe Dark mit, wies Reeimentue 


u nß — * — — J 
us erfehrn,: Aut it > mu ia 
| « Sommer, at ‚senghere, ober irrt ee 
1 Wiefe,. DIE Mopfc.hes, Königs nie Anberskeme 
Jam, AR, mahleih. por Ads Anker Fand inpefien 


„Seinden balafi,.. mad zway. mit dan m, Saͤchſtchen 
‚ Meuter. m Regie von Mal hir ROLE 


ud ‚Bigkpum,. nad. mi dem Enfreaimeiie 


Sache Apihn „Bieten gerigh indie Mecrue 


— 3 * —* 
‚gen zu gehmen. Kaum batte.,er dies als Minn 


KWerdocht, ſo „führte er es als Heid a er hes 


„dem “ — daß,S anneredorfe 
Mi, Groß, andy Mgper,a fennerfberf, aaa 
RP Cs FI ENT. ver an. .6. x BER a eh | 


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: Berlegenheis;, ‚riaßrentieie Eoachien ſeiuc Unbanfiy 
und ruͤlten Herijſtet gegen ähm anf, fe mananzume 
ER Wr 3 ge Trage ehe m J 


Fkıan, — | 
| und einzeln, eha fie ſich ſammich knten, gefam⸗ 


[| minder ng * er weite ſe augri⸗ | 
fen „: und. wenn nicht (chingent, doch fe Lange aufhal⸗ 
nz vis er non eine Theile der Kolonne umterftüge 
werben Tonne, : Er tbeilte: hieran fein. Regiment: 
in 3 Tpeila; en Jchhf ſtellta ſich an die Spizze Song 
4Echwadretgen, und: hrach indie Mitte des Dorfes 
day. wuhr | deſen die.6 Abrigen Schwadrsnen 
Vecht mind Liufs die baden Erden des Dorfes hin⸗ 
anseriaptae „um die feludliche Reuterei weder zum 
Auffizzen un zum Befinden und gemeinfchaftlichen 
Wigräuien Tom zu iaſſenJeboch durch bed 
Zalıwr einiger Schüfla,marenr verfchiedene Saͤchſiſche 
Gdanehreum wach gewierbeiii und das ganze Ins 
fontevie 3 Regiment Soch a Hatte fich siligft zuſam⸗ 
mengczegen vnd in Wekyegung geſezt, es marſchirts 
in Holle Ordnung gegen Aieten, und bewilllow⸗ 
te. Dips Mihtheilung» welche er fuͤhrte, mit Kau⸗ 
un a. vnd Kartaͤtſchenſchaͤffen. Bieten aber hich 
mit ſeinem Heinen: Haufen ſo raſch· und mit einen 
2. Erfalge An, daß faſt: das gabze Regimen] 
anfgerleben / vder aefangen.wurde; bloß der Prinz 
mob 59, Marn renctun Ach; die aͤbrigen unterlagen 
her. Gewalt der. Sieger.: Allen Kandnen, Fahnen 
un. Selngerksöfcbafsen: wurden von · den Hufaren ers 
obart. u: Die: G ar Gchwadronen toaren gleiche 
os mcht⸗mbtg, ‚fir Nihteg und Ihaftmäzgelten im 
Aut hueun,. und: wment viellocht bo einen har⸗ 
tm, Syah heben haben; mean nicht das. Huſa⸗ 








user e far: clen yurı rechtes: Beit.ben 





war win, und mit Ihnen vi eirotigen Kavalle ⸗ 
82 tiſten 


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: ten die Sachſen, Brfentre: —— Obv⸗ —ä 
J web 5 Paar Yailani- ——* "8. N au u 


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E in «geben: irn, Sp eh wi 
"> eigeime Geinwadrurir Sangeiei: fi; ymfanmunen. bey 
: ben. uud: nach der Wird: des Dorfes, Ale Dark Dynb 
des Hauptgefechtes, hinziehan ; Wober fie Aber ten 


‚fo einzeln angegeiffeec md: gefähfagen-mirebin,: Ei 


noch weiter Preupiiche Werftärkung. anfangır,. hate 


Küraffier a Regiment: and‘ riäige Batalllouen - voll 


Fecriedrich s Kolonie einkedfen, ſo aha das Weck 
7 ya allen Beiten uenriugt, ib bie Mrige Sacht 


2 füge Mannſchaft beinahe nbkip zu Grunee gerichen 
Des. General Dalwrz / ber Obetſte Obye ru, 


andri Dfficere wild. 940: Make winven geſantem 


und nik. viele «Gisgespißhen:.erbautet,. "De: own 


der Meſt son. g Repimenteriy die andern: agen trits 


0. Vergeflveit auf dam Kanpfpiazze. TI Hrun- Dr 
Wahr zum ſteten Dental: viches Steges kin. Puer 
ſlbberne Pantar. von din. rröberten.fhr fen Regkcnant 

aus, welche er, ſo wie den General. Rutfa nf 
‚von aͤtnliches Seſuch, erhioln. - Weftemdend IE 


ss, baß Friedtich den. Hauptauthe 


—— 
gieoten an: dieſent glutlichen / Ereigniſſe hatce,in 


ne ie Wit a Veen 


feinen hinterlaffnen Werken vrrſchweigt, und · iber⸗ 
Yonıpt ehige Umnſtande; ebſt die Zoh der Sichet⸗ 
xeichen imiz giebt, Cutweder war Dun Meve⸗⸗ 





ſchreſben manches "ang: ſaen Omäkhrmffi: ven 





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—* Srbreitete ven beitigfien: Schrche 
Yes kumtar ap. ganen Weſre chiſchen Acer· Vrinz 
Nash, fünbiste: hie. Trarerſteuen eon Ho bem 
trienherg erecirz zu ichen; er gab die Wicht 
ſenes Hetretanges un Boauxenburg vallig auf 
weder Schwert ſchen 
U Seen neuu arblifken glaubte, fo eilte & 
wis, Beareriung üben; Bizta u. mach. Bohrnen zurut 
DT VoR0 In -IPR ET. Pin wis: er wuͤnſchte, MR. 
Salache efeen Fomua:;- Binnen 5 Regen. zuar iR 
el: Annee, wilde: Merlin, exahem, ER 
Neun Atrunkfoflen exf trem: mellte;, aus der 
Aeſi c hea; suägelmmunie Vagen, wrugeflitz 
—— zurhlgeiofige Palnerhkorren bezeichne⸗ 
sen ben Weg/ weichen fin geururien, mnd die Nee 
Mrzung, vnut welcher fie. ſich dem Anbbil ner Sreu⸗ 
fm. emoger botie. ¶ Vehkerlaufer, weiche (bau 
wriſe anfawen, maldetan, daß Die Oefreicher ven 
pauſche Auſt egriſen wären, uud daß die Anfhha 
wer in⸗pe kun Jaden mahr als ⸗o wirſchiedu⸗ 
‚damen. apineafprechnude Vefeble gegeben · haͤten. 












Aie Niterlage dar Sachſen ie —E 


. Den zuhe Bla; iyolker Prrte wer mm. ein. 


Qacpuiqeile nach vereielk X" die Oeſtreicher netiyuns: 
Une Tostpezine in der Banfis nie Gepaͤlle unbe 
Vern/ da vor Diptteignge: gefangen wurden, oder⸗ 
ſala anꝭx. Der Greral Min terfeild. 
el aan) —8 


„m 







-). er or ad E 
ei wach SthuſtenNandvele er Bene 
Hohenems Kinn ctugifalen, RÄDER 
Ya Maſfann von Horn angriffe. Hoh onems 
"ano ſich dieſer Gefahr dunch DIE FUGEN - 
ſo ſchnell, daß in⸗4 nnd tel Oeſtreichvenenchi 
Mm Sauſien· n ftasrn wm. Dabel! vor ed alles 
vBopatte Der pri Die Boaudie 


dwwelchexmit: — Ana Mir Arte 


unkchrieen fich der · 3. Meten· von Da Tentlärtun 
Era Guben,Vnwv 'nihin win auſchaliches ieh 
ee 1 ai weg: gr er rt 
Denppen bel· Gärlir auf? ini: Bit ur Erho⸗ 
mic gequariere; von: Senmut Reh uht kb 
- lkte arme 10 VBmainruen und 20 Sg 
. BE die ELSE, ana one When we gurcheedichcpi⸗ 
ai. vie: Serge: zu Fey; ?: ms ame u 
Deifan zur unrekiggeniie Ric: er A 
‚ weite vet ‚feitien: wen! duhin: nachfolgend 7) 
RATE des ae! Moser. 
. und! ſchon fo oil: haute, A Wärcder are 
Key so 1NVꝰ nathaͤtig sehlieheni, und haue⸗ dein Abe 
ig HIT anmal: Naiprikhuen wire feine Teil und⸗ 
fer‘ jutöramen :Imfaı Tr tm; Unkıdgeni dene 
mache Tante Offirr ins Wrzuchen 
Sagen any: und meer]; rich Bag vvn 
Deſſau ii: 250007 Mia Val be anus · 
Novemnber ia Bewegung geſert am Wind ver: 
da Berfhjanzengen: bei: Beip zig chngehmmei, 
. dort aber Heine beruuffiiere Bachfen / kugtrmachient | 
ns Equoadrono TER RE Tr 
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ſxcert,und ighrin Mhlberftand "eittgenörhnien Habt, 
Bar Ränisifänkeis antun Ditiier- föhtkich” Jurkl; 
euren: dauß el eilen folle/ 
DREI BER Jucerelchen, u a — 
Ocepd an ich zu ehe Unðve Er hler beiichten 
Wrede ee der — 
qa auns: derl aaſũ3· ante Fünfter Leo polbe bloſß 
beißt dalvlſchea Worte gefchriößen häkter-} ‚ich? babe 
miinen·Sihlag dmıder Roafiz vellhracht; laſſen fie 
Men ·chigen: bei Leipzig Falten ,- dauiehoffe: ich fie inf 
Dn oven wirdemizui ſchen. Dor: Shtfihe Hof 
getieth über den Annutch des: Zanſten von Defk 
ſuwrn. in bie bölrgfg Bofhiegmmeggeriäet.bein eneral 
@ rin; mekherriun ker hat· auf· dem Wiege na. 
Beslin : ziar.zırpfüzlich nänkehten,, · wand ibefahl veup 
Diesmal, Graffn Rusoingtiz nem warn ' 
een Brnteri ds Rbaighıyen Pruen⸗ anunder are 
ia iẽ Nähe eh Gaupeflebt;gu.rüklen, : ° a 
ni Wai allenupnignen Vertheilen zog: xii eb ich 
deunoch die Guoͤt der Gewalt/ vie: Maͤtigung der 
Mauͤrte sr. Als er. unbeichaͤftigr· wei Adrlig 
nnuuhgen maniere rerholſt voti en dere Bachfen 
anf; Die VBediugunn der Hangöverſchen iKondentidn 
au Frieden ur Er aaa ugliſchen Oro 
aari zu Dmeahen, incherxa bon Th g, as 
Vernttler / venlics dunh ihn den Kung Und . 
beſchworen, aasanga weſcheẽ ſeias Unräxthaung 
bedeee. Wu Dele frenntuchen —— 


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thige. fir. ab: Veſto des Sede <ehun.t: —2 J 


| J Bröbl, eig: Mipifher «ı rebate in hahan, Kraft 


-  ghigen Zope, Er Prohlte min Sachſers —DA 
a. Ya, wit Ba Plan Meiſtanda⸗ ein Heſteeicha Mache 
zu 4 0 017 jadoch na: Ar Hrn. 
un Den | * Euglaud, Mmaͤchſtens die Denen 
ngen, uwiar dacn ein Briehe: geſchloſfen men 
ae. vorlegen woher: Dem x Deo; teifeted Due _ 
gut und Brawl una VPras / um Weibeiteriäleg. . 





| \ Üen Prinzen mach Nönnbengni Anz. Dice 


hielt Willens Sing. Bote, nwerin;fichi ber Ceffähe - 
| & „für, dm: Faitden ; genieigt::atflänte ;- wene ni 
enflen augſubliclich Ake: Goiudſaligkeiten eiıfanilt 
Mu alle geuamnune Kbatrikutienen herauegaben 
Gen bipberigen, oderbei n Mäfmariheri 
Aprkonumenhen Sriegäfcgandit erfrgteit, . Uber felbft | 


J Diele hochtrabendanand uͤberſaanicke Erklaͤruc zus 


„nicht einmal aufrichtig genieint,ſie ſolſte die Yreni 


U m ulthläfen, und für" die Sachſen Zeit gewin⸗ 


MR bier‘ Unter⸗ 2. Miniſter nicht· aber 


og Fribt, : heiten. :fid unterzeichnes; 048 hied, weh 


Tante fie. ‚für untergeſchoben aogelſen,ſourbals 
man ed. fürs Dlenlich thelss! Den Ponig: K Anh 


- HU milder: großen kaiſeckichen Lirmer bei: ute 
mer i z. 81.77 Elbe, Am · ſichvnachn Dretdeh 


- 3 beißen, Und: mit den Bückfen zu otueinit 
gen. Da dien gerade zu banQhit gefcbahtz iind 
a Biken ra, ed sie 


au, 


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BR es in a u “ 
rt —EI St BR 
‚ nnsgsihun bitte Erbe: nicht cüf, ‚abo 
Vaſdraermug 282. ErideE qu arbeiten, und auf bdes 
Vecchluß ‚Ders vorläufigen Melitgungen zu briugenz 
. "uhren leztere · untarfilirichen „fo: fellee jebe Feindſe⸗ 
‚ Neheit:elöbalmmenfghren; .utfhänigung time Sacht 
ben: micht farbartt; weil deſſen Aruippen in Sachſes 
weit. :gräßese: Erpreffungen: ab Bewalithäiigiiten 
veraht bitteng,. ld ae deu Prraten zer Dali legen 
.. Mare. < Kr; hallngse ſich Babes äbrn die Abreiſs wid 
Klauga urn. Taken: mach! Prag, als. uͤber einen 
E⸗tut, der wenig friebliche Befiumiägen üffenbare, 
‚Go war eh with; Vr d hi unamchraͤntiet er 
heeſchar feine Sins nud ſeines: Andes, hatte ihn 
dataan won: Axechen entfernt, um ihm bie Greu 
des Aritged: wicht ſeben, bie Seufzer feiner Lntern 
shhnin ;nichts hüren, ‚bie Rathſchlaͤge wriſer Srats⸗ 
maduner ‚nicht. varnchenen 'zu laſſen, wu ihn durch 
a Schauſpiel der voraberʒichendeu Deflreicher: Io 
ſaindlicher Stiwnmug gegen roußen zu erhalten, 
um! ihn „ganz acı feinem! Snıthükeri gu "Ink 
Dar: Bugliſche Befandie Wiliterö reifete gleich⸗ 
fals nach Prag, um dem ſchaͤdlichen 'Enifiife 
Ven bio Agege zu reden; und wo · moglich das 
ſexaere Vutvergieta pm verhindern; / Am y. Del 
belanı er eine: Soͤchſtſche Dentſchrifr, worin Wilde 





(ige Berimigbärüng bejehate,; daß Friedr ich di 


au: 3.: Der; i vorgeleglen Wedingenzen” nicht — 


uni „oe, N Bike ſchilte dleſe Se 


zo: ubig, Zara Lu 0a Zu u Auguft 


BT Da — u | kejnen 


fi 5% Prinz. —* ö 
— und, 2. eh det — ah, — 





— Da ru — 
— Br En te 


eipän.,, Eiger | 
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Bu bienfer,. jest ein Sinangs Winifer, Brühe Epfichel⸗ 
Aller, ——— Heihel, Agufra4 Nerſchwenden 
1 Atarfepie, mic gi «Die Mai 
} 5— bemaͤchtigte ſich ihnen, nein 
| Lehwald/ der jenfeitg fand, und mm hei 
Ne Suhl, an.iben (Beh amp. griff die Geirhfenen 
BT, rn Smbeögeuoffen unserfiizt wurden: 
‚SHIFD FIG hrang wit fejner-Aemsse gleichfaua erh - 
yor,. Ann, n December Ingerie g Ach bei Korigna 
by.l as Der ‚Grenze .ngn der Kauſiz und Dan Fate 
rfienthume; am 1 ten gpaf et in Meißen ejia« Mit 
- 34 Datailonen hefegfe, er die Stadt am inf Vfrz 
die übrige Infonterig- mb die Kavallerie: Aupteniute 
0m. ‚echten Elbufer⸗ Kaum wor Arie ih im 
| Meifen angelangt, gls nr sign Briefinam ängkhne 
„er SRlließ erhielt, tugfchen mefpete: deaß ſob evrich 
Auguf, von — uud Periegenheit;:bafkitrrun fie“ 
" Ain auan — eg [6 un 


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wiachten na Dresen Toulien wärde; auch die 
Kaiſerin Marie Thereſie wolle der. Hanndoerlchen 
Kirschen beltreten/ werun aͤntged zu‘ ihren Vor⸗ 
sten gehwert "wärde,' Ware bieſer Brief nr eilied 
eñthigru Lug fruͤcer iberbräche worden, ſo Härte &- 
Laufeuben Bas Leben‘; un Hundernaufenden 40 
 Wehüöpeiigerettet, Fest wat 16 zu fpdt. Das mil 
ſeh wert war gezukt⸗; die Mordfakkel gezuͤrder, ud 
Wengerngel geſaudt. "Safer ſollte für das In. 
Bein feineh Hetrſchets, fat den bbfen Raih ſeinet 
infters ſchtetſich Bien,” Friedriih hhatre dch 
Brief, Bitte des Kriedens imd ver Berfignhng 
athmetr/ eben 6 heleſtn als ihm angezelgt u 
BB der gange — tion nady der Gegend ohn Dress 
den hiu He iu gküten ſchirne, und tag ia - 
des Kader” chier Thrähtertichen Korionabe air 
Head ir zinurtheiten/ vaß eine St acht 'ded 
—— Friebrich INE ſogleich Die — 
fait" md dad Fittvolt las Gewehr Irdieh, alt 
Wriitt vie Pröißen geſchlagen wätden, die ——— 
Du vie Witte auf zunehnien aͤnd den Kartaif ju ets 
num.’ Er fetbjt riit mit einigen Huſaren anf vie 
Große: nach Bresden. Faſt den gartzen Tag blieb 
æx in Uurnhe und Ungewißzheit. Spat brachte ihm 
Er ausgefaubter Trupp 6 Filſchtiluige voin Sydits⸗ 
tiſchen Harp, idelche vi Nedertlage ber Sachſen 
3" Ahr“ am Abende Deftätigte el Offitier⸗ 
welcher Fran Seiten tEoholo. kat, de vrei⸗ | 
Ak — —⏑ > + r= & 
n,3 . . " Solar 


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——— —* Kerhaisnng. 


et den ag; ‚December! — —X 


nr Hr wißnß 


ur Sähfithen einiger mr Geper le hanen | 


F miancherlei Vorwürfen in Bo. der. Unglaͤts, 

| welches ihre Armee ‚betraf, nicht frei geſprochen were 
den. Schon am 13. Dec, graf bet Delay Karlmit . 
dem, großen Faiferlichen. ‚Herte. usweif - Rute 


eu; daſſelbe hätte. eins. große Stqhzze 


werben fönnen und. jollen, --Yber. ber. VMinſſier Her⸗ 


mm 


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e — Auordner der Nugttiere, legte ‚ie ebgeicher 
fo weit aus, einander, daß ſie laum in 24 Stunden 


— werden ‚fonsten, ‚Prinz -Ien che 
gunte. das Echaͤdliche giner loichen Berlegungu. tg 


. HbarAÖgafpprfiellingeng. hoch ber, Rfnligr Alte 


auf nicht. Eben ſo mhenig hielt ‚ben Ohfrhefehlde 


aber Graf Rutowski feine Warnungen mn gs : 


grbietungen der Nufmertfamfeit werth, als ße voch 
bitten: fruchten Eupen. Prinz Sarlı 


Kegimenter ſonſt nicht da, wo Beiſtand · nhthig 
fein ı mochte, ſchnell genug, herbeiführen, khunte. Ra 
“ tomeli. wies das Meerbieten anfauglich ap; . en 

Zu babe,. tieß er ihm ‚fagen, Feine, Hllje,pökkigs:: * 
Stellung, mare fi icher genug; ‚Die Pırußen Ehnne 
zen und, ‚wuͤrden e⸗ vicht wagen, ihu,ays 


gngreifen, Nachher verabredete map, Die erhinn | 


dung, als es zu tväg. wear... Am Dec. tzeſahe, 


echte äh 
bei, Zeiten ‚über ‚bie , Bereinigung beiben Seerg, a. 
ihm Möffpracpe zu nehmen, weil gr feine gerfisenteng 


| Prinz Karl das San ſche ee ——— | 


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1: Miu 
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——*———— — Bingen Data Ä 
‚awsugreifenn; hlher dieſer lirß ihnen dagu les 
ER dha upar⸗rund wage daan ava im Ei 
ewsti nicht augetrqut hatte. Die Saͤchſiſche Arne 
one: in Den has Ta ſeſt und vorſichtig poſtirt/daß 
46 allesvingä schien, als konng fa vor einem Angriff 


ale Sorgen ſein. .Sie Dehnze ſich von Keffeihe 
Zorf an zei; Stunden weit bis nahe an die Elbe 


Ain aus. „She: linler Fluͤgel lehme 56 on das Dorf 
Re sfelämnrfarihes eine Meile mon Dresdam 


ander Swaße: nah ;Breiberg: lieg. Rechtr 


hand ſeult ſich der Iſchoner Grand, Mufonge ad; 
wernach tieffr uud. endlich ſo ficii herab, daß Feine 
Aruppan Dröbst gehen Planen, ‚Mei dem Eingange 


auch Seefleitponn fr Meihrs arbeit ſich ein- Lüge, 


Alt 6 Kanench bepflaux warde..: Hien fing ſich 
die exſte Saͤchfiſcha Xwie ans Kanten Fofanterje an. 
Das Dorf war von allen een Branadieren, und. non 
dem Begimenie Motewsli beſezt. Den Hauptan⸗ 

ang: aa. Dasfih: verwahtte eine· attert von 
ſchweren NAanonen. Der rechte Fluͤgel der. Sachſen 
amrekie ſich bis Yenner jch mahe an der Eibe; hi 


ſchloß fich das Korps des Generals Grien non oo 


Mann ;an, dns. ejnzige von Oeſueichiſcher Eite⸗ 


ices de ollache beiivohnter «.DieferWopen mar 


wegen · der Felſen und Abgroͤnde faſt gauz unzugdnge 
fe; und ſchien Wi unangreifbar. Die Haupte” 
anmee Des Prinzen. Kari ſollte ſich bej Kefſeis⸗ 


Der f mit den · Sachſen vereinigen , mob neben ihney 


linte Mana Bone an. gusſereklen. 


2 u E Aber 


IL N . 7 


1.9 


— IE u ., a“ 


ee ET TR * —R Reh u 
Grellung, in Ihrem wehrlduftigen Quartioten gwiſchen 
ghr na order groBen Garten Dat Diechen ſtehen. 
Die Sachſtu wareü dahir hrem eignen Echltfale 
Wirlaffen, , Dei Zarſt don Deſſan rutte ink’We 
Wietagsden von Wilsdruf aus gegen · die Safe 
Wr und dere bemerkte/ daß der Sieg den der @kte 
wnhne des Dorfes Keſfel sd orf abhlng, ſo ſtelke 
Te die Gier Biſtimmie · Jufanterlein Vrei · Treffec, 
uns unterftäge fie. vurth ein Repiineiit: Dragoner: ha 
ieh Treffen, ' Ungefähr um gwei Uhr Mächiefttage 
Bbrgann der Ungtiff. Leopold eiuies Reglnein 
Vrbſt drei Grenadier⸗ Dataſtlonen mußten das: Mcf 
von vorn beſrrmen, aadeß deh wia ld Son ver Seüe 
det andraͤngter DIET Werſuch ſiel Für die Preußen 


Vnhluklich aus. Ein Tugeltegen Boh-Särtärfcheh 


aus den oben bemerkten 24 Kanone, and aus Derk 
Meinen Gewehr et Sachſen, die im Dorfe ſtanveh, 
we Die Angreifer art größer Verlue Yin —39— 
Wen:vie Att wurde der zweire Preußfſche Angriff: uc 


geſchlagen. Der Voden war mit erſchohnen un nd - 


wundeten Preußen bedekt. Es erfolgte eiue tiefe 
Suſtte, ur das Gefecht ſchien geenbigk. Aberdet 
unbcberlegte Eifer Fihes Säcyfifyen Generals; St 
kein Haupilommande Hätte, verdard Aled’fät Filme 
 Kamtpfgeroffei et tief den Otenadieten zu, init 
Prtaßen zu Verfolgen: web vorzurukken. Dieſer aͤben 
inte Befehl windehigzig befolgt. Die Suthſen 
er Bernie; und kamen dadinch vor ihre? Barte⸗ 
au, welche in ae uk vTantihee ergtık 

_ Keule j 


.. 


= au , — ⸗ 


gerte ehe: zu adeten. Mit Mlerbbltten Beni 


der Fuͤrſt von Deſſan .biefe: uͤbel berechnete Ve⸗ 


wegung her geinde, und mit Klugbeit mußte er fie. 
In feinen Vortheil zu benuzzen. Das Dragoner⸗ 
"Regiment der aten Linie ſtuͤrzte nach feinem. Befehl 


anf. die vurgerflgen Ciochfeu,. hieb fie wit Ungeftäm: 


nieder, und nahm den Ueberreſt gefangen. Zugleich 
ſtuͤrmte die Jufanterie von allen Seiten in Keſſels⸗ 


dorf hinein, eroberte, die fo fuͤrchterlich gewordne 


Batterie, und: zwang alle Sachſen, die das Dorf vers: 
‚theidigten, das Gewehr zu ſtrekken. Die Preußifche, 
Kavallerie. brach. nun in’ ben Iinfen Fluͤgel der Sachs: 
fen, und. warf.ihre Reuterei beim erſten Anlauf fo: 
| gewaitſam, doß 206 ſie ſich nicht wieder ſammeln konnte. 
Auf dieſer Seite floh von: den Sachfen alles). was 
aur-enskonemne Tonnte; ſchnell und unaufhaltſam. 
Des Fuͤrſten Leopolds juͤngſter Sohn, der Prinz 
Moriz, welcher den linken Fluͤgel der Preußen‘ be⸗ 


fehligte, und bis nach vollendeter Eroberung von 


Keſſelsdorf hloß kanonirt hatte, ward des bloßen 
Ehießens uͤberdruͤßig; voll Ungeduld und Begierde, 
am Ruhme des, Sieges Theil zu nehmen, rüfte er 
gegen den ‚rechten. Fluͤgel der Feinde an, und bot 
allen Hinderniſſen der Natur und ber Menfchen X Troz. 


Steile Felſen, jaͤhe Abgruͤnde, tiefer Schnee, und 


ein Heer, das non Vaterlandsliebe deſeelt war, dies 
alles war nicht vermdgend/ die Kuͤhnheit der Preußer 
abzuſchrelken, ‚der ihren Muth zu. erſchuͤtteru. 


Wegen er ſchroffen Anhoͤhen konnten fie-üpte. Ba 
willone- fo. wenig, . ale. ihte Glieder in. Ordnung‘ 


Galnd Dr. Geſch. 6 ud J. wo Br hal⸗ 


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Bu | 
— 1 — — u ? 
Ballen; fle marſtdicten ober Hlettertin —E u "u 


einzelt, und halfen fich einauter mit ber Hand und 
mit dem Gewehre über Eid und Steiuhbhen. Iudewe 


ſie ſo zerſtreut heran zogen, wurden fit von der feiud⸗ 


lühen Kavallerie dieſes Stägeld, theils yon Sachen, 
theils von Deftreichern,. ungegriffen; aber Died gen 
ſchahe von beiden le ztern fo ſchwach und nachlaͤſſig, 


das fie ſich durch einige lintenfchäffe zurũtſcheuchen 
Uegen. Haͤtten dieſe feindlichen Reuter mehr Muth 


und Standhaftigkeit bewiefen, ſo hätten fie nach 
Jraedrich's eigner Beuterkung die Jufanterie, 
‚weiche Moriz anfuͤhrte, niederhauen kbnnen. Die 
Sachfen und Oeſtreicher wurden mm von ihren ſteilen 
Hdhen bei Pennerich vertrieben. Die Preußiſche 
Kavallerie bes Inıten Stögels, welche durch Abgründe 
vos Feinde getremmt war, konnte nichts Towites-unters 
vehmen, als daß fie,den Fluͤchtlingen nachſezte, won 
bei fie viele Gefangne eiabrachte. Die Schlacht war 
nach zwei Stunden zum vdiligen Vortheile dar Preist 
‚Gen eotſchieden und gerudigt. Die Sachfen waren 


mit Inbegriff des Grünfchen. Korps 26000 Mani 


ſtark geweſen, die Preußen mochten nur um tauſene 
Mann ſtaͤrker fein. Friedrich vechner die Zahl ben 
Toedten bei.ben Sarhfen zu 3000, der Gefaugnen an 
Dfficieren zu zı5, und au Gemeinen zu 6500 Mann; - 
Die Sachſen feiber geben ihren Berluft au Todten 
und Bermundeten zwiſchon 4 bis 9000 an; Befangne 
geſtehen fie.nur. 2000 Mann ein. Ohnebein verloren 
‚fie 48 Kanonen, 5 Fahnen, 3 Standarten und ı Paar 
Paulen.. Die Preußen zählten 4 Bffiiere — 

mei⸗ 


.% 


BL 118 aa; i ‘ J 


Sanciae al; Eopten,. and: doppelt To viel Bes 
wundete ; u 3 * Er “ | mn ; j 
Ge Fraͤe voſch ratte mie feiner: Armee am Tage - 
a) der Sihlacht von Meißen bis Wilspruf, 

wis vreimgte ſich am 17, December thit beih' Deere 

des Farſten · ven Defſau. Er war mit beſſen Verras. 

seh anßerordentlich zuftieden, meichte feiner Einficht 

Und: Tapferten die: ſchmeichelhafteſten Lobfpräcye, 

und beine; in ſelnea Morken,baß ber große If 

aig dit Reffiiedeif”die: Tungfäihfeit,) welihe Leos | 
Pold im Maforge debeJeldzuges mit Werfaz bei 


in Bergeffenpeirigebimcht, win über ſeinen Fehler ih 


sin ſchonen Sehleler geworfen habe. Der'gefihlagne 
Sraf Ruroisski war indeſſen mit dem Reſte fett | 
Ber Mrrtte-nd Dresben geeilt, wo er ben Prinzen 
Karl mit Zaſamnienhang feiner zerſtteut ltegenben 
Vruppen befdjäfige fand, - Der Pris) weite die 
. Eadyfen beriöen; einen neuen Angriff zu verfiicheni 
wer Rutowakn weigerte ſich deffen gämiliip: ed 
führte an,: daß ſein Fußvolk beinahe aufgerieheh 
ware, daß er 10606 Mann verloren Härte, "Haß:cd 
Int. an Fliuten aub Kanonen fehle, baß ſich feind 
Kruppen von bern Sqhtekken der gRiederkage no — 
nicht erholt hätten, und daß der Konig zu dem ya 
ſten Leopols zu ſtoßen Anſtalt much⸗. Et ſchloh mA 
ber: Bemeitung, daß Dresden an’ Abensnuͤttet? 
Nu leide, und daß zur Rettung der Ueberbleibſel 
von Keſſelsdorf Fein ander Mittel vorhanden ſei, als 
ſthbis au Ben Grenzgebirge zu Pifchken, 
Dies geſchahe auch, Die Suchfen idunmen Dresden, 
WW HD) - und 


Rx 


’ gen. eine Kapitulation, :werbe., Frjedrich vermarf, 


yrb ließen ohne. allen vernunftigen Zwel 4000 Ma⸗ 
, Zandmiliz darin; man hätte fie beffer zur Ergaͤn⸗ 


/ * 
R [ 4 
— — 


er ar 


‚zung der. Armer benugzen Hönnpii,: Binz Karl und 


Rutowski zogen ſich nach Böhmen; Friedrich aber 


Aieß . Dresden auffordern... - Der. Kommandant, ige 


*  Kriegdort, aus 


neral Boſe, antwortete: Die Stadt waͤre kein 
einem Luftgarten 9 Tonne er fich 


Richt vertheidigen; die. Minifter, Hingegen aberſchit⸗ 


and: dafuͤr eine. unbedingte Uedergabe verlangte 
Dies Begehren. mußte mau erfüllen, ‚weil:es- nicht 


FE abgewehrt werden Tonne, Dan bfuete alfo den Sp 


- gern die. Thore. Friedrich marſchirte ⸗ am 18. Des, 
mit vier Regimentern hinein, machte die Landmiliz, | 
415 Officiere und. ‚1500 verwundete Soldaten zu Ger 
fangnen, und, befam die juͤngſten Kinder der Kara 
fomilie „die. Minifter und obengen Landeskollegien 
in feine Gewalt. Die Stadt- wurde faum gewahr, 
daß fie in den Händen der Feinde war... Frie drich 


bewies ſich mild und liebreich, beſuchte in der erſten 
Stuude feiner Ankunft die koͤniglichen Kinder, berug 


higte und tröftete fie, uͤberließ ihnen die Schloßwache 
und jede Art von Ehrenbezeugungs den Einwohnerg 
perſchafte er Vergnügen und gewohnte Zefte; er:lich 
gas Te Deum fingen, Opern aufführen, Bälle geben, 


J outheuen, und rs ma: Ewoenſpie und 


Tan⸗ 
— eh 7 2 


Pa Ü 1. 


." Eibangirtes vermandelt on Er 


Ka 


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9 Da Sc Sräht. haite einige —2 wi 








nu i 


⸗ 117 —XR 


| ai Di Lam man DES ves warenlann 
vertuͤnchen. oe Sr EYE 
As: Den evelſten/ den mente Vebrauch von 


feinen Siegen machte Friedrich badurch, daß er 


WS Werkzeugr zum Frieden benuzte. Er Heß 
ven In Dresden angekommenen Exiplifchen-Gefandten 
. Biltiers rufen, md erklaͤrte ihm, wie er ſich ſehr 
gewundert habe, am Inge einer Schlacht Briedenda 
vorſchlaͤge zu Trhalten;‘ das Gickhabe ihm zwar 
Mittel an die Hand gegeben, die Untreue und Raͤu⸗ 
- "Yinalherei des Grafen Brühl zu beftrafen; er wolle _ 

jedoch aus Abſchen gegen. etüe ſolche Denkungsart 


Reber die Güte erwaͤhlen; er Biete ‘Daher dem Könige 


‚ won Polen zuni lezten Dale feine. Freuudſchaft an; 

unuverbleunder vom Slaͤkke, und nie yerzweifelnd im 
- Mißgefchit würde er feine Forderungen weder era” 
Höhen noch erniedrigen;  feine- Gegner dürften nicht 
erwarten, ‘daß er nut in dem unbedentendfien Punkte 


— 


won: den Bedingungen der Hanndverſchen Konvention 


| ‚abweichen werde. Villiers möchte dies alles dem 
Baͤchſiſchen Hofe und. den: kalſerlichen Miniſtern 
whbrilich berichten; „damit kein ferneres Hinderniß 


den Frieden: verzögerte... Der Koͤnig An guſt, wels 


cher feiner Laͤnder, feiner Einkünfte, feiner beſten 
Krüppen beraubt war, fahe eö ein, daß ihm keine 
beſſere Partei’ zur ergreifen frei und, als Bi ange⸗ 
botuen Frieden begierig anzunehmen. Er ſchrieb 
ſelber an die Kaiſerin Marie Thereſie, um fie zum 
Weitritt des Friedens zu. bewegen. Verſchiedne 
frame ende der Er ar * 
i 


—8 


N 


— 


un m. 28 — 


i we, welchen der Prendkiä Bra hei.Ru . 
ſelsdorf den ftärkften Nachdruk gab, aufk, eifrigfie- 


Marie, Thareſie rueiching ſich ehe Zandern, dieſem 
Anbringen nagtzugeben. Sie ſandie ihrem oberen 
Kanzler von Bomen, dem Grafen Harrach, WE 


ſich zu Prag vefand, die nothigen Vollmachten suz 


— 


* 


Abſchließnng deßKFeiedenstraltates. Villiers alß 
Unperpändier, up, Horvach alt, Wenolmdbtigtn, 
Tangten hald in Direöpen en,.und betrieben, vom 


 Eriedrich's Gegenwart beſeelt, Ait.Weserhanklung 
ſbo ſchnell und aufrichtig, dep ber Criede ſchon zehe 
"age. nad) der eſſelsdorfer Schlacht hergeſtellt wor, 


Das brauchte wicht uehr als 24 Stunder, um; alle 
Zwiſtigkeiten auszugleichen. ‚Der Berteg wurde 


Im 25, December vom den Gächfifchen Miniſtern 
WBalow and Stuhenberg, vom. dem Preußifchen 
Nabinetsminiſter Podamils, um won Dem Faifew - 


lichen geheimen Mathe Haxnrech :unterzeichuek 


* Seatrer hatte, nach’ dem Uebermathe der Deftseicher 
"par Zeit des Gluͤko, geglaubt, Friedrich würde (sine 


Borderungen bäber ſpaunen; er erfaunte.nicht wups _ 
nig, ihn nach dem Siege eben fo mäßig. nid vor dem⸗ 


B ſeiben zu ſinden, und er fonnse nicht umhin, Yen 


Mbnige von Prenßen feine. Hochachtung uud Dank⸗ 


beaxkeit für eine ſo ſeltne Billigkeit, die das Geſchaͤtz 


des Friedens erleichierte. und beſchleunigte, zu. beſes 


gen. Die Hannbyerſche Konvention murde zus 
Geunde gelegt, der Breslauer Friede beſtaͤtigt, folge 


Inh der Beſiz Schleſiens dem Prautiſchen Haufe von 


sea weeſiden, angegen. Frichnich vie, Kaifery 


 wärbe | 


nn 


Per Bransens: I. wierkannse, Cam: Fa | 
WWeach, Seinem, Feiade Briedeich’s dem Darchmerih 


"Sach eine kander zu geſtatten, eine Million Kriegs⸗ 


Eener zu bezahlen, die Stadt Fuͤr ſte uberg om. 


der Oder nebſt dem Dorfe Schidlo gegen eine bins 
Lagliche Verguͤtigung von Laud an Preußen abzu⸗ 
areten, vnd die Proteſtantiſche Religion nad) dem 
De ſtalſchen Frieben im Sande zu erhalten. 


Bo eudigte ib diefer Krieg, meicher etwas über u | 


36 Monate gedauert und in der Lage ber ftreitens 


den Parteien’ außer gegenfeitigen Geld» und Mens E | 
ſchenverluſt - Leine. Be bewirkt hatte, - 
Sriedrich venut es fekher in feinen Schriften 


sin unnuͤzzes Pintvergießen. Er war freilich zur 


Ziehmg des Schwertes burd) dad Betragen feine J 
Seinde gendebiget woerden; aber in Ruͤkſicht deſſen, 


daß Niemand dabei gewann, und alles wie vorher 


blieb, konute das Blutsergießen ‚ein nmügzed hehe | 


gm. ‚Die ‚erhöhte Achtung und Bewunderung, wel⸗ 
Be, griadrichs Heldengeiſi, und Sürftengröße, 
and feiner Heere Tapferleit bei ganz Curopa cu 


2 war der: einzige, in manchem Betracht uicht 


gnbedeutende Vortheil, den Preußen von feinen Sie⸗ 


= 


J 


gen erutete. gum zweiten Male verließ Friedrich 


Das Echlachtfeld als Ueherwinder; 5 errungene 


ge ſezten Seins deldherrentalente außer allen Zweu 


fe; und sit. Staunen ſahe die Welt einen jungen 


Wegenian: Br vor. Jehre⸗ als; Rehrling in des 








N 


en, —28— Ben bos on, waw 


ſtellte Phrafen feine Meinung zu verbergen, mb: 


alle: Meitläuftigeit, Hinterliſi, und —** 





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oo. . .- . 


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— nu 


als ln zu fürchten 3 "un ſelne Truppen für-un 


uͤberwindlich gi halten. Noch von- ‚einer: ander. 


J Seite machte ſich Friedrich wichtig, und zeich⸗ 


mete ſich vor den gewöhnlichen großen’ Herren, die 


. ar Fruges conſumore nati: find,  duf eine nme 
und ruͤhmliche Weiſe aus, Vis dahin hatten Euros 
pen's Herrfcher nur durch Dollmetſcher geredet, 


durch Sekrxetaͤre geſchrieden, durch Miniſter unters 


handelt; und das, was an Statskunſt nannte, 


war nichts als ein Gewebe von NRanken, Lügen, 


Ausfluͤchten, Umwegen: ‚ ‚dunklem · Wortkram, ges 
AIchraubten Zweidentigfeiten, und barbariſchen Tiere” 
muinologien. Fried rich redete, fehrieb, und uhteie. — 

handelte mit ben fremben Hoͤfen felber ; und verach⸗ 


tete die. elende Geſchillichteit, durch -hinterliffig gen 
durch ſchlangenformige Kruͤmmungen zum Ziele zu . 
ſchleichen; er ſprach und ſchrieb mit einer Offenheit, . 
Deutlichkeit, Einfachheit und mit einem Nachdrukke, 


drer Einem kriegeriſchen Khuige, noch mehr einem 


edlen und großen Regenten geziemte. Die Mani⸗ 
feſte und Erklaͤrungen, welche feine Miniſtet als 


GSoͤrmlichkeiten heransgaben, unterſchrieh er niemaͤlsz 
ließ ſie auch nicht in ſeinem Namen erſcheinen, weil 


er. fie als Schriften betrachtete, welche bereven, 
Nenden, überrafchen follen ; ‚aber bei: afleni, was ee 
ſelbſt an feine Bundesgenoſſen oder. Feinde richtete, 
wnd wovor oder worumter fein Name fland, daͤ 
zeigte er. ſich wahr, ernſt und ſtark, da vermied et · 


« 
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BP Ze . - 5 — 





[2 * “ ‘ 


® - om ax — 
nk eb feiner Ere db feiner Redlichtoit fe une 
DSirdig, etwas zu fagen ; wovon bie. Welt fruͤh oder 
Ipaͤt das Gegentheil erfahren mußte. ‚Ber hierin 
Ben ‚großen Geiſt verkrunt, minß won dem Wein 
 ehneb wahrhaft großen Karalters kleinliche oder irri⸗ — 
Ye. Begriffe habe. Nur der Schwachkopf nimmt zu 
em Raͤnken, zu finftern Schleichn egen feine 
Zuflucht; und wenn Männer,’ denen Äbrigens Ta⸗ 
Leute nicht abgeſprochen werden koͤnnen, zu ſolchen 
Vmdurdigen Mitteln griffen, fo waren ſie in bieſden 
Stuͤkle doch nichts als Schwachkoͤpfe. 
Friedrich ließ am Tage der Unterzeichnung 
des Friedens zu Dresden in der Kreuzkirche das 
MHirr Gott dich loben wir!“ fingen, die Kanonen 
auf den Mällen abfauern, reifete am 39. Dec, von 
E70 and traf amt 29. Dec, in Berlin ’ein, wo. 
ihn ein. ungeheurer Zulauf von Menſchen frohlok⸗ 
Bd; "und die Vuͤrgerſchaft in den geſchmakvollſten 
on —* Aufzuͤgen empfing. Abends war 
‚die. Stadt ‚erleuchtet, und · mit: mehr aber minder 
‚wiszigen Sinnbildern geſchmuͤktt. Man fand. ein 
beſenderes Wohlgefallen an dern Einfall eines Buͤr⸗ 
gers, welcher den General Grün auf einem Krebs 
fe, ftait eines Pferdes. reitend porftellte, und darun⸗ 
„zer die. Worte ſezte: Der. General Grün 
Bü nah Berlin, Wichtiger ift die Bemer⸗ 
fung, daß die Preußen 45000 Gefiingue gemacht, . 
und nicht mehr als 4400 derſelben verloren hatten. 
Dafaͤr hatte ihnen der Krieg 8 Millionen Thaler ge⸗ 
dor, weoon. am Sorte: nur noch 15800 “une 
I orig 


2 
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—* 2m fanenfien: empfante Sachſcn de 
Raſt /beſſelben; es hüßte- 5 Mikionen an, Kontribie 
"tionen ein, „Die Stadt deipzig allein hatte 12 KTofs 
men Goldes on die Preuſten zohlen mäfei,. Die 
Landesſchalden dekte mau. ‚mit Papiergelde un 
Brühl, welcher die Kank,. ein Land recht mit 


Mnethode zu Grunde zu richten verfland, machte 


och. neues Papiergeld, dazu. Die befien Kanonen 
50 an: der Zahl wurden / aus ben Dresdner Zeug⸗ 
dauſe nach Berlin geſchaft, 1600 Manu der. auser⸗ 
leſenſten Kreistruppen und 26 junge Edelleute ars 
dem Kadettenkorpe unter Die Preußiſche Armer auf⸗ 
genommen. Fried rich ‚hatte ebenfalls Gelb wos | 
Menfcyen. verloren; er erſqzte daB erfte durch Spare i 
ſamteit und ‚gute Finanzeinrichtungen, uud das 
feste, den ˖ Abgang ber Truppen, durch Ergänzengen 
son den zahlreichen Gefangnen, und Durda 7000 
Ranteöteftnten. . Durch fortgeſezte Negentenforge 
verwiſchte gr bald alle Sram son 2 bald he ein 
\ a aefalgten Kriegen, . 
Sriedensjapre zwifhen dem weiten | 
und dritten Schleſiſchen Krigse. 
1746 1756, ° 


Die zehn Jahre, welche vom Deektner Bde 
zu an Bis. zum fiebenjährigen Kriege bin verfloſſen, 
maren: die glüflichfien für’ das Land, die-fehduften 
‚Für Eried rich nad die erfreulichſten für die Us⸗ 
sershanen in feine ganz Negierungszeit. In ibe 

— 775. nen 


— 


0. 128 em 


| am war ——— Beterfendtfiche Baker 


vanheit, Sitlichkeit, meingeift mehr als in den 
‚ten: Jahten Friedrich's in Preußens Staten J 
Fchtbar. Das Wolk may, ſoiuem Könige mit enthu⸗ 

NKaſtiſcher Liebe, zugethan,, und fahe iu ihm den Ge 

genſtand feines. Stolzes und feiner Verchrung 
Amen: 25 hatte noch kein druͤlleudes Monopol, noch 
Feine Fronzoͤſiſche Regia, noch kein uͤbertriebnes 


Kentzahande Siſtan nach Tin zu hartes militäri⸗ 


ſches Kanton : Joch die Herzen der Unterthanen ven 


- feinen Herrſcher abwendig gemacht, und bie heilige 
Flemmae des Patriptismus ausgoloͤſcht. Frie⸗s⸗ 
Dricp ſtand in ver vollen Bluͤthe feiner Manns⸗ 
üahre, nud entfaltete als Regent und Menſch die 


Llabendwuͤrdigen aan feines Geiles im herr⸗ 
Uchſten Schmulke. Er feste, alle Triebfeberu im 
Beaegung, um-daB Sand zum, hoͤchſten Flor, und 
die -Wawohner zur. mdglichfien Zufrievenheig zu brin⸗ 


m. Was .ur als Privannamı und als Fuͤrſt that, _ 


amwerb ihm nieht bloß · Vewunderung, die. ibm nie 


ſeble, ſordern andı Duneigung des Wells, die gegen 


Da& Ende ‚feines ‚Sehens ſehr abnahm. Dies kleinße | 


Daug buieb nicht unbemerkt, der geringſte Same fiel 


anfkeinen undankharen Boden. Wie ſanft und gute 
michig unßte ein Koͤnig erſcheinen, ber. nach dem 
euften Augenblikke ſeines Triumpfd a Einzuges in 


" Werlin auf Die Nachticht, daß ſein alter: Lehrer 


Mhan von Janben wit dem Tode ringe, ſogleich 
vwen Schloſſe in das Kranlenhaus eilt, ‚deu. Stere 
* schflet, den den Todten beweint, die Dinteriade 


) 


— 


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* 


ms 124 — 


v 


An verdegt! Welch ein Water des Veie lawer 


mußte ein Monarch fehr, der: zwar ſeine Einkäufer | 
zaãhrlich zu 15 Tomen Goldes «die vom: Schleflen | 


® 


Feine neue Stener aus ſchreibt keine alte vermehrt, 


Feine laͤſtige Einrichtung trift ;: ; Rat deſſen vielmiehe - 


große Summen zur Erleichterung: ver Berungififten, 


und Oſtfriesland ungerechnet) erhöht, und doch 


= 


⸗ 


5 


dzur Austrofnüng meifenlanger Moraͤſte, zur De 


bung "des Gewerbes, und - zur. Befdrberung dee - 


Freude theils verſchenkt/ theils anwendet! Wie 


thaͤtig mußte ein Regent “für die Bevdlkerung ſor 
"gen, der allein in dieſer 10jaͤhrigen Perivde 280 


. neue Dörfer anlegte, und 'in-den aüdgetrofnäten 


Dderfümpfen von Swinemunde: bis Kuſtrin, von da 


bis Wriezen, , und von Stchwebt bib jenfeits Srettin 


8500 Familien anſezte, und da, wo feit Jahrhun 
derten Irdſche gequakt hatten/ von jezt an frohe 
— wohnen ließ! Um den’ Handel Stettimk 
und die. Einkünfte des Zolles zu erhoͤhen, wurde 
1748 der Hafen an der Swin e, mit großen‘ Koſten 
‚in einen guten. Stand gebracht, und an dem · dabei 


beſinruch Dorfe eine neue Stadt unter dem Na⸗ 


men Swinemünde erbaut. Die Staͤdte wur 


Ben durch Verbeſſerung der Wellmanufakturen, Geis 


denarbeiten, Zengfabriken und dergleichen belebt. 
Berlin, Potsdam, Magdeburg, Frankfurtu. a. m. 

lieferten vorzuͤglich gute Sammte, Seidenwaren, 
Sarchem, Jufte, und einige Orte dullenße⸗ 


dereien. Holzreiche Gegenden enthielten Gelegen⸗ 


beit zu Anlegnug von Eiſenhatten, — und Vattan 


- — as — 


f — Venben, Nanonen⸗ 2 et 
entbefte man neue Salzwerfe ‚und bei. den altem - - 
erſparte man Lurch Gradiren den iHetzoerdraucht F 
Ganze Doͤrfer, Hunderte non Familien: enthaltend / 
ennÄhrten ſich vonc: Wella und Flachsſpianen; viela 
einzelne von: Manldeer ⸗ und · Seiden wurmgucht, wua 
zu. Nrediger md Kuͤſter dus Belfpigf ‚uud tdaizliche J 
Belohnungen bier; Ernunterung gaben: Werk _ 
Grbenrich: dureh ſeins. Fuͤrſorge ifuͤrr niefe Gegend 
flaͤnde den; Cimsahuend Unterhalt ih / Gewian veng 
ſchafte, fü ſicherte er ihnen beides duref-eine .unpars 
triſche uud, verbeſſerte Rechtspflege. 2 Die vielen 
Ringen beri vergogerte under verletnte Juſtiz, wo⸗ 
wit Officiare un andre hedeutende Muieriden Kon 
vig nach dou mten: chleſiſcheu: ſeriege · be ftrͤrmten/ 
enameried iihn uu den dacftrag, wehrhenterfchum ik 
dem Miege deu Miniſter · Co ccẽ i. gur Eutwerfuas 
hear een gegeben hatte; er ern 
wenerte jest feinen Befehl. in dieſer Abſicht/ erhvbi 
‚xlaz den Varon. Corceji sim Greßktanxyler 
nd: Haupt nes Juſtiz in allen ſeinen · Landen; unff 
feste: ihn. durch dleſe: aue and ungemöhntiche Wird 
werben Gtandı, feine MPlane, womit-er ſchon unten 
der vorigen" Regierung. befchäftigt "war ;' ‚wobei € 
ahrt an andern Miriſtern, beſonders an dem Eigeno 
ffime und on: na Worurtheilen Kan inns Wider⸗ 
Rand -amttaf,:: jest enblich durchſezzen zu kdunen. 
&oxzeii;: und fen. Vertrauter, der ihn hernach 
in Awte nachfelgte, : ber damalige Reviſtonsratz 
a0 benva⸗ eine Sammlung meet m 
| tego 


— 
e 


⸗ 


ben dem Behr, wo der driedti voto 


oo 


nn — - on 
one warten weicht — 
und codex Fridericianus genaunt · wurde. Da⸗ 


VDauptaugtamierk ging dahin, die Prozeſſe zu ver 


daͤrzen; und eben biefer einſeitige Geſtchte⸗ 


punkt mußte neut Fehlgriffe, Ungewiſtheit, BDacu 


lelheit und: Zanfmaterte veranlaffen; obgleich ‚hilf 
gewonnen uud, Biche Verbeſſerung bewnkt "wars 
Zugleich wurden fähigere:Bemmmıs. angefegt,, die 
Gexichtsternine und Inſtanzen verkürzt, ins Gan⸗ 
yon. alle: PBopefie Sinnen’: Jahreofeiſt - emtfchteuenn; 


‚ buch: Tabellen dem Känige Nachrichten gegeben; 


wie viele Rechtsſachen nach Ende des Jahres nad 


obſchwebten, „mb. barch ſtrenge breikigrige Wificts 


Nonen . die Eerichtshofe in. Furcht erhalten, Indepb 
\ fen. daber verfuhr man "—urweifänigiemmtich ſoldanſche 
Borwärts;. was fÄlte, das fälkt, ws. 
war ber Wahlſpruch; Befchumdigheir, : md‘ micht 
immer Griudlichkeit der Umerſuchniug leitete ie 
Wihfien Bchleden;.. Es machte vem Könige: up 
Frende, la an: ihm iSexichtere, daß vom x 1,078 


7 Gpogeffen, bie ie:einehn Yale wngehttatyr Warkny , 


21,749 iı berfälben. Zeit: abyaamthkile,; ui me macht 
239: im; auge: wauͤren; "alte" bald ‚fühe: 2 
Rachtheitige ;biefer Berfahtungsaru" 6: Jarigrs 


J Großhanzler wurde, mußte er dudih beſtäcdige Wie 


ſibte Auer: und fill; dicierwilch dieſ gae 
anfänglich: ·¶ himmelhoch echobne Yaftiz.: Werfafſaug/ 
2781 :gu Grabe geirugen;; um einr: völlig uene⸗ 
Cehbpfung der Gefezgebung eingeſtitet wutdr wi 


Guͤl⸗ 


N 
1 


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Cileigkeit lan, uſtet dar. baig das —* 
lentollegtum, weiches die Rechte der. Unmimn⸗ 
digen ſchuͤztz eine Statsſache, die in. ſo vielen Alm 
vern noch jezt mit einer unperamtmortlichen, Nachtaͤſ⸗ 
figkeit betrieben, ober vielmehr verſaͤumt wird‘, da 
dech gerade die, welche ſich ſelbſt nicht Schügzen Fön 
nen, md dfters von ben.mächiten Wesmandsen dia 
ſchreiendſten Bedruͤkllungen deiden muͤffen, des öffente 
chen Scheczzes der Obrigken am, bedarſtigiꝛe und 
wöärbigiet: ſind. 
Daß —— bie Vermehrueg and Ve woll⸗ 
Ionnnerung der Armee nicht ans den Augen gelaſſeir 
habe, wird jeber Lofer: cn ſeibſt denken. Erin 
färkee.fie fo auſebnlich, daß ſie 1755.an8 140: Bas - 
teillonen: 223 Schwadronen, zufammmraud. 252: 
"399 Mama beftayd. „Me: machte mit ſcharfem. Wii 
über den punttlichſten Behzorſam, ‚die ſtrengſte Zucht, 
nud die ſtete Uebung decſelben. Fuͤr die Bofehls⸗ 

ſchrieb er : eine. eigne Auweiſung; und: wenn 
die Gemeinen in. ben Staudquartieren in deu miechae 
niſchen Handgriffen uud nothzuͤrftigen Eeſchiklichtei⸗ 


mn. abgerichtet waren, ſo iwerſarumeku⸗ ſie Friedeich - 


jaͤhrlich in geoßen Friedenblagern, umtnihuen eime: 
höhere wiitärifche Bildung zu geben. Das Faßvoil 
Abte.er in Answillungen und:rafchen Schenkungen, 
Angeiffen: in der Ebne und von Ssanbdrtem, Bere, 
theidigung von: Dönfern,. Utbergängen :über Fluͤſſe, 
vwverſtellten Maͤrſchen⸗ geſchihren Ruͤkzoͤgen and: in ·alls 
dem übeshaniptz, wutt un wirklichen Kriege gchoͤrt, 
Ar wo. — Ya ‚ein usb — 
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het der ’ Die Meutehel lehei⸗ en/ wirt 
ſich bei’ heſchloſnen und getrennten Augriffen, beine 
Kundſchaften und Beſichtigen,. bri trofngn. und he. 

ieim Fouragieren, im Faſſen der Geſichts punkte made 
" sorgefihriebnen Richtungen gu verhalten habe. Diele, 
Mabungenwarben: gewiſſet. Maſten auf eine geheim⸗ 
 nißoßtte Urt angeftelt „:iadenc ohne hefundre Exrlaube, 
. if kein · fremder Zuſchauer ıgugegen fein duefte · In 
Gegenwart ·aus laͤndiſcher Officiere machte man uur· 
unbedeutende Manoͤver. Bei volkreichen Kantons 
heob mauñ für jede Kompagnie nad) 24 bis 36 Ueber⸗ 
zaͤhſige aus, welches für Andıganze Heer an..10,000 
Manu vbetrug. Dennoch waren die Werbinigen nicht 
fo druͤklend, als nach dem 7 jaͤhrigen Kriege, wo die 
Arniee um myo,occa Mann verſtaͤrkt, und. alſo eine 
größere: Nekruten « Auanahme erforderlich wurde 
Zwar. kam Weſtpteußen it: der Folge hinzu, ‚aber - 
dies qllein · konnte auf den Weberfchuß nicht geuechuen 
— werden! 18 ra eid nich. war indeſſen :nicht fo leiden⸗ 
ſchaftlicher Soldatenfreund, daß er die Regentena 
pflichten ;gegin-die übrigen Stände hinten an :gefegtr 
sten Eskgendie: Anekdote wird feine ‚gerechten une nt 
be Denlungsart in's hellſte Licht ſezzen. aid 
ar, 2247. Dewerkte er, eiuſt bei einer Karnevals⸗ 
| Mebonte;,eime „Auffallend große Menge von :fchbik _ 
gewachſenen Vedienten. Als. man ihm auffeine: 
Nachfrage mehreutheils Dymen nannte, <in derem 
Zienſt: fie: ſtaͤnden, fü fagte.er voll Unwillen⸗ es fer 
Schade, daß ſolcht Müßiggängenden Weibern aufer 
wurtetenz ſie andren‘ nuͤzlicher fuͤr den Stabz were: 


Na —18 


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 erniie ati er he Awldderte 
‚Bier; dageaminneſie alrerfatıs vazube- 
Wegen Arte en ed bes Königs Wille wäre, 
Fa einen‘ Zerſtrewmung / emd ·ini Nachdenken über. 
andre” Gegeilfiäne” werfefte "Friedrich kurz : (73 
ee Ueb ee, Der Sinn konnte hiers 
ven fen anbrer Jein, als der, es würde ihn freuen; 
wenn man Anen und den andern in Guͤte zum Sol 
datenſtande bewegen koͤnnte. Die Berliniſchen 
Bffiuere malhten won dieſer vernunftigen Dentung 
eine ganz verkehrte Auslegung, und erlaubten ſich 
Di. tere Mißbrauch. Gleich am nächften 
Ziude "wurden "alle Straßen der Hauptſtadt mit 
Serhern nd“ Sblbaten·⸗ Matronillen angefuͤllt, 
welche nicht orte Alle Bebienten gewaltfam von den 
age herunterriſſen, Fordern‘ dich KRaufmanns⸗ 
ducner · Warbiergefellen Handwerksbuvſchen ‚und 
aubre Leute von · ‚gutem Wuchſe in’ die Wachſtuben 
ſchleppten, ” wid’ durch ſchaͤndliche Mihandlungen 
gehn Auziehen des Solbarenrokles zwaugen. Gang 
‚Wertht gerierh- in Schrekken, alles dffehtliche Wera 
Ki rg," jeder Kaufmann‘ ſchloß ‚feinen 
Snen; jeder Bürger verriegefte felme Wohnung, jede 
Slenße wurde dde nub menſchenletr. Der König er) 


flaͤunte aͤber eine ſolche Misdentung feiner muſchul⸗ 


digen Worte, er befahl int heftigſten Unwillen uͤber 
die: Urheber diefeß Umfriges, alle‘ elttgezognen 


Perfonen: föRtekh zu befreien tb ftare Ihrer die 5 


AUndruhſtifter gefangen zu nehmen und zu beſtrafen. 
Er erklaͤrte den Tag diefer Gewaltthärigkeiten für 
Gallus Vr. ar 1.08, "=: en . den, 


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Er — 
zen tnauriafen —— hisherigen Beklersign 


aind ‚ei die Kaufleute und die poruchmſten anherg 


| Bürger. auf das Karktaus berufen, mo ſte die Bärky 
en Verficvernngen, erhleiten, „Daf kein Manch ie 


206 Standes, mbaqhte er auch. bie, größte Laipıde 


länge haben ,.. vider Millen uyter, irgend einem Vor⸗ 
wande zum KZriegadienſte angewerber werden falle 
40: Dieb. felfte. Die Orhnung Aeden. her, und iq⸗ 
zubigee: ‚die Bemäther, Ä rd 
Wenn fib..riedrich vun, Dip Sinfärrdee 
Kung. der wilitärifchen ‚Schreffenswißltähr, die Liche 
der Bürger erwarb, fo gewann: er durch feine Faͤr⸗ 
ſorge für dienſtunfaͤhig gewordne Soldaten die Her 
en der Vaterlandglaͤmpfer. Im Jatzuar 1743 408 
darf erben Plan. zur Aufführung eines —& 
denhauſes, in welchem alte; verſtaͤmmelte. nu 
Ansgediente Soldaten verpflegi werden foliten. In 
"einer tobten,. unhewohnten Gieoend. vor dem Sigg 
nienburger Thore ‚wurde der Bau ohne. Zoͤgern auge; 
fangen und durch Die Menge der, Arbeiter/ mar 
das Treiben des Königs, ‚der überhaupt; bei Many . 
raſch, faſt uͤbereilt perfuhr, ſtand das Hauptadi 
baͤude ſchon im Oltober vollenden da/ und prauet⸗ 
wit der febr paſſend. som Markis. D Urgens wre 
gebenen JInſchrift: Iaelo et invicto. Mile #y 
Sa ibın fand der, Invalide af mdaliche Benni: 
lichleit und Unterftäguug.. : Eine, latheliſche un 
tere Kirche man BR Wil J 


1 .” 


ne en 





‚-ut- 


and naehrere Wicthfihaftsgehöuhe für feine tpe 
ru Vedurſaiſſe; amp die Öne Gegend unıher erhiels 
durch —— ‚Anlagen, perrs Leben und, beit 


1 r ieb ri os Beheben, vonh Verod uungen 
—— ugd Ermunterungen icder Art die Kol⸗ 


sus. (signed Landes zu befoͤrdern umD zu arhühen, xw 
* viele Kople, auf / neue Erfindungeu zu one. 
uud mertwuͤrdige Verſuche zu. mathen, Die oft ip 
. Bjaigen garietken,, im Broßen neraugläften, nad das * . 


her mehrenthrils wieder wergeffen, oder buch ſelten 
nachstahan wurden. Der onlgliche Gaͤrtver zu 
‚ Mowbijon erzeugte auf oaterkännifipem, Boden wirds 
ches Zukkerrohr, woren man tqı Sabre 1733 
wie Raͤhmenß machte: Cin gewifſer Meilgenand 
— durch dlonomſche Kanſte einen Soudflet, 


der ſeit ni. Fahren acht. geduͤngt war, zu, einex 


folden Bemubeefsit, Dad, er.non 3 Eiheffel Bogen 


Umötant, 3 Wispel aber 48: Echeffel Gewinn ſiefexte, 


Ba, deniſelban Sonde ſtanhen Stquder you 164 Hals 


von, mon. laztera jede 6 bis 7200 Jang, lechsſchichtig 


un guohlbrmigt, der Garſte Akmlign Moch auffale 
leeder ‚par. Dad -Derfprehen „oeh. Mrgimentöfelbe 
man: Budemmites:von har arde, Dusch ein gee 
wife: Palete einen geſunden Diepfchen, mehrere 
Tage lang vhne weise Nehrungbusistel zu ſaͤttigen 
X zwei Qrenadieren und elta Dificier ang gutem 


Anpetit wurde 1756 bie Probe gugefiellg, und, wie 


«8. helft, bewaͤhrt gefundem. Eie marfcirsen täglich 
* Ber mxeranten ſadaun, und geneffeu cine 
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._ Yer ward Generalchirurgus, das Pulver IR: größrer 
x. Menge bereitet, ain Ende aber wenig gebraucht, 
weil man Magazine doch: für nöthiger zur Bäpfe 

wvuüng der Armee, alsl alle Pulver hieſt. Veſſer gelang 


es mit den Erfindungen rines anvern nachventernden | 


u u Manues, „des "Yofanientiererd Holfel b. Er vers 
fertige Begemeffer in Geſtalt einier großen Das 


ſchenuhr, die an jedem Whgen leicht augebracht, und 


weomit "eine Strekke vbn 166 Meilen richeig abge⸗ 


meſſen werden konnte. "Die Englaͤnder verdoltiomm⸗ 

ten-Diefe: Maſchine, and fanden · ſie beim Straßendan 
hdchſt nuzlich. Edeii dieſer Holfeld erfand Klabtere; 
Welche’ beim ‚Spielen die Noten auf ein veſondres | 


2 Yapfdr abfegten. Dem ranriäflin: Yasgkrgnahık: 


rim lolkendes, vielderfebechender Unteruehmen, wel⸗· 
ches gewinnfüchtige' Projektmacher erſonnvn⸗nſedoch 
ſcſchlecht berechnet hatten! Man errichtete: Menden 
Eu Ane Aſiatiſche Handelskompagunie,vie Bi 
j nach China hin haudeln/vbtt gegen Silber, avovon) 
man ſich einbildete, daß es mehr als Gov geachtet 
wuͤnde, Gold eintauſchen, "ind -andre- große Speka⸗ 
laͤtionen alısführktiwätlte. Ein gewiſſer Stwarde 


rhielt 7750 auf ER Fahre eine kotigliche Dein 


: dung dazu; das. Publikum ·ward “eingeladen ;- das 
ndbthige Geld in einzeluen Antheilen von Son Thalern 
aM Friedtichsd oren auf Hofnung höher: Ziuſen herzu⸗ 
keihen. "Die: Sache machte Aufſehen, veizten viele 
Kapitaliſten, gefiel dem“ Kbnige, und erhielt troz 
| ler eenflen und ſphitiſchen eoetenenng⸗ Bei⸗. 
fe 








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oloe ·web Somzert das mabe bes Pots dam pen 5 


1 


—— ES Ey 


* Am 17. dekwar. 1259 ging: das enſte Ei 
mÄarRauton; ah, ihm folgten. nach und nach. meh⸗ 
werd zdex. Handel ging: raſch, bald ſchlich er, Tangfaa 
wwerj. lest bärte er auf, Im Jahre 1765: 0erlaufte 
man Vaarer⸗Schiffeund ÄprigeFffelten; pub. ſtatt 
des arworatten Gewinne „.befanıen: die- Gläuhiges 
matten nkabar zur 18; Procent Kapital zurit; 
fe sähe alix an ichen; Hunders. 82 Thaler einz 


und Mtgdanbaug ſabe zum zweiten Male das Vorg 


dabenon calches Ar ae Kurfeſt [pn egonnen 


— — 


YO 3. Mei 1747 weine gxiebrie, Durch ein 
mal von 200. Gedelken und durch eig 


arbaute Latſi ſ ca loß oin. welches er ſeit dem Jebends 
laug bewohnten: Er: - gab eihnr. den Ramen Sanusq 
(au ci or gonfrei,, mie die Inſchrift der. Faca 
ciateranbugiſet Mid o Lai chat ‚is zweiten. Hefte 


ſeirenn Meldoten fahr. aunchiiliche Gruͤnde orgez 


brachn undahzfice dieſe Benennung nicht ſovohl auf 


das ules: Arien, ale nielmehr. auf. daß Brad 
dabeiarea Gleich Anfangs, var Erwaͤblung die⸗ 


ſer Gagtode an: keinem. iafaman. Sommer⸗Aufent⸗ 


helae numnd uech ebe dar; Grund um Schloffe aele 


war erh 1740. an day. ſEtille ‚eine. ee. 


. „arı 


nbeis bad; Bonälbe. alt Bayer. bekleiden. und 


wachhat. auiuhr oux xlevende Pildſaͤude DER. 
Klene naher Blumen gdtkig: ſtizen. -. Diele 
Gerit Aa: Rakelı: ſehr geſeim gehalten, und uur 
wenigen Monenin Roh une ver. 


ir 


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ers ⸗ 


hir zZoce ſtets vie Aegen/ —* wandim PR | 


, fir ſeines Seadirzimmers. gerade gogenſcher; ci. 


khons Kurakteriſtifches, DaB’ dr aus Frei · Wahl: uns 
u vom Votlke unbemerkt Bel feinen Gerimwerszignigame 
gen dei Web immer Vor Augen harte): wid Aine- 
roſtlofen Begriffe“ Baben vVennoch air ct Frohe 

J Lebensgenuffe ul mit ehren ſtreugen Pfichtgefuchie 
‚A deteinigen Wagner: RI ·vas Sci uwch nicht 


gbollender war eier den Martis Aligeno, 


daß er dei end: ARE Gebraken ir Eibumuugrinrs 


Luſtſchloſſes auch die unge gehabt haben daſelbſt 


=; vr einer en je re daſc ſezte 


Be, je Frei Tower irren 


Ehen Werde, dan werdeich iu freie 
feintEt wollle hler begraben ſein, webches jedoch 
BASE geſchehen aiſt.gu See aidt 
in dem glänzenden: Elenude des Mofgeprauges ſon⸗ 
bern in der anſamen Zurũtge zogenheit⸗ eines wetfen 


Privaimaunes; von Bier and‘ vgierte er fing” years 
ktrultue Staten, und hier aberlien Ar ſich, uach Er 
Ad ferier: Brftinpteishe; “beit Yedijen einfache⸗ 


 ‚igeügngen, dem Unigaege mit ven Wufeh,; dad 
den Unlerhaltungen mit · wigzigen imd geleherea Lieb⸗ 
Kürgen, Me aber th Heine Vrpterangiunpe den, ww 
Hören‘ Linfluß: Hatten Schon und are ce 
bebrt e⸗enſenne Lebensurt in einor dichteriſchin Eyifich 


an den Maͤrkls d Urgeus auf findeirtxn, Beni 


- 


traͤger Matkis, andy Sausſonri. 1 Gier herrſche 


Aune CThorheit non Yang qualenken · Euſtinaien / 


J | 
2 . u 0 


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nder alone Tee vie? der Nerſtctloenbilng sa | 
Mwvao paart· Hier ſfuw feind vornehine 5 
Raten; tier echigte Scheihheifiäl, keine alten | 
ten, vw taußbweiſe Aber Aridieg i imd wie . 
„es: freditie,‘ Eine ſparſame Mitagstant 4 
Arselthe wma Geſpraͤche wöärzen, wobei iuweilen 
anlängendt Fucken· eines iedhaftln Whzes "auf Ron N 
Aſten wer Narren beluſtigen, befriedigr hier das Ba 
Danas, und bie ſeltdliche Einſmteit fange wit 
‚join faftes Bollwerk idider die Anfaͤlle des get aͤuſch⸗ 
selben: Pdhoiß die dr gewdhnllch audit Werehrer 
re uch Miſſenfchaften zu‘ ıtiadhen pftegt.“ 
Where Zit ſchrieb Friebrich fein Yon Ger 
wicht: Non· det Vriegvtunſt, ld Fate‘ die Gedicht⸗ 
nico Mafſaͤzze, welehe unker den gtamen det Werte 
VEsad tee Sausfouck “bekannt ° . 
Aare: Echon held nach dem —** Frie⸗ 
Don / oörfaßte MeBentrörgfeiten det 
Brenue nungen Sefchichre, wozu ihn j 
ver Miniſter Hetybetg, vamals Aur och ein von 
ver: Misiserfieht:sußlgefonnmmer Fäniglirig‘, befonderd 
Bade iczojaͤnrigen Kriege und‘ dat Blandeudurgiſchen 

Wiegswaſen aus den tdniglichen Anbiven bie ndihl⸗ 

gen dus zuge gemacht · hatte. DR Schlift, weldie - 
ſich warch Bewer Urchendh, dutch rahn⸗ 
te ee Karäkiiten, unb eine , 

| geiner au ffulaepe eher ubjeichiee, würde 

| siegen Ey rare 

vo Dieſe au einem SCötitfe [6 Ahenohnlen Beſchat⸗ | 
ers —* 

© —X VV li⸗ 


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| Pam, Bis — —* —E 
verhreiteten ‚Seinen, Ruhm bis in ferue Gegendeaat. 
Aus dem. Ökienpe, erfhienen, Minzen und bholua Eex 

ſandie, um ihni hre Ehrfurchtzu zalle. In Dutg 





1746 lam ein Siriſcher Prinz, Mahfer Haie: - 


u ind 1750. ejm Geſandter, des Fatarlaas: vupedes 
Sultans von. Budzial ‚an; fehm, Hof e 
durch Ihre feltfamen, Aufzüge, aller Angen · aun ih 
. zoͤgen, ‚ehrenyoll, empfangen- AuD nit atn ausgtſache 
teften Feſten Dewirsget: wurden. JImder Bdigt melz 
deteu fi nnd, niehreye Moxgenlaͤupiſche Mituntien, 
am Srieprich’e, Sf, zu verhegrtigheg,. Kür. ee - 
aber, dafl fe im Frunde aur Mettler vonnenznieriich , 
Almoſen erfinleichen, wollten ; er lehme daher ferne 
| Befuche der Art ‚vienffzeupnlichk: Ah. Sa ekaefte 
| der Herren Bettep.aus dern page immbe mau nicht⸗ 
im ‚dern Hofe Ffiedrich's Glaus apdı Aknfehenogn 


— hebemn — „abgefehieden, usa, allem Bruple erırer 


Sansfouc lebſen xcoiorte a ſapiment ſo wielta 
diufwand fir. Bergnägyngen „und, Faſte macdhte es 
doch ‚zu Zewiſſen Seiten... befonpars an ze Gelurrio 
tagen feinen ; Matter nnd: andeer Angehoͤrigen bed 
Hauſes, und-. ut Karnevalt zeit in Verlin.Vt 
I6arite ni nich 98 Schäpe zufarun „oma ſich uk wie 
ein, Gera a anderem: Ynpliäke, Mmiſweiden; ſoudern 
‚er bemahrte ‚elyen heit zu--upnanlarnga ehe Stande | 
bedärfniffen,, un), yepwendege aingn>ohderä, umedig 

Känfflen und andwertern Verdienſt ge: verichaffee 
und. den Geldumlanf,äg befdrhemn..; Dhmedenb. von 
Natut für Warme rn en 3 


Ben Pe 


4 





“- _ F NT“ Ps 


nike innehge int Abit ge, 16 

ertes an loſtiznen ad; teienden Worgnuͤgungen in 
dieſer Meriede ocht feblen. Hier ein / Weiſpiel ſtatt 
aller, Seindt Whitter Seburistag feirvie er 174% 
falgehet Geſſalte Es teurbe eino Praͤthtige end 
Axer, Traumüed Seipio, gogeben · Nahe . 
 Weile:der Hufiin einem Zimmer ded· Konigs, tel⸗ 
Rt: aus eiaoni Tiuftlichen Worten: dom: Zwergbaͤu⸗ 
en heſtande⸗ sie volle ungenöhriikectes ‚was m 
Miryi. md: uilig reife Fruͤchir itngrut Dit: erfig 
Maag nes Bars Sopeit Waltseeriewären) 
dt Keftbarkäkenben rillauten beſezt, woelche durch 


ei Arten merloſet : avurden.n Sechzmat vrruͤadeu J— 


hr darauftie Mafel Schäfkin, Sen alletz was 
un ben Gefcharal rgozzen konnde dieferten; iuwb 
u Machtiſch erſchpfie: in zehni Vorſtellungen duch. 
Miʒ ard alle uuſt:der Hoftonditoer· nt 
2 Bein det Nafmokfanbeli,unwiihe Ira eder aich 
Auf: nie idee Gefihäfte wandte , n mid dej den Were 
uhgungemn, Denen ic ſach ·von AAt zn1Zeir aberltrß 
nerſamte er; eomicht/ ſerie Blilke cuf die großen 
Acwelegenheiten. Caroptus guirbchten Mare 
"Eiherefie,:werdgärikch demi Drebdner / Frieben den 
Veiegi megen dire agaatifchen Bantzjieg 
las Fromtooich mic Spanien: uoch⸗ fortgeſegt harteß 
‚Mehate: ſi c ſ zu Mayen it: men: Beindun 
- ri. nn table Bertrand: Srieii 
‚Shilter ne. Gern An Fllen m vn zuur Aachner Korh 
gechke, ma eek ih Lan wähtı ſchlto⸗ 
Iemiie: Muches ins: RG iedenstuaitaugh 


ann. | — den 


Zur 738 — 


| den 1 Bir von E lekden Hirten: De: 
dein ‚den zwenen Schlefiichen Arieg niven gan . . 
suche. Wünfbe: und Abſichten prendigr. hikte,iche 
kezte er. ſeine Werbindung mit. Dicker Arandı dermechß/ 

- font, Schloß dereint wir-ähr:. UN a7eier Lſtiaz lei 
 Rwedenuugd..mit ls befondens Ss 
Handels⸗ Meheteinkunfts: -S Ihr zu efallen unb ant 

ibt: und den: Kurfuͤrſton von::hek.: Pakg > und. Kite: 
wurkend, wjdenſegte er ſich ſeit i socdern Bünfihänge 


zur; Romiſchen: Nonigs mahl deg Erzherzoge ki: 


ſeph/weichen Hannoner umde Seqhſen⸗ beginſtigten 


Diefe dingelegeuhalt emregte am allen Deutſche ten 
boͤfen lebhafte Beibegumgen: mb mannigfaltige u 


tternandlungen. kin: Paupteugenmerk::inbefien- 

, Bub anenfahrlih: wer Bebante j: Daß, der Wiener 
a auf die tere era · Schbrſlewe 
ſinne; Argwohn and Migtrauen erfhälten- Kr - 

Eifer, DER geheimen Uwmtricken bed: Wiener. iKabis. 
ui nochduſpoͤren; und Der riplq mechtfertigte tie 


A Werdacht. Dina: kanm Me Marie Tin 
aefie. in; Dreiinef. Frieden gunkızmweiten Mole. -- 


Sriebe iches Herrſchaft uͤber Cihlefterangnluguig:  ' 
amd ihn Frog. An Aubigen Beige dann wre. . 
Geldher;,..dEB fie tet Kupigkeis vtpgaßd Bienpeilighie. 
der Tralzates virfpotiete,.. ide arucechar Jauuf 

ie Fahre: 174 die ſe om: Weten arg 
Oreoaben zu ine. getzeinun Wande sgogen Ares 

dem’. vernadite;::gvohei.: um Falle ime Qiegeaan 

wartäuflte Mückiung, bei erhiißtion Känter Felhyen 
ſa te ROM Rap on Rublenil. 
u% j Vente 


> „ 
“ [1 


Per 


Bine: os Natun Ten’ gtrich side; defls'ihieht äh 
Bir: endet der Stintihteit und . gewiffer Genäffe, 
woraber man damals die geringern Stände beffrafte, 
sh wog: bie miehrfien Heben ein’ Privtieghmi a, 
haden Ziaubten. Priedihch wachte einige‘ fattrid 


ſche Berherkungen’hieräbet‘, welche der Eliſaber zu - 


Doter Taten, "and? fe in dem Grade erbinerten 
wall: fie ſich willig mitſeinen Feinden zur Rache N 
— wur FRE ihm abgenrigt/ weil eo 
Eiiete ı Melon Häite,uhd "feine: Gemahlin aicht 
Beßıa; Die: Defirerigäichei und Saͤchfiſchen inte 
Wer: wußben: die Höintieften" Nänfe zu geschücheng 
un: fer Zorı nhıhet Aiehr zu eniflamwen⸗ 
nt tie Gelegenhẽetin ya’ Ahtfernen,, wodurch ihr 
wi Vifero Meimng voi · Frledrich hatie ‚südefährt j 
werden tönen; Diermit üoch nicht zufrieden, arbei⸗ 
trre der Wiener Hof mit unermaͤdeter Empigleirdare 
an; Mnig Kudıd TERV. von Frankteich in 
feiae Plane ze ziehen / bei Haß ;- welcher Teit‘ äh u 
Danteren! beibe teicheokretinte, und von Geflecht 
un Drfchli erbte/ g veititgen , und' kiile Vetbmi⸗ 
dunij zu ſchſirßen, die der Pofitifern' ale \ 
0 himdoiſch Fehlen. Der Graf don“ a. 
Deſtwitcher Geſanvrer Yu Varid eb nich nl 
vaaR,- uin vles Meifierſtat der Sratokanft / wie 
ſMut ann hen delanhteten / "ji Gtande u hringen· 
DONE war eine ME vergrbeils; Enblich ge⸗ 


aan ira iu, die Featgzdftſeben MNitrner kaluſtunſg 


, Bea Fanrviuch zu acheij; ‚ver Hansi Sr 
— Kuh Won Brit —— 
wi f 


— w- 


ſchen Peinneik: - "Die Bramgofm.gerietiem: 11295: wi 
i ‚den. Ensiandern wegen einiger Greuzmeilen Kand von 
db, xuͤſten. Eindden Kanadas: in Aweribaru 
Streit; t;. das Perſailler Kabiprt.-haste-: die Abſicht, 
dos Kurlürſteuthum Haurgpyer zu, belegen Air 
 Umerifa, in Deusfcland zu erobern. Giegaga lie 
i Öfk, feine: Dentichen.. Stammlandar mhn.aiqhzſeimn 
Knigreich, liebte ... diffezte ‚par dieſem aindichen 
Porhaben und, um ec rüfgängis zu ugdien , Indien 
5 ira Frenudſchaf „ Neztres.uriaßt , n 0 
| eoxge in voltonumpem, Kinnesändnjf, mitaen . 
 Kaiferin Eliſaber bente nn. nd, daß die. Auglifchen 
„> Onlngen; Biel Eingang hel dan Muikioen Mieten 
ken. „Diele. Brmerfung, ‚an. bie. Bedgerimelbe 
Sr Dargug henkeiteig,. hie Ruſgiſche. Freundſchaſt duh 
8 2 Vermittlung . ‚gewinnen. zu Üinyanıt anueme 
löste, iur, ſich mir.‚Engfapd, zu- vereigigen,.: ge 
u un deſto mehr, "Por feing. Alliang. zip. Faaukreich 
2. 3u.Fube ‚ging. :. pn. 46. Jaruatr 7a 
* din ‚aebeimen Traftat ‚ou; Meitmänfteran nad 
wehfheie keinne frempen Truppen den Dentſchenva ⸗ 
den „betreten, folten.. Gipen Monat ·ven mieſer Day 
abrepung-kap, ber Srangbfiiche Herzog van. Rivem 
und, na Vvarlin, md ſuchte den Koni rnhpat 
Ynprbieten.,.. ihm vie mefimhite: ale Tabas« 
einzuräumen ‚zur Theilnahme au einem Sulngssuih 
gegen. Hanover gu, beweach· Friedrich maiterie 
Sache aid. Schero aufs ‚Ihote alle Beamsbiilken 
Borfeiegelwugen 0b, „id. aim, ſo aniruirksin cam 
Berkgeripk #8: ne —2 kan ——— deln 


UI 








⸗ 


ei Dee ven Pieißenv Seinde im fol⸗ 


— En =... 


‚6 6 Meiträhed ich jegfe. 08 ri | 


von dieſer Allianz erregte‘ am granzbſiſchen Hole 


"willen ed‘ Gin‘: « Bogleich der‘ Termin de 7 


Prenßiſchen Verbindung mit drankreich vorfloſſer 
war, Friebrich folglich freie Hände hatte, "und eine 


sihentitche -Feindfeligkeit’geaen Frankreich,” fondern | 
bleß die Neutralität Deitfchlarbd benbfichtiare „1b 
ſyr athman gu Verſailles deni Sizzed © Weberniets 


des under Veraͤnderlichkeit, in einem foiyen Tone 


bon Friledrich, als iob er ein Repoltewaͤre. | 5 
Dirs oat der guͤnſtige Augenblik, den Kaumi F 


ergriff, undder ſeine Wanſche kronte.Ein "alfa 
won :Kefeigkeit: bei dem Könige vdudwig XV. ‚dd 


Die Gewohrnheit deo Statsrathes/ gerade jezt gegen . 


Fiedrich in. Fränzöfifien Kiradtn zu fethten⸗ bei 


wirkto, warn RR beni 16. Sekuͤld für übrige 
Ach gehatren Halte‘; 3 efite® enge Vereinigung zwiſchen 


ven Erbfemden Bourbhon und Hab 6b frg 
Den 6. Mai: 1756 würde von Deftreidg und Srahls 


reich) se Verſailles jrne "Altanz, , ‚die niau ven Buhl 
wer: großen Mächte nannte⸗ geſchloffen nach el 
ae jeder Hof dem andern verſprach, Hi gegenfelz 
dig tm Falle, daß einer‘ attgegriffen würde, mit 
34600: Häffdtruppen beizuſtehen. Frankreith ließ 
ar aber-in der Zölge durch rachſuͤchtige Eingebhns Ä 


ven Lewegen, ſtatt diefer Vedungnen 24806 Mann 
Sehwaͤrme von · 180,060 Streitern gegen Friedrich 
und‘ Geoige abzufchikken. Der Franzdfiſthe Einfluß 

in Die: "Berathfchlagungeh‘ des Reichsrathes "zu 


* ise — | 


| graben ‚Safıy dadutch „daß für. Bann 
augen, gzriedrich erflaͤrte. u non 
"Die Heffung, des Konigs aan Prouber, dutch 
feine „Verbindung, mit England Dad wie Vern⸗bmen 
mit Rußlaud wieder herzuſtellen, ſchlug. gänglich 
| fehl... Die Kaiferin Fliſahet hate den Köpig.Birdie: 
drich ſo unnerſdhplich, daß ſie um ſeine twegen ſv 
gat deu Englaͤudern bie alte: Freundſchaft aufloͤn⸗ 
digte. Sie konnte zwar „die Franzoͤſiſche Motion 
| sur ‚nicht, quöftehen;, aber ihr, Groff. gegen Friedrich 
war ‚no ſſaͤrker z;fie. that den Schritt / melher.iig 
er: ‚genug wurde, fi: wit. Frankreich zu verhin⸗ 
en, doc ziel ljeber, als ur einen: Same 
| Pereinignug mit Euglanp- znanterhaften wire ' 
Macht, die ihr Ploͤzlich ‚aumider wurg, mel - 
| den großen Friedrich zum Pundesſgenoſſen Dante... 
Der ‚mächtige Statenbund, wider Preaugen Härte 
I — werden koͤnnen, wenn feine Plane nd cd 
= ſichten bis, zum Angenhhlikke der Entſcheidang geheim 
op blieben. wären, ‚Uber bereits feit. bem-Dakne u745 
wubie zſiedrich jeden Anfehlng, welchennte heine. 
Kaiferinnen, in Opmeinfchaft Bruͤhls wer ihn. ente 
worfen hatten. Der geheime, Kanzelliſt Man zei 
zu „Dresden verrieth das ‚ganze Gewebe weiche⸗ 
zum Verderben Friedrichs entſponnen, war.“ Dur 
anſebnliche Geldſammen, nie Einige, ar und Ei 
geben heit fuͤr Friedrich, ie Andre ſagen, br ih 
verleitenn, Reim Preußifchen Geſandten. M —XRX 
abe Machen bie Depeſchen abſchriftlich suitzushsilen; 
wache vom. Wien und NPeterabug ze — 
n; 
J | 


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22 
3 1) 
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FOREREFEFFOR ERBEN wie Roger von —*— 
Mexbinbungd, Urkunden, Die ſich im Saͤchſeſchen Min 
shive befanyen. . Die :Urkanden ‚wurden‘ in. einem 
Echranke aufbewahrt, zu welchem ein Rachſchiccel 
ga Berlin verfertigt warde. Ans den Petereburger 
riefſchaften erſabr. Friedrich, daß Mußland in dern 
ahre 1756 hen. Krieg nach wicht. anfangen. kdame, 
in folgenden. Jatce. aber eine daft gräßere Thätigh 
Jeit beweifen male. Judeſſen gogen ſich doch ſchen 
so000 Raun in Licfland zuſammen. Ehen fo mach⸗ 
en bie Oeſtreichar, beatubliche Anſtalten in Bbhmem 
Sie verfammſſen zahlreiche Truppen aufn, a 
hildeten von ihnen zwei große Armeen. die eine 
Bahn. ihre Gtehang: unter ders Fuͤrſten Piccolos 
mini bei Söuigimgräy,. und DiEmmdFe unter dem 
Zeie warſchal Brome:rbei Prag. Men;legıe Ma⸗ 
** ‚an. hob zablrejche Pferde pr Fortbringuug 
ſchmerem Geſchuͤr uud Keben⸗mittein ab, aka 
eve fh, nld-ab- per. Feidzug rächfiens erdfuet 
yoezben ſollte. Die: Depeſchen aus Wien, welie 
Meuzel einlisferte, entbielten nithes ale Angriffee 
plane, und ‚waren: aur um einen Vorwand zum 
Kriege. verlegen. Uns Mangel eines beſſern Brums ' 
des beſchloß man endlich, die unbebeutenden Werbo⸗ 
ſtreitigkeiten, in welche Friedrich gerade damals 
mit dem Herzoge von Meklenburg gerathen war, als 


Urſache zur Sriegderflänung gu gebrauchen, inden 


ed leicht fi, dieſe geringluͤgigen Haͤndel als eine 
Berl, des Weſtfaͤſſchen Frieden: vorgufelen, 
au Diem Arglena⸗cea nehm ber Haß gegen ar 
| dri 


u euroncit Auehmötkch" — ** ——— 


2 


Ben m. 
a ni fi Brüche "Ale Heß wien sascih 


Alnguſten 736 zu Wien anfragen zu aſſen, was die 
Kriegsruͤſtungen in’? Böhmen: zu bedeuten hätten? 


=, Man, annwortekt zweideutig, Bunkeriändanbeftzkinie, 


man: wollte durchaus feine aufricheige Friedensber⸗ 
nicherung geben⸗ Welche Frledrich derlangte, man 
aͤugnete das Dafeln von“: verabrldeten Buͤndniffen 
winer Preußen, md: der: kaͤſerliche: Minister Rad 
is erklaͤrte, auch dem Inhulte elner aufgefatignek. 
Oepeſchean deu Siichfifchen: Miniſter Flemming, 
BB er mitraulenn Vorſaz den: Konig datch vetfuͤigh 
liche Antworten!ih nunruhe verſchzyen, nd zuͤm n 
ſangen der Formofelipfeiten bringen wolle. In Abs. 
ſicht des leztern Punktes hatte WHEN | 
gabter. ganz richtig ergtuͤndet, ro. ſeine Hatbhinged. - 
weife gm: errathecirFriebrich AWberzengte· ſich von 
der Nothwendigteit it den, Feinden’ zuvorzukommen; 
. u glaubte,“ beln anderes: Wihtet zur: Abrwenbeing 
der Gefahr zu Saben; als ihr ſelbſt kahn tntgegen za 
gehen. Died-ift: die Auficht der She, wie ſie delt 
Ringen des Konigs serächten, - und wie ſie ‚allen deren 
werfen, yoelche fie male Dam- Seife deffelben bettachs⸗ 
teten. DaB eh aber noch andre Gefichtöpmnfte gibt.· 
von weichen uns: an den Urfpkikig‘ dieſes Rrieged · 
beſchauen Abeme, lehrt das Beiſpiel bes Minifterd 
Horzberg, welcher den Zuſanimenhanz und die 
geheimen Zriebräder eines der verderblichſten Kriege 
. gewiß beffer als ee [., Amir Schriftſtiller uͤber⸗ 
ei. u ſahe, 


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“ 


ee 27’; u. ‘ 


m. ar Bach RI EL Wachranbiene 


“ dazu. laͤugnet, wenigfiens hoͤchſt ‚zweifelhaft mad 


. Selue merkwuͤrdige Aeußerung hierüber findet fi in 
der Hiftoriihen Nächricyt 'von dem lezten 
Sebenfjehre Friedrichs, welche er den 25. Say 
1787 in Der Derfagmlung der Alademie abi 
8 NM fagt dieſer henkende Statsmann, au. 
einaht, daß eventuelle Kriege: und 
Theiluugsprtane wider Friedrich“ exi⸗ 
AMiraenz ober daeſennur enensagdf wa⸗ 
——RXX ueh.die Bobin mag voranaeazs tug 
wriern.der Kündg von. Preußen: Sig 


„Are. ee Arien geben müde; BB 


— image inenehbichen bldihemg " 
bee Alaneı. iamela. marken .yat. 


Minsführung: selomwer:fein, oh 2. 


pgrhähriiher gewefenfein wärbe:.gin. ge 
wernnsken,:eld ihneu gubergufenunn, 
Woaa æce auch fei, die Neugiſer eig _ 
M di ga umd der Meineilmfiond der Bas. 
Añt he ata e im eis Saͤchfieſch ein. Gelrenkih 
ziind ;DÄK:. zuvenkiffige Urſache Diefeh 
 yAlndbiisficen. drin Kareges, u 
 gRrisotib ik und bg Dr nie Rain 
pngsetr Eb Luce gen aniıt hats neck Aber quch 


bach: en Sadyen:Bimat gn’Grumme 


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| Srrsicre des fiebenfäprigen Ka 
968 vom Ende Auguft- 1756 bis! 
13. Febr. 1763. u 
geid zug 1756. Zeiedrich 6 Elnfall in. 
Sachſen. Schlacht bei Loweoſij; den ıten 
Ottober. Einnahme/des Sidfifhen La⸗ 
gers bei Pirna den id. Dfoper. 
ee” ber Rbmiſch⸗ Gelchichtſchreiber eivius vom 
| zweiten Puniſchen Kriege, weicher 18 Jahre dauerte, 
Sagt, gilt eben fo ſehr von demjenigen, welcher fieben 


is 


"7 Sabre: hindurch: dos ‚brusfche Reich Dermüftete; mb 
7 gap Eurdpa gu Waſſer und zu Lande in Bewegung 


fezte. Es war der denkwuͤrdigſte Krieg: der nenuem⸗ 
BZeit, welchen machtige Staten mit der ganzen Kraft 
hhrer innern oder aͤuſern Staͤrke, mit der hoͤchſten 
.. Kunft einer erprobten Kriegskenntniß, und wit.noch 
grdßerm Kaffe als Nachdruk führten, und worin das 
lat fo abwechſelud und veraͤnderlich war, daß die. 
Sieger mehr al& einmal den Abgrund der Vernich⸗ 


>. Kung nahe an.fich. erdfuet ſahen. Voͤller, welche 


durch, Sprache, Sitten, Religion und Bildung noch 
weiter von einander abgingen, ald durch die Entfere . 
eng der Wohnplaͤzze, die fir ‚trennten; ‚Menfchen 
son ber feinften Kultur und. Naturfinder son ber 
roheſten Wildheit, Franzoſen, Deusiche, Unger, 
- Kroaten, Kalmufken, Baskiren, Rofalen, Rufen, 
- Schweden, Dalekarlier ftrdmten von der Nähe nes 
Rordpols, und von ben Kuͤſten des Adriatiſchen 

u Bar 4* NE Mens, “ 


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a 147 en 


Meer, von ven guße der Direnden, von den Ufene 


Der Wolga und dont: Geſtade des Kaspiſchen Mieres 


Jufänmen, um einen Koͤnig zu bekampfen, der fie 
nie beleidigi hatte, und ein Volk zu zertreten, das | 
die mehrſten nnter. ‚burn Tau dem Vottenamen 


nach kanuten. 


De Srievri® dei Krieg z zur Betrug feines , 
Neige⸗ für unvermeidlich hielt, fo zoͤgerie er wicht, - 


ibn auf eine At zu erofnen, welche feine Beide in 


Verreundetung und Beftätzung drachte. Noch beachte. - 
kelner ernſilich barkın), ihn ſchon jezt anzugreifen, 
dem aͤberall ‚fehlte: ed an Geld, an Kriegsbeduͤrf⸗ 


niffen, an gehöriger Truppenzahl, neh Niernand 


. Yarte feine Röftungen nur zur Hälfte vollendet,‘ Da. 


erfihien Friedrich plözlich und "fürchtesfich mit 


Go0o Man im Felde, und bemaͤchtigte ſich des 
Kurfuͤrſtenthums Sachfen, ehe: jemand ahnere, wo 
der erſte "Schlag niederfallen wuͤrde. Deil aller 


Wahrſcheinlichkeit eines nahen Krieges erfuhren nm 


⁊ 


wenige Vertraute Friedtichs, wenn ud wo ey 


ausbrechen follte. Am 20. Auguſt rief der König - 


den Belseimenräch von Herzberg ganz itögehein 


nach Sansfouch,': bergab ihm Lie Depefipem dog - 


Saͤchſtſchen Hofes, und trug ihm auf, daraud einen 


Muszag zu verfertigen, welcher allen Höfen zur Bes 
nachrichtigung Über die Urjachen des Feluzuges mid 
. gethellt warde. Friedrich allen machte durch Dülfe 


des Kriegszaͤhlmeiſters Kb p pen ir allen. Provinzeü 


in gedßter Stiue die Truppen marſchfertig; die Dis | 


ſeblohader der. man Arhielten: serfchloßne Or 
Win .3 , IR 2) “ . derbe 


0. 


2... _? u of: 2 


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| - 248 — BE 


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en * die ee au Een genichn; Tog⸗ Adfeh AR. 
Ben durften; Celbſt is Merian: seusder König dig - 


Garniſon perſbabich ausfuͤrge, enſube man Monde . 


Nichtung des Marſches cher bidhtä, ala bis man dia 


vandſtratze nach Sehen hetrot. Es war. dan 298° 
Auguſt, als dieſer folgenreiche Heereszug hegeane 


WWie Arwmeenruͤlte in drez Abthefluagen nache Sachſen, 


N at ſollte: bimwen B Tagen An dern Naͤherwot Dresden 
zuſammentreffen. Die erſte; Libtheibang · wurden von 


Friedriys Echwngen, Mn Heczege Ser dinand 


a gen Braunſchweig, über MalleReip zig, Beeibergrn 
an den Dre ihrer Veſtimmung gefuͤhrt. Dip ſcan⸗ 


- "am aber die zweite Kolenute zog ſich unter der.Meſe 


“opt, da: Sinigs. am linden Cuonftr üben Witienbere 


Torgau, Meißen und Keſfelsdorf nach Dreapam 


"Ab. bie deine Mibtteihung boichunt van dem Jen 
zer a Benaan,. all za, der Gegenir: urn. 
Sroulfarg durch Die Lanſiz ani;bag, taste or von 


Elbe, Pieme gegenuber, Ammn Saptember men 


alle Preußen in. der. Nachbarſchafd der Sachſiſchen 


Reſidenz augelaugt. Die gerſtrenean Gaͤthſiſchen 


Soldaten, die auf feinen Widerſtqud gefaſt wrug - 


zegen . fi) überall gehen Fk zuni, Der Meu⸗ 
bßiſche Morſch verdiente wegen der Nöberrafihüng:ädd 
Esxnalligkejt/ womii er geſehahe wegen des uyfkird 
hnuften Orpuung, die man berbachtite, und wagen 


er genaven Nerechnung, wöerüt: Feder Juguntnäebg - 


Anuuſt / Saſiaut war, dit hoͤchſte Bewnud uugt 


Gnedrich. xechtfenigte femme ¶ Sthricte et gea 


| we oktärungy; welche an: ſeibez Werfaßt Hat" 
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nt Selber: Rn Rnchnecht —— 


—* derierh ver Saͤchſiſche Hof ar: Beſtaͤrzung. 


Dt geheime Seardrath hielt nnuter demn Vorſizze u 
DENE S eint Verſammlung "hc wer; kb. Ss 


Birke zwar wilt den großen Riem Zeiedrichs Ra... 
bder als vinen · Math: cheilen wollen; abet a. 


. Wartet gun dieſenn Binek fh wenig bekuͤramert. Ja. 
Polen ſtanden kinige Baͤchſeſche Regimenter, mühe - 
olnmal Tiefe Warer zum Schuz Des Vaterlandes ges 
ruftn wordeh; an hatte für kein Magazin geſorgi, 
au keiue Eiykizemng” der Rruppen. gedacht; um DIE 
Nepriglen vos Hoſes und vie Aſiariſche Verſchwen· 
King Bruͤhls befriedigen zu Tönen, war die Arinee, 
nelche 40000 Maut enthalten ſollte, bis auf 17080 


vermindert. Jezt wußte: man weder Rath nech 


Hulfe; - und eben darum erwaͤhlte man gerade die 


ünglätfichfien und · Kehlechteſten Maßregeln, die zu 


ordenten waren. Der Of Rurswettmußtremiß,  . 
fürmittlichen: Truppen BA Pirna an Koͤnigſtein uusßs 
. Goimenftein hin zwiſthen der Elbe und 'einer Sue 


en ſchroffen Felſen en Lager dezirhen; VB jeden Bu 


fraineſachen "Yniffe:; rnit der Ddtenden Hans 
ger, wierjichen konnte, Die Natur hatte ſchon 
ales gerhan, üm Died Layer zu bewcchton; die Kunſt 
beriferte fi, 6 gung bci zu machen; 


Die Ehäyfreen Wenerate benvzten Vie men gich 
Atriödtver dazu, nin Die dhnedem engen ind faf ws‘. 


wegfamen Zagaãnge ded vigers vollends Durch, Ver 
‚Sitte und Prilliſaden za verſchlikßen; vergaßen aber 
wen, Mo ar wog, für Qebeua 


mittel 


. . 
. . 
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1J 


ee 150 — 


abe. Fer. Di raten Dielen dh. 
Hungers waren freilich dem ‚Grafen Bräpi.unbee 
\ kannt, einem Miniſter, der zwar wit feinem Deren, 


dem Könige Auguſt LEI. und den Prinzen Kaner 


J und Karl den Truppen in bie Felſenkluͤſte gefolgt war 


ber aber mitten: unter dem allgemeinen. Eleude nach 


immer eine ſchwelgeriſche Tafel hielt, -weil:- die 


Preußen die Kachenwagen für deu. Hof zur. Zeit 
ber Einſchließung ungehindert ein» und ausließen. 


8 r aͤhl erwog die Wichtigkeit des Brodtbeduͤrfniſſes 


t 


wicht, weil er es noch nie gefühlt hatte; Darum 


machte er damals, ald es noch in feiner Gewalt 


Rand, nur zundedeutende Anſtalten zur Verſorguug 


"der edlen und muthigen Sachſen; daher hatte * 


nr auf 14 Fage vollen zureichenden Vorrath; 
wach konnte mehr geſchehen; denn ſchon am 2. * | 

teniber ruͤlte die Lrmee in's Lager, und erſt ſeit der 
Mitte dieſes Monais wurden ihnen bie Zufuhren uow 


den Preußen gänzlich abgeſchnitten. „Die Hofnung, 


bejzog. Friedrich wollte fie unter gewiſſen Bedin⸗ 
gungen zugeſtehen; aber Auguſt wollte von feinem 
“ befondern Porfchlägen etwas hören, fondern befland 
auf eiutr unhediugten uud allgemeingn Parteilofige 


dvurch die Balferliche Armee, welche der Selbwarichall 


Brown von Prag berbeiführte, errettet zu werben, 


wiegie nen Minifter in eine ſtolze Ruhe u Soc 
J loſizten ein. | 


Unterdeſſen fingen ie Beiden Könige 5 riedrich 
und Auguſt einen Briefwechſel au, deſſen Inhalt 
ſich auf die Bewilligung des Neutralitaͤt Sachſens 


— —⸗ m‘. “ 





-...- 


— tet, on rc wei, daß er fie wegen feine 
augen Verbindung mit den Katferhbfen nicht auf⸗ 
eichaig deodachten wuͤrde: er verlangte Beweiſe und 


"Sicherheit, und weil Sachſen keins von beiden geben - 


mochte, ſo ließ ſich Preußen nicht weiter darauf ein. ' 
Des wegen fuchte ſich Friedrich im Sachſen zu be⸗ 
haupten; er nannte die Befezzung dieſes Landes nur 
ein Depaut, eine Verwahrung; eine Spizfindigkeit 
Ber weıtern Gtatskanſt, womit man gewaltſame Un⸗ 


ternehmungen beſchoͤnigen, und die Welt taͤuſchen 
will, die ſich aber durch leere Namen nicht hinter⸗ 


gehen läßt, ſondern ungeſcheut jedes Ding nach der 
woahren  Befchaffenheit :benenut. Der Erfolg. zeigte 
es auch bald, wie dies sinfiweilige Nehmen in Bere 
wahrang zu verſtehen fei, Denn es wurden Gelb⸗ 
ſtenern und Naturallieferungen jeder Art ausge⸗ 
ſchrieben, alle Kaſſen im Lande in Beſchlag genem⸗ 
men, die Kanzleien in der Hauptſtadt verfiegelt; Dis 


VBerſammlungs ſaͤle der hoben Beaniten verfchloffen, 


mehrere angeſehne Civildiener und Raͤthe verabe 
ſchiedet, das Muͤnzdepattement aufgehoben, die 
ganze Artillerie und Munition aus dem Zeughauſe 
nach Magdeburg geſchaft und die Schweizergaid⸗ 
entwafnet. Es iſt ſchwer zu begreifen, wie dies alles 
mit einer freundfchaftlichen Bewahrung gereimt wem 
ben Fönne. In feinem perſonlichen Beuchmen iss 
deſſen zeigte ſich Friedrich liebreich und gefaͤllig, 
und gab ſich das Anſehn eines Gaſtes, Freundes 
und Bandesgenoſſen. Er nahm. fein Quartier im 


Dresden, we wm 10 — — 2 


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| hr ar im Schlette, ai ber Grube u. 
an Buß und dem Aurpuiugen, Die daſelbſt zumälgee | 
lieben waren ; keine Nowmehmtichleit. zu sachen, 
„E fondern. er wohnte in einem Garten der Worlds, 
geſtattete allen ſremben Gefandten, allen Sihfikhen / . 
Standesperſonen, /und dem Stadtinagiſtrate freien 
Futritt zu ſich, und miſchen Scherz, frohe Lauue und 
Anmuth in feine Unterhaltung mit ihnen . Cr bie. 
: fughte ſelbſt die Kirche, nad beſcheolte den Prediger 
alt Champagner⸗ Weir. An ber Mfenstichen. Tafel . 
bunfte. das Voll ihansemteiie zuſchauen. Der Halte 
warf Keith uußes; vie Tönigliche Fumilie de⸗ 
grüßen, und wir Hoͤclichleit Überhäufen, wogegen 
die Königin ihren Veſieger zut Tafel einladen, und 
2 Übenieinen. Kannmerherru zur Bebimung.anhietem - 
lließ, welches. natuͤrlich von Friedrich. wicht: anger 
yonımen wurde. Das Eaͤchſiſche Lager werte ind 
deſſen von 32000 HPreußen an beiden Elbuſten eins 
geſchleffen; md eine andte eben fo ſtarkle Armee 
rtuͤfte unter dem Felduarichall Keith. in die Bob⸗ 
wiſche Grenze, drang bis Lia ß i an der Elbe, ne .. 
lagerte ſich bei Johnsdorf. Der Herzog Bert = 
naud von Brauuſchweig hatte Gelegenheit, mit 
bein Vortrabe bie erſten Kriegsthaten zu verrichten, 
ae vertrieb den Taiferlichen General Wied us Nie 
 Inuberf, welches Diefer mit, 000 Mann befegt Hatte, 
Vis zu Eundr s Gaptembens fiel ıneier wichta, Bee 
BeutendeB Hör: oo 
MDa dir Femde Friedtig⸗ ales das, was 
vom weinen. Kater wit, — 
ee ’ rte, 





N‘ ⸗ or Fun 
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Alte, fl: —E atianes, ihm. er 
marcher Umſtand * blieb ;; fo war es gu. Reis 
sang Helmes Ehre, ‚we zu: Nechtfenigung feineb 
inner da Sachſen urchaus nothwendig, — 
Bed: Dresdner Archivs zubranraͤchtigen, um die Ori⸗ | 
ginglichriften Der wider ˖ ihs vorbundnen Höfegu em 
balter. Dieſe wurden in J Zimmeru des Schloffitaufe 
bewahrt wilche mit einen Privat⸗ Genach der Konigin 
mnſaruuentingen; fie: wuren bereits elugeyaft, und 
falten nach Polen abgeführt werden. Des hoͤfliche 
Erſachten Friteder ichh an die Koͤnigin, die Schlaͤſſel 
anäzubefern,; - wurde trozzig abgeſchlagen. Des 
Prentiſche Kommandant Wyl ich non Dreaden era 
lieit daher den Anftrag, Bas Archiv auf ingend eins — 
Wet, ea ſei wir Guͤte vder Gewalt, in Beftz zu neh 
en: Nachdem einer ſrtintte abgeſchikten Officketr 
richts. auorichtete, begab er ſich ſelber zur Koͤnigin, 
bat, ſteyte, deſchwor ſie, Die verlangten Schloͤffel 
un geben. Die Koaigin, ‚eine Tochter des chemie - ' 
. gen Romiſchen Kaifels Joſelah, fühlte ihren 
Stolz beleidigt, ihren Zern erregt; fie ſteilte Ach 
wiit anageſiretten Armen ner die Ihüre, Amdıbes -- 
ehraerte, daß fie din Gingang mit ihrenz Leibe dek⸗ 
I wärbe, . Aber Wolich uachtete feinem, VBefchie 
"wach: weder ihres Schreiens, noch Widerſezzens, 
ſondern verfi icherte, daß man im äuferften Sale. 
Gewalt Weanchen, und die Dhuͤre erbrethen mürbe; 
mu er ſchob die Kntgin, wie Einige erzaͤhlen, wirds 
Pech. von det Thuͤrr weg. Nun wurden die Shläfs | 
3J— Ba Man ſand die vewunſchten Papiere, 
4 Baͤn⸗ 


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6 are, Bir ‚ber abnig "dem Sa imeinethe 


„Herzberg uͤbergab, uin ‚Daraus eine Becitfertie 


gung des Preußifgen Senehmens ‘ aufzufeggen, 
: Geldiger verfaßte aus den Originals Utkunden ber 
Deſtreichiſchen und. Sächfifchen Minifker binnen 9 - 
Tagen jene beruͤhmte Sratsſchrift e)y, welche 
die Mechtmaͤßigkeit ver Masregeln Ftiedrichs bei 
allen Unbefanznen anßer Zweifel ſezte. Dieſer Bors - 
fall, ohne welchen Friebrich'6 Ehre bei der Nachwelt 


‚auf immer zweibentig geblieben wäre, ob nicht viele . 


Ye ‚wie verrathnen Kopien erdichtet fein Tbnnten, 
trug fehr viel’ zur Vermehrung feiner Feinde Bei. 
Mo. an. eben dem. Tage rief die beleidigte. Königie 
alle frembe Gefandten zu ſich, ſchilderte ihnen Fries 
drich's Verfahren, ;. der auch alsbald nachher Die 


..  Gächfiichen Mintfter verabſchiedet hatte, mit den. 


ſchwaͤrzeſten Farben, und gab den Vorgang für eine, 
Beſchimpfung aller Könige aud. Ihre Tochter, . 
"Gemahlin des. Sranzdfilchen Dauphin's oder Aranı ⸗· 
prinzen, warf ſich ihrem Schwiegervater dem Ks 
nige Rudwig XV. zu-Fäßen, und bat in Thraͤnen 
— 5z— — ‚ ihre Eltern und ihr Vaterland zu 
raͤchen. Sranfreich Hehte jezt den Preußiſchen Eins’ 


fen. in Bann als: m Belegung des Weite 


‚® 8ie führt den —9— emoir⸗ iorn⸗ is 
. . oonduitö des .ooury de Vienve or de Baxe, er fur _ 
les defleins dangereux poptre 8. M. le .Roi de 
Prufle aveo les pioces originales et jußificariven, 
„Qi eu fournilfent les preuven. 4 Balin. ur | 


k 


- 135 m. | 
(hen: Bent vor, ab behaupteie, 06 ale 
Weichlizger tiefes Friedens wit poller Macht. wider N 
Friedrich quftreten uud Schweden, als den au⸗ 
dem Garant, gleichſalls dazu bereden muͤſſe. Uns 
zuittelbar Darauf wurden bie beiberjeitigen. Gefanngen 
obberufen ober. fortgefchift, - u 
en Der Engliſche und, Hollaͤndiſche geordnete | 
"gaben fich ‚alle Muͤhe, um, wo möglich, noch eine 
Ausföhuung. zwifhen Frie drich und Auguf zu 
ſtiſten. Friedrich war fehr geneigt day. Er 


’- wollte anfänglich. die Neutralitaͤt Sachſen's banillie 


gen, weng die Truppen: auseinander gingen und 
Ihre friedlichen Quartiere dezoͤgen. Später bin ers - 
hohte er ‚feine Ferderungen, weil, bie Oeſtreichiſchen 


Burüfungen feine Lage bedenklicher machten. Er j 


‚verlangte jest, bad Sachſen ein foͤrmliches Bünde 
niß mit ihm. ſchließen, Sefahr und Vortheil mit 
ihm theilen follte. Aber Friedrich's ſchriftliche Vore⸗ 
ſtelluugen waren bei Auguſt eben fo unwirlſam, als 
BWinterfeld's muͤndliche, pon Beredſamleit und 
Nachdrul begleiteten Bemühungen. Auguſt zeigte 


eine Feſtigkeit, die man an einem fo weichlichen mb 


traͤgen Fuͤrſten gax nicht. erwartet hatte, Cr ſchlug 
aut das Unseinandergehen feiner Armes, uud here 
nach dad Unerbieten ber Allianz tühn und ſtandhaft 
aus; er forderte ſeine Truppen auf, die Ehre ihres 
Adnigs und die Unabhängigkeit ihres Landes DIE 
auf pen legten Blutötropfen zu vertheidigen. Die 
getreuen. und muthigen Sachſen waren wirklich ; - 
Fee, in. für Bhf" und Vaterland gu 
wagen 
| 


J 


en 


\ — * so — 


ge Wer ir a großer/ an ih eich) 
Schon Jeigte ſich det Hunger inde ſeinen ſchrekliche⸗ 
- Berwärtungen, da man den Menſeheu und Pferven 
"Ber veſtimmten Murerhalt nn erh Druͤtel verniind 
fe, Aurkft wuͤnſchte dieſen rranrgen —— 


halt zu verlaſſen, und nach Polen zu gehen, wo 
ftelne Gegenwarr Aörhig ward;: da ver Reichttag zu 


Marian in: Oktober: erdffnet Herden Filter - 
Iriedrich ſchlug ihm, und dein Vohniſchen Großs 


konzler, welther ſogar Dichtungen‘ wagte, dit ders 


kangten paſſe ab,’ and gad- zu verſſehen, aß, e , 


deſe Reife vor der Entſcheidung des Sanſeß "Sch 


Sachfen nicht geſtakten (11T A ne 


"Die elnzige Hoöfnung, welche beos ainheſdiehe 


Beer mod nafrecht erhieli, ſtüͤzte ſich auf die 


ruͤrtenden Oeſtreicher, denen ſie uls ihren Befreiern 


enrgegen bltkten.“* Der Wiener Hof ließ es nuth al 


Leimen Eifer, an einer Thaͤtigkeit fehlen, um bei 


SGachſtu fchlemtigſt zu Huife zu konmen. Sehhon 


ben ganzen Sommer hinducch ſtand eine Armee um ü | 


rer vem Befehle des Feldmarſthalls Brown in 


Lager Hei Kofltiin ber vie Kavalletie war grbßk 


entheils noch Anbertten, und nicht eher als zu Erwl 
Auguſt's kamen bie nörhigen Pferde an. Kanu 
war dies Hinderniß gehoben, ſo feitie fich em meine 


A, Maiı inte kein Sefpam, um bie Kanvneit 
aus dem Mirflalte hierzu her, und errminterte dan - 
vi ihren ut: in Seit ah oh, Fs 


Glei⸗ 


⸗ 


Ed - 


— 


. 


— — 152 I 


Aurdes y’ than —E Ab· dal — 

dercitailig su dieſem· QOfer· zeigen, : In den Tepe 
Zagen sven Gepvaibars ruͤtte dar Vraf Braven KW 
Mudin an ver: Eger ven wit.ume Berg, alleß 
som Rettung der Sachſen zu verſachen. Mo sie ie - 
/prech ſamen ¶ Auzna vemwahnn,.: Abergob er uw 
 Sherbefeht : ud, Cinfiblisßungslangd an den Pre 
grofen. Karl, mind⸗cilte fagleih zur Weise Dep 
sSeldmarſchala Keith kei Auſpfg, um: die Oeſtrei⸗ 
aber darex eine Cudlacht zuum Mhlzuga as. zmingem 
m hier. hrach er aur 30: Scpr auf ud maiſchirif 
weite parwaͤechzn au xben Yapı Tage wan · Broms 
in: : gleicher. Auſicht ber Budan aber Al Bots; Me 
einen... Mini laden Tage, dan. 1. Dftehee \ 
Br Quaeos aubruch, amen Pede: Heere baß 
em Shah Kemo.hi zuon den Cihreſa nahe up 


ſenmen, Daseins That unneriendätt wand. ı 3 J 


21,0 Defireichen augren.Weftshie Hälfte Tärden 
als Die Noemoriz¶ Fe Hakan: 54, Darahlinas mb 7. 
iareaduontuy öhaesbie Grhanenmem Mrd aite „und 

98, Kommen, ärtedridhiuleeniten ihntn num a 
- ht re · Schundrcuen Sentgegjen.finlleng. 
 Wafürsabsechafin.en.0pr aninen.See v w n Ace 
Be: Sialen.Blügelnıfeinee. ren re nichen 
Ermipf; ad dauch dieſen name reg - 
uche Angaͤnge delte ur: die. Huͤlts Inn: Aemee ſo map. 
a. hier hein Eugriff mix, Brfdig Fu befiegen warg 
Wer. chte Sitget dehnte fach bi: Aaw ſuz nud pie 
Elbe hin. An die: Stadt aarfer feiwrbefte-Infene - 
wie; ni Rene, mb berjeiheh - 


Ge . ' . “ haste 


N 


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dr ich konute anmdglich glauben, daß ſich die Feinde 


einer ſolcheu Nachlaͤſfigloit ſchaldig gemacht haͤrten; 
Er bildete ſich daher ein, daß ſie uͤber die Eibe- geb 

- gangen waͤren, und daß er nut thchden Nachtrah 
dvor ·ſich erblitte. "Fü dieſem Itrthume beſtaͤtigten 


ihn:einige taufend: Kroaten und Ungarn, welche, arte 


= Satie er eine flarke Batterie angelegt! ein ini. J 
perſehen beging er jedoch dadurch, daß er wie Anhoͤden 
bei Loboſch und Raſtodiz, von. welchen feine Ttup⸗ 
pen beſchoſſen werden konuten, nicht beſezte. Fri 


ſtatt den Loboſcher Derg.zu beſezgen, am Fuße deffels 


den in den Weinbergen beramfchwärjiten und tin 
verlernes Feuer marhren. Won der kaſetlichen Ku 
vallerie, welche das Preußiſche Kanbneufeuer arte 


1 


hielt, ſlellte er ſich vor, daß fie den Rikzug böifte | 


ſoute. Er ſelbſt nahm die Uuhbhen in Weiz, mb 
‚fing nach 7 Uhr Morgens das Gefecht mit dem Nach⸗ 
zuge, wie er meinte / an. Bis um 11 Uhr lampfte 
‚man gleichſam Im Finſtern; denn es war ein ſo dicke 


| ker Nebel; daß man einander nicht ſehen Immte, Erſt 


gegen Mittag: verfihwand :der: Nebel, und.erft jegt 
wrmerkte Friedrich, daß die ganze feiadliche Ara - 
me im SHiachtorauung: vor. ihm: aufnisnfchhrt; iht 


hbeſtuͤrmen war. Er gebot fogleich, daß feine externe 


über einen ‚breiten Graben ſezzen, und den. Feind Anh - 


greifen ſollte. Dies. geſchahe mit Gchuelligkeit aid 
tät. Die Deſtrricher wurden dis unker Dit Rancb 
wen non Koivafiz: getrieben, Die Higse riß.hien HR 


Duenten eh: ee en 


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uw amim durch DaB Jruer von 66 Baar 
Kanorich Einen felchen Schaden, daß fit mit Verluſt 
zuräßfehren mußten. Die nächfte Mähe derfelben 
ging mın dahin, die Kroaten aus den Weinbergen 
and Gärten am Lobofcher Berge, deren Mauern und 
Zaͤune fie als Vollwerk gebrauchten, zu vertreiben. 





Mac einem tapfern Widerſtande, und nach der größe 


ten Auſtrengung gelang es ihnen. Brown empfaud 


jezt den Nachtheil ſeines Fehlers, daß er den Preus , 


Ben die Auhdhen überleffen: hatte; er wollte ihn ver⸗ 
beſſern 72er · ſchikte daher ſeine beſte Infanterie Des 
rechten Jlaͤgels ab, um die Verge gu erflärnieni Dee : 
Angtiff var heftig und wuͤthend, unde die Preußen 
halten ale: Standhaftigkeit nothig, ſich ju behaup⸗ 
venz als ſie ihre Patronen · veuſchoſſen Harkkır, -flärze 


gen ſie mit aufgepflanztem Bajonet oder umgekehrtenu 


Dintentolben über bie Deftteicher ber, jagten ſie * 
Berg hinunter, und benußten ihre Unorduung, 
die: Stadt Lowoſiz anzujännen, und alle: —* „ 
daraus zu ndihigen, Dies entfchied den Sieg. Die 


Deſtieicher koumen fich nicht mehr haften. Brown - 9 


trat um 3 Uhr Nachmittags den Raͤtzug an. Da 
fein linker Fluͤgel gar nicht geſochten hatte, ſo konnte 
er ſeinen Abzug mis Vorſicht und Ordnung einrichten, 
Yun noch. weniger von den Preußen zu: farchten m. 
haben, Heß.er-die Bruͤklke aͤber die Eibeibei Leute 
merizy und die über bie Eger abwerfen. Ehen 
darum kornte Friedrich. feine gröͤßern Vortheile 
wvworn dem Siege ernten. Die Deſtreicher harten ſich ⸗ 
— ſo arten un rang. bewieſen/ daß die 


Dreus 


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“r "ts 
In ED 


re: — 


u Arne weiten: hie) alcht —R äh 
. Prfbreichen” . Dagegen. legten bie Feinde das Dee - 

= Yeynsmih ads „wis haben: bie alten Preußta wieder 
gehenden.‘ ¶ Doch hassen die Preußen mehe alt Die 


efiegten verloren; fie. bäßten.au Todten, Nenvunp 


Besen und: Gafangnen 3300 Mus ein; un eflen 


waren drei Generate, „Sie machten mr 780 Seiude 


U 90. Gefangaen ,„bei.wahdien fish der Firfk, Yohfowig 


defend. Au Todten aad Verwundeten ‚bhürse die 


/ 


— 


» ——— ——— 


Um dieſes geriugern Varluſtes willen, und wegen DAR 


Gefangenvehemung auchrerer Preußen: begiagen Die 
. Delneiches die Schwachheit, ſich - ben U. 4,7 26 
Achreihen, und in Wien eine g iägige Atacht da⸗ 
Danfes KRem zu laſes. Maß fie aber dierlichen . 
wyndnag mare, bemeifer ihr Ruͤkzug on chlachs⸗ 


fniöe, wen Die vdllige Berfübrung, ihrrs Blones- üf 


vallten durch die Vreuson Hindurch, bie piden 
Eachfen driugen,um ſie a befreien;; fon dieſts 
Dmiſesn des Biegen mnften fie die Zluchn ergwilen.: . 


ı „ Ob⸗ num:gieich diefer Bari) gur Eirfoggiugider 







ESEachſrnfablgrichlager wur; fo auachte der nfiheie 
wolle,iugd. unermäneee. Gunf: Br du "iainkiup 
nenen, dier aber am Ende Aenfalls nußgluͤlcca: Tles 

gtachter ſainar damaligen Knrekheit zeigte / ca mie 


Yuadsuas.umd eiwe. Toitigbäit, weiche Zwiungereug 
medghentay Yan: ihn. für Birber-hed Meogmle ins babe 


Geade caru⸗· ar jcpftefinnter frelem med; auell 


E feistı delta veggeſchilſ haue, er Wztẽ füehri olme 


deichich den —RRR ‚nahen 
Wittes _ 


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-_ { . v on Bw 8 3J 
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ee — 161 Zu. 


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Witternig fe ehr aus, daß er inf bor leigen Bine 


ten. zu Boden ſanke Dafür folgten fie ihm, auch i in 


jede Gefahr. Er verabredete mis den. Sachſen fol⸗ 


genden Entwurft er ſelbſt wollte am rechten Elbufet 


bis Schandau ziehen; bie Sachſen aher ſollten in I 
der Nacht vom 11. Oltober ihr Lager bei Pirna ver ⸗ 
laſſen, und bei Königftein über. die Elbe gehen; dann 


ſollten bie vortigen Preußen von zwei Seiten ange⸗ 
"griffen, geworfen, und auf bie, Urt die Nereinigung | 
der. Sachfen mit den Deftreicyern bewirkt werden, 


Das ungewöhnliche regnige und. ſtuͤrmiſche Wetter 


xerſchwerte Den, ausgehungerten Pferden das Fort⸗ 


ſchaffen der ſchweren Kupferpoutons, ‚und verzoͤgerte 


pen Uebergqng über die Elbe um zwei Tape. Dieff 
Zeit benuzte Friedtich dazn, feine Poſten Jeufeits 


des Fluſſes zu verſtaͤrken und mehr zu befeſtigen. Am 


113. Oktober führten die Sachfen mit unbefchreiblicher 
u Muͤhfeligkeit ihr Vorhaben aus. Sie ſezten dem 


Hhohen Lilienſtein gegenuͤber wirklich uͤber die Elhe. 


N 


Die Preußen bemaͤchtigten ſich ſogleich des Lagers 


‚bei Pirna, holten den, Nachtrab ein, und eroberten 
‚das mehrſte Gepaͤlke, weil die Bruͤkke einbrach, ehe 
es gerettet werden kounte. Diejenigen Sachſen, 


weiche das rechte Eibufer, erreicht hatten, geriethen, " 


‚anftart ihr. Schitfal j zu. verbeſſern, in die traurigͤfͤe 


Rage, in welcher fi) je eine edle und- entſchloßne 
‚Nation befunden hat. Sie trafen keine Spur von 


‚Ihren. Bundeögenoffen, den Deftreichern » welche, ‚fps : 


| wohl durch ein Korps Preußen als durch die Hindgrs 


huiſſe des Erdbodens vom Vortuͤlken abgehalten wur⸗ 


. . Sale ui beſch 6 Sn. Abth.· | @. denz 


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-, 165 2. 


| ua den; aid dagegen eiöidten ſte I Shrertensbt 
ſcchaft, daß man ihnen Feine. Hätfe leiſten Tönfie; 


‚ Brown hatte zwei Tage bei Schandau gewartefi' 


\ ‚bie Sorge für feine eigne Sicherheit bewog ihn nach 


Böhmen zuruͤkzugehen. Die Sachſen waren ſi ch nuit 


allein überlaffen, der Wut‘ des Hungers, den Er⸗ 


‚ gießungen des Regens, und dem Schwerte der Preus 
Ben ausgeſezt. Sie wollten ih am Lilienfteine id 
Ordnung fiellen, v ' Aber ber enge Raums, zwifchen‘ ihm 
und der Elbe geſtattete es ihnen nicht. Sie hatten 


N 


Keine Kanonen, weil fie felbige wegen der verdorbnen 


Wege jenſeits laſſen. mußten; feine Zelte, weil; das 
Gepäf verloren ging; kein Pulver und Munition aub . 


eben den Gründen, und vor allen kein Brodt. Seit 
drei Tagen hatten fie nichts genoffen; da’ lagen fie 
Yun von Kälte erftartt, von Hunger gequaͤlt, von 
Wwachfamen Seinden umringt auf dem feuchten Boden 
unter freiem Himmel, und hatten keine Hofnung, 


als in der Milde des Slegers, ober iin den Zuklun⸗ 
gen des Todes. Ihr König Augnſt hatte ſich mit 


ſemen Prinzen, und dem Stifter dieſes Elendes, dem 


Grafen vom Bruͤhl, einige Tage vorher auf die Berge 


feſte Königftein begeben. on hier aus gebot er 


feinem’ Feldmarſchall und Halbbruder, dem Grafen 


Rutowski, zu wiederhplten Malen, die Preußen 
"anzugreifen. Die folgfamen Sächfen hätten ed gern 
gethan. Über wie war es nar denkbar, daß ausge⸗ 
hungerte Schatten ohne Pulver und Kanonen Zugleich 
"gegen die Stürme des Himmels, und gegen die 
‚Waffen außgeruhter und gut geräfterer Seinde kami⸗ 
. pfen 


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*7 . ‘ 1 B 


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sen. fen. Endlich, (rich —XRX von der 
Mothweundigkeit der Unterwerfung uͤberzeugt, am Ru 


towski:Ich uͤbergebe euch das Schitſal der Armee; | 


euer Kriegsrath mag enutſcheiden, vb man ſich erge⸗ 
ben, oder den Tod wählen ſoll, es ſei durch Hunget 
oder Schwert. Die Feldhetren ſahen keinen andern 


Answeg, als Uebergabe an bie Preußen: Nach einet 


Einfchließung von 5 Wochen tragen fie dem Könige 
Friedrich am 14. Oftober. eine Kapitulation at; 


Diefer beantwortete die vorgeföhlagnen Artikel felber, 
und bewiltigte unter den vielen Bitten weiter feine, 
als daß die Feſtung Koͤnig ſte in während des gan⸗ 
gen: Krieges. neutral fein ſollte. Die Truppen, it 


noch 14000 Mann ſtark, mußten fich alle unbedingt . 


ergeben und das Gewehr ſtrekken. Die Dfficiere er⸗ 


hielten gegen ihr Verſprechen, nicht wider die Preu⸗ 
Ben zu dienen, bie Freiheit, ſich 'nach Gefallen ihren 
Aufenthaltsort zu. waͤhlen. Die Unterofficiere and‘ _ 


Gemeinen aber mußten dem Könige: Treue und Ges 


horſam fohredren ; und Preußiſche Dienfte nehmen; 
Sie waren fü entkraͤftet, daß fie mart nieberfanken und 
laut um Brodt ‚flehtem, Friedrich ließ jeder Kom⸗ 
paguie ſogleich zo ſechspfuͤndige Brodte geben, und 
bie Generale jur Tafel laden. Uuguft wänfchte, 7 

wenigſtens feine Gurde von der Gefangenſchaft aus⸗ 


genommen werden. moͤchte. Friedrich fching das’ . 


wiederholte Gefuch damach ab, wen ſie, wie er wuͤß⸗ 


se, ſich bald in die feindlichen Reihen ſtellen, under 


dann die, Mähe haben würde, fie zum zweiten Male 
gefangen m; nehmen. Auguſt war man nicht bloß 


ech 0 e 2) feiner 


. . 5 le — 164 SEEN 
Seine veihwache, fendern feiner ganzen Ahmed; PR . 
ner. Erbländer und feiner Einfünfte. beraubt; er er⸗ 

hielt Teine andre Begänftigung, alö:bie Eriaubniß, 


mit ſeiem Miniſter Bruͤhl und den koniglichen Ge⸗ 


folge nach Warfchau zeifen zu- dürfen, Friedrich 
ſandte ihm ein hoͤfliches Abſchiedsſchreiben, nannte 
ähm, wit immer, Herr Bruder, nad entfernte > 
alle Preußische Truppen. von feinem Wege, um ihm 
den Anblik unangenehmen Gegeuflände zu entziehen. 
Bei dieſer Hoͤflichkeit gegen den Fürften bewied er 
J ſich um deſto gebietriſcher gegen die gefangnen Trups 


N) yon Weil er meinte, daß Auguſt keine Armee mehr 


halten und bezahlen koͤnne, viele Soldaten ‚aber feig 


u andres Erwerbmittel ald-den Degen hätten, fo pfte 


an : 7 daß ihnen das Anerbieten zu‘ neuen; Dieuſten 
willkommen fein muͤſſe. Er ſchuf ſie Daher zu Prenßi⸗ 
ſchen Soldaten uns, beging: kedoch pas. große Verfehen, 
daßs er fie e groͤßtentheils in ihrer'biöberigen: Ordimng 
heiſammen ließ. So blieben 10a. Snfanterie Regi⸗ 
menter, wie ſie waren; und Friedrich glaubte, daß 
fie mit der veränderten Uniforni auch einen andern 
Geiſt anziehen, und gut Preußiſch werben wuͤrden, 
weil er ihnen Prengiſche Kleidungen, Fahnen und 
Dffictere gab. Die übrigen Infanteriften fo wie die 
RFenter wurden nuter andre Preußifche Negimenter 
| Vemiſcht. Außerdem mußte’ Sachfen noch ja den 
erſten Monaten 9284 Wann zur Ergaͤnzung liefern. 
Aber Fried ri ch wurde auf eine. verbrießliche Art 
aus ſeinem Irrthume geriſſen. Die Liebe zum Bas 
terlande und zu ihrem Regemꝛen aͤberwog alle andern 
9 ar Betrach⸗ 


— 


U 
/ F . 
N, . . 


- 165 | — 


V machtamgen bei den Sachſiſchen arlegern. Eie⸗ 


gingen öffentlich mir Ordnung und Kühnhert bataile 


Tormweife. davon, veriagten die Preußifchen Hffteiere, | ö 


wödteten die; welche ſich ihnen widerſezzen wollten; 
theilten die Seldkaffen unter ſſch, nahmen die Brodt⸗ 


mid Mimitiondivagen,; und‘ folgten ihrem KNduige Fun 


nach Polen nach, oder begaben ſich zur Franzdſiſchen 


Vrmee. Unterofficiere, welche" Friedrich durch 
Erhehung zw. Officierſtellen an ſich feſſeln wollte, 


verachteten die angebotne Ehre, wurden Anfuͤhrer 


des Aufſtandes, und zögen Das; was fie Pflicht 
nannten, der Ausſicht zum Gluͤkke vor. Die Bebrige 


gebliebnen - wurben dieranf in die Staͤdte verlegt; 


doch ohne Erfolg. In Leipzig oͤfnete ſich ein Theil 


der Saͤchſiſchen Beſaz ung die Thore mit Gewalt, 
und ging am hellen Tage weg. In Wittenberg; 


"Pirna und. andern Drten braten es die: Sachfen 


Durch Drohung und Gewalt‘ dahin, daß fidy die 
Preußiſchen Befehlshaber an-die Feinde ergeben 


„mußten; nind ſelbſt auf· dem Schlachtfelde gingen 
ganze Kompagnien zu dein Feinde uͤber, und kaͤmpfe 
ten angenblitfich gegen die Preußen. Tiefer konnte 
Ver Nationalhaß zwiſehen Englaͤndern und Franzoſen 


wicht eingetvurzelt fein, - als er ſich in diefem Kriege 


‚eifihen Sachſen und Nu Preußen befeſtigt au Haben BE 


„ Phien, “ Zu 


Ukbbrigens war der Feldzug, des erſten gahres “ 


ı Welcher noch nicht" zwei volle Monate gedauert hatte, 


mit dem: Oktober gaͤnzlich geendigt. Die Deſtreicht⸗ 


wm Yeimee a tiefer it Böhmen hinein, 


— 7 


. 3 - 
2 ’ © 


alle 


.„"- 


“..: I. 
1) 


— 16 

| af, Preußen. gingen nach Sachſen ober. Schlefien 
zuröf, um in den Winterquartieren aus zuruhen. 
Außer ben erwähnten öniglichen Truppen, welbe 

u durch Sachfen gedrongen waren, hatte der Feldmar⸗ 
ſchall Schwerin eine andre Armee von 25000 


Mann and Schlefien nach Boͤhmen führen muͤſſen. 
Dieſe ruͤkte zwar über Machod und Neuſtadt in den 


J Konigingraͤzer Kreis, Sonne aber. feine weitern Sorte 
ſchritte machen, weil der Koͤnig durch den Wider⸗ 
ſtand der Sachſen verhindert wurde, ihr Verſtaͤrkun⸗ 
gan zu, ſenden, und ſie allein zu ſchwach war, die bei 
Koͤnigiugraͤz wohlgtlagerte Armee der Oeſtrei⸗ 


cher unter Piceolomini zu verdraͤngen. Schwerin⸗. 


begnuͤgte ſich aiſo, die Lebensmittel iv. den beſezten 


Boͤhmiſchen Orten zu verzehren, und bis unter die ur 
‚ feindlichen Kanonen zu fouragieren; und führte beim 
. - Ynfange der fshlimmen Witterung fein Korps wieder 


nach, Schiefien. . Aus ber biöherigen Erzählung it . 
‚... 3u erfegen, daß dje Sachſen durch ihre Ausdauer im 
Virnaſchen Lager his zur ſpaͤten Jahres zeit dem Exp 
hauſe Deftreich einen Dienft. erzeigten, von dem feine . 
Rettung, wenigſtens die Erhaltung des Königreichd 
Boͤhmen abhing. Hätte Briedric die Sachſen 
"ohne Aufeuthalt zur Nachgiebigkeit bewegen koͤnnen, 
fo wuͤrde er ploͤzlich und ſchuell in Böhmen einge⸗ 
driungen ſein, und die kaiſerlichen Truppen, denen 
Es damals au. den mehrſten Beduͤrſniſſen. des Krieges 
fehlte, und die noch unvollzaͤhlig in gerſtreuten Quar⸗ 
tieren lagen, wahrſcheinlich aͤberwaͤltigt haben. 
Dann „hätte er, der Armee des Grafen Schwerin 
die 


\ 


* Km u 
die Hand hinten, mit ihr vereint ‚gan Böhmen Heife 


erobern, und DON. hier aus das ftolze Men erfchlite 
term und beugen . Lnnen. Gegen diefe Unfälle. KARL .. 


. "Defreigp durch „Sachfend, kandhafte, Unhängricpteit 


gn die ‚gemeinfchaftliche Sache geſchuͤjt, ſezties “aber 
für feine Aufopferung ‚ für fein grenzenloſes Elend: 
nur mit Undanf belohnt. In Wien erkaunte man, 
Den geleifieten Dienft, ‚beinghe gar nicht ‚ verſpottete 
bie und da die Anſtrenguug der edlen. Saͤchſiſchen 
Krieger, und ſahe, wenn man das Verdienſt Sach⸗ 
ſens um das krzhaus nicht laͤugnen Fade, Ibiged 
für eine. Art Schaldigken au. | J 


BSeldzug vom Jahre, 175% 


Ealaten Bei. Drag d. 6. Mai; le 
bei Kollin. d. 18. Juni; rn 
e8vei Haftenbeef 26. Ich; 
.. bei Broß⸗Jaͤgerndorf d. 30. Aug. | 
ic Roßbach d. 5. Neember; 
| u bei Breßlan d. 22, Nobembet; 
bei. Keuthen 5. December; 
J "Kein Jahr des ganzen Krieges ‚war fo frucht⸗ 9— 
| Bar: an: Entwuͤrfen, fe thatenvoll an Hauptſchlach⸗ 9 
ten, und ſo ahwechſelnd/ an Glauͤkefaͤlen, als bieſes. 
FZriedrich nahm den Minter hindurch fein Haupt⸗ 
auartier zu Dresden, behandelte zwar Sachſen als 
eine eroherte Propinz, doch Aufangs mit. Schonung. 
weil er es immer noch für moͤglich hielt, den König. 
Cugnſt au feinem; Bundes genoſt⸗n zu machen. Er 
er Bee . Kl ie vr. 


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4‘ ’ ‘ . PER 
er ‚ — : 168. \ -n 


w PIE un aAdcchterte sem Yanbe bie Laſt dunh 
Vie ſtrengſte Manns zucht. Dabei: forderte er freifich 
Kriegsſteuern, doch vhne ‚Härte und mit’ mäpignng, 
& bligs in philoſophiſcher Kühe‘ feine Floͤte, und 
‚ bermehrte mit beſonnenem Gleichmuth fein Heer mit 
” "goooo. Manu, worunter 7 Freibataillons waren, 


Was’ indeſſen die mehrſten, und unter biefen ſer 


DE er EZ 


Hauptmann Archenholz, von einem Verſuch 
den Koͤnig um dieſe Zeit zu vergiften ‚ erzählen ; id 


eine bloße Erdichtung, wie der gelehrte Buchhaͤndlet 
x Nikolai im 6. Hefte feiner Anekdoten Far und Aberä 


zeugend bewieſen hat. -Der Faniglice, Kammerdies 


ner Slafow wurde in. die Feſtung Spaudow ge⸗ 


„fat aber nicht wegen angeblich entdekter Bergif 
merlakai Voltet einen Vethaftbefeht: im Mamen des 
Könige an den Kommandanten zu Magdeburg zu 
gefaͤnglicher Einziehung eines unſchuldigen Officier⸗ 
bedienten ausgeſtellt, und Friedrich s Petſchaft dar⸗ 
unter gedräßt hatte. Friedtrch wurde mit ganz 
andern Gefahren, als Gift und Dolch waren; be⸗ 
broht. Seine Feinde machten‘ die furchtbarſten An⸗ 
ffalten, ihr in den Staub zu treten; und ließen 
nichts underfucht, um die Zahl feiner Miiderfacher: zu 
vermehren. Man hielt ſeinen Untergang für ke 
ausbleibtich, und entrogrf folgenden Theilungsplun⸗ 
. Deftreich ſollte Schleſien, Rußlande das Kodnigreich 
Preußen, Schweden das Herzogthum Pommern; 
Sarpfen Magdeburg und: Halberfints, : und Frauta 
reich 


4 


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- “ u pP) 


rich“ ae ren Pwotinen raldmen 9 
Wenn ſich Friedrich noch zu rechter Zeit demuͤthigte 
und Stade ſuchte, fo Tollte er aus: Mitleiden das 
. Rur fuͤrſtenthum̃ "Brandenburg behalten; ſonſt wuͤrde 
min es verheeren, ihm ganz abſezzen, und die Kara 
. Lande dem naͤchſten Erben übergeben. : Diefen flo® - 
Zzen und rachfuichtigen Abfichten gemäß ſuchte Set 
Wieuner Hof ganz Deistfchlend wider ihn aufzuwie⸗ 
geln, ihn als einen Reichsfeind dem Haſſe aller feis 
ner Mitſtaͤnde, und den Strafen der Reichsgeſezze 
zu opfern, ja wie einen Verbrecher zu behandeln. 
Man feste alle Achtung, allen Auſtand, alle NRaͤk⸗ 
ſicht auf eigne Ehre aus den Augen, "und: erniedrigte 
ſich bis zu dei gemeinften Schwahungen. Dee 
MNeichshoftath zu Wien, eins von ven’ beiden hohen 
Berichten des Deutſchen Statenbundes, fing einen 
ordentlichen Prozeß wider ihn an,er war Willens J 
vie Reichsacht Eher ihn auszuſprechen, das heißt, 
Sri aller feirier Laͤnder und Fuͤrſtenwuͤrden für verluftig “ 
gu erllaͤten, ind durch den Reichdtag eine Exeku⸗ 
tlondarmee. wider ihn aus zuſenden. Der Gewohn⸗ 


Heit gemaͤß wurde ein kaiſerlicher Notarins, ein ge | 


wiſſer D, April, "at "den ’ Preaßifchen Gefanpten 
von Plotho zu Megensburg abgeſchikt, um Ahnk 
die Klageſchrift In uͤberreichen, und ihn ſtatt des 
Koͤnigs vor Gericht: zu fordern. Sr follte binnen 2 
Monaten vom: 32, Auguſt am gerechnet vor der 
Reichsverfammlung erſcheinen, und die Anklage⸗ 
. puukre beantworten. Ploͤt ho nahm aber dieſe entb 
ehrende- weg nicht an, ‚ fondern ſchob den 
en Notar 


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; — 174 = Ze 


; gotar Mit feinen Papierey zur. Shire hinqus, FAR “ 


ließ ihn durch feine Bedienten bie Treppe ‚hinunter, 


‚nnd zum Haufe heraus werfen: Des, Notqrs Name u | | 
und Abenteuer erregte jezt allgemeines Geſpoͤte 


ad Hohnlachen. Der Reichshofrath mußte wagen 
geſtdrter Formalitaͤt mit ſeinem n Prozoffe inne halzen⸗ 
und ernſtlirhe Rorlellvngen pon Tronkreich hintere 
eben die ‚gone: heztwekte Rejchſacht. Es gab zu 
atkennen, daß dieſer Bannſtral zeig oaralkeie , Abu “. 
mächtig gewordne Waffe fei, wider Ftiedrich ‚zu 
ihre helfen, und nur dazu fuͤhren Könnte, daß ſich 
Brandenburg und Hannover vom Dentſchen Reichen 


ande losriſſen. Behr für . ihre Sache wäre.ed, 
durch den’ Reichotag ein aahlreiches ‚Deer wider Preus u 
dien in Bewegung: zu bringen: Hierauf richteten - . 
gun Friedrich's Feinde ihre’ ganze Aufmerlſam⸗ j 
keit. :-Unter, dem Borwande, daß Friebwich einem 
Ä Kondfriedensbruch begangen ‚habe, forderte Oeſtreich 


und Sachſen ale Deutſchen Stände zur Stellung 


ihrer Truppenbeitroͤge, Kontiugente genannt, auf, 


am daqraus eine Reichsexekntious⸗ Armee zu bilden, 
Sa bent Schreiben, „welches, hieruͤber gedrukt wurbe, 
Japı der. Drukfehler elend« Reichshülfe, ans 


| Bart eilende. Huͤlfe vor, welches zu vielen beis - 


Benden ‚Sariren Gelegenheit ‚geh. .. Der Berlins 


Hef aaland-rinz; daß die Veſetzung eines Deutſchen 


FZandes wezu · keine Urach verhanden waͤre, ein 
——— ſei, daß aber derienige, welchex 
spiber den: andern heimlicht Buͤndie und Verſchude 
Ausen Maib epenſals DAN Knien Ben 


ELTEN 


—— 
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— 5 


Sohe. Unter den. Reibhäeden artatten ſich 25 
Stimmen wider De Deftreichifchen Antrag, und 


fingen var, daß man liehar die Urſachen der. Un⸗ 


sinigfeit unterfiichen, und die ſtreitenden ‚Parteien 


. 32 einander ausſohnen mörhte. Dieſer nernäuftige 
Mash wurde aher fo wenig, als die Berliniſche Eins 


wendung geachtet; Die Mehrheit der Reichs verſamm-⸗ 


dung, 60 Stimmen, größtentheild katholiſche, dem 


Oeſtreichiſchen Haufe ftlaviſch ergebue Stände, unb 


deibft 9,Broteftantifche Fuͤrſten gaben.den Kingebuns 


gen des Haſſes Gchör, und. vereinigum ſich gm ı7 


- Zanpar. 1357 zu einem Neichägutachten,. in welchem 
der. Meichöftigg wider PBrandenbusg - beishioffen 
wurde. Zuerſt wollte man bad dreifache Kontin⸗ 


sent, Fin Heer. vom 120000 Mann, - sufanımens 
„bringen ; hernach Seguägte man fich mit dem Aus, 
Schreiben .auf die Hälfte, Der Muth ger Deutſchen 


Zwergfeinde Friedrich s wuchs bis zum Enthufinds 


mus, al, Franukraich und Schweden iu ber : 
Mire. März dem Reichstage bekannt. ‚machten, 


Raß ‚fie als Weichägger‘ des Weſtfaͤliſchen Asiedens, 
on. einigen Höfen darum gebeten, fiarke. Armren 


wider Frifdrich abfanden amd folglich naͤchſteus den 
Deutſchen Boden hetreten wuͤrden. Der Preußiſche 


Geſandte hemerlte dagegen, daß die beiden Harauts 


u acht: angezeigt hätten, welcher Hof ihren Grhug 
Kerlasgt ‚habe, und daß ber Kaifer in-feinge Maple 


Fapitnigtign beſchworen habe, ‚ohne. Einwilliguug 


den. Feichstages Fein fremdes Kriegsrolk nah. 
Sewon wa Dinayf. RR, on 


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| Per she: wiches Sriegeoitk: nnelnt fe weten 
gegen,‘ aber nicht folches , welches für ven Meftfälte 
ſchen Frieden nad: Deutſchlaud kaͤme. Clende'Ctle 
Meitflecherei , womit man jedeb Verſprechen entkraͤſ⸗ 
ten, jeden Eid vernichten kam}. Es blieb dabei; 
das Deütfehe Reich, mit Ausnahme weniger dar⸗ oo 
- fien, ruͤſtete ſich wider Preußen: die Ruſſen zogen | 
3 Tore, aim Theil halb rohe. Menſchenmaſſe, 3von 
Oſten, Frankreich feine Scharen von Weſten, 
Schweden 'von-Rorde‘, und Deſtreich von Suͤden 
— zuſammen, um wie raubgierige und biutpärfteibe. 
Beier ber Preußifchen Adler zu zerfleiſchen. 


Da; Friedrich von 3 Raiferinnen, :3 Koͤni⸗ 


| gen, and dem hundertarmigen Koloſſe Deutſchlan⸗ J 
des einien Kampf auf⸗ Tod und Leben, auf Dafein 
und Exiſtenz bereitet fahe, ſo glaͤubte er auch, keine 


Milde gegen’ feine Feinde mehrl beiweifen zu dürfen, 


fonserne jedes Mittel zu ſeiner Rettung gebrauchen zu 
mauͤſſen. Sachſen würde nun mit mehr Nachdruk 

amd Ernſt behaudelt. Biele Beſoldungen der . 
Sliatsdiener wurden eingezogen," andre verringert, 


Die Unterhaltung der Xandesfollegien hatte‘ ſonſt 
- 790,000 gekoſtet; Friedrich behielt jezt 166,066 


Thaler von biefer Summe für feinen Bedarf, und . 
lließ nur 30,000 Thaler für die alte. Beſtimmung. 
Der Beichtvater, ſein wichtiger Mann nach · katholi⸗ 


ſchen Grundfäzgen, verlor 31,000 Thaler feines Ges 


noch 2000. Thaler. Die. Kdnigin von Polen bekam 


auf ihie-Witte um Geld das eine Mal 7860 Thalet, 
4* ee I .. ‚pen 


. ‚Salt, der Operndireftor 14000; beide erhielteh . 


. “ j , 
— — 13. — 
der Reft- einer Kaffe, das andre. Mal * ihr Be⸗ 
gehren, monatlich 4 74, 000 Thaler zu hezichen, die 
trofne Autwort, daß ihr Gemahl für fie. zu ſorgen 
habe. Den Dpernfängern und Taͤuzern wurde nichts 
gegeben; fie veifeten daher nach Italien zuräf, 
Der ungeheure Vorrath von Porzellan: in Dresden 
und Meißen, wurde  ffentlic) verſteigert. Der 
Saͤchſiſche Kaufmanır Schimmelmann erkaufte alles 
‚für 2, Tonnen Goldes, erwarb ſich Dadurch, und 
durch fortgeſezte Spekulationen unermeßliche Reich⸗ 
thuͤmer, ging. ind Ausland, und flieg zulezt zur 
Wuͤrde eines Dänifchen Statsminiſters. Die Koſt⸗ 
barkeiten. des Dresdner: Schloſſes, die Bildergallerie, 
das grüne: Gewolte und :dergleichen blieben unbe⸗ 
ruͤhrt. Nur gegen die Pracht: Beſizzungen Bruͤ H18, 
den Friedrich” als den Urheber des Krieges haßte, 
gegen feine. Gärten, Schloͤſſer, Hausgeraͤthe er⸗ 
laubie et ſich eine Rache, Die man von ainem Philo⸗ 
ſophiſchen Koͤnige nicht ‚erwartet hatie. „Die Side 
ſiſchen Rekruten wurden mit Gewalt zum Preußi⸗ 
ſchen Dienſte ausgehöben, Der in Dresbeu ges 
bliebne Kurprinz machte. Einwendungen Dagegen, 
erhielt aber die Antwort; daß er fi) um foldye Dinge 
nicht bekuͤmmern möchte. Den Lanpftänden, welche 
ſich auf: die Pflicht, "ihrem Fuͤrſten gehorchen zu 
‚ wihfen, bezogen, erwieberte Fried rich: fo lange 
th. Sadıfen in Beſiz habe, bin ich. euer ‚Landes, 
herr; folglich feid ihr mir Gehorſam ſchuldig. Be 
Yen: Anſtalten zu feiner Vertheidigung hatte er zu 
| vi ein wachſames sat auf die heimlichen Raͤnke 
wora 


⸗ — 


ur VER ze 
— 276 — 


ein & mirdrch nicht fthleu konnte. Die Oeſ 
veicher wollten die fuͤr neutral erklaͤrte Feſtung de 


migſteitn mit Wiſſen des Saͤchſi ſchen Befehlssabers 


aherrunipein. Friebrich entdekte den Auſchlag/ md. 


vereitelte ihn. Einſt bekum ;dle Königin eine.Kifte - 


wit Würften ans Böhner; man durchſuchte fie, vnd 
fand bie Haͤute ſtatt des Fleiſches mit Briefen, ausge⸗ 
Nopft. Ehe: gleiches bemerkte man in einem Faffe 
Angariſchen Weins, wilches aus Warſchau an die 
Graͤfin Bruͤul geſandt war. Den Wein zapfte man 
ab, und Aberſchikte ihn au die Graͤfin; das Faß 
vehielt man zuruͤk; bei der Anterfuchung zeigte ſich 
At doppelter Boden. mis. vielen Btiefſchaften ange 
für, Mn jedem Thore wurden nun alle Ballen, 
Käuftuaunsgäter und Pakete genau. durchgefehen, 


Am auch auf dirſem Wege alle geheimen Korcefpon u 


dengen zu verhindern. = 
. Die Angahl der. feindlichen Zeuppen, welche i 
vleſem Jahre wider Friedrich wufzutreten bereit wa⸗ 
xen, belief fi) auf 7003000 Mann, denen ex. mit 


: (einen wenigen. Bundesgenoffen- hoͤchſtens 260,009 .- " 


entgegen ftellen konnte, Gen Plan war daher, fie 
eiizeln anzufallen und zu ſehlagen, che fie vereint 
- . oder dach zu gleicher Zeit gegen ihn andringen Sonne 
ten Die naͤchſten und mächtigfien Gegner. waren 
die Deftreicher, deren Befehlshaber Graf Browg 


das Königreich Böhmen. durch 4 große Abtheilungen 


zu dekken fuchte, da er einen ernfllichen Angriff 
vurch Fridrich's Lage und Liſt getaͤuſcht ohnedem 


Hann erwartete. gZriedrich aber brach früh uny 
uner⸗ 


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/ Feuer = | u 


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inerwärtet ‚su, und theilte feine’ Armee glei | 
. "falls im 4 beſondre Heere, welche von Sachfen und 


Schleſien aus unter dem Feldmat ihall Schwerim, 


Herzog von Bevern, ihm, felber und’den Fuͤrſten 
Moriz. von Deffan ati einem Tage, am 20 April 
. an ganz verſchiednen Gegenden den Böhmifchen Bode 
den betraten, und ſogleich mehrere beträchtliche Mas 


gazine eroberten. ‚Die Abtheilung des Hetzogs ven 
Bevern, welche von Zittau aus in den Bun z⸗ 
Tauer Kreis ruͤkte, ſtieß zuerſt auf eine feindliche 
Armee. Der Graf von Koͤnigsegg bewachte 


bei Reichenberg die engen Zugaͤnge mit 28008 


Mann; fein Lager war zwiſchen 3 waldigen Bergen, 
und ſeine Schlachtordnung glich einer Feſtung. 


Dennoch griff tin der Herzog von Bevern, der 


duich einige Detaſchements geſchwaͤcht nur 16006 
‚Mann bei ſich bitte, am 21 April mathig an, und 
bffnete ſich nach einenii Gefecht dc 5 Stunden den 


Weg. Die Deftreither flohen nach einem Verluſte 
“bon 1800 Mann, - Die Preußen Hatten nicht mehr 


als 300 Mann eingebüßt; fie maͤrſchirten ungehiite 


‘dert weiter und vereinigten fih mit beim Korps -deB 


"Grafen Schwerin, welcher and Schlefien kam, 
nd bei Altbunzlau 1500 Mann vom kaiſerlichen 
Nachtrabe niederhieb oder gefangen marhtd.:- 


- Der König ging mit: feiner Übtheifung der den . 


hohen Berg Paskoͤpol, fezte bei Koſchliz über die 
Eger, und wollte fid) am sten Mai am rechten Ufer 


der Mulde mit der größern Armee des Grafen - 


Schwerin vereinigen, ‚Schon hatte er bei Selz 
, | eine 


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— 476 — * 


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eine Schiffsbrutte ‚über bie Mulde ſchl gen. und — eine 


CTheil feiner Truppen "darüber ziehen aſſen older 
die unangenehme “Rachricht befam;, daß dns Schwe⸗ 
riniſche Heer nicht eher, als am folgenden Morgen 
fruͤh bei Prag am beſtimmten Orte eintreffen koͤnnte 
Friedrich gerieth durch diefen. Umſtand in die 
wißlichſte Lagẽe. Er hatte gerade die kleinſte 
Altheilung ſeiner Krieger bei ſich; ihm gegen 
. Aber. ſtand ein großes . Eaiferfiches Her. une 
den Kanonen von Prag,. welches Teicht. feine Ay 
Aunft bemerken ,; feine Schwäche erfahren, feinen 
Uebergang ſehen, und mit unverhaͤltnißmoͤßiger Ue⸗ 
berzahl ihn angreifen und umringen konnte. Frie⸗— 
drich entdekte feine Verlegenheit nur wenigen Ders M 
trauten, feste feinen Uebergang-mig Gleichmuth fort, . 
- und bezog ein Lager, . zu ‚welchem ser General Z its 


[4 


. sen alle: Zugänge: fergfälsig beivachen mußte, um 


‚jeve Defertion zu verhäten, und jedes Mittel gu. De. 
hindern, durch weldyes dem Zeinde ‚die mahre Lage . 
verrathen werden Eonnte, Diele bedenkliche Nacht, 
wo die Oeſtreicher einen großen Streich hätten aug⸗ 
Führen koͤnnen, ging für Frie drich ruhig vorüber; 
‚and: um 5 Uhr des. Morgens am 6. Mai rüfte die | 
‚son ihm fehnlichft. erwartete Armee des Feldmar⸗ 
ſchalls Schwerin heran, um ſich mit ihm zu vers 
. einigen. Sogleich beſchloß er, eine Schlacht zu 
liefern. Verſchiedne Generale widerriethen es, und 
baten um einen Tag Aufſchub, ‚weil die. Schwerin⸗ 
ſchen Kolonnen, folglich die mehrſten Truppen ſchon 
an dieſem Morgen einen harten uud — 
21 Marſch 





— u — 


Rare ms hatten, md da Rohe PRO 
Der: Rönig.aher autwaftetq iimn: Friſche Fiſche 
guts. Fiſchee und. gebus den, Angriff. Die Berfafluug 
dar Feinde bemsg ihn. zu Niefem wohl uͤberlegten 
Euiälaf;. ya vergangen. Kage. hatte ER daß 
Heet des Anka; Bu Han Mt danenigen des Priy 
- u Sa thunderanm ben Sahprbeichl arhielt, verbans 
benz. marınsı, Feldraarſchalt. Dramasımar mit nieleg . 
eimala anſa amenzezoghen Ralenu⸗it in nollen..Zime 
warf. zu izuen zu; ſtaßen a: AMqr bereifs ſa 


vabe, Veh Fhaai chekeing, Zeit am: herlieren Hatte, | 


wenn. er. aha Uebergewichte allen vereinigten 
Graͤßte Der; Deftreichen rdrut marden wolle, Er beq 
Wehe, zeit A nalen Sch wa xi n ans feindlicha 
er, und; macte wait ihm nach der behundgfn Mer 
ſchaffenhein. den ut: ar chlacht.Die Feinde. 
Kanden :a00a9 Mann Narh atjf wertbeilgaftet: Aua 
toͤhau⸗ gragert fumufige Viaſew olxgelaßna Teichey 
ſblammigt Mesth awschten Die .Zunduge ſchwieriae 
nad foſt uagaughar. Nur, ſchwale Daͤprmen ragen 
(ie: ugd. na. hervor , und geſtatzetan bloß ainzeinen 
Seldaten pen :Maburgaugı .: fs: ner Blanc - 
Sehen eher. ſich üben. ‚heinabasuneijrigliche: 
Zelſen und Auholren. bin und tung Darchr, eigen, za 
Fuß tiefen Graben/ uelchen. ſach nen fein Fromte 
befand. gedekh Dieſen Sluͤqul ſoſlte dahar mach”, 
Friadr ichs Dispoten nicuu unta angegriſfeu 
merden;: an Be ang aur dencfeind⸗ 
lichen rechten. Eägeh buch. Dem Prasfiichen, linlen 
zu deſkuv au p Zar Mer 
et Bi. Geſch · 6 


I. Abth an auf 





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" eüfaetagen "wire! Bir. loniglichevrichte Frog 


war nicht zum Schlagen veſtimmt, ſenbern ſollte nur 


Sen angreifenden linken · unterſtuzenan Zere Generat 
BZerten blieb der 38: Schwabronen Meferver Ren⸗ 
‚tert, "wit denen dr ohne / weitern Befehl nichts unten) 


nwehnien ſollte.n Nachben Ft rebe ich dieſe · Anorbe 
friigeh getroffen und bekannt‘ geicachtehaste fo gat 


erh g Uhr Morgens feinem Heere⸗ weſches: 6408 
Manm zaͤhlte, das Zeichen zur Syrah yür blatiga 


lei" inbrderifchften , -DehFnlähtigficht Schlachtr des 


ganden Jahrhunderts wo. beide · Afmeen mut Lowen " 


muthe fochten, beide ihre BSbetanfuͤhreb verloten/ 


beſde den Eidboben mit Strömen von Blatitraͤnkeen; 
anddie Preußen nur nach Darbricignutz der größter _ 


- Opfer den Sieg errangen. :- Die Shhrgreifehbe TIARE 
Elügel ded Könige: hatte ·mit unglaublichen Schwie⸗ 
rigkeiten zu kampfenßer zog theils Aber’gmei eug⸗ 
Teichdaͤmme, großlentheils aber aͤder Meraſte birij) 

wo ganze Megimenter! bet’ jedem Write Bis'iunt-Miet 


u "Knie. im ‚Schlammme warteten,“ Ale Augenblite: 


wetten blieben‘, unð ihre Kanonen‘, dier ſiec vochſt 


/ 


« 


n 


Adrhig brauchten, zuratlaſſen mußten.. Nach einent 


maͤhſeligen · Marſtr⸗ vonn4 Ständen: Gatten‘ fie ſich 


‚äh herauogearbeitet, und igefangten antDerters.. 


wo ſie fich gehdeig ſtellen Tomach; Ohnie uhöjus 
— ohne zu feuern, ‚ftärgten'fie ungeftärti mit aufs 
gepflanztem Vajbnet auf Die Fehde 168, ud rare 
mit- raſcher Heigl" endet Mr (IR: witi Mike: 
Sroße zu werfen. ber ein entfägliches): tbohlgentche: 
uns 8 gandiſchenener der: ‘Deftreieper Bub fie * 


y e .v. . —8 AM EI 


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land 4 


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— 179 


und hku Saldo htogiienuet, ganze. Rottep-su ie - 
ben, \uxb;renthebe. fo fürdmerlich, . daß die Preußken 
‚die Yölten :der yerrißuen : Bataillone kaum wiehr 
ſchließen Fonnten. Das Regiment Winterfeld ar \ 
ie Barteriecmuthig an, wurde aber faft ganz qui 
‚gerieben,, :Dekusdy. ruͤkten die Geenadiere von, Mra⸗ 
ben an, md riefen dem; Reſſe der Winterfelver, eine 
muͤthig · zus „Kameraden, BL uns heran! Lhr habt 
„Ehre. genng2. Indeſfen ihre Mnfrengung.ipar pop 
” gebends Fastiußten: weichengi.die neben ihnen. ſteheu⸗ 
Den Regimenten felgren ihnen; ‚Me ganze Linien des 
Simten Gluͤgets wantte; . baldı Ranzie alles mit ſchnei⸗ 
Jen: Schrirtenuund in. großer Verwirruug ouf de 
Slucht.. Der Sieg ·ſchien verlhrer, ah, Niederlag 
übe: Loch, da atch ihxe Meuserek nicht: glaͤllicher gh⸗ 
weſen war. (Dir: Erbroinz von Dch din ei ch/ Au⸗ 
ifuͤhrer der · Kavallerle auf. dirſem Floͤgel, griff ‚hie 
Orſtteichiſthen Deuter Ixgfwoll an, und. warf, ihn 
erſte Linie ſiegreich über: Den Haufen, ‚aber, da er zu 
maſch ꝓorratte/ wurde er, vom ihrer 2ten Linie uͤber⸗ 
Hlägelt aundzuräfgefihlagen. . Der pͤptlich⸗ META 
Ste Piz lkonnte nicht. ;mehg: widerſtehen 3 feine 
Menterti ſlohe.Die geſchlagnen Preußen, Fuſwl⸗ 
Fer und Reuter, eiltes, von; feindlichen Grengdierm 
ans "Aupalierifien veifolge, fliehend über. bie; Dimuge 
yurüf..,: Düne die Geiſtesgegenwart des Geuerald 
Bikttms: wer: ohne. den Heldenfinn ‚de. twahn | 
Schwerin · waͤre pie Schlacht.unwiederkringich“ 
verlotenn: geweſen.Der· Entkchleffenbeit . ud; den 
wilen. Norlaiorom Rieder; ae Wine 
| @ 2) dd 


‚ u | E — ES — J J J 


J Me eb: ein zuzeſchreiben, wos die REN eine 


andre Wendung, und: zulezt einen: glorreichen Aus⸗ 


ang: nahm. Zieten beſezte mit 10Schwabronen 


Diagoner von der‘ Reſerve die Enden der Daͤmme, 
mi die Flachtliuge aufzuhalten‘ und. wieher Zur 


u . Glehen zu bringen. Aber ‘der: Schrökten und: die 


Unordnung war ſo groß⸗ baß er Me hatte, feinen 
e Bine zu erreichen. Die Fluͤchttinge wollten: duich⸗· 


vus weiter fliehen/ nd. firengtenihre Kraft: an, um 
| Bieten. Dragoner zu uͤberwaͤitigenrnn VLange wendete 
Zieten Gewalt, Zuredru, Ermahnnagen erge bens 


"Js + Bi vedpter Zem ſpreugten noch 20 dit dahin eun⸗ 


Ferm gewelene · Reſerve⸗ Huſarenfchwadrrus herbei, 


Welche durch ihre, Gegenwart: ber Geſchlatnen: neuen 


Muth und neue Hoſuang tinfloßten. ‚Die te 


mmachte einen mejſterhaften Ertwurf/ju einem menen 


Angriff, ‚führte: feine: friſchen Truppenborand,, :Kuß 


ie füchtigen folgen, die Feldmuſik von allen Seiten 
erſchallen, und: ſpreugte fit verhaͤngtem Bügel auf 


! 


Be kaiſerliche Reuteret, weldge beim Werfolgen im 


jerftrentte Haufen‘ getheilt wat. Eie wurde augtn⸗ 


Brlich teworfen, und und aus Worfolgern it Werfolgte 


derwandelt. "Ein ſthweres Kürafler Mogiiment er⸗ 


Rate über: die: Kuͤhnhett bee Bioreufches’Hufareınz J 


he Anführer ſchrie Ihnen Sp Schriet weitienigegen: 


| | Hufaren, ſeid Ale to Seht ihr nicht, daß wir 
Kuͤraſſiere fi ? Unſtattzu antworten, marfißite 
e n die ſtolzen Kuͤrafſiere ſammdlich über den Haufc. 


Schritt vor Schritt dahnte er den Weg zum Wiege, 


. and durch die ie Aulunſt immier medeer⸗ Regimentet 


wurde 


* 
—* 
* 


Se 


PR P At über Mina: Song. | 
Fire bei der Kavallerie that, "eben daB dewirkes 


Schweelu beider Infanterie vor gleichem Murhe 
end groͤßret Hüfopferung zu eben berfelben Zeit. 


Diefſer ehrwurdige 70 jährige Gelb empfand die tieffte 


Kraͤnkung, daß nicht nur der linke Flügel, ſondern. 


duch fein eignes Reginment gewichen- war. Er holte 
frifche Trippen aid dem 2tcn Treffen herbei, brachte . 
Die Flichtigen in Stonung, und um ſre zu neuer An⸗ 
ffrengung Zu fpornen, ſtieg er vom Pferde, ergriff 
eitte Fahne, „'ſtellte fich au die Spizze ſeines Regi⸗ 


"end; um: zeigte ihnen. die Bahn der Ehre und des: 


Sieges mit: den Wortens wir nach, wer kein: 
Zeiger 1ff : Mies folgte- ihm: aber nur. wenig: 


Schriste- brang-er vorwärts, da fiel er won vier Kar⸗ | 


taͤtſchenkageln getroffen todt zu Boden; + die. Tape! 
bevekte ihn/ und verharg · des Todes entſtellende 
Züge: "Von heiligem Enthuſiasmus er griffen, elite 
nun bie ganze Linie gegen den-Zeind, uni des edlen‘ 
Heerfuͤhrers Lob’ zu rächen. Mehrere Generale 


ſprangen, nach dem Beifpiele Schwerin’, von den“. 


Pferden und führten ihre Neginienter zu Tape an. 
Unter ihnen lhefand ſich ver kdnigliche Bruder, Prinz. 


Heinrith, wilder als Fußgänger'mie feinen Regte . 
mente eine Batterte erobertk; - Dem Audrange diefer . 
Hetwenſchaat Tohüteh DIE Oeſtreicher nicht Stand 
Falten, ’ fie würden uͤberwunden und Bis zu ihren: 

Fetten zurſflkgetrieben. ‚Noch ſtand aber Ihr: feſter 
Hilfer'Pfiget- wiibewegfich, Der Prinj Ferdinand: 


vr Srauſchweig/ welchet Bisher anf dem Tinten 


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Preus · 


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in 190 u, 


| Ailten Zlögehnegen den feindichen mechten mi⸗ 
tbig · geſochten harte, ıhier-aber. nichto mıchr zu thun 
ſahe, erſuchte den Hoͤnig, dem linken Deſtreichiſchen 
Fboͤgel in die Flanke und in den Raͤkken fallen zg. 
disfen. Friedrich ſtellte es fein Eutvefinden 
— anheim; Ferdinand machte den Varſuch, under 
gelmp Über Crwartung. Die Feinde, urban; HOW, 
Berg. zu Ders gejagt, ‚fieben ihren, mit den ausge⸗ 
ſuchteſten · Greuadieren beſezten Schanzen ewpbert, 


und ihre beiden: Fluͤgel getrennt. Frie dr ich rule: 


ſogleich in die Hefnung, und theilte durch dieſe ges, 
ſchiẽte Wendung Die: Oeſtreicher in zwei · Araigen, von 
denen: die kleinſtq mi Verluſte ihres ganzen Lagers 
wach Beneſchau zu flohe, die. größte won gaoca Maun 
aber, il die Stadt Pirag hinein ſtuͤrzte. Dieb leztre 
Unternehmen war hoͤchſt unvorſichtig und übereiltz 
ſchon in den erſten Stunden bemerkten die feindlichen 
Generale die Gefahr ihrer Lage, und fact. obwohl 

nicht vochdruͤllich genug, ſich durchzuſchlagen. Aher 

‚Die Preußen. hatten bei der Dunkelheit des Abends 
bereits alle Zugänge befezt, und die Oeſtreicher blie⸗ 

ben in ihrem ſelbſtgewaͤhlten Gefängniffe, Es war 
8. Uhr Abends, als dieſe heiße Schlacht endigte. 

Eiu Paar Pontons retteten die Deftreicher von ihrem. 
: völligen Untergange, Der Prinz Morig und Feld⸗ 
warſchall Keith ſtanden mit ihren Kolonnen ober⸗ 
halb Prag an der andern Seite des Fluſfes, md 
ruͤſteten fich Aber ‚das Waſſer zu kommen. Die . 
‚ Mulde war aber gerabe fo weit angeſchwollen, daß 

die vorhanduen Frontend zur Vollendung, ber 

3 br e 


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IV _ 7 


Beiben. ums dloße Zuſchauer abgebes. Haͤtren Fe 


| un 283 - Pan De FE \ 


—E u Rt erste: qu Sis ithußten I 


anige Yomons mehr geſade ſo vifisoen fie Aber ven 


Finß gerũkt⸗ven: Heſtreichern In ben Ruͤkken gekomo⸗ 
men, und auf die Yfr in den Stand geſezt worden 


fein,” fie dgdazlich · abzuſchnelden "ud gefangen zu 


wachen 7 Der Vetluft / war auf beiden Seiten unge⸗ 


wdhulich oh, Die Deftreicher hatten 0000 Todte 


und Verwumete, Und: 5000 geriethen in Gefangen⸗ 
ſchaft. Die Praußen erkauften ihren Sieg nicht mins 


der theuerz ihre Todten und Verwundeten betrugen 


16500° Manny ind 1550 wurden gefangen. Die 


Sufauterle' hatie vorzuglich · gelitten; -Briedrich fage 


Ai ſeinen· Werken, daß die Saͤulen des Fußvolſs an 


Biefem Tage: gefallen, daß viel tapfere Officiere und . 


verſachte Veteranen gebllebeniwaͤren, welche zu er? 
fezzen "ein. tangivieriger Krieg feine Zeit. geroährt 
hatte. Den Tod Schwerin's, ſeines Lehrers i in ber 
_ Attegölunft,: hiels er dum Verluſte von mehr‘ ale 
500096 Manu glei, and trauerte Aber ihn, ald 


über einen Unfall „ weicyerivie Lorbeern des Sieges | 


| *3 mare: Wie. er in der Folge fein Anden⸗ 

Ben: durch Errichtung eines Marmor⸗Denkmales zu 
Berlin ehrte und verewigte, iſt allgemein bekannt. 
Außer · Schwetin waren an Generalen die Prinzen 


vdu Helften und: von Anhalt, ſedann Golz und 


Hautcharmois getoͤdtet, Vonquet / und Winterfeld 
ſchwer verwhundet worden.. Auch bie Oeſtreicher ver⸗ 


loren rinen edlen: id großen Fledherrn, den Gtafen 


vB, welcher Boa he) dem Schlacht: 


Dein, | 


x 


‚io 


= 


. 


> Mech Siena wii —— 


en ſeinen Wangen an: Prag: ſtarb. Sie Wirkung 
6o. Kanomn al Fatznen ums -Titandartap ,. Du. 
Kriegskaſſg und aiar Menge: Bälle dinanün., in O 


> 


or Zen. re Jap Que ur 
m Der Drogen Giegmerbreiiete:& — EE I 
u mi, neuer Bemundetung · durch garz Einuopa, hielt 
die gegen feine: rangen anruͤtkenen Zeinde in Un⸗ 
aͤtigkeit und ‚Zweifek, (ließ viele dautſibhe Forſten 


ihren Beitritt zu, Nundt wider aihn gereuen und auf 


Belegenheit zug, Ausführung. besfen,: uptı.mefegte 


‚den Wiener „Hof in Bolünsung. -Man glanbte, den 


König, von, Preußen , ſchon vor den heran oe Kaiſer . 
ſtadt zu feben,. man ühertegte. hereitä, aurch weiche .. 
ganehmliche. Friedemsvorſchlaͤge man; dies, Ungluͤt 


verbigdern Fhange 1. denn einem Helden, der den brita 
ten Krieg wit dem Ragifeam Sehrekken: begann „. woa 


uui erx die porigen geendigt hatte (dien nichts mehe 


werubglich 5: ugD-feine,Brraagz die una: Hanptſchlach⸗ 
ken, aefiggt ‚Hatten rrägtai nie Meirnung, daß fie.nie 
unterliegen. ang... Man weitere‘, daß: der Alchrige 


 Veberrefl-ber Deiberichifügen Yemiee oosfolgt und anfe 
gerieben, Ver in Prag ngeſchlone durch Feuer un 
Hunger zur Uehergahe gezwungen, und: ſocjede vor⸗ 


handne Grüsse. 26: Erghauſes zertroͤmgert ſein 


würde, ahe eine nee his, ertſchuitte Der. Ginger aufe 
.  abalten bereit waͤre. Aber Ale diefe ·wabrſcheint 
blchen Hefnxnger blixban für--Erierich.mwerfälltz. 


du emerwarteter Gluͤlkawnchſel⸗ marf ihn mom den 
DR. der Uebergewichtes herab. ——————— J 


y 
: 0% 


« 
vN 2 


me 188 - 


Ä Neiße im imo. —* am ‚ef (ans eilt ; | 


u. erkringunmn 
“3: De; Prinz Karl con: oihrinen „die Pringen 
yoen Sachlen, von ‚Biweibrälfen, ven Mepene, die 
übrigen Befeblöhaber, und 4ooco Mann, Zlüchn 
linge der Prager Schlacht, befanden fich nehſt 1c00y 


Mann voriger Veſazuung und mis Socop-Eimuohs 
wert in ‚der Hauptſtadt · Bohmens in-einer veyzweif⸗ | 


lungsvollen ‚Lage, und es ſchien, daß fie dem Hun⸗ 
ger. oder bem Sugelsogen. der Preußen, unmöglich 


hauge widerſtehen, ‚fondern in kurzem das Schitſai u 


der. Sachſen bei Pirna erfahren würden,: ‚Seit den 
7. Mai wurden fie enge, blolirt, um feit Ende deſ⸗ 
ſelben, wo erſt das fchwere Geſchuͤz ‚von Dresden 


anlem,.unaufhbrlich beſchoſſen. Binnen 3) Wochen 


berurfachten 18Coco. geworfene Bomben und gluͤ⸗ 
hende Kugeln eine fortdauernde Fenershrunſt; an 
990 Haͤuſer brannten und ſtuͤrzten cin, Greiſe und 
Kinder wurden ‚von dem Kugeln getoͤdtet, oder unter 
dem Einiiurz der Wohnungen. begraben, die Kirchen 
flaften voll winſelnder Kranken und Berwundeten, 
Moth, Hunger und. ſchlechte Nahrungsmittel bewirk⸗ 


ten ein häufiges Sterben, wie zur Peſtzeit. Die 
yferde der Ranallerfe und Urtillerie wurden geſchlach⸗ 


tet, und das Pfund Fleiſch zu 2, nachher zu 4 Kreu⸗ 


gern verkauft; dennoch erſezte dies den Mangel an 


Beduͤrfniſſen nicht... Die Beſazzung machte oͤftere 
Derfuche aus ihrem Sefaͤngniſſe herautzubrechen, ſie 
wurde aber jedesmal plutig zuruͤkgewigſen. Man 

| Ir I. — Kemer « au dyr Gtadt, 2 


42 
Ve 


N 


tut 


E 186 — .* 


da Pr ii erleichtern; «allein auch Biefe —E 
die wachfamen Preußen wieder hinein, danntdee 
Hungersnorh. vrrmehrt und” daburch bie "Uehfrgabe 
beſchleunigt werden möchte. Bei naͤchtlicher Stine 
konnte man vbn außen das Behtiagen ber Einges 
ſchloßmen Bören.:; Der Magiſttat; die Geiſtlichkeie 
die Bkůrgerſchaft Jehten den Prinzen Kart uniEr 


barmen, weicher, auf der einen Seite von Mileiden 


geruͤhrt, auf der andern von der Strenge der Kriegs⸗ 
geſezze 'eingefhräntt, in fo weit nachgab, daß er den 
Preußen unter der Bedingung eined. freiem Abzuges 
die Thore zu Öfnen: verfprach. Friedrich verwarf 
bieſen Vorſchlag, und beſtand auf einer unbedingten 


I Mebergabe, welches der Pfinz ‘nicht bewilligen zu 
. Fonnen- behunptete. Der" Zuftand der Belagerren 


wurde mit jeder Tage trauriger, die Generale, 
welche unaufhoͤrlich Kriegsrath hielten, wußten keine 
Rettungsmittel mehr, alle Hofnung ſchien verloren, 
als die Stunde der Befreiung Ihnen und iedem uner⸗ 
wartet ſchlug. 

Die einzige: Sthjje ver Oeſteeich ſhen Menar 


chie beſtand in dem Heere des Feldmarſchulls 


Daun, und biefer vorfichtige und auf Friedrich's 
Verfahren: aufrierffame Befehtshiber hatte'bald Ge⸗ 
legenheit, Tech um feine-Kaiferin und um fein Warere 
and 'nnvergktigliche Verdienſte zu erwerben; : Yiat 
Tage der Prager Schlacht war'er bis Boͤhmiſch 
Brod, 1 Meile von Prag, gekommen; dieſe Naͤhe 
: fegte ihn im den Stand, 16000 Fluͤchtlinge des 


vethten ETAGE an ſich zu Ziehen, in giesbang in | 


4 


f ‘ 


— 


Dielen, meicher kei, dem 
Rand, am 13. Juni solls. gelungen, fein. : Zieten: 
- eptpelte jedoch den Auſchlag noch zux ‚rechten Zeit, _ 
sb Durch einen gefaͤhrlichen, aber, ‚alällichen Ruͤk⸗ 


\ 
, s 
far 


en 397 m. 


— Sik:euP; 30000: Doonn on werläckn; 
Gr wich, Iedochpon 20PPO Preußen mier dent 


._ Dying „von Beh pen sap öngt a Dur Aalin, Canser | 
BT X Sofienlay Sie Hober wert. Als aber 


wo anchrexe ‚Heine Trugpenabtheilungen qus. den, 


Eblenden. ad ſelhſt die Wiener Veſazzung von 3 - 
Bareillenen zue ihm Sehen, fo wuchs ſeine Armee 


u bcqoe Many, an, ı Sest. hefeploß: sr: wieder vor⸗ 
zurhtten,, und das Beverufche Korps burdyverfickte, 
Bewpeaungen bei.Auttegberg zu umringen uud " 


" aufnabeben.. Dies mwahlanggei humane Unternehmen 
aleit des Venrals 


erzauge von Bevern 





wuͤrde ‚auch ohne. die Machſ 


ang bis Kollin, und folgenden Tages Hi Kaurs⸗ 
zim rettete fih das Preußiſche Heer. Daum 
lagerte ſich nun. auf nem Bergen und: fteilen Auböhen. 


"wwilgen. Plauian und, Kollin, pub verhängte 


fü ‚aufs. forgfältigfie, „ Friedrich wurde endlich 
usgehuldig,. DaB ſich die Belagerung Prag’ fo ſehr 


in bie. le 308, und beſorgt, dag in Daun-au 


den Mauern tiefer Stadt umgeben, und zwifchen. 
2. Gmer. bringen koͤnnte, ‚übergab er. die. Belage⸗ 


sungd «Armee. dem Befehle des Feldwarſchaß 
 Keich, brach mit 12000 Mann auf, und verei⸗ 


yigte. ſich zu ‚Kanrzipi mit. dem Herzoge ‚vom, 
Bevern. Died Hetr enthielt, jezt 32000 Mann, 
wit welchem Sri. die a *— Birne 


—R 
4 


—⸗ 


+ 






Per Dank sch: Gboaer | 
ſchanzungen bei —* anzugreifrn eilté I 

Sieg / an uveichem er, Vers is! dahin ſtets Sieger 
im Felde geweſen war, ſeiner geringen Maniſchufri 
ungeachtetn uicht zwofelte/ imußie ihmi Peug — | 

die gange eingeſchloßne Armee in die GSerdalt ve 

gen. „Das: Schttſel bomte: "db 'Ahibere beſchloſſen 
Die merkwärdige Schlacht, wo ſich der: eg zuri 
erſten Male: für Preußen: in ‚Niederlage, 2.73 
- Erlumpferifiiin : Trauer· vorwanbelte Hole re 
48: Jurnheheneſert. Flaebeſch Suhbar ber pr 


‚ Fur Gthlacht mit’ foleer "Kriegeherkitniß und Mieled 


Beit, daß ihin det Cieg gewit zu Then geworben 
waͤre, wenn alle Generale ſeine Anorduuig pin 
. Kid) befelgt hätten Der eechtt PBlügel- der Feinde 
‚ ftend: auf denn Abhänge der: Berge det andte auf 
dem Gipfel Verfelben:'-Wor der Froute läge‘ Dötd 
für, reiſende Kornfelder, Hohlwege, und: ſtint / 
faſt Under, Age 
rie beſezt. Friedrichi gebot daher, den finkeifeinde 
lichen Sfügel "fo wenig‘; ald He-Bionte anfugrtifen. 
Daun; weldier die Abſicht des Mönige; ſeiucn 


rechten Flaͤgel zuerſt zu werfen, merkte, Aſirru⸗ u 


felbigen diuch ein beſondres Reuterkorps von ind 
daſti, durch eine Nörheilung Infanterie ind Rroab 
ten, und bar) diejenige Saͤchſiſche Reuterei, die 
fich beit -Defaud, Die gedachte Infanterle und 
Kroatemnenge ſtand in einem Eichenwalde zwiſchen 
Dim Nadaſtiſchen Horps ind Alien ſtarken Vorpe⸗ 
er walchen vor bern Tone: Arjezot eirie-trößende 

Bats 


Materie" aieb in iväen Derfe euere . 
harte: Mach des: Anendnung des ghnins ſoile ber 
Weneral, Bieten mit: ga‘ Erhwadrvuen: Huſaren 
. a8 Dragonern die dortigen Anhdhen / befeyfen;, un 
Aus Mabaſtiſche Kerya verzagen; der enenc Hul 
Fed. mie ⁊ Vatailloen / porn Vorderzuge vie Batretie 
Mei Argegon. erebany ta&.Diorf elumehuen uað ve 
Achenwald befejgeis ver Fuͤrſt. Wired 
Wir: m: ganzen bntn: Fluͤgelec dem Huͤlfeſchein 
Anauttlvcps in einei Entfernung. von AO 
wedhifebuen .. solhndndiäsffen Mugeiffo icuyrzuge 
Hilfen bein Burfe. weggiehen md dewsrechtunnfeinbfid 


eiö-Bähnel insai. Bemchnifählojemnterh d  . — 


alſ tul fuͤhrtenahre Aeferäge mise‘ . 
ader bach. vollig/ nach: Wunfche aus, Bas gunʒe 
Sps des Genprais, Ol ada fi, welcheorymme ven 
Nuitligger Höhen: fü Echlachtordunug! Aufnar ii 
any: erde. venGiet an lebhufi ·angegriffeic ad 
wi. genehfet, und heßtig verſolgt. SEM u 
Krlid., war von der ͤbrigen Brmeh wölij'geitäning 
mad: Schäite, nicht: nieder: .verdringenni fen 
hatte einen ſchwerern Enand ; das würkende Kand⸗ 

: Wufenen der Feinhr trieb ih: mehrerr Me: zuräfj 
wa: richtete ‚großen Schaden. üntertihn Ana endlich 
Merwast er jedes Hmberuiß, er erfehiyBiefärchtens 
lie: Batterie; vererieb den Feind dis Krzegor, un 
benächtigte The Eechenwaldes. "Wie Bahn zum 
Siege war gebroche , nehtere Kolonuen Ve Ahnige 
Acen. Uen Flogels Ära mit ! Ordnimg vor, der 
Tee Ryan ef 0 Fiutel- fuageun zu white, die 

BE DODeſt⸗ 


\ 


Br = m 190 — | . 
¶ Meſtrelcher wochten bereit aef-ihren Rllpik nie - 
- Dei weitermFechten Feine gaͤnzliche Nidierlage:zte 
erfahren; mie: Adjutanten eilten mit Bitteln;; Rz | 
anelche Dee mit. Bleiſtift geſchrieben baners Die. 
Kerraitesift: noch Guchdal, : zu den Geaca 
walen,und wa: machte inflale, Die Kawpsiniabgk 
— hrs salber plözlichs aͤnderten ſich dier Scete ip‘ 
SDreudens : Echrelken uns Orftreich’s Gläh  DE. 
Hauptucheben ‚:det . Zerrättung wear: der:: Mentrai 
Maun ſtein, welchen durch feine uͤhertilte digg. 
mb: ſchlecht angebrachte Tapferbeit ven. bhalglichen 
Qqhladheplandarchinenzto den ganzen.· rechten hs 
ael. im Unprinung ‚brachten Den :grbiuku ei 
deö. linden. mitin die Beiwirrangigog: "| Deren 
VWuraußiſche Zluͤgel ſollee vſichrin: Unthaͤtigkrit rehig 
fſpnboncgrn nnd dirrch eine Unzeisrenefiche: Begbizid 
. Aug dan linken angreifenden Flügel: Ansegdügzem. 
: Eh rl po Siege anigwrudige: Mastegel warte 
m Beterale Mann ſtenn nicht ‚befokgts. Mind 
ber feindlichen: Sranse Inge: viele Kroaten unb: Zu 
fauteriſtem inden Doͤrfern undr hotzen Gctseibeflusen 
‚asrftelt „on ano. aus. fienanf bie ‚vorhöi miasfchiseng 
den. Prendifchen, Kolonnen in: siaulidyer Etfervung 
ſoſſen, und tinige Beute: wer@underen, Mir uam 
deoß den·Geueroi Manufteiu;.er mich; daher 
eigenmächtig von Sriedtigit Aenehnung: ab; drang 
.. water. die; Kryaten, ‚und. ;iadBe:. ſiengn mertüeibend 
Er fand aber. größere, Widarſtaud, als er gegigula 
hatte „ mehrere Mastailipua alten hin iu Daft ab 
de vn ur weit angehäre hätte uglı in 


⸗ 


- 


J ar = 

J —*'l Yen; machte: ih "ont FOR FAIR am; 
Ze "x überhaupt" u ei Urigriff. gefchehein folttel - 
Man 'tüfte..biß Unet dab Kartaͤtſceufener dor bike. 
Feichifpen'"Wätterie; das Gefeeht aber . - 
md: Allgemein AR Kb: ’al 21,2 Kdnig jci antam, 
Virifte ötr die Truppen ven da nicht aacr wegtziehen⸗ 
weil igouſt. a an En ET vebs 2gen 
Weſenn wird; char Bulle ran vol waͤres!chagen· die 
feindliche: Fronte Degen‘: :unübetfteigliche. Hoͤhen, 
egen woſpruͤhenbe Bakterien Yalki HD Tinte Flle 
Get, ⸗. wo einige Zeit vorhet über Yen Maiſchibet 
Dart Dorfe Kyzezor cih heftiger Wokwerhfer: wiſchon 
BZu ednch an demi Prineu Morig ausgebtvchen, a 
dubrtch ver guuſtige iugendiit · ur Bemugz ziug dei 
Halfeſchen Sieges ·berloren · ggangen van ix vicſer 
nał grageit TR TEN HAAR heileiten, no. 
Ber gta le a UL und He gatize Schlachterde 
tig le ohren. RIP . 

EUER? Hrioenſtan wo Zapfeiteiivermönueng 

Be’ Netterten· Aber FiRgchseihügek ihreß Kammetaden, 
fie: erfhiegen: feiſtge in NMheu, undniardul cr einigen 
EOten gluͤklich; aber das endſezlich⸗ Atibnenſriter wer 
Oeſmeicher riB folge Biken in ihre Bulaillone, Dre 
4 Falten es an friſchen Eruppen fehlte, Det Kduig 
‚Rt "Prinz Metiy faben-- ſich gendryigui die / eiſtaut⸗ 
naen !ngwiſchenraͤune durch Kaballetieziterſezzen z 

- Birken wude mil in avaltoelerehienentetu von et⸗ 
rege Untreftarzung baruftuzner tm, 


+. 


ME in vir Veſnungert, an. lat ie Felnwenabr! 


wee vue ur BO ai fe 
mach⸗ 


⸗ 


N * 


—— 19 amr u „a 


"race manfehlich une Ahkten Der Ehe Dar 


wänfbte dad. Zieten.felbige waggnehmen. ıbchie, 
Es wurden, 4, ber heſten Kuͤraſger⸗ Negiunmter, am 


Yiefem.-Bageikük, beſtimwt; aber die ;gehasuilkhtgg 
Beute anrdgn,, por den Kartaſchen ſo hacttvwe 
an Boden Behr lin doß, Be. weichen mußten 
Zie ten —— ‚die zu eine wen Aagrifſen 


Be geharghten ;,oben ais eine Harhatſchenlugel dieſem 


 Keloen, am. Kopfe direiften. Die Muͤzse gbräßrr.umg 


. eine-folche Sontufiop. veruclachie/ daß er Be 


som Pierbe dank. da; vex oren Reiben Muth, ya 


indem fie ihren Anführer für godt bielten, hegqken 


fie ſich ohne Aufenthalt und Orduung auf die ZUR 


Bir kam wasg. von eier Korues· im Siukensaufags 


Fugen and;.aufr ein, ahdres Pferd gebracht. Atem 


fipafte ihr. berngch im. den Wagem des Fuͤty Mg 


arz, ie welchem. er das Vepenfaftin wieder, erichie 
und; bis zum Ausgange der nugloͤkſichen Spar 


gerweilte. ‚Dis: Unordiiuug uahm. el: den Mreuften 


immer mehr uͤrcthand, : DT: die Sich 


fiſchen Rentarganz vollenidetun le Ara oh. 


VBegiendeAhnarn Haffe gagen Die. Vrexßen ‚Kuftı a 


| wm er or ftwarten: ang eimer HERNE 


machen. Der Belehlahaher Ben Airaganer- Aaslı gon 


Sachen. gab aug fraiam nwied; Befehl. zn. Fim 
han ; und leilisse,.bieragych, dpa Oeſtreichern eitzen 
außerordentliche. Dismß. «Dis ul m uiſcn 
verie egum ien Wece⸗n, Haintich, SA a: 
die: Leibaarat liadden mern Sphmahranen Fachſem 
in ihre Mittcneinungan, ſchlaceh. dargicein Vieh 


als 





4 


. u. — 193 ua) 


als 0b fie auf dem Moſternngeplaſpe täten, Kon Ge 

. den Sachfen. ftärzten Roß und Mann uͤber einander, 
es ihurmies fich Leichenhuͤgel nom ihren Erſchlagnen, 

ne fie ſchienen ale hier ihr Grab finden zu muͤſſen⸗ 
Bald aber kamen ihnen.mehrere Regimenter Drago⸗ 


wer zu Huͤlfe, und nun war Tod und Niederlage 


das Loos der Preußen. Won vom und im Nüffer 
angefallen, “mußten leztre im Kampfe unterliegen, - 
Die Sachfen erinnerten fich ihres im Jahre 1745 bei 
Striegau erlittnen Verluſtes, und gaben jezt 
ihren Zeinden die erhaltnen Streiche, mit ſchreklicher 
Wiedervergeltung zuräl, Das if für Strie . 
gan, riefen ſie racheduͤrſtend, und hieben alles mit 
ihren ſpaltenden Saͤbeln nieder, was ſich nicht ges 
fangen geben wollte. Dieſe zermalmende Wuth 
der Sachſen entſchied das Schilfai des Tages. Obs 
gleich die Übrigen Bataillone ver Preußen ſich wieder 
fammelten, obgleich Friedrich ſich ſelbſt an die 
Spizze ftellte und einige Schwadronen darch den 
Buruf: wolltihr ewig leben? auf's neue ins 
. euer trieb, fo Fonnte nichts den Strom der Sieger, 
befonderd der Sachen mehr aufhalten. Am längs 
fien widerfezte fich die Leibwache des Königs; dieſe 
edlen und tapfern Streiter, 1000 an ber Zahl, die 
ſchoͤnſten aller Infanteriften, und nicht die unwuͤr⸗ 
digſten an Verdienſt, fochten noch, als ſchon alle Ihre 
Waffenbruͤder gewichen waren; dody- fie richteten 
vichts aus, als daß ſie ihr Leben theuer verkauften. 
An 750 derſelben bedekten mit ihren gegen den Feind 
gerichteten Geſichtern den Schlachtplaz, und preßten 
Gallus Dr. Geſch. 6. Thl. I. Abd, (MR) ſel⸗ 


‘ 
-; 


\ | — 194 — 1, Zr 

_ folder ihren Ueberwindern Bewunderung and 5 Bit 
muth aus; Es war 9 Uhr Abends, als die Preußen, 
welche feit ı Uhr gefüchten hatten, bas @ichlachtfeto 
ganz raͤumten, und, vom Prinzen Moriz geführt, 
ihren Ruͤkzug nad) Nim bur g an der Elbe nahmen. 
Das Zietenſche Avantkorps und Huͤlſens Bataillone 

hatten indeffen ihre gleich Anfangs eroberten Poſten 
bis zu Sonnenuntergange ſtegreich behauptet, aub⸗ 
geuoumen, daß ihnen der zu ſchwach beſezte Eichen⸗ 
wald wieder entriffen worden war; fchon machten 
ſie fich fertig, ein Lager zu beziehen, und Srendens 
ſchuͤſſe zu thun; aber da Üüberbrachte ihnen Moriz in 


eigner Perſon den Schrekkensbefehl zum Ubzuge. Der 
bedaͤchtige Feldmarſchall Daun begnägte fi mie 


dem Ruhme, der erfte Faiferliche Heerführer zu fein, 
weicher die Preußen überwunden hatte; er legte 
‚ Ähret Flucht keine Sinderniffe ih den Weg, er hielt 
* feinen rechten Flügel, welcher von deu Anhöhen zur 
‚Verfolgung der Beidyenden herabſtieg, durch ein ge⸗ 
bietriſches „Halt“ zuruͤk, und ließ ihren Abmarſch 
durch. nichts  ftören, Sriebrich fagt von dem Ver⸗ 
Iufte, daß er in 8000 Mann feiner beften Snfauterie 


beſtanden habe. Von der Neuterei.erwähnt er nichts, 


Glaubwuͤrdige Preußiſche Berichte ſchaͤzzen ihre Ein⸗ 


buße zu 13770 Mann, unter welchen 3568 Ver⸗ 


wundete waren. Das Geſchuͤz wurde gerettet; "nie 
16 Kanonen blieben aus Mangel an Pferden zuruͤk. 
- Die Deftreicher zählten go0o Todte und Verwundete, 
und die Sachen, denen bie Ehre des Sieges am. 

miehr⸗ 


⸗ 


1 


« 


— 12 95 — 
meheſten An bauen Senf viele Breten 


verloͤren. 
Mit unswßlkten Bliken ſammelteFriedrich 


feine geſchlaznen Truppen in Nimburg, mit Thraͤt 


nen im Auge muſterte er ſeine · 250 uͤbrig gehliebnen 


Gardiſten; duͤſter und truͤbe lag die Zukunft vor ihm; 


Bald aber rief er feinen: Muth, der ihn nur Augen⸗ 


blikke verlaſſen konnte, mit neuer Geiſteskraft in ſich 
zuruͤk, und gab mit gefaßter Befonnehheit die weife 


fien Befehle, um die Folgen des erlitten Uufalts 
weniger nachtheilig ‘zu machen, als fie zu werden 
sröhten, "Seine Gemuͤths ſtimmung erkennt man am 
richtigſten aus einem Briefe, den er den Tag nach 


der Schlacht an den Engliſchen Lord Marſchal nach 


Neufſchatel ſchrieb, und rgrin er: unter andern ſagt? 
„Das Gluͤk floͤßet uns oft ein ſchaͤdliches Vertrauen 
ein. Em ander Mal wollen wir imfre Sachen beſſet 
niachen. Das Gluͤk hat mir diefen Tag den Ruͤkken 
gelehrt; ich hätte, es vermuthen follen; es iſt ein 
Sranenzimnr, und ich bin nicht gelaut, Es er⸗ 
Märte: fich für die Damen, die mit mir Krieg fuͤh⸗ 
sn — — Wie fehr märde der große Karfuͤrſt ers 


ſtanuen, wenn er ſeinen Enkel mit den Rufen, 
: Seftreichern,, fait ganz Deutfihland und 100000 


Franzoſen im Handgemenge fehen filter Ich weiß 
nicht, ob es mir eine Schande ſein wird mmrergus 
hiegen; aber dad‘ weiß ich, daß es Beine Ehre fein 
wird, mich zur uͤberwinden.“ Sriedrid’s Wider⸗ 
waͤrtigkenen dienten dazu, den ganzen Umfang feiner 
Geifesgröße in ein i kl Licht zu ſezzen, jedes, 

M 2) auch, 


\ 2‘? 


196 


Er das verborgenffe feiner Talente. zu entfalten, 
und die Huͤlfsmittel, die feiner Erfindngsfraft zu 
- Gebote ſtanden, fennen zu lernen. Ein entfchloßner, - 
‚ fein Geſchik bekaͤmpfender, und ſich ‚Aber die äußern - 
Zufaͤlle durch feine innere Kraft. erhebender Mann 
ift Immer ein Schauſpiel, welches die Zeitgenoffen 
nicht ohne Theilnahme, und DM Nachkommen nicht - 


ohne. Ehrfurcht erblikken können. Friedrich beſtand 


"vie harte Probe, welche das Ungluͤk ihm vorlegte, 
mit Wuͤrde und Ehre, und Mite und Nachwelt Tal 
ihm deu gerechten Zoll der Achtung und Bewundes 
Yung nicht verſagen. Die Unterthanen wurden ſo 


wenig niebergefehlagen, daß fie sielmehr, von En⸗ 


thufiadmus für ihren König, "und von Xiebe für ihr 
Vaterland befeelt, alle KaOfte anfirengten, um den, 


e dringendſten Bebärfniffen abzuhelfen. Die Lande 
ſtaͤnde von. Pommern, Brandenburg und Magdeburg - - 


errichteten und ernährten 12000 Mann Landmiliz, 
die nicht: zu den’ gewöhnlichen Kantons gehdrten; 


> außerdem ſtellten fie noch, eine Anzahl Hufaren, _ . 


welche unter den Generalen Belling und Werner den 
ganzen Krieg hindurch die nuͤzlichſten Dienfte leiſte⸗ 


. tens  Bejahrte, wegen ihres Alter verabſchiedete 


Officiere eilten aus ihren ruhigen Wohnfizzen herbei, \ 
um bei diefen Tfuppen von neuem Officierftellen an⸗ 


‚zunehmen. Zu Stettin wurden zwei Sregatten von 20, 


drei Galeeren von 10, und 9 Heinere Fahrzeuge von 
6 Kanonen anögeräfte. Die vom Feinde befezten 


Provinzen in Weftfalen und Preußen verbargen bie _ | 


khuiglichen Eintänfte, fo viel fie Fonnten, und über: 
ſchikten | 


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EZ 77 Zu ze 


ſchitien fie nicht ohne große Sefabren chrem ve” 


mäßigen Landesherrn. Nach der Kolliner Schlacht 
mangelte es der Armee außerordemlich gu Pferden. 


WVom Magdebingiſchen Praͤſidenten, nachmaligen Mi⸗ 


niſter Blumenthal, ermuntert, heeiferten ſich Die Edel⸗ 


keute, Bürger uud Bauern von Magdeburg und Hals E 


berſtadt, mir ihren von Kutſchen und Wagen losge⸗ = 
ſpaunten Pferden dem Könige ein Opfer zu bringen, _ 


J Es kamen auf dieſe Art 4000 Pferde zuſammen. 


J Sriedrich mußte ohne Zeitverluſt die Belagerung J 
von Prag aufheben, und ſi ch aus Boͤhmen heraus⸗ 
ziehen. Der Abmarſch von Prag gefchahe am , 


20. Yuni, zwei Tage nach der Schlacht, Öffentlich, 
. mir Mi iugendem Spiele und in ſolcher Ordnung, daß 
das Belagerungskorps keinen weitern Verluſt erdul⸗ 
dete, als daß eine Anzahl Kranker und einiges we⸗ 
nige Geh; in feindliche Hände gerieth. Durch 
viele beföhbre Abtheilungen fuͤhrte Friedrich die 
Deſtreicher irre, und legte die eugen Gebirgoͤpaͤffe 







ohne Nachtheil zuräl, Freilich kam ihm die Saum⸗ 
feligkeit der feindlichen Heerfuͤhrer ſehr zu Statten. | 


. Daun vesftand, wie einftend Hannibal, einen Sieg 
zu erringen, "aber nicht die weit. wichtigere Kunſt, 
ihn zw: beninzfen. Er blieb auf feinen Felſenhoͤhen 


unthaͤtig ſtehen, anſtatt die zerruͤtteten Preußiſchen 


Armeen kebhaft zu. verfolgen. Er nahm ſich ſo gute 
Zeit, daß er erſt 8 Tage nach der Schlacht zu der 


großen Armee des Prinzen Karl ſtieß, welche ſo uno ⸗ 


gehoft aus ihrem Kerley erloſet wnrde. Und noch 


Un 


nur 


| wier andre Tage Ahansen beibe vireinigee Heere, ſich: 


4 . . 
ww. N 


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me 198 — 


m bie au die Elbe zu bewegen. Fried, rich, der 
Bon einer ſo furchtbaren Truppenmenge bei gehörigen ' 


Schnelle und Thaͤtigken umringt und aufgehoben 


- werben konnte, hatte alle erforderliche. Muße, feinen u 
Ruͤkzug wit Sicherheit. zu, vollenden. ‚Dann, der 


borh mehr ‚durch. ‚ein Ungefähr und durch offenbare 
Fehlgriffe feiner Gegner, - als, durch feige, weiſen Ang * 
‚ vrdnnngen gefegt hatte, wurde himmelhoch in Wien 

‚erhoben, mo die Freude uͤber dieſes“gſuͤkliche Ereigniß 
in der That ſehr gegrudet uud. gerecht war. Alle 
Okficiere erhielten eig, Geſchenk son einem Monats 
ſolde, die Gemeinen Kreuzer für den, Mann, und, 
die Verwundeten doppelt fo viel alg Die Dffieiere, 
Dex Therefien = Orden wurde als Beiohuung fuͤr 
tgpfere Krieger und als Gedaͤchtniß der Kolliner 


Schlacht geſtiftet. Der 18. Juni ſollte ſtets als Ging 


ſczzungstag deſſelben betrachtet werden. Beſondre 
Denkmuͤnzen wurden geſchlagen, um die n Sieg. 
bie Rettung der. Monarchie der Radwelt zu vers 
könpigen, 


und die Laufiz zu beffen, die Oeſtreicher vom Eins 
dringen in, dieſe Länder abzuhalten, und. ſobald als 


maoglich wieder eine Schlacht zu, gewinnen. Er bes 


hielt daher. die. Grenzpaͤſſe von Boͤhmen beſezt. Er, 
elbſt blieb his zum 19. Juli, alſo noch einen ganzem 
Monat nach der Kollineg, Schlacht, wit der Haupte 


armes bei Lowoſiz and Leutmeriz an beiden Elbufern, 
fiehen. Ein ander Heer. un 39090 Mann, wahm 


unter der Anführung ſeines One heä Kronpriva 
—R zen, 


Friedrichs Abliht ging nun dahin, Sachſen 


-W- 


on feine Stellung hei Leypaz ‚der. General Yürte u 


anunet. bewahrte ben wichtigen Poſten @abel mit 


4 Bataillonen und 500 Hufaren. Aie große Oeſtrei⸗ 


chiſche Armee ruͤkte unterdeffet. dangfam und vor⸗ 


fſachaig durch den Bunzlauer Kreis, mit dem Vor⸗ 
haben, ven Preußiſchen Kronpringen zu verdraͤngen, 


den Wag in die kauf; zu Dfnen; und den Koͤnig von 


Schleſten ah zuſchneiden. Des Prinzen Stellung bei: 


Leypa ſchienr deu. Oeſtreichern zu feſt, fie wendetett - 
ſich deswegen ploͤzlich ſeitwaͤrta, und griffen deu 


Genaral Puntt ka m er mit 20000 Mann zu Gas 


bei an:. Puttkammer vertheidigts ſich mit ſeinen 


wenigen Bataillonen drei Tage lang gegen bie unver⸗ 
bitmißwmäßige Uebermacht, nınfte aber, ve Nine 
Unteiſtuͤzzung kanr, endlich in did Kriegsgefangen⸗ 
ſchaft willigen. E&. war ein großes, in Jrie drichs 


Augen unverzeihliches Berjehen, daß vie Tramprinze 


UN 


küche Armee den Poſten bei Gabel nicht rettete, _' 


weiches ihr ſehr wohl möglich geweſen waͤre. Nuu 
kumsen pie Oeſtreicher :ungehinbert in die Lanſiz 
detingen, welches fie. auch alsbald thaten: Der Kronz 
yriz. mußte: ſich fehmell von Leyp-a entfernen, durch 


Ummmege die Saufiz gewinnen, uns in bie Gegend 


son Zittaw zu kommen ſuchen. Hiebei verlor er 

wile Pontons: und eine Menge Gepaͤk. Die O 

cher flauden ſchon an der andern Seite von, Zitta 

den Preußen gegenuͤber. Der Prim Xaver von 
Sachfen, zweiter Sohn des Abnigs von: Polen, ber 


hei der kaiſerlichen Armee diente, ſoll die Zittauer füs 


nlcht gun ri gefinnt gehalten, und darum bie 
rn  Peliree 


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J — 200 m 


eure ‚enter? haben, bieſen ofiten Ort bar 
‚Bomben und gläbende Kugeln zu zerſtdren. Den 
. Bonvand zu dieſer Grauſamkeit · mußte ein Preußi⸗ 


ſches Magagin hergeben, welches ſich darin befand, 


und weiches man verbrennen wollte. Die Oeftreicher 
erfuͤllten bie MWänfhe des Prinzen, und verwandelte 
- 0m 23. Juli eine ber reichſten Manuſakturſtaͤdte 5 


Sachſens in menig Stunden in einen Aſchenhaufen. 
Der Verluſt wurde zu 100 Tonnen Goldes gerechuet. 


Die Preußiſche Beſazziingg von einigen Bataillonen 


rettete ſich durch die Flammen, nur 200 Mann wurs 
den abgeſchnitten und gefangen genommen. Dieſe 


Unfälle riefen; den König zur Unterſtuͤzzung herbei. 
Er brach am 20. Juli von Leutmeriz auf, marſchirte 
nach Pirna, ging am 29. Juli hier uͤber die Elbe, 
und vereinigte ſich Anfaugs Anguſt bei Bautzen 


mit dem Kronprinzen. Er empfing feinen Bruder 
und deſſen Generale ſehr uͤbel, erklaͤrte ihr Verhalten 
für todeswerthe Kriegsfehler, und veranlaßte erſtern 


dadurch, die Armee auf intmer zu verlaſſen. Frie⸗ 
drich ruͤkte darauf bis Bernſtaͤdtel vor, ‚mb 


tam deu Oeſtreichern endlich bis auf einen Kanonen⸗ 
ſcheß nahe, um ihmen eine Schlacht zu liefern. 


Daun tuneffen vermied ſie eben fo forgfältig,, als 


fie der Konig wuͤnſchte; er ſtand hinter der Neiße 


anweit Oſtriz fo vortheilhaft und meiſterhaft ge⸗ 


lagert, daß er wicht angegriffen werben konnte. Er 


wollte feinen bei Kollin errungnen Ruhm um fo 


weniger aufs Spiel ſezzen, da er hefte, daß bie vvn 


| alen Orten anräfenden ' Bunietgenafin bie koͤnia 


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Ä guch⸗ Armee, wo nicht ang, boch zum heit bald 


aus feiner- Nähe entfernen wuͤrden. Diefe Meinung . J 


F 


betrog ihn nicht. Friedrich brach am 25. Auguſt auf, 
um ben Franzeſen, welche Magdeburg und Sachſen 
bedrohten, enigegen zu gehen, = 
Nach der Kolliner Schlacht wurden Die Defreichie 
ſchen Bundesgenoſſen mit dem lebhafteſten Eifer, 
gleiche. Siegeslorbeern zu brechen, erfüllt, Der Feld⸗ 


marſchall Aprarin, welcher im Junius mit 


- 300000 -Ruffen,: und einer Menge roher Wilden, 


Tatarn, Kalmukken und Koſaken genannt, in das | 


Kimigreich Preußen eingefallen war, und Die Feſtung 
Memel ua. einem 5 taͤgigen Bombardement er⸗ 


obert hatte, ruͤkte unter mehr als thieriſchen Grau⸗ 


ſamkeiten, die feine gefühllofen Horden veruͤbten, bis 
We lau vor. Der Preußiſche Feldmarſchall Lehe 
wald konnte ihm nur 24000 Mann entgegen ſtellen; 


denunoch griff er ihn am zo. Auguſt in feinen. Vers 


ſchanzungen unweit Groß⸗Jaͤgerndorf an. Die 


Kriegökenntniß uud Disciplin erſezte bei den Preu⸗ 


hen, was ihnen an ber Menge abging: Sie fochten 


“anfänglich mit ſolchem Gluͤk, daß ſie ſchon einen 


Flügel. der Ruſſen geworfen, ihre Kavallerie geſchla- 
gen, und ein ganzes Grenadierkorps in einem Walde 


vernichtet hatten. Aber einige dort befinufiche Doͤr⸗ 


fer, "weiche von dem. Feinden angezuͤndet wurden, 
führten durch Dampf und Rauch bie Sieger irre; 
das 2te Treffen feuerte auf das eigne erſte; die vier . 
mal ſtaͤrkern Ruſſen überfiägelsen- fie; fie mußten 


j 6 zuräßzichen, re ſe vu Koh — 


„ 8 


2 
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⸗ 


— 202 — ” 


bare, „Minh eines to fißnbigen Gefchten dag 


.. "genfie a allem, an. Todten, Verwindeten und: Gen 
faugnen, ‚nichtmehr als 1400, Dranu verloren. den 


Feinden ah eiaen Schaden bon. 7000 Leuten: tan 
urſacht. Die Unmenfchlichleiten,. welche die Rufen . 


danials sum; Schrelken und Abſcheu der Bewohner 


Preußens machten, erſchwerten ‚ihnen. ihren eignen 
Unterhait: Der Großlanzlet Beftnchef, von Englia 
(ihrem Golde beſtechen, und von den Bittended Große . 


= fuͤeſten Peters, eines enthuſiaſtiſchen Bewundes 


ud Friedrichs, beſtuͤrmt, gebot den Truppen, un« 
verzuͤglich zunükzugehen, weichen Befehl er mit dem 
Mangel der: Lehenämittel vor der Welt rechtfertigte. 


: Der Abmarkb.gefchahe-fo ſchnell, daß ı 3000 Kranke, 


u 


3. gorKanonen nun viele Kriegögeräthfchaften den Preu⸗ 


gan in die. Hände fielen... Raub, Mord, Brand und 
Iaöbrüche aller. Unten. von Wildpeit bezeichneten dem 
Weg, welchen die Ruſfiſchen Uahofde genommen 
"hatten. ‚Sie hingen unſchuldige Einwohuer an Bed 
mn, ſchuitten ihnen Die Leiber auf, riſſen Herz. un 
Eingeiveiwe aus: felbigen, hieken- ihnen Naſe wa 
Ohren ab, zefchmestersen Die: Weine, zuͤndeten Der 


fer und Flelken an, zogen einen. Kreis um bie. bwerh⸗ 


nenden Oerter, und trieben die wegeilenden Men 
ſchen mitten in ‚die Flammen, veruͤbten: beſonders au 
Edelleuten und Purdigern ihren 'niehtfchen Wuchs 
willen, banben: fiatanı ihre Pferdefchwelfe und jagten 
davon, legten.fie nalkend auf glaͤhende Kohlen, und 
wnztesten ſie mach. Mienfcheifrefien Art; ſelbſt am 
an Tonieu-dtngn Reeing unfiauige Bunde ana ꝑ 


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nie Gräber Bfueten und die gehn vertiͤmmelt 


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herumfireuten. Bon den pildeften, dieſer Kannibalen, , ' 2 
von den Kalmukken, wurden die Preußen durch die 


Blattern befreit. Dieſe Seuche wor in ihren Steps 
pen am Kaspiſchen Meere und den Ufern der Wolga 


ganz. unbekaunt; jezt. wurden fie von ihr befallen, 


und zu Tauſenden bingerafft; die uͤbrigen liefen ohne 
Befehl. in ihre Heimath zurüß; nur wenige blieben 


| bei dem Heere, und lamen in der Folge nach 


Deut ſchlnd. 
Nachdem nun ieuten geräumt, und nur in 
Menel eine Befazzung, eon 10000 Mann Ruffen zu⸗ 


zÄlgelaffen war, ſo rief der König den Kojährigen 
Felomarſchall Lehwald nach Pommern, um, bier eis, 


nem neuen Zeinde der indeſſen aufgetreten war, den 


Raͤltweg zu zeigen. Died waren pie, Schweden, 


deren Reichsrath auf eine hoͤchſt unanſtaͤndige und 
ungerechte Weiſe den Krieg wider Preußen im Sep⸗ 


tember beganu. Als eine Truppenabtheilung nach 
‚ber, andern uͤber die Oſtſee twiffte, und der Preußi⸗ 
ſche Geſandte nach der Abſicht dieſer Maßregel fragte, 
exxiedrigte ſich der Reichsrqth bis zu. der Feigheit 


und, ünpouͤrdigteit · daß er feierlich Dig Verficherung 


998,68. ſollte nicht ein Mann, gegen Friedrich mars“ 


ſſchiren. Kaum wagen. alle: Krieger, 229 au der 
Zahl. an. Stralfund augelaugt, als ein Schwediſches 
ifeit ſoaleich eine andre Sprache fuͤhrte, und dig, 


Anfrechthaltung des. Weſifaͤliſchen Friedens als Ura 
ſcehet zut Feindſeljgleit angab. Die Truppen ſezten 


DER. Aa vpie nten ühgt bie vom den Geraluch 
9 1. zwi⸗ 


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— 208— 


ze beiden Veftzungen⸗ Aberſchwemmten v8 = 


Preußiſche Vorpommern, ſprachen die Untertanen, 

son ihrem ide gegen‘ Friedrich los, und ſuchten die 
Feſtung Stettin zu üßerrumpeln. "Aber der Ruhm, 
welchen dieſe tapfere Nation ehemals in fo vielen 
Kriegen’ mit vollem Mechte erworben hatte, wich jezt 
ganz von ihr, und machte einer allgemeinen Ver⸗ 
ſpottung Plaz. Hieran waren die ſchlechten Unſtal⸗ 


ien des Reichsrathes, der Mangel an leichten Trup⸗ 


pen, an Magazinen, an Feldbaͤkkerei, an Kriego⸗ 
zucht, an uͤberlegten Planen Schuld. Die Schweden 
hanſeten den ganzen Krieg hindurch bloß in dem klei⸗ 


unien Winfel von Vorpommern und einem Theile ver 
. Mark, ‚richteten zwar. den Unterthanen Schober 


genug zu, führten aber ujcht rine vinzige :helvens‘ _ 
imäßige Unternehmung aus; fie wichen, ſobald ihnen 
nur wenige Preußen zu Sei te kamen, und beurs 
kundeten ihre Furchtſamkeit in unerhoͤrten Beiſpielen. 
Gleich im Aufange des Feldzuges wuͤtheten fie nicht 

wie wie Krieger, ſondern wie Pluͤnderer i in der UÜkermark. 
on einer Nacht ſchoſſen fünf als Huſaren gekleidete 


Poſtkuechte mit Piſtolen in einem Gebuͤſche unter 


„einen Haufen mehrerer Hunderte von Schweden, und’ 


verwundeten einige. Bon Paniſchem Schreien‘ ers 
griffen flohen fie nach Prenzlow, und verbreifeten 
hier eine ſolche Angft, daß die ganze Schwediſche 
Armee am folgenden Tage die Ukermark räuntte, 


Es war dem Feldmarſchall Lehwald im Oktober 


daher eine Kleinigkeit, Truppen von ſolcher Beſchaſ⸗ 


| feahen wie Heerden Fate ‚vor ſich her au treiben. 
Die 


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Yo. , 


nt 105 2 

Die Sweden flohen zagend nach Stralfumv, und | 
hielten ſich hier nicht einmal für gefi ichert; fie eitten 
nach der Jnuſel Rügen, und. überließen den Preußen 
3000. Befangne. | 


Feinde, die mehr zu | bedeuten ha Hatten, und ernfls I 


lichere Sorgen einzufloͤßen fähig waren, die Fran⸗ 
zofen, lenkten indeſſen Briedrich’s. gange Aufe 
inerkfamkeit auf fih, und erforderten feinen nach⸗ Ä 
druͤklichſten Widerfiand, "Der Franzoͤſiſche Hof 
wollte Anfangs die bedungnen 24000 Mann Hlfee 
truppen durch Geld an Deftreich verguͤten; aber da⸗ 
mit war der Kaiſerin Marie Thereſie wenig gedient. 
VXLSie antwortete ſchmeichelnd ‚daß ihr ein einzigen 
Sranzbfe auf dem Schlachtfelde lieber fer, als eine 


Tonne Goldes für ihren Schaz. Darch.Beredungen, 


durch sachfüchtige Leidenfchaften, durch den Willen 
der von Wien gefchmeichelten Buhlerin Pompadour 
ließ ſich der Koͤnig endwig XV. endlich bewegen, 
im Fruͤhlinge 1757 ein Heer von mehr als 100000 
Mann unter dem Marſchall d Et rees, Enkel des 
ehemaligen Miniſters Louvois, mach Weſtfalen zu 
ſchikken. Friedrich, der feine entfernten Provin⸗ 
zen Preis geben mußte, weil er zu ſchwach war, ſich 
uͤberall zu⸗ behaupten, ließ die Feſtung Weſel raͤu⸗ 


men. Zu dieſem Entſchluß nöthigte ihn außerbem . 


der Eigenfinn ver Hanndverfchen Miniſter, welche, 


« feinen wohl Überlegen Vertheidigungeplan durchaus 


nicht annehmen wollten. „Der König von England; - 
der ſich ſchon ein Jahr mit Franfreich im Kriege bee. 
im, und wegen feines Kurfärfentpums in. großer 
Ar ‚ | | Sor⸗ 


—8 . 
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4 206. — 


Eigene, Hätte: bei Vlleſeld ein Ohfersatfänstong 
von 18000 Hannoveranern, 13000 Heſſen, boco 


¶Biounſchweigern, zwei Bataillonen Gothaern, und 


1 Bataillon und 1 Schwadron Buͤkkeburgern ders 
ſammelt. Bu ihnen ſtießen noch 6 Bataillone Preis 
ßen. Friedrich wollte dieſes Heer mit 15000 Manıt 


unter der Bedingung verſtaͤrken, daß es bis an ben 


Rhein ruͤtte, und den. Sranzofen den Uebergang ver⸗ 
wehrte. Das Hannoͤverſche Miniſterium aber wider⸗ 
fezte ſich dieſem Vorſchlage mit einer unbegreiflichen 


| Berblendung; ed gab weder ben Gründen Friedrichs, 


wech "ver von Kriegserfahrung unterſtuͤzten Bereds 


famkeit des Preußiſchen Generals Schmettau 


Gehoͤr, und beſtand dagegen anf dem Plane, ſich 


bloß/auf bie Vertheidigung der Weſer einzufchränket, 
Basen ſchlecht gewählten Maßregeln kam nun noch 


> ein umerfahrner Oberbeſchlohaber ‚der fie noch 


ſchlechter ausfuͤhrte. Dies war der Herzog von 
Kumbexrland, der weiter keinen Beruf zu einer 


polchen Stelle hatte, als daß er ein Sohn des Koͤ⸗ 
nigs von Englaͤnd war, Er traf am 4. Mai: bet 
Bielefeld. ein, von wo er fich aber bei der erſten 


Nachricht von. dem Anzuge der Franzoſen ſo uͤbereilt 


zuruͤkzog, daß er ein großes Magazin, welches zu 
retten war, der Vernichtung weihte. Die Franzoſen 
rükten ſehr laugſam und hoͤchſt vorfichtig nach, fie 


blieben allein bei Bielefeld 33 Woche ſtill ſtehen, 
und ließen dem Herzoge von Kumberland Zeit genug, 


"ons die Weſerpoſten in gehdrigen Vertheidigungsſtand 


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kemen 


n a Paper Jr er machte von biefen Vortheilen 


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3 


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Be u > Ze 
veinen Satmu, ‚er marſchirte pr "Sinter‘ Hameln, - 
nud ließ die Franzoſen ruhig über die Meter gehen. 
Er lagerte fich Sei dem Dorfe HDuftenbet; am 
36, Juni ſtand er zivifchen der Wefer und’ einem Ges ' 
Yblze auf Anhöhen, und wurde von den Franzoſen 
mit Uebermacht ängegriffen. Er war aber "bes 
Ntiegsweſens fo wenig fündig, daß er gleich beim 
erfien. Unfalle, da bie Feinde, die ſich durchs Ges 
Ydlze Ichlichen, einige Batterien erobert häften, alles 
Für verlören gab, und fliehend nad) Hameln eilte, 
Dies that er gerabe zu einer Zeit, wo der damalige 
Erbprinz und gegenwärtige Herzog ven Braun⸗ 
ſchweig mit ſeinen Bräunfchweigern die Barterien 


wieder gewann, und der Ganndverfche Oberfle Breie 


renbach mit einigen Bataillonen in das Gehölze 
rang, und die bier fleljenden Sranzofen ſo muthig 


‚ ab gluͤklich anfiel, daͤß ſie in Unordnung wichen, 


und ſchon das ganze Schlachtfeld raͤumen wollten. 
Nur die unbegreifliche Flucht des Herzogs von Kum⸗ 
berland veränderte ihren Vorſaz, fie blieben ſtehen 
nd erhielten den Steg, beunruhigten jedoch dem 
Oberſten Breitenbach nicht, welcher bis in die Nacht 
feinen Plaz behauptete, dann erft, von Unterſtuͤzzung 


verlaſſen, mit erbeuteten Fahnen und Kanonen nady 


* Hameln ging, amd dem betänbten Herzoge bie Gies 
geözeichen vorlegte. Dieſer vergoß nun Thränen der. 
Nene, daß er feinen Sieg muthwillig aufgegeben 
hatte, Die Deutſchen verloren 1400 Mann, worun⸗ | 
‚ter 220 Gefangne waren. Auf’ diefe Uebereitung 
igten noch ather. Der Herzog von Kumberland, 
ſchon 


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nr 20 —- 


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ſchen son fee wenig ſtandhaft/ k wunde von ” 
MAengſtlichkeit der - Hannoͤverſchen Miniſter noch 
furchtfamer gemacht. Anſtatt ſich in Hameln zu 
‚halten, zog er ſich wider den Willen aller Generale, 
‚ohne alle. militärifche Gründe immer nordwaͤris zu⸗ 
ruͤk, uͤberließ Hameln, Hannover, Verden, Harburg 
‚und ale umliegende Gegenden der Willkuͤhr der 
Feinde, und fahe fich endlich bei Bremervoͤrde in ei⸗ 
‚nen fo kleinen Winkel eingeſchloſſen, daß ihm nichts 
als Einſchiffung ‘zu Stade, wo es aber an Fahr⸗ 
geugen fehlte, oder Uebergabe übrig blieb. Die Noth 
erzivang bad Leztre. Im Kloſter Sseven wurde 
den. 8. September eine für die Deutfchen hochſt 
demuͤthigende Konvention unterzekthnet, vermöge 
welcher die Hannoveraner in der Gegend von Stade 


beiſammen bleiben, die übrigen Alliirten nah Kauf 
. gehen, und alle während des Krieges unthätig bleis 


ben foßten.. Das Verfprechen; daß die Länder von 
Kurhannover und deffen Bundeögenoflen eine Urt 
- Reutralicdt genießen wuͤrden, hatte den Ubfchluß ber 
Konvention vorndmlich befdrdert. - Dänemark garanı 


tiirte fie. Der Graf Lynar, Daͤniſcher Statthalter 


von Oldenburg, vermittelte und betrieb Die-Untere 
bandlung, und als ein Anhanger ver Hernhuter 
ſchrieb er die Ehre des vollendeten Gefchäftes der 
Eingebung de& heiligen Geiſtes zu, und pries fi) 
gluͤklich, daß er Unmwärdiger durch Gottes Kraft, 


wie einft Joſua die Sonne in ihrem-Laufe, fo die 


Franzoſen in ihren Siegen aufgehalten, und die Vere 
gießung des loſtbaten Hanndverſchen Blutes abge⸗ 
_ wende 


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— 209 di —2 


wendet habe; Dir tapfere md eBelmfithige Franzi 


füfche Marſchall d'Etrees hatte Die Kraͤukuug, daß J 


er durch die Raͤnke der koͤniglichen Bublerin bereits 
ins Auguſt Das Kommando verlor, und daß sein. 
Nachfolger; der Herzog von Riihelie u, die Früchte. 
feines Mauthes und feiner Klugheit einerntete. J 
Die Ronvention-don Seeven konnte für den König. - 
George nicht ſchaͤdlicher fein, als fie für Friedrich 
var, oder doch werden konnte. Seine Weſtfaͤliſchen 
Laͤnder waren in der Sewait der Feinde, und die 
Truppen, welche fie wieder. befreien Fonnsen, außer - 
Thaͤtigleit weſezt; ſeine Miederfäihfiichei imd Maͤrki⸗ 


ſchen Provinzen mußten den Angriff aller Franzdfis. - 


ſchen ‚Het, dife ʒt freie Haͤnde hatten, befuͤrchten. 
Und ſchon war eine beſondre Franzoͤſiſche Armee in 
vollem’ Muarſche, um dem Koͤnige das Karfuͤrſten⸗ 
thum Sachſen zu entreißen, Der Prinz Soubife, 
weliher von ber Hauptarmee abhing, aber ein eignes 
Korps befehligte, hatte ſich bereits in der Mitte des 
Junl von dem großen Heere getrennt und nach 
Frankfurt am Main begeben, wo er die für ihm be⸗ 
ſtimmten Truppen fammelte, mit denen er Hanau 
eroberte, und fobann über Fulda nah Eiſenach 


marſchirte, am ſich daſelbſt mit der ſogenannten 


Reichs armee zu vereinigen. Der Oeſtreichiſche 
Sieg bei Kollin hatte auf einmal den erloͤſchenden 
Muth der kaiſerlich geſinnten Reichsfuͤrſten wieder 
entzuͤndet; voll brennender Begierde, an dem Ruh⸗ 
me Oeſtreichs Theil zu nehmen, ſandten ſie ihre von 
ungeuͤbten Leuten, rohen Kloſterknechten, friedlichen 
Ballus Br. Geſch. 6. Ep. J. Abib. (O) Schwei⸗ 


I) . . - 
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— 210 — — 


Eehweinetreitern und abulichen Burfchen zuſamenen ⸗ | 


gerafften Soldaten nach Nürnberg, dem. Sammel: 


u plazze einer Armee, die durch ihre (eltfame Vereiniz 


gung, durch. den Mangel aller Ordnung und Diss 


‚eipfin, durch die Vernachläffigung aller Kriegsbeduͤrf⸗ 


niſſe und durch ihre Feigheit das Geſpoͤtte der, Zeit⸗ | 
genoſſen und Nachkommen wurde. Es kamen unge⸗ 


faͤhr 30000 Mann derſelben zuſammen, über welche 
der Prinz Joſeph von Hildbürghauſeun den Ober⸗ 
befehl bekam, und die, jedoch mit Ausuahme der 


4 


‚Pfälzer, Baiern und Wirtemberger, ein bunticheffiz, | 


ges Gemifch ausmachten.. . Sie ruͤkten durd) Fran: F 
ken und den Thüringer Wald nad) Arnſtadt, und ver⸗ 


einigten fi ch mit eben ſo vielen Franzoſen, als ſie 
ſelber ſtark waren, wozu bald ‚noch 4000 Oeſtreicher 
ſtießen. Dieſe verbundnen Scharen gingen uach 
Gotha, und ſchienen bis an die Elbe vordringen 
zu wollen, Einem folchen Vorhaben mußte fich 
Friedrich widerſezzen. Er theilte daher feine in 
der Laufiz flehende Armee, Die größere Abrheilung, - 
einige 30000 Maun, ließ er unter dem Herzog: von 
ne Bevern zuruͤk, um der großen kaiſerlichen Armee von 


90000 Mann“ den Eintritt in Schleiien zu verwehr . 


‚ren, oder doch befchwerlich, und für. Preußen uns 
ſchaͤdlich zu machen. Mit der Hleinern Kolonne, 
ungefähr 16000 Mann ftark, brach er am 25. Aus 
guſt von Bernftäptel auf, marfchirte Durch) Dresden, 


zog bier noch mehrere einzelne Korps des Fürften 


Moriz an fi, und fezte dann mit feinen auf 22400 
Mann angewachfenen Truppen feinen Lauf biß Er⸗ 
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furt fort, wo er am 14. September ankam, und. 


ungeachtet ſeiner geringen Kriegsmacht einige Deta⸗ 
ſchements von 4000 Mann nach Magdebura, und, 


von 9000 nach ber Elbe⸗ und Muldegegend zur 


Beobachtung der Oeſtreicher abſandte. So ſehr er 
ſich hiedurch geſchwaͤcht hatte, ſo behauptete er ſich 


dennoch etliche Wochen hindurch in feiner Stelung. 
Die Feinde hatten ſich auf die Nachricht vom An⸗ 


drange der Preußen in ein feſtes Lager hinter Eiſe⸗ 


‚nach zuruͤlgezogen, und wagten,es nicht von ihrer . 
Uebermacht Gebrauch zu machen. Am 19. Septem⸗ 


ber erfuhren fie eine merkwuͤrdige Probe von denn 
Muthe und dem Unternehmungsgeijte der Preußen, 
Saͤmmtliche Franzöfifche Generale rüften an diefent 
Zage mit 8000 Mann in die Stadt Gotha; um 
fich hier ihrem Vergnügen an, einem Hofe zw. übers 


laſſen, melchen ſelbſt die eingebildeteſten Franzoͤſi⸗ 


ſchen Weltleute für fein und glänzend erklärten, 


Sie begaben fich fogleich zu der. Herzoglichen Fas 
milie nad) Frieden Rein, wo fie aufs artigſte em— 
pfaugen, und zu einem Föftlichen Mittagsmal ges 
führe wurden, , Schon wollten fie fh zu Tiſche 


ſezzen, als man ihnen die Annäherung der Preußen 


- meldete, und ein ſtarkes Schießen die Nachricht bes 


A & 


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ſtaͤtigte. Der General Seidlitz, welcher ſich unter 
Zieten's Augen und nach feinen Deifpiele zu.einem 


großen Feldherrn gebildet haste ‚, wer: bloß mit. zwei 


. Regimentern von 1500 Mann, theils Hufaren, theild 


. Dragonern, unter Begünftigung eines Nebels ſo un⸗ 
‚erwartet und fo raſch vor Den Thoren Gotha's ers - 
en | ſchie⸗ 


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5 ſchienen, daß die Betäubten Franzoſen ohne‘ Wider: u 
ſtand und in höchfter Unordnung die Stadt verließen, 
und fliehend davon, eilten. Der Prinz Soubife war 


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der erſte, welcher fich auf die Flucht begab. Er hatte 
in ſtolzer Sicherheit am Feine Möglichkeit der Ueber= 


„ie Seidkigverzehrtenum mit feineti Officieren_ 


- die ausgefuchten Speifen, von welchen die Franzoſem 
ſo uͤnfreundlich weggejagt worden waren. Die Eil⸗ 
| fertigkeit der ſchnellfuͤßigen Flaͤchtlinge verhinderte 
- die Preußen, viele Gefangne zu machen, Nur 6 
Dffiziere und 51 Gemeine geriethen in ihre Hände, 
Deſto größer war der Troß von’ Rammerdienern, 
‚Kommiffarien, Selbpatern, Komddianten, Frifeurs, 


Köchen, Modehändlern und Frauenzimmern, welche 


Beute, indem fie die Equipage der Generale erhiel⸗ 


linge. beffer, als für wahre Soldaten (hiften; fie 
fanden ganze Kiften von wohlriechenden Waſſern, 
Pupdermänteln; Schlafrökten, Haarkeutefn, Sonnen: 


litz, welcher ‚feine Feldherrntalente zu entwikkeln 
anfing, ‚ blieb bis’ zum 22, Sept. in Gotha fichen, 
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. gefangen, von Seidlitz aber, ‚der mit ihnen‘ nichts 
anzufangen wußte, hoͤflichſt zuruͤk geſchickt wurden, | 
‚ Die Hufaren und Dragoner machten eine anfehnliche 


firmen, Papageien und ähnlichen Dingen, © eids 


rumplung gedacht, folglich auch keine Befehle für, dies ; 
. fen Ball gegeben; verwirrt empfahl er ſich dem Her: 

 zoglichen Hofe, und ſtuͤrzte mit dem Ausrufe: Sauve _ 
“qui peut! rerte fi, wer kann! von bannen. Der 


"ten; hierunter waren: indeffen neben den Koftbarkeis 
ten aud) viele Dinge, die fich für Sybaritifche Weich⸗ 


a ’ — 213. u 


tehrte darauf , weil ihn die Feinde mit ihren beflen 
Truppen, und mit Huͤlfe der kaiſerlichen Reiterei 
unter Laudon zu umringen ſuchten zum Könige 
zwmuͤk. Gotha wurde von ben Franzoſen wieder 
beſezt, und ihr. ganzes Heer lagerte fh in der Ge⸗ 
gend dieſer Stadt. Friedrich zog bis Buttſtaͤdt 
ruͤkwaͤrts, wo er bis zum 10. Oktober von Niemand 
beunruhigt, kautonirte. Da es überhaupt den: Ans 
ſchein haste, als ob. die. Franzoſen zu eräften Unter⸗ | 
nehmungen für dieſes Jahr nicht geneigt wären, fe 
beſchloß er, fich wieder der Elbe mehr zu nähern, 
um die Schleſiſche Armee noͤthigen Falles unterſtuͤz⸗ 
zen zu koͤnnen. Aber eine kuͤhne That eines kaiſer⸗ 
Nlichen fliegenden Korps: zog ion an wie Grenzen der 
Mark Brandeuburg. 8 
Der Oeſtreichiſche General Haddit wagte & 
bei der Zerftrenung aller Preußifchen Truppen, fih 
mit "einem Haufen vermifchter und unregelmäßiger 
Soldaten von etma 7000 Mann bid nah - Berlin zu 
ſchleichen. Am 16. Oktober erfchien er vor dem 
Thoren dieſer unbefeftigten Hauptſtadt, foderte eine 
unbedingte Uebergabe und Gooooo Thaler. Brande 
ſchazzung. Der Preußiſche Kommandant General . 
Rochow, welcher ſchon einige ‚Zeit vorher von 
einem feindlichen Auſchlage auf Berlin reden hörte, 
wies dieſe Nachricht veraͤchtlich und drohend ab, 
glaubte die wiederholten Ankuͤndigungen davon durch⸗ 
aus nicht, und machte auch keine Unftälten zur Ges 
genwehr. Als er die Wahrheit aber nicht mehr 
verkennen konnte, verlor er alle Beſonnenheit, und 
⸗ , bewies 


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1 u . — 214 - 


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| beivies ſi & iezt eben ſo. muthlos, als ei vorher tloge 


zig geweſen wars. . Er dhatte ein Landregiment, zwei 
Bataillone Garniſonſolduten, und ine Menge Re⸗ 


kruten unter ſeinem Befehl; ganze Gewerke und 


Zuͤnfte erboten ſich, in Reih und Glied zu treten, 
nnd die. verwegnen Feinde: entſchloſſen zuruͤkzuweiſen. 
Aber Rochow wollte es nicht geſtatten, und bee 
nahm fi ſich ſo kleinminhig und unmaͤnlͤlich, daß et 
von. Beibern : und. Suſſenbuben "verfpofter wurde, 


und in. Gefahr kam vom Poͤbel empfindlich beleidigt 


zu werden. Er entſchloß ſich zu nichts, als bloß 


die konigliche: Famitie durch 400 Mann nach Spatk 
dow in Sicherheit zu:brängen. Und auch dies that 


er fo langſamr und ſpaͤr, daß die Feinde fie ohne, 


Muͤhe haͤtten aufheben koͤnnen, wenn fie Davon Kun⸗ 


de gehabt hätten. Nochow' ging ſelber nad) 
Spandow, und überließ Berlin feinem Schicke 
Ffale. Hapddik.fahe-imdeffen das Gefaͤhrliche ſeines 
Wageſfuͤlkes yur ein, und ba er feine Zeit zu derlie⸗ 


. zen hatte; und die Berliner über die Antwort auf 
sein Begehren noch zweifelhaft waren, fo ſtuͤrmte er 
das Schleſiſche und. Kotbuffer Thor, ſchoß die Pal⸗ 
Nuiſaden nieder, und. drang in die Vorſtadt. Hier 


begegnete ihm Ein Kommando Proupiſcher Barnifons 
Foldaren,, denen Roch o w gegen den Feind zu rüfs 
Een gebbten,-aber über die Urt, wie ſie fich hier 


- verhalten ſollten, nichts vorgefchrieben harte: Der 


:befehlende Offizier wollte ſich nicht gefangen geben, 
fondern beantwortete die Ermahnung, Die Leute zu 
henen, mit‘ einer. Glintenfaloe, w wovon ber Faifer- 


N . liche 


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fühe General Baboczai getoͤdtet wurde. Dies ans 


befonnene F Feuer erbitterte die“ Oeſtreicher /ſie zogen 
bie Schwerter,, und hieben das ganze Kommando 
zufammens\ es eutfgm. nicht ein einziger: die Lodz 


ten wurden deplündert, nakkend ausgezogen, gräne 


lic) gemißhandelt, und an ben Stadtmauern herum⸗ 
geworfen. Dennoch erdreifteten fich die Deflreicher - 
nicht, in.die Stadt zu dringen. Sie blieben in der 
Vorſtadt, wo fie, vielen Frevel verühten, Häufer 


‚auölcerten, Menſchen beraubten und mprbeten, . 
. welches Ieztere unter andern dem Suijährigen Gehei⸗ 


menrathe von Stofdh wiederfuhr. Haddik.fandte 


feinen Adjutanten, den Oberſten Ried, an den Mas 
giſtrat, um fich über die Brandſchazzungsgelder zu 


vergleichen. Cr ließ ſich endlich an acooco Tha⸗ 
lern getügen, foberte aber noch ein Geſchenk von 


12000 Thlr. für fich , von 3000 Thlr. für den Ade 


juranten, und 2 Duzzend mit dem Stabtwappen 
geftempelte Fraueuhandſchuhe für die Kaiſerin. 


Kaum hatte er diefe Beute erhafcht, fo flog er noch 


vor Tages Anbruch anı 18. Dftober davon. Er 
konnte von Gluk fagen, daß er fein Gefchäft- geen⸗ 
Bigt hatte. Denn nur noch eine Heine Zdgerung, 


und das Rachſchwert der Preußen hätte ihn ereilt. 


Wenig Stunden nach feinem Abzuge fprengte der 
General Seidtig mit 3000 Meutern zur Mettung 


Berlin's herbei, und am.andern Tage folgte ihm 


das ganze Korps dei Fuͤrſten Morig von Deffau, 
welchen Sriedrich auf die erfie. Nachricht von 
Haddits Meberfall zur dellaug der Haupiſtadt abe 

gefiits 


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‚aus in Bewegung, um den Feinden den Ruͤlzug 


voraus hatte, waͤhlte lautet Abwege, und entfam 
allen Nachſtellungen gluͤklich, außer daß Et 60 Mann 


x Die Entfernung des Königs aus ber. Mitte Soc 
ſere gab den Franzoſen und Reichsvoͤlkern Muth, 
weiter vorzudringen. Cie gingen “über. die. Saale, 
nahmen ihr Hauptquartier zu. Weißenfels, foderten 


Reipzig auf, wo noch- ein ‘Korps: Preußen flant, . 


verhielten ſich aber nach erhaltner abfchlägiger Aut⸗ 


wort doch in Abſicht des Feindes unthaͤtig. Eine 

deſto größere, verabſcheuungswerthe Thaͤtigkeit be⸗ 
wieſen fie gegen ihre Freuude, die Sachſen. Sie 
kehrten dad Verhaͤltniß um, fie wurden aus Beſchuͤz⸗ 


zern Unserdrüffer, aus Bundesgenoſſen Raͤuber, 


und preßten den Sachſen den Wunſch nach baldiger 


Ruͤkkehr ihrer Gegner, der Preußen, ab, um durch 


dieſe von ihren Plagegeiſtern, die. fich Alliirte nann⸗ 


‘ten, befreit zn werben... Die‘ Franzofen erftürmten 


ſich „unter ſchreklichen Drohungen und wirklichen 
Mishandlungen Fourage, Proviant, reichliche Mahl⸗ 


"zeiten , koſtbare Geldgeſchenke. Viele Derter wur: 
den rein auögepfändert, und unter andern 20,Ddrfer 


bei Freiburg -auf Koſgkenart verwuͤſtet. Die Bars’ 
‚baren ſchonten ſelbſt der Kirchen. nicht ; fi te zertruͤm⸗ 


merten die Altäre, Kanzeln und Kirchſtuͤle, und 
„fodnbenn den. meialluen Kelche. durch unflaͤtige 
Hand⸗ 


delin har. "rich fer ft fi ven Lei, 


4 abzuſchneiden. ‚Uber Haddik, der einige Maͤrſche 


als Gefangene, ‚und einem Geldwagen, bie ſich ver⸗ 
ſppoaͤtet hatten, ‚verlor, 


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Hewlungen⸗ donnten ſie etwas nicht braucher 


oder nicht mit fortſchaffen, fo.Tießen fie es darum 


Doch: nicht unbeſchaͤdigt. Sie zerſchnitten die Haus⸗ | 

geräthfchaften , gerfchlugen die ledigen Weinfäffer, ' 
gerriffen die: Briefe und. Urkunden, ſtrenten die Fe⸗ 
derbetten auf den Feldern herum, und hießen das 


Wieh, mas fie nicht. zu verzehren vermochten, als ” 


Beute: für die Raubvoͤgel in Stuͤkken. Diefer. Uns 


- Yharıa machten: fih nicht bloß die Franzoſen, ſondern 


auch die Pfaͤlzer und Ungarn ſchuldig. Man glaubt 
die Grenel einer Robespierrſchen Rotte, nicht eines 
‚Eboiglichen Kriegeäherreb. zu. ‚lefen, wenn. man daß 
Verhalten diefer Horden gegen ihre Pundesgenoſſen 
beſchrieben findet. Eine allgemeine Freude verbreis - 
‚sete fich in den gepfünderten. Kreifen Sachſen's, als 


„Hriedrich mit allen,am fich gezognen Fleinern Ab⸗ 


theilungen 22000 Mann ſtark wieder von Leipzig | 
heranrüfte,. Die. Feinde michen ſeit den 31. Oltbr. 


etwas von Weißenfels zuruͤk, ſonderten ſich in 


3 Theile auf eine unbequeme Art ab, hatten jedoch 


ven Vorſaz, ſich in den Gegenden der Saale ben . 


4 


Winter hindurch zu behaupten. Ein ſolches Vor⸗ 
‚haben konnte Friedrich nicht geſtatten; er wollte 
durchaus keinen Feind in der Naͤhe Mag deburg’s. 
und im Herzen Sachſen's dulden; er beſchloß 


‚Daher, ihn entweder burg) Fünftliche Maͤrſche oder 
durch eine ſiegreiche Schlacht weit zuruͤk zu treiben. . 


‚Er ging in dieſer Abficht ven. 2, Nov. beir Halle, - 
Weißeunfels und Merfeburg über die. Saale, und - 
ao feine Stellung bei d bem, durch ihn fo beruͤhmt 
un w gewer; 


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gewordenen Der fe Roßba 6. "Am bolgerben Abs “ 
den -3. Nov. inarſchirte er mit-der Kavallerie vor 
aus, ließ das Fußvolk ſich ordnen, und niachte: alfe 
Anftalten, die, wie er wußte, übel poftirten Feindr 
zu ſchlagen. - Aber zu ſeiner Verwunderung fand er 
Ihre Stellung ſo vortheilhaft verändert, daßergegen . 
‚einen 3mal ftärfern Feind feinen Sieg zu enchige ' 
hoffen konnte. Zriedrich zog nun wieder eine pute 
Strekke zuruͤk, um die Franzoſen aus ihren“ feſten 
Poften herauszulokken. Dieſer ans. Liſt md mit 
Bedacht gewaͤhlte Ruͤkzug de Koͤnigs entflammfe 
auf einmal den verloſchnen Muth der eitlen Fran⸗ 
zoſen bis zur laͤcherlichſten Großſprecherei. Sie 
hielten die ruͤkgaͤngige Bewegung der Preußen: fük- 
Furchtſamkeit, und beſchloſſen daher‘, fie von ihrek 
Seite anzugreifen, oder vielnehr bloß gefangen in 

nehmen. Denn fie glaubten- garnicht, daß ſich 
Friedrich vertheidigen wuͤrde; fie. fuͤrchteten, er 

moͤchte Yır zu ſchnell fliehen, and ihnen entrinnen. 
Man warf im vollen Ernfte die Frage auf, ob es 
auch einer großen Armee Ehre bringe, ſich mit einer 
Heinen in ein Gefecht einzulaſſen. 

Der 5. November war der merhvärbige Zug, ai an 
welchen die Franzoſen das fo gering ſcheinende Ges. 
ſchaͤft, die Gefangennahme der ganzen Preußifcheit _ 
Armee audführen wollten; an welchem fie aber mir 

nuvertilgbarer Schande. äberdduft, “und für ihren 
lächetlichen Eigenduͤnkel, für ihre windige Pralerel, h 
s für ihren unbändigen Hochmuth, und für ihre ehtlo⸗ 


: fen Raͤub ereien nach Venienſt gezuͤchtiger wurden. 
Fried⸗ 


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| Friedrich druͤkte chaen das Hort. Roßbach wie 


ein Brandmal in ihre flachen Köpfe; weiches Beine 


Zeit, fo fange Sefchichte geleſen werden wird, ver⸗ 
wifchen. fann. Die Franzoͤſiſchen Generale hieften 
iudeſſen den rechten : Flügel und die Mitte ver-Preur - 
‚ Ben; welche durch Suͤmpfe gedeft waren, für zu 


vovtheilhaft geftellt;- fie ſezten ihnen die Reichsarmee 


entgegen, und befdloffen mit ihrer Hauptmacht, 


‚ den inten-Preußifchen Fluͤgel zu ungehen, ihıten in 


sen Rüften zu kommen, und auf diefe Art ihre Ab⸗ 
ſicht zu erreichen. Um 11 Uhr fezte ſi ch die Fran⸗ 
zoͤſi ſche Armee in Marſch, und zog einige Stunden 
im einer bogenformigen Ausdehnung nm die Preußen, . 
herum, Friedrich ſaß bei Tifche, als ihm die. 
Annäherung der Ei genrelvet wurde, umd gleich 
ihm waren feine Soldaten mit der Mahlzeit beſchaͤf⸗ 
tigt.” Die Franzofen erſtaunten uͤber dieſe Trägheit 
nnd: Verzweiflung. der Preußen, die nach ihrer 
‚Meinung. nidyt einmal anf die Ehre, Tänpfend zu 
‚fterben, bedacht wären, ſondern fich wehrlos der 
Gnade ihrer Sieger überlaflen wollten, Wie ſchrek⸗ 
Sich wurden fie. aus Vihrer geträumten Sicherheit 


gewelt! 


Um 3 Uhr Nachmittags. ließ Friedrich die 
‚Zelte abbrechen, und. feine. Kavallerie, nebft-7 Bat: 
toillonen Fufanterie andrüffen., Seidlitz erhielt 
‚ den Oberbefehl über die ganze Reicerei, mit welcher 
er eben das thun mußte, was die Feinde zur Abſicht 
Hatten, nämlich, fie von hinten untgehen,“ Durch 
an deren bier wicht find, ſchlich ih Seidlitz 
hinter 


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.  hihter einige Auhdhen „wo er von den Feinden gar 


uicht gefehen werden konnte. Unerwartet ſprengte 
er hervor, und warf durch geſchikte Evolutionen die 
| betänbten Branzofen, die nicht einmal Zeit zum Orte 
nen ihrer Kolonnen hatten, uͤber den Haufen. Da 
ſie in der Einbildung ſtanden daß die Prenßen aus 
dumpfer Muthloſigkeit alles ‚Gefechte, ju vermeiben 
fuchten, fo war jezt- ihre Beſtuͤrzung grenzenbos, dB 
ſie ſich von einer Seite angefallen ſahen, we. ſie kei⸗ 
nen Feind erwartet hatten. Dieſe erſtarrende Ueber⸗ 


raſchung war die Haupturſache ihres wenigen Widet⸗ | 
ſtandes ‚und .ihrer völligen Zerſprengung. Die \ 


ſchwer geräfteten Gensd armes, ber Stolz und 
der: Kem. der Franzoͤſiſchen Armee,“ wurden 
troz ihrer ungeheuern Pferde von den leichten 


Roſſen der Preußiſchen Huſaren niedergetrabt. In 
wenig Augenblikken war die Franzoͤſiſche Kavallerie 


wie vom Sturmwinde aus. einander gewirbeit. 
Nur 2 Oeſtreichiſche Negimenter hielten Stand; 
aber von ihren Allirten verlaffen hatte. fie Fein 


anderes. Schidfal ald Tod oder Flucht. Der Pig 
Soubiſe ließ hierauf ein Refervelorps von. 5 Reutet⸗ 
Megimentern vorruͤkken; doch fo wie fie fich zeigten, 


wurden. fie ohne Mühe gleich den Uebrigen niederges 
hauen oder verjagt. Bald darauf kam die Preußiſche 
Infanterie heran, welche von einer Batterie, die auf 
- einer Uöhe errichtet war, unterſtuͤzt, durch ges 


ſchwinde ·Schwenkungen Das Kranzöfiiche Sußvoff in 
vie rechte Flauke nahm, und es mir einem regelmäßigen - 


Slintenfener, wie bei einer Muſterung begrüßte: Die 


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| Ftanzofen w warteten an kaum eine zmalige‘ Los ieung 


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ab; von Angſt und: Schreffen ergriffen ſtuͤrzten fie 
fi) auf ihren linken Flägel, welcher durch die Menge 
ber Sfüchtlinge f6' Zufanımengepreßt wiirde, daß er 


einen‘ dichten, ımbehütflichen- und verwirrten Mens . 
fchenklumpen darſtellte. Die Preußiſche Infanterie 


uͤberflaͤgelte dieſe gepreßte Maſſe von vorne, und 


die koͤniglichen Reitergardiſten und Geusd'armes 


hieben auf eine eniſezliche Art in ſie ein. Ein be⸗ 


ſondres Mißvetſtaͤndniß vermehrte die Erbitterung 


u der Preußen, Sie hatten: gehört, daß die Franzoſen. | 
lihre Winterquartiere in Brandenburg nehmen woll⸗ 
‚ten. Als leztre daher ihr gewoͤhnliches Wort, 


Quartier, womit fie die Ergebung zur Gefangen:  . 


. 


: haft, und die Bitte um Verſchonung des Lebens 
’ andeuteten, nach deürfcher Mundart ausſprachen, fp. 

| hielten dies die Preußen- für Spott, amd für: Hinz | 
weiſung auf die Winterquartiere. Voll Grimm 
riefen fie daher? ihr ſollt Quartier haben; und 


mit dieſen Worten ſpalteten ſie ſie mit fuͤrchterlichen 


ehem, feinen mu, ‚Feine * Saflung einzuhauchen, 


Schwertfireichen, . Mehrere der beutfchen Sprache. 
Kundige metkten endlich den Irrthum, riefen Parts 
bon, umd retteten ihr-Leben. Wäre ed nicht ſchen 
. Uhr bes Abends, und folglich um diefe Jahreszeit 
ganz dunkel gewefen, ſo haͤtte die Franzoͤſiſche Armee 
. bier ihren völligen Untergang gefunden. So manche 
Kuͤnſte ihre Generale, ſo viele Anſtrengung ihre 
Artillerieꝰ⸗ Aufſeher auch verſuchten, ſo vermochten 9— 


ſie doch dem von Furcht ertoͤdteten Haufen Fein 


. Eine 


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5 | 2.04 | ' Sgepe, 222 — | 
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Eine alzeneine Flucht, von;der. Nacht begünfthe— 


„ war: dad einzige Gluͤk, was‘ ihm ‚zu Theil.wurde, 


und wa ihn vom Tode oder ber Gefangenſchaft 


befreite. Die Feigherzigkeit dieſer Poltrone war 


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nun eben ſo einzig uud veraͤchtlich, als vorher ihr 


Uebermuth, Die Infanteriſten warfen ihre Gewehre 
and Torniſter, die zu Fuße fliehenden Kavalleriſten 


ihre Bruſtharniſche und Reiterſtiefeln weg, um nur 


ungehindert laufen zu koͤnnen. Der. gauze. Weg bis 


Erfurt war mit weggeworfeneh Sachen beſaͤet. 


Viele fprangen aus Angſt in die Saale, weil fie vor 


- Betänbung nicht, wußten, wo und. wie fie fih vor .- 


den Preußiſchen Huſaren xetten follten, ‚Ganze 


Hanfen gaben ſich an einzelne Reiter gefaugen. 


In Neichartömwerben hatten ſich 100 Mann | in einen 


Garten verſtekt; von 2 Dragonern aufgeſcheucht/ 
ließen fie ſich durch dieſe gefangen. fortführen. Nie 
wär eine Niederlage fihneller und ſchimpflicher, nie 


J ein Sieg wohlfeiler und ehrenvoller geweſen. Die 


eigentliche Schlacht dauerte hoͤchſtens anderthalb 


einmal eines männlichen Widerſtaudes, fondern ent⸗ 
ſchuldigen ſich mit einem Pauiſchen Schrekken, der 
freilich mit ihren vorhergegangnen Rodomontaden 
arg kontraſtiret. Selbſt die Geſchicklighleit ihrer 


beruͤhmien Artilleriſten, des Grafen Aumale und 


Oberſten Briot, wurde diesmal zu Schanden. Sie, 


die oͤffentlich behaupteten, daß fie mit ihrem Kano⸗ 


nenfeuer eine von der ganzen Armee verlorne Schlacht 


dennoch gewinnen wollten, muſten die Schande der 
AUn⸗ 


Staunden. Die Franzoſen ruͤhmen ſich ſelber nicht J 


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Jethatigtet⸗ und des Veiluſtes mit den Uebrigen 
theilen. Die Reichötruppen ‚muften die Ableiter 
fein, welche die Schuld von den Fianzoſen hinweg⸗ 
nehmen ſollten. Sie hatten allerdings. eine Feigheit 
bewieſen, die ihrem ganzen Verhalten augemeſſen 
war. Bei dem erſten Kaudnenſchuſſe liefen fie da⸗ 


von, amd ließen dem. Preußiſchen rechten Flügen 0 


‚nicht fo viel Zeit, um ihre Flinten abſchießen zu 
koͤnuen. Far 
Der Prinz Ferdinand, welcher Hier. 10 Bas . 
taillone befehligte, mufte unthätig bleiben, und er 
kam gar nicht zum. Schlügen, die. Musketiere bez. 
hielten ihre Stine gefchultert, und ſahen dem fonderk 
bariten aller Schaufpiele bloß zu. Ob' ſich nun 
gleich vie Neichötruppen ihrer würdig zeigten, ſo 
‚waren ‚die Franzoſen dennoch um die Hälfte ſtaͤrker, 
als die Preußen, und haͤtten den Sieg wohl erringen 


koͤnnen wenn es bloß auf die Menge ankaͤme. u 


Die geringere Tapferkeit derfelben laͤßt ſich deutlich - 
aus dem geringen Berlufte der Preußen, welchenicht . 
mehr ald gu Todte und 274 Verwundete zählten, . 
beurtheilen. Dagegen hatten die Sranzofen und 
ihre Alliirten 3360 Todte und Verwundete; 7000 
wurden auf dem Schlachtfelde, mehrere Zaufende 
noch auf der Flucht. gefangen ‘genommen; unter ih⸗ 
men befanden fih 8 Generale, von denen Küftine, 
der Vater des nachberigen Generals der Revolution, 
der befanntefle war, außerdem 19 Ktabäoffiziere 
und 200 andere Offiziere, - Die Sieger eroberten 
63 Kanonen, und 22 Sahnen und Standarten, und 
-_ | ‚machten | 


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- ‘ “ n — | 224 BE 
machten überhaupt eine große Beute, Dieſer glaͤn⸗ 


zende Sieg war bloß don der Preußiſchen Reiter 
und von 7 Bataillonen ‚erfochten, dabei aber ber 


große Held des Tages, Seidlitz, und der koͤni⸗ 


— , 


gliche Bruder Heinr ich verwundet worden. Eben 


‘fo wichtig war die: Folge 'Diefer unvergeßlichen 
Schlacht für der König. Er fahe fih wie durch 
einen Zauberfchlag bon einer zahlreichen Armee be⸗ 
freit, die" feinen Unternehmungen an der Elbe keinen 


Zwang. mehr. anferlegte. Die fo kuͤhn daher ſchwel⸗ 


lenden Franzoſen brauſeten auf allen Seiten odem⸗ 
-108 zuruͤk. Die Generale hatten an gar keinen 


üfzug gedacht; auch jezt ergriffen fie Feine “vers 


nlinfrigen Maßregeln, um die Fliehenden wieder zu 
‚vereinigen. Broße und Kleine Haufen irrten nach 
. eiguem Gutduͤnken, nach bloßem Ungefähr herum’ 


piele wurden von Saͤchſiſchen Bauern gefangen ge - 


nommen, und den Preußen, den Feinden Sachſen's 
abgeliefert. Andere Scharen flohen bis an den. 
‚ Rhein, und hielten fich vor den Preußen nicht: eher _ 


- "als jenfeirs des Fluffes gefichert. Einige Ueberrefte 


fammelten fich den 9. Nov. bei Nordhaufen, Herins 


gen, Tenſtaͤdt und Langenſalza. Die Artillerie eilte 
bis nad) Göttingen, und hernach uͤber Kaffel nad) 


Friedberg. Nicht Jange hernach befam der Prinz 
Soubiſe Befehl, feine geichlagenen Trümmer nad) 


Heſſen und Der Graffchaft Hanau in bie Winters 
quartiere zu führen. Die Neichdarmer verbarg 
ihre Schande in Franken. Dieſe Niederlage der 


Gran ;oien, erregte in Iganz}- Deutſchland bei allen 


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Darteien und bei allen Kloffendie 1eögafrefe Frende; 


felbſt Friedrichs Feinde frohlokten über die Demuͤ⸗ 
thigung einer Nation, bie bei’ vielen unlaͤugbaren 
Vorzuͤgen doch durch einen eben fo unläugbaren 
Zeichtfiun und Uebermuth, durch Anmaßung, Trens 
loſigkeit und orrächtliche, tirannifihe hoͤhnende Bes 


haudkung anderer Völker allgenreinen Umwillen auf 


ſich gelaven harte, Selbft- die wizzelnden Parifer 
ſpotteten Aber ihren eiguen Schimpf, fie verfertigten 


- Gaffenlieder nnd ſchmaͤhende Sinngedichte auf Sou⸗ 


bifen, und fprachen ihren feigen Truppen Hohn, 


De verſpottete Soubdife behielt dennoch das Kom⸗ 


| mando, da er ein Guͤnſtling der Maͤtreſſe Pompadoue 


vom 


wär ; ja diefe mächtige Bulerin, weiche das Reich 


wegierte, beredere den ſchwachen Wollüftling kud⸗ 


wig XV., ein Troſtſchreiben an den durch eigne 
Schuld beſiegten Prinzen zu’fenden. 


. Am nachtheiligfien wirkte die Roßbacher Mieder⸗ 
lage auf die Koͤnigin von Polen. Sie gpatte ihre . 


‚ganze Hofnung auf die Franzoſen gefezt; ‚die Nache 


- richt der verlornen Schlacht brachte ihr bon den hefa: 


tigften Leidenſchaften beſtuͤrmtes Herz in eine fülche 


Bewegung, dap ed brach. -Eie entließ eines Abends 
ihre Hofleute im tiefften Orame, und des Morgens 
fand man ſie todt im Bette. Den fanatifcher Relis. 


gionsſchwaͤrmerei getrieben, blieb fie bis zum Ende | 


«ing unverföhnliche Feindin Frie drich“s. 


So gluͤllich die Preagen-in Sachſen gefechten 


hatten; ſo bedraͤngt wurde ihre Lage in Schleſien, 


und Friedrich's Ruͤlkehr in dieſt Provinz wurde, mit: 


Beine. Seid. 6. Thl. J. Abth. Pd) jedem. 


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J —E nothwendiger. Der Heriog von Bevern 


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war, nicht im Stande, mit einem Heere von einigen’ 


sen. Zu ‚Ende Auguſt's lagerte er ſich auf der Lauds⸗ 


krone bei Goͤrliz fo vorſichtig, daß er nicht ange⸗ 
griffen werden komite. + Eine halbe Meile davon 


ftand der General Winterfeld, welcher ein klei⸗ 


30000 Mann ver Hauptmacht der Seftreicher von. 
- 300000 Mann bei‘ Eintritt in dies Land, zu verweh⸗ 


nes Korps mit beſondern Auftraͤgen bei der Bevern⸗ 
ſchen Armee befehligte. Vor feinem rechten Flügel 
lagen 2 Berge, wovon erben einen,. den Holz berg 
. verſchanzte, und mit 2 Bataillonen beſezte, den au⸗ 


dern gegen‘, über ftehenden ober, den ſo genarhten | 


Galgenberg, vernachlaͤßigte. Den legten Um: 
Hand benuzte der feindliche General Nodafüi, uns . 


dem im Lager angelommenen Minifter, Grafen 


Kauniz, einen Beweis. feiner. Tapferkeit, und. ein’ 
angenehmes Kriegsſchauſpiel zu geben. Unter Be⸗ 


guͤnſtiaung eines dikken Nebels erſtieg er am 7. Sept. 


ungeſehen den Galgenberg, und beſchoß von- hier 
aus mit ſchwerem Geſchuͤzze die ſtarken Vorpoſten 
am Molzberge. Gegen Mittag griff er mit 40 aus⸗ 


erleſenen Kompagnien Grenadiere den Dofzberg felz 


ber an, und noͤthigte die 2 Preußiſchen Bataillone J 


ihres Lowenmuthes ungeachtet ſelbigen zu nerlaffen. 


Der General Winterfeld war waͤhrend dieſes 


ungleichen Kampfes im Hauptquartiere zu Goͤrliz. 


Auf die erſte Nachricht davon eilte er mit friſchen 


Bataillonen herbei, -um Lie fechtenden Truppen zu 


unterſtuͤzzen. St kam zu ſpaͤt. Die Sache war 


, 


DE Gere \ . Bu Toon 


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PER eitſchlern. wi nterfeld beſchloß das Ole 


zu erneuern, und den Berg, es koſte was es wolle/ 


wieder zu erobern, weil er den Verlaſt deſſelben für 


‚einen Schimpf hielt, von dem man ſich durchaus 
reinigen muͤſte. Sein Begleiter, der Genernl Zie⸗ 


"sen,Überraditete das Unternehmen aus einem ganz 
andern Geſichts punkte. Er urtheilte aus hoͤchſt 
wahrſcheiulichen Grändeh, die faſt an Gewißheit 


graͤnzten, daß der Verſuch nngluͤklich endigen, eine 
Menge tapferer Etreitgeiibiien wegraffen, das kleine 
Heer ſchiaͤchen, amd im giäflichften Falle gar feinen 

Muzzen gewaͤhren wuͤrde. Er warnte ihn daher 


| ernſtlich vor einem Kampfe ‚ki welchen kein Ges 


winn, "fein Erfolg, feine Ehre. zu erwarten ſei. 


Minterfeld nahm jedoöch Frine ‚Vorftellungen an; 


eigenfinnig beharrte er auf ſeinem Vorſazze, wooon 
ſo mancher brave Preuße und er ſelbſt das Opfer u 
wurde. Der Holzberg würde mit Zaufenden von 


geröpteten Soldaten bedekt, und dennoch nicht ero⸗ 
bert. Der Urheber biefe® annizjen Blutvergießeng,‘ 


der Beneral MWinterfelb,- erhielt eine töofiche Wunde, 


woran er am: folgenden’ "Morgen farb. Die uͤber⸗ 


mächtigen Oeſtreicher behanpteten den Berg, obwohl: - 
mit einer Einbuße von 2000 Mann, Die Zietenſche | 
Meinung, daß auch’ der. fiegreithe Ausgang: des Ge⸗ 
. fechts feinen ˖ Vorthell Brärigen kdune, y wurde durch: ' 


das Merhalten ber Feinde vollkommen beftätiget,“ 
Sie raͤumten am H Sept. den Holzberg, auf wel⸗ 
chend vyhn "beiden: Seiten ſo viel Blut gefloſſen war; 


freieilfig, nd oe ſech an ihre Rupiaimee zurut 15 


1 009 2) Das 


an 


. x 


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— 228 —, 


das ganze- Prerdiſche Heer aber bettanirte den Tod 
Winterfelds, Friedrich hielt ihn für einen Nationale 


- verluſt. Diefer Feldherr, welchen ſeltne Talente, 
und liebenswuͤrdige Eigenſchaften ſchmuͤkten, war 
S fein trautefter- Liebling geweſen; und wurde -noch 


kange nad) feinem. ‚Tode koͤniglich geehrt. Ein fo 


= ausgezeichneter Mann vermied jedoch nicht immer 


die Klippe, an welcher die Ehrſucht der Hofgünfts 
linge fo häufig fcheitert. Er konnte feine Neben⸗ 


verdienſte ertragen, er wollte gllein nur glaͤnzen, 


und er wendete feinen Einfluß manchmal an, um 
ven König gegen andre große Männer einzunehmen. 


Dies erfuhr z. B. Zieten; lm, ſelbſt · das Mißvers _ 


ſtaͤndniß zwiſchen Friedrich und ſeinem Bruder, dem 
Kronprinzen, war durch gehaͤſſ iges Eintüfern Bin 


tterfelds erregt worden. 


. Der Herzog von Bevern blieb ſo lange in der 


auſiz, als er dort Unterhalt fand. Nachdem aber 


der lezte Mehlwagen aus dem Magazine beladen 


, war, fo veränderte er den Kriegsſchauplaz. Er 


rüfte am 10. Sept, nach Schlefin. Die Uebers _ 
legenheit der Deftreicher, welche ihr Heer theilen,- 
und. die Preußen von mehrern Seiten bedrohen konn⸗ 


ten, noͤthigte ihn, auf feine Sicherheit bedacht zw 
fein. - Hierzu. fehien es ‚erforderlich, entwerer 


Schweidnitz oder Breslau in der Naͤhe und: 
zum Ruͤkhalt. zu haben. Schweidnitz erregte keive 


Beſorguiſe in ihm. Dieſe Feſtung war mit allen 


Mitteln der Vertheidigung, mit Maunſchaft, Ge⸗ 


| ini und Magazinen Sing. verfehen,:: und 


konnte 


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—* 


7 


E 229 a 


dem Anſcheine nach. einen Fräftigen Widerſtam von 
weniaſtens 6 Wochen beweifen. Breslau hinges - 
gen befand-fich in einem weit wehrlofern Zuftande; 
die Abficht der Feinde war auf die Eroberung davon 
gerichtet; der Verluſt der Hquptſtadt ‚zeigte die 
empfindlichſten Nachtheile; Urſachen genug, welche 
den. Herzog dewogen, feine Stellung bei Breölau zu 
nehmen, Der gerade Marſch dahin war zu-gefähre 
lich; er ging daher bei Lampersdorf über bie“ 
Oder, 309 ſich ienfeits dieſes Fluſſes aufwaͤrts. ſezte 
“am 1. Oftbr. zu Breslau zum zweiten Male über \ 
ſelbigen, und lagerte ſich nahe dabei bitter der Lohe. 
Dieſer wurde mit fo viel Ordnung und Gluͤk vollens - 


det, daß nicht ein einziger Wagen verloren ging, . 


‚and dag man dem Feinde einen ganzen Tagemarſch 
abgewann. Denn die große kaiſerliche Armee traf 
erſt am 2. Dftober in der Nachbarſchaft ein, lagerte 
ſich bei Liß a den Preußen gegeuuͤber, und hatte _ 
die Lohe vor fi. Wider alle Erwartung verhielten 
fich beide Heere „ bie einander ſtets im Angeſichte 
waren, 5 Wochen hindurch ganz ruhig, und die 
‚durch einige Detafchements gefchwächte Preußiſche 
Armee erfuhr nicht den geringſten Unfall. Die 
Oeſtreicher hätten gern einen Angrif gewagt; aber 
- Die Bedenklichfeit, daß ihnen Schweidnig im Rüffen - 
lag, ‚und im Fall einer Niederlage gefährlich werben 

konnte, fchrefte fie davon ab. Sie beſchloſſen dess 

wegen, ſich vorher der genaunten Feſtung zu bemaͤch⸗ 
tigen. Napdafti- erhielt den Auftrag zu diefer Un⸗ 
ternehmung, und wurde, po auſehnlich fein Korps. 
N ‚ auch 


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00-1 


\ — 250 J— J — 
ſchon war, noch mit vielen Vaiern und Wirtem⸗ 
bergern verſtaͤtkt. Der Plan gluͤtte über Ver⸗ 
„muthen. Die Beſazzung, welche nach des 
Herzogs von Bebern Erwarten 6 Wochen anbharren 
ſollte, widerſtand nur 16 Tage. Nachdem einige 
Breſchen geſchoͤſſen waren, gebot Nadeftiseinen Ge⸗ 
neralſturm auf 5 Forts; 2 Redonten wurden ers! 
flärnıt, die Preußen durch eitten falſchen Angrif i irre. 
geführt, und’ außer Faſſung gebracht. ‚Der: Kom: 
nrandant, General Seers, fapitulirte am 12. No: 
vernber, gab'fich mit 3 andern Generaien und 5840 
Mann gefangen, und uͤberließ die greßen Magazine ' 
and einige Tonnen Goldes Kriegskaſſengolderu den‘ 
VUeberwindern. Nadafti befezte Schiveidniz mirgoco. 
Mann, und begab ſich mjt den, übrigen nach Liña 


gm Obelbefehlshaber Prinzen Karl, um nun einen - 


Hauptkampf gegen die Preußen volkführen zu helfen, 
Diie Veſtreicher vornahmen indeſſen, daß or 
sich in Unzuge nah Schleſien begriffen. fei. 

hielten. es nicht für rathſam, feine Aukunft u . 


warten, fondern eilten, da ihnen nach Eroberung . 


von Schweitniz der Ruͤkken geſichert war, die Be⸗ 
vernſche Armee zu uͤberſallen. Dies thaten fie am. 


22. Nov. mit großer Ueberlegenheit an Mannſchaft 


und Artillerie. Unter dent Schuzze vieler und Rars 
fer Barterien gingen fi fi e Morgens über den Tohefluß, 
imd befchoffen das gut verſchanzte Lager der Preus . 
Ben wie eine ordentliche Feſtung mit ſchwerer Artil⸗ 
ferie, wovon fie einen Theil zu Schweidniz erbeutet 


hatten, "Der. Graf Nadaſti begam feinen Angrif 


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den linken Preußiſchen Zldgel zuerſt, aber mit“ un⸗ 
| guͤnſtigem Erfolge. Denn ihm gegenüber ſtand 
Zielen, welcer ein beſonderes Korps. von etwa 
Looo Man befehligte, und mit frinen Hufaren und’ 
Dragonern fo nachdräßfich einhieb, daß die Kroateit, 


Ungarn und Wirtembderger. in Verwirrung zuruͤk eil⸗ 


ten, und von allem fernern Fechten abgeſchrekt wur⸗ 
den. Zieten nahm ihnen. im Dorfe Kleinburg ſelbſt 


13 Kanonen ab; von denen jedoch aus Mangel am 


Pferden nur viere nach Breslau, gebracht werben 
Tonnten, - Gegen Mittag geſchahen an 3 verſchiede⸗ 
nen Orten die Hauptangriffe der. Feinde gegen den 
- Mittelpunkt und den rechten Fluͤgel. Das Gefecht 


wurde hartnäffig und blutig. Die Preußen fochten 


mit Loͤwenmuthe, und machten den Oeſtreichern 


jeden Schritt vorwärts ſtreitig; der. Prinz Ferdi 


nand, Bruder des Königs, ſtuͤrmte mit der Sahne. 
‚in der Haud gegen eine Eaiferliche Batterie. Doch 
dieſe Anſtrengungen konnten die Menge der Feinde. 
nicht uͤberwaͤltigen. Die geworfenen Scharen wur⸗ 
den augenbliklich durch friſche Streiter erfezt; und 
das zahlreiche Geſchuͤz verhinderte die Preußen am 
Vordringen. Ein großes Verſehen ward leztern hoͤchſt 
nachtheilig. Zieten hatte vor dem Dorfe Gräbis 


ſchen eine Redoute angelegt, welche die Verbin⸗ 
dung ſeines Korps mit ber Übrigen "Armee unters _ 


hielt. Aus einer falfch verſtandnen Ordre wurde 
diefe Nedoute freiwillig vertaffen, und fogleich von 
den Feinden befest. Hierdurch war dad Zietenſche 
. Korps wie abgefchnitien, und die Deftreicher Fonnten 

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, vi fine Haute der Beeiufen Armee beſchichen· 
—Dennoch wichen die Preußen un’ feinen Schritt; 
ſie fochten bis zum Abende mit Beſonnenheit und 


he Muthe. Die Nacht brach an; das Schikſal 


— * 


— 


beider Heere war uneniſchieden. Die Oeſtreicher J 


haͤtten uͤber die Lohe zuruͤkgetrieben werden muͤſſen, 
wenn die Preußen ſiegen wollten; da fie dies aber 
nicht vermochten, uud durch die lange Auſtrengung 
ihre Kraͤfte erſchoͤpft fühlten, fo verzagten fie end« 
— AUch, und verließen das Schlachtfeld in einzelnen 
. Partien, ob es ihnen gleich nicht befohlen 
— war. Es iſt eine ganz irrige Vorſtelluug, 


welche ſelbſt der. meiſterhafte Beſchreiber dieſes 
>," Krieges, der Hauptmann Archenholz, ungepruͤft 


vLerbreitet, daß der betaͤubte Herzog von Bevern aus 


politiſcher Furchtſamkeit den Ruͤkzug nach, Breslan 


abf ih rich veranſtaltet habe, Daß die Truppen 


in der Nacht jn die Nikkelsvorſtadt und nad) Bres⸗ 
lau hiuwichen, geſchahe wider den Willen der Be⸗ 


fehlähaber, und allein aus Eigenmächtigkeit ber 


ermatteten Soldaten. Der Herzon faßterim Gegen: 


theile den Entſchluß, die nicht mehr ganz in. Ord⸗ 
nung befindlichen Feinde in der Mitternachtsſtunde 


"zu überfallen, wozu ihm eine tapfere Kolonne, welche 


beim Weichen der Übrigen noch ſtaudhaft kaͤmpfte, 
ı die Veranlaſſung gab, Er eilte daher zu dem Ge⸗ 
neral Zieren, um mit ihm die noͤrhige Verabre⸗ 


bung zu nehmen; als er aber von ihm zu ſeinem 
Flügel zuruͤkkehrte, war auch die lezte muthovolle 


„Kolonne oon aller. Hnterfihgguns. verlaffen dem Beis 
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hiele ihrer Kameraden 'gefolgt und gewichen. 
Zieten mußte jezt mit feinem Korps aleichfalls 
‚fen Sicherheit denfen, nnd den Ruͤlzug antre⸗ 
Ohne alſo eigentliche Sieger zu ſein, wurden 
hie Deftreicher auf diefe Art Herren des Schlacht? 
felded , uud gengffen in der Folge alle Früchte, die. 
“ur eih wirklicher Sieg bringen kann. „Der erftaus - _ 
nende Verluſt, den ſie erlitten, iſt ein Zeuge der 
Preußiſchen Tapferkeit; nach ihrer eignen Angabe, 
hatten ſie 18000 Todte und Verwundete; die Preu⸗ 
- Ben aber. nur 6200; doch machten Eritere 3600 . - 
+ Mann gefangen, und eroberten, 80 Kanonen, Der 
Muth der Preußen iſt um deitd mehr zu verwundern, 
da ihr Heer bloß 25000 Mann flark gewefen war, 
und es mit Feinden aufzunehmen hatte. 


Der Herg von. Bevern führte. am folgenden: 
Tage fein kleines niedergeſchlagenes Heer von Bres⸗ 
lau drei Meilen weiter bis Prot ſch, mo er am 24. 
November beim Mondenfiheine eine Nelognoscirung 
- der Vorpoften: vornahm, auf einen Kroatenhaufen 
ſtieß, und gefangen wurde. Da er außer einem 
| Neitfnechte feine Bedeklung bei ſich hatte, ſo zog er 
ſich den Verdacht zu, daß er ſich vorſaͤzlich habe 


, gelangen, nehmen laſſen, ‚am den zu Defürchtenden 


Vorwuͤrfen des Koͤnigs, deſſen Ankuuft nahe war, 
| auszuweichen, - An eben dem Tage gerierh. aud) 
‚Breslau in feindliche Gewalt. Der General 
Leſt witz getraute ſi ſich bei der üblen Stimmung ber 
Bereifon nicht, Widerſiand zu len Er übergab 
die 


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Uebergabe, indem die Hälfte der 3cco Mann ftars 


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ken Beſazzung zum Feinde überging, Die Deftreis 


cher machten in Breslau an Geſchuͤz, Magazinen 
und Munition eine außerordentliche Beute, 


"Seit dem 18. Juni bis Ende des Novemberd 


hatte die Oeſtreichiſchen Waffen ein Gluͤk begleitet, 


ft. 


"vie Stadt auf die erfte Aufforderung, . und bedung 
ſich inrder Kapitularion freien Abzug, den'man gern 
‚bevoilligte. Wie gegründet fein Mißtrauen im die 
Treue der Soldaten war, zeigte 'fi ſich gleich nach der 


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welches ihnen große Vortheile gewährte ‚und mit 


noch größern Hofniingen ſchmeichelte. Zwei 


Schlachten waren von ihren Herren gewonnen, und 
2 Feſtungen erobert worden ;, die Hauptſtadt Schles 
fiens, und ein beträchtlicher Theil des Landes befand’ 


fidy in ihrer Gewalt; Liegniz wurde Sefeliget; eine 
ſtarke Macht defte das Erworbene. Der eintretende 
Winter, die Strenge der beginnenden Kälte, wer 


‚Heine Ueberreft des Preupiichen Heeres, ‚alles 


ſchien das völlige Ende des diesjährigen Feldzuges 


zu verkuͤndigen, und der Kaiſerin Maria Thereſia 


das Uebergewicht über Friedrich auch für bie. Zukunft 
zu ſichern. Der Wiener Hof betrachtete Schleſi ien 
ald fein von nenem errungnes Eigenthum, er richtete 
die Negierung darin ganz nad) Deftreichifchen Orunds 


ſaͤzzen ein, nahm die Beamten und Raͤthe in Eid 


und Pflicht, und fandte die gefangnen Preußen, 
welche geborne Schlefier waren, frei indie Heimath. 


Die koͤniglich geſinnten Ejnwohner : verloren den 


Much, die geheimen Freunde des Erzhaufes erhoben 


ihr 


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= 135 — 


‚ihr Hanpt , Zund: gaben ihre Seffmnin gen oͤffentlich 
. zu erkennen. Keiner that dies mit mehr Zreiheit 


und Umäberlehtheir, als ver Zürft Schafgorfch. 


Friedrich hatte ihn zum Biſchof non. Breslau 


ernannt, mit dem ſchwarzen Adlerorden geſchmuͤkt, 
ft zur Tafel gezogen, und mir Wohlthaten maͤn⸗ 
cherlei Art überhäuft, Dies alles vergaß der Uns 


dankbare und Unbefonnene fo fehr,. daß erden nlers 
- orden mit Fuͤßen trat, und den König mit den ges 
meinſten Schimpfreden ſchmaͤhete. Dieſer empoͤ⸗ 


sende Auftritt erbitterte felbit die faiferlichen Genes 
role, und laut bezeigten fie dem fanatiſchen Driefter 
ihre Verachtung. Wien nnd Rom mißbilligten feine 


verworfene Aufführung, und mit allgemeinen Ab⸗ 
ſcheu bedekt verlebte er in der Folge traurige Tage 
als Verbannter in Böhmen, Sein Berragen cnts j 


fand auß der Vorausſezzung, daß Friedrich's Unter⸗ 


gang fo gut als gewiß ſei. Dazu wur allerdings 
viel Wahrſcheinlichkeit vorhanden. Der König brach 
zwywar am 12. Nov. von Leipzia’auf, und marjchirte - 


mit fiegreichen Truppen nach Schlefien. ber diefe 
waren noch nicht völlig 14000 Mann, und in Ruͤk⸗ 
fit der Koloſſenmacht Oeſtreichs fo unbedeutend, 
daß man fie fpdttifep die Berliner Wacht pa⸗ 
rade nannte. Die Ueberreſte der Schleſiſchen Ar⸗ 
mee, welche jezt der General Zieten anfuͤhrte, 
machten gleichfalls nur 15000 Mann aus, und 
waren mit Niedergeichlagenheit erfüllt. Die Oeſt⸗ 


- reicher hatten die Vortheile des Ueberfluſſes, der 
Ruhe der ſichern Stellung und des Selbſtver⸗ 


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trauens, weiche das Gluͤk einflößte: Die Proußen 


Titten Mangel, wurden durch weite Maͤrſche ermattet, 


und durch. finitre Ausfichten geſchrekt. Friedrich's 
Anzug nach Schleſien wurde daher als die kezte ohn⸗ 
maͤchtige Anſtrengung eiues Verzwetfeluden betrach⸗ 


tet, Der unwiederbringlich verloren wäre. Aber dieſer 


+ 


war von einer ſolchen Lage noch weit entfernt. Erb: . 
ser als fein Geſchik erhob fich fein. ‚Geift über die 
Gegenwart, entwarf gerade jezt die kuͤhnſten Plaͤne, 


und wußte ſeine Truppen mit gieichem Muthe zu 


9 begeiſtern. Nachdem er ſich am 3. December. mit 
der Zietenſchen % Armee zu Parch wiz vereinigt hatte, 


—* 


berief:er alle Generale und Sraböoffiziere in fein 


Haupiquartier, und bleit eine Rede voll Feuer und | 
„ Meber redungskraft, womit einft Römische Heerführer 


die verlöfchenden Funken des Muths, der Batera 


landsliebe, ber Todeöberachtung bei ihren Kampf⸗ 
gefaͤhrten zur alles ergreifenden Flamme angeſacht 


hatten. Er verſchwieg ihnen keinen von den Aus 


‚ gihlöfällen, die fie bisher erlitten hatten; dabei ver⸗ 


" fiderte er fie. aber, ‚daß er auf ihren Muth, auf. 


ihre Staudhaftigkeit, auf ihre Liebe zum Vaterlande 


eimſolches Bertranen fezze, daß er hoffe, fie würden 
‚ durch ihr vorzüglich tapfres Beträgen! bei der erſten 
Gelegenheit dem Feinde alle feine. errungnen Vor⸗ 


theife wieder entreißen. Ex trug ihnen ſodann auf, 


dies alles den ihrer Uufſicht anvertrauten Offizieren _ 


und Gemeinen befannt zu machen, um fie. zu deu 
Auftritten, die bald folgen würden, vorzubereiten; 
ihnen zu jagen, daß er den Feind. angreifen mäffe, 

——— wo 


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wo⸗ er and fände; daz bier- nicht von Ber- Minge; 
sondern von der. Ueberwindung ber Widerfacher die: 
tage fei; daß er erwarte, feine- Truppen werden 
mit Herzhaftigkeit angreifen, ‚nie Eifer kaͤmpfen, 
mit Rahm ſiegen, wuͤrden den Feind fchlagen, wenn” 
er ſich oleich bis an die Zaͤhne verſchanzi haͤtte; 
gegemwvaͤrtig, ſezte er, noch hinzu, wäre der Zau, | 
wo fie füh wis wahre, als patriotiſch denkende Dreus 
eh .zeigen mäRten, und daß es gefcheben werde, 
dafuͤr fei ihm der erft kuͤrzlich bei Roßbach erfochtene 
| Sieg Buͤrge. 
Dieſe Rede ‚erhöhte ben Woath der Anwefenden | 
biß zur Begeiſterung. Die vornehmſten Generale 
autworteten im Namen aller mit kurzen aber nach⸗ 
druͤklichen Worten, entweder zn ſiegen oder zu ſter⸗ Eu 
‚ben... Der Koͤnig behielt fie zur Tafel, und ‚gen‘ 


- brauchte felbft den Wein als Hälföniriel, die nie . 


dergefchlogenen Gemather durch nene Hofnungen: 
ji heben. Er redete ſelbſt die gemeinen Soldaten 
bie und %a an, theilte reichlichere Yu dahremg unter 
fie. ans, und verſaͤnumte nichts, um ihnen wieder: 
Zutrauen auf/ ihre Kräfte einzuflͤßen. Die Ueber⸗ | 


N _ 


‚winder: der Roßbather Franzoſen Überzeugren ihre 


Mitbruͤder von’ der Möglichkeit, auch Sieger der 
Orefſtreicher werden zu koͤnnen, die ohnedem ſchon fo: 
oftivon ihnen bezwungen worden waren. Die Ge⸗ 

‚ fühter: 'heiterten ſich wieder auf, - eine · entfchloffene,: 
frohe Stimmang verbreitete Fihi durch die ganze 
Armer, alle brannten von Begierde, den bei Brise: 
lan mimen eat abzunſchen und auf den‘ 

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u RR zu werfen. | Wehbe Weide, weiche Zahl 
konnte einer Heldenſchaar von ſolcher Denkungsart 
widerſtehen ? Der Enthuſiasimns fuͤr Friedrich war. 
eine natuͤrliche Folge des Umſtandes, daß die gegen⸗ 
waͤrtigen Truppen faſt lauter Landskinder wasen, 
| indem die mehrſten Fremden feine Dienfte. verlaffem; 
and die wenig übrig gebliebenen den Karaktet vg 
- Nation angenommen hatten... Als / endlich die Oeſt⸗ 
“  reither aus ihren vortheifgaften Stellungen :bei 
— Breslau hervorruͤkten, und. den Preußen hoͤchſt 
uüuͤbereilt entgegen zogen, fo hielten ſich Leztre des 
Sieges fuͤr gewiß, und betrachteten Erſtere ſchon 
als gedemuͤthigt. 

Die Oeſtreicher Fonuten. in der. That nichts Yes 
genehmeres für. Briedrich.,- und nichts Schäplicdyeres 

| für ſi fih thun, . als daß fie ihre Verſchanzungen. 
raͤumten. Daun and Serbetloni, zwei eben - 
fo tapfre als weife Mämer, widerriethen . diefep 
verderblichen Entſchluß, und bewiefen.dem Prinzen 
Karl, daß eben:jezt ein behutſames Werfahren 
noͤthiger, als je ſei, daß fie durch einen gluͤklichen 
Angrif nicht viel gewinuen, durch. einen .ninglaͤklichen 


alles verlieren koͤnnten, daß fie überhaupt gar Feine 


Urfache zur Lieferung einer Schlacht hätten, fonbern 
nur die. großen bisherigen, Bortheife zu behaupten 
brauchten. Der Stolz, Me Schmeichelei und Die. 
Uneriahrenheit. der andern Generale überſtimmten 
dieſe wohlgegruͤndete Meinung. Es fi, rief man . 
hochuͤſhig aus, ‚unter ber Würde der Kaiferarmee, _ 
. träge ſtehen zu bleiben ;. in Unfall koͤnne ande ben 
... | FB gegen⸗ 


DE 2239 ne 
2 egenwärtigen Umſtanden gar niet‘ als gli | 
gedacht werden; nur. noch der eine Schlag. auf 
Friedrich, und der ganze Krieg Wäre Heendigt ; wel⸗ 3 wel⸗ 
he Ehre für den Prinzen, ‚ben Bruder de Kaifer, 
durch eine fofche hat feinen Ruhm. bis auf den 
feiljten ‚Gipfel zu erhöhen. Sp ſprach vormaͤmlich 
Lyecheſi, xin Guͤnſtling des Prinzen; ſeine Rede 
gefiel den mehrſten Wohl, und erhielt das Ueberge 
wicht. Dan ruͤtte alfe vorwärts, und richtete den 
Marſch eben fo forgenlos nnd. ſtolzſicher ein, als die 
Berathfchlagung geweſen war. Man ſchikte die 
Feldbaͤkkerei nicht wie. gewöhnlich’ ‚bihter die Armee, 

Sondern legte fie. verwärts nach der Stadt Rem, 
mark, gerade als ob man die Abſicht hätte, fie ven. 
Preußen muthwillig zu überliefern. Friedrich 
tzraute ſeinen Uugen Zaum ; als er am 4. Dre, dieſe u 
Vernachlaͤßegung ber gemeinfien "Kriegöregel bes 
merkte; durch zinige Haufen Dragoner und: Hufaren 


ließ er in die Faiferliche. Bedekkung zu Neumark eine | 


yauen; 206 Kroaten wurden getoͤdtet, 6oo derſelben 
gefangen, und die ganze Baͤkkerei erobert. Mit 
gleicher Leichtigkeit uͤberrumpelten die Pteußiſchen J 


Reiter den Vortrab der Feinde, ein Saͤchſiſches u 


Korpa sm 5 Regimentern zu Pferde, ‚ weiches bis 
Boma- borgedrungen war; es wurde gänzlich zer⸗ 
freut; und·verlor·11 Offiziere und 540:Gemeine - 
an Gefangnen. Dieſe glüklichen Gefechte Friedrich's 
waren ‚Die Vorlaͤufer des außerordentlichen Sieges, 
welcher den 5. Dec. in der Preußiſchen Krieges. | 
ante vor andern obegtichuet. 


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Fried⸗ 


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Fete orich konnte den Kambſpiaz * vor⸗ 


Weite wuͤnſchen, als ihn die Deftreicher waͤhl⸗ 


Sie dehnten ihre faſt gcoco ſtarke Armee 


von dem Derfe Rippern bie Golan am Schweld⸗ | 


mißzer Waſſer iu 2 unäberfehbare Linien aus, und 
Hatten dad Dorf Leuthen, wovon die Schlacht den 
Damen: führt, im: Mitteipunfte. , Sie erfiaunten, 
als fie die Kleine Preußiſche Armee, die hoͤchſtens 


z30000 Mannm enthielt, vor ſich erblikten, ſie ſpoͤtielten 


darüber, md chen um dieſer Geringſchaͤzzung wegen 
hatten ſie zum erſten Male eine freie Ebene zum 
Schtachtfelde genommen, da fie ſich ſonſt ſtets auf 
hohen Felſen und Bergen lagerten. Friedrich 
kannté die Gegend, wo. er zuweilen Muſterung ge⸗ 
halten; genau, und ordnete varnac)-feinen Angrifs⸗ 
plan ſo weiſe, daß er, Tobald er geldrig:außgefährt, 
und pünftlich befolgt wurde, den ſiegreichſten Auss 
gang gewaͤhren muſte. Und beides wur jezt der 
Faall. Die mkeiſterhaften Entwürfe wurden entſchloſ⸗ 
fen und doech vorſichtig bewerkſteligt. Keine übers‘ . 
eilte Hizze riß einen General zur Unzeit hin, ſon⸗ 
dern mit Ueberlegung richtete jeder feinen Math auf 
den vorgezeichneten Punkt, und fo reiheten fh in 
.. bewunderungswuͤrdiger Eintracht Thaten an Thaten. 
Friedrichs Hamptabficht ging -auf den . linken 
Fluͤgel der Feinde bei Golau; aber er machte eine 
Menge Bervegungen ‚gegen ben rechten Kiägel, um 
fie irre jn-führen. Died.gelang fo vollklommen, daß 
‚die Oeſtreicher in eine marternde Ungewißheit verfezt 
wurden. Jener Praler Luccheſi Ir weicher ſchon 
2 1J im 


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om 


ieh: die Siimme der Klugbeit Überförien 


harte, vollendere fein Werk, indem er durch, feine 
Muthloſigkeit ſeiner Partei ebemfo viel ſchadete, als 


VWriedrich mir feinen Waffen, Luccheſi ſollte mit ſei⸗ 


ner/Reiterei den rechten Fluͤgel bei Nipperw deffen; 


taum bemerkte. er einige Preußen, ſo vergaß er alle 


feine Sroßfprecberei, und bat den Oberbefehlshaber 
dringend und kieinmuͤthig um Unterſtuͤzzung. Eine 
gleiche Birte, und mit mehrer, Gtunde that der , 
"General Ravafti, der auf dem linken. Fluͤgel ſtand, 
und mit feinem richtigen Scharfblikke Friedrich's 
wahre Abſichten durchſchante. Mit jedem Augen⸗ 


blikte ſtieg ‚die Gefahr, fo wie die Gewißheit, daß - 


- die Preußen .ihn. nit aller Stärke. angreifen würden, 
Er ſchikte Officier auf Oificier, um Huͤlfe zu fordern. 


Der Prinz: Karl und ver Feldmarſchal Daun 
‚wurden durch ‚Diele widerſprechenden Berichte zweier 


vielgeltender Generale ganz irre und verlegen, ſie 
wuſten nicht, was ſie glauben, noch viel weniger, 


was fie thun follten, Endlich behielt L uchef s 


Begehren die Oberhand, da “er ſich im Fall einer Nies 


derlage von aller Verantwortlichkeit losſagte. Daun 


führte ihm Die Reſervetruppen ſelber zuz und an 
Nad aſti dachte man nicht eher, als bis es zu ſpaͤt 
war. Der General Zieten ebnete die Bahn zum 


Sieger -Er ſchlug das Nadaſtiſche Korps, welches 


‚ben linken Eaiferlichen Fluͤgel, das Hauptziel des 
Preußiſchen Angriffs, dekte. Einige nuter ihm fies 


hende Infanterie⸗ Regimenter, gefuͤhrt vom General 


Wede. I, warfen das Nadaſtiſche Fußvolk, vornaͤm⸗ 
Bollus Si. ‚Bit Ri (O) lich 


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— — 24 en, 
hr die Wi rtemberger und Balern, nahmen ihnen bie \ 
Batterie, imd brachten fie völlig ‚zum. Weichen. 

. Darauf wurden letztre von der Zietenſchen· Reiterei, 


welche durch die feindliche brach, verfolgt, umringt 
uund abgefchnitten, Die Niederlage dieſes Nadaſti⸗ 


ſchen Korps war ſo groß, daß allein die Zietenfchen 
Huſaren 2000 Gefatigne machten, und daB ein Kor⸗ 


uet mit 10 Huſaren den Ueberbeſt eines ganzen Re⸗ 


giments in Empfang nahm, und zum Könige. führe 


ten, wofür er den Verdienſtorden, und das Rittmei⸗ 


fier = Patent erhielt: Nachdem nun Nadaſtiaus 
dem $elye gefihlagen war, fo Fonnte-der linke Fluͤ⸗ 
gel von den Preußen mit Nachdruf angegriffen wer⸗ 
din. Died. gefihähe ach von der Flanke her mit 
. foldyer Gefhiklichkeit und Wuth, daß die ganze 
feindliche Linie von oben an bis unten gleithfan: aufs 


gerollt wurde. Vergebens tüften frifche Regimenter 


an, die Prenßen ließen fie hicht zum Aufmarſchiren 


kommen; ein Regiment fiel. af das andre, und vu: 
mehrte die Verwirrung, Vergebeus ſtellten die Edis 
ſerlichen Kuͤrafſire die Schlachtordnung auf einen An⸗ 


genblik her; eine Preußiſche Hauptbatterie trieb · fie 
” auseinander, und die Kavallerie erfreute fie vollig. 


Noch einmal ſezten ſich die Zeirde bei Leuthen; 


hier fand ihre⸗beſte Infanterie und viel Geſchuͤz; 
ein Haufen Fluͤchtlinge eilte herzu, und fühlte Haͤufer, 
Gaͤrten und Winkel an; ihr Widerſtand war groß; 
aber die Tapferkeit der Preußen noch größer. Der . _ 
junge Hauptmann von Möllendorf, jezziger 
Zelomarſchall, bemoͤchtite f ich mit.einem Gardeba⸗ 
taillon 


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— er, 243 —. \- 


Yoiflen v8 Dorfle, und oͤfnete feihen aanpfhenoſen 
hen Weg; mehtere Bataillone folgten nach; die: 
Dragoner von Barent', jene Sieger von Hohenfriede 
berg, fielen dem Feinde in den Ruͤkken: andre Reis 
terabtheilungeh ariffen don den Seiten an ;.alle dieſe 


ſchrekkensvollen Ueberraſchungen brachten die Deflreis | 


cher ſo Dußer Faſſung, daß fie ſich zu halben und 


4 


ganzen Bataillonen gefangen gaben. In 5 Stun⸗ 
den wurde dad Waffengluͤt der Feinde von 5 Mona⸗ 


ien zertruͤmmert, und eine mit Rieſenkraft drohende | 


- Brmee völlig jerfprengts Das Bareuter. Dragoner⸗ — 


Regiment zeichnete ſich wieder vorzuͤglich aus. Es 


wachte auf: mol 2 ganze Infanterie: Rigimenter 


mit allen Officieren, Fahnen und Kanonen gefangen. ; 
"Die Zahl aller, Die auf dem Schlachtfelde in Prene 
Bifche Gewalt geriethen, betrug die außerordentliche 
Summe von 21,506 Gemeinen und 307 Sfficieren. 


Dabei wurden 59 Fahnen und 134 Kanonen erbeu⸗ 


38 


tet, Getoͤdtet oder. verwundet waren 65002 und 
uͤber 6000 Mann gingen nad) der Schlacht freiwillig 
zu dven Siegeru uͤber. Der feindliche Verluſt beſtand 
alſo Ih 34,006 Köpfen; in einer Menge, welche die 
fiegende Preußifihe Armee bei weitem überftieg. 
Friedrich hatte dieſe ſeltnen Vortheile mit dem ver⸗ 
haͤltnißmaͤßigen geringen Verluſte von 2660 Todten 
und Verwundeten erkauft. Die Schlacht Hatte um 
ı Uhr Nachmiträgs angefangen; ſchon um’3 Uhr 
ſtobe der Prinz Kart durch Liſſa; und. um 6 Uhr 
war der vollſtaͤndigſte Sieg von den Preußen er tfoch⸗ 
ten Sun. ungefäßt ſtimmte tin einzelner Soldat 
@ > —— das 


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das ged au? Nun dantet ae Vott ecch 


mehrere fielen mit ein, die Feldmnſik begleitete den 


Geſang; und endlich nahm die.ganze Armee ie 
- FZelerlicher und erhebender Fonnte nicht leicht eine 


8 


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Himne in den Kirchen abgefungen worden Yin, al&' 


dieſes religidfe Danklied, weiches auf dem Schlachts 
felde in der Dunkelheit der Nacht aus freiem Herzeuss 


erguß' von mehr als 20009 Rriegern ertönte! ‚Det 


- König, wünfchre indeffen, das ofne Städtchen Liß a, 


nd die dabei befindliche Bruͤkke über das Schweid 
nizger Waſſer noch dieſen Abend befeszen zu koͤnnen, 
damit wicht. die Feinde die Bräffe abbräden, jenfeits 
eine neue Stellung nähen und für den folgender . 


Tag eine nene. Schlacht noͤthig machten. Denn em⸗ 


geachtet des fuͤrchterlichen Verluſtes, den fie erfahren 
hatten, waren fie, im Fall ihre gerfprengten Slüchts 
Unge zuſammen ſtießen, den Siegern an Zahl weit 


Üperlegen. Friedrich ol: jedoch feinen ermattes - 
ten Truppen Teine neuen Anſtrengungen zumuthen. 


‚ Er ritt alfo, von einigen Artilleriſten ‚, dem General 


. Zieten und wenigen Hufaren, begleitet, felber beim 


Schein einer Larerne nach Lißa. Einige Hundert 
Schritte vor diefem Orte fielen mehrere Schäffer 


- hierdurch wurde der König. bewogen, durch einen Ad⸗ 


jutanten 2 Grenadierbataillene holen zu laſſen; er 
machte ſo lange Halt, bis fie kamen; nun rüfte er, 
es war 8 Uhr Abends, in die Stadt, wo aus Thuͤ⸗ 


ren und Fenftern von den Deftreichern ein ſtarkes 


Feuer gemarht wurde. Ohne den Ausgang ded Ges 


fechtes abzuwarten ritt Beier nach dem Schloſſe, 
wel⸗ 


„ 


J 
— 245 — I | 
ache⸗ mit keindiichen Generafen und > Offizieren m au⸗ 
"gefällt war, : Bon. dem Schießen aufgeſchrekt ſtuͤrz⸗ 
‚ten: verſchiedne Offiziere mit Lichtern in den Händen 
die Treppe herab, um zu ihren Pferden: zu eilen. 
‚Sriedrich bot ihnen: freundlich einen guten Abend 
‚und fragte fie, ob er bier auch noch unterfonmen 
fJönnte? Die Generale kamen herzu, erkannten den 
König, kounten ihn gefangen nehmen; aber von 


Ehrfurcht ergriffen, eutriſſen fle den Offizieren die 


‚Leuchter, leuchteten dem Könige die Treppe herauf, = 


“and wiefen ihm das befie Zimmer an. Sie wurden 
‚höflich unterhalten, zerftreuten fich aber hernach indie 
‚Übrigen Zimmer des weitläuftigen Schloffes, und - 
zogen ſich erſt dann aus Lißa heraus ‚old immer 
mehrere Preußiſche Adjutanten anlangten ‚ und dem 
- Könige meldeten, daB bie. ganze Armee auf. dem 
Marſche nach Lißa begriffen wäre, weiches zwar aus 
Mißverſtand der koͤniglichen Befehle geſchahe, dem 
Aduige aber hoͤchſt angenehm war. | 
Die Folgen diefes Sieges ſind eben fo. denkwuͤr⸗ 
dig, als der. Sieg felber. Der Prinz Karl beging 
‚Die unverzeihlichften Fehler, und eben dadurch vers 
srfachte er ſeiner Schwägerin ‚den empfindlichfien 
Schaden. Er flohe,- ohne feine muthlofen Truppen 
wieder zu Athem lommen zu laffen, in ‚einem Zuge 
nach Breölau, und flast hier in ben Verſchanzungen 
eine feſte Stellung zn nehmen, zog er ſich fchon des 
‚andern Tages am Mittage in flächtiger Eile weiter 
nad) Borau und Schweidnig. : Der. König ſchikte 
dm die Generale. Bieten mb Fonquet mit 
duß⸗ 


6 


‚Weniger an, ’ 


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Jußvolk und, Rriterei na; uad troz ſeiner —— I 


ur , Menge ließ ſich Prinz Karl yon diefen durch Vaͤſſe 
und Gebirge nach Boͤhmen hineinjagen, we er ohne 


Sepäl, ohne Kanonen, ohne Fahnen mis nicht mehr 


als 17000 Mann in dem traurigften Zuſtande am 


22 Dee, ankam. Dies war der ganze Ueberreſt einer 
Armee, bie noch vor einigen Wochen, wohlgeräftet - 
und durch Siege ermuntert, mit ihner Ueberzahl deas 
kleine Haͤuflein der Preußen zu verſchlingen und 


Friedrichen in dem Staub zu druͤkken faͤhig zu ſein 
ſchien. Bieten mad Fouquet brachten noch eine 


Menge Gefangne, Audreider,, Geſchuͤz und Wagen 


. alferlei Art mit, Die Zahl ift'-niche belanns ; einige 


geben 9000 Gefangne und 300 Wagen mie 


- Unterreffen hatte ber König von feiner &xite 


nicht gezögert, den Sieg. von Leuthen zu benuzjen, 
Er forderte die ſtarke Befazzung in Breslau zur 
Uebergabe auf; aber. man weigerte fich beffenmicht 


‚be, fordern errichtete mehrere Galgen für diejeui⸗ 


gen, welche von Uebergabe reden würden, Fries 


drich fing nun eine ordentliche Belagerung an, md 
ließ am 16 Dec, die Laufgraben erdfnen, Bald fiel 


‚eine Bombe in einen Pulverthurm, fprengta eide 
- Baftion, und. warf 800 Drfireicher. in. die Luft. Jezt 


bereitete Friedrich alle zu einem Sturm; jener Uns 


„fall und diefe Anſtalten fchreften aber den Muth der 


kaiſerlicher Befehlshaber fo fehr, daß fie auf eine 
‚Kapitulation - auͤtrugen. Naur der General Bei 


where AB, wies zum Fenſter hinaus auf die ers 


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⸗ 2 rich⸗ 





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nchieien Salen, und beſtaud auf. ‚ber toitſezuung | 


der ‚Gegeumebr... Doc er wurde überflimmt, und 
die Uebergabe erfolgte am 19 Decemb. Die Beſaz⸗ 


sung pon 13 Geueralen, 656% ffizieren, und 17500 


Semeinen firefte dad Gewehr Ind unterwarf fich der 


Kriegsgefangenfchaft, Der-König erhielt feine vor 


ber verlorne Feſtungskanonen wieder, und noch SL 
feindliche dazu ,- außerdem vietz Zugpferde und Wa⸗ 
gen, und 144000 Gulden Kriegskaſſengelder. Zehn 


Tage fpäter dfnete auch die Liegnizzer Beſazzung 


von 3500 Mann dem Fuͤrſten Moriz die Thor, 
nachdem ihr eim frejer Abzug bewilligt worden war. ı' 


- Eine fürmliche Belagerung auf dem mit Eis beveften 


Boden zeigte zu viele Schwitrigfeiten; darum bes 


freite Moriz die Deftreicher. yon der Gefangenſchaft; 
aber viele Lebensmittel und Geſchuͤz⸗ : Borräthe er⸗ 
heutett er. Der König ließ die Feſtungswerke nie⸗ 


berreißen, und die Stadt in ihren borigen wehrlofen . 


Zuſtand verſezzen. Die Deftreicher hatten gu Ende 


des Jahres von allen ihren muͤhfam gemachten Ers ' 


pberungen in Schlefien feinen Fußbreit weiter inne, 
. als die Zeftung Schweidniz. Auch diefe würde 
ihnen Friedrich fogleich entriffen haben, wenn 
. wicht der tiefe Schnee, der heftige Froſt und die gaͤnz⸗ 
liche Ermattung der Truppen. eine Unterbre ung 
der Kriegöoperationen . nothwendig gemacht haͤtten. 


> 


— 


Schweidniz wurde vor jezt durch Reiterei einge⸗ 


ſoloſſen , die Eroberung Davon aber bis zum naͤch⸗ 


ſten Fruͤhiahre verſchoben. Den 6.3 Januar 1758 
bezogen bie, Preußen | bie fpäten Binterquartiere, um 
von 


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me einem der thatenreichſten und’ beſchaenichſen 


Feldzuͤge auszuruhen. Friedrich ſelber blied zu 
Brest au, und beforgte den Winter hiindurch die - 
| Ausrüſtung, Ergaͤczung und werpegung | ver 


Armee, - 


- u 


u Feldzug der it Friedrich alliixten 


Urmee gegen die Franzoſen im Spaͤtz 
herdſt 1757 und Binter 12 58 ir 
Im Herbſte „757 erhielt einer ber heliſten, ein⸗ 
fichtsvollſten und feurigſten Statsniaͤnner Europen's; 
Pitt, der große Vater des in unfern Tagen viel 


Auffſehen machenden, ‚aber ihm nicht gleichkommen⸗ 
ben Miniſters, die Hanptfuͤhrung der Engliſchen 
| Sraregefchäfte. "Dieter beträchtere Die Konvention 


von Klofter Seven fir einen Schandflek- ſeinet 
Narion, und für eine Zuchtrinhe Hannever's; es 


.. —J ihm, feine Denkart dem Könige George IL, 


er fein Kürfuͤrſtenthum mehr als fein Königreig 
liebte, einzuflößen, und ihm folgenden Plan ans 


nehmlich zu machen die mit don-Deutfchen Fuͤrſten 


Heſſen, Braunfchweig ze; eingegangenen Verbinde 


lichkeiten ſollten etneuert, Eugliſche und Schottiſche 
. Zruppen nach Deutſchland geſchikt, dem Könige: vo 
Preußen Huͤlfsgelder angeboten, und alle Bemuͤhun⸗ 
gen angewender werden, von Ihm einen fähigen und 
entſchloßnen Heerfuͤhrer fuͤr die alliirte Armee zu be⸗ 


kommen. Der Engliſche Geſandte Mitchel, welcher 
Sriedrichen auf ſeinen Kriegszuͤgen begleitete, und 
be j 1 Damboerfge General-Schutenbärg wurden m 


vor 


⸗ 


* 4 Du 


» vor der Rohbache Sgiact ohetligt, & den entworſ⸗ 


nen Plan mit dem Könige von Preußen, und deſſen 


Miniktern zur - felten Beſtimmung zu bringen, ‘ 


Friedrich ließ fich ſaͤmmtliche Worſchlaͤge, denje⸗ 


nigen, welcher die Subſi dien betraf, freilich nur mit 


Maͤhe, und bloß von äußerfter Noth gedrungen, 
wohlgefallen; und Birrs ſiegende Beredſamkleit 


verſchafte ihnen auch die: ‚freudige Zuftimmung des 
Brittiſchen Parlaments, bei welchem, ſo wie bei 


dem ganzen Volke, der Roßbacher Sieg, und Stier | 


drich s Großthaten. ohnedem das lebhofteſte Entzuͤk⸗ 
fen erregten. Der Herzog Ferdinand von 
Braunſchweig, Friedrich's Schwager, und heffes. 
Stuͤzze bei den gefährlichiten Unternehmungen, wur⸗ 
de an die Spizze der Hanndverſch⸗LAlliirten Armee 
geſtellt, die ſich aus dem Stande der Ohnmacht und 
Schwäche, worein fie durch den Vertrag von Klo⸗ 
fer Seven gerierh, bald. zu einer gefuͤrchteten 
‚und geachteten Stärke empor hob. Ferdinand 
begab fich in moͤglichſter Stille nach Stade, wo er 
den 24, Nov, eintraf, und machte fogleich die kraft⸗ 
vollſten Anſtalten, die zerſtreut liegenden, muthlooͤge⸗ 


wordnen, und ſchlecht geruͤſteten Haundverſchen Trup⸗ 
pen mit einem neuen Geiſte zu beſeelen, und mit 


den noͤthigen Beduͤrfniſſen zu verſehen. Der Lands 
graf von Heſſen, welcher durch die unerhörteften Ges 
yenftthärigfeiten der Franzoſen faft. ‚zur. Berzweiflung 
gebracht war, überließ feine. Truppen der Anfährung 
Ferdinand’, und bie. Braunfchweiger. wurden von 
stem, dem Willen. feines. Bruders, us regitrenden 
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\ — 250 — 
deroge zuwiber, mit Gewalt gem m Gefdguge. ‚ger 


— Youngeti ; Friedrich ſchikte noch einige Regimenter 
Kavallerie, und’ fo konnte bereits im. December eine 


Armee von 6000 Mann vie Treuloſigkeit und · Bar⸗ 


* | Barei der Franzoſen zuͤchtigen. Das Hannoͤverſche 


Mimiſterium erklaͤrte unter m 26. November die 


a Sevenſche Kondemion für aufgehoben, und rechte 


fertigte: dieſen Schritt. dureh. die gältigften Gründe; 
Die Frauzofen hatten Feinen Punkt derfefben mit 


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Anfrichtigkeit erfuͤllt, hatten das Hanndverſche Land, 


ſtatt es neuttat · zu behandeln, als eine eroberte Pro⸗ 
vinz mit allen Graͤueln raubſuͤchtiger Pldudrer heims 
‚gefnchtz and ein von Paris angekomuener Gouerab⸗ 


paͤchtet "oroßte dem ungluͤkſichen Lande vollends die 


ezte: Hälfsquelle auszutrofgen. 7 Der Herzog von 


RMichelien, Dbergeneral der Franzoſen, vermehrte 


den Druk durch: eigne Raubgier, und bekuͤmmerte 
ſich weniger um feine Armee, als un die Anhaͤufung 


mit Blur’ beflekter Schaͤzze. Mehrere Generale 


folgten feinem Beifpiele, und’ nur wenige. Befehls⸗ 


haber zeigten benjenigen Edelmuth, und, diejenige 


Gerechtigkeit, die für ben rechtlichen Krieger Pflicht 


ft, und deren:fih die Frangofen ‚nom jeher viel 
ruͤhmten, 'wovon fig aber felten Beweiſe ablegten. 


Als sin’ gewähnlscher Tirann war Richelien then) 


. und feig: Er wuͤthete vor Zorn, als ihm Ferd i⸗ 

nand die Erneuerung ber Feindſeligkeiten meldete; 
er drohte, alle Königliche Schlöffer und Haͤnſer zu 
verbrennen‘, ale. Staͤdte und Dörfer zu zerflören, 


und aue Harmoveraurt grauſam zu quaͤlen. Fere 
dinand 


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251 — — 


nbinanð gab ſich wicht. „bie Mäte, diehenErgeß 
twhoͤrichter Rachwoͤrter mit Gegenerklaͤrungen zu 


erwiedern; er antwortete bloß mit dem. Degen,. aber, 
ſchnell, ſchrekkend und denkwuͤrdig. Un eben dem 


- Tage, wo dad Hanndverſche Meanifeit erfebien, am 
26. Nov. brach er von Stade. auf, beſezte Har⸗ 
burg, umringte die non Fronzoſen : angefüllte 
Feſte, fchifte den Geueral Diepgabrof nach Bremen 
und Verden, und marſchirte mit dem Hauptklorps 
. ‚son 26000 Mann dem Herzog Nicheliei entgegen, 
welcher in dußerfter Beſtuͤrzung und mit übereiltey 
Eurcht das ganze Land. zwiſchen der Elbe und Aller 
räumte, und hinter lezterm Fluſſe bei Zelle ein 
feſtes Lager bezug... Ferdingn d nahm Lüneburg 
und Me yon ‚ven Franzoſen eiligſt verlaffene Orte 
in Befiz, und rüfte. au die Aller vor Zelle. Die 


‚jenfeitige Vorſtadt wurde vom Hanndverfhen Bo: 
trab nnverzuͤglich augegriffen; Richelien wüßte ſich 


nicht anders zu vertheidigen, als daß er alle Haͤuſer 
derſelben, und ſelbſt alles Flebeus ungeachtet, das 
Waiſenhaus auf Barbareuart anzaͤnden und in 
Aſche verwandeln ließ. Da auch zugleich Die Bruͤkke 
zerſtoͤrt wurde, und’ die. franzoſiſche Armee das linke 
 Aferufer ſtark beſezt hielt, fe konnte Ferdinand, bp 


der ranhen Jahreszeit den Uebergang!uͤner Den Fluß 


nicht bewerkſteligen. Er, oder. vielmehr der heftige 
Winter feste. feinen: Unterneiamiingen- vor jezt ein 
Ziel; vom 28. Derember an wmurden die Truppen 
in die ſehr erweiterten Quartiere head Am 29./ 
De ergab ſich das Ed Mei. Der General 
Diepens 


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| Biepenbröt hatte noch bis zum 6. Januar mehrere 
J Heine Gefechte auf dem rechten Fluͤgel, che er Die, 


Beinde bis Äber die Wumme.vertreiben kannte. Bon’ 
qjezt an genoſſen die Truppen: einer: völligen Ruhe, | 


I die aber nicht länger als 5 Wochen dauerte., 


. Die Erpreffungen Ri vellend bewogen den 
Herzog Ferdinand, der die Purze Ruhezeit zür 


Wollendung ſeiner Kriegsruͤſtungen benuzt hatte, den 


Feldzug fruͤhzeitig wieder zu erofnen. Richelien 
erfuhr, daß er naͤchſtens den Oberbefehl verlieren 
wuͤtde z er beſchloß daher, ſeinem unerſaͤttlichen 
| Beige noch vorher ein Opfer zurhringen.- Er ſchickte 
lam 9. Januar:1758 ven. General Argenſon, der 
Sm an Anmenſchlichteit gleich lam, mit. g0o6. Mann 
nach Halberftabt, um Pländerungen vorzunehmen, 
welche da6 Andenken beider Generale zum. Abfcyen 
der geſitneten Welt'machen, Argenſon gebot, daß 
. $ein- Einwohner mehr old 4 Thaler Geld, und. als 5 
"Scheel ˖ Korn behalten, alles übrige gemänste ‚und 
ungemuͤnzte Gold und Silber, und den ganzen Ges 


— 


treidevorrath abliefern ſollte; jedes‘ Haus, in dem 


mehr gefunden wuͤrde, follte;niedergebraunt werden. 

Es wurden 4000 Scheffel Korn, und 121,000 Tha⸗ 
ler Beto zufammen gebracht ; dennoch pländerte man 
"Die Höfer, zerſchlug Spiegel, Fenſter und Holzge⸗ 
‘särhe, verbrännte die Stadtthore, warf die Pfeiler 
ab und riß die Mauern ein, Argenfon felber zer: 
ſchnitt in feiner. Wohnung bie Spiegel mit einem 
"Diamant, Um feiner Tiraunenwuth die Krone aufs 
en . zu⸗ 
rt . 





din 55 — N ‘ “ 


zufezen, verlange er von den Stadtdep nůirien DT 


Berſprechen, jedesmal. eine Tonne Goldes Strafe 
zu bezahlen, wenn Preußiſche Truppen in ihr Ge⸗ 
biet rücken wuͤrden; eine ungereimte Forderung, bie 
fie. ſtandhaft abwieſen Als man nun Preußiſcher | 


Seits Anftalten zur Gegenwehr machte, fo. zog Ar⸗ 


genſon nach Aufhebung von 6 augeſehenen Geiſeln J 
davon. En u 

Nichelien erhielt zu Anfänge des Febrnars die 
beſtimmte Nachricht, daß ſein Nachfolger im Konte - 
mando ernanht und zur. Ubreife bereit ſei. Ohne 


deſſen Ankunft abzuwarten, verließ er augenblicklich | u 


bie Armee, und freute fih, daß er feine Bente in 
Sicherheit gebracht hatte, mochte e8 feinen Waffen⸗ 
bruͤdern ergehen, wie es wollte. Am 14. Februar 

. traf der neue Oberbefehlshaber zu Hannover ein, 
ein Mann, der nicht ungeſchikter gewählt fein konnte. 


Dies. war der- Graf von Klermont; ein Geiſtli⸗ 


cher, noch wirklicher Bepediftinerabt, der nie eine ' 
Armee gefeben, mie einer Muſterung beigewhhnt 

. batte, uud bIoß durch den Willen feiner Beſchuͤzzerin, 
ber Föniglichen' Maͤtreſſe, zu dieſem Poften gelangte, , 
Die Kriegsmacht entſprach ganz der Beſchaffenheit 
des Feldherrn; beide paßten vortreflich zw einander, 
um den Franzoͤſi ſchen Heldennamen in den Augen der 
Deutſchen herabzuwuͤrdigen. Klermont, dem es nicht 
an Beurtheilungskraft, wenn gleich an Kriegskenntniß 
fehlte, ſahe dies ſelber ein; und machte in feinem 
erſten Berichte an den Hof folgende lakoniſche 
Sciderung. von den Rruppen; fie beſtaͤnden aus. 
. dreierlei 


7 


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Aneieei Art. Leuten 5 "ein Theil Fußete fobr in ver” 


on Erde; ein’ ‚andrer‘ wandelte lebend in Geflalt: son 


Dieben und Marodoͤren, und.in ‚der. Hülle don Eume 


“pen auf ber Erde herum; und-ber übrige laͤge im 


elendeſten Zuſtande in den Hospitaͤlern. Er frage 
alſo An, ob-er vie Geſunden züchfführen, oder- ſo 


ange in Deutfchland laͤſſen Sollte... bie Be mit den 
Todten oder Lazarethuͤtern vereinigt wären. Die - 
Deuſchen ließen ihm feine Zeit, weder eine Antwort 


von Paris zu erwarten, nöd eigue heilſame Verfür 
gungen zu machen. Deniy ſchon am 173 Februar 


ruͤktenfie von 3 Seiten her ploͤzlich gegen alle frau⸗ 
zoͤſiſche Quartiere an, und brachten ihin einen ſol⸗ 


_ 


chen Schrei bei, daß er Feine andere Wahl, als vie 
ſchimpflichſte Zucht zu ergreifen wuſte. Der Preis - 
Biſche Prinz Heinrich rüfte mit 10 Bataillonen 
und 10 Sehwadronen ius Halberſtaͤdtiſche, hob zü 
Hornburg 300 Franzoſen in ihren Betten auf, und 
drang. ind Bisthum Hildesheim. Der Erprinz von 
Braunſchweig, jezt regierender Herzog, nahm Ver⸗ 
den ein, Kroberte Stadt und Schloß Hoya nach 


"einen hizzigen Gefechte, und belagerte Nienburg, 
wo ſich die Feinde ſchon am gien Tage ergaben. 


Ferdingnd leitete. außer dieſen die Hauptbewe⸗ 
gungen im Bremiſchen. Klermont gerieth in ſolche 
Beſtuͤrzung, daß er zu Anfange des März gang Nies’ 


- berfschfen raͤumte, Zelle, Braunſchweig, Wolfeue⸗ 


buͤttel, Hannober und Hildesheim eben fo uͤbereilt, 
als unerwartet verließ, und das linke Weſerufer 


| sohn Hamein und Winden sum Sammelplaze 


be 


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a. 7 We 


7 —— ‚a 
-Seflinmte Als aber die Befagpung., her. Fefinng 


Hameln von 3560 Mann nach einer Belagerung von 


6 Tagen aller‘ voppergegangnen Pralereien ungeach⸗ 
tet in.die Kriegsgefangenſchaft willigte; da verlor 
Klerwont vollends alle Befinnung und allen Muth; 
er gab den Befehl zur allgemeinen Flucht his uͤber 
den Rhein. Nun ſtuͤrzten die Franzoſen wie eine 
nerfcheuchte und nom Hirten verlaſſene Heerde mit 
Unordnung und Verwirrung auf.dem nächflen Wege, . 


den jeder finden Fonnte, dem Rheine zu, fegten inden , - 


erfien Apriltggen bei Düffelporf über diefen Strom, 
und erholten fich vor ihrer Angft-nicht eher, als bis 
ſie zwiſchen dem Rheine und ‚Sollen iu friedliche 
Quartiere verlegt waren. Mur einige im Heſſiſchen 
geweſene Truppen⸗ Abꝛheilungen behaupteten ſich 
ımier. dem Herzog Broglio dieſſeit des Rheins zu 
‚Hanau und Frankfurt. Die Sranzofen flohen allent⸗ 
halben ſo ſchnell, daß⸗ fi ie Lazarethe, Bepaͤſte, Urs 
tillerie, Mögazine, Kriegökaflen und dergleichen * 
zuruͤkließen. In trauriger Verfaſſung kamen nur 
etwa 30000 Mann einer Armee über den Rhein 
zuruͤk, welche. im vorigen Jahre imehr ald 100000 
Streiter ſtark eben dem Fluß paffirt hatte: "Der 
Herzog Ferdinand machte 11000 Franzofeh gefans. 
gen, breitete fich in Weſtfalen au, und nahm fein 
Hauptquartier. zu Muͤnſter. Die. Anſtrengungen 
feiner Truppen waren groß und ermattend -gemefen ; 
er mußte ihnen Erhölung goͤnnen. Bitten 6 Wo⸗ 
chen hätte er die geplagten Ränder der Alliirten -bes 
freit, und bie feinbfelig gefi nnien Bistpämer Weſ 
talent 


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u. — 56 — — J 
| fileits- Angenenmen, wo er nun auf Koften de der 
Gegner zehrte. Die Franzoſen, welche vor kurzem 
in der Hauptſtaͤbten deutſcher duͤrſten als Sieger 
wuͤtheten, verbargen jetzt ihre Schande on den 


Graͤnzen ihres Vaterlandes, "und wuͤrden von Mit⸗ 


buͤrgern und Fremden um die Wette verſpottet. Der 

VWerſailler Hof fühlte uͤber dieſe Unfaͤlle den tiefſten 
Schmerz, und die beiden Kaiſerinnen erftatinten über 
eine ſolche pidgliche Umwälzung des Gluͤks in dem 
‚Maße, daß fie den König von: Frankreich eined ger 
Heimen Einverftändniffes mit den Preußen befchuls 
Digten‘;; ein Verdacht, welchen Ludwig nur mit vieler. 
mise von fire abwaͤlzen konnte. 


Feldzug des FJahres 1155.. 
Schlachten bei Zorndorf den 25, Aug, 
bei Hochkirch den 14. Det, 


VDie vielen und durch ſeltne Kraftanſtrenguugen 
erfochtenen Siege des vorigen Jahres konnten den 
König Friedrich nicht zu dem Ziele führen, wel⸗ 
ches et zu erreichen wuͤnſchte, zu einem chrenvollen 
und feiten Frieden. Er fihrieb nach der Schlacht 
Bei Leuthen eigenhändig an die Kaiferin Marta _ 


Thereſia, und bot ihr die Hand zur Verſoͤnnung. 


‚Sie aber verachteteialle Vorſchlaͤge und verftopfte 
ihre Ohren vor dem Nufe der Menfchlichkeit: ud 
hoͤrte nur auf die Eingebungen der Mache und des 
Stolzes. Obgleich durch große Niederlagen erſchuͤt⸗ 
tert, beharrte ſie bei der Fortſezzung des Krieges, 
da 


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are HP NONRTT PO daß!es den — zulezt eu 
Huͤlfsmittkeln, an-Geld und Mannſchaft feiten, mad 
¶dieſer Mautel ihr das Urbergewicht verſchaffen muͤſſe. 


Noch mehr wurde fie in ihren feindſeligen Geſinnun⸗ 

gen durch die Berficheräng der Kaiſerin Eltſabeth 

beſtaͤrkt, daß bine größere: Zahl Ruſſen in's. Zeig " 
ruͤkken, und mehr Thatigkeit beweiſen ſollte. fie Ku 
ſabeth, burch ihre vön Oeſtreicw beſtochenen Miniſter 


gtewonnen/ traf wirklich, Die: ernſtlichſten Anſtalten 


ihr Wort zu erfuͤllen. Sie Ichikte den Generat | 


| Apraxin ; welcder- nach ſeinem Siege· bei Jaͤgern⸗ 
dorf Preußen verlaſſen hatte, jur Strafe in die 
Feſtung, und entſezte ihren Guͤnſtling, ven Miniſter 
Beſtuſchef, den Ausſteller jener milden Befehle, aller 


feiner Aeniter und Wuͤrden.“ Den Graf Fermor 


erhielt als neueb- Befehlshaber die Anweiſung vdas 


| Köhigseich Preußen unverzuͤglich wieder zu beſezzen. J 
Dies geſchahe höch waͤhrend de Winters, und Eonute 
deſto leichter voll jbgen werden, da Friedrich die 


wenigen daſelbſt fiehenden Truppen, die fich doch 


nicht zu halten ·im Stande: waren, zuruͤckderufen 


yatte. Um ſich den gefuͤrchteten Ruſſen in etwas 


gefaͤllig zu machen, feierten die Koͤnigsberger ihren 


Einzug init. Trompeten, Pauken, und: Glokkenge⸗ 
laͤute von allen Thuͤrmen. Fermör ſchikte die 
Schluͤſſel dei Hauptſtadt an die. Kaiſerin, gebot allen 
Kollegien und Buͤrgern, in den Kirchen der Rjiſſi⸗ 


ſchen Negierwiig den Eid der Treue zu ſchwoͤren, 


umd alle Ruſſiſchen Feſte zu feiern. Es ſchien dem 


‚unge Friedrich, als db die Preußen in ihren Ehe 


Galins Dt. Geſch. 6, Thi. 1.M0tb. time 


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eeubejeugungen- en: ihre Unterdrffe weite 
gangen ‚wären, als fie nöthig gehabt: hätten; und. 


- ee. befuchte nachher Königsberg. nicht wieder. _.:-- f 


Es war gu erwarten, daß dir Ruſſiſche Armee, 
Bald- tiefer in das Innere der Füniglichen Staaten, 
eindringen würde, Friedrich nehm ich. beöwes " 
gen vor, erſt einen Hauptſchlag gegen die Deftreicher 
zu vorſuchen, -und..wenu dieſe zu Boden, geworfen, 
waͤren, ſich aloͤdann gegen die Ruſſen zu wenden, - 
Ber allen aber mußte die Feſtung Schweidniz 


“ , gubert "werden. Sie war. mit gcoo- Deftreichern 


beſezt, mit vielen Rebeusmitteln angefült , und mit 
wohl: auögebeflerten Werken verfehen, ließ alfo eine 


J tapfere Gegenwehr erwarten. Friedrich zog im 


März feine Schlefifche Armee gufammen , ließ am 
1. April die Laufgraͤhen erdfnen, und von 8; April, 
an ein lebhaftes Feuer auf die Feſtung machen. Je⸗ 


doch die Belagerungsartillerie war zu gering, die 
Munition zu ſparſam, und die dazu gehörige Mann» - 


ſchaft zu ſchwach; nie Belagerung ruͤkte langſam 


| pt, and. ſchien am ‚Ende mißlich zu werden. Der, 


Ingenieur.« Oberfie Balby rieth Daher zum Sturme. 


Der Koͤnig bewilligte den Borfhlag In der Nacht 


zum 16. April. wurde er mit ſolchem Gluͤtke ausge⸗ 
fuͤhrt, daß die ſtuͤrmenden Preußen mit geringem 
Verluſt das Hauptfort einnahmen, und die Oeſtrei⸗ 
cher dadurch ip ſchrekten, daß fie ſich noch am naͤmli⸗ 
chen Tage zu Kriegsgefangnen ergaben, 

Nach der gewuͤnſchten Beendigung dieſes Unter⸗ 


nehmens ſaun Sr auf wichtigete Entwürfe, 


243: 2 Er 


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“ Y . > RG . „.' e” 
m 259. — — 
2 u. fi : 


Er richtete fein. Augenmerk auf Mähren, und 


beſchloß, die Feſtung Ollmuͤtz anzugreifen, . Gr 


ſahe ein, daß er ſich bier auf immer nicht behgupren 


wuͤrde; dies war auch feine Abſtcht nicht. Konnte | 


et Ollmuͤtz erobern, fo mußten die Deftreicher für ,. 


- Wien beforgt ein, folglich alles anwenden, eine 
ſolche yichtige Feftung wieder zu gewinnen; eine 


ſolche Operation haͤtte fie den Sommier hindurch in 
einer von den Brandenburgiſchen Staten weit ent⸗ 
fernen Provinz beſchaͤftigt; und Friedrich waͤre ir 
den Stand geſezt worden, von den Oeſtreichern un⸗ 


geſtoͤrt feine Hauptmacht gegen die Ruſſen zu führen, 


and fie mit Rieſenſtaͤrke anzufallen. Der Ausgang , 


eniſprach ſeinen ſchoͤnen Erwartungen nicht; die Ans. | 
tetnehmung ſehlug gänzlich fehl.’ Friedrich hielt ſeit 
Vorhaben fo geheim, daß der Feldmarſchall Dam, . 


welcher mit der Hauptatmee in Böhnten fand, und . 
men Einfall in dies Königreich vermurhete, wönid 


getaͤuſcht wurde: Die Preußifchen Truppen machs 
ten gu Ende Aprils allerlei Wendungen gegen Boͤh⸗ 


* 


men, aͤnderten Aber ihre Bewegungen pfözlich,. uny“ 
bezogen fihon am 3, Mai bei Olimutz ein Lager, 
Ba die Deftreicher noch mit Bewachung der Boͤhmi⸗ 
ſchen Eingaͤnge befchäftigt waren. Die Belagerung 


I. 


‚nahm unser Aufſicht des Generald Keith und des 


Odberſten Balbih ihren ungehinderten Anfang, aber 


Then in der erſten Zeit mit nicht vielem Gluͤkte. 
Die Laufgraͤben wirden in einet Entfernung Bon - 


1500 Schritten von der Feftung angelegt, und durch 


die gu große Weite alles anfaͤngliche Schießen ganz 


Am. un⸗ 


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er 260 — — 


dieſen Fehler, und ruͤkte alimaͤhlig näher, „ aber erſt 
zu einer Zeit ,.wo die Daunſche Armee aus Bbhmien 


pawirkfam md umuͤtz hemacht. Man verßefferte | 


heray marſchirte, und 2000 Mann Verſtaͤrkung in 


die Feſtung zu werfen Gelegenheit fand. Die Preu⸗ 
ßiſchen Angriffe wurden uͤderhaupt nicht mit der 
Geſchiklichteit und dem Nachdruk betrieben, wodurch 


ſich ihre Thaten im freien Felde auszeichneten; und 


dies entweder daher, weit fi fie diefen Tpeil der Kriegs⸗ 


kunſt nicht ſo gut verſtanden, oder weil Friedrich da⸗ 


mals auf das Artillerie ⸗ und Jugenieurweſen nicht 


die gehoͤrige Aufmerkfamkeit und die nörhigen Geld⸗ 
ſlummen verwendete. Das viele vergebliche Schie⸗ 
ßen verurſachte bald einen Pulvermangel; die zahl⸗ 


Iofen Schwaͤrme der leichten Truppen von Dauu's 


gloßer Armee ſchnitten die Lebensmittel ab. "Der 
aiferliche Befehlshaber in Ollmutz, General Mate - 


ſchall befaß Erfahrung und Muth, die Bürgerfchaft‘ 
Daterlandsliebe und Eifer, mit allen perſoͤnlichen 
Aufopferungen die Beſazzung zu unterſtuͤzzen. Das 
Feuer aus 80 Preußiſchen Kanonen, und 128000 


geworfene Bomben und ſchwere Stuͤkkugeln hatten 
verhaͤltnißmaͤßig nur wenig Verwuͤſtung in Ollmuͤtz 
angerichtet. Friedrich mußte alſo kraͤftigere Uns 
ſtalten machen, oder fein Vorhaben aufgeben. Das 
erſte ſuchte, aber das leztre erfuhr er. Das Schik⸗ 
ſai der Feſtung hing jezt davon ab, ob ein: Traus⸗ 


port von 4000 Wagen, die mit Kugeln und Pulver, 


mir Kebensmitteln und SKleivungsfiülfen beladen 
woren, bei dem Preußifchen Belagerungskorps glüfs 
u W lich 


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wa antäri ser le Daun hain —* dem Uhr 
gange dieſcr groten Zufuhr von Koſel. und Reiße 


| 


Nachricht befoinmen, und gebot deni General Laus 


don, alles Moͤgliche; zur Wegnahme. oder Zerftdrung 
deffelben zu thun. Laudon, freilich durch außer⸗ 
pidentliye Ueberlegenheit an Truͤppen/ und durch 


Die ihm genau befannten zahlteichen Hohlwege und 


Gebirgspaͤſſe beguͤn ſligt, fuͤhrte dieſen Auftrag zu Preua 
fans Nachtheil fo erwuͤnſcht aus, daß ſein Name 
von nun an im ganz Europa Aufſehen erregte ‚und 


daß er den bisher‘ umuberwuadneii Bieten zum | Ä 


erſten Mate beſi iegte. | 

‚Der Preugifche Öberfte Mof ei; ‚ ein talentvol⸗ 
ie md würdiger Offizier begleitete und dekte den 
Wagenzug mit 9200 Mann, die zum Theil aus 


- Genefenen, and aus jungen Rekruten 4 bie noch kei⸗ 
nen Feind geſehen hatten, beſtand. "Er Fam ohne 
Schwierigkeit bis Troppau. "Die Fortſetzung ded 
Marſches wurde mit jedem. Tage bedenklicher. Am⸗ 
28. Junius ſahe er ſich ploͤzlich in den Gebirgsengen 
bei Bautſch von Kroaten und ungarn umringt; et 
vertheidigte fich jedoch ſo tapfer, daß er, obwohl mit 


viel Mühe, die Pauiduren vertrieb, eine Kanone ers 
beutete, und 206 Gefähgne mathte, Nachher jagte 
| er felbft den General Laudon mit einem Berluft von 
500 Mann zurüb, "nid, erreichte am Abend nach) 
groͤßen Muͤhſeligkeiten den Ort Neuddrfel, wo. 


er zu feiner Freude den General Zieten antraf, den 


ihm der König mit einigen Regimentern zur Huͤlfe 
| ſchitte. Dieſer es verbefent jeboch bie üble Lage 
| ‚nicht 


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iu helche d der Pogenfrentport gerathen wer, Pu 


den erſten Kanonenſchuͤffen hatten die Kuschte ‚alle 
Faſſung verloren, theils die Wagen verlaſſen, rheils 
die Pferde ausgeſpannt, fi ſich zerſtreut, und den Weg 


"nach Troppau zuruͤk genommen, Die feindlichen 


Huſaren benuzten dieſe PBerpirrung r, pluͤnderten 
mehrere Wagen, zerfprengten. die Äbrigen Fubrleutgg 


und eb fie wohl endlich verjagt wurden, beförderteg 


fie dennoch ‚manchen Verluſt mud- Schaen, De 


= General Zieten,, ‚welcher. um den. Dherbefeht. nerg 


moͤge ſeines Rongis erhieit, wendete die Racht 
.. und ben folgenden 239, Junius dazu an, in Neuz 


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dorfel ſo viel Wagen, als. woͤglich war, wieder 
zu. ſammlen, und die gefldrte Ordnung herzuſtellen 
Es ward. aber kaum ‘die Hälfte der Wagen wieder 


in Gang gebracht: und bei den yon. langem Neon, 


perborbenen Wegen fiel es den ‚eymatteten Mferden 


Außerſt ſchwer, ſie fortzuſchaffen -Diefer Aufenthalg 
"gab dem geworfenen Laudon Zeit, neue Truppen . 


torp6 an fih zu, ziehen, und ſich zu einem deftigen, 


- Angriffe zu ruͤſten. Er legte ſich zwiſchen den Ge⸗ 


oͤlzen von Fieda und Domſtaͤdtel in einen, 


fürchterlichen, ‚Hinterhalt, und lauerte auf bie Preug, - i 
gen da, wo fie durch Finen beſchwerlichen Hohlipegz 


am 30. Fun ziehen mußten. Der. HPreußiſche Gen 


neral ven Kr o kow kam mit dem Vorderʒuge von 
250 Wagen gluͤklich durch; dies war eine feindliche, 
Kriegelift, um den großen, Wagentransport fi ficher a, 
machen und ‚herbei zu lokken. Alz ſi fi & dieſer naͤ⸗ 
herte eher big, geinde den etang lang, De, 


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— 263 — 


dies; p\ beganiien ein himziges : Geſerht bei wel 
. ‚Hhem ſſich dennSiegrroy aller Hinderniſſe auf Zieb, 
sen? Seiteneign. Schon hᷣqtte vleſer Heggemoknig 
Held mehere feindliche :WBatdillonengewerfen;, einige < 
Kanonen erobert und den Meg gedfnet, als Laudon- . 
wie ein reißander Wald ſtrout vou den · Bergen harab⸗ 
ſtuͤrzte umtgidie Preußen nicht bloß von vorn, fon⸗ 
dern auch am aidern Ende bed Hohlweges, und ven 
den Seiteinit.agooo Mann waͤthend auftel. Eines V. 
fſolchen Urbermucht: mit Erfolg zu widrrſtehru, ge⸗ 
hoͤrte uuter⸗die unmoͤglichen Dinge. De⸗ Magen 
zug wardans einander geſprengt· unt geplündenkz: 
vas Pulver angeshabit, aller Verrath von Lebende. 
bedauͤrfniſſen vornichter; und RZur ren⸗ Preiſenss 
bisheriger ungeſchlagner Het, zum Meichen gende, 
iger; er handle. zum lezten Augenblitke de 
. Kampfes, was Much und Verzweiſtuug ihm etugabe 
er ſtuͤrzte mir feinen Getreuen in den dikſten Haufen, 
bis er ſich abgeſchnitten ſahe ab ıummerbeftäubiger: - -. 


Ks 


JZechten von wenigen Woffentikenwälngeben ih ' 
bier Molh ad ro ppa wien: En 
. 77 u Mt 35* Et α“. * 4 Pain Sue: ime 


 BieTapferkete ver‘ Brenn verdient lies: eek 
8* ungtachtet dennech Achrung u Bewundermg.“ 
Sie thaten mohr, als virle Kreger undrer Arrucen! 
gzethan haben: Winben!“ Ueerfahrnaiuib upeäben: - 
Wirfehe' von STE: do Ahr; era vom 
Mugerbbet mib der Handtorrks ſtube weggewomncin 
waten,ſothnern nieSpaetaniſchri Standhäaftigkeitn⸗ 
Bba eg Dany Gera 


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ranbaus Der Mrafſchaft Mappin uud ser: Prigni 


sanken uͤher Han mihtt chreur Onuptibane: Pirch nach 
Beni muthigften Kanpfe todt nieder, nus 65 würden, . 


gelangen, unbaan!3o venteten — roppan. 9 


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Der Geueral Rrokow —* —* 250 | 


Wagen, wahre 37: Metomagen Die: Spigperausmadiy 
ar, war glaͤklich I Preußiſchen· Neger au; allein 
brr innerfezkiche. Verluſt des uͤtrigen · Transporis 


mochte fuͤr den Röwig.den fraurigen- Entichluß: north 


wendig die Velagering aufzuheben, iund den Mälz 


ug sauß. Mässen.angutietem. BSriepricdrd Lage 


"abe hchſt · nriich/ aber ‚feind:Brikedgegemunrt, 


verties ihn nieyı fieczeigte ihm: Rislmehr: Yerade-iet 
dem ‚Uugenbiikte,: go :nlkes-nerknwen. zn-fein fchien, 
Kir Minel· gꝛe Meta; Der natoͤrlichte und naͤchſte 
Aeſuchtsort Fürfeee. ern Hungen untneinem wachn 
fenien- Feinde⸗ gedruͤngte Armeewar Schlefiem 


‚ Bye itumeleauch ·wut ſalcher· Mewiſheit auf den . 
Nualzug: rei Main diele Mrrviez/ Haß er Die 
feinſten Anſtalten arafg die ahziehenden renden auf” 
dem Wege zu umringen und aufzuheben, und daß 


A ei die Moalichkeit: einer · audern Maß: 


rxatuaveaſchwabte. Dvach fen. veranderten Stela 


lugen Buster Die Swrate vach. Voͤhnnin, und ent⸗ 
ang diefem Abnigaittp ale Reibeſeignn.veil. c 


gað nicht: aaa Dachtar- bh: Friedrich in ein gebichn 
giatz ud lab lied San aufundhlaieen Mupeuu 
uehen konne. DChen; heran anti erwähhte lestiap 


ehe: Arge —— ver —* 


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— 265 — J | 
3: Then Nacht, mit ſolcher Vorſicht und 
Elle, daß die ODeſtreicher ihr wuhres Vothaben 
auchtreber als nach geſchehner Vollziehung gewaht 
wurdeu "Ar Tage bezogen die Bataillone, vom 
gewobnlich, die Laufgraͤben, und die Amuleriſten 
machten aus allen Batierien yin.gewaltiges: Feuer, 


nm alle. noch vorraͤthige Munition zu verſchießen. 


‚Die Beine: hielten daher ihren Abzug. fuͤr noch eute 
‚Hera Des Nachts wurde alles Seſchuͤr bie aufs 
Moͤrſer una eine uubrauchbare Kanone algefahren, 
EWes uͤbrige Wiehl, ufcdie Wagen geladen, und de 
- Mannichaft in Marſch geſezt;. nur 30 der hofnungtz⸗ 
lofeſten Kranken: mißten aus Mangel au Fuhrwerf 
zuruͤkbleiben, und: dem Edelmuthe ˖ ber. Feinde übers 
Ioffen werden, Mit Unbruche des Tages. mar die 
ganze Preußiſche rmedrbereith in Sicherhrit; und 
pobgleich· ihr: ferneret Zug mit einem Trofſe von bes 
em Bepäfte über ‚Berge und durch Thaͤler 


‘ in der breunendſien Gommerhigꝛe, und unter heſtaͤn⸗ 


digem Schuarmuziren bersleichten Truppen fort geſezt 
wurde... fo langte Friedrich dennoch ohne ven Verluſt 


aines einzigen· Wagens· gluͤklich hei Römigingeds an. 


Keith. and. Fonquet; haten vorzuͤglich viet zum Ge⸗ 


Ungen Wei "bemunbesungänäirdigen Ruͤlmarſches 
bdeigetragen. In Wien erſtaunte man üben dieſen 


Meiſterſtreich, und hczeigte ſich uͤber Daun’d Betras 


gen, daß: ennden Pruden: koinen beſondern Saab u 


‚ugefänt. Harte, bichjkanzuftienen, - 
35 Bere hatte Fried rach feinen’ mhaendolen Rühr 
ug aud Mahren geendigt, fo nue m ſtch nach 


s 


BE . von 
, . * “ , 


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2 — 386. ; 
"am nalegenſten Thbeilen vr Neu tar 


amd: Much der Ruffen Einhalt zu: thun. Dice 


harten nach der Befizuahme von Preußen ihrrurver⸗ 
hekerenden Zug durch Pommern und Polen nach der 
Meumark fortgeſezt, und alle ihre Schritte mis 


blutiger, mit. unmenfeliches;, mit. chieriſcher Oxanz 
ſamlbeit bezeichnet. Der Proußiſche General ,- Graf 


Dohna, welcher bie. Schweden in Stralfanb und 
euf der, Inſel Magen eitigeſchloſſen hielt, nmÄte: 
awar den, Ruſſen entgegen ruͤkken; aber erwarnitht 
m. Standa, mit feinen’ 16600: Mann ‚einer. Armer 
von 70,000 Streitern ‚die: Spint zu bieten; er 


konnte nicht verhindern, daß: disungluͤltiche Stadt 
Kuͤſt vin auf eint boiſpielloſe Weiſe zerfibit- wurde. 


. Der Ruſſiſche Oberbefehtähaben, : Graf. Fermor, 
ſah wenig. Wahrſcheinlichleit vor ſich, hiefe Feſtung 
- au erohern, da er fie nur von der Nordſeite her Bes 


ſchießen, und wegen der Mühe der -Dobnafeuent 
Armee wicht yon aken Orten. her: umringen Tonne) ' 


Dennoch wachte er einen. Merſuch fie vielleicht durch 
| — in ſeine Gewalt-zu Sekommen. Er rich⸗ 

tete daher :gläich Aufangs ſein Abſehen nicht auf · dio 
Veſchatigng den Feſtung, ſondem auf die Verbren⸗ 


ng ber: Stabt. Er ließ am 15.’ Ung, Marens 
sign: entfezlichen Regen. won gläßenden - "Kugeln; 


Braudgranaten und. Vomben: auf wies Stadt ſchuͤtten. 


Schon die dritte Oranate: Marek; um⸗ em Uhr 


ſtanden alle Straßen: zn Hemer; nud Muchmimgee 
winen :allenDänfer- in Aſchenhaufen verwacdelt. 
Diebadıken Eimanipes dachten an lein ſche⸗ bey 


Slut, 


⸗ 


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@let,.und. an kein Matten ihres Bernskgeng, ſondem 
nur an die Erhaltung ihres Lebens. Bie.liefen zum, 
Kpeit. nalkend davon, verſtekten ſich in den Gewöla 
bern der Feſtung oder ‚eilten fiber ‚Die Oder in das 
iqufeitige. Land wa feine Ruſſen ſtanden. Viele 
Veerſchen Samen in. ‚den, Flammen um; Andre wur⸗ 
den. von dem. ‚einftärgenhen, Manern zerffhmertert;, - 
meyrer⸗ ertiteen iyıpen..Relen, Große. Krichthüe - 
wer, koſtbare Sthaͤzze. gingen in Rauch anf. Viele 
Evelleute und ‚Bürger: qus des umliegenden Nachbare, 
{haft batten ihe heiten Sachen nach Kaſtrin ge⸗ 
bracht, wo nun gües,. vom, Feuer verzehrt wurden . 
Sp nun gleich, nichtg mehr. zu verbrennen. war ‚fe: 
"führen bie Ruſſen. doch pie zum Abende. mir Schiea, 
Ben. fort; und, old ndlich die Dffigierg des yunüzzen, 
Bombardirend ‚müde, . damit aufhörten, fo. gebot, 
Graf, Bermog, bei eigbrecpenber Naocht. degaech Di, 
‚werfen, weil, ‚non fe in diefem Sahıe. ‚nicht, weiten 
brauchen würde, Das Feuer würhese, ſo ſchreklich, 
daß bie. Kanonen, i in ‚den Benghänfern ſchmolzen. 
Dir Ruffen unterhielten doch au den folaenden Tagc 
Sn, ſchwaches Fener; und erſt am Izten forderten fie, . 
den Kemmandanten unter. den ſtaͤrſten Drohungen. 
vir Ugbergabe. auf. gOieſer ‚aber, antwortete: bie, - 
Giegpt. ift ein Steinbgufen; Die Trßung,indefen if, 
unverlebrt und. die Garniſon hat nichta gelitten ;.äcn . 
Tan, daher ruhig vᷣbrdatten was Fezmox weiten, 
vornehmen Würde. Der Kommandant Tonute, bie- Aufe 
fggperung nm Aale.gier: abfeolagen, weil,beg, Genen 
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and die Gatniſon durch friſche Truppen abloͤſete. 


AUngeachtet ſeiner muthigen Antwort'hatte der Kon 


wandant große Fehler begangen; nnd auf ſeine nach⸗ 
herige Rechtfertigung erwiederte Friedrich? 
Schweig er; ich bin ſelbſt Schu? "warum haͤbe 


ich ihn zumt Befehlshaber gemacht! Die Rufſen lie⸗ 


fen nun von Ka ſtrin ab, weil Friedrich im ſchnell⸗ 
fen einmanfihe gegen fie begtiffen war 

Die Venäkfige‘ Hauptarmee blieb unter. dem 
- Markgrafen Karl und Felbmaeſchall Keith zur 
Beobachtung der Deftreicher m Schleſi ten, Brier 
vrich brach von hier mit 14000 Mann am 10, Aug 
Auf, und legte den wälten: Weg His in die Mark fd 


ellig zurik, daß er oh am 21. hei Küftrin eintrafz | 
wo er ſich mit der Armẽe des Giafen Dohng vers 


einigte. Das graͤßliche Schauſpiel, welches ſich 


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it Voni ſideme eine Swiffbeut⸗ über die Se | 
ſchlug, die Gemeinſchaft mit der Stadt herſtellte/ J 


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ihm hier därſtellte, übertraf voch die traurige Schil⸗ | 


derung, welche ihm der Muf von ‚der Graufamfeit 
ver Ruſſen gemacht hatte. Er kannte fein Vater⸗ 
Fand wicht ner: Verdͤdete Gelder, ‚niebergebrannite 
Dörfer, raucheude Wfchenhifen ,; vertriebene Ban? 
ren und herum irrende Buͤrger erfüllten ihn quf der 
. _ einen: Seite mit ver‘ tiefften Wehmuth ‚ anf. der ans 
dern mit dem heftigſten Zorne gegen bie Utheber die⸗ 
. fir Graͤuel.“ Alte feine Krieger Iwaren von gleichen‘ 
Empfindungen ' durkhbrungei‘; fie“ darſteten nach" 
RKache, und wurden ungedalbig, ‚daß dieſe noch einis 


ge Tage arfzeſcheben werden mußte, Die Diver - 
— trennte . 


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—E 7 er — 
renute beide Armeen: Friedeich mnſte dem —8 
gang uͤber das Waſſer im Angeſichte des Feindes 
nicht wagen. Er marſchirte Daher am linken Ufer 
noch einige Meilen weiter abwaͤrts, und ſezte den 
Ruſſen unerwarter bei dem Dorfe Ga ſtebieſe 
‚über die Oder. Ohne Aufenthalt zog er ſich venn 
waͤrts gegen den Feind und traf am 24. Auguſt ia 
der Naͤhe deſfelben ein. Sogleich machte er Anſtalt/ 
auf den folgenden Tag eine Schlacht zu liefern, wel⸗ 
che auch bei dem Dorfe⸗ Zorndorf Start fand/ 
eine Schlacht, welche. ‚mit blutigen Zügen in den 
_ Sahrbüchern der Menfchheit eingegraben ift, Dom .' 
‚.bitterften Unwillen gereizt, wollte Frirdtich die Rufen 
wicht bloß ſchlagen/ ſondern felbft vertilgen, weil er 
es in ſeinen Zorne fuͤr gerecht hielt, ſolche Unholde, 
weiche alle: Gefühle der Menſchlichteit verlaͤugneten, 
- ganz auszutotten. Er ließ. deswegen ale Bruͤtken 
abwerfen, um ihaen die Flucht unmöglich zw: 
wachen; er gebot ſeinen Truppen, keinen Rufſen 
in der Hizze des Gefechts das Leben zu ſchenken, 
ſondern alles nieder zu ſtoßen was nicht weichen: 
wollte}; und die übrigen in die Mordite der Oder zu. 
- fiörzen, Es wat 8 Uhr am Morgen des 25; Ans: 
guſts, 818 die Preußen mit 30 Kanonen bie Schlacht. 
‚ erbfneten. Das Feuer. diefes "groben Geſchuͤzzes 
machte eine fchreflihe Wirkung auf den rechten Fe. | 
gel der Ruſſen, weil diefe in einem vollgepfropften 
Vierek fanden, deffen Mitte die Reiterei, das Bes: 
paͤkke, und das Meferbeforps im fich faßte. Von 
Bien guten Anfange ermuntert ratte der linke = 
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gel der Preußen zü raſch und ur hizzig vor,‘ ode du 
Begleitung der. Reiterei abzuwarten. : Einige Rufe 
ſiſche Ravallerie.a Regimenter bemerkten den Fehler, 
welchen die Preußen macehten; fie griffen fie ‘son 
vorn und von der ‚enitblößten Flanke an, und trieben. 
u fie lebhatt zuruͤk. Der Ober⸗General Fermor 
glaubre fchom alles gewormen. zu: haben, erbfnete da⸗ 
J her das Vierek und ließ eine Reiterei heraus, um, 
wie er meinte, nicht zu kaͤmpfen, fopbern nur. zu vers | 
folgen, In ſtolzer Sicherheit" und :acit: frohem Eis 
gesgeſchrei ſprengten die Ruſſen hinter den Preußen J 
her und bildeten ſich ein, auf die Ordnung ihrer Sie | 
der sicht. mehr: ſo genau fchen zu dürfen. Sie hielz . 


sen ihre Linie nicht, ihre Reihen ſchwanlten; es ent⸗ 


ſtanden Lüften: und. Unordnumgen. In dieſem ent⸗ 
ſcheidenden Angenblikle kam Seidliz mit der 
Preußiſchen Reiterei berang und et, der Sieger. bey. 
‚ Ropbad, murde nun auch der Ueberwinder der 
Ruſſen. Leztere hatten Zorndorf angezuͤndet. Dies 
hielt die Preußen nicht auf. Ihre Dragoner ; jagten: 
vurch das brennende Dorf, ihre Kuͤraſſiere nahmen 
eine ſchwere Batterie weg und ihre Huſaren griffen 
raſch an. In einer Viertelſtunde wat die Ruſſiſche 
m Kavallerie geworfen und gefprengt. Hierauf wurde 
das Fußvolk angegriffen, das erwähnte Vierek von: 
Allen Seiten durchbrochen, und ſchreklich niederges 
meet Die Wuth der Preußen wurde durch die, 
Stumpfpeit und. Hartnaͤkkigkeit der Muffen vers . 
mehrt. Obgleich sänze Reihen nach einander zu 


Boden, geftrelt,. ae ihre Abteilungen und Linien. 
.. durchs 


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datchhauen- und ihre die Mittel der Vatheidigum 
benommen waren, fo-wichen fie doch nicht, ſondern 
ſtanden gleich den Mauern, und ließen, ſich wie das 
Schlachtvieh in dumpfer Gleichguͤltigkeit erwuͤrgen. 


Es war leichter, fig zu toͤdten, als zu vertrelben. 


Die blutigſte Wunde, ſelbſt ein Schuß durch den 


Leib fonnite fie oft nicht niederwerfen.. Die Verwirs - 


sung nahm .enbfich fo überhand, daß bie hinterm 
Zreffen der Ruſſen auf ihre vordern Glieder ſelbſt, 
Zeuer gaben. Viele Negimenter dachten, an feinen: 
Widerſtand mehr, fendern pländerten das Gepäffe,. 
nund befoffen fi) in Brantwein, der auf ben Marke⸗ 
tender⸗ Wagen gefunden wurde. Vergehens riefen- 


“fie die Offiziere zur Ordnung, : vergebens zerſchlugen 


‚ fie die Brantweinfäffer; die Gemeinen achteten Feig 
ner Kriegszucht mehr, fie erfhlugen einige ihrer. 
eignen Offiziere „ und ftärzten auf bie Erde, am den: 
vergoßnen Brantwein-mit dem Sande zu verfchlufs 
fen, Um 1 Uhr Mittags war der ganze rechte; 
Slägel der Ruſſen zuſammengehauen uber in die‘ 
Moraͤſte getrieben; die Koſaken liefen als tolle Men⸗ 
ſchen mit entfezlichem Geheul umber, und, von diefep ° 


Seite fanden die Preußen, nichts wehr zu uns, 


Ihre Kavallerie zog ſich nach Zorudorf. zuräß,. 
um ſich wjeder zu ordnen, und nene Kraͤfte zu ſam⸗ 
‚Im. Bis jezt waren die Bataillone des Preußiſchen 
rxchten Fluͤgels gegen den linken Ruſſiſchen noch gar 
nicht von der Stelle gerüft ; nun erhielten fie Befehl, 
gleichfalls anzugreifen, ....iber hier- gelaug es den 
Preußen nicht einen enfgeidenden Sieg zu erringen, 
er Die 


4 


4 


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Die Bien“ machten ihnen ige 5% jr Stat: 
flreitig, und es wurde mit abwechfelndem Gluͤkte ger 
fochten: Ja die Preußiſche Infanterie wich einmal 
tm Angeſicht des Könige vollig zuruͤk, und kein Zus 
reden, Feine Drohung konnte ſie Jam Stehen brin - 
gen. Auch ‘hier machte. Seibttz' alles wieder dur: 
Er flog vom linken Flaͤgel herbei, und don einigen 
Maͤrkiſchen Infauterie⸗ Regimentern unterfiäz® jagte 
ex die feindliche Kavallerie in die Moraͤſte. Freunde 
und Zeinde kamen endlich mitten untereinandei, und 
Jaͤmpften ohne Orbnüuhg, wie fid) Einzelne Bataillone 
gegen ‚über fanden. ‚Weil es beiden Parteien Pr 
Pulver fehlte, fo fewerte man gar nicht mehr, ſon⸗ 
dern flug ſich mit Bajonetten, "Slintenfolden und 
GSaͤbeln herum. Zwei Preußifche Infanterie s Regi⸗ 
wmenter Biegen im Vorruͤlken auf einen tiefen Grund, 
in welchem die Ruffifche Ariegsfaffe, der Artillerier 
zug und dad Gepälte ſtand, welches fie plänverfen 


‚nd erbeuteten. Die Nacht gebot zulezt, dem 


ſchreklichen Morden Einhalt zu thun. Nur die Ko⸗ 
ſaken ſchwaͤrnnen noch herum, /beraubten die Todten; 
und erwuͤrgten die Verwundeten. Die Preußiſchen 


Huſaren vertrieben fie nach langer Anſtreugung, 
’ 1600 derſelben verließen ihre Pferde, und liefen in 


die. große Gihäferei von Quarıfiben, mo. fit 
ſich durchaus hicht . ergeben wöllten, fordern ak: 
Verzweifelte forhten. Darüber gerieth das Dach, 
tinter welchen viel Stroh lag, in Brand, und! etz 
Räte oder erfchlüg ſaͤmmmehe Sofaten, | 


* w 


ar 


Beide 


. 


j — 73 — 


vewe ‚Heie bileben die Radır Aber uyter ten 


"rer ud : ſammleten ihre. gerfireuten Truppen, 


Die Ruffen waͤren gern vom Schlachtfelde gewichen, 
wean ihnen eine Bruͤkke den Weg zur Flucht gebahut 


haͤtte. Sie lagerten ſich daher in unordentlichen 
Haufen auf der Erde; mit Anbruch des Tages gaben 
ſie ſich alle Muͤhe, die Regimenter wieder zu ordnen· 
Sie kamen damit ziemlich zu. Stande. Friedrich 
‚sunterfuchte ihre Stellung am Morgen felber, ließ 

. - feine Armee in Schlachtorbunng aufmarfdjiren, und 
- sbegeigte große Luft, das Gefecht zu erneuern, Aber 
“feine. Munition war groͤßtentheils verſchoſſen, und 


‚bie Frmatiung feiner Kadallerie zu ſtark. Es blieb 
Daher von beiden Geiten. bei bloßen Kanoniren, wo⸗ 
it man jedoch um. st Uhr aufhbrte, Erſt amızıem 
Zage zogen fich die Ruffen bis Landsber g- zuräf, . 
‚wohin ‚fie don den Preußen verfolgt vonrden, denen - 
fie. alfo die Fruͤchte des Sieges uͤberließen. Die 


MRuſſen, welche wegen einiger abgeſchikten Detafches | 


ments‘ mit 50,000 Manu in die Schlacht geräüße 


'waren, ‚hatten 18,000 Zodte und Verwundete, 


3000 Gefangne, 103 Kanonen, 27 Fahnen und ıhre 


Kriegskaffe eingebuͤßt. Die Preußen zaͤhlten 10,000 
Todte und Verwundete, und verioren bei’'m Weichen 
ihres rechten Fluͤgels 1470 Öefangne und 26 Kano⸗ 


nen. Wegen dieſes Umſtandes, und weil fie, obs. 
wohl-auf. einer andern Stelle, die Nacht auf dem 


Kampfplazze zugebracht hatten,“ fchrieben fich die 


Ruſſen den Sieg zu, und ließen zu Petersburg ' 


| Dankfeſte feiern, welches ihre Bundesgenoſſen nach⸗ 


"ort Br. ia. 6. Sb I. Abtb. DZ ahniten. 


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BE. PR 


—* Abt übt eigweb Bekenntuiß —8 Pa | 


Bermor.. erſuchte am erfien. Abende den Generäl 


‚ Dohua um einen atägigen Waffenſtillſtand, damit 


er die Todten begraben koͤnne. Dohna antwortete: 


Der König, mein Kerr, hat die Echlacht gewonnen, 


und er wirb für die Beerdigung ber Todten, und 
Werpfleanug der Vleſſirten Sorge tragen, Der Ru 
‚ Bioe General Panin war aufrichtiger, : Bir has 


1, fagte er, den Wahlplag behauptet, aber tobt, 
erwundet und befoffen. Friedrich ließ feinem 


u Seidlis volle Gerechtigkeit wiederfahren.. NIS 


ben der Engliſche Geſandte in deffen Gegenwart zum- 


Sn 


Quartier einige Tage auch wirklich gefallen laflen; - 
nachher geftattete er ihnen, fich im eine nicht abge⸗ 
brannte Vorſtadt zu begeben. Der. zerrütiete Zu⸗ 

ſtand der Ruſſiſchen Heere ließ für dies Jahr keine 
‚wichtigen Dinge mehr. erwarten. . Friedrich befahl 


Wiege Gluͤk wünfchte,. ermieberte er: ohne dieſen, 


indem er auf Seidliz zeigte, würde 88 fchlecht ausſe⸗ 
hen. Unter den gefangnen Ruſſen befanden fich die 


Grafen uud Fuͤrſten Czeruiſchef, Soltikow, Sul⸗ 
kowski und andre, denen Friedrich wegen ihrer zuge⸗ 
laßnen Verwuͤſtungen veraͤchtliche Blikke zuwarf, 


und entgegen rief: ich habe fein Sibirien, wohin ic) 
fie ſchikken Tünnte, fie follen Daher. in die Keller unter 


der Feſtung Kuͤſtrin kriechen. Sie umßten ſich dies 


daher dem General Dohna, fie mit eine Theile 


der Armee zu beobachten; ein andres Korps fehikte 
“er gegen bie Schweden; und mit den uͤbrigen Regi⸗ 


men⸗ 


- 


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* 278 u. 


werten ging er nach Sm, m nr air 
vöthig war. 


Der Enigiche Vruder, der PR Heinrich 


hatte unterdeſſen zu Friedrich's greßer Zufriedenheit 


Die ſtaͤrkſten Beweiſe eines geſchikten Feloherrn abge⸗ 
legt, wenn er gleich keine Schlacht lieferte ‚fe viele 
meht der Klugheit gemäß vermied, Er befehligte 


‚ur 20,000 Mann, uhb wuſte ſich doch gegen 


Fanffach Härkere Feinde, die ihn von vorn und ig 


Mälten bedrohten, ohne Verluſt zu behaupten, - 


Auf der einen Seite haste er es mit einer zahlreichen 
Meichſ armee unter dem Herzog von Zweibruͤtken zu 


chun, anf/ der andern mußte er.die Angriffe Daun  - - 


Am Ruͤkken befuͤrchten. Sein Muth, und feine Ge⸗ 


wanothejt ‚unerwartete Bewegungen‘ zu machen und 
wortheilhafte Stellungen zu nehmen, retteten ihn, 
Der Hauptzwek ber Reichſtruppen, welchen die 
Oeſtreicher kraͤftig unterflügzen und befdrdern ſollten 


amı 22. Mai nach Saatz, wo ſie die Gelegenheit abe 
wartete, nach Sachſen dringen zu ſoͤnnen. So 


ange aber Friedrich in Mähren die Belagerung von 
Dlimäg betrieb, verhielten ſich Die Reichötruppen - 
ganz ruhig, und verhinderten es nicht, daß der 
Prinz Heinrich durch einzelne Detaſchementer 


war die Eroberung Sach ſeurs, und die de 

wimung der beiden Elbufer. I dieſer Abſicht I 

Brady die Reichsarmee in der Mitte des Mais ans 
‚Ihrem Lager bei Bamberg auf, süftenach Eger, und - 


. wamberlei kuͤhne Entwürfe: ansführse, ihr Haupts: 


wegauin in Bamberg zerſtdrte, mehrere muſcrd fuͤr 


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(5 2) | u. z 


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7 - 


\. ur — 376. — 


fſe verſeichte Gewehre aus der Sabrit zu: Cost 


wegnahm, in der Vorſtadt zu Eger ein großeß 
Holzmagazin verbrannte, und bi tief in —2 
hinein ſehr bedeutende Brandſchazzungsgelder einfor⸗ 
derte. Nachdem jedoch Friedrich aus Maͤhren und 
Bdoͤbmen zuruͤk und von da nach Schleſien und der 
Nenmark ging, ſo wendete ſich die ganze Staͤrke der 


Deſtreicher und. Reichsvoͤlker gegen den Prinzen \ 


Heinrich ‚ der alleKraft feines Genies aufbieten 
mußte, um nicht. unterzuliegen. Daun marſchirte 
im Auguſt in die Oberlauſiz, und zog ſich nachher 
“an die Eibe, mit dem ‚offenbaren Borbaben, fie zu 
paſſis ĩren, den Prinzen von der Geineinſchaft mit 
Dresden, - Torgau und Leipzig abzufchneiden und 
ſelvſt im Ruͤlken anzugreifen, waͤhrend deſſen die“, 
Reichsttuppen, denen es gelungen war, Bis i in das 
 belannte Lager von Pirna zu dringen, von vorme ber . 


gegen ihn Tämpfen ſollten. Aber Heinrich verein > 


‚telte durch gefchikte Wendungen ihre Abſicyten, und 
erfuhr . weiter Zeinen- Unfall, als daß: die Feſtung 
:Sonnenftein ‚mit 2440 Preußen am 5. Sept, 
durch Kapituͤlation an den Herzog von. Zweibrütten, 


j überging: Dies machte dem General Daun Muth, 


Die Eroberung Dresdens zu verfüchen. Errüfte mit _ 
„feiner ‘großen Armee fehnell heran, und weil die ge 
‚ fungöwerte ſchlecht, und die darin liegenden Preußen 


nicht zahlreich genng zur Beſazzung aller Poſten wa⸗ 
ren, ſo hofte er, dieſe Hauptſtadt durch Schrekworte 


zu uͤberrumpeln. Zu einer ordentlichen Belagerung 


war er nicht benirt, arch fegte ihr die Nähe de - 
Prim⸗ 


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Bingen. Hehmich der wiſchen dem Plauenſchen 
Srunde und Pirna⸗ ſtand, große Hinderniſſe eutgee 


gen. Allein der Preußiſche Kommandant, Graf 


Schmettan ließ, ſich durch Pralereien nicht 


bange machen „ern ſezte den Drehmgen andre 
Drohungen, den Phantomen andre Schrekbilder ent⸗ 


gegen. Er verſi cherte, daß et die prachtvollen, mit 


hohen Pallaͤſten gezierten Vorſtaͤdte abbrennen wäre 


de, fo bald Daun näher käme, denn er fel als Sach⸗ 


ſen's Feind nicht verhunden, die Stadt zu ſchonen, 


‚wenn es feime Freunde nicht fuͤr Pflicht hielten. 


Daun antmiortete, daß er, im: Falle Schmettau 
feint- Drohang wahr dachte, alle Prentßen ohne Er⸗ 
Barınen niederhauen wärde. Schmett an half ſich 
durch eine noch ſchreklichere Drohung. Er wuͤrde 


E ſich, fagte er, ijn Außerften Zalle von Straße zu. 


. Straße vertheibigen, das Königliche Schloß zu ſeiner 


lezten Schuawehr machen, daſſelbe mit Bulver anz 


fuͤllen, den Kurprinzen, die übrige Saͤchfiſche Fuͤr⸗ 
- Benfamilie, ben Adel, ben Hofſtat und die Vornehm⸗ 


ſeen der Stadt darin perfammien, und fich mit ihnen 


unter den Truͤmmern begraben. Da ‚Schmettau: ” 


wirklich allerlei -Auftelten. machte, welche anf vie 
‚Weollziehung diefer- Drohungen dauteten, fo wurde 


das Wehflagen allgemein, und Daun von den Bits 


ten des Hofes, des Magiſtrats und. der Landſtaͤnde 


beftürmt gab. fein Vorhaben auf. Er entwarf hier⸗ 
auf einen. andern. Plan, Sachſen zu befreien; er 
wollte. ben 10. Sept. Nachts heimlich-äber Die Elbe 
m ven augen. den —— in 

> F einem 


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Stang Rripe: wis naar men ſdrrulich · belaa 


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“ine (often ke ats ine Aberfallen, weicher 


dugleich von’ den. Neichſtrappen: im Angeſichte bes 
flürmt werden follte, Alles war veranfaltet; als 


pldzlich die furchtbare Nachricht: Friedrich in 


telte. 

Frievrig wer 8 Zuge nach der Zorndorfer 
"Solch am. 3: Sept. von Kkfkin- anfgebrochen ⸗ 
und fdyon am 21. Sept. Rand er m Der Nachbarſchaft 
von Dresden. eine Armee wer je flat genug, 
dem vorſichtigen Daum, noch mein. Behutſamtru 
einzuftoßen; dem er hatte einige: Tage vorher eine 


da, — und anf einmat den Entwurf vesris 
hr, 


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Abrheilung des Generals Bieten; um das Heer 


‚bes Markgrafen Karl a fih gezogen. Dann 
lagerie ſich hierauf bei Stelpen auf: ſteiten/ durch 
Teiche, Moraͤſte, Wälder un Hohlwege gedekren 


VAnbbhen, und ſicherte ſich die Struße uͤber Baugen 
und bau auf eine ſolche Wet, daß er dem Koͤnige 
die Gemeinſchaft mit Schleſten, wo nicht garz abs 


fehmitt doch erſchwerte, und ihm, wenn er dahin ge⸗ 


dachte, den Vorfprung abgewinnen konute. ‚Arien. 
drich woaͤnſchte feharficdh, ihn durch eine Schlact 


‚aus Sachſen nach. Bbinwen zu treißen:, um bie Cibe 
"is. feiner Gewalt zu behalten; und die freie Gembin⸗ 


ſchaft mit Schleſien herzuſtelken. Aber Dann ver ⸗ 


micd mis Awaftlicher Sorgfalt jede Gelegenheit zum 
Treffen, und vor einem Ueberfalle ſchuüͤzte ihn ſein 


uwqugreifbates Junker, Durch feine Zögerangen 


wollte er. derd. Bentrale: Harſch, welcher die 


gerte, 


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Bette; aub dern Eeneral Deville; ider POFSURFE _ 


Wieh, und’gäng Dberfchlefien-2und: Ctreiferuen 


beunruhigte, Zeit perichaffen burch Ervveruag dep 
- einen ober. des andern Drted einen feſten Fuß in dies 
fer Proving zu fafſen 
Da: Friedrich den ſtand hafien Daun dutchaus 

ur keiner Blade bewegen konnte, fo. beſchloß er, 
ihm darch veränderte. Stellungen Beſprgniſſe wegen 
. Bitten, woher er ſeine Beduͤrfuiſſe zog, za erweiten; 
und ihn Dadurch aus ſeinem feſter Lager bei Stolpen 
gu tokleu. Dies: bewirkte er zwar, aber zu feiern 
"eignen Beiderben. Deun Daun. wählte. eine neue⸗ 
‚gleich fefte und gleich unangreifbare Ötellung auf ben 
Anhðhen bei Rittli}, die ihm noch dazu den Rd“ 
beit — bie Preuſen mit Gluͤt aͤberfallen 


Friebrith. War am 7. Oktober nach Baus u 


zen —— aud von da nach Gochlirch grzogen. 


Er glaubte, daß Daun hinter Ldbau fidude; ala 
er aber Wergend am To. Okt. bei Hodkicd wit, . 


den Vortrabe aukam, und der dichte Nebel fick... 
erbiitte er plbglich und. unermwartkt. bie ganze kaifers 
- Hehe. Armee auf, Den: nahe vor ihm liegenden Hoͤhen 
bei Aittliz gelagert; er. ließ ſich aber dadurch niit 
intern, vor den Augen dei Feinde fein Lager aufzu⸗ 
_ Ablagen; ungtathtet feine Fourierlchuͤzzen, bie es 
- ablichten, vo den Kanenen ber Oeſreicher begrüßt 
marden. . Dar Preuß iſche rechte: Flügel. Iehnte Gh. 
a. Hoch hir; das. Hauptquartier war jü Ra de⸗ 


- wi Dies. Vager war fo übel gewaͤtze daß ed WM. 5 


‚Man: Bsiöqmngans Abrieb —* —*8* 


2827 J koumte; 


\ 


— 280 — er 


onnte; und 'nech dan verſnmte · man 8, die 


ſogenannten Steinberge „die es beſchuͤzzen⸗konnten, 
‚zu befezzen; man dachte daran erſt, als es zu. pie 


x 


| . - war, als ſich ’die Feinde. derſelben ſchon benaͤchtigi 
hatten.Dieſer Umſtand trug viel zum nachherigen J 
Unaluͤlkke des Königs bel. Die⸗hoͤchſt gewagte und 


gefahrvolle Stellung der, Preußen Srachte auf eiumul 


in der Serle des bevachtfamen: Daun den khnen | 
Tr Gehanten eined Ueberfalles hervor; einen Gedanken, 
u den die muthigen Generale Laudon, Lafcy mub . 


andre, weiter ausſpannen. Friedriches greunde 
waren mit ängftlicher: Unruhe erfüllt ‚md wenderm. 


.. alle ihre Beredtſamkeit an, ihn. zur Aendernag des 


Lagers zu "bewegen. Der FeldmarſchallKeinh 


fagte ſcherzend aber. nachdruͤllichr „wenn uns: die 
„Deſtreicher im dieſem Lager ruhig laſſen, verdienen 
„ſie gehangen zw werden.“ + Friedrich. erwiedertet 
wir muͤſſen hoffen, daß ſie ſich mehr vor uns, als 
pdem Galgen ˖ fuͤrchten.“ - Die:eigensliche. Urſache 


reiner Gleichmuͤthigkeit bei dieſen droheuden GSefah⸗ 
ren ruͤhrte daher, das er fh auf die geheimen Nach⸗ 


sichten eines taiferlichen Spiend zu: feſt verließ, - 
Sie waren. anfänglich richtig;.. nur hernach mögen - 
riſch. Der Feldmarſchall Daun hielt einem Schrei⸗ 

ber, welcher fich an Friedrich verkauft hatte, amd 
ſelbigen die wichtigen Dinge mitthrilte. Daun be⸗ 


mexkte endlich feine Verräthereien‘; und wußte fie , 
6 ein Hunger. Manıı weislith zuinfggens er zwang. 


‚is, fernere. Nachrichten an den Kouig zu fm; 


welche Daran tler ihre, un we 
w | RK) 


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a BE re . Eu \ 
BE — 481 — | 
de: den nieht ahnenben Feiedtich ſere PAAR 

ihn ficher wiadieh „ - und - dadurch in dien gelegten 
Schlingenlokken muten. Leztrer ttauie ben Vor ⸗ 
fſpiegelungen Des Rimvfchafters mehr, als den War⸗ 
Rungen feiner. gepruͤfteſten Freunde. Doch zulezt 
erkannte et das Machthellige feiner Rage, und bes 
ſchloß fie ‚zu verändern‘, ſobald die Armee. mie 
neuem Vorrath von Mehl und Brodt aus den Mar 
gazinen verfehen “fein wuͤrde. Dann wollte er 
Abends ausshkfen, das ‚abgefonderte ‚Korps des 
Prinzen. von Durlach bei Weißenberg angreifen/ | 
und ſich Ver rechten Seite. der großen Kaiſerarmes 
gegen⸗aͤber. ſtellen; dies alles folltein’der Nacht vom . 
14.: um 15. Ofteb, geſchehen. Wber, eine Nacht 
früher brach das Ungewitter Aber: ihn ber, welches 
ihm Daun: mit möglichfter Stille und nach la 3 
faſt Abertriebnen · Vorkehrungen bereitet hatte. 


geheim er indeſſen ſeine Anſtalten betrieb, fü 88 


gen ſeine lezten Bewegungen der Aufmerkſamkeit der on 


Zietenfehen Difaren auf den Vorpoften doch nicht; 
fie meldeten das · Geſehene ſogleich dem Koͤnig; dieſer 
bezweifelte die ganze Sache. Als ihm aber bald 
Darauf. der Zietenſche Oberfie von Seelen ‚berichtete, 
daß der Feind gewiß envag Großes im Sinne habe, 
weil-feine ganze Armee in Bewegung fei ,ı To ließ er 
feine -Eruppen aus dem Lager vorräffen; ed wurde 
wieber-ftille, Bein Beind-erfchien, Friedrich führte das 
ber fein Heer noch vor völliger Nacht in’s- Eager zus 
Ab, ıda.ihn.die falfehen Spidusderichte In eine traus 
u age. wiegten, rn und Bieten 
be 


15 


— 282 — — 


” . 


1 


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"Beide fe; mwenipflond ben; wiſe enanmin 


en, daß die Kruppen geruͤſtet, mud:die Pferbe gen -. 
ſattelt biieben ;: allein alle ihre · Baredtfamkert "war 
cvergebens.Friedrich geboe vielmehr, die Pfewo⸗ 
abzuſatteln, und ſich der Ruhe zu uͤberlaſſen. Bien - 


ten, wie jebefmenn., befolgte dieſen Befenk;:. aber 


PvE 


BR aus Vorſicht, durch die Meldungen: ‚feiner a u 
erzeugt, boorderte er nach einer heiben Stunbe:feine 


Keiterei, wieder anfzufattelt" un ſtets bei der 


Hand zu ſein. Ohne dieſe Verauſtaliung waͤre das 
er Ungluͤt sn roch sehe und ‚Verfläwender ger 
" worden. | LE: 


1.8 flog: im Dorfe Hochiirch 4 uhr wit. 


: war ed dunkle Nacht, als ſich Lau on mit ſeinda 
Danduren der Preuffiſchen Aemee in den Nukken ge⸗ 
ſchlichen haste, «und: das · Dorf anzindete, welches 
au wie ein Leuchthurn is der. Fniſterniß zum Jei⸗ 
dqhen diente. Dig ganze Oeſtreichiſche Armee rufte 
"ohne Verzug. von vorn und / von den Zlaͤnken in vus 


Preußifche Lager, bemaͤchtigte fin einer Batterie ak 
der Spizze von Hochfirch;- und Weite die Schlafenben 


J mit, dem Donner. ihrer eignen Kanvnen. Vielr uns 


derte erwachten gar nicht wieder, ſoudern verſanten 


in ihren Zelten aus dem einen Schlaf in einen ans 
bdern feſtern, ia den Todesſchlaf. Doch im eiuiga 
 Wugenhhtfen geriethen die Preußiſchen Truppen. 


ten, Aare: ärzte nal den nen, nah. do Ne 
2 md 


“ * „Bewegung und. Leben, ‚viele: ergriffen halbıntkente: 


ihre Waffen; : die mehreflen bemaͤchtigten fich der eye 
fen, beſten Geroerre, deren ſie abhaft: werden Earike 


[4 
[2 


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— 43 — 


pr er; und. Mau waren: wenige Ninuten 
‚vergangen, ſo Bann. der groͤßte Theit der Infanterie 
wen Meiterei twes: ber. entiezlichen Urberrafgung im '- 
gewöriger Schlecdhrorinnug: : Dieb Wertagen iſt neo 
wiß der voͤchſte Zriumpf der Preußifchen- Kriegs⸗ 
yacht,,. Geſchillichkeit nad Tavferleir. Hier, wo 
. Ade andre Armee ‚mir einem Schlage vernichzet oder 
.. gelangen geweſen waͤre, erdnete ſich die Preiußiſche 
ſelber md focht mis einem, Mutbe, der ſelbſt den 
Sos errungen haͤrte, weun nicht die dikſte Finſter⸗ 
ih ein Äbereinfkimmendes und. zuſammenhaͤugendes 
Zechten unmodglich gemacht hätte. ‚Die Regimenter 
wußten nicht, wo fte die Hauptmacht des Feindes 
fſchen ſollten, ſie konnten daher mir einzel kaͤm⸗ 
pien, und tappten jungs. nach ben Bärenmäzsen der 

‚ Deftzeicher , um durch das Befühl zu erfahmen, wen 
fe morden ſollten. Die Zierenſchen Huſaren und 
; Ggetteriger Dragoner, welche ihre Pferde fchon bereit 
‘fanden, seleben die gegen fie auruͤlkenden Feinde 
giätlich zurak, hieben die Baiferlichen Grenadiere 
bhreklich zuſammen, und warfen bei Aubruch De& 

Wages, von 2.andern Regimentern unterfiägt, «ing 
‚ganze Linie Oeſtreichiſcher Infanterie über den Hau⸗ 
fen, von denen viele Tauſende das Gewehr wegfcleus 
derten unb davon Tiefen, und 500 in Gefangenichaft 
lameij. Über da dies mir einzelne glüklidye Gefechte 
waren, ſo koume dies in das Gaujze keinem uͤberwie⸗ 
ganben Einfinß haben, Da die Regimentet bei det 
Ounkelheit feine fichre Richtung nehmen konnten ‚ße 
mie ” alle να auf. Bahn, wo fie 


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der Webernnicht: weichen mußten." Die Deftreihee: 

ſtuͤrmten mit· ihrer Haupiſtaͤrke af Hochkirch; 
von deſſen Eroborung ver Sieg. abzuhaͤngen ſchien. 
Dieſes in Flammen ſtehende Dotf wurde nur von 
einen Barnillong, das. heißt, von 600 Preußen 
vertheldigt, und lange gegen die: ffürniende, Ueberzahl 
behauptet. Us: fie von der Feuerglut gezwungen 
die Haͤnſer und Gaͤrten verlaſſen mußten, ſor zogen 
fe fich anf den Kirchhof, wo ſie die muthigſten And 


griffe ·norch muthiger zuruͤbſchlugen. Die feindlichen 
Grenadiere waren faſt aufgerieben. Der erſtaunte 


Daum, der ſich den Ueberfall · leichter gedacht hatte, 
beſtand durchans auf Dem Beſizze des Kirchhofes ʒ 
er ließ 7 friſche Jufanterie⸗ Regimenter gegen eine 
Handvoll Preußen anruͤkken. Leztre hatten. Fein 
Pulver mehr; von allen Seiten umringt beſchloſſen 
fie; ſich mis dem Bajonett durchzuſchlagen. Aber 
ihr Anführer dor Major Lange, und die mehrſten 
derſelben bezahlten ihre Kuͤhnheit mit denn Leben; 
viele andre wurden. gefangen. und nur wenige biefen 
Helidenſchaar entkamen zu der Armee. Die Deſtrei⸗ 
"Wer erpberten hierauf den Kirchhof und das ganze 
Dorf. Der Prinz Franz don: Braunſchweig, 
Moriz von Deſſan, Mierkgraf Karl und Feld⸗ 
marſchall Keith ftellten fich an: die Spizze einiger 
Bataillone, ‚drangen in dad brennende Dorf, -uud 
jagten bie: Deftreicher gluͤklich heraus. Aber die 
Zeinde hatten zu viele Vortheile; es ſtanden ſogleich 
neue Regimenter im -Rüllen der ſirgenden Preußen, 
mb D euren ihnen den muͤhſam errungnen * 
wieder. 


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ziehen. Bei dieſem Dorfkampfe war es, wo eine 


Kanopenkugel den, Kopf des tapfern Prinzen Franz 


- ‚wegriß, wo der edle Krith vom einem Schüſſe durch 


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Aldhremberg, vom vorigen Nebel verdelt, mit einer 


vie Draft niederſank, und ohne einen Laut‘ don. fi 


" Bier. Die Wecußen müßten wie dur 


zu geben flarb; hier wurde der ‚General Geiſt ge 
toͤdtet, und Hier enipfing Moriz zwer Kugeln in dei 


"Unterfeib, die. ihm toͤdtliche Wunden beibrachten. 
Alle dieſe großen Kriegsopfer konnten den Sieg nicht 
erkaufen. Der König führte 7 Bataillone in eigner 


NPerſon ‚gegen die Oeſtreicher; er und ſie boten ale 
"Kräfte auf, und fie hatten ſchon feſten Fuß gefaßt, ald, "- 


-fie im Ruͤkken und. an den Briten von feindlicher Rei⸗ 
terei angegriffen und zum Weichen gezwuiger wurden. 


Es ward Tagy aber ein dichter Nebel bedelte die 


Trauerferne; erft gegen +0 Uhr ſchwand er und hub Ä 
wlutte man ſich mit Grauſen ins ofne Geſicht. Man 
bildete von beiden Seiten neue Schlachtordnungen, 


Friedrich zog feine zerfirenten Truppen zuſammen, 


nnd wollte eben einen neuen regelmäßigen Kampf 
beginnen, als er bemerkte, daB ihm der Herzog von 


äberlegnen Abtheifung friſcher Truppen ganz indie _ 


Flanke gelonmien war. Unter diefen Umitänden blieb 


ihm keine andre Wahl Äbrig,.. ald der Ruͤkzug, der 


mwit ſo Biel: Muth und Geſchiklichtkeit vollzogen’ wurde, - 
daß er. die Bewunderung der Welt erregte, . Dee | 


überfaline,. gefchlague, beftegte Friedrich wich - 


richt weiter, als eine balbe "Meile vom Schlacht⸗ 
piazze. u. bei Baugen dezog er auf. den 
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| Eritheigen an ·feſteres Lager, als dos verige, 
200 die Soldaten keine audre Dekke, als ihren: kur⸗ 
dem Re, und feinen Schu gur Bertheidigung ; als 
ihren SäÄbel harten; ‚beim ihre ganze: Artillerie, alle 
Belte nud Gepaͤkke waren verloren: Der Ueberwin⸗ 
ber Daun wagte es wicht, mit feiner ſiegrei 
emee den König zu beunruhigen; er getraute ſich 
aicht einmal, auf dem Orte des Kampfes ſlehen zu 
bpleiben, ſondern von uͤbergroßer Behntſamkeit adeis 
tt ruͤkte ern fein altes Lager. Die Schlacht harte 
Beiden Theilen viel Meufchen gekoſtet. Der Preupis 
ſche linke Flügel, die Kavallerie und das Retzowſche 
"Korps hatten wenig; der rechte Fluͤgel abre die 
Haͤlfte werloren, Die ganze Einbuße betrug an 
‚9900 did 10,000 Mam; außerdem erbeuteten die 
Birger 101 Kanouen, 28 ahnen, 2 Standarten 
und das ganze Lager. Die Oeſtreicher rechneten 
3300 Todte und Verwundete, 2000 waren davon 
gelaufen, und 1000 Maun nebft einem General von 
"den Preußen gefangen. Ihr Verlaft. kam -atfo dem 
Preußiſchen fehr nahe. Faſt alle Preußiſche Gengs 
tale waren verwundet; der König felber hatte’ eine 
Queiſchung bekommen; eig Pferd ward ihm unter'm 
Leibe getoͤdtet, 2 Pagen flürzten an feiner Seite ers 
ſchoſſen wieder, und nur. mir Mühe entging er der 
Gefaugenſchafi; ſchou hatten ihn die Feinde ymringt, 
and ‚nur die Tapferkeit feiner Huſaren rettete ihm 
noch. Zu dem Öffentlichen Ungluͤkte gefellte fich noch 


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ein Bamilen » Unfall, welcher den 14. Oltob. fo 


traurig für Friedrich aus zeichuste. An eben Dem 
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Fe, R wo die Srigren feiner Snfdsteric "Sei 
Hochlirch ſanken, ſtarb feine geliebtefte. Schweſter⸗ 
die Markaräfin Friederike von Barent, die ihm 
on Geiſte und Herzen fo aͤhnlich, ind. durch Liebe 
wit· ihmn ſo verbunden war, als ſonſt kein ame 
Beni. oc | 

Daun. verftand zwar zu fiegen, aber wie einft 

Kännibel, nicht ben Sieg zu bennzzen. Die Fruͤch⸗ 

n dieſes Tages. gingen fuͤr Oeſtreich ganz verloren: _ 


7 


'@. verſchwendete die Zeit, wo er die gefohlagnen ' - 


Preußen ganz niederdruͤkken fonnte, mit eitlen Gier 
waecgepraͤngen und. Breubenöbejeugungen, ‚Der Sieg 
War gerade am Namenstage der Kaiſerin Thereſſe 
erfochten; fie daufte: ihm in. den ſtaͤrkſten Ausdruͤlken 
fir den Blumenfraus, womit ex fie: angebunden‘ 
‚hätte; darunter. verſtand fie das mit Blut befpriste 
„ Bund: von eroberten Fahnen, und die —— 
and Verſtuͤmmlung von. 19000 Menſchen. | 
Raiferin :von Rußland ſchenkte ihm einen —* u 
Degen, der Wiener Stadtrath errichtete ihm eine , 
Ehreufäule; und die Defireicher Landſtaͤnde ſchoſſen 
360,000 Gulden zuſammen, wofär fie feine ver 
Pfändete Herrſchaft Ladenburg wieder einloͤſeten. 
Selbſt der Papſt blieb mit feinen Gnadenerweiſun⸗ 
gen nicht zuräß, die aber freilich in geiſtlichen Alfanze⸗ 
veien beſtanden, er überfchikte ihm einen geweihten 
Haut und Degen, weicher die Kraft haben ſollte, die 
Kezzer nachdruͤklich zu bekaͤnpfen. Dieſe laͤcherli⸗ 
hen Poſfen enthielten bei aller ihrer Abſurditaͤt doch 
eine benac⸗ für geicdeich ⸗ da ni bisher nur 
J geger 


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aan. en a Arten und Ungklübige, et 
x „worden waren. Djeſe beneiungslofe Ehre war · das 
Einzige, was -Daun- von ſeinem liſtig ertworfaen 
a flug ausgeführten‘ Ueberfalle einerntete; zur 
Serwundervng des Wels bliehen alle Vortheile für, 
ſein Heer aus; hicht einmal daß, wie es fchien, nun 
aller Unterftügzung:verlaßue Neiße kam. in Deſt⸗ 
reichs Bewalt, ungeachtet: Daun gleich nach: den | 
‚Siege an den: General Harſch ſchrieb? ſezzen fe -_ 
ihre Belagerung / unbeſorgt foͤrt, ich halte den König. | 
in ver Laufiz feſt; er iſt gang vom Schleſien abge⸗ 
J ſchnitten und wollte er einen Ungriff,.um ich Luft 
zu machen, , wagen, ſo ſoll er gewiß geſchlagen wer⸗ 
en,’ Aber Friedrich dachte an feine Schlacht, auch 
ohne ſie erreichte er fein große6.Biel; ,.er zog feinen 
Biuder Heinrich von Dresden mit 10 Bataillonen 
‚und einer Menge Gefchüg am fich, verforgte ſich amt 
BE Brodt, dekte Sachſen, brachte ſeine Kranken und 
Werwundeten nebſt der Baͤkterei in Sicherheit nid 
durch kuͤnſtliche Bewegungen gewann er den. Deftrlis 
dern. ven. Vorfprung. nah Börliz, das ‚heißt die 
freie, Straße "nach: Schleſien ab. Wie erſtauute “ 
Daun, als er die für verhichter gehaltne Prenfis 
je Armee fchon ro Tage nach ihrer Niederlage in 
:einer drohenden Stellung in feinen Rüften, im vbͤl⸗ 
Uigem Beſizze des Weges nad) Schlefien, und ſich \ 
she Hofnung fahe, fie aufhalten zu koͤnnen, ja fo 
gar die Wegnahme feiner Magazine fürchten. mußte, . 
Durch Friedrich's fühnen Schritt kam Daun um alle 
Ba feiner‘: » info ausſtudirten Plane, 


‚Gries 


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ri zültg mit ſeinem pie Pr —X | 
: fen, und legte, einen Marſch ppu 40 Tagen in 13 Ta⸗ ä 
gen zurüf; und feine Ynfunft bei Nimvtſch em 3. 
Nov. war hinlaͤnglich, den Geyeral Horſch 28 
Aufhebung der Belagerung von Meiße, und iz 
Raͤumung von ganz Oberſchlefien zu bewegen, — 
Da Daund Abſichten anf Schlafien-gereitalt wge 
sen, fp wolte.er von feinem Hochkircher Siege * 
irgend einen Nazzen ziehen, und waͤhrend der Ab⸗ 
weſenheit des Königs doch erwas Auffallendes ause 
foͤhren: et wendete ſich plözli ‚wieder nach) Dres, 

- den, um es zu erobern, und im Verbindung der 
Keichsarmee ganz Sachjen zu befreien; bies fh .“ 
eine, leichte Unternehmung, da fic in allen Furl . .. 
: bern, Sachſens kaum 20006 Preußen befanden, . 
‚ber ‚fein. Verſuch ſcheiterte zum” zweiten Male on 
der Eusichioffenhejt des Dresdner Kommandanton, 
VWrafen von Schmettan, und an ber Schnelligkeit 
Friedrichs Schmettza u vollzog am 19. Non, 
7 Seine ſchon früher gethamg Drohung, welche der Saͤch⸗ 
ſiſche Hof ſo wenig als Days ira einer Beachtung - 
‚ werth hielt; er ließ 266. ‚bob · Pallaͤſte und Garten⸗ 
danes der Vorſtadt wirklich ahbrenuen,, wobel sing 
> "Menge des koſtbarſten Hausgeroͤthes, pielz feltue 
Kunſt⸗ und Manufaliur-Produkte, Die nich. Ich 0 
genug. fortgeſchaft werden dounten, in Rauch 4 J 
giugen. Daun ſtellte ſich uͤber dies Verfahren zw 
fehs erbittert, ‚aber Schmettau entfchuldigte ſich mit 
der Nothwehr. Die ſchlimmen Nachrichten, melche 
Down pom Ubzuge des Generals Horſch nach Maͤh⸗ 

" mans Br. Eeſch x«. Th. I Abd (7) eu 


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17 ; und von Friedrich's nrtehr nach Sahin J 
vernahmw, trieben ihn an, die Entwuͤrfe auf Dresden 


der Ruhe zu pflegen. Friedrich, der ſchon am 


xx. Nov. wieder bei Lauban in der Laufiz eintraf, 
ſchitte ein kleines Korps gegen die Schweden, wel⸗ 
che in der Mark brandſchazten, und im Oftober nur 
voch 5 Meilen von Berlin entfernt waren; fie wur⸗ 
=." den bald. mit-geringer Mühe nach Stralſund gejagt. 
Gegen Ende Novembers bezogen auch die Preußen 


die Winterquartiere, indem der Feldzug geendigt, 
und Zein, ‚Seind mehr in Sachſen oder Schleſien zu 


finden war. uch die Ruffen hatten zu Anfang des 


Novemberd Brandenburg und Pommern- verlaffen, 


und Sachſen überhaupt eiligft aufzugeben, und ſich 

Dr nach Böhmen ig die Winterquartiere zn begeben. 
"Die Reichsarmee zog ſich eben fo ſchuell von Leipzig 

und Torgau zurüf, und flohe nach Franken, um vore 


und ſich mis ihren Schwärmen nach Prien gezogen, | 
nachdem ihr Anfchlag auf Kölberg verungläfe - 


“war. "Der Graf Fermor drang wach der Zorndorfer 
Schlacht in das Herzogthum Pommern, und ſuchte 


ſich der Feſtang Kolberg zu bemaͤchtigen. Da 
dieſer Ort an der'Dfifee liegt, fo wuͤnſchte er ihn zu 
leſizzen ey: nm eine Niederlage für bie Lebensmittel 
J tiegsbebärfniffe zu haben, welche die Ruſſi⸗ 
Schiffe aus den Haͤfen der Oſtſee herbeifuͤhr⸗ 
en. Die eigentlichen Feſtungswerke von Kolberg 
waren nach alter Art, und folglich nicht ſehr kunſt⸗ 


u mäßig angelegt; aber die ſtarken Wille, die tiefen- 
und breiten Graben, die umliegenden Moräfte und . 


haͤufi⸗ 


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Säufigen Kanaͤl⸗ ſezten dem Feinde ſolche Binden - a 
niſſe emgegen, die nicht Teiche zu Kefiegen waren, 
Die befie Schuzwehr beſtand jedoch in dem Kom⸗ 


mandanten, dem Invaliden⸗Major "von Heiden, 


einem Manne von feltner Geifteögegenwart und von 


bewunderungswuͤrdigem Muthe. Ob er gleich nur 


‚700 alte, "abgelebte,. aber. entſchloßne Laudmilizſol⸗ 


⸗ 


daten ußb- an ordentliche Artilleriſten unter feinem | 


Befehl Harte, fo machte: er doch Jo trefliche Anſtai⸗ Eu 
ten, und wurde doh der Buͤrgerſchaft, welche ſich zu 
Kriegsdienſten anbot, ſo nachdruͤklich unterſtuͤzt, daß 


die Ruſſen nach einer vierwoͤchentlichen Einſchlie⸗ 


| ßung, und einer mehrtägigen' heftigen Belchießung 
der Feſtung unversichteter Sache abziehen, und den 


Gedanten einer Eroberung aufgeben mußten. 


Setd zug der Alliirten gegen bie. | 


Sranzofen im Sommer und 
Herbſte 1758. 
Schlacht Er Krefeld d. 2%, Juyni. 
Treffen bei Sandershauſen d. 23. Juli. 
ber Meer d, 5. Auguſt. 
bei Lutternberg d. 11. Oktober. 


unterdeſſen, baß Friedrich im Oſten Deutſch⸗ 


lands mit ven Oeſtreichern, Ruſſen, Schweden und 
Reichsvoͤlkern muthig kämpfte, ſchlug ſich der Her⸗ 


zog Ferdinand im Weſten deſſelben mit der 3mal 


ſtaͤrkern Armee ber Sranzofen ſiegreich herum. | 


u Den Verſoiller Hof kraͤnkte es außerordentlich ‚daß. - 


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gene‘ jabtieihen Truppen vor dem nehuen Haufen 
der Deutfchen, welcher tır einen Winkel don Nievers | 

- fachlen "zufanmengebrängt und, faſt von aller Reitea - 
gi entbloͤßt war, bis uͤber den Rhein-hatfen weichen 
muͤſſen. Die erſchroknen Hofleute hielten es in ihrer 
Abertriebnen Furcht für moͤglich, daß Ferbinand übre 
den Rhein’gehen, ‚in das Innere von Brantreich ins 
den, ja bis vor die Thore von Paris ‚gelangen . 


Sonne, Ets wurden daher die ernſtlichſten Auſtalren 


„getroffen, einem ' folchen Ungtäfte vorzubeugen, 


Alle Truppen an ben Grenzen und in der Mitte des 
Neichs mußten ſich im Bewegung ſezzen, um die 


N ‚Rheinarmeen zu verftärken und. zü ergänzen. Es 


Ergingen Die ſchaͤrfſten Befehle, den Unorvmangen 
im Kriegsweſen Einhalt zu thun. Viele Offiziere . 


„wurden in die Baſtille gefezt, alle Regimentöbefch]&s 
haber erhielten Schreiben voll. heftiger Drohungen s 
es ‚wurde befohlen,, daß wenigfiens die Hälfte der 
Offiziere bei der Armee bleiben follte: aber alle diefe 


= und andre Verordnungen wuiden nicht geachtet, die 


MNisßbraͤuche pflanzten ſich fort, und das gauze Bee 


nehmen der Franzoſen war von einen Art, die den 


Deutſchen nar Verachtung. oder Abſcheu einflößte, ; 


Der Herzog Ferdinand, welcher einige Wochen 
hindurch geruhet, und feine Armee mitvielen noch J 
fehlenden Beduͤrfniſfen verſehen hatte, brach in der 
Witte des Ma's wieder auf, ging am 2. Jun bei 
Emme rich über den Rhein, beſezte das Kleviſche, 
and lokte die Branzofen indie Ebnen von Krefeld, 
„m er chuen am 2 Juni eine empfindliche Meder⸗ 

.*5. | 0. lage 


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— 298. — 


ar, Pers nen Veꝛlnt —* Main Bei 
Lrachte. Die Akürten- verloren 1500 Mann: air’ 
Todton umd Voerwundeten. Der Erbprinz von 
vBraunſweig, ver Herzog von: Holſtein und ber 
General Wangenheim hatten an biefent. außgezeichnien . 
ven: Siege. einen. großen. Autheil. Die Franzofen, 


welche in ber Nähe ihres Vaterlaubes ſtets mit grd- - 


hern Mathe beieelt waren, fochten zwar fehr tapfer, 
aber vergebens. Ihre Kanalledie. litt „unrzäglich. 
- Von ben Karabiniers wurben allein 600 Mann zus: -. ° 
- fammengehauen, '- Der Graf Giſors der. einzige 
Sol des Statsminiſters vor Beileisle, Anführer: 

der Meiterei, wollte die. Unorduung heiumen, er | 
ſtuͤrzte fich in den dikſien Haufen ver Feinde, ſant 


aber bald toͤdtlich verwundet nieder, und ſtarb in 


den Armen des Erbpringen von "Braunfchweig. - 
Gein Unfail. war eine Folge der niedrigſten Cifer⸗ 
ſucht und Sqadenſreude des Seren: Abt « Öengrals 
Klermont. Diefer ſaß waͤhrend der Schlacht rabig- 
bei Tiſche, und. führte ‚mit den Champagner Bou⸗ 
tellien einen Krieg vom andrer Art; als man ihm 

mildete, daß Graf Gifers. mit den Karabiniers mits:  . 
te in das Deuiſche Faßvolk eingedrungen fei, ante . 
wartei⸗ er ſpoͤttiſch und rachetrunkea, num wollen wir 
doch ſehen, wie ſich dad Soͤhnchen tes Premiermi⸗ 
fürs ‚aus dieſer Patſche heranähetfen wird, Er 
"fewöre. ihen Feine Haͤlfe und freute ſich des traurigen 
Schikſals . Der menſchlichfuͤhlende Held 
betrachtete da ) Schladrfeto mit wehmuͤthiger Ruͤh⸗ 
mg an fm. ia ſeie BSeglenen: dles iſt daß· 


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yore ‚Schaufgiel - son riegeriſchen nid· antc 
das ich erblilfe; wollte Gott, es waͤre das lezte! 
Die naͤchſte ‚Folge des Krefelder Sieges war die Er⸗ 
"eberung von Roermonde, welches der Sraunfchweige 
fche Erbprinz nach einem afländigen Angriffe. am 


"27. Jun. einnahm, und ‚die Beſezzung von Düfe 


ſeldorf, welches die Hanptmagazine ber Fravzo⸗ 
len enthielt, und nach einem heftigen Bombardement 
am 7. Juli durch Kapitulation überging.: Dieſe. 
neuen Niederlagen und Verluſte erſchuͤtterten den. Hof 
zu Verſailles fo ſehr, daß ſich der Dauphin ſelbſt am: 
die Spizze der Armee ſtellen wollte; um welche Be⸗ 
guͤnſtigung er dringend bat. Man fand dies nicht 
für zwelvienlich, wohl aber- hielt man es für nöthig, 
dert untauglichen Klermont durch, einen. beffern Feld⸗ 
herrn ablöfen zu laſſen. Der Markis von Contades 
erbielt jezt den Oberbefehl, und er leitete bie. An⸗ 
gelegenfeiten. wirtuch mit mehr nf und 
Rz 


: Um ber Gedrängten Rheinarme⸗ etwas But. " 


- machen, erhielten der Prinz Soubiſe und der Her⸗ 


zog Broglio,. weiche im Hanauiſchen ſtanden, und 
nach Boͤhmen zu den Oeſtreichern marſchiren ſollten, 


im Anfang des Juni Befehl, in Heſſen einzufallen, 


und dadurch die Alliirten ganz oder zufn Theil in 
jene Gegenden binzuloffen. Died Zeangöfiiche 
Korps wurde mit ‚6800 Wirtembergern verftärkt,.. 
und ed enthielt jezt 30,000. Man, Zur Verthei⸗ 
Nm Heffen’s waren sicht mehr. als 7000, Sol⸗ 


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u Lu ae | 
| Ben nt 16 Kanonen. vorhanden, ‚ ber welche ber 


- Pring von Pſenburg den Oberbefehl fuͤhrte. Zou 
Ahwach, einer mehr als 4mal fo ſtarken Macht zu 


widerſtehen, zog er ſich durch Kaſſel nach Sam _ 


dershauſen zuruͤk, und nahm auf den dortigen 
‚Höhen eine vortheilhafte Stellung. Sein rechter 


SFluͤgel ſtand auf einer ſteilen mit Holz bewachſenen 
Anhöhe an dem Ufer. der Fulde, der linke flözte ſich 


an das Hlz bei Ellenbach. Der ‚Herzog von Bro⸗ 
gglio, welcher den Vortrab ber Franzoſen aus 


22000 Mann beſtehend befehligte, griff die Heften 


am 33. Juli in diefer Lage an, und erlitt 6 Stans 


den hindurch woz ſeiner Ueberlegenheit von den Dent⸗⸗ 


—* doch ‚endlich machte der Prinz: Dfenburg, | 
am, feine Vortheile zu ſichern, "und den Franzoſen 


Die linke Seite abzugewinnen, eine unvorſichtige Be 


wagung, wodurch er feine rechte Flauke entbloͤßte. 
Broglio benuzte-biefen Fehler augenbliktich, bemaͤch⸗ 
sigte ſich der Anhöhe an der Fulde, und nöthigte bie 
Helfen: zum Ruͤkzuge nad). Minden, Reltre hatten 
adoo Mann an Todien, Nerwundeten und Gefang⸗ 
sen, ad ihre mehrften Kanonen“ eingebüßt, und noch 
etrxtxanlen 300 muthige Heffen, welche durch die Fulde 
ſchwimmen wollten, um der. Gefangenſchaft zu ent⸗ 
sehen, Der Verluſt ber Franzoſen war viel groͤßer, 
Aber der Sieg auf ihrer Seite. Sie gingen indeffen 
. ach Kaſſel zurüf,, wo bie Hauptarmee unter Sou⸗ 
> Eile angelommen war. Der Prinz VYſenburg ſam⸗ 
— inelte: fine Berfireunen Krappen, und begab ſich uach 
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Ehe; m die Sennſan nit Sue m 
” "Die Vetenand Kiffen Hatte in die Unternii 5 


hängen Ferdinands einin, wie es die. Frauzoe 


fen gewanſcht haften, MEHR nachtheiligen Einflat. 
Er Yonite fich jeifeiss. des Rbeins nicht Ringer ben: 
. Airäpteh, und mmßte ſich zuruͤkziehen, uni das Mote 
. Yülteh Soubile's ind Rurfärftenthuin. Hannover 
verhindern. Die Hanpturfache davon lag Ih dem 
Hisdfeiben ber Eugliſchen Hauͤlfstruppen von 19000 
Mann, die © begierig erwattete, und die erſt zu 
Uner Zeit eingeſchift wurden, als die bequemſte O8 
legenheit zu groͤßern Thaten verſtrichen war. He“ 
ten. fie ſich zu. Anfang des Juli bei ihm eitigefuirken, 
fo wäre er ſtark genug. gewrfen, U 11 77707 25 
_ Wefel, die in Franzoſtſchet Sewalt waren, geborig 
. Ju belagern. Aus Maugel in Truppen mußte Vils 
für Plan aufgegeben werben. Das ind, ſich 
vurch eine gluͤttiche Schlacht zu helfen, ſchlug gleich⸗ 
- Pals fehl, Denn der delle Franzoͤſtſche Befehlsha⸗ 
ber Conades bewies ſich als Mann von Eluſicht 
und Erfahrung; er wich ſeder Gelegenheit ah. 
Kıeifen aus, und fteflte fich ſtetd To vorthetthaft, 
pop er nicht wohl anfegeiffe werden konnte. Nach 
denm er aber fein Heer biß kuf do, oo0 Nann ver 
flaͤrkt, tb hinlaͤnglich verſorgt hatte, Fo entwarf er 
hiflige Pie, am. die Dentfchen vom. Meine abzu⸗ 
ſneiden, ih einen engen Wiilkel zwiſchen Hollunid 
und Kleve einzuſchſießen, und die Scene "der Kon 
„ Veto pl Slot Eercn 36 ne — | 
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9— Jerdiaauds md: —— Pine u Ä 


Truppen vereitelte dieſen· —— Eutwurfß. 
Darch kluge Maͤrſche uns Stellungen kam Berdinane 
Vven Abſichten der Feinde zubor; mb die Tapferkeit. 


us Sfnerats J Imhof tettete ihn aus einer großen 


SGefaht. Imhof ſtand mit 3000 Hannoveranern · 
Merk, ind dette die Rheindrätte zu Rees 
das ih der Stade, befindliche große Magazin, dab 
izareth und die Kriegskaſſe, eihielt die Brangofeh 
oe PR Wefel in der Furcht, und ficherte die Gemeinſchaft 
We Zerdinand md mit ben erwarteten Eugtaͤndern. 
Gegen Ay und ſein kleines Korps wurde zu Anfangre 
nuguſts der Franzoſiſche General Chebert, einet 


I} 


Ber geſchilteſten und thaͤtigſten Anführer nit 10000 u 


. MRantt abgeſchikt, am fie zu verdraͤngen, die Braͤkke 
ww serfiören und das Magazin nebſt der Kriegen 


kaſſe zu erböuten;, Thevert wollte die Deutſchen in 


Morgens. Er glaubte unerkannt und unerwattet ana 


Er machts bei 1Beiten feine Gegenanſtalten, und 


‚rt ſich überfatten gu laſſen, griff er den Selnb- an, - 
Er Märye ſich mit:fenen Heinen Haufen hber vit 
- a0 ae ſicher anenarſchitenden Franzofen ft ſoiz 
Men Ungeftbn Her, daß Tegtte‘ in einer halben 
i We Nan ar —2 ermeat waten, DR: 


J amal 


u bir Nacht zum 3, Aug. aͤberfallen. der ein Unm⸗ u 
Jörg, den er nehmen müßte, amd Die Beſchwerlichkeit 
des Marſches verſpaͤtete feine Ankunft bis un Sie 


7 "gan, Ale er ”Derreg Rip: Dir Küng ange 
eorgne Tag serviert fohn Borhaben.  Iınof kannt > 
EN Gegend genau, and "Bemmte.. fie — | 


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u ng J — ‘ x . 
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| . * J En) Ei na 


\ mi hehireichem FZeamelen flohen eiigfe nach 
Weſel, ließen 11 Kanonen, viel Gepaͤlke und. Mi 


. aition „im Stiche, und warfen ihre Waffen weg; - . | | 


- Die Hamoperaner fanden auf dem Wege nach Wefel 
fer 2000. Flinten, machten 400 Mann gefangen,. 


and halten. yon Ihnen eben fo:oiel getddiet und vers 


wundet.  Diefed fiegreiche Gefecht machte es dem 

Herzog Ferdinand moͤglich, uͤber den Rhein obnre 
Berlaft zurüfzugehn, welches er am 9. und 10. Aug. 
ungehindert that. Er zog ſich darauf nach Millingen, 
Am den zu Enden augelommenen Englaͤndern naͤher 


7 ga fein, und am 21: hatte er endlich die Freude, viefe 


ſehnlich erwarteten Huͤlfstruppen zu feiner Armee 
ſtoßen zu ſehen. Die Engländer. gewaͤhrten einen 


vrachnigen Sabiik. Es waren lauter auserlefene 


Eeute. Die Jufanteriſten mehrenthtils Gardiſten, de⸗ 

ren Anzug reich mit Gold und Silber geſtikt war; 
die Kaballeriſten zeichneten ſich durch den Wuchs 
der Menſchen und durch die Schönheit der. Pferde 


aus. Ein: Reginient hätte lauter Rothe, bad aus", 


Dre lauter Blauſchimmel, ein drittes nur ſchwarze, 
und ein viertes kaſtanieubtaune Pferde, ſaͤmmtlich 
ausgeſuchte und. -den Paradepferden ähniiche Roſſe. 
Der Herzog Marlborongh war Obergeneral, unter 


ihm befehligten Lord Sakville und Granby. 


Der Sranzdfifche General Contades ging am 
31. Aug. gleichfalls über den Rhein, uud lagerte 
Sich vor Duͤſſeldorf. Semer Hebermacht ungeachtet 
‚glaubte er den vereinigten Deutſchen und - Eng 

lundein ‚wicht amnachfen zu fin. ſondem hielt — * für. 


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ae; die ESoubiſtſche Armee aus Heſſen am PR u 


zu ziehen; er befebligte- den Prinzen, von Soubife, 
* Paderborn gegen, Lipſtadt anzuruͤlken. Auf 
die Nachricht von dieſen VBewegungen marfchiste 
Ferdinand bis Dulmen und Lette, und nahm an der 


„ Bippe- eine fefte Stellung. Da nım Soubife gegen " 


Ende des Auguſts wirklich bi6 Warburg an der Dit⸗ 
mel vorräfte, und feine leichten Xruppen (don biR 


VMaderborn und Lippfkadt fireifen ließ, ſo fehiteg Ä 


Ferdinand ſeinen General Oberg mit 7 Regie 
mentern · Fußvoll und 8 Schwadronen Reiterel nach 
Kppftadt, um das fernere Vorbringen des Soubiſe 


‚und feine Vereinigung mit Coutades zu verhindern, 
Auf der andern Seite der Wefer war der. Prinz von 
Dfenburg durch Heffifche Mefrnten, Haundver⸗ 
ſche Landmiliz und new. errichtete Jaͤger verſtaͤrkt 


durch GSottingen bis Mohring en vorgedrungen. 
Um dieſe Zeit erhielten Die. Franzoſen anſehnliche 
Verſtaͤrkungen. Es ſtießen 12 Regimenter, aus 


- Sähfifchen Landeskindern, die dem Preußiſchen 


Heere entlaufen waren, nen :orgänifirt,, und aus g 9 


bis 10000 Mann beſtehend, zu ihnen; fie traten 


foͤrmlich in Frauzdſiſchen Sold, leiſteten die wichtige 


fen Dienſte, und erfschten vie wenigen Siege, der 


ren fich die Franzoſen rühmen kounten, erfuhren 


ober. den Undank, daß man ihnen die mehrern Nies 
derlagen zur Laſt legre. Bei aller ihrer Menge ben 


wieſen ſich die Frarzafen doch Fehr aͤngſtlich. Sou⸗ 


bife fuͤrchtete fich vor dem Korps Oberg’s, gaͤb alle 
Gedauken au Aare mit Contades auf, wilb 
2 | | Bu beſchloß 


ROHR, im une. Sainboerfihe eigefien; we 


den Herzog Serdinanh von ber großen Eonnadeſchen 


== Armee zu entfernen. In miglichſter Sue mars - 


ſcirte er daber nach: Gottiugen, wo. ee des Prim 


"Wer Gefahr, und zog ſich eiligſt 6ber-Eimbet dr die 
: ‚Nähe son Spamehl;;. Combife: ging, bie. Niebhehe, 
Wer unbetoegtich ſtetzen blieb dych den’ Oberſten 
VFiſcher bis vrr die Thore vom Haunover auf Stel 


— ꝓurtnen uud ſtarke Brandſchazzungen aueſchirte. 
= VYVn der Milte des Geptembers gebot Ferdanau d 


dem Generali Oberg, an die Heffifche Wremge ze: 


Mſenpurg zu: uͤberrumpeln hofte; aBein Liefer mierkte 2 


wmarſchiren, und.den Nakken dee Sonbififihen Area 


.. ge beorobenroährend deſſen fie Menburg von vorue 


K meiſen ſoite Ob erg hätne det einen" fümelli 
Auzuge Kafſel eimehwen, bie: dortige ſchwache 


Derenzbfiſche Beſag zung gefaugen machen, und die“ 


„großen; feindlichen Magazine erobern Löhnen. Aber 


marſchirre ſo laugſam, daß ——— 


Are feiner Beſtinamieng eintraf, ais er haͤtte au ⸗ 
.. Tonemen- Knien; et vichtete alter weahehdpeiitich: feine 
Meweanger. deswegen ſo ein⸗, um fich mie: dem 
Prinzen Hſenbarg zu vereinigen, weiches aut 274 
Sept geſchahxe. Somb iſe raͤuate nun plozlich das 


Mganndverſche, und marſchirte To eilig, daß er ſcheu 


am 28. Sept, vei Kaſſel aulaugte, wo er eine feſte, 
-auangreifbare Stellung nahen, fich aber. ſo wenig 
für ficher hielt, daß er ven Marſchall —— 
ine, Verſtaͤrlung bar. Dieſer ſchikte hn 31 Was 

willone uns en, under deuen ei. 
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wiguue A der d neuen Sächfifgen Beginnen 
SBrafen Lauſiz gefuͤhrt befand. 


Oberg / welcher das Verdienſt hane⸗ 5 Hannes: 


ver von den Fran zoſen befreit zu haben, wollte ſich 
‚noch den Ruhm erwerben, auch Heſſen von die⸗ 
| Er Feinden zu remigen. Dies konnte jedoch ‚ee 
eime Schlasht nicht geſchehen. Er machte: alſd be 
- lan, den Prinz von Soubife aus feinem feften Xde 
‚ger auf ein’ bequemes Schlachtfeld za lokken. Aber 
ſeine Maſtalten entfprächen der guten Abſicht nicht; 
Er benahm ſich bei der Ausführung nicht fovorfichtig, 
als es für die Beförderung feines Entwurfs wörbig - 


war, Dir katentöolle, in den Kriegewiſſenſchaften 


ganz eingeweihte Graf Wilhelm von Vaͤtkeburg, 


der mit dem Muthe eines Helden den Stharfblik des 


Theoretikerd verband, bemerkte die auffallenden Zee, 
‚ler, welche Oberg machte, und erhob feine Stimnie 
gegen die ergriffnen Masregeln; ; aber.er wurde nicht 

gehdrt, und das Ungluk, was er vdrausſahe, traf 
ein. Oberg lagerte fh hinter Sandershaufen- Fr 


eben da, wo Dfenburg vor einigen Monaten geſchla⸗ 


den Gedanken, u 


oo. gen, worden war; der. vorige Unfall machte ihn nicht 


weiſer, er ſtellte ſich fo, daß er an der Seite und 


derue 


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im Kuͤlken nicht. Ka war, Sonbiſe kam auf 
mußte natuͤrlich auf den Gedau⸗ 
tn kommen, bie Deutſchen ine Ruͤkken anzafallen. J 
Da enbdlich Oberg aus den Bewegungen der Franzo⸗ 
fen ſchloß, daß fie ihn von Minden abſchneiden 
woltten, ſo zog er fih am 11. Okt. Morgend 4 Uhr 
* gusternberg mi, und ſteace ſieh auf der 


sertieen. gibe in —E es: Kam hiee 
bald zu einem hizzigen Treffen, wo bie Deutſchen 
mit ihrer gewohnten Tapferkeit fochten. Uber De. 


or Dberg die linke Geite noch immer: nicht ges 


. hoͤrig geſichert hatte, ſo uaͤberfluͤgelten die zahlreichen 
| Franzoſen dieſe Flanke, und uͤberwaͤltigten die Al⸗ 
liirten. Die tapfern Heſſen hatten zwar die Franzd⸗ 
ſfſiſche Jufanterie zuräfgetrieben, aber in dem Augens 
bvblilke ihres Sieges wurden fie von der: feindlichen 
Kavpxallerie von der Seite und im Raͤkken angegriffen 
und geworfen. Die Saͤchſiſche Jufanterie vollendete 
| durch. ihre Anftrengungen den Sieg der Sränzofen, . 
‚ Die einbrechendg Nacht gab den Alllirten Gelegen⸗ 
ur „beit, ſſich ohne verfolgt zu werden, üder die Werre 
zurakzuziehen. Sie hatten etwas über 1200 Mann 
an Todten, Verwundeten und Gefangnen nebſt 28 
Kanonen verloren. Die Franzoſen gaben ihren Vers 
luſt nur zu 600 Mann: an, ex fam aber in Wahrheit 
der Einbuße der. Beftegten ziemlich. nuahe. 
Ferdinand wußie den uͤblen Felgen dieſer Mie⸗ 
derlage durch ſeine geſchikten Bewegungen aluͤtlich 
” vorzubeugen ;- er berief den gefihlagnen Oberg mit | 
feinem Korps zu ſich, und ſezte ſich bei Hoveſtadt 
an der Lippe fo meiſterhaft, Daß ſich die Franzoͤſi⸗ 
ſchen Heere durchaus nicht vereinigen konuten. Da 
nun Coutades außer Weſel keine Feſtung dies⸗ 
ſeits des Ryeins in’ feiner Gewalt hatte “und. bie 
ur ſchlimme Jahres jeit anbrach, fo ſahe er ſich gend⸗ 
thigt, unwerrichteter Dinge über den Mhein zuräfjus 
m und Mine F erappen ie awiſchen dieſem 
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See und der Mao, in die ie Biiterquatier uses. 
legen. Jezt konnte ſich Soubi fe ebenfals nicht 
in Heſſen behaupten; er mußte befuͤrchten, durch I 
die ganze Stärke der Allürten erdruͤkt zn werden. | 
Much er räumte feine Eroberungen, und kehrte an’ die 
Ufer. des Mains mid Rheins. zuruͤk, dahiu ‚we. 
vor: Erdffnung des Geldzuges geftanden hatte, Fer 
dinand verlegte: feine Arinee in die Bisthuͤmer 
Muͤnſter, Osnabruͤt, Paderborn und das Koͤllniſche 
Sauerlaud. Der Prinz Vſenburg quattierte ſich ig 
Heſſen und in der Gegend von Frizlar din, Am 
Ende Novemberö war Weitfalen, Heſſen und Hanz E 


.. . höver. durch bie weiſe Tapferkeit Fordi nand's vo 


der Gegenwart. der Feinde, entlafte. Hanau e Hefs 
ſen und ein Theil von Hanuover hatten von den Er⸗ 
preffüngen ber Franzoſen viel gelitten, doch zur Ehre 
der Befehlshaber ſei es geſagt, nicht ſo viel, als 
ihnen die kalte, erfinderiſche Grauſamkeit der Mini⸗ 
ſter zugedacht hatte. Schon im Sommer beſchloß 
man zu Verſailles, die eroberten Laͤnder auf das un⸗ 


barmherzigſte zu behandeln, alles Geld wegzuſchlepe⸗ 


pen, .alle Lebensmittel an fich zu reißen, und ſelbſt 
bie Menſchen zum Franzoͤſiſchen Dienfte zu zwingen, 
“alle Niederlagen durch Deutfche Einwohner zu erfege 
zen.. Des Kriegsminiſter ſchrieb au ben Marſchall 
Contades: gu Ende Septembers muͤſſen alle Länder 
‚dor der Fronte unfrer Winterquartiere m eine voͤl⸗ 
lige Wäfte' verwandelt fein, damit. ed dem Feinde 
‚unmöglich werde, ſich und zu nähern, In den fol⸗ 
genden: Briefen winden dieſe Zioleſſchen Eimapnuns 
gen 


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den: wiederheli. PERSSÜRPICHENIPIEROUEE , 
Ktiegsminiſter: ganz Weſtfalen muß zu einer Eine 
Bde und Wildniß gemacht, und in den fruchtbarſten 
Drovinzen muß aliss bis auf bie, Wuriel in der Erbe." 
ausgerottet werden. Die Franzoſiſchen Generalt 
befolgten dieſe barbariſchen Vorſchriſten nicht genau; 
voch thaten ſich einige Cibillommiſſarien dyrch Une 
thaten fehe hervor; am mehrſten ſtiftete ſich Ehe 
lon, den endlich die. ſpaͤtere Rache der Revolution 
ergriff, in Heſſen ein Dendindt der uuschbiteßen 
Beauſankeit. | ee. 


‚Belbaus va Auttieren gegen bie 
Sranzofen im Jahre 175% — 

203 bei Bergen d. 13, April. 

Schlacht bei Minden di 1. Aug ' 

Zieffen bei. Gofrld an eben dem 1. Ang. 

Befecht bei Fulda d. 30; Nov, F 


Frankreich hatte bisher durch feine ninatlue 
liche Verbindung mit Dejtreich nichts als Uufälle zy 
Waſſer und zu Lande erlitten, wogegen die geringen 
Vortheile, die ſeine Heere zuweilen erfochien/ in 
eine Betrachtung kamen; das Land wurde in uner⸗ 


ſchwingliche Schulden, das Volk in tiefes Elend, 


der Hof im Verwirtuug geſtuͤrzt, und alle Ueberle⸗ | 
—6*— zur See ging verloren. Der Mitiſter ber 
auswärtigen Verhäfmifle, ber Kardinal Bernid, . ' 
ſahe das Schaͤdliche des bisherigen  Siffems ’ein, _ 
von da er Seine Aenderung benirken konutt, ur ex 
eine 


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—s803 ER 


feine "Stelle nieder; der” erfahrne Kriegdmidiſi — 


Belle⸗Isle ſtarb; und der ſchwache, nur in Raͤn⸗ 


ken gewandte Herzog Choiſeul erhielt das Ruder 
des Stats in ſeine Haͤnde. Dieſer war ganz den 
Oeſtreichſchen Intereſſe ergeben, kannte oder bedachte 


die wahre Wolfahrt feines Vaterlandes wenig, und 


alle von Friedrich bekriegten Maͤchte zum Inhalt RE 


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iichem Gluͤkkebeglentet, und Öfneten ihnen bie erfreus . 


hatte einen ſolchen Haß, gegen Friedrich, daß er 
am 30. Dec, 1758 eine noch engere Verbindung zu 


Verxſailles mit dem Wiener Hofe ſchloß, welche die 
Ä Schwaͤchung des Koͤnigs von Preußen, die Ruͤkgabe 


Schlefien’s.an Oeſtreich, und eine Genngthumig für 


hatte, Der: Feldzug wurde daher mit mehr 


Hizze, als je, und fruͤhzeitiger als fonft von Frans : 
zoͤſiſcher Seite begonnen, Die erften Unternehmun⸗ 


gen der Srangofen waren bis Ende‘ Juli's mit ziem⸗ 


Ulichſten Ausſichten, als Ferdingnd's Einſicht und 


Deutſcher Muth am 1. Aug. durch den glaͤnzenden 


ze 


Sieg bei Minden alle ihre glänzenden Hofnungen 


auf einmal niederfehlug und vernichtet, Soubiſe 
' führte am 2. Januar einen zwar ungerechten,. aber 
für Frankreichs Vortheil wichtigen Meiſterſtreich 
aus, indem er ſich der neutralen Stadt Frankfurt 
am Main bemaͤchtigte. Er hatte bloß um den 


Durchmarſch eines Regiments gebeten: der Magi⸗ 


ſtrat bewilligte ihn, ſahe ſich aber zu ſeiner Kraͤn⸗ 
kung bald betrogen, da die einruͤkkenden Sranzofen a 
"bie Stadt ‚förmlich in Beſiz nahmen, zu ihrem 
Hauptquartiere und Hauptwaffenplazze machten, und 
Bene! Sr. Grin. 6. RL I 5 Abth. w. durch 


—406 [ei 

0 * 

‚ni fie eine Gemeinſchaft mit ihrer Rheinarmee, 
mit den Reichstruppen und mit den ‚Deftgeichenn - 
TE  gnknöpften, Diefe Bortheile waren zu groß,rund- 
für die Alliirten zu ſchaͤdlich, als daß nicht. Ferdis 
nand filled hätte.aufbieten folen, fie ihnen wieder Zu 
- entreißen. Er zog daher alle feine-abgefonderten 
i Korps bei Fulda zuſammen, uud brach von hier 
am 10. April auf, um die Sranzofen. zu überfallen, 
‘ihre Magazine zu nehmen ober zu jerfidren, , Frauf⸗ 
fart zu erobern, und die Plane auf Heſſen ruͤkgaͤngig 

gu machen. Uber die Wachſamkeit und die weile - 

- Hoordnung des Herzogs Broglio vereitelte Ferdi⸗ 
nands Vorhaben, Er ‚hatte bei dem Dorfe Ber 
gen unweit Srankfurt. eine der sortheilhaftefteh“ 
Stellungen genommen, und“ feine Truppen in eine 
der ninfterhafteften Schlachtordnungen  vertheilt, 
. Herdinand hielt ihm wicht für fo gut vorbereitet, 

als er ihn. am 13. Aptil wirflih fand. Bon dem 

Beſiz dieſes Poftens hing jedoch die Ausführung: feis 
‚ner Entwürfe ab; er fieß ihn deswegen beſtuͤrmen. 

Seine Truppen hatten einen ſchweren Stand; -fie _ 
mußten gegen ein Darf, das mit 8 Deutfchen,” den 
Fianzoſen dienenden Bataillonen befezt war, anruͤk⸗ 

fen, mußten ſich durch Hohlwege winden, mußten 

über Helken, Zäune und Weinberge klettern, muß⸗ 
en anf-eine Anhöhe klimmen, welche Broglio mit 

dem Kern der Franzoͤſiſchen Briguden erfüllt hatte, - 
Dennoch that der Prinz von Vfenburg mit den Heſ⸗ 
ſiſchen Grenadieren, nnd vom Erbprinz von Brauns 
ſchwis unter eh, einen muthigen und ‚viel Glauͤk 
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witfoiichenden Anarif. ‚Die Femzoſen wichen Sie 


Heffen drangen kühn und fiegend weiter vor.- Aber 


jezt mächtE der. aufmerkſame Broglio eine gefchifte 


Bewegung in die rechte Flanke der Aklirten, weiche 
der Erbprinz beim Vorruͤkken nicht genug hatte dek⸗ 


‚Sen koͤnnen. Dieſes war enticheidend > die Heffen, 


\ wurden zuruͤkgedraͤngt/ ihr Anführer Prinz UHſenburg | 
verlor durch einen Schuß das Leben, der Erbpring 


son. Braunfchiweig mußre gleichfalls weichen. 
gerdi Hand ließ die Angriffe auf Bergen zmal er⸗ 


neuern, eroberte das untere Dorf auch wirklich; aber 


der vbere Theil blieb ihm unerſteiglich; er unterhielt 
jezt nach fo vielen fruchtiofen Verſuchen den übrigen 
Tag hindurch ivsine lebhafte Kanonade, taͤuſchte den 


Feind ſtets mit ſcheinbaren Anflalten, als woilteer 
das Gefecht wiederholen, und zog ſich durch dieſe 
Liſt unangefochten während. der Nacht nach Heffen - 
urüß, nachdem / er 88 Offiziere, 2170. Gemeine an 


Todien, Verwundeten and Gefangnen und 5 Kano⸗ 
nen verloren hätte, 


Diefer Sieg, welcher dem. Marſchall Broglio 
did Deutſche Reichsfuͤrſtenwuͤrde vom Kaiſer ver⸗ 
ſchafte, war fuͤr die Franzoſen das Loſungs zeichen/ 
mit aller Macht in Heſſen einzudringen, welches ih⸗ 


nen um fo mehr gelang, da der Oberbefehlähnber 
- Contad es mit der Hauptarmee vom Rheine her 
nach Giefen; zog, und ſich hernach mit Broglio vers 


einigie, Außerdem: "fanden noch 19 Bataillone und - 

40 Schwadronen am Niederrhein von Weſel bis 

Kölle,  Broglio beſezte Kafſel und Münden, und. 
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Bette den: Meg nach Hannover ur Braunfihroeig 


offen. Allein Eontades hielt es nicht fuͤr rathſam, 


„fo weit vorzurüften, -fo lange bie Adigten durch 


Minden umd Hameln die Wefer in ihrer Ger 
u walt, und durch Muͤnſter die Herrſchaft uͤber Weſt⸗ 


falen, hatten. Er wuͤnſchte daher, ihnen vorher biefe 
Voſten zu entreißen, uud marſchirte durch's Wadern 
bornuſche nach Preußiſch⸗ Minden, welche. Feſtung 


Bröoglio dur die Treuloſigkeit eines Deutſchen 


Bauern unterſtuͤzt am 9. Juli mit Sturm eroberte, 
‚wobei das Fiſcherſche Freilorps grauſame Aus⸗ 
ſchweifungen in der Stadt beging, denen der beſſer⸗ 


geſiunte Broglio endlich mit Gewalt. Grenzen ſezte. 


‚ Die Befazzung von 1400 Mann ward Iriegägefans 
gen. Am 23. Juli eroberte der General. Armen⸗ 


— 


tieres die Stadt Muͤnſter nach einer langen Belag 


.nıng durch Kapitulation. Eontoded nahm feit dem 


34. Juli eine eingeſchloßne Stellung bei Minden in 


einem feften Lager, wo er.einige Wochen unbeweg⸗ 


lich ſtehen bfieb. Der Herzog Ferdinand zog fick 


- um einen Tag fpäter mit feiner Armee hinter Peteyds 


hagen, nur einige Stunden von den Franzoſen ent⸗ 


Weſtfalen's durch eine Haupiſchlacht zu eutſcheiden. 
Er. machte an ber Seite der Frauzoſen allerlei Bes 
wegungen, ließ am 28. Inli Osnabruͤf und das dor⸗ 
tige feindliche Magazin wegnehmen, marſchirte am 
29. von: Petershagen in die Ebne von Minden, und 
ſchloß um Contades einen weirgedehnteh Halbzirkel, 


| wodurch er iha aus feinem feſten Lager herauslokte, 


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ferut, und rüftere.fich, dad Schikſal Hannovers und . 


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ind: Pr einer Schtacht ndthigte. Contades rief an, 
30. das am andern Weſerufer ſtehende Heer des 
Broglio zu ſich, und beſchloß, die Alfürten auf den 


. 7. Aug. mit Anbruch des Tages anzugreifen, Uns 


ſtatt aber gleich mit der Morgenbämmerung den 


Kampf zu beginnen, verfchwendere .er die Zeit mit 


Haltmachen, Ünentfchloffenheit, Zuſammenziehen 


and Stellen feiner Kolonnen, und erſt um 5 Uhr war 


er mit ſeinen Anſtalten fertig. Ferdinand rechnete 


auf eine Schlacht; vielleicht aber waͤre er bei größe | . 


rer Schnelligkeit der Franzoſen doch uͤberraſcht wor⸗ 


den. Um. 3 Uhr ‚erfuhr er durch ueberlaͤufer die BR 


feindliche Abſicht — und. achte feine Gegendvor⸗ 
kehrungen. Das Broglioſche Korps fing den Uns 
. griff auf den finfen Fluͤgel der, Alüirten vor dem 


Dorfe Tonhauſen an, aber durch das Artilleriefeuer — 


aus einer vom Srafen Wilhelm von Buͤckeburg ans 


_ gelegten Verſchanzung wurde er amal fo aurätgedons Bu 


nert, daß er in Unordnung gerieth, wobei fein In⸗ 


fanterift der Alliirten feine Flinte abzuſchießen ndthig 


hatte. Der Herzog. Ferdinand rühmte nachher die 


Geſchiklichkeit des Grafen Wilhelm dͤffentlich, und 


ſtattete ihm feinen verbindlichſten Dank ab, weil 


ohne fein fo treflich gerichteted Teuer der Uusgang 


Det Schlacht nicht ſo erwuͤnſcht geweſen ſein wuͤrde. 
Die Franzoſen hatten ihre beſte Kavallerie in das 


Mitteltveffen geſteilt; dieſe wollte in bie Engliſche 
und Hannoͤverſche Infanterie einhauen; aber die Al⸗ 


lürten Fußvoͤlker wieſen ihre Angriffe fo muthig zu⸗ 


ud und drangen dafuͤr ſo vanfr und anſchloſſen in. . 


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fie ein⸗ daß ſe in die Böse Verwirrung getiethen 


nund mit Schrekken flohen. Jezt trat ein Augenblik 


verweigerte dieſer General, der auf Ferdinande 


der volligen Zerruͤttung bei der Franjoſi ſchen Armee 
ein. Alle ihre Linien waren durchbrochen, alle ihre u 
Brigaden ohne, Bedekkung, alle ihre Schwadronen in 
Zerſtreuung. Haͤtte jezt die Engliſche Kavallerie in 
ſie eingehauen, ſo waͤre das ganze Franzoſiſche Heer 
vernichtet „worden, To wäre eine Niederlage erfolgt, 
‚deren bie Gefchichte nur wenige aufwelſen koͤnnte. 
Der Eigenſinn und die. niedrige Eiferſucht des Englie 
ſchen Befehlshabers der Reiterei, des unedlen Lords 

"Satvill e, verhinderte Diefen ausgezeichnet feltuen . 


Trinmpf. Dreimal ſandte ihm der Herzog Ferdi⸗ 


nand durch Deurfche und Englifche Adjuranten dem, - 
beſtimmiteſten Befehl zum Ungriffe zu; und dreimal, 


Ruhm ueidiſch war, den militärifchen Gehorſam. 
Endlich vollzog der folgende General Granbuidie 
gegebne Order; aber über dem Din«nind Herſchik⸗ 
Ten, dem Unterhandlen und Anräffen war fo, viel 
hkoſtbare Zeit verſtrichen, daß nun die Engliſche Ka⸗ 


2 vallerie zu fpät Fan. . Die Franzoͤſiſche Armee harte, 


= 


ſich von ihrer Beſtuͤrzung erholt, ſie ſtand wieder in 
Ordnung, fie zog ſich Aber 19 Bruͤkken des Bartes 
fluſſes naͤher nach Minden, und Broglio hatte eine 


> fo gute Stellung eingenommen, daß er den Ruͤkzug 
dekte. Der linke Flügel. der Zranzofen ‚wich unter . 


dem Echuzze der Sachſen zur, Die. Befiegten 
rüften wieder. in ihr altes Lager ein; fie zählten 
4000 an Todten und Verwundeten, und 3907 Ges, j 

‚fangut, 


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fangne, 25 Rarionen viele Fahnen und Standar- g | . 


ten ‚waren verloren ;, ‚einige Tage nachher büßten fie 


noch ihr mehrſtes Gepäffe, vie Kriegskaſſe, das 


Kriegsaxrchiv, ‚die Beſazzung und die Magazine zu 
Minden, Bielefeld, Paderborn und an andern Orten , 
ein; : Der Verluſt der Sieger beftand nur in 1300 


Todten und; Derinundeten. Der unwürdige S ake 


‚pille wurde zwar nach England gerufen, und bon 


... 


“ einem dortigen Kriegsgerichte aller militaͤriſchen N 


Wuͤrden auf immer für wufähig: erklärt, aber ‚der . 

Nachtheil ſeines Ungehorſams lounte wicht wieder. 

gu gemacht werden, | 
- Bar’. übrigens der Sieg der Alliirten nicht wo 


groß, als er hei einem beſſern Verhalten Sakv il⸗ 


‚les Hätte werden Können, fo war er doch vdllig ent⸗ 
ſcheidend, und zög den Deutfchen die erwünfchteflen | 


Vortheile zu. Leztere wurden dadurch mit bewirk, 
daß der Erbprinz von Braunſchweig an eben. dem 


Tage ein: fiegreiches Treffen bei Gohfeld, einige - . 
. Stunden weiter herauf an der Wefer, lieferte, He, 
. ftand ein Korps von 8000 Mann unter dem, Befehle 

des Herzog Briffec, welches die Gemeinſchaft mit 


Hervorden unterhalten und bewahren ſollte. Der 


Erbprinz griff ſelbiges mit einem ſolchen Erfolge an, 


daß es gaͤnzlich zerſtreut wurde, und daB 200 


Bauern -3 Tage mit Begrabung der Todten zubrachs _ 


ten; - hiervon gehörten nur. wenige den Allüirten an, — i 


denn ihr Verluſt belief. ſich bloß auf 300 Maun. 
‚Diele neue Niederlage verfezte den Marfchall Cote 
tades in die ie außeaſte·Verlegenheit er war durch 

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En Zu) U Bor Se? 


dieſen Säle von ſeinen Magazinen zu gareiden 


Paderborn und allen naͤher an Heſſen liegenden Orts 
ten abgeſchnitten, er konnte fich nicht einmal’an-der 
\ linken Weſerſeite zurüfzichen. Es blieb ihm kein 
andrer Ausweg übrig, als durch Minden Äber die 
Weſer zu eilen, und an dem rechten Ufer fo ſchnell 
als möglich nach Kafſel zu flüchten. Aber auch hier 
konnte er nicht Stand halten; er mußte ganz, Heſſen 
- räumen, und ſich bis über die Lahn zurüfziehen, 
ülle Vortheile ver Branzofen gingen nun obllig vers 
Toren, Kaſſel ergab fi ſich auf die erfte Aufforderung 


mit 400 Gefunden und 1600 Kranken; Ziegen 


Hain fiel nach einigen Ramonenfchäffen mit 260 
Mann; Marburgfapitulirte nach dem gien Belge 
‚gerungdtage mit goo Mann; Münfter that den 


Naͤngſten und hartnaͤkkigſten Wiverfiand; General u 
Imhof, melden es einſchloß, mußte, durch frifche 


Truppen bedroht, die Belagerung am 6. Sept. auf⸗ 
heben; zu Anfang des Oktobers erhielt ex Verſtaͤr⸗ 


‚ ang, jest fing er die Beftürmung wieder an; im. 


. Unfang bed Novembere traf der Graf Wilhelm von 
- Büfleburg ein, und feiner gefchikten Leitung des 
AUrtillerieweſens iſt es zuzuſchreiben, daß die Beſaz⸗ 
zung endlich am 20. November die Feſtung gegen. 


| einen freien Abzug räumte, 


Die beiden Hauptarmieen der Franzoſen und As 
. Hirten fanden dei Gießen unbeweglich einander 
gegen über, und jede ſuchte bie andre zu verdrängen, 
Contadeõö md Brogliv ſchoben die Schuld der 


erlittuen Unfaͤtle einer auf den abet, und bemuͤhten 


ſich 


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J V 7T. 313 — 


ſich einander zu ſtuͤrzen. Brogfio Bobiel band 
ſeine mächtigere Partei die Oberhand, Coutades 
mußte feine Stelle niederlegen, und jener wurde. 
Oberfeldherr. Nach Erlangung diefer Würde wollte 
Broglie durch einen Meiſterſtreich die Ueberlegen⸗ 
hyeit fejned kriegeriſchen Geiſtes auf eine ausgezeich⸗ 
nete Art in's Licht ſtellen. Cr wollte den Ruͤkken 
der. Alliirten bedrohen, und dadurch ihren Ruͤkmarſch 
bewirken. Zu‘ dieſem Zwek ſtiftete er den Herzz—8 
von Wirtemberg an, daß er mit feinen 12000 
Mann, welche er in Franzoͤſiſchen Sold gegeben 
datte, aus Zranlen aufbrechen, und Kaffel übers 
sumpeln follte, Er fam aber nicht weiter,. als bis: 
Kulda, wo 1000 ‚Sramgöftiche Reiter zu ihn ſtie⸗ 
ften, - Hier griff der Erbprinz von Braunſchweig 
mit 8 Bataillonen und 17 Schwadronen die vor ber _ 
Stadt gelagerten Wirtemberger und Franzofen fb .. 
+ zafch und anvermuthet am 30. November an, daß 
fie mit der ‚größten Eilfertigkeit durch die Stadt 
flohen. Der Herzog felber entkam mit einigen Ges 
"treuen nad) Hammelbufg; er batte ſich eines feind⸗ 
lichen Beſuchs ſo wenig verſehen, daß er wie im tief⸗ 
ſten Frieden einen Maskenball veranſtaltete, ſtatt 
Deſſen er jezt andre Spruͤnge zu machen genoͤthigt 
wurde. Die mehrſten feiner Leute liefen in getheil⸗ 


ten Haufen und auf verſchiednen Wegen dadon; 


ſeine heſte Mannfchaft, vie anserlefenften Grena⸗ 
Diere, 1200 an der Zahl, mußten das Gewehr firels 


ten und ſich gefangen ergeben. Hierauf ging e 


nah Fraulen zuhl, und auch bie. Stanzbfifce 
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| Yänpfäriee wich aus ihrer Stang, doch hielt 


ſie Gießen ſtark beſezt. Ferdinand wunſchte 


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noch dieſen Ort zu erobern, weil alsdann die’ Fran⸗ 
gzöſen bis jenſeits des‘ Mains flüchten mußten. 
Aber die ſtrenge Kaͤlte, und die Abſendung von 


13 Bataillonen und 19 Schwadronen an die Urmee 


des Königs, weiche die bebrängte Lage des leztern 
| erforderte } verhinderten ihn an der. Ausführung: Dies \ 
ſes Vorhabens, . Et mußte ſich mit dem Ruhme be⸗ 
gmnuͤgen, alle die Laͤnder, welche er vor Eröfnuug 

des Feldzuges inne gehabt hatte, wieder in ſeiner 
Gewalt zu ſehen; er verlegte feine Truppen bei Kap 
ſel und. in Weſtfalen in bie Winterqzuartiere, und bie: + 


. Grangofen begogen die ihrigen bei öranffurt, 


gr Preußen , und ein Aben ſeines Weſtfaͤli⸗ 


Seidzus des Königs im Jahre 1759: 
. Schlacht bei Kai oder Palzig d. 23. Jull. 


bei Kunersdorf d. 12. Auguſt. 


Gefecht bei Maren d. 21. November. 


> Sriedrid brachte ben biesjährigeh Winter in 


Breslau zu, wo er ſich mit: Ergänzung der Ar⸗ 
mee, welche 30000 Rekruten brauchte, eifrig be⸗ 


ſchaͤſtigte, die übrigen Regierungs Angelegenheiten: ° 
beſorgte, Unterſuchungen über einige verrätherifcye 


on Unterthanen anſtellte, fich durch Muſik und Dicht⸗ 
Tunft aufheiterte, und mit feinen gelehrten Freliu⸗ 
den in vertraulichen Briefen unterhielt. “SeineLage - 


voar, bedenklich, doch nicht huͤlflos. Nur dad Kös. - 
ſchen 


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ſchen Gebiets befand fi - in feinälicher Gewalt; e 


dafuͤr herrſchte er in Sachſen, , Meflenburg und 
Schwediſch⸗ Pommerg. bis an die Thore von Stral⸗ 
ſund. Die Kriegsſteuern, welche er diefen Ländern 


auflegte, die Kontrihutionen, die er in Franken und - 


“andern Reichöftaten eintrieb, und die Rekruten, die 
ar von den feindlichen Unterthanen aushob, erfezten 
ihm den Verluft, den er durch feine Gegner in feinen ” 
eignen Staten erlitt, mehr als doppelt. Hierzu. 


. Fam, daß er von den Engländern 700,000 Pfund 
" Sterling, Hülfögelder erhielt , die er durch Verringen 


‚sung des inuern Werthes der einzelnen Münzftäffe 
um mehrere Millionen erhöhte, eine Operation, 
welche freilich für viele: Familien, beſonders nach 


dem Frieden, nachdem diefe geringern Geldſorten 


außer Umlauf geſezt wurden, die Zerruͤttung ihrer 


Vermoͤgenbumſtaͤnde zus ‚traurigen Folge hatte, . 


Aber fie war dad einzige Mittel,. den Star während .. 


des Krieged vom Unfergange zu retten. Dagegen 
legte Friedrich feinen Ländern Feine außerorbentlicheng 


Steuern auf, fie zahlten Keinen Pfeunig mehr als 


zu Friedens zeiten, und den verwuͤſteten Gegenden 


erließ. er die Abgaben ‚ganz oder zum Theil. Ehen 
jo ‚wenig machte er Schulden, zu deren Abtragung . 
oft. und die fpätern Generationen nach ‚halben und " 


ganzen Jahrhunderten die Eoflbarfien usd druͤkkende 


Pen Opfer ‚bringen muͤſſen. Seine Feinde hingegen 


mußten zu beiden verhaßten Mitteln, zu laͤſtigen 


Kriegsſteuern, und zu ſtatsverderblichen Auleihen 


u itre Aut ame, Das Einzige, woran es 


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nah ihrer Meinung dent König. ndlich festen, 


und was ihnen den Sieg verfchaffen würde, war die 
ndthige Meyſchenzahl. Aber der Ruf von Frie⸗ 


d rich's Thaten, die puͤnktliche Bezahlung ber Trup⸗ 


pen, die Lift, und die freilich nicht immer auf 


das redlichſte zu Werke gehende Geſchiklichkeit des 


Werbe⸗Oberſten Kalignön zog aus Polen und 


dem ganzen Deutſchen Reiche eine ſolche Menge 


kriegsluſtige Leute zu feinen Fahuen, als er mur im⸗ 


mer verlangen konnte. Er trat im Fruͤhlinge 1759 


mit 142,000 wohl geräfteten Streitern auf den 


Kampfplaz; fie waren in 3 Armeen vertheilt, wos 
von er die eine felber in Schleflen, die andre Prinz 
Heinrich in Sachen, ..umd bie britte Graf Dohna im .. 


- Pommern und in ber Mark befehligte, Allen diefen - 


. ftanden "aber 230,000 Feinde, naͤmlich 120,000 


Deftreicher , 60,000 Rufen, „20,000 Schweden und 
30,000 Meichsvblfer entgegen, 
Friedrich beſchloß in den erſten Monaten 


bed Kriegsjahres 1759 blyß vertbeidigungs— 


weiſe zu verfahren, um eiſt abzuwarten, wie und 
auf welche Art ſich die Maßregeln der Feinde ent⸗ 


wikkeln wuͤrden. Er bezog daher in der Mitte des 


Maͤrz noch kein Feldlager, ſondern ließ ſeine Armee 
dan Fuße der Schleſiſchen Gebirge von Schweidnig 
bis Jauer und Loͤwenberg in Kantouirungs⸗ Quar⸗ 
tiere ruͤklken. Der Feldmarſchal Daun that in 
Böhmen daffelbe, er verlegte fein ‚Heer zwifchen der 
Sfer und Elbe von Trantenan bis Reicheubach 


in aͤhnliche Quartiere, Um den Fortgang ber 


* feine 


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feindlichen Unternehnmingen ° zu Kernen r Befah 
Friedrich feinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, 
won Sachfen aud die Faiferlichen Magazine bon. Eger 


"bis an die Elbe bin zu zerſtoͤren. Hein rich brach 


fm April von. 2 Drten ber der rauen Gebirge und 
der ſchlimmen Jahreszeit ungeachtet fo kuͤhn und 
ſchnell in Boͤhmen ein, daß diejenigen Oeſtreicher, 


welche Die. ¶ Magazine dekten, ‚nicht zum Befinnen, 


nicht zu Gegengaftalten kommen konnten, Er ſel⸗ 
. = er führte die eine Abtheilung uͤber Peterswalde und 


Nollendorf nad) Leutmeriz und die. umliegenden Ges 


genden, nertrieb die Kroaten und zerftörte alle Mas 
gasine zu. Uußig, Lowoſiz, Leutmeriz un 
Bupdin und verbrannte alle. dortigen Elbſchiffe. 


Mir eben fo viel Gluͤk und Hoc glänzenden. Dora 
theilen fuͤhrte General Huͤlfen den andern Theil 
dleſer Unternehmungen aus. Er. drang uͤber Bade 


berg nach Kommatau und Saatz, nahm bei 


Priesniz ein ganzes Korps von 2500 Mann nebft 


ihrem General Meichard gefangen, ohne daß ein 


einziger entlanı, und vernichtete daß große Maga⸗ 


zin zu Saat. Dieſe wichtigen Streifzüge waren 


bereitd am 20, April geendigt, und fämmtliche 


Preußen zogen ſich nun nach Sachfen zurüf, Dee 
den Feinden verurſachte, und den Seldmarfchall em⸗ 
pfindlich kraͤnkende Schade war fehr groß; bloß.an 
- Diehl wurde fo viel zerſtoͤr, daß ein Peer von 


) 


"50,000 Mann ein halbes Jahr davon hätte zehren 
bnnen; des Brodtes, des Habers und des Heues 


fir, 23009, Savallerifen noch nicht zu ‚gedenken, | 


Nach⸗ 


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Mahhen Yon der drinz Heinrich uf bieſe 

Weiſe die Entwuͤrfe Daun’d auf eine Zeitlang ges. , 
lähmt hatte, beſchloß er, einen aͤhnlichen Plan gegen 
die an Sachſens uud Bohhmens Grenzen gelagerten 
Reichsvoͤlker auszufuͤhren: dies bewirkte er im 
Mai. Er zog ſeine Regimenter bei Zwikkau zu 
fammen und marſchirte von 4 Seiten her gegen die 


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MNeeichsarmee, und ein mit ihr verbundenes Korps 


Deſtreicher des Generals Maoquire. Der General 


Ein ruͤkte uͤber Adorf uud Aſch, Knobloch über 
Saalburg nach Kronach, Bamberg und Wuͤrzburg, 
and Heinrich mit der Hauptarmee über Hof und 

- Münchberg bis Boreus. Alle Abtheilungen trieben 
die aufgeſchrekten Feinde vor ſi ch her, draͤngten fie 


bis an die Baierſchen Grenzen zuruͤk, zerſtorten ihre 


Magazine bis hinter Nuͤrnberg, nahmen ihnen 3000 
Gemeine und 60 Offiziere von hohem Poſten als 
| Gefangne ab, nnd erbeuteten. anfehufiche) Kriegs⸗ 


ſteuern in’ Franken. Gem hätte Heinrich die: 


Reichsarmee durch eine Hauptſchlacht fo geſchwaͤcht, 
daß fie fuͤr die Zukunft zu allen Uuternehmungen 
untuͤchtig wuͤrde; aber theils Hatte fie hinter Näens, 
berg eine vortheilhafte, faſt unangreifbare Stel⸗ 
lung genommen, theils fehlte es ihm auch an Zeit, 
feine Vortheilel weiter zu verfolgen. Die Bewegun⸗ 
gen der Ruffen . und Defireicher machten zu 

. Anfange des Juni ſeine Ruͤtkehr⸗ nach Sochſen 
nothwendig. 
Die mehrſten Sorgen wurden dem Könige 
durch bie Ruf l en, giregt; ; er ‚abe, vorher, daß 
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fe Pr dies Jahe, da fe. in der Abe do = 


Brandenburg: lagen, ‚größere Unruhe verurſachen 


wuͤrden, als in den vorigen Feldzuͤgen, wo · ſte aus· 


weiter Entfernuug hervorruͤfkten. Er war daher 


frühzeitig. bedacht, ihnen ſo viel Abbruch als möge 
Lich. Zu mun, "um ihre Operationen aufzuhalten. - 


Auch bei ihnen ‚gebrauchte er hierzu das Mittel 
der MagazinsZerfiörung. 


Er erfuhr, daß fie zu 
Poſen einen ‘großen Vorrath von Lebensmitteln 
aufgehaͤuft hatten. Diefen zu verwuͤſten, ſchikte er 
"den General Wopersnow mit 5 Bataillonen und: 5 
- Schwadronen. ab. Woperbnow ließ ein ordentlich 


4. 


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‚ ‚Manifeftvor fich her gehen, worin er den Polen era Du 


Härte, daß fie die Preußen nicht als Feinde zuiben _ 
trachten haͤtten; es waͤre den Ruſſen der Winter⸗ 
aufenthalt i in ihrem Lande, und der Aukauf von Ma⸗ 
gazinen verſtattet worden; fie muͤßten ven. Preußen 


_ ähnliche Gefälligfeiten "erlauben, und därften ihre 
Durchzuͤge nicht übel deuten. Ehe er nach Poſen 


‚eines Eleinen Polnifchen Despoten,. welcher den Vors 
wiz hatte, ſich zu Friedrichs Feind aufzuwerfemt - 
. Died war der Zürft Sulkowski; diefer errichtete 
Magajine fuͤr die Ruſſen, warb Truppen ·fuͤr fie, 


= md antwortete in Öffentlichen Schriften auf. Ste 


drichs Beſchwerden trozzig und verwegen. Mon 
persnow nahm ihn'in feiner Reſidenz Rieſa die 
“ziemlich weit von Schleſien's Grenzen lag, wit ſei⸗ 


“nen 200 Gardeſoldaten gefangen, und ſchikte ihr 
nath Glogau, wo er bis zum Frieden fuͤr ſeine 
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marſchirte, beftrafte er noch vorher die Kuͤhnheit J 


aufs 


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Unbeſomedhet bäßen. mußte, Nach dieſem am 24 | 


Febr. vollzognen Streifzuge marſchirte Wepersnow 


“nach Poſen, und volfuͤhrte feinen Auftrag mit Sta 


and Nachdruk; er zerſtorte alle Nuffifchen Vorraͤrhe, 


und ſchleppte alle vorgefundnen Wagen, Pferde, 
Kanonen und Kriegsgeraͤthe mir nad) Schleſien. N 
Diefer Vorfall konute die Ruſſiſchen Unterneh⸗ 


mungen zwar etwas verzogern, aber nicht. vdllig 


verhindern. Sie legten bald wieder ihre Hauptnie⸗ 


.derlage in Poſen an, und zogen unter Anfuͤhrung 
des Grafen Soltikof, Ihres jezzigen Oberfeld⸗ 


herrn, ihre ganze Macht bei dieſer Stadt in ber 
Mitte des Juni gufammen, um fich in die Mark 
Brandenburg zu begeben und mit den Deftreichern 


In ‚vereinigen, - Sriedrich gebot beöwegen bem 


. General Dohna mit feiner in Pommern liegenden 
Armee, welche noch Verſtaͤrkung erhielt, ben Ruſſen 
bis in Polen hinein entgegen zu gehen, und ſie auf 


ihrem Manfche anzugreifen. Dohna räfte dber vie 


Warte, zerftörte einige kleinere Ruffifche Magazine 


zu Browberg, Ragosno und Inin, fehrieb Lebende 
mittel von den Polen aus, ging aber aus Mangel 
an Nahrung wieder. über die Warte zuruͤk. Hierbei 


verſaͤumte er, wie ihm Sriedrich Schuld giebt, die 
- bequeme Gelegenheit, die Ruſſen zu ſchlagen. Sie 


marfchirten in. der Nähe der Preußen mit folcher 
Unordnung, daß fie mit Bortheil angegriffen werben 
konnten. Uber Mangel An Einigkeit unter den 
Preußifchen Generalen, an Thätigfeit und Ent⸗ 
ſhloſſenheit bei Dohna ließ dieſen koſtbaren Zeit⸗ 

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Yun. gur Zerrantung de Ruſſen s“ Metern? 


angenuͤgzt voruͤbergehen, und zog die traurigſten 1) 


gen für Friedrich nach ſich. Beide Armeen ruͤlten 
. tun, in geringer Entfernung von einander, Ind 
Brandenburgiſche ein, um fich daſelbſt des Hungers⸗ 


gu erwehren. Friedrich war Über Dohna’s Ver⸗ ö 
halten. fo unzufrieden, daß er ihm ven Oberbefchl: 


nahm, and ihn unter dem ſchonenden Vorwande der 
Wiederherftellung ſeinet geſchwaͤchten Geſundheit 
ganz von der Armee entfernte, Dafuͤr ſchikte er den 
General Wedel, einen feiner Lieblinge, mit unımts 
fehräntter Vollmacht zur Dohnaſchen Armee, und bes 
fahl allen übrigen Generalen, demſelben, ob er gleich 
einer der füngern war, wie einem Dittator wie 


dent König ſelber zu gehorchen. Wedel Hatte zu. 


"gleich. den mißlichen Auftrag, unangefragt eine 


ESchlacht zu liefern, wenn er die Bereinigung ve . 


Sluffen mit einem Oeſtreichiſchen Heere von 30000 

Mann, das Laudon herbeifuͤhrte, nicht auf auvre 
Art verhindern konnte. Mißlich war dieſer Auftrag, 
weil Wedel weder feine Truppen, noch die Feind, 
noch die Gegend kauate, und unter den mehrſten äls 
tern Getieralen, die,über feine Erhebung eiferfüchtig. 

„waren, wenig treue Nathgeber fand, Er kam erſt 


am 32, Juli bei.der Armee zu Zuͤllichau an, und . 


(dom. am folgenden Tage lieferte er in voͤlliger Un⸗ 
bekanutſchaft mit allen feinen Vethaͤltuiſſen eine - 
Echlacht, die hoͤchſt ungtäflich endete; Die Ruſſen 


waren den Preußen an Menſchen⸗ und Kanonenzahl . 
ſeht uͤberlegen, und bei Pal zig hoͤchſt vortheile 


Sauas Dr oeſa · 6. Th. J. abid⸗ ) haft 


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beging noch manche andie Unvorfichtigkeit. Der , 


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Vortrab wich. vor dem Kanonenfeuer in Unerdnung 


zuruͤk. Dies verſezte die Preußen in folche Hizze, 
"daß ſie ſich nicht die Zeit nahmen, eine Linie in ge⸗ 


hoͤriger Ausdehnung gu bilden, ſondern daß fie im. 
BE einzelnen Bataillonen anruͤkten. Ihr Angriff ge⸗ 


ſchahe daher nicht im hinlaͤnglichen Zuſammenhange, 
"nicht. mit dem nöthigen Nachdrukle. Die Ruſſen 


hatten nun Muße genug, das Darf Palzig, bee 
ſonders den Kirchhof mit zahlreicher Artillerie zu bes 


AIczzen. Die Preußiſchen Bataillone draͤngten zwar 


bie vorwaͤrts ſtehenden Ruſſen bis an das Dorf, . 


‚aber hier wurden fie mit fo wuörderifchem Kartätfepene 
“ feuer empfangen, daß fie weichen mußten. Die gen 


[2 


ſchlagnen Bataillone wurden indeffen durch nenange⸗ 
lommne erſezt, und der rechte Fluͤgel bewegte ſich 


trog aller Hinderniſſe der Gegend vorwaͤrts. Allein 


die Ruſſen hatten waͤhrend deſſen eine ſo lang ausge⸗ 
pehnte Linie formirt, daß fie die Preußen uͤberflu⸗ 


gelten. Ein Preußiſches Bataillon nach bem’andern _ 


mußte ſich mit Verluff nah Kai zuruͤk ziehen. Die 


Kavallerie war gluͤklicher gewefen, ſie hatte ſich . 


durch ein Gehoͤlze gezogen, und. in einen Theil dep 
Ruſſiſchen FZußvolks vom rechten Sluͤgel eingehauen; 


fie. mußte jedoch. wegen ber Flucht ihrer Infanterie 


alle Vortheile fahren laſſen und gleichfalls zu TE 


eilen. Die Schlacht dauerte von 4 Uhr Nachmit⸗ 


sag bis Sonwenuntergang, und. koſtete den Preußen | 


m: Todten, Werwunderen und. Gefangnen ‘5009 
j Mann. 


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a Mm empfinblichften is war der Tb des —* 


derrieth und ein Opfer derſelben ward. 


-Am 24. Juli ging die Preußiſche Armee aͤber die J 


Oder· zurüß, ohne von den Siegern verfolgt zu wer⸗ 


ben, Die Ruffen marſchirten darauf nach Kroſ⸗ 


fen, und von da am reihten Dpderufer herunter nach 
Frankfurt, wodurch ſie Berlin ‚bedrohten, 
Nichtd konnte die Vereinigung der, Oeſtreicher mit 
ibnen mehr verhiudern. Laudon, welcher 30000 


Mann befehligte, theißte fein Heer, et ließ 12000 


- Mann unter Haddik im der Lauſiz, und mit‘den 
_ abrigen igoco, großtentheils Reitern, ruͤkte er 
nach Frankfurt, wo er am 3, Auguſt anlaugte, und 
ſich an die Ruſſen anfchleß: Friedrich verließ, 


-. von einer ſchwachen Bedekkung begleitet, nunmehr 


die Schleſtſche Armee und -eilte in-die Mar; um 


Berlin zu reiten, und bem weitern Vordringen Ver 


” Buffen ein Ziel zu ſezzen. Bon Schleſien Tonnte 


er Beine: Truppen nitmehmen,/ j weil Daun’ gegens 
über ſtehende Armee von 79,060 Mann feine. Vera 
ringernng des Heers erlaubte. - Dagegen mußte 
Heinrich von ſeinet Armee anſehnliche Abthellu⸗ 


gen aus Sachſen unter Huͤlſen und Fin? nach der 


- Marl. fenden; und‘ diefer Prinz felber erhielt ben 


Oberbefehl aͤber das Schleſiſche Heer, um die Ver⸗ * 


einigung D aun’s mit den Ruſſen zu hintertreiben, 


. welches er auch nach Wunſche zu Stande brachte. 


gemein s am unken ur ber Oder Me 
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nerals Wopersndw eines talentvollen und er | 
fahrnen Kriegers, welcher die Schlacht ernftlich wi⸗ 


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ging am 11. Auguſt unterhalb ‚Srankfurt. bei, 
— WMeltwein über biefen Fluß, und ſtellte ſich mit 
40000 Mann: zwifchen Trettin und Biſchofſee / deu 
"7° Muffe entgegen, welche, das Landonſche Korps mits 
gerechnet, noch einmal fo ſtark waren. Die Ruſſen 
. fanden zwiſchen Frankfurt ind Kunersdorf 

auf verſchanzten, durch eine ungeheure Artillerie 
vertheidigten Anhdhen. Der rechte Fluͤgel war durch 
die Oder und eine Sternſchanze, der. linke durch 
Buͤſche und Suͤmpfe gedekt, "die Fronte durch tiefe. 
Gruͤnde, "und die Zugänge durch kuͤnſtliche Verhaue 
verwahrt. Dennoch befchloß fie. Friedrich anf 


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den 12. Auguſt anzugrefen. 3. 
Vgach ‘einer weiſen Anordnung ſezte der König 
Morgens 3 Uhr, von dem Dorfe Oetſcher aus, die 
Armee in Bewegung. Es ſchien indeſſen, als ober 
die Gegeud umher nicht genau genug kannte. 
Denn der Marſch wurde unerwartet durch Teiche 
und Gebuͤſche gehemmt’; die Truppen mußten große 
Ummege machen, die Kanonen, die nicht umlenken 
J konnten erſt abſpannen, und dann umwenden, auf 
dieſe Art viel Zeit verlieren und ihre Kräfte erſchoͤ⸗ 
"fen, Gegen Mittag trafen ſie, ſchon ermüder, am 
Srie ihrer Beflimmung ein. Nun wurde die Slanfe 
"des Hinten Ruſſiſchen Fluͤgels angegriffen, und vim _ 
. 3 Preußifchen Batterien’ befchoflen ; welches Feuer. | 
"die Hufen aus 100 Kanonen noch nachdräflicher. bes" 
 "autworteten, Da dies nichts entfchied, fo befahl | - 
Friedrich, die Ruſſiſchen Verfhanzungen zu beſtuͤr⸗ 
"men, Ein gefaͤhrliches Wageſtuͤt, welches die 
EB = ne rl Preußi⸗ 


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Vreutiſchen Grenadiere muthig beftanden.. Sie 


arbeiteten ſich durch Verhaue, ſenkten ſich durch... 
Gruͤnde, kletterten gegen Anhoͤhen. Die feindlichen 
Be Kanonenbugeln trafen fie in ganzen Lagen. Den⸗ 


ngch drangen die heldenmäthigen Prenßen vorwärts, 


eritiegen die Nuffifche Batterie mit efaͤlltem Bayo⸗ 


net, und trieben die Ruſſen mit einem entfezlichen 


Segel aus ihren Verſchauzungen. Der ganze 
linke Fluͤgel flohe in Unordnung ‚ ließ alle‘ Artillerie | 

zuruͤk, und nur eine einzige. Verſchanzung auf den 

Judenkirchhofe dekte die Weichenden. Es war 6 


Uhr Abends, als die Schlacht dieſe fuͤr die Preußen 


ten die erſtaunende Zahl won 180 Kanonen erobert, 


mehrere Taufend Gefangne gemacht, und eine große \. " 
Menge nievergehanen, . Eilboten flogen nach allen 


Seiten, ‚um ben. Preußifchen Sieg zu Berlin, in. 
Sachſen und Schlefien zu verkuͤndigen. Aber plöze 


lich aͤnderte ſich die Scene; das GIÄE wandte ſich 

von den Preußen, fie otsforen eine der größten Zu 
Schlachten des Jahrhunderts. ‚Die Preußiſche In⸗ 
fanterie des rechten Fluͤgels hatte alles gethan, was 


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nur zu fordern war; aber ihr Sieg konnte nicht bes - 


muzt, nicht vollfländig gemacht werben. Die ganze 


Uch, ihre Niederlage beiſpiellos geworden, Aber 
um weur ni bie- Preufen befand ſich ibre ⸗ 
ganze, 


Zu 


\ Begend zwifchen Kunersdorf und den Anhoͤhen war 
“ mit verwirrtſtehenden Haufen, Ruffen angefuͤlt; 
waͤre hier ſogleich Preußiſche Reiterei zum Einhauen 
bei der Hand geweſen, fo woͤre ihr Schikſal ſchrek⸗ 


gluͤtliche Wendung nahm. Sie waren Sieger, hate 


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um 320 — 
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j hanze Kaballre auf. dem linken Flaget, add 

fehlte es hier am einer beträchtlichen Anzahl Geſchuͤz. 
Das Gefecht würde fortgeſezt, das Finkeſche Korps 

und der. Preußifche linke Flügel, der noch nũchts ges 

. than hatte, in Bervegung gebracht, und die Kavallge- 
-- sie herbeigerufen,, Auch Seidlig, welcher mit 
‚einer beſondern Abtheilung das Oeſtreichſche Huͤlfs⸗ 
korps in Unthaͤtigkeit ethalten Karte, mußte feinen 
Poſten verlaſſen, und in's Shlachtgewuͤhl eilen. 
Seidlitz machte Gegenvorftellungen, aber.der König 
beftand auf feinem Willen, und jener mußte gehors . 
. hen, - Diefer Umſtand wurde hoͤchſt nachtheilig. 
- Randon bekam him freie Hand, er nahm mit feis 
nen ausgeruhten Truppen am Kampfe Theil, und 

gab der Schlacht zum Vortheile der Ruſſen den Aus⸗ 
fſchlag. Er ruͤkte mit feinen 18000 Streitern hinter 

dem rechten Fluͤgel hervor, und flel die abgemattes 
ten, und in Verwirrung gerathnen Preußen von ber. 


Seite und im Nülfen an, und brachte fie zur poͤlli⸗ 


gen Flucht. Auch die Ruſſen hatten ſich wieder ge⸗ 
ſammelt; ſie behaupteten den Judeuberg: 50 auf 
„der. Anhdhe gepflanzte Stuͤkke und dad Meine Ges 
I wehr der wieder erſezten Regimenter machten unter 
den anruͤlkenden Preußen deſto größere Lukken, weil. 


bei ſich wegen des eingefchränften Bodens in Haufen 


drängen mußten. Die Reiterel war niche gläfficher; 


56 Kartärfchenfeuer zerriß ihre Züge und Glieder, 


ſie geriethen unter das Fußvolk, und die Zerruͤttung 


wurde allgemein. Jezt wich afles zuräl, und ums 


ve! 


x. 


ſonſt frengte grledrich Dim, weſehle An“ 
| ſehen, 


a’ 


- 


nu se7, nen. 


: ſehen, Gewalt an , u, nuͤr einige Baia 
zum GStehen zw bringen; Snfanterie ‚ Ravallerie,, 


4 


Artillerie ſtuͤrzte im verworrnen Gedränge nad) ben ' 


Oderſchiffbruͤkken kein Bataillon hatte ſeine Leute 


beiſammen, ganze Regimenter ſahen wie einzelne. 


Kompagnien aus, noch nie war bie Prenßiſche Armne 


in folch-efnem zerruͤtteten Zuſtande geweſen. Haͤtten 
ihnen die Bieger mit Hizze nachgefezt,, fo waͤre ihre 


Niederlage fuͤrchterlich gewoſen. Aber die Feinde be 


guůuͤgten ſich mit dem Ruhme des Triumpfs, und 
ließen den Preußen Zeit, über bie Sciffbräkten zu 
entfommen: Der Gmeral Wunſch, welcher auf 


der linken Operfeite fland, hatte‘ die Auweiſung, das nn 


von den Ruſſen befeste Frankfurt einzunehmen 1 
ben Feinden den Ruͤkzug über die Oder abyafgnee. 


ven. Bunſch führte feinen Auftrag gluͤkllich aus; = 


er nahm die Frankfurter Beſazzung gefangen, und 
beſezte die Oderbruͤkke. Wäre die Schlacht gewons 
nen worben, fo hätten. die Ruſſen auf diefer Seite 


- "nicht entfliehen koͤnnen. Über gegen die Nacht ließ 


Soltikof die Stadt wieder auffordern; Wunſch 
urtheilte hieraus mit Necht, daß die Schlacht für 
Friedrich verloren fein möfle; se 308 ſich daher eilfers 


tig zuruͤf. 


Der Prenßifche diebmalige Verluſt war der J 


größte i im ganzen 7 jaͤhrigen Kriege; ;, fie hatten Sooo 
Todte, 15000 VBerwundete, und 3000 Gefangne, 


ihnen die 180 erbeuteten Ruſſiſchen Kanonen und 


voch 109 der Fer ur Die Generale 
Seid⸗ 


* 


— alſo mehr als die Hälfte eingebuͤßt; dabei wurden . 


' ! 


J — z28 —E 


Zr Prinz Wirteriberg. Sat, Helſen, Pte 
| zenblig Waren verwundet, Puttkammer erſchoſſen, 
alle Truppen beſtuͤrzt. Sriedrid ſelbſt hatte eine, 
obwol leichte Wunde, . Geige Kleider waren von 
J Kugeln durchloͤchert, 2 Pferde ſtuͤrzten unter ihm, F 
ein goldnes Etui, das er in der Taſche trug, rettete 
ſein Leben, indem es eine Kugel auffing und ermat⸗ 


.. tete. Endlich war er der) Gefaugennehmung nahe, 


Er war einer der lezten, ver vom Schlachtfelde _ | 
‚ wid. An einem Hohlwege, durch welchen ihn ſein 
Weg fuͤhrte, wurde er von Tauſenden der Feinde 


umringt, ſo daß er ſich ſelbſt fuͤr verloren hielt, und 


zu dem Maior Prittwiz ſagte: es iſt vorbei. Rein! 


antwortete Prittwitz; ich habe 100 Huſaren bei wir, 


“und fo lange noch ein Odem in une ift, ergeben wir . 
uns nicht. Er hielt Wort, er vertheidigte ſich nicht 


vloß, fondern griff felbft au, und hielt die Feinde in 
folder Entfernung, daß Sriedrid gluͤklich nach 


Oetſcher, dem Hauptquartiere der vorigen Nacht 
gelangte. Dieſer Dienſt wurde hernach koniglich be 
lohnt, indem Prittwiz ein Landgut von etlichen 


hunderttauſend Thalern zum Geſchenk erhielt. — 


Die Feinde hatten gleichfalls einen bedeutenden Vers 


luſt erlitten; die Deftreicher und Rufen hatten ges 


felber geftebt s6acd Maun Einbuße feines Heeres 
noch einen ſolchen Sieg erfechte, fo werde ich bie 


ade nach Peteröhurg bringen wife FR 
‚Die 


) 


- Wi 24000 Todte und Verwundete. Soltitof 
E zu, und fagte in der Kolge zu Daun: „wenn ich 


Nachricht davon allein mit einem Stabe in der 


vi” . Y 
ı 
®. 


=. zu‘ ‘= 2 — — Eu | 


Die Urfahen der Pteubiſchen Niederlage wei ” 


ſabr verſchieden angegeben, und es ſcheint dem Ga 
| ſchichtsfreunde faſt uicht moͤglich, hieruͤber zur ent 

ſcheidenden Gewißheit ‚gu gelangen, ' Sriedrid 
erzaͤhlt in feinen binterlaßnen Werken, daB der Pring 


von Wirtemberg aus Ungeduld oͤber die Unthaͤtigken 


der Kavallerie zur Unzeit die Verſchanzung der Rufe \ 
fen auf dem Judenfirchhofe Angesriffen habe, aber 
zuruͤlgeſchlagen worden fei; die Auen, fer 


- fort „ hätten jedoch, zugleich eine große Batterie nahe 


. bei diefem Kirchhofe verlaffen. Die Preußiſche nahe 
ſtehende Inſanterie wäre berbeigeeilt, ı um diefe Bat⸗ 


"serie zu beſezzen, noch haͤtte fie 150 Schritte tun. “ 


bürfen, um ihren wel zu erreichen; da wäre Ihr in 


großen Verfü in der Nacht den völligen Ruͤkzug 


dieſem kritiſchen Augenblik der wachſame Laudo n 
zuvorgekonnnen, welcher alsbald die Preußen wit 
Kartaͤtſchen begruͤßt hätte, Archenhofz. meint, 
der Koͤnig haͤtte den Kampf nach der Ueberwaͤltigung 
des linken Ruſſiſchen Fluͤgels nicht erneuern ſolen; 
hoͤchſt wahrfcheinlich. würden. Die Ruſſen bei, ihrem 


angetreten haben; nur. bei hellen Tage hätten fie ge : ° 


; glaubt, in ihrer legten Verſchanzuug fichter, als auf 


j . ‚der ofnen Flucht zu fein, Aber Fried rich glaubte, . 


wie dieſer fonft ſo gründliche, und. anmuthige Ger 


ſchichtſchreiber weiter berichtet, niches gethan zu In | 


. ben, fo lange noch etwas zu thun übrig war, 


wollte die Ruſſen nicht nur ſchlagen, fondern * ur 
vernichten. ’ Seine Generale ‚fchilderten ihm de. 


u Baflofen. auflanb feiner Rappen, welche durch 


_ eine 


‚ BEE — 330 * 
äne Anftrengneg von 15 Stunden auf dem Dans . 
‚Abe und im Gefechte einen neuer Kampfe ünterlies 
gen wärden, Der König achtete dies nicht. - Seid⸗ 
lin -fagte eben daſſelbe; nun wurde Friedrich 
‚Jweifelhaft und wankend. „Was meint Er denn u 


rief er dem eben herzukonnnenden Wedel entgegen, : 


% 


welcher troz der Niederlage bei Rai fein Vertrauen 
bebielt. Wedrel war ein Hofmann, und ſtimmte 
aus Schmeichelei den Wuͤnſchen des Könige be 
uUnd nun erſcholl das ungluͤkliche: Manſch, vor⸗ 
vaͤrts! — Tempelhof hingegen, dieſer ſach⸗ 
kandige und kriegserfahrne Hiſtoriker will es nicht | 
gzugeben, daß der Sieg ſchon geſichert, und ein 
neuer Angriff überfläffig geweſen waͤre. Der König, 
fügt er, hätte durchaus’ nicht Halt machen dürfen, . 
wenn er Sieger werben wollte. "Die Raıffen waͤren 
noch lange nicht bis zu den Indenbergen getrieben 
worden, wie man gewoͤhnlich glaube, Rei Erobes 
sung des Ruſſiſchen Geſchuͤzzes haͤtten erſt 8 Ba⸗ 
taillone gekaͤmpft; der ganze aͤbrige Theil der Ar⸗ 
mee haͤtte noch keinen Mann verloren gehabt. Frie⸗ 
drich hätte alſo auf eine wohl überlegte Weife, und 
milt großer. Wahrſcheinlichkeit des Gewinnens den 
Kampf fortgeſezt. — Bei dieſen verſchiednen An⸗ 
ſichten der Dinge ſtimmen aber alle Erzähfer t daria 
überein, daß Laudons Dazwifchentunft und 
mufterhaftes Verhalten das Mehrfte zum Siege der - - 
MRuſſen beitrug. - Diefe Gerechtigkeit ließ ihm auch 
die danfbare Kaiferin Elifaberh wiederfahren; ſie 
ſchenlte ihm einen golden, reich mit Diamanten be⸗ 
ſezten 


\- > 


⸗ 


NT J m 331 — 
eꝛten Degen; „ Sand jedem von ii —* Bi 
“ gimente 5000 Mubel; doch wurden die Ruſſen dabei 
uicht vergeſſen. Sol titof erhielt die Feldmar⸗ 
ſchallswurde, jeder andre General den Andreasorden, 
und jeder Gemeine einen Halbjährigen Sold. Noch 
Neß ſie To viele Gedaͤchtnißmuͤnzen auf dieſen Sieg 
ſclagen, daß 2 Wagen damit beladen werden mafis 
ten, un fi fie der Armee zur Bertheilung zuzufahren. 
Bei der Beſchreibung der Kuneréedorfer Schlacht 
kann kein Deutſcher des ‚edlen Majors von Kleiſt, 
spe blumenreichen Saͤngers des Fruͤhlings, des Lieb⸗ 


ingzedichters ver Nation, vergeffen, Nah Erftuͤr 


mung 'breier Batterien ward ihm durch eine Kugel. 


v 


Be rechte. Hand zerfihoffen und daran durch eine | 
ariatſche der rechte Fuß zerſchmettert. Hinter die 


Fronte getragen blieb er feinem Schikſal äberlaffen. 
Unmeuſchliche Koſalen riffen "dem Blutenden dad 


Hemde vom Leibe, und warfen ihn im einen ſchlam⸗ 


— migen Graben, wo er die ganze Nacht nalkend fies 


gen mußte. Erſt am folgenden Tage fand ihn der 


>. Wuffifche Hauptmany von Stakelberg, und ließ ihn 
nah Frankfurt fahren. Hier ſtarb er nach eini⸗ 
den Tagen und erhielt von den Feinden, die feing -- 
WBVerdienſte ehrten, ein wuͤrdevolles Begraͤbniß. 
Die Ruffen thaͤtten jezt mit einem Schlage den 


gangen Krieg beendigen konuen, wenn ſie mit 3— 


ESchnelligkeit uͤber die zerſtreuten Ueberreſte der flie⸗ 
henden Preußen hergefallen wären, und fie einzeln 
aufgerieben haͤtten. Aber fie blieben auf dem 
entire ao ftchen and” Kae ſich, 

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Br 392. * 


8 PY ie eh die adewwundven Zende Arten 
4 72:79 ‚griedrich ſchlief in der Nacht nach dieſem 
Schrelkkenstage eine Meile davon in bein Dorfe Oet⸗ 
fiher im einer ‚von den Koſaken zerſtoͤrten ofnen 
Bauerhuͤtte auf Stroh ſo gut und feſt, als wenn er 
nachl einem guͤnſtigern Schikſale auf einem weichen La⸗ 
ger ruhete, ſo ſehr ſchien er den Schlaf wie-die heftig⸗ 
ſten Triebe in feiner Gewalt zu haben. Um ih ber, 
lagen fein Adittanten auf ber bloßen Erde; ein, 
Grenadier wachte vor. bem Haufe, . Bei'm Erwa⸗ 
chen fand er kaum 5000 Mann bei ſich. Er glaubte 
ſchon Berlin: von den Feinden befezt uud geplündert, 
. and den Abgrund ded Verderbens geoͤfnet. Doch) _ 
. verließ ibn fein Muth, und feine Heldenkraft i in den- - - 
bvaͤngſten Augenblikken nicht. Er ließ den Offizier S 
rufen, welcher vor einigen Tagen die Nachricht von 
Ferdinand's Siege bei Minden uͤberbracht, und 
‚welcher auf feinen Befehl bis jezt gewartet hatte, - 
um für- ben Herzog ein Gegenkompliment mitzunehs _ 
men. Es thut mir Leid, ſagte der Koͤnig zu ihm, 
aß meine Untwort auf ihre gute Borfchaft nicht. 
beſſer ausgefallen iſt. Wenn ſie indeß auf ihrem 
Ruͤckwege noch gläftich durch die Feinde kommen, 
.„nicht ſchou den General Daun in Berlin, unb 
. „Eontabes in Magdeburg finder, ſo verfichern" 
„ſie den Herzog, daß noch nicht viel verloren, ſei.“ 
Dieſe nur hingeworfenen Worte wurden bald ale 
richtig befunden. Friedrich's Selbſtvertrauen, wo⸗ 
mit er ſich uͤber ſein Geſchik erhob, und die Thaͤtig⸗ 
keit, womit er das Zandem der Zeinde zu feinem 
.. Ä Vor⸗ J. 


—X 


\ 


! 


— 333 — 


\ ⸗ 


Vortheile Binupe, brachte: vie dhiſſen um alle 


GBGBruͤchte ihrer Siege. Am Zuge nach der Schlachtt 
> ging er bei Reirwein uͤber die Oder, zug alle Fluͤcht 
—1* an“ fich,. vereinigte ſich mit dem: Geueral 


Wunfd, rief den General’ Ateift niit söoo Mann 
ons Pommern zumäf, und ließ aus den Zenghäufern 
zu —** and Käftrin-Gefihäz kommen. So befand 


er ſich in kurzem wieder an der Spizze von 28000 = 


mit allen Beduͤrfniſſen wohl, verſehnen Soldaten, die 


den Feinden eben ſo furchibar, als vorher waren. 


Er floͤßte ihnen durch eine Rede, wie er in gefährlie 
chen Zeitpunften gewohnt war, Muth ein, ficherre 
Berlin, dekte das Kurfuͤrſtenthum, und ſchikte nach 
„einigen Wochen den General Wunſch nach Sadye 
fen ab. Daun drang unaufhoͤrlich in den Fflo⸗ 
marſchall Soltikof/ feine Voltheile gegen den 
‚König eifriger zu verfolgen; aber dieſer gab DIE 
trokne Antwort: „Mein Here, in dieſem Jahre 
„habe ich genug gethan, ich habe 2 Schlachten ga 
„wonnen, die und 27000 Mann koſten. Um mid) 
zauPs- neue in Thaͤtigkeit Ju feggen, erwarte ich, 
„daß arich fie ihrer Seitd 2! Siege erfechten; es iſt 
„nicht billig, daß die Truppen meiner Kaiferin alleas | 
„allein thun ſollen.“ Dacy- endlich ließ er ſich dep 


“wegen; mit. Danneine Zufammenfunft zu Gu⸗ 


ben in der Niederlaufi is zu halten, um ben fernern ” 


Arigrifeplan mit ihm zu verabreden. Daum, wel⸗ 


her mit feiner Hauptarmee in der Raufiz ſtand, hielt 
‚ed. nicht für rathſam, ſich mit den Ruſſen zu verein 
wis, weil‘ ihm der Prinz vbeiatio an der 

u. Sqle⸗ 


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Shhleſiſchen Grane große Veſreguie Im. Räte " 


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erwebte, und ihn dadurch zum Rüfzuge nad) der Ober⸗ 


“ 


lauſiz nad dem Kurfuͤrſtenihum Sachſen antrieb. 
‘Er verlangte yon Soltikof nur. dieſes, daß er an 


der linken Oderſeite bliebe, Glogan zu erobern 


ſuchte, den Koͤnig von Sachſen entfernt hielte, und n 
fuͤr fi fi ch und bie Deſtreicher die Bintgrousitiere in 
Schleſien zu bewahren trachtete. Dafür verfprach 
er, fuͤr die Verpflegung der Ruflifchen Armee zu 


ſorgen. Soltikof genehmigte unter. der leztem 
" Bedingung bie gethanen Vorſchlaͤge, und marſchirte 
nach Chriſtianſtadt am. Bober. Aber hier faud 
er keine Lebensmittel, und nicht einmal die Anflafe ' 
"ten dazu. - Dies erbitterte ihn fo fehr, daß er fen 

"gleich nah Kroſſen marfchiren, und uͤber die dor 


tige Oderbrälte an die Polnifche Gränge ziehen 


wollte, um feinen Magazinen in Poſen näher zu. fein, : 


5 


Das hieß fo viel als den Feldzug beendigen. Sol⸗ 


ikof hätte Died gewiß augenbliflich. gethau, wenn 
.. Ab wicht Die einfchmeichelnde Beredtſamkeit des 
Fraugzdſiſchen Markis Mont⸗ Nlembert, der als Ge . 
- fandter der Ruffifchen Armee folgte. noch wieber be⸗ 


fänftigt, .umd zum Suge nah Slogan beredet 


. hätte. Daun konnte fein VBerfprechen unmoͤglich 


erfällen, da bie. Ruſſen jeben Tag 1400 Scheffel 


Mehl brauchten, und zu Bostichaffung deſſen, fo vor - 

der Fonrage 2400 vierſpaͤnnige Wagen erfordert 

wurden. Man bot den Ruffen dafuͤr Geldbezahlung 
an. Allein Soltikof erwiederte: meine Soldaten 
een Fein Geld. Er erhielt darauf von Daun 
noch 


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woch ine neue Berfiitung v von r0,000 - Mau, 


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welche Glogau erſtuͤrmen "helfen. ſollten. Aber 


- Sriedrich Fanf ihnen von Sag an aus zuvor, er 
verſperrte ihnen den Durchweg vurch die Hohlwege 


von Nenſtaͤdtel, und ſezte die Nuſſen durch dieſe 


Kuͤhnheit in ſolches Erſtaunen, daB fie glaubten, er 
habe ſich mit feinem Bruder vereinigt... Sie fießen 
daher von Bin gan ab, marſchirten und) Karolot, 
. "mid fezten bier. am 24. Sept. über: die Ober. Es 
eutſtanden ‚bald darauf zwiſchen Soltikodf, 8 
General Laudon und den. andern Oeſtreichiſchen Be⸗ 


fehlshaber ſolche Uneinigleiten, daB es zu heftigen, 
bittern Antworten kam, und daB Soltikof auf die 


Aufrage, was: das Oeſtreichiſche Huͤlfokorps bei 
den machen ſollte, kalt erwiederte: es kaun machen, 
was es will, ich gehe nach Poſen. Nur der glatte 


yüngige Franzoſe verzögerte durch feine Lieblofungen 


dies Vorhaben fo lauge, bis am 20. Okt. ein Pe⸗ J 


tersburger Kourier den Befehl zu einer Unternehe 


mung auf Breslau brachte, Die Nuffifche Ar 
mee mußte alfo. wieder vorwärts raͤtken ‚ fie mars 
ſchirte nad Herrenſtadt. Doch: Friedrich 
war gleichfalls uͤber die Der gegangen, und auch 
diesmal ben Ruſſen auf dem Marſche nach Bres⸗ 


Lau zuvorgekommen. Herrönftabt, ber Paß das 
- hin, war von einem Freibataillon befezt, und befam 


bald Verſtaͤrkung. Sol tikof verlangte. die Uehers 


Gabe des Orte unter Vedrohung ver Einäfcherung, 
Die Preußen antworteten, daß fie Befehl haͤtten. 
die Stans zu, vertheidigen, wenn auch die Ruſſen 


nach 


8 * 


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5. 336 
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— ihrer Brwohaßeit mordbrennen pre. Der - 
‚ Bamont fegte den ſtolzen Soltikof in einen fin 
Brimm, daß er bie Stadt Durch Haubiszen au 
4 Orten. in Brand ſtekte, und nach Loſchang des 
Feuers, das Anzuͤuden wiederholte and nicht eher 
Fuhte, ala bie die Stadt ein Aſchenhaufen war, .' 
Denzioch Eormte-er fie nicht eroberis - Mit diefer 
‚ = Barbasifchen: That .endigte er den Feldzug. Um 24 


Okrober zog er aller Bitten: des Franzoͤſiſchen Ge⸗ 


. fondten ungeachtet nach Polen in die Winterquar⸗ 


tie, Die flammende Stadt Gurau und 12 bren⸗ 


nende Doͤrfer bezeichneten den Weg einer Arwee, die 


"ihr Verfabren dadurch entſchuldigte, deß fie ungen \ 


wielen fei den Preußifchen Unterthanen nichts als 
Kuft und Erde zu laſſen. Eine Entſchuldigung, 
die noch empdrender als die Verwuͤſtung felber iſt. 


‚ Brandenburg und Schleſien waren am Ende 


Oftobers- von den befchwerlichfle ihrer Feinde bes: 
freit, nad zwei errungne Siege. verfchaften den Buße 
fer kejnen Fußbreit Land. Aber die empfindlichſte 
Kraͤnkung erlitt: Friedrich gerade von einer Seite, 
wo er ed nicht erwartet, und von eier Armee, von 
der ed kein Menſch vermuthet hatte, DeReihie 
armee, die bisher jahrelang das Geſpoͤtte ber Zeite 
genoſſen gewejen war, machte jestin wenig Wochen 
ſolche wichtige Eroberungen, wie fie Daun. ſeit 
‚mehrern Feldzuͤgen mit, feiner „großen Armee eifrig 
zZewuͤnſcht, und doch vergebens verſucht hatte. 
Durch den Zug der Preußen gegen bie Ruſſen bei 
Brentfar war Saale, bis auf die Beſazzungen 

ff 


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Di 


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ar. — 


9— ganz von rbpyen aubidt dies brachte vie: 
Reichsvoͤſler, von Daun ermuntert, auf den kuͤhnen 
Gedanken, auch einmal Thaten zu thun, die ihnen 
J wirkilch gelangen. Der Herzog von Zw eibräßs. 
„ten,. Oberreichsfeldherr, rüfte im- Unfauge vd 
Aug. mit 30,000 Mann in das Herz von Sachfen, 
und bemächtigte ſich nach kurzer Gegemmehr. der 
Staͤdte Leipzig, Torgau und Wittenberg, 
Die Preußifchen Befagzungen ,. die Biel zu ſchwach 
waren, ſich auf die Dauer zu halten, nnd vhnedem 
viele unzuverlaͤſſige Leute, Sachſen und Ueberlaͤufer, 
gnthielten, mußten ſich fuͤr gluͤcklich halten, daß 
man, ihnen einen freien Abzug bewilligte, Durch 
dee freilich ſehr leicht zu bewirkenden Eroberun⸗ 
gen zu. hoͤhern Unternehmungen angefeuert, bei 
—* die Reichsvoͤller, ſich durch ein ſchwereres 
Beginnen einen Namen zu machen; ſie beſchloſſen 
Dresden einzunehmen. Da ihnen nach ſtarken 
J Truppenverſendungen, um das uͤbrige Sachſen zu 
behaupten, nur 14, bis 15,000 Mann zur Belages 
zung Dresden’s übrig blieben, ſo erfuchten fie 
den Feldmarſchali Daun um Unterſtuͤzzung. Die⸗ 
“fer verſtaͤrkte fie durch den General Macquire bis 
auf 30,000 Mann, und nun wurde die Einfchlies 
‚Bung Dresdens raſch begonnen, die: Eroberung: 
aber mehr durch fuͤrchterliche Drohungen, ale durch 
gewagte Unternehmungen verſucht. Lange verach⸗ 
tete ber bekannte muthvolle Kommandant Schme t⸗ 
tan alle dieſe Schrekbilder, lange ſchlug er bie aus 
j gebotene Kapitulation. ‚aus; endlich aber, am 4« 
Gallus Brei & Eu LM (V) . Sept 


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Eat. gerade zus Zeit, wo der Weſnal Buie 

. ya feiner Hälfe, und zum Entfaz, der Feſtung her⸗ 
beieilte, willigte er in die Uebergabe, und unters 
zeichnete die ‚Kapitnlation, worauf die Elbbruͤkke 
und das Pirnaiſche Thor ſogleich von den Oeſtrei⸗ 


chern befezt wurde; die kigentliche Mäuntung. der 
- Stadt und Feſtung follte erſt in einigen Tagen erfole '- 
gie Wunfch, der-von.diefem Vorgänge nichts 


wußte, ſtand damals noch 2 Meilen von Dresden; 
dvoll Begierde, das. bedrohte Dresden zu retten, 
brach er aͤm folgenden Morgen mit der Tagesdaͤm⸗ 
merung auf, hieb ſich durch die im Wege ſteheudui 
leichten Truppen der Feinde gluͤcklich hindurch, und 
drang bis an die Vorſtadt. Sein Aublik erfuͤllte 


- den Kommandanten Schmettau mit Wehmuth, 


den Vicekommandanten Oberſten Hofmann aber 
mit einem kuͤhnen Entſchluſſe. Mehrere Offiziere 
waren ber Meinung, man’ dürfe die Kapitulation 
nicht halten, da fie anf die falfche Vorausſezzung, 


| . daß gar Feine Hülfe zu erwarten fei, geichloffen 


worden wäre; man. Fine 'dje Feinde, weldje Bloß 
ein Thor befezt hatten „ leicht wieder vertreiben, 
Schmettau verwärf dies, und gebot, dem Ver⸗ 
“ sprechen getren zu bleiben, Der: Dberfte Hofmann 
hielt es unter diefen Umftänden nicht für Unredpt, 
anuch ‚ohne. Befehl nach den Eingebungen feines 
Muthes zu handen. Cr forderte die Hauptwache 

| auf, ihm zur Beſtuͤrmung des Thores zu folgen, 
und ſchoß auf den ſich weigemden Wade» Offisier 
‚fine piſtole, womit er jedoch nicht traf, ab. 
Die 


\, 


Be 339. — N 
Die Wache F gegen. ihn, gener und ſchoß 9— 
dald todt. Dadurch. wiirde der. Verſuch zur Be⸗ 
bauptung Drespens- vereitelt, Wunſch zog 
fich zuruͤk, und. Schmetkan hielt fen Wort. 
8Zriedrich war Aber den Verluſt eier Siabi, | 
= welche die Elbe beherrſchte, fo unwillig, daß er dernnr 
General Schmettau Aller ſeiner ſonſtigen großen 
Vewienſte ungeachtet verabſchiedete, und aus ſel 
nem Dienſt entfernte. Seine Erbitterung entſtand 
vornaͤmlich daher, daß er eine Feſtung, vor welcher 
keine Laufgraben erdfnet, in deren Wall noch 
keine Breſchen gefchuffen: wären, übergeben hatte. 
Und’ in der That ſcheint dieſen herzhaften | Krieger ii | 
dem entfcheidenden Augenblikte feine gewohnte Geiz 
ſtesgegenwart verlaſſen zu haben, ſo wichtige An⸗ 
triebe zur Uebergabe er auch hatte, ſo groß die Ent⸗ 
ſchuldigung für fein Berfahren auch ſein mag. Von 
emem Manne wie Schmettau laͤßt es ſich von, 
ſelbſt nicht. anders denken, als daß er nach wohl⸗ J 
‚ Werdachten Gruͤnden gehandelt haben muͤſſe. Dieſe 
beſtanden in Folgendem. In der Mitte des Auguſis 
erhielt er ein eigenhaͤndiges Schreiben von Frie⸗ | 
drith, worin ihm diefer das Ungluͤk von Kunersdorf — 
meldete, die faſt unuͤberſteigliche Schwierigkeit, m. 
Huͤlſe zu: fenden, berichtete, ud im Fall, daBee >» . 
Dresden übergeben müßte, Die Anweiſung ertheilte, 
durch Eine vortheilhafte Kapitulation die großen dort 
befindlichen Geloſchaͤtzze zu retten. Wun ſch mars. 
ſchirte zwar mit einem beſondern Korps zum Entfa — 
| nach Sacſen, er bitte auch a rechter Zeit vor 
2: 2). 4 Dreo⸗ 


\ Fass 
— 4 


Dresden eintreffen Koen, wenn er gerade wi 
‚hin geräft waͤre. Aber auf Friedrichs Bekehl mußte 
er ſich erſt mit der Wiedereinnahme von Wittenberg, 

und Torgau aufhalten; und dabei beging man den 


geiler, daß man dem Grafen Schmiettau nicht die 


J geringſte Nachricht zukommen ließ. Seit 27 Tagen 


wußte er nicht, was außerhalb der Feſtung vor⸗ J | 


ging. Er glaubte ‚daher aller Hofnung zum Entſaz 
vobpollig betarht zu ſein; und war einzig und allein 
bedacht, die: kdmiglichen Kaſſen, welche die erſtau⸗ 
uende Summe von’ 50 Tonnen Goldes. in fich faß⸗ 


. 5; : gen, nebft einem freien Abzuge der Garniſon fuͤr 


griedrich zw erhalten, welches ihm von den kaiſer⸗ 
lichen und reichsſtaͤndigen Generalen, welche Wun⸗ 
ſehſe 8 Ankunft wußten, gern bewilliget wurde. 
Mit Schnelligkeit eilte Wu nf nad Torgan 
| zart , wo feine: Gegenwart: hoͤchſt noͤthig war. 
‚Denn 10,000 Mann Oeſtreicher und Reichstruppen 


v 


hatten ſich hier verſammelt, und ſezten der kleinen 
Preußiſchen Beſazzung fo heftig zu, daß dieſe ſchon 


unterliegen wollie. Auf die Meldung, daß Wunſch 
komme, ſtellten fi) die Feinde bei Siptiz im 


J Schlachtordnung. Aber Wunſch gif fie am &- 


Sept, ob er gleich durch kleine Detaſchements ge⸗ 
u ſchwaͤcht, nur: 4090 Mann bei: ſich Hatte, ſo vor⸗ 
fichtig und muthig an, daß er ſie ganz zerſtreute; 

2 Preußiſche Dragoner⸗Esladrous warfen 3 kaiſer⸗ 


liche Reiter: Regimenter über den Haufen, und far: 


men der Zufanterie in ben Müffen, woburd) ber - 
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‚Der erbenfsten 8 Kandnen, und das ganze vager , 


welches ihnen Preis gegeben wurde: War hies Ges 


fecht gleich mit, feiner Schlacht zu ‚vergleichen, ſo 
hob es doch den gefunknen Muth der Preußen wie⸗ 
der, und floͤßte den Reichsodikern, die ſchon uͤber⸗ 
muͤthig zu werben anfangen wollten, auf's neue 
durcht und Reſpekt vor dem Preußiſchen Namen 
ein. Wunſch ging bald noch weiter. Nachreinis 


gen Tagen forderte er Leipzig auf, und bewilligte 


den 3 daſelbſt liegenden Reichsbataillonen nicht ein⸗ 
mal den begehrten freien Abzug, ſondern drang ih⸗ 
- gen die Kriegsgefangenſchaft ab. Ueber dieſe That 
wurde Daun aͤußerſt aufgebracht „. da fie Wunſch 
im Angeficht ‚einer. feindlichen Macht von 36009 
‘ Mann vollzog, und er, jezt mit Fink vereinigt, 
hoͤchſtens 10,000 ‚Soldaten zaͤblte. Daun befahl 
dem Herzog von Zweibruͤkken, ſogleich wieder vorzu⸗ 
dringen, das Wuuſcheſche Korps anfzuheben, und 
“bie, Saͤchſiſchen ‚Städte wieder zu erobern, 
- Bunf ch gerierh nun in. eine, bedenkliche, Lage, 
er verſchanzte fich bei Zinna, und wartete auf ven 
Prinzen, Heinrich, welcher ihn auch) bald aus der. 
Vebraͤngniß befreite. Heinrich kam im Aufang 
Ottober gluͤklich bei der Elbe an. Sein March 
war eig Meiſterſtuͤk, und wurde allgemein bewun⸗ 
dert. Daun ſtand mit 70000 Wann bei Bau⸗ 
en und. tonnte ihn völlig einfchließen, Der 
Mrinz 309 ſich um die, Defiteicher ‘herum, er. Indie | 
ſchirte “des Nachts "mit fo vieler Geſchwindigkeit und 
Vorſicht, daß ev bei. Horerswerde er 

Sept 


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— 3 — FE 

ert den nic ahnenden Generat MWehla wie 
28 Offizieren und 1400 Gemeinen uͤberraſchte und 
"gefangen nahm, woburch "er. ſich den Weg nach 
Sachſen völlig dfnete, ehe noch Daun wußte, daß 
er fich nach diefer Gegend gewendet habe, "Daun 
glaubte Aus den verftellten Bewegungen der Prene 
‚ Ben, daß fie nach Schlefien zum Könige geben wolle 


te, er richtete feinen Zug dahiny uud. verlor auf die 


tz Märfche, Heinrich konnte nun tücht mehr. 
verhindert werden, die Elbe. zu paſſiren und zung 
General Wunſch zu ſtoßen. Daun, eilte eben da⸗ 
“ Yin, um Dresden zu deffen, und mit der Reichs⸗ 
armee verbunden, Meiſter von der Elbe zu bleiben. 


Heinrich hatte bei Torgan eine vortheilhafte 


Stellung, and welcher ihn Daun durchaus vertrei⸗ 
ben wollte, damit er ihn von der: Gemeinſchaft mit 
Wittenberg und Leipzig abſchnitte. Jedoch 
‚ber Prinz erfuhr diefe Abfi cht, ſchlug am 29. Olib. 


Ein weit vorgeruͤkltes Korps unter Ahrembeyrg, 
machte 1400 Gefaugne und behauptete” feinen: 

‚ polen, \ 
Als die, Rufen Schlefien erlaffen hatten, fo u 
Torre Friedrich feine Armee gleichfalls nad) Sachs 


- fen ziehen, Er felbft litt an heftigen Zufätten. des 
Podagra, und kounte nicht im Felde bleiben; er be⸗ 


gab fich zur Wiederherſtellung feiner Geſundheit 


nah Glogau, und ſchikte feine mehrſten Truppen 


unter Huͤlſen nach Sachſen, wo fe am 4, No⸗ 


vember ankamen. Friedruch folgte, ihnen, ob⸗ 


glei noch nicht ganz hergeſtellt, und vereinigte 


ſich 


3 


7 


en u. 348 — 


Ach am 13. Nov. mit feinem Bruder, über on 2 


fen Betragen er fo zufriedeu war, daß er bffentlich 


ſagte: „Heinrich iſt der einzige General, wel⸗ 
Bye in dieſem Kriege keinen Fehler gemacht hat,” _ 
- Dann z0g fi: nad) Friedrich's Aukanft eiligfi bis 
Wils druf zuruͤk, und ſchraͤnkte ſich auf ein kleines 


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Stuͤt non Sachen zwiſchen Dresden und Böhmen u 


. ei Friebrich wollte ihm auch dieſes Stuͤk ent⸗ 
reißen, und ruͤkte daher bie Dreöden vor. Wahre 
„ſcheiulich würde Dann aus eignem Antriebe nach· 


Böhmen gegangen fein, aber der König wollte feinen 


Kuaͤl zug befchleunigen, er fchifte Deswegen den Gene⸗ 
tal Sin mit: einem befondern Korps von 13, biß 
13,600, Mann um die feindliche Armee herum nach 
dem Dorfe Maxen im Gebirge, Diefe Stellung 


eſollte dazu dienen, den Deftreichern mit der Abe", 


ſchneidung ihrer Zufuhr aus Möhmen zu drohen, 


‚und. fie folglich zum Abzuge ans Sachien zu bewe⸗ 
‚Wegen. Allein fie war hoͤchſt gewagt, weil Fink 
vom Könige entfernt wurde, und fich von der feindd 


lichen Armee ümfchloffen fand, Dieſer fahe die Ges 


- fahr, und machte dem Könige Gegenvorſtellungen; 
Friedraͤch wies ſie unwillig zurüf, udd forderte 


Gehorſam. Zink marſchirte alſo an einen Ort, der 


Für ihn bald fo traurig, und fuͤr den König fo 
ſchreklich merkwuͤrdig wurde. Daun kounte einen 
fo gefährlid) poſtirten Feind nicht. dulden, .er bes 
ſchleß ihn mit, 40,000 Mann Deftreichern und - 
"Reichötruppen von allen Seiten ber anzugreifen 
id vollfuͤhrte Fin Verheben am 20. Now mit Klug⸗ | 


— 


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heit und Muth, Die Kaiſerlichen uflisgen bie 


| hoͤchſten beſchneiten und von Froſt glitſchendgeworde 
nen Berge, zogen Acht⸗ und Zwoͤlfpfuͤnder muͤhſam 
hinauf, und zeigten eine Außerordentliche Standhaf⸗ 


tigkeit. Die Preußen wurden von den beſezten Au⸗ 


Noͤhen nach einem heftigen Widerſtaude vertrieben, 
ihre Flanken vom Kanonenfeuer befitichen, durch 


das angezuͤndete Dorf Maren und durch Haubijgras. | 


—E 


gefangen worden; daher erhielt er zur rechten Zeit 
Beine Hälfe, Zwei Wege fehienen ihm nur hoch 


naten in Unordnung gebracht, und überall, wo fie 
einen. Ausweg zur Flucht ſuchten, zuruͤkgeſchlagen. 
Begen Abend zog Fink frine geſchlaguen Bataillone 
auf einigen Höhen zuſammen, aber er ſahe ſich von 
allen Seiten umringt r.und befand fich im Vergleich 


. der höher, liegenden Steilberge im. Grunde, feine 


"Truppen harten ifre Munition verſchoſſen; alle an 
"den König geſchikten Boten und Briefe waren aufs 


übrig, Gefangenfchaft ober Durchſchlagung. Das 


| legte bieß fo viel als vie Leute dem augenfcheinlichen 

Tode weihen, fie muthwillig aufopfer, Der Koͤ⸗ 

vig hatte Oeſtreicher genug gefangen, es Tonate alſo 
leicht ein Austauſch getroffen werden, Indeſſen 
verſprach Wunſch mit feinen Reitern durch Die Bes 


günftigung der Nacht einen Verſuch zu machen, . 


‚ sermittelft eines Umweges zum Könige durchzudrin⸗ 
gen. Er kam, obgleich mit großer Gefahr mid Lang⸗ 


ſamkeit etwas vorwaͤrts. Fink berief darauf einen 
Kriegsrath, welcher das Durchſchlagen für unrath⸗ 
m, und bie Ergebung an bie Feinde für nothe - 

wendig” 


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J zas . 


Ä wendig erklaͤrte. Der General Rebentiſch begab 
ſich eine Stunde vor Tagesanbruch am 21. Nov. - ' 
zu Daun, um zu unterhandeln; dieſer forderte 
eine unbedingte Uebergabe, und zugleich die Rüfbes . 
rufung von Wunſch, welches alles endlich bewils, 
ligt wurde. Wunſch kam zuruͤk, und war der 
einzige General, welcher die Kapitulation verwarf. 
Saͤmtliche Preußen 16 Bataillone und 35 Schwa⸗ 
dronen, von Tr Generalen angeführt, 'fireften dad 
Gewehr; nur einige Huſaren entwifchten, um ber 
Könige die verbräßliche Nachricht zu bringen: Das 
Gepaͤlke blieb ungeptündert, aber. 71 Kanonen, 24 
Epmbartes und.g6 Bahnen fielen in feindliche haß 
Fink, überhaupt ein tapfrer und erfahrner 
—* hatte nach vieler Kenner⸗ Meinung ſeine 
Pflicht gethanz aber Friedrich urtheilte anders. 
Dieb Ungluͤk, ſchrieb er an D’Urgens, hat. mich 
fo beräußt-, daß Ich mich von“ meiner Beſtuͤrzung 
„nicht ˖ erholen kann, Dies bringt alle meine Mas⸗ 
regen im Unordnung, ‚md geht mir tief in's 
re Beſtuoͤrzung, Gram, Unwille, Aergerniß 
Anagen ‚an meiner Seele, Wann werden doch mei⸗ j 
‚ae Qualen ſich enden? Er gab Finken Schule, 
daß er die wichtigſte Anhoͤhe nur habe mit Huſaren 


9 beſezzen laſſen, wo nachher die Feinde ihr ſchweres 


Geſchuͤz hinpflanzten; daß einige Regimenter ihre 
Schuldigkeit verſaͤumt, und die Generale außer 
Wunſch die Ueberlegung verloren haͤtten, indent 
ihnen noch 2 Auswege uͤbrig geblieben waͤren; ‚fie: 
hätten entweder anf dem Wehe “e der * 


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— 34 — 


dlate Freiberg. erreichen ji öder aber Gleebateln nach 
- Böhmen entkommen, und: von da durch mancherlei 
- Art wieder nach! Sachſen gelangen koͤnten. Dieſe 
Gruͤnde mochten vermuͤrhlich auch das nach dent . 
Frieden unter Zieten's Vorſizze angeordnete ' 
Kriegsgericht beſtimmen, ſaͤmtliche Generale außer 
Wunſch für ſchuldig zu erklaͤren, und die 3 vor⸗ 


7 mebmften, Zink... Rebentifch und Gersdorf zum. 


. Keflungsarreft zu verurtheilen. Sie erhielten jedoch : 

nuach einiger Zeit Die Freiheit wieder, und gingen im. 
‚ fremde Dienfte. Die gefangen Fufanteries Regie - . 

menter verloren nach der Zurullunft die Ehre des 
"> Birenadiermarfche®, — 

Daun ſchikte die eroberten Fabnen na Bin; 
wo fie im Triumpf in die Eaiferliche Burg geführt 
wurden. Die Dejtreicher fanden dieſen Sieg für . 
"glänzenider, als die Preußifche Gefangennahme der - 
Saͤchſiſchen Armee bei Pirna. Nach einigen’ Tagen - 
vob der kalſerliche General Bed unweit Meißen 
den Pteußiſchen General Dierke wit 1400 Mann 
- auf, welche wegen des ftarken Eisganges nicht Über 


die Elbe Formen konnten. Nach diefen glöflichen 


Begebenheiten konnte Daun freilich nicht Daran ges 
denken, Sachſen zu verloffen- Friedrich blieb. 
indeſſen troz ‚aller Niederlagen und Unfälle. feftents 
ſchloſſen, die Deftreicher aus dem legten Sächfifchen 
Winkel zn verjagen. Er Heß daher dem Erbprinz 
How Brounfehweig mit 12060’ Mann von der Allire ' 
un Armee. nad) Steiberg fommen, wo or felbex 


das # REIHE nahe, und alle. Unhesuemliche. 
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euen wit feinen Solbaien. cheilte. Es Yan on 


zw. einem: Winterfeldzuge, dem- einzigen, ſchraklich· Fr 


ſten, und ‚wie: es dem, Urtheile unparteiiſcher und 
ſachkundiger Maͤnner ſcheint, dem unnäjzeften feiner 


gt, Der Minter war ungewöhnlich firenge der | 


Schnes Tag: Shen tief, dennoch mußten die Truppen, 
auf ofnem Felde bleiben, . Endlich bezogen Die Pren« 


‘gen zwar feit dem 12. Januar 1760 bei Wilsdruf 


ı Meile von Dresden in den Doͤrfern Kantonirungs⸗ 
— ——— aher die Lagerzelte blieben unter freiem 
Himmel: ſtehen, und 6 Bataillone, die alle 24 


Stunden abgeldſt wurden, mußten darin die 
Wache beziehen, welches die ganze Armee die Reihe 

herum ging. Die kantonirenden Soldaten konnten 
da den Dörfern wicht unterkommen, weil dit Offie 
ziere die Haͤuſer einnahmen; die Gemeinen bauten 
. fih daher Brandhuͤtten, wo fie Tag und. Nacht 

Feuer ufterbielten, halb an ſelbigem orateten, und 
hdbalb. froren, und.dabei nur Waſſerſuppen und Koms. 


misbrod zur Nahrung hatten. Dieſer Zuſtand war 
noch zu ertragen; aber traurig wurde ihr Loos, 


— wenn ſſie in's Lager rüffen mußten. In den übers 
frornen Zeiten legte ſich vft ein Mann auf denandern, .. 
am nur einige Glieder zu erwärmen; andre liefen 

wie Rafende umber, und eine Metige erſtarrten ſo 


daß fie nie wieder erwachten, Kein Regiment kehrte 


aus biefer Eiswache i in die Dörfer zuruͤk, ohne ſtine J 
Todten nad Kranken betraͤchtlich vermehrt zu haben. 


Augenzeugen verſichern, daß dieſer Winterfeldzug 


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forte Edlehietz PRESS aber nvicht ſo in die 
Augen fiel, weil der Abgang gleich durch Pd 
erſezt wurde. Die Oeſtreicher ahmten das Beiſpiel 
Friedrich s nach, und erfuhren in ihrem Lager bei 
Bauen unweit Dresden eben daſſelbe Schikſal; 


\ bei. ihnen ſtellte fich noch dazu eine Seuche ein, 


welche bianen 16 Tagen 4009 Menſchen hinriß. 


* 


geldzus des Königs tim Za hre 1760; 


Gefecht bei Landshut d. 23. Juni. 
‚Solace bei’ Riegniz b 15: Auguſt. 
bei Torgau d. 3. November, | 


Friedrichs Rage war durch den vorjährigen j 


dveldzug verſchlimmert worden, und das Gluͤk fing - 
' ah, feinen Feinden zu lächeln. Er ‚hatte üßer.die 
"Hälfte feiner Armee verloren, und er "mußte eim 
ganz neues ‚Heer von 60,cco Mann anmerben, um 


wieder zum Kampfe erfcheinen zu: koͤnnen. Die: 


üriegsfaͤhige Mannſchaft ſeiner Staten ueigte ſich 
zur Erſchoͤpfung, wie dies bei einer Menſchenzahl 
vou Faum 5 Milfionen Einwohner nicht anders mdgs 
lich war, wozu noch kam, daß ſich Preußen und 
ein Theit Weſtfalens in feindlicher Gewalt befand. 
Die Feinde, welche uͤber mehr, als 90 Millionen 
Menſchen herrſchten, ſezten ihr vornehmſtes Vers 
trauen zur Unterdruͤkkung Sriedrich"3 hauptſaͤchlich 


auf dieſen Umſtand, und verwarfen daher mit 


hartnaͤkligem Trozze alle Vorſchlaͤge zum Frieden, 
die ihnen gethan wurden. Da König Ferd i⸗ 
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— 249 — 
wand VI von Spanien war, im Sag. 1759 ob 
Kinder geftorben; fein Bruper Rarl LIT. bisheriger 


König von Neapel wurde fein Nachfolger, nachdem 
er vorher die Krone beider. Sicilien an feinen gjaͤhe 


rigen Sohn Ferdinand, den noch lebenddn Ada 
nig. abtrat. Oeſtreich hatte gegruͤndete Anſpruͤche 


anf Neapel, 'und konöte fie jezt mit Erfolg geltend 


machen, konnte Die Oberherrſchaft uͤber Italien mit 


Leichtigkeit erringen; wozu aber eine Ausföhnung 
mit Preußen noͤthig war, um freie. Dände zu haben, 


Man’ berarbfchlagte. in Wien darüber; aber Haß: 
und Mache behielt über. Vörtheil und Statsklugheit 


| die Oberhand und man ſieß Italien aus den Au⸗ 


gen, um Schleſien zu erobern. In Petersburg 


verwarf man ebenfalls alle Friedensgedanken, weil 


eine erzuͤrnte Frau grenzenlos in ihrer Verfolgung 


gegen Friedrich blieb, und das Miniſterium das 
Kdnigreich Preußen behalten. wollte. Frankre ich 
wuͤnſchte eine Vermittelung zwiſchen fich und Engs 
land, weil ſein Verluſt zur See die Niederlage zu 
Lande noch weit uͤberſtieg, aber Preußen ſollte vom 

Frieden ausgeſchloſſen ſein, eine Bedingung, welche 


der ‚evelmäthige Ge org II. ſtandhaft und unwillig 
abwies. Endlich forderte der Verſailler Hof ſolche 
Aufopferungen, welche mit der Ehre und dem Vor⸗ 


teile Fried rich's unvereinbar, und zum. Theil 
abgeſchmakt waren, wie ein ‚Brief ded Koͤnigs am. 
, „Boltaire beweifer. „Die Friedensbedingungen, 


„non denen ſie reden, fchreibt er, find fd unſinnig, 
deß ich fe in's Tollhaus ſchillen will; denn dort 


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Kann man’ derade recht darauf autteorten, : "Ihre 
„Minifter Fönnen fich darauf verlaſſen, daß ich mich 
„wie ein Verzweifelter vertheidigen, und den Frie⸗ 
nden nicht anders unterzeichnen werde, als Auf. Des 
„dingungen, die ſich mit der Ehre mehrer Nation 
—vertragen. Welch ein Vernunftſchluß! Sie fas 
gen, ich ſolle Kleve abtreten, weil es Don 
„Dummkoͤpfen bewohnt iſt. Was wuͤrden ihre 
Miniſter ſagen, wein Jemand von ihnen Cham⸗ 
„pague forderte, weil. inan zu fügen pflegt: 9) 
3 „Schdpfe und. ı Champagner machen 100 Stäf 
„Vieh. Weg mit allen ven laͤcherlichen Projeften I" 
Eben fo hatte das Anerbieten des 2mal abgeſezten 
Koͤnigs von Polen Stanislaus Leszinski, feine das 
malige Reſidenz Nancy in Lothringen zum Friedens⸗ 
kongreß zu beſtimmen, keme weitern Folgen. 
Zrkedtich war alſo gezwungen, alle Haifsmittel 
ſeines Geiſtes sur Selbſtwehr aufzubieten. Der 
Gelbonoth half er leicht und / viel beffer als. feine 
Zeinde ad. Sachſen litt dabei unausfprechlich, 
Bloß die Stadt Leipzig mußte fuͤr das Jahr 1760 
"an 11 Tonnen Goldes, und der ganze Lelpziger 
Kreis/2 Million Thaler erlegen; Thüringen zahle 
te beinahe 14 Tonnen Goldes, und fd verhaͤltniß⸗ 
. mäßig. die Übrigen Provinzen, Tanſende von Pfers 
den, eine‘ ungeheure Menge Getreide und vieles . 
ESchlachtvieh wurden gleichfalls gefordert, Noch 
wurden bie beſten Wälder ausgehauen, ‚und das 
Holz im Ganzen an reiche Kapttaliften verkauft, 


Ä ein Schitſal, welches beſonders den an der Elbe’ 
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4. 


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"Beinen jeteanen Torgauer Wald Betaf. Ei 


. . mußten die herrſchaftlichen. Pächter die. Pachtgelder a 


ein Jahr vorausbezahlen. Hiezu kam die Verrin⸗ 
gernug des Muͤnzwerthes, womit Friedrich fortfuhr; u 
acht, Thaler waren kaum -ı Dufäten werth. Auf - 
dieſe Akt fehlte es feinen Kaffen an: feinem Gerde; | 


deſto mehr aber feinen Armeen an Menfcyen Er m, 
trieb fie gleichfalls aus Sachfen, Meklendurg nud J 
Pommern zuſaminen, ‚der Leipziger Kreis mußte “ 


‚ allein 10,069 Rekruten ſtellen. Gefangne Soldaten”. 
yonrden mit Gewalt zu Preußifchen Soldaten. ge⸗ 
gwungen. Koͤnigliche Werber durchſtreiften das 


ganze Deutſche Reich, und lieferten von allen Vole⸗ 


kern und Zungen Schlachtopfer des Kriege, .&g - 

— fahe fſich Friedrich im Stande, im Fruͤhnge 
A760 mit 90,800 Seldfoldaten gegen mehr als 
. 200,050 Feinde aufzutreten, und ſich wie im Aw 
fange des vorigen Jahres vor's erſte vertheidlgung 
weiſe zu verhalten. 
Die Oeſtreicher und Ruffen entwarfen den Plan, 

mit vereinter Macht ſo furchtbar auf Friedrich los⸗ 
zuſtuͤrmen, daß er entweder Sach ſen oder Schle⸗ 
fien ohne Schuz verlaſſen muͤſſe; die Ruſſen ſoll⸗ 
‚ten Breslau erobern’, und dann mit 80,000 Mann . 


"zu dem Hauptheere ber Deftreicher ftoßen, womit J 


man dann gewiß die Eroberung von Schleſien voll⸗ 
"enden zu koͤnnen glaubte Wollte Friedrich dies 
verhindern, ſo müßte er, wie fie meinten, alle feine 
Truppen hieher ziehen; in dieſem Falle koͤnnte er 
leine, ober vo wenige Soldaten - in Sal en 
zus - 


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Sogar laſſen und dies Kurfuͤrſtentham wäre han sine 
leichte Beute für die Reichsvoͤlker. Friedrichs 


Gegenanſtalten beſtunden in Folgendem. Die Ver⸗ 


Bataillonen und 64; Schwadronen an die Polniſche 


Graͤnze entgegen, Der General Fou quet ſollte 
Echleſien, aber freilich nur mit 19 Bataillonen und '\- 
‚38 Schwadronen dekken. Und der Prinz von Wir⸗ 
tembeyg erhielt. Befehl, die Schweden mit ia 
ſcchwachen Bataillonen von der Matk abzuhalten. 
Die erſten Begebenheiten dieſes Feldzuges waren 
Aridi Preußen hoͤchſt nieberföhlagend, uund nut die 
7° fpätern erfreulich und fiegreid. Der: Seldmarfchall 
| —* blieb: anfänglich i in Sachfen, um den Erfolg ' 
der Ungernehmungen Laudon's auf Schlefien abzus . 
Ä arten ‚ und basm ebenfalls in dieſe Provinz zu räle . 
Een. Landon eroͤfnete die Kriegsſcene mit 46,000 
Mann in Schleſien, und führte das aus, was ſeit 
4Jahren feinem kaiſerlichen Generale gelungen war, 
den Krieg im feindlichen Gebiete anzufangen. 
Fouquet, Friedrichs Freund und wuͤrdiger Sreit⸗ 
geuefie fe, ſtand mit 130006 Mann auf ben: Höhen bei 
Landshut, um den Deflreichern ven Eingang durch 
die Gebirge ſtreitig zu machen. Laudon naͤherte 
ſich im. Mai), und verfegte ihn durch) feine Ueberzahl 


bald in eine mißliche Lage, Er fahe ein, daß es 


ten; aber er ſollte auch die Feſtungen Glaz, 


4 


deldigung von Sachſen uͤbernahm er ſelber. Den 
RRuſſen ſchilte er feinen Bruder Heinrich mit 44 


dienlich wäre, den Poſten bei Landshut zu behaups - _' 


Breslau, Slogau und Neiße ſchuͤzzen. Wie 


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konute —* mit ſeinen wenigen Rente len biefen 
"Forderungen ein Genuͤge thum! Lau don. machte : 
Bewegungen gegen Breslanz dies bewog den Ge⸗ 


neral douquet, bie Stellugg! Bei Landshut zu raͤu⸗ 


men, um die Hauptſtadt außer Gefahr zu fegzen, 


"Died beibirkte .er, aber nun nahmen die Oeſtreichet 
- die erledigren Poſten bei: kandohnt ein/ und ruͤſteten 
fi ich, © a5 einzafchließen. -Der König gebot, die: 


Geinde „es koſte, was es wolle, Yon dort wieder zu 
vertreiben. Bouquet machte era; 


doch er mußte gehorchen. Am 17. Juni erflieg er 


‚wir feinem Korps die Tandöhnter Höhen. gluͤttich wie⸗ 
er, da die Oeſtreicher, „vielleicht, um ihn in die 


Falle zu lokken, wenig Widerſtand thaten. Nach 
einigen Tagen erſahr er dafür. die" traurigſie Nies J 


derlage. | 
Fouquet haͤtte weuigſtens goxoo Dani 


noͤthig gehabt, um alle Gebirgspoſten in dieſer Ge⸗ 
gend zu befesjen; ; durch nothwendige Detaſchements 


gefchwäche behielt er nur Soco- Mann. bei ſich. 


Eaudon bemerkte feine gefahrvolle Lage, und bes 


ſchloß, fie zum Merberben der Preußen zu benuz⸗ 


‚zen, Er ließ 12006. Mann bor- Glaz, um zog 


felne übrigen, 28,000 / andıe verßichern gar 31,000 


Mann zuſammen, um in 5 Abtheilungen das 


ſchwache Preußiſche Korps von 8000 Mann in der 
Nacht zum 23. Juni au überfallen, - Mit einer fol 


chen Uebermacht konnte es ihm nicht fehlen, einige 


Schanmen zu erſteigen. Jezt ließ er den General 


Zoꝛmuet wie bei einer Beftung zur Uebergabe aufs 


Sale Vi. —8 6. bl. I Abib. (3) ſor⸗ 


4 — 


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Foͤrdern. Fouquet wollte, nicht das Seitenſtuͤk 
Zu Maren liefern. Er antwortete mit Kanonen» 
ſchuͤſſen, und wehrte ſich wie ein Werzweifelter 
ꝛvou einer Anhöhe zur andern. IS aber die Hälfte 
feiner Keute erfchoffen oder gefängen war, und ihhm 
die Reiterei den Ruͤkweg abſchnitt, fo zog er: ſich 
ir's Thal herab, ftellte fein Fußvolk in ein Vierek, 
und ſuchte ſich einen Ausgang zu erkaͤmpfen. Die 
‚ ‚feindliche Kapvallerie griff jest an, aber fange ver⸗ 
gebens, fie wurde wehrmals zurüdgetrieben, Je⸗ 
po als bie Preußen ihre Patronen verſchoſſen hats 
-...»ten, und Die Feinde immer mit frifchen Truppen. 
einander ablöfeten , ſo wurde. dad Vierek durchbros 
"in, und Fouquet, der fich von 2 Uhr der Nacht 
‚bis 10 Uhr Morgens muthig vertheidigt hatte, mit - 
4000 Kampfgefaͤhrten gefangen genommen, Ohne 
pie fellme Irene’ feines Reitknechtes Trauſchle 
2.0... eäre-et niedergehauen worben. Er hatte 3 gefähr: 
77 Jiche- Wunden empfangen, flürzte vom ‚getödteten 
02. Pferde zu Boden, und wurde von den betrunknen 
feindlichen Dragonern ohne Perſchonen mit, Sieben 
-.hedroht. Sein treuer Diener - warf. ſich auf. ibn, 
fing die Hiebe auf, und rief in Verzweiflung: wollt 
7 4he denn ben kommandirenden General umbringen 2... 
Dies horte der kaiſerliche Oberſte Voit, welcher die 
Trunkenbolde wegſtieß, und den mit Blut und 
Staub bedekten Fonguet von der Erde auf fein Par 
radepferd hob. Nur ein Theil der Preußiſchen Hu⸗ 
ſaren yon Gersdorf und Dragoner von Platen hieb 
ſich gluͤtlich durch, rettete noch verſchiedne Fusſol⸗ 


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baten, un. dieſet ueberteſt von etwa 1506 309 rw 
nach Sauer und dann nad) Breslan. An 1800 
Todte bedekten den Wahlplaz; alle andere geriethen 

in die Gefangenfchaft. Die Oeſtreicher hatten jes 

doch au ftarf gelten, und ihren Sieg mit 3000 : 

Mann erkauft. Laudon jedoch beflefte ‚feinen | 
Ruhm durch die Erlaubniß, die durch Reinwande . - 
manufakturen bluͤhende Stadt Landshut barba⸗ 

riſch zu, pluͤndern, eine Pluͤnderung, die ihm Frie⸗ 

drich nie verzeihen konnte. Friedrich war uͤbr 
gens ‚mit dem Verhalten Fouquet's ‚tb fehr die 
- Miederlage ihn ſchmerzte, dennoch vollkommen zus . 
frieden; er verglich es mit dem Kampf des Leonidas. 
in den Engen Thermopylä, und ehrte diefen Helden 
Lebenslang als feinen Freund: Jezt war.deffen, . 
Schikſal hart und frendenleer , er verlor bald nachher _ 
bei. der Beſtuͤrmung von Glaz fein ganzes Vermögen, 
und.wurbe, weil er für die mitgefangnen und oft ges - 
wißhandelten Offiziere. gu Wien mit Tifer. ſprach, 

‚im Sept. bis nad) der Feſtung Karlftadt in Kroa⸗ 
wien geſchikt, wo er bis nach dem Frieden bleiben 
mußte, ‚weil ‚man feine Auswechſelung hartnaͤkkig 
verweigerte. Friedrich erſezte ihm hernach alle ſeine 
Leiden durch auffallende Beweiſe der. koͤniglichen 
Milde und Traulichkeit. Als er ſich wegen Alterss 
ſchwaͤche vom Dienſte zur Ruhe in die Stadt Bran⸗ 
deuburg begab, beſuchte ihn der Koͤnig oft, ſorgte 
für ihn als Arzt, ſchikte ihm von dem beſten Obſte 
aus den Gaͤrten zu Sansſouci die erſten Fruͤcht 
und von jedem ſelinen ea einige Son „und 
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bettauerte ſeinen 1773 äfgten Tode mit ae 


Schmerze. 


Die wichtigſte Geige des Landshuter Sieges war 


die „Eroberung der Feſtung Glaz, welche nad. 


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Magdeburg die ſtaͤrkſte in allen Preußiſchen 
Staten iſt. Sie hatte Proviayt im Ueberfluſſe, 
‚aber nur 2400 Mann Beſazzung, größtentheild Aus⸗ 
Jänder und’ uUeberlaͤufer und in dem Kommandan⸗ 


Im O., einem Staliener, einen nicht ſehr geſchik⸗ 


ten Vertheidiger. Harſch leitete die Belagerung, 
und Laudon dekte fie. Kaum fingen die Oeſtrei⸗ 
her am 26. Juli an, dje Feſtung zu beſchießen, ſo 
verließen die Belagerten einige Außenwerke. Die 


‚Kroaten, durch dieſe fchnellen Vortheile ermuntert, 


wagten einen Sturm; Ganze Kompagnien Preu⸗ 
ßen, durch die Jeſuiten gewonnen, warfen das 
Gewehr weg und empoͤrten ſich. Der Komman⸗ 


dant D, ergab ſich nun ohne Kapitulation, und ſo 
Jam. diefe beteutenbe Feſtung binnen 4 Stunden mit , 


ihren, ungeheuern Magazinen in feinzfiche Gewalt 
O. bezeugte Feine Luft, nach, geendigtem Kriege in 
Preußiſche Dienſte zurüßzugeben: 

Das bisherige: Kriegsgtüf machte den Beat 
Laudon kühn genug, größere Unternehmungen zu 
wagen, als feine Kräfte geftattsten., wobei er ſich 
Auf Ueberrafchung nnd Zufall verließ, die ihn aber 
diesmal taͤuſchten. Er. rüfre'vor Breslau, und 
Pärftere nad) der Ehre, es noch vor Ankunft der 


Ruſſen, welche feit dem 36. Suli in vollem Anmar⸗· 


w nach ˖ Scheßen waren, zu erobern. Ein glaͤk⸗ 
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Ucher Ausgang war ihm feier. zweifelhaft; er er 


rechnete bloß auf Ueberrumpelung. Deun es fehlte I 


ihm, an: Munition’ und Belagerungsgeſchuͤz; und 


einem. Sturme ſezten Die tiefen und breiten mit . 


, Waſſer angefülten Graben unäberfteigliche Hinder⸗ 
niſſe entgegen! "Er fand indeffen an dem Komimans. _ 
dapıen einen Mann, der ‘alle feine Hofnungen ver⸗ 
. eitehte. - Died-war der Befehlähaber der koniglichen 

Garde, Geueral Tauenzien, ein eben'ifo. ents- - 
ſchloßner als kluger Held. Seine Lage war midlich 


ſeine Geiſtesgegenwart deſts größer. Er hatte nur | .. 
- 1000: Mans Garde, ‚deu. Ueberreft. der Kolliner 


Schlacht; ‚auf welche er ſich veriaſſen konnte. Die 


2000 übrigen Soldaten der Befazzung waren unzu⸗ Ze 


verläffige Leute, . Ausreißer, Smpaliden und ge, 
zwungne Miethlinge, die Luft zum. Anfruhre gig 
ten,. und von 9000: gefangnen, _ dort. verwahrten | 
Deftseichern leicht darin unterſtuͤzt werden konuten. 


Laudon ließ bie Seftung amt 30, Juli auffordern, — 


und da es ihm an andern Mitten gebrach,, kramte 
fein, Abgeordneter . einen Wortſchwall von. philofos 
phifch » politifch = juriftifch » militärifchen - Gründen . 
aus, welche dem General Tauenzien die Nothwen⸗ 
digkeit und ‚Mechtmäßigfeit der Uebergabe beweiſen 
ſollten. Tauenzien fertigte dieſe Botſchaft mit 


gebaͤhrender Verweigerung ab. Laudon wieder⸗ 


hoite feine Aufforderung, uͤberließ ihm bie Freiheit, 
bie. Kapitulatien nach feinem Wunſche aufzuſezzen, 
md, Suchte, durch färchtesliche: Befchreibungenwon der 
Suite: ad Re ber Rolũſchen mer zu — 
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en; in 2, hochſtens 3 Tagen, Heß es, waren fie da; 
: dann würde gar- Feine Kapitulation mehrbewilligt, 
dann ſollte auch das Kind in Mutterlkibe nicht vers 
fihont werden, Tauenzien dntwortete kaltblaͤtig ui 
lakoniſch: ich bin nicht ſchwauger, meine Soldaten 
find es ebenfalls nicht. Laudon ſchrieb darauf an 
den Stadtrath, machte jedoch keinen Eiudruk, und 


erbielt feine Antwort: Um doch. etwas zu thuu, 


ließ er am 1. Auguſt 3 Batterien anlegen, und von 
10 Uhr Abends bis ‚Mitternacht ein lebhaftes Feuer 
' machen, wodurch Friedrich's Pallaft und einige Baͤr⸗ 


gerhaͤuſer in Brand gerierhen, Täuenzien ſchoß. 


ebenfalls aus langen Feldſchlangen, und zwar fo 
gluͤllich, daß er Laudon's Hauptquartier erreichte, 


‚fein Zimmer durchloͤcherte und ihn zur Veraͤnderung | 


ſeiner Wohnung veranlaßte, Am folgenden Tage 


we _ -unterhandelte  Sauden noch einmal,.boe-der Beſaz⸗ 


zung ‚freien Abzug an, und drohte im Weigerungs⸗ 


falle die Laufgraben zu eroͤfnen. Das habe ic) 


laͤngſt erwartet, erwiederte der unerſchuͤtterliche 


Kommandant und damit hatte die Unterredung ein 


‚ Ende, Unerwartet verhielt ſich Laudon ganz ruhig, 
und zog am 3: YAuguft eiligft weiter, nachdem er. die 
"Stadt 5, Tage lang eingeichloflen ‚hatte. " Die. Urs: - 
ſache dieſes Abmarfches war die Unmäherung bes 


Prinzen Heinrich, welcher auf die Nachricht der 


‚Gefahr von Breslau fogleich zum Entfaz heraneilte, 
‚nad ur noch 4 Meilen davon war, ald Laudon fein: 


Vorhaben aufgab. Heinrich erwarb fich ‚neue: 


Verdienſte um's. 3. Batıciand, indem er durch feine, 


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gefihiften Bovegungen und Stellungen die Bereis . 
higung der ihm nachfolgenden Ruffen mit den Defls 
reichern verhinderte. Laudon marſchirte nach 
Schweidniz zu, und Soltikof, welcher auf der. 
andern Oderſeite bis Hundsfeld eine Meile von Bres⸗ 
lau kom, fand es nicht für rathſam, ber den Fluß 
"zu gehen, um mit feinen 75000 Dann etwas gegen 


bie 30,000 . Mann fasten ürmee Heintichs zu 


unternehmen. — 
Des Prinzen Lage lieb; immer hoͤchſt gefhrlich, | 
denn Laudon durftk nur. ſchnelle Märfche machen, 
ſo war er wieder vor ihm, and die Rufen konnten: 
ihn an einem Tage amringen. Griedrich be⸗ 
ſchloß daher, ihm zu Huͤlfe zu Fommen, nachdem 
fein Verfuh, Dresden zu erobern, mißlun⸗ 
gen war. Diefe Belagerung verdient es, daß wir 
einige Augenbliffe bei ihr verweilen. Friedrich 
machte die kunſtreichſten Bewegungen, um die große 
Armee Daunꝰs von Dresden wegzuloften. Schon 
im Juni ging er unterhalb. biefer Stade über die 
Elbe, "welches. Daun ruhig gefihehen ließ, weil er 
ed nur durch eine Schlacht, wozu er durchaus nicht 
geneigt war,- hätte verhindern koͤnnen. Friedrach 
wendete fich hierauf in die Laufiz, fand den 6. Jnli 
‚ bei Bauzen, ünd machte Miene, als wenn en 
nach Schlefien gehen, bie Gemeinfchaft Daun’s mit“ 
Laudon und: Soltikof abfchneiden - und fich rnit feis. 
nem "Bruder verbinden wollte. Daun glaubte ein’ 
ſolches Vorhaben zerſtoͤren, zu muͤſſen, er brach alſo 


eilendo auf / und are 3-Xage hinten einander 
ni, \ mit 





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er ber haftigſten Geaſchwindigteſt; um dem gdeige 
guvorzukommen, und freute ſich, als er anı'9, Jul 
ſchon den Queisfluß hinter ſich, und ‚ferne Armee 
. auf Schlefifhem Boden ſahe; nun glaubte er bie. 
. Preußen ‚recht aberliſtet zu haben. Sriedrich hatte: . . 


indeſſen keinen Schritt weiter oprwärts gethan; ſon⸗ 


dern ſtait deſſen kehrte er ſich plözlich wieder um, 
ging Aus ber. Naufiz über die Efbe zuräf, und fland - 


- den 12, Juli von neuem vor Dredden Die 


Reichsarmee wich ſchuͤchtern zuruͤk, die Stadt 
wurde aufgefordert, ‚und auf bie abfchlägige Anta 
wort: bed Kommendanten Macquire lebhaft beihof 


ſen. Die Preußen dehnten ſich von Gruͤnau bis 


Rakniz aus, eroberten die Pirnaſche Vorſtadt, ver⸗ 
trieben die Panduren aus. dem großen Garten, und 
waͤren vielleicht bei der erſten Beſtuͤrzung der Bela⸗ | 
gerten durch einen Sturm Meiſter der Zeitung ges - 
,‚ worden, wenn sicht Sriedrich die mit einer ſol⸗ 
chen Eroberung verbuudnen Greuel, befanbers in 
einer Konigoſtadt verabſcheut haͤtte. Er hoffte 
durch Furcht den Kommendanten zu ſchrekken, daß 


er als Bundesgenoſſe Sachſen's lieber die Stäbe. 


uͤbergeben „ als in einen Schutthaufen wuͤrde ver⸗ 
wandeln laſſen. Aber Macquire hatte die ſtreng⸗ 


ſten Befehle, fich zu behaupten, und da er mit 
>" einem Korpd des Generals Lafıy die Gemeinſchaft 
opffen bedielt,-fo fehlte ed ihm nicht an Truppen, 


um alle. Poſten ſtark beſezzen zu ldunen. Zries 
drich ſahe fih dahex zu einer formlichen⸗ Beier 


gerung veraulaßt, Vom 14. Jult an uide guit 


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—E— Hanbijgranaten und ngererlugen 
.eine ſchrekliche Werwuͤſtung angefangen, uud nach 
per Ankunft des ſchweren Geſchuͤzzes von Magde⸗ 
burg fo fuͤrchterlich fortgefahren, daß ganze Stra⸗ 
. Yen in Brand geriethen, und die prachwollſten Pals 
laͤſte einſtuͤrzten. Am 19. Juli flogen allein 1400 
VBomben und. Kugeln in die ungluͤkliche Stadt: 
Zaneı und Dampf erfüllte den Ort, an Fein Loͤſchen 
war mehr zn denken, das Roͤhrwaſſer war abge⸗ 
ſchnitten, nirgends fand man Sicherheit, in den: 
Haͤnſern und auf dan Straßen gerieth man in Ge⸗ 
fahr „ zu yerbrennen, zu erſtilken ober von den herz 
umfliegenden Kugeln gerfmettert zu werben, Die - ' 
NMoth der: Einwohner, wurde durch die Raubfuche 
Ihrer ſogenannten Beſchůzzer, der Oeſtreicher, ver⸗ 
gfoͤßert, indem dieſe die bombenfeften Gewölbe der 
Dresdner erbrachen, bie verwahrten Schaͤzze plüns 
derten, verdarben, zerſihrten. Wer noch Kraft zum. 
Gehen Hatte, mußte es für ein Gluͤk halten, daß 
er über die rauchenden Truͤmmer feiner Wohnung 
u ſchreiten und die freie Landſtraße durch die Flucht 
erreichen konnte. Da gerade der ſchoͤnſte und bluͤ⸗ 
hendſte Theil der Stadt, : die Pirnaer und die . 
Sthloßſtraße abbranuten, ſo traf die Flucht auch 
die vornehmſten, feinſten und wohlhabenſten Ein⸗ 
wohner beiderlei Geſchlechto, welche in ‚allen. Bea 
e quemlichkeiten des Lebens erzogen und au ſie ge⸗ 
woͤhut, jest: ihre wenigen Habſeligkeiten, die noch 
zu retten: waren, wie Laſtthiere ſelher fortſchleppen. 
und kraule ader ſchwoͤchliche Damen auf Schublar⸗ 


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rm wegthen niußten. Be An Okitiemaltraner 


betrachtete man die Zerflöring rer Kreuzkirche, 


die durch ihr Alter und ihre Schönheit fuͤr eine 
Zierde von ganz Sachſen, und fuͤr die einzige ihrer 
Art in Deutſchland galt. Der Thurm, von Bom⸗ 


ben in Brand geſtekt, flammte wie eine Fakkel, 


ſtaͤrzte auf, das Dach der Kirche, und' verwuͤſtete 
das Aeußere wie das Innere, und die umliegenden 
NPallaͤſte, Denkmaͤler der Italieniſchen Baukunſt. 
Zur Rechtfertigung ihres Verfahrens fuͤhrten die 
Preußen an, daß die auf dem Thurme ſtehenden 
Kanonen, welche ſonſt nur an Feſttagen abgebrannt· 


wurden, jezt von den Feinden wie son einer Bat⸗ 


terie losgeſchoſſen worden waͤren. Daan bereute 
es, daß er ſich durch Friedridy’ 8- Liſt hatte Ente 
‚fernen laffen, er eilte. daher mit ſchnellen Schritten. 
nach Dresden zurüf, wo er bereitd am 20. Juli 
eintraf. Er warf: täglich friſche Truppen in’ die 
Stadt, welche die Beſazzung ablöfeten ; „ed erfolgte: 
ein Ausfall nach dem andern, wobei den Preußen 
oft die Kanonen vernagelt wurden, wenn gleich die 
- Deitreichet gewöhnlich wieder. ‘weichen mußten, 
Friedrich gerieth: Bald vom Unfange der Belas 
gerung her Über die Fehler feiner Ingenieure, Artil⸗ 
‘ Jeriften und Dffiziere in Zorn, ihnen ſchrieb er die 
Schuld des Mißlingens zn; und ſchon Fängft gereizt 
ſchuͤttete Er feinen‘ ‚ganzen Unwillen fiber das Halli⸗ 
ſche Regiment von Bernburg aus, weil er meinte, 
daß es ſich in den. Laufgraͤben nicht lange genug ge⸗ 
wehrt und zs ſtuͤh der Uebermacht nachgeneben 
habe. 








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" gabe. .& Seftrafte es vom, daß bie Dffiyiere deſ⸗ " 


felhen bie ſchmalen Huttreffen und die Gemeine bie: 


Seitengewehre ablegen mußten. Diefe ‚Kleinigkeit 


wurde in. den Yugen der- Preußen, die ein hohe& 


Ehrgefuͤhl erfüllte, für - eine fo :unerträgliche Be⸗ 


gethan zu haben’ überzeugt‘ waren, Ihr Geſuch fand 
nicht Statt. 
Die Oeſtreicher waren iudeſſen der Belägerung 


— —— ig, und ſuchten ihr durch einen Ueber⸗ 
fall der koͤniglichen Armee, "weiche fie defte, ein. 


Ende zu machen. Friedrich hatte in einem Mors 
werke bei dem ſchwach befezten Dorfe. Grün fein. 
Hauptquartier. Das Lager wer etwas Davon ents 
ferne, Mit anbrechenderh Tage drangen die. Defle 


‘ 


ſtchimpfung gehalten, daß alle Offiziere dieſes Regi⸗ 


ments ihren Abſchſed forderten, weil fie ihre Pflicht 


— 


— 


reicher vor, die Preußiſchen Feldwachen zogen ſich 


zuruͤk, und Friedrich, der faſt gefangen worden J 


waͤre, ‚hatte nur noch Zeit, fich auf das Pferd zu 


ſchwingen und das Lager zu erreichen In Zeit von 


3 Minuten ſtand die ganze Armeer, welche bie: 
Feinde wie bei Hochkirch im Schlafe zu überrafchen, 


gedachten, in vdlliger Schlachtordnung. Dieſer 
unerwartete Anblik ſezte die Deſtreicher in folch Er⸗ 


ſtaumen, daß fie fögleich zuräfgingen ; denn zu einer 


- förmlichen Feldſehlacht ‚hatten: fie durchaus Feine -. 


Laſt. Der König veränderte nun ſein Lager. in et⸗ 


was; nm die liuke Flauke zu ſichern, machte er aus. 


dem großen Garten einen Verhak, zu welchem Zwek 


he filmen, von aller: Reifenben, bewunderte⸗ 
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Allern niederhauen, und den ganzen Garten, y' 


x Mer eines Jahrhunderts, in ‚wenig: —— in 


eine‘ Eindde verwandelit ließ,’ weil der griegeda⸗ 
mon ein ſolch Opfer forderte. Die Belageryng wurde 
bloß noch der. Ehre wegen foͤrtgeſezt, das Bombar⸗ 
diren ging langfamer, endlich verſtummte es. Die 


deinde fingen .8 von Magdeburg kommende, mit 


-Munitiog und Getreide beladene Schiffe auf; es 


- riß, Mangel ein; Friedrich erhielt die Nachricht von 
dem Verlufte. der Zeitung Glaz, nom dem Anzuge 


der Ruſſen ‚von der Verlegenheit ſeines Bruders, 
J er hob daher am 27. J Juli die Belagerung auf, und 
marſchirte in einer regnichten Sturmnacht nach 
Meißen. Er zaͤhlte 1478 Todte und Berwundete 


J m 261 Gefangne/ die ihm die Einſchließung Dres⸗ 


5 "md noch nach einem. beinahe verfloßnen halben; Sa⸗ 
kulum ſind die „Epuren.. ‚diefer ſchreklichen Bela⸗ 


n's vom 14. bis 27. Juli koſtete. In Dresden 


| . Waren. 6 Kirchen, 416 Pallaͤſte und ſchoͤne ‚Käufer: 


" Angeäfäpert und 4 15 ſtark beſchaͤdigt. Eine Menge 
Einwohner hatten ihr Leben, viele ihre geſunden 
Glieder und mehrere ihren Reichthum verloren, 


betung nicht gaͤnzlich verwiſcht. | | 
"grieoriß ließ hierauf ben Genetal Huͤlſen 


it einigen. Regimentern in Sachſen zutäf, und 


ging im Angeſichte der. Feinde uͤber die Elbe, Spsee,. | | 


Meiße, den Queis und Bober nach Schlefien. 
Ungeachtet die Bruͤkken zerſtoͤrt ware, und er 2000 


Magen bei ſich führte, legte. er: buch 20 Meilen in 


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wagen‘ ineät, 1 uud Pam au 7A bei Yunzlau,- | 


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3. .. 


Eu in Seen. Dann eilte ebenfale dahin, traf am 
naͤmlichen T Tage bei Lauban ein, zog Laudon's Ar⸗ 
mee an ſich, und ſuchte nu mit einer Macht von 
90000 Mann Friedrichs Heer von 30,000. Mann 


‚m der Vereinigung mit den Prinzen Heinri ch zu 


hindern. Die Preußen und Oeſtreicher zogen Halb 


- weiter, und marfchirten einige Tage-auf eine fülhe 
Art hintereinander: daß man die Daunſche Abrhpis" 


a- 


. Jung im Vorderzuge, den König fir der Mitte uud 


das Ascyſche Korps im Hintertrabe für die Armeen 


‚einer und derfefben ‘Nation Gätte halten nidgen, 


Sriedrich Tagerte ſich am 14. Aug, bei Liegniz, 
und Daun gegen uͤber bei Wahlſtadt, einem Kloſter 


-auf-dem Felde, y wo im Jahre 1241 die beruͤhmte 
Schlacht zwiſchen den Tatarn und Chriſten geliefere 
waurde. Die Prenßen und Oeſtreicher ſtanden db 
unhe, daß ſie nur die Katz bach, ein kleines, ſchuell 


| auffchwellendes Waſſer, zwiſchen ſich ‚hatten, und - 


Bu ſid mie Kanonenkugeln erreichen konnten. 


AUnterdeſſen war der Rufſiſche General ‚Ezers 


nitfchef mit. 20,000 Mann uͤber die Oder gegan⸗ 


gen, and befand ſich auf dem Wege nach Lieguiz, 


wo Daun einen klugen und wohlausgedachten 


pPlian zur Wiederholung des Ueberfalls von Hochs 


kirch entworfen hatte. Ex wollte den 15. Uug. it 
der Morgendaͤmmerung die Preußiſche Armee uner⸗ 
wartet anfallen, Er ſelbſt beſchloß die Vorderſeite 


des Lagers zu beſtuͤrmen, Laudon ſollte den linken 


Sin gel und Lascy den rechten angreifen. Das Ruſ⸗ u 
Pie Korps gu sinter Sera war. beim, ‚ven 


Ron | 


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Sönig.die Flucht über die Ober oder. den og 
nach Glogau zu verſperren. Daun wurde nicht 
aus eignem Antrieb, ſondern durch dig erufilichen 
Drohungen des Ruſſiſchen Obergenerals Soltikof zu | 
dieſem mutbigen Vorhaben bewogen. Soltibof 
wor mit dem vorfichtigen und gar zu beaspriamen. 
Derfahren der Oeſtreicher hoͤchſt unzufrieden; eb 
verdroß ihn, daß man den Koͤnig fo ruhig —* 
Fiaſſe hahe ziehen laſſen ; und er warf ihnen vor, 
Faß fie bei ihrer, Saumſeligkeit demſelben Gelegen⸗ 
heit geben wuͤrden, ſich mit ſeinem Bruder Hein⸗ 
rich zu vereinigen, bei Steinau die Oder zu. paffiren 
und ſich mit aller Stärke auf die Ruſſiſche Haupte 
grmee zu ſtuͤrzen. Es koſtet, ſagte Soltikof, dem 
Genie Friedrich's nur einen ſeiner gewöhnlichen 


“ Kunftgriffe, um dieß zu bewirken. Gobald man. - 


die Preußen aber fo weit kommen ließe, feste er . 
drohend hinzu, würde er ohne das Geringfte weiter 
zu wagen, nach Polen zurüfmarfchiren, und für 
dieß Jahr den, Feldzug endigen, che er ihn mit 
Thatkraft angefangen hätte. Durch biefe: Vorftele 
luugen erſchrekt, beſchloß Daun eine, Schlacht zu 
wagen, wozu er fouft Feine Neigung hatte, 

Der Dauuſche Auſchlag würde wrahrſcheinlich 
gelungen fein, wenn er hätte geheim bleiben koͤn⸗ 
nen. Aber Friedrich erfuhr ihn den Abend vorher, 
und sereitelte ihm nicht bloß, fondern benuzte ihn 
auch zu feinem Vortheil. Die Deftreicher glaubten: ! 

. Ähret Sache fo gewiß zu fein, daß fie frohloftend 
ſagten: ; „De Sak für die Preußen fei aufgemacht, 


, „man 


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Ne We 
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"an 'gam wuͤrde fie fangen und denn dem Gaf zuſchuuͤ⸗ 
ren.“griedrich erzaͤhlte dieſe Pralerei ſeinen Of⸗ 
„figieren Über der Tafel, und ſezte hinzu: „fie haben 


⸗ 


‚ 


„eben nicht Unrecht, ‚aber ic) gedenke in-den Sak J 


"nein Loch zu machen, welches, ſie Muͤhe haben ſol⸗ nn 
„ien auszubeffern.“ Wuaͤhrend der Nacht. veraͤn⸗ \ 
derte er das Lager, ließ die Armee eine Stunde, 


‚weiter an der Katzbach hernnterziehen umd Die Hoͤ⸗ 


u 


hen. von. Pfaffendorf beſezzen. Bauern mußten ins. 
deffen im alten Lager die gewoͤhnlichen Wacırfeuer 
uuterhalten, ‚und, Huſarenpatrouillen wie fonft alle . 
Viertelſtunden das Lagergeſchrei erheben, Hierdurch 
wurden die Feinde fo getaͤuſcht, daß, fir. von dem 
. Abmarfche der Preußen nichts. merkten, ben König - 
noch immer in feiner ‚vorigen Steßung glaubten, 
. und. barnack. ihne entworfenen, Bewegungen einriche 
teten. Laudon machte einen, großen Umweg, 
ging bei Parchwiz über die Katzbach, und ruͤlte von 
da nach Gegniz; alles dich war nöthig, wenn er 
mit anbrechendem Zage’den linken Pre ußie 
ſchen Flügel nach der borigen Lage erreichen wollte. 
Alber fein „langer Weg wurde ihm zu feinem großen 
Schrelken fehr abgekürzt. Er glaubte noch weit | 
vom Könige zu fein: und jezt fand er ihm da, wo - 
er ihn nicht erwartet hatte, ganz in ‚feiner Nähe, 
SZriedrich, der eben mit dem Markgrafen Kart 
und mit: Bieten bei einen Pleinen Machtfeuer. 
ſchlummerte, wurde durch den Zierenfchen Major - 
Hund vonder Ankunft Laudon's benachrichtige; 
fogleich ſchwang er ſich auf's Pferd, und brachte die. 


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2 368 nn en 


u auf dieſen Kom ſchon berechueten Anoidnungen tm 
Ausfuͤhrung. Bieten mußte "mit dern rechten 
Bluͤgel diejenige‘ Gegend, wo Daun und Lascy 
. mie ihrem: Abtheilungen herkommen koͤnnten, bebb⸗ 
achten. Er ſelbſt räfte mit dem linken Fluͤgel dem 
Laudonſchen Heere von 30,000 Mann enigegen, 
und beſchoß ed vom einer. in- der Nacht aufge 
führten Batterie. Laudon, der Ueberraſcher, 
ſah ſich jezt uͤberraſcht; doch da er ſich noch immer 
auf die Mitwirkung Daun's'verließ, wich er dem 
Kampfe nicht aus, fondern ftellte feine Truppen J 
bei dem ſchwachen Morgenſchimmer und auf einerk 
eingefchränften Boden; fo gut er kounnte, in Ord⸗ 
nung, und griff die auf den Hoͤhen ſtehenden Preu⸗ 
Gen muthig an. Aber feine Kavallerie wurde -bald 
in Moräfte gejagt, aus denen fie fich mır- nach fans: . 
ger. Mühe herausasbeitete, und- feine, Infanterie 
ward gleichfalls nach einem hizzigen Kampfe zurüfe J 
geworfen. Als endlich die Sonne aufging, und er 
von einem Hügel noch Feine herbeieilende Unterſtuͤz⸗ 
zung entveffen Fonnte, rief er aus: Freunde! wie 
find allein, es bleibt und nichtö übrig,» alg guten - - 
Muth zu behalten und mir zu folgen, Er griff noch 
gmal von neuem an, und fezte ſich perfünlich der 
größten Gefahr aus, Doc) er mußte in Verwir⸗ 
yung fliehen, Der Oberſtlieutenant Moͤllendorf 
und Major Rhodig zeichneten fich mit dem 2ten 
Frage Garde bei dem dn der Fronte liegenden 
Dorfe Panten vorjügiih aus, trieben einen 


Kauptangtiff dabei zuruͤt, und machten viele 
— Gefangun 


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un 3680 RE EEE 
Befangite. Laubon ſammelie un 3 Uhr Morgmd- . 
fane Fluͤchtlinge, ordnete fie wieder und mahte 
ine geſchikten Ruͤkzug. Die Preußen hatten einen 
Manzenden ‘Sieg mit geringem Verfuft errungen, '-, 
fie: hatten nur 600 Todte und 1200 MBerwundete, © 7 
. dagegen nahmen: fie 86 Offiziere und 6020 Gemeine; -. 
gefähgen, umd eroberten 83 Kanonen und 43 Sabk 
hen. ! Un Fodten und Verwündeten rechner ma ... 
. ven’ Deftreichifchen Verluſt auf. 10,006 Mann ‚Bi. 
Nie ſelber gleich nur 6oco Mann zugeſtanden. 
Daun und Lasey brachten die Nacht nahe 
an der Katzbach ruhig zu, weil der vorlge Erands _ 
Punkt des Königs kaum um einen Kanonenfhuf- 
dabon entfernt: war. Mit dem frühften Morgen 
ruͤkten ſte ans, um die Preußen anzugreifen, ie | 
groß war aber Yır Erftsuhen, als ihre Vortruppen..  ' 
. meldeten, Das koͤnigliche Rager fei Teer, and man tiffe 
| gar nicht, 1088’ aus dem Könige geworden fein a 
möäfft, "Wegen des widrigen Windes konnten fie. 
von der Schießen nichts hoten, ungeachter Aber - 
200 Kanonen abgefeuert wurden. Um’ nm den. 
Feldmarſchall Daum, der lange unſchluͤſſtg blieb, 
wauaas er than ſolle, von der Niederlage Laudons un 
\, Überzeugen und zum Abzuge zu bewegen, ließ 
BZriedrich einen zmaligen Siegesdonner errönen, 
wöobnrch Ber vorſichtige Daun veranlaßt wurde, in 
ſein altes Lager zuruͤkzugehen. Friedtich titt 
nachgewonrenet Schlacht. die Fronte herauf, 
danete den‘ Zrappen, and lobte auch das Hals: . 
lifche Regiment, von welchem ulsbald 4 alte 
OT Br. Geſch. 6. Th. J. Abth. AM Se 


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— 370 


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Golhaten feinen Bügel ergriffen, das Pferd. aueh 
ten ‚ und um die Ruͤkgabe der. entzognen Kriegheh⸗ 
— jenzeichen baten. Ohne Zoͤgern wurde dieß bewil⸗ 


Tiget, und der König machte dad tapfere. Vetragan 
dieſes Regiments und. deſſen Wiedergleichſtellung 
mit den Übrigen Bataillonen bei der Parade ſelber 


bekannt. Damit die Vortheile des Sieges jedoch 


nicht verloren gingen, das heißt, um die geſtoͤrte | 
and jegt erbfnere Gemeinſchaft mit. ber Ober zu. bes 
hanpten , marfchirte Friedrich noch an demſelben 


u Tage 3 Meilen weiter bis Parchwiz z.e. . Dieſer 


Morfch. fezt die Fertigkeit und Gewandtheit der 


Preußiſchen Truppen ins heüſte Licht. . Übgermartete 
Sieger, die, der Ruhe bedurft. hätten, rafften ihre 
Kräfte zuſammen, palten ihre eigne Sachen, die 
erbenteten Siegesdenkmaͤler und die Verwundeten 
auf, und ließen nicht das Mindeſte zurüf, Die 
Bleſfirten, mochten es Preußen oder Oeſtreicher 
“fein, wurden auf Brot⸗ Mehl⸗ oder Statswagen 
geſezt, ohne nach dem Eigenthuͤmer zu. fragen; 
Ä jeder Reiter und Pakkuecht mußte ein eroberted Ges 
J wehr mitnehmen. So blieb feine Kanone, keine 
Slinze, kein Gefangner auf. dem Schlachtfelde. 
Der General Saldern, Jutendant der Arme, 
‚hatte ale Anftalten fo ſchnell und doch ſo ots 


dentlich beſorgt, daß die Preußen ſchon 4 Stunden 
nach der Schlacht um 9 Uhr Morgens in vollem 
Marſche nach Parchwiz zu begriffen. waren. Als 
ber König dafelbft anlam, erfuhr er,. daß der Mufs 
pie General & zerni Hart bei Lißa in der Naͤhe 





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Breslau’ 8 fände, und fich mir den Deftreichern 
zu pereinigen gedaͤchte. Dieß machte feine Sage. 


och” immer bedenklich; bie kaiſerliche Hauptarmet 


hatte nichts gelitten, ihm fehlte es an Brot, die 
en ber Ruſſen ſchnitt ihm dm Meg zu ben 
Breolaner Magazinen ab, griffen beide Heere ihn 
unter diefeti Umftänden an, fo Tonnte ihm Hunger 
und Schivert, und ein Haufen von 6000 Gefang⸗ 
nen, deren er ſich nicht zu entledigen wußte, gleich 
gefährlich werben. . Die Ruſſen mußten alfo auß 
- feiner Nähe entfernt werden. Dieß bewirkte er 
durch folgende Liſt. Er ſchrieb an feinen Bruder 
Heivurich, und meldete ihm in einem Briefe, daß er 
nach feinem Siege über die Oeſtreichet die Ruſſen 
jenſeits der Oder unter Soltikof angreifen wolle; 
er, der Prinz, ſolle zu dieſem Zwek die verabredeten 


Bewegungen machen. Durch große Verſprechum u 


gen wurde ein Bauer bewogen, diefen Brief Auf eine 
Huge und feine Art dem Ruffifchen Generdt '& zer⸗ 
nirſchef in die Hände gu ſpielen, indem er fich 
von den Vorpoſten wie durch einen Unfall, ; aber 
voch abſichtlich gefangen nehmen Tieße, Friedrich 
erreichte feinen Zwek. Ezernitfchef ging noch. 


am felbigen Abend fiber die Oder zuräf, um ben 


* Soltikoͤf, dem nach Inhalt des 
aufgefangnen Briefes eine Schlacht drohete, Bel⸗ 
Niand zu leiften, Friedrich's Beforgniffe hoͤrten 
hun auf, er lagerte fich ungehindert bei Neumark, 
zog ſeinen Unterhalt aus Breslau, ließ die Gefang⸗ 
un dahin bringe, und feine Armee vbn den 

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yiebenen ahſhetic⸗ Po Zeit aubenhen 
Rear mußte indeffen die. Ruffen beobachten; 


: da diefe jedoch zu feinem wichtigen Unternehmen ge⸗ 
neigt. ſchienen, fo Welt Friebinp zur bloßen Beobach⸗ 


‚tung 12,000 Mann unter dem General Golz fär 
hinlaͤnglich, und mit dem. Übrigen Heere Hein⸗ 


ich’ 5 vereinigte er ſi ch am 29. Auguſt. Mit dies 


ſer verſtaͤrkten Macht marſchirte er nach Schweids 


niz, ‚welches Daun zu belagern ſuchte, bei Fries 


drich q Annaͤherung aber. ‚gleich verließ, ‚Der ganze 


Monat September wurde von beiden. Armeen in 
einem Bezirk von etlichen Meilen um Schweidniz 
herum mit kuͤnſtlichen Bewegungen und Maͤrſchen 


augebracht, um einander den Vortheil der Stellung 


im Fall einer Schlacht abzugewinnen. Hiezu kam 


28 nicht. Friedrich machte darauf "deu Plan, 


den Feldmarſchall Daun ganz aus Schleſien weg⸗ 


zumandoriren, welches ihm endlich dadurch gelang, 
"daß er fein Heer umging, die Zufuhren aus Boͤh⸗ 


men erſchwerte und mehrere Magazine zerſtoͤrte. 
Um nicht von Bdhmen ganz abgefchnitten zu were ⸗ 
den, 308 ſich Daun in die Gebirge zuruͤk und 

säymte Schleſien, ob er gleich eine. Armee. von - 


‚109,000 Mann‘ befehligte. nn 
‚Unterdeffen ereignete ſich in Pommem ein Die 
fall, welchen die darauf geſchlagne Gedaͤchtnißa 


muͤnze mit den paſſenden aus einem Lateimiſchen 


"Dichter genommenen Worten: eine That, der 


Babel aͤhnlich, karakteriſirt. Die Ruſſen, 


welche | m Solchen d daB vorgeftehe Biel, "Erobrruns 


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—13 * 


"gen ja machen, nicht erreichen. Tonnten, machten ve 
Ende Huguft’s zum aten Wale den Verſuch, die 
Feſtung Kölberg zu erſtuͤrmen. Sie ließen. fie - 


durch 15/050 Mann zu Lande umringen, und. durch 


N 


eine. Slotte von :27 Kriegeſchiffen, Fregatten und 
Veombardirgalllotten beſtuͤrmen, wozu die Schweden 
noch 6 Kriegefchiffe und 2 Fregatten ſchiklten. Bin 
nen · 4 Tagen wurden 700 Bomben in die Stadt:ges 
worfen and miele Haͤnſer zerſtdrt. Der -belannte 
Major Heiden ſchlug mit feiner kleinen Beſazzung a 
und mif der Würgerfchoft alle Anfälle herzhaft zus . ' 


rat, biö er eine ungehoffte Huͤtfr erhielt, . Der Ge 


seral Werwer kam bloß mit eisen: Hufarenregle 


ment und 3: Bataillynen aus Schleſien herbei, nach 

dem: er einen Marſch ven. go. Meilen in ın Tagen 

vollender hatte, In Stettin zog-er noch. ein Bar - 
talllon · an ich, und mit dieſer geringen Mannſchaft 


ſtarzte er ſich am 18. September über bie Ruffen 


her, daß fio voll: Bergung! die: Flucht. ergriffen 


nd nach einer 20taͤglgen Einfchließung. Die. Bela⸗ 
gerung aufhoben. ©te- hielten es ‚für unmbglich, 
daß von der fo weit entfernten. Preußifchen Armer 


'ein Eutſatz verſucht werden" Torte, Bloß Diefe . 
‚ Einbildung mathte ſie ficher, und Ihre Ucberraſchung 
dader faſfungslos. Sie zogen ſich theils gu Lande 


‚weg, thells fluͤchteten ſie anf die Schiffe, und 
ließen 15 Kanonen und 7 Moͤrſer, ihre ganze Mu⸗ 


600 Gefangae, und ſehrekte durch den Anblik feiner 


Sofa, vi fi an der Käfige, an andern 
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nition und den Proviant im Stiche. Werner machte | 


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. | PEN die ſeindliche Ziotte fo: ſehr, a fie: de; 


Aundker Lichtetre und davon ſegelte, als eb;fie: fi. KA 


Vene: Meere vor den Huſaren nicht. ſicher hieltz. 


. Der: Deutſche Horaz, der Dichter Ramler befang 


His Befreiung ſeiner Vaterſtadt in seiner Ode, und 


VPommerus patrioriſche Bürger verewigien fie darch 


sind Medaille. Werner vertrieb Darauf die Schwe⸗ 


I den und überfiet- fie: ſirgreich bei Defeiwalt,.wn 


er oo nierhich, Con: aranart nehm. undıY San 


nn “ sun atbeutete. 


An dieſe frohen Ereigiſte I feteren Pr ober Sal 


| wilder Knige bedeutende: und den: König-tirf Indne 


Hender-Wefälle. um. Sachſen wurde ihm Cude Sem, -: 


and in · Oktober enteiffen., und feine Reſideng —— 
plndert. Die. Reichstrupen, welche had kleu 
VPreußiſche Korpé. wider HALTEN leicht verhrhugen 


konnien, varhielrenſich. mehrere: Wesen bindurch 


ganz unthaͤrig, hilfe aut) Fulda im verigen Jare 
unſanft vertriebne Hergeg cm Waͤrtem berg 
wit 12,000 Soldaͤten zu ihnen Rieß.: Dieſer Fuͤcſn 


welchen Friehrich-her’ ruhe nach feines Wabers 


Keve: zu Berlin erzogen „mic vielan Wohlthaten 


Aberhduft, uud dach ſrie Aufehen zur fruͤhers Yes 
dernchme ner Pegierung. als, es Pie. Geſene wre 


ſchreiben, verholfen beste, vergaß jezt alle Cywſin⸗ 


ungen der Daukberdeit, urd ſalbſt die Beobad⸗ 
sung des aͤuffern Auſtaudet; er Drang: Fb den Fein⸗ 


den deſſelben recht geiligemlich auf, und behung. 


ſich ſtatt aller Subſidien bie unwaͤrdige Befngniß, 


Bu ereehun. —— 2 Me zu malen | 


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geu biefer Etlaubnitz machte er in den Heffiſchen 
ind. Preußifchen Laͤndern, wohin er kam, den 


ſchreklichſten Gebrauch. Vorzuͤglich ſeufzte Halle 


“ Über feine Bedruͤtkungen. Er vereinigte ih Euve 
Septembers mit der Reichsarmee. Haddik und 
Mocquire führten ihr noch kaiferliche Verſtaͤrkung zu. 
Aus mehr alo 40,000 Mann beſtehend, konnten fie‘ 
un leicht die verlaßne Stadt Leipzig beſezzen, 
-Korgan dm 27. Sept. und Wittenberg am 
14. Oktoder“ erobern , nachdem fie Dreisiertel des 
lezrern Ortes in Aſche gelegt hatten. Die Preuß⸗ 
we Beſazzungen gerieihen im Gefangenſchaft. 
"Weit empfindlicher für Friedrich und jeden Bar’ 
" gettanböftennd war bie Beſezzung der kdniglichen 
Hauptſtadt und der Luftfchlöffer durch die Rufen 
und Öffireicher vom 9. bis 12. Oktober. Die feinde 
Uchen SGenerale waren mit dem bitterſten — — 
Aber den ſchlechten Fortgang ihrer Waffen erführ; es 


‚ Häntte fie tief, daß Sriedrich ihre Plane gereitelt, J 


ind ühre großen Armeen in Unthaͤtigkeit erhalten hatte ; 
Dann insbeſondre glaubte nor einem noch größern Uns 
falle miche ficher zu fein, ſo lange Sriedrich in ſei⸗ 
ter Nahe · ſthude er wuͤnſchte ihn zu eutfernen, und 
Rigleich eine Unternehmung zu vollfuͤhren, welche groo 
BES Aufſchen erregen, und wenn gleich in ber Haupt⸗ 
fache den Preußen nicht viel Schaden, dech deſto mehr 
Echrelken verurfachen möchte. Hierzu ſchien ihm bie’ 
Bränbichazzung Berlin's das dienlichſte Mittel zu 
fein, Er beredete daher ben Ruffifchen Zeldmarfchalf . 
„Seritef ZORM Dava a bie Eroberung abe 
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gufenben;, weiche von 18,009: Oellreichern nr. 


Laſcy nuterſtuͤzt werben. follten. Soltifof uch, 
ſich ‚nach viglen Borftellungen endlich dazu byeiß 


| ‚finden, er er ſchikte ‚ven Grafen Tottleben, ben; 


wo 


wald, und die verwundeten Generale Seidliz 


laug in Berlin gelebt nad vorher Preußiſche Dienfte, 


Ten voraus, dem- der General Czeruitſchef mit 
22000 Mann nachfolgte. Er ſelbſt ging ebeufalla 


num den Zug zu delken. Die Ausſicht zur Peute 
war für die. Feinde fo reizend;, daß fie ‚one Def 
zu. halten, in eiem Trabe vorwärts eilten, X Otte 


\ 


gethan hatte, mit einem Avantkorps von ScooMaue . 
theils regulaͤrer Truppen, -t thetls ſchwaͤrmender Kofae- 


u uͤber bie Oper, ımd wendete ih nad der Mark, . 


Leben vollendete. den Zug von Beuten.aa, De, 


Dder in- 6 Tagen und zeigte ſich am 3. Dftpher, vor 


und noch eben ſo unglaͤubig und uuentſchloſſen, als 


Gewalt gegeben, und folglich den Nachiheil verdeyn 


2: den Thoren Berlins Der eben nicht rͤhutlichſt, 
bekannte General Ro chow war noch Kommandagtet 


das verige Mal, Er hielt den Anzug der Feinde 
fuͤr! ein Maͤhrchen⸗ bis zu feinem Schreifen die 
. - Wufforderung zur Uebergabe an ihn - erging: Ge 
aͤtge gewiß durch ‚ein uͤhereiltes and, furchtſau 
Wenehmen die Refidenz den Feinden fraͤter in. hie: 


pelt; aber zum Gluͤkke Berlins fanden fidh.gera«_ 
pe muthige Helden, ber ‚alte Feldmarſchall Lehe 


und Knoblauch daſelbſt; dieſe drangen im dem . 
Kommandanten, daß er die Uebergabe verweigerte, 
und Batch Eilboten an den in Frame Rebenden: * 
Gene⸗ 


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Wee⸗tfal —— 
dp. —* ottig on erfiqunte.äber die Verwe⸗ 


Wirsenferg®). ſchitte. J 


erh der Berliner, jhm den, Einzug, im eine ofne ° 


tezu wermeigern, aid Tieß fie von. 2 Mhr Mache 


3 Be sie fodt,in ‚die Nacht mir Gröffugele und. 
_ Poren, beſchiegen; doch da dies nicht, vitl bewickte, 


> bi durch. die ‚guten Gegenanfalten. daB Zeueg u 
immer ‚wieber gelbſcht wurde, fo uerfuchterer in ben - 


Rabe: einen Generalſturm auf. die Thore von der 
* Seite. her: Jedoch die Tapferkeit. ber 


Seihiiz. un Auoblaud, wihefb 


an die Spizze der, geringen. Beſazzung yon 150@. 


34 ſteliten, trieb, die ſtrmenden Ruſſen zmai 


Gun, Dieſer nuemeariete Wiberfland beflärzte fit 


Wehr, daß ſie gqnz MIN abzogen, und-ein vexe 


ſenngtes Lager „bei: Tempelhof auffhlugen, , Am 


* folgenden Tage den 4. Dkiob. Abends traf, zur Freude 
der ‚Berliner, ſchon das Korps des Prinzen von 
Mirtemberq, uugefaͤhr 6000 Mann enhattend ein, 
MED eh. Tag und Nacht 9 Meilen zuruͤkgelegt 
ae Es war daher ſo abgemattet, van es ſchlech⸗ 
gerdings der Ruhe beducfte. Die Nuſſen, welche 
en bald ang befonuen, wagen —— 


—E Size ei Wrnber des ein De 


aogs, ebenfals in Berlin erzogen, br blieb dem 


— 2 


ae, re. 


Bu Grundfären der DauPbarkeit getstm, ae dieme fein 


- MWoöphtpäter dem Könige Friedtich mit Inniger Erge⸗ 


dendheie, usb fühlte aber Dad nad (einet Trabant u 
— | 


m erben 


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NaEEPEE EEE} BE — on 


F ihre Angriffe‘ zu ernenern; ff Fächteten‘ Por 
| angegtiffen zu werden, und ogl fr Wesrbehen ’ 
Morgens am ⁊. DFB: bie Kdopenit · zurat Se 
herumſchwaͤrmenden Pikets Kunden lamthwv von den 
nachſezzenden Preußen: aufgrhoben. Schon Yieltere 
ſich die leztern fuͤt gerettet; aber-undh einigen Tagen 
ſtroͤmten die Schaͤren von Czernitſchef und Lafcy 


herbei, Totileben tuͤlte wieder vot; undob Kun 
gleich: eine neue Huͤlfe von 9095 Ran durch · DL 


Beneral Halſen am 8. Otch. zu Berlis onlängtez 


® Fogreit 13060 Preußen. einertfehüitchen? Heeres 
macht ven 48600 Mann auf die Fuge nicht inet 
Rechen nach mehrern gihtlichen einzefnent Gefechten 


hielt es der Prinz von Wirtemberg, um nicht aufgeh 


| Hösen oder gefangen‘ zu werde, für adthig, nach 


Spando wzu gehen, und die Refidenz ihrem Schito 


fale zu uͤberlaſſen. Ihrer großen Uebermacht ungeach 


werden, "hielten daher am! 8. Oltb. Krlegstarh 


hier? beſchloſſen, unverrichteter Sache abzuziehen] 


Kur ehr einziger feindſeliger Daͤmon, ber Framzbſ 


ſche Beobachter Mont ⸗ Alembert ſtimmte die Gene⸗ 


rale um; dieſer zum Verderben der Preußen ſo un⸗ 
verſdbniich geſchaftige Raͤnkemather ſtellte ihnen 


die Schande, vor, welche fie auf ſich laden wuͤrden, 
wenn, fie non siger unbefchäzten Stadt mit Zeigheit 
zatuͤkwichen. Der beredte Srangufe ftiftete mit- feiner 
Zunge für Verlin mehr Unheil, als Tottleben mit 


ter‘ erlähnten ſich die Feinde noch nicht, Berlin ju Deu 
Reöfen. Sie wußten, "daß Frie drich im vollen 
nmarſche war, fie befuͤrchteten,! abgeſchnieten sd 


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fein - 


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\ kinen Konoren. Die Stodt wurde daher nech eine 
wal aufgeferdert. Auf den Rath des einſſchtsvollen 
und edeigeſinnten Kaufınannd Botstowsti, bes. 
Schuzengels yon Berlin,. wurde beſchloſſen, ſich 
lieber. den Ruſſen als den Deſireichern nu ergeben, 
und bie. Holge zeigte, daß dieſe Wahl die heſte won 
Man ſchlaßan der Nacht eine Art Kapizulation mit 
dem Grafen Tostle ben, weicher Anfangs 4Mil⸗ 
lionen ‚Thaler Brandſchazzung ‚forderte, ſich aber 2 


we nachher mir. 433. Milliouen begnuͤgte, und noch 


2 Tonne Sofas. giö Geſchenk für fein Korps und J 


den ſo viel für die Deftreicher ausbebung, Den 9 u 


Hktb. Morgens rüfte er mit einem groken Theile a 
Buflen in Berfin ein, befszte die Thore and haupe 


pache, und lagerte einige Zaufend in deu Luſtgar⸗ 


tey. Die, übrigen. Ruflen und die Deifreicher kam⸗ 

: pirten um hie Stadt ber... Der General 2a ſey wer 
hieruͤbet hoͤchſt erbittert, er wollte bloß fuͤr ſich 15 
Wiullion Brandſchazzung, wid verfangse alffe Stadi⸗ 
poſten mit deu. Rufen gemeinſchaftlich zu beſe zzen. 
Dies ſchlug Tottlehen ſtandbaft ab, und erwiederte 
den Dellueihern ; ‚map hat mit mir bapitulirt; die 


| derren Deſtreicher werben weiter ‚nichts erhalten, u 


mals. 100,000 Thaler Douceurgelder, welche ig 
‚con freien Sehklen für fig ausbrbungen babe, woe 
vorgegen fir aber anch gute und fepitularionsmäpige 
AWMauukaucht halten peerden,“ Die Defireihen 
ohten, when aber nachgehen ; doch jdamte ihnen 
Toulahen dag VBraudenhurget Thor, und. einen 
| Abe au Bene VORAN de Wie baren 


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a uͤbel ef; bie ganze Sauptflebt,w wo 4— biee 


KMeichihumer vermutheten, barbariſch tu plůndern. 


Selbſt viele Ruſſiſche Generate wuͤnſchten es, und 


beriefen ich ‘auf. Befehle vom. Gindtal: Fermor, 


der zwar das Dberfommande wegen feiner- Kurzſich⸗ | 


"tigkeit niedergelegt” Hatte ‚' den: Gang ver Kriegsge⸗ 


ſchaͤfte bei der Armee aber immer noch mit feines . 
Rathe leitete. Indeſſen der mienſchlicher denkende 
CLoͤttleb en verhinderte dieſe Sraͤuelthat im Allge⸗ 
meinen, wenn er gleich: mehrere einzelne Ausfchweis 


‚füngen! nicht abiwehtgit Konnte, Er ſelbſt ſtellte ſich 


der andern Generale wegen aͤußerlich hart ; drohete; 


fluchte, pochte gewaltig, aber er handelte fo gelin⸗ 


de, als es ihm möglich war. Er gab haͤnfige 
Schuzwachen/ and ·verſchonte das Eigenthum der 


Biurger. Nur das dem Könige Angehoͤrige, bie 


offentlichen Anſtalten, Gebaͤude, Schloͤffer und 


Magazine litten großen Schaden, und manche eine 
vpyllige Verwuͤſtung. Monbi jon wurde verdor⸗ 


ben, das Zeughaus gepluͤndert, jede Pulvermuͤhle 


Tzerſtoͤrt, das Gießhaus ſollte in die: Luft gefprengt 
werden; Bloß der Umſtand, daß «in Pulvermagas 


gin and Unvorfichtigfeit init so Ruſſen aufflog, uns 
kein Pulver mehr da war, tettete died Gebaͤude und 


N, 


we umliegenden Häufer und Pallaͤſte. Go gute 
Mannszucht Tottleben indeſſen hielt / fo veräbe 
ten ‚bie unbänbigen Kofaten doch mandyen Mufag. 


Sie brachen am heilen Tage in mehrere Häufer, 
- und raubten- Kleider, ‚Kleinodien, Geld, was: ſie 
mu rn. wonden kennten, nud mißhandelten die 


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vo — 381 — 


| ‚Einwohner. Die Deftreicher miochten es weit Yon, 
fie Äbertrafen i jene wilden Horden. an Frevel. Sie 
erbrächen. die Eniglichen Etälle, welche nach der 
Kapitulation frei Bleiben -follten, riffen bie Pferde 
heraus, zertruͤmmerten die Kntſchen; ſelbſt die ; 
Ktankenhaͤuſer, Kirchen und Graͤber waren vor 


ihrer Raubſucht nicht ſicher. € wurden 282 Hiys 
fer geplündert. | \ 


Um aͤrgſten wuͤtheten bie Feinde in den Suftfehfbfe 


fern außerhalb Berlin. Mit Wehmuth und ges 


rechtem Unwillen muß der Geſchichtſchreiber erzaͤh⸗ 
len, daß diesmal die Sachſen, welche fih bei 
‚ben Oeſtreichern befanden, ihren: edlen Karakte 
„serlängneten, und fic) fo weit vergaßen, die Bars 

“  Bareien nachjuahmen. Sie ließen eine Umshrige 

Wuth an dem Schloſſe Charlotteuburg au 
„und nicht genng,. daß fie die koſtbarſten Zimmerge⸗ 


raͤthe zerſchlugen, die Epiegel und Porzellangefaͤße 


gzertruͤmmerten, die Tapeten zerriſſen, die ſeltenſten 
“+ &emdide mit Meffern zerſchnitten, die Fußboden, 


Thuͤren und Waͤnde mit Aerten zerhieben; ſo vers 


fündigten fie ſich an der Kuuſt und Gelehrſamkeit. 
Friedrich hatte eine unſchaͤzbare Sammlung von 


Kunſtdenkmaͤlern, Antiken, Vaſen, Statuͤen ꝛc. 
aus der Verlaffenſchaft des Kardinals Polig nat 
für große Summen an’ fich gekauft, und zu Char⸗ 
lottenburg aufgeſtellt. Dieſe ſeltnen Schäzje wurs 
ben. — der 10. Oktob. 1760 iſt dieſer Trauertag — 


hit vom wilden Horden, fondern von Sachſen 


dem Untergange geweiht, von Bewehyern eines Lau⸗ 


de s, 


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PAR wo Khuſte und Wiſſenſchaften bfähten,; wo 
‚feine Sitten nnd anziehende Hoͤflichkeit ein gebilde⸗ 
. 168 Volk bezeichneten. Weder Griechiſche noch Fta⸗ 
liaͤniſche Kunſtwerke wurden verſchönt. Die Saͤchſi⸗ 
ſchen Dragoner hieben bie Kopfe, Urme und Beine 


"der Bildfaͤulen in Stuͤkken, und zermtilmten fie mit 
Bedacht auf eine ſolche Lirt, daß fie nicht mehr ze 


."  fammengefezt werden fonnten, Die Lebenden hatten 
ein beſſeres Schikſal, als die lebloſen Statlen. Ob 


Die Buͤrger gleich die Sicherheit ihres Eigenthums 
mit 15000 Thalern abgekauft hatten, ſo wurden ihre 


| . > Käufer dennoch geplündert; f uud alles, was nicht 


fortzubringen war, verwuͤſtet. Viele Maͤmer wur⸗ | 


den mit Saͤbeln gehauen, andere mit Peitſchet blutig 


gegeißelt, die Frauenzimmer eutehrt; zwei Men⸗ 
ſchen farben unter dieſen Dißhandtungen. Com | 


ſo verfuhe man zu Schoͤnhauſen, dem Laſtſchloſſe der 


"König, Der dortige Schloßwaͤrter und deffen 


Frau wurden naflend ausgezogen, mit Ruthen ges 


hauen und mit glaͤhenden Eifen gezwilt, um Schaͤz⸗ 


ze zu verrathen, bie nicht vorhanden waren. Zur 
Ehre der beleidigtem Menſchheit muß man indeffen 
bemerken, daß einige Befehlshaber ruͤhmliche Ause 


nahmen machen. So bezeigte det kaiſerliche Gene⸗ 
ral Eſterhazi, welcher Potsdam beſezt hatte, die 
größte Achtung gegen feine eigne Wuͤrde, indem er 


keine Mißhandlung geſtattete, ſondern Buͤrgerſchaft 


und koͤnigliches Eigenthum gegen alle Raͤubereien 
ſchuͤzte, und ſich dadurch ſelber ein bleibendes Eh⸗ 


rendenlmal enichiet.. Eben ſo ſchlug der Ruſſiſche 
Gene⸗ 


— ass ED 


General. Babmanı ein Geſchenk von 10,000 
Zbaler aus, „weiches ihm. ber. Berliner Gtabtrath 


durch die Ehre, 3 Tage. lang, Kommandant iu 
„Berlin geweien zu ſein, hinlaͤnglich belohnt.’ 
Solche Beifpiefe edler Denkungsart verdienen der 
Erwähnung ,.da fie:mit der Dauer des Srieges i ums . 
‚mer feltner wurden, 
: Sobald Sriedrig, am 4. Oktb. ben Marſch 


| e afcy’s nach. Berlin erfuhr, brach er aus feinem 
- Rager in. Schlefien. auf, und eilte eben. dahin, um 
bdie feindlichen, Korps aufzuheben Er ging am a1. | 


Dktob. bei. Sprortau über den Bober. Diele Er⸗ 
fheinung trieb Die Rufen und Deſtreicher mit Wine 
deö Fluͤgeln von Berlin weg. Sie hatten geglaubt, 
in ber Mark ihre Winterquartiere nehmen zu füns 


. nen, da. fie die Reſidenz in ihrer. Gewalt ſahen. 


ber ihr Irrthum währte nicht lange. . Am 12. Oh 
iober flogen fie in ſolchen Eilmaͤrſchen davon „daß 


| . fie binnen.2.Zagen ia Meilen zuruͤklegten. Die 


Oefſtreicher ;flächteten zu ihrer Hauptarmee, die ßch 
bald Darauf in Sachſen bei Torgau. feſtſezte; and 
bie Rufen zogen fich nach Srankfurt, und dann zu 
ihrem Heere bei. Landsberg zumif. Weider Rüfzug 
war wmit den fchreflichften Verwuͤſtungen begleitet, 


"Bon den Thoren Berlin's bis an die Graͤnzen von 


- Polen, Schleſien und. Sachfen war das platte Land 
einer völligen Waͤſte aͤhnlich gemacht; Fein Stuͤk 
Mich, kein Bette, Fein Hausgeraͤthe, kein Biſſen 
Bros blich ben Einwohnern. übrig. ke Gegenden 

J er⸗ 


« 


. für feine Seutfeligfeit: anbot, „Ich ibin, fagte er, . 


Bu Oder ſollte niedergebrannt werden, welthes durch uns 


Ye ——— 
Be — * bin Rand, Mord und Rolttſucht Art. 
 Yanden Dörfer ih Flummen, und vie Tobten in ber 
Erde harten keine Ruhe. Selbſt Frankfurt an ber -. 
'ermeßliche Kontriution abgewehrt wurde, Ein 
Korps fehten mit dem andern an Eipreffungen. an 
wettelfern. Friedrich, vorzuͤglich uͤber die Ver⸗ 
wuͤſtung der Kunſtſchaͤgze erbittert, ließ ſich auf 
einen: Augenblik vom Zorne hinreißen, und das 
reichausgeſchmuͤkte Saͤchſiſche Jagdſchloß zur Gegen , 
. : bergeltung aneplündern, ein Sefchäft, welches ‚das 
Freibataillon des Oberften Quintus Icilins in wenig 
n Stunden ſchauderhaft genng vollbrachte. 
5 Da Sriedrich die Entfernung der Beide ü 
von Berlin noch während feines Marſches erfuhr, fe 
wendete er fi nach Sachſen, ging am 26. Olfob. 
bei Deſſan uͤber die Elbe, und vereinigte fich da⸗ 
lelbſt mit den’ Abtheifungen von Huͤlſen und dem 
Prinzen Wirtemberg. Die Preußen erkaͤmpften 
einige Vortheile, verſcheuchten die Neichstruppen 
Bis hinter Zeit, und nahmen Leipzig wieder ein. 
hiber Friedrich's Lage war im Ganzen gefährlich 
Dann hatte mit der Hanptarmee auf den’ Höhen 
ben Siptiz bei Torgau eine faſt unangreifdare 
Stellung genommen, nnd war feſt entfchloffeh, kel 
nen Schritt zu weichen, folglich Sachſen der Bin: 
“ter durch zu behaupten. Gelang ihm dies, fo wol 
tem die bei Landsberg an der Warte Iauernden Bu 
fen in die Mark Brandenburg son neuem poprdrine 
ae , und f ich r rniquamieren, uf fie den König 
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| son Vewneen und Echleſien, ja ſelbſt von Verlin, ” 

dar Vorrathskammer alfer Kriegäbebärfniffe, abſchnei⸗ 
den, und ihm keinen Plaz laſſen, ſeine Armee zu. . 
verpflegen , und zu ergaͤnzen. Dies ſahe er, dies u 


ſahen feine Srennde ein; nur ein kuͤhner Entſchluß 


konnte ihn vom Untergange reiten. “Dann hatie 
ein Verlangen zur Schlacht; er mußte alfo in ſeiß 
nen feften Verſchanzungen beftörmt werden. Ama; ‘. - 


November machte Friedrich ſein Vorhaben den Ge⸗ 
neralen bekannt; er verſammelte ſie in ſeinem Quar⸗ 


7 


tiere, im Pfarrhauſe zu Langen-⸗Reichenbach, und 
redete ſie alfo af: ‚Beine Herren, ich werde more’ - 


" „gen den General Daum angreifen. Sch weiß, 
zer ift in guter Stellung: aber zugleich, in einen‘ . 
Sa eingefchloffen;. wenn ich ihu ſchlage, ſo iſt 
„ſeine ganze Armee gefangen, oder fie wird in der 
„Eibe erfäuft. Werden wir gefchlagen, fo gehen . 


wir alle zu | Grunde ‚und ich zuerſt. Diefer Krieg 


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bauus Br. Geſch. 6. el. J. nn. @ b) Kerps 


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 zbauert mir zu lange; er muß auch ihnen langweilig - 
"fein Wir wollen ihn Alfo morgen endigen,’* 
Darauf Äbergab er ihnen die eigenhändig geſchriebne, 
aber’ kurzgefaßte Anordnung zur Schlacht, die ganz 
darauf berechnet war, entweder alles zu gewinnen, . . 
oder alles zu, verlieren, wovon durd) angünftige 
Umftände veranlaßt Feind von "beiden fo vollftäns 
dig geſchahe, als er e& fich gedacht hatte, Der 
techte Fluͤgel der. Oeftreicher ſtuͤzte fich hinter die 
- Xeiche: von Groswich, ihr Mittelpunkt bedekte die 
— AUnhdhen von. Siptiz, der linke Flügel ‚endigte 
® jenſeits Zinna, und fließ an die Elbe, Ein. 


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| und Moraͤſte gedekt. Doch Friedrich's Pan’ 


de 


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= 386: — 


. ganze furchtbare Stellung war durch ſtarke Batterien 
noch furchibarer gemacht, und im Ruͤkken durch Wald 


Korps son 20000 Mann unter Laſcy ftanb der 
Hauptarmee zur Linken, und war durch eine Kette 
von Teichen auf beiden Flanken geſichert. Diele. 


zunn Angriff war wohl ausgedacht, und ber Lage. 


voͤllig angepaßt; waͤre er genau ausgeführt worden, 


-To blieb, den Feinden nichts übrig, als entweder die 


Waffen zu ſtrekken, oder durch's Schwert zu. fallen, 
oder ſich in die Elbe zu ſtuͤrzen. Friedrich wollte 
ſie zugleich zwifcyen 2 Fener bringen, bie halbe 
-Mondglinie, welche die Daunfche Armee bildete, 
anf einmal ay_beiden. Seiten, angreifen, fie gegen 
die Mitte hin zufammendrängen, und alsdaun die 
ganze Armee durch einen Schiag vernichten oder 
gefangen niachen. In dieſer Abſi cht theilte er ſeine 
Armee in 2 befondere Heere, von denen er den linken 
Fluͤgel ſelber fuͤhren, um die rechte Flanke der Oeſt⸗ 


reicher bei Groswich herum lenken, und ihnen dann : ° 


, 


durch Wald. und Moraft in den Ruͤkken fallen. 
2... Wollte Unterdeffen follte Zieren mit dem rechten 


Slügel auf dem Eilenburger Wege marfchiren, den 


Feind von vorne angreifen:und auf die Siptizger 


‚Höhen hinwerfen. - Weil aber Bieten’ Marie, um 


2 Stunden kuͤrzer war, ſo ſollte er ſich ſo lange im 
Walde verdekt halten, bis er des Koͤnigs Ankunſt 


an den beſtimmten Orte durch Kanonen = und Slietene 


fhäffe vernehmen wuͤrde. Uber dies verabres . 


dete Zeichen war hoͤchſt truͤglich und machte 


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. “ — 387 — 


am Shlachttage- beide Adechellinhen ungewiß and 


derlegett. , - 
. Der_ 3. November mar der merkwuͤrdige Tag, 


wo Friedrich feine legte, aber heißeſte Schlacht 


lieferte, yon das Menſchenblut wie Waſſer floß, wo 
die Sieger dem Untergange nahe kamen, und wo 
ſich erſt in der Finſterniß das Gluͤk auf Preußen's 


Seite wendete. Frie drich feste ſich bei angebroch⸗ u 


nem Tage mit Zieten zuſammen in Marfch, 


trennte fih un 10 Uhr von ihm, 309 links durch - 
den Torgauer Wald, nnd ſtieß unterwegens auf _ 


einige feindliche Beobachtungskorps, die er nad) 
kurzen Gefechten zuruͤkwarf, worauf fich diefe zur 
. SHauptarmee: flächteten. "Dabei wurde das ganze 


feindliche Dragoner «Megiment voh St. Ignon, das 


einzeln marfchirte, und unerwartet unter die Preus 
ßeu gerieth, theils niedergehauen, theild mit feinem 


General gefangen gehonimen. Es war faſt 2 Uhr, . 

als Friedtich mit feiner aus 10-Grenadierbataillenen  -- . 
beftehenden Avantgarde um den rechten Flügel dee .-. 
‚Deftreicher herum gezogen war. Unvermuthet hörte 

er ein fernes Kanonenſchießen, welches von einem . 


/ 


“Gefechte Zieren’s mit einzeln detafihirten Kroaten 
berrährte, und weiches ihn auf den Gedanken brach⸗ 


te, Zieten habe den Hauptangriff früher, al - | 


‚66 verabrebet fei, angefangen ; er glaubte, ihn aus 


genbliklich unterflüggen zu muͤſſen. Dieſer traurige 


Irrthum zerruͤttete den ganzen Schlachtplan. Es 


kamen noch andre Betrachtüngen hinzu. Ya dieſer | 
J isn Jahreszeit blieben nur wenig Stunden Tas 


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geoncht uͤbrig. Außerdem ‚meldeten Usberlänfer 


und Bauern, daß ſich Daun uͤber Die Elbe zuruͤl⸗ 


iehe, und der Schlacht. ausweiche. Er hatte aber 


u bloß einige Schiffbruͤkken ſchlagen laffen, ‚uni das 


Genpaͤk und Getreide fortzufchaffen - Die übrigen - 
Bewegungen hatten gerade den ‚entgegengelesten 
Zuwek; er wich nicht, fondern er kehrte fein erfies 


Treffen um, und ließ es Fronte gegen "den König 


"machen, fo daß Friedrich nicht den Nüffen, fondern 


die Wosderfeite der Feinde vor ſich hatte. Aus allen . 


dieſen Unftänden entſtaud die ungluͤkliche Folge, daß 


FSriedrich mit dem Vortrabe augriff, da noch ſeine 
Hamupiftaͤrke, die Artillerie, Kabalierie und mehr⸗ 
Re Infanterie im Walde zuruͤk war, und feinen Ans 
griff nicht mit Macht. unterftüzzen Fonnte, _ Die 


‚30 @renadierbataillone ftellten ſich 800 Schritte vor 


den Feinden und ruͤkten mit. berzhafter Standhaftigs 


‚Veit auf den vor ihnen ſtehenden Flügel der Deftreis 
‚her los. Aber fie wurden init einem fo wüthenden 


| | Feuer aus 400 Kanonenfchländen, die gleichfam auf 


‚einen Punkt gerichter waren, empfangen, daß die 
erſte Brigade in wenig Minuten todt oder verwundet 
niederſtuͤrzte. Die 2te Brigade hatte daffelbe Schiks . 
ſal. Der.ganze Bortrab von 5500 Grenadieren lag 
in einer halben Stunde groͤßtentheils niedergeſtrekt, 


| j ‚und arnı folgenden Tage zählte er nur noch 600 


Dienftfähige Xeute, Der Oberſte Graf von Anhalt 
ward erfchoffen, der General Stutterheim verwuns . 
der, Die Kanonen, welche ‘die Preußen auffuhren, 
waren in einem Augenblitte vernichtet, fie konnten 


Ä , siehe: 


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nicht einmal. gun gaben kommen ‚ weil Menfchen 
‚und Pferde dabei fogleichgerdbtet wurden. Das | 
kaiſerliche Zeuer war ſo entſezlich, daß ſſelbſt Frie⸗ 
drich erſtaunte, und zum General Syburg an fein | 
uer Seite fagte: welch eine ſchrekliche Kansnade! 
"Baden fie je eine- Ähnlicye gehört? Unterdeflen mars 
ſchirte eine :Kolonne aus dem Walde. hervor, und 


räfte mit dewunderungswuͤrdiger Drdunng gegen den 


Feind. Aber auch von ihr wurden ganze Rouen 
von dem moͤrderiſchen Kartaͤtſchenhagel niederge⸗ 
ſchmetkert und zuruͤkgetrieben. Die kaiſerlichen 


Karabiniers hieben voll Ungeſtuͤm in die Weichenden 


ein und machten mehrere Gefangue. Die Oeſtrei⸗ u 


her hielten den Sieg für gewiß; einige ihrer Fuß⸗ 


regimenter verließen: fogar ihre Anhöhen‘bei Siptiz 
um die Preußen zu verfolgen. Jedoch 3 Preußifche. 


Hätten fie ihre: Kavallerie bei 
ſich gehabt, ſo konnten ſie das Treffen gewinnen. 


Aber es befanden ſich nur 80o Zietenſche Huſaren 


bei ihnen, die ihren Vortheilen keinen Nachdruk ge⸗ 


ben komten. Dann hatte Zeit, feiner geſchlagnen 
Infanterie Hälfe zu ſchikken, die Preußen von ben 
erſtiegnen Höhen wieder zu . verbrängen und in den 


Wald zurälzundthigen.. Das ganze erfte Preußifche , 


Neffen war geworfen, obgleich die Oeſtreicher viel 
gelitten. hatten, Daun ſelber verwundet worden, 


und feine Kavallerie in Verwirrung gerathen war, 


Friedrich lieg ſich Durch dieſe dergebuchen Mine. 
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Jufanterie⸗Regimenter faßten wieder Poſto, trieben 
die Oeſtreicher zuruk und drangen ſeibſt bis auf die 
feindlichen Höhen, 


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N 390 — 
ſurenzargen nicht abſchtetten. Das ate —2* 
ruͤlte nun muthig vor, und gewann einigen Raum, ' 
Das Regiment Prinz Heinrich warf Die vorfes 
henden Ogftreicher über:den Haufen, wagte ſich aber 
zu weit, e& wurbe bald von der Reiterei umriugt 

-- nd foft ganz vernichtet. Der Feind, ftand wie ein 
< Selfen Hinter Fenerſchluͤnden. Friedrich ließ nicht 
nach. Das zte Treffen mußte herbei; es griff un» 
erſchrokken an, obgleich Kamerad an Kamerad mies 
derſank; es erſtieg einige Hoͤhen, doch gegen bie. 
tedtſpruͤhenden Batterien war nichts auszurichten, 
Auch diefe Infanterie mußte füh zuräf in den Wald 
begeben. Endlich langte der Herzog von Holſtein 

mit ber Preußifchen Kavallerie an. Der König bes 

merkte, daß die Seinde durch das nnerhört heftige. 

Feuern ihre Munition zu fepnell verſchoſſen hatten, 
und die friſche wicht Bald an Dre und Stelle bringen 

- konnten;der, Kanonendonuer toͤnte uur noch ſchwach. 
Dieſen Zeitpunkt benuzte er ſogleich. Seine Reite⸗ 
rei mußte in die Feinde einhauen; von Kartaͤtſchen 
‚nicht mehr beunruhigt, gluͤkte dies fo gut, daß das 

gonze erſte Treffen der Oeſtreicher völlig geworfen 
wurde, daß die Preußiſchen Dragoner 4 ſeindliche 
Regimenter gefangen nahmen, daß bie Kuͤraſſere 

gleichfalls viele, Feinde . umsingten und gefangen, 
machten, und daß einige gewichne Batailtone ſich 
von neuem ſtellten, und auf bie Anhoͤhen draugen. 
Aber die uͤberzaͤhlige kaiſerliche Kavallerie rukte weit 
friſcher Verſtaͤrküng von allen Seiten gegen die Grass. 

de m, u zwang ſie, ſic geräfpogichen Die - 
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Een begann, die Kraͤfte waren. erfchöpft, Srier J 


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bich⸗ hatte eine Streifwunde bekommen, die 
Schlacht ſchien für ihn verloren; die Oeſtreicher 
glaubten es gewiß, Dank, fertigte. som Kampf⸗ 
plazze einem. Kourier ab, um in der Kaiſerſtadt ſei⸗ 
nen Sieg mit Jubel zu verfündigen. Ä 


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| Bieten gab auf einmal der Sache eine andere | 
"Berdung. Unerwartete Hinderniſſe hatten feinen. 


Moarſch verzögert, einzelne vorftehende Kroatenpo⸗ 
ſten nicht berechnete Gefechte deranlaßt, und das u 
Laſcyſche, feine Flanken bedrohende Korps ihn zu 


einem Umwege gendihiget. -Der Wind wehete von | 
ihin ab, und ließ ihn das Schießen auf des Koͤnigs 


Seite nicht deutlich unterſcheiden. Es daͤmmerte, 
da er am Orte feiner Beſtimmung angkam. Mit 


u Ungeſtaͤm ruͤfte er .auf das in Flammen fichende \ 


Dorf Siptiz an, und da es auf bie Eroberung der  - 


- Höben, wo dad ate kaiſerliche Treffen gegen ihn 
Fronte machte, ankam, ſo ſuchte er einen Durch⸗ 
weg, um. dahin zu gelangen. Die erſte Bahn brach 
der berſte Moͤllendorf, Kommandeur der Garde, 


der fich ſchon mehrere. Male ruͤhmlichſt ausgezeichnet 
yhatte. Er bemerkte zwiſchen den Schafteichen einen 


unbeſezten Damm, der zu den Höhen fuͤhrte. Er. 
anterrichtere den General Zieten davon; dori 


ruͤtte eine Brigade von Saldern heran, erſtuͤrmte 


ſogleich eine Redoute, und behauptete fie durch 
Verſtaͤrkung unterſtuͤzt gegen alle Angriffe. Die 
wwuthigen Preußen zogen ihre Regimentöfanonen mit; 


ven Binden. uf die ige! ’ vs ‚die Pferde auf.. 
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gie ſtellen Höhen im tiefen Sande wicht Fern 
tommenꝰkonuten. Das ſchwere Geſchuʒ mußte uns 


! 


ten bloiben; nud daher; den Feinden dad ihrige ent⸗ 


riffen „werden, Der Mangel an Artillerie machte 


den Ausgang bed Kampfes noch zweifelhaft, da die 
Feinde ihre wichrigſten Batterien noch behaupteten. 


Ziet en bildete eine Linie, und ließ auf die Deupte 
batterie Sturm laufen. Hier ward dad Gefecht 


. blätig, und faſt hätte der Feind diefe vornehmſte 
Schuzwehr behalten. Doch gerade im entſchei⸗ 


denden Augenbliffe kam der General‘ Leftwiz mit 


J 5 neu geſainmelten Grenadier bataillonen von der 
Iduiglichen Reſerve, womit er Sriedricy’s Ratzus 
gedekt haste, dem ſtuͤrmenden Zieten zur Hälfer 


Durch dieſe Mitwirtung wurde die Hauptbatteris 
erobert, der Zeind hatte keine Haftung mehr, er 
309 fi. allmaͤtlig vom Schlachtfelde weg, das 


Kanıpfgewühl hörte auf, Bieten urtbeilte mit 


Wahrſcheinlichkeit den Sieg errungen zu habenz 
denn die vdiligeingebrochue Finſterniß verhluderte 
ihn, mit Bewißheit die Größe der erfäntpften: Bors 
theile uͤberſchanen zu können. Nachdem alles ruhig 
wurde, eilte Zieten ganz allein zum Kbnige, der 
in dem Dorfe Els nich fein Quartier wegen Man⸗ 
gel an Raum :in der Kirche gettommen Hatte, 
Friedr ich empfing ihn nicht aufs freumblichfte, 
er .überhäufte ihn vielmehr wegen feines verſpaͤteten 
Angriffes mit Borwürfen, gegen welche fich der 
Sieger, der nach dem erſten Sturme auf eine beſſere 
Srimmmng van lonnte, vor jezt ice derthei⸗ 
igte⸗ 


\ 


J 303 — 


| Die ſondern mar —— von. der eag⸗ 
des koͤniglichen Zlaͤgels einzog. Er erfuhr, daß fels - 
biger die Gegend unter der Siptizzer Höhe behaup⸗ 
tet habe, und nicht verfolgt worden ſei. Dies neit 

ſeinem Gewinne in Verbindung gebracht, ließ auf eis 


nen obigen Sieg fehließen, von deffen Nichtigkeit, 
man am fotgenben Morgen außer Zweifel sera | 


tue ‚ 
Der ſchwer verwundete Daun war. noch vor 


der Entfgeidung- des Kampfes nach Torgau ge - 


gangen, um fich verbinden ‚zu laſſen. Als er nach 


9 Uhr Abends von feinen Generalen vernahm, daß 
die Preußen die. Hauptbatterien und die hoͤchſten 


Huͤgel, von denen die ganze Gegeud beſtrichen wer⸗ 
-  pen-tenmee, in ihrer Gewalt haͤtten, ſo hielt er die 


zanze Armee für verloren, wenn fie in dieſer Stel⸗ 


“ 
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tung ben andern Morgen erwartete; er befahl daher; 
daß fie ſich ungefdumt unter dem Schuzze der fins 
ſters Nacht über die Elbe zurüf ziehen follte, Dies 


| geſchahe mit ſolcher Stille und Geſchwindigkeit, daß 
die Preußen nichrs dadon gewahr wurden. Das 


Rauſchen der Elbe diente Ihnen dabei zum Megweis 


ſer. Diejenigen Preußen, welche nicht auf den Un⸗ 
hoͤhen ſtanden, irrten in großen und kleinen Schans 


ren theild im Walde, theils auf dem Kampfplagge 


if freiem Felde herum, und trafın noch viele vers 


einzelve Truppe der Oeſtreicher an, vom Denen keis 
ner waßte, wer Sieger oder Beflegter ſei. @ie- 
tappten in der Finſterniß, Rürgten über Leichen, fles 


un in Gehen, riefen auander zu, konuten aber | 


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— 39% — 


os vor dem Gebruͤlle der Verwundeten und dem 
Aechzen der Sterbenden ihre Stimme nicht hören, 
Es kam noch, zu manchem Kleinen: Gefechte, in⸗ 
dem man noch haͤufig auf Feinde ſtieß. Zuweilen 
feuerten Freunde auf ihre Mitgefaͤhrten, weil fie 
ſich nicht ‚gleich erfgnnten. Ganze Bataillone Dpfte 
reicher, die ihre Armee fuchtenf, geriethen noch in 
| Preußifche Gefangenſchaft. Hunderte erfroren im 
der Falten Nacht, auf dem naſſen, eiſigen Boden 
mit zerſchmetterten Gliedern liegend, Manche win⸗ 
den von gefuͤhlloſen Troßknechten und Weibern bee⸗ 
raubet, nakkend ‚ausgezogen und fo dem Tode ges 
weibt, oft gar muthwillig getdotet⸗ damit ihre Raͤu⸗ 
berei nicht entdekt wuͤrde. Im Torgauer Walde, 
welchen Friedrich vor der Schlacht durchzog, an 
| deten die Soldaten eine Menge Feuerftöße An, um 
welche fh Preußen und Oeſtreicher bruͤderlich lager⸗ 
ten, und dabei ausbedungen, daß ſich diejenigen, 
von weichen man am andern Morgen hören wuͤrde) 
daß fie befiegt wären, der: Ueberwindern-ohsie- Weis 
gerung als gefangen ergeben ſolten. In dem nahe 
» ander Wahlftate liegenden. Dorfe Elönich waren 
alee Haͤuſer, Hütten, Scheunen und Ställe fo mit 
Verwundeten angefuͤllt, daß Friedtich, der kei⸗ 
nen. vertreiben wollte, fein Lager in ber ‚Kirche aufs 
ſchlug, wo er auf den untern Stufen des Altars 
ſizzend und die ‚obern zum Tiſche gebrauchend bei: 
einem ſchwachen - Lichtfcheine Depeſchen fchrieb, 
Eilboten abfertigte,- Berichte enpfing „Befehle era 
elite und danu einige Stunden Talemnene, | 
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a. dem, neuen: Morger aforſchte und erfaßt er er 
erſt die naͤhern Umſtaͤnde und die wahre Beſchaffen⸗ 
heit des Sjeges. Die Oeſtreicher hatten an 12000 
.. Xobte und Verwundete; allein anf den Schlacht⸗ 
felde buͤßten ſie 8060 Gefangne, darunter 4 Gene⸗ 
sale und 2c0- andre Offiziere waren, ein, nachher '- 
wurde noch mancher. von ihken gefangen, daß alfo 

ihr Verluſt, den fie felber auf 11,009 Mann anga⸗ 
ben, gewiß noch einmal fo viel betrug. Außerdem 
verloren fie So Kanonen, 27 ahnen und 20 Vons 


u tons. Die ‚Preußen zählten 10,000 Todte mp .- 


Verwundete, und vermißten 4000 Mann, welche 
bie Deftreicher gefangen hatten. Daun wmfte ‘ 
wegen feiner Wunde die Armee verlaflen, er reifete 
“mach Wien, wo ihn die Kaiferin, bie ihm einige. 
» Meilen entgegen fuhr, mit allen Zeichen ber hochſten 
Zufriedenheit und Achtung empfing. 

Die Folgen dieſes Sieges waren fuͤr Friedrich 
ſehr wichtig. Er erhielt die verlorne Oberhand in 
Sachſen wieder. Torgau ergab ſich, Daums Ars 
mee ward verfolgt, und bis hinter Dresden in den⸗ 
jenigen Winkel gedraͤngt, den fie.im vorigen Winter, 


inne gehabt hatte, Es Fonnten mehrere Korps mach. - 


Scehleſien, Brandenburg und Pommern abgeſchikt 
werben, um dieſe Provinzen ven den Feinden zu 
seinigen. Die Ruffen, welche fih nach dem Gchlas 
pe Über. bie Deftreicher in. Friedrich's Naͤhe nicht fuͤr 

ſacher ‚hielten, gaben den Gedanken auf, in der 
Mark Winterquartiere zu nehmen, ſie gingen nach 
VPolen, die San. nach hren Pommern und 
*8.— 9 Lauden 


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xaudon unterließ die bezwelte Belagerung von fr 


ſel.“ Die Einnahme von Glaz war ber engige 


WVortheil der Feinde von dieſem Feldzuge, die einzige 
Frucht ſo vieler weggeworfenen Millionen, ſo vielen 


-. vergoßnen Menſchenblutes, fo vieler Statsopfer. 
Friedrich verlegte fein Heer in Sachen in die 


Winterquartiere, und er felbit wählte feinen Aufent⸗ 


balt:zu Leipzig, um auszuruhen von einem Huns 


deleben, wie er an vertraute Freunde fchrieb , weis 


ches man fich. aber nicht merken laſſen dürfe, Zus -. 
‚ sleich wollte er dem Herzog Ferdinand: näher 
fen, um mit ihm gewiſſe Verabredungen 


kreffen. I 


Felbzug der Alltirten gegen’ die 


Stanzofen im Jahre 1760 und im 
| Winter 1761, 


Treffen bei Korb ach d. 10. Zuli 17600. 
Gefecht bei Emsdorf d.16, Juli. 
Tin. bei Warburg d. 31. Juli, - 
bei Kloſter Kampen dv 16. Oltob. 
bei Langenſalzand. 15. Febr. 1761, 


. be Grünberg oder Stangenrode 


d. 21. Maͤrz. J 


m Weſtfalen , Stiederfacfen, m nnd dem Obere: 


rhein kaͤmpften in diefem jahre weit zahlreichere 
Heere, als in den vorigen Feldzuͤgen. Beide Para 
teien verſtaͤrkten ſich anſehnlich. Die Branzofen 
ſtellten 125000 Many in's Feld, von denen der 


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Kuss =. 397 — 


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Edhergeneral Broglio 8000 Mann Befeligte; = 


30,000 Mann ftanden am Niederrhein unter der 
Mufährung des Grafen St. Germain, und der. 
Saͤchſiſche Prinz: Eaver hatte dad Nefervelorps _ 
von 15,000 Leuten, Auf der audern Seite erhielt 


der Herjog Ferdinand eine’ neue Verftärkung von 


. zcop Eugländern, bie vorigen, wurden vollzaͤhlig 
gemacht, und fo belief ſich das Brittiſche Huͤlftorps 
auf 20,000 Mann; die uͤbrigen Truppen ſollten 
a4000 Helfen, und 26000 Hannobheraner, Braun⸗ 
ſchweiger und Buͤkkeburger enthalten: : wenn. dieſe 
“alle, wie es aber kaum fein möchte, ‚ vollftändig 
‚ waren, ſo enthielt das Alliirte Heer 70,000 Strei⸗ 
ter. Der Tod des Landgrafen Wilyelm’s VIII., 
der am 31. Jan.’ 1760 erfolgte, änderte in dem 
kriegeriſchen Verbindungen nichts. Denn ſein Sohn 
and Nachfolger Friedrich II. beſtaͤtigte alle mit 
Preußen und England eingegangne Verbindlichkei⸗ 
ten. Da die Armeen erſt ſpaͤt in die Winterquar⸗ 
tiere gegangen waren, fo erdfneteri fie den Feldzug 
"nicht frühzeitig. Der Erbprinz von Braunſchweig 
blieb bis in den Februar Hei Friedtich in Sachſen, 
dann fließ er wieder zu den Alliirten, welche bis | 
tief in den Mai pin rubig in ihren Quartieren lagen, 
und ſich bloß mit Streifereien und Eintreibungen von 
Kontributionen in den feindlichgeſiunten Bisthuͤmern 
begnuͤgten. Die Franzoſen hatten die Abficht, dieß.- - - 
Fahr zuerfl ganz Heffen zu erobern und dann das 
Hanndoverſche zu beſezzen. Der Herzog Ferdinand 


ſtreugte alle Säfte, on, diefen Plan gu vereiteln; 


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a er 398. — 


aber fo můͤhſelig and groß fein Eifer war, PB | 


„ ‚glöfte ed ihm im Ganzen nicht pöllig, Schon die - 
erſte Hauptunternehmung ſchlug fehl. Der Graf 
St. Germain ging am 16. Juni bei Duͤſſeldorf 
"über ben Rhein, und am 24, Did Dortmund, wo er 
‚ bie zum 4, Juli ſtehen blieb. Jezt erhielt er Bes 
18— nach Korbach in's Waldekſche zu rüffen, 


und ſich dort mit der Hauptarmee Broglio's zu | 
vereinigen, um geweinſchaftlich Heſſen zu uͤber⸗ 


ſchwemmen. Dieſe Bereinigung wollte Feidinand 
verhindern er ſchikte daher den Erbprinzen mit dem 
Vortrabe voraus, und folgte ihmmit der ganzen 


Armee nad), Der: Erbprinz kam aber. zu fpät, 
" St. Germain hatte ſchon am 10. Juli Morgens? die . 


engen Paͤſſe von Korbach zuruͤkgelegt, ‚und die Ebue 
erreicht. Auch Broglio eilte mit den Spizzen ſeiner 
Kolonnen herbei, und ſiellte fie in Schlachtorduung 
während‘ die übrigen. Truppen noch im Yumarfh 

“ begriffen waren, Der Erbprinz kam eben von Sachs 


fenhaufen an der Ebne au, und da er die in den ' 


Paͤſſen und Waͤldern verborgnen Franzoſen nicht 
ſehen konnte, fo ‚glaubte‘ er bloß ein Korps von 
St. Germain vor ſich zu haben; er griff bemnach 
“an; aber von. Broglio und St, Germain zugleich 

- betämpft, mußte er fich bald zurüfziehen. _ Bei dem 
Ruͤkzuge gerieth die Engtifche Infanterie in folche: 
Verwirrung, daß fie der Erbprinz uur au ber Epizze', 

> zweier Dragoner-Regimenter vom Untergange vers 
ten konnte. Da er der lezte auf dem Schlachtfelde 
war, ſo wurde er ſelbſt, don nur leicht, verwun⸗ 


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41 


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. 359 — U 
7 det. Er verlor 644 Todte und Venwundete, 179 f 
. Gefangne, 12 Kanonen und 4 Haubizzen. Die . DI 
z Franzoſen rechneten ihren Berluf auf 700 Mann. 
Der Erbprinz ertrug ſeinen Unfall mit Unwillen, 
und wartete auf eine Gelegenheit, den Feinden Ab⸗ 
bruch zu thun. Dieſe zeigte ſich in wenig Tager 
Die Franzoſen hatten zu Emsdorf unweit Kirche 
- hain einen Poften von 3000 Mann fliehen, welcher 
Ihre Baͤkkerei bei Marburg deffen follte, Der Erb⸗ 
prinz beſchloß Died Korps. aufzugeben. Er uͤberfiel 
fie Morgens gm 16. Juli fo unerwartet, daß. Teinex. 
 etlam.” Die Franzofen hielten den Prinzen um 
wenigſtens 6 Meilen. von fich. bei Sachfenhaufen ents -: 
*  fernt, und waren eben mit Fleiſch⸗ und Brotvere - ı 
. ‚theilungen befchäftigt, als fie im Ruͤkken durch Ka⸗ 
nonenſchuͤſſe augegriffen wurden. Der Geyeral 
Glaubiz, 178 Offiziere und 2482 Gemeine 
wurden ‚gefangen, 8 ‚Kanonen, 7 Fahnen, 400 
Pferde und das ganze Feldgeraͤthe erbeutet, nachdem 
die uͤbrigen getoͤdtet waren. Der Pring verlor 36 
Mann, und verſchafte ſich wegen der Korbacher Nien 
derlage eine glänzende Genugthuung. Broglio 
wollte es nicht lange bernach mit einem Korps des 
Hannöverfchen General Spörken eben fo machen. 
‚Ba wäre ed ihm gelungen. Uber Spärken zog 
ſich eiligſt zuruͤk y und nur wenig vom Nachtrabe fies 
fen in Zrangöfifche Gewalt. Jezt war die rechte 
...Blanfe des Herzogs Ferdinand bei Sachfenhäne . 
fen entbloͤßt er mußte ſich daher gleichfalls quf 
der Landſtraße nach Kaſſel hin zurͤlziehen. | 


I) 


Der 


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Der Herzog 8 rogkic ſchikte hierauf ven Nite 
ter Da Muy, welcher flatt bes aus Misdergnüs . 
gen abgegangum Grafen St. Germain kommans 
. birte,. mit 35006. Mann.Über die Diemel, umfih 
vei Marburg im Bisthum Paderborn feftzufeggen, 
. Und dann Weftfalen zu erobern. Jezt mußte Fers 


Dinand von 2 Mebeln eins erwählen; er mußte- = 


die Franzoſen entweder ruhig nach. Weſtfalen, ever 
ungeſtort nach Kaffel gehen laſſen; eins wohl, aber 
nicht beides zugleich konnte er verhindern. Die 
I Ueberlaſſung von Weſtfalen ſchien ihm das gefaͤhr⸗ 
Wlichſte; drangen die Feinde dort hin, fo fill am Eude 
Heſſen doch auch in ihre Gewalt, Diefer Umſtand 
heſtimmte ihn, ſi ſich dem Eindringen der Franzoſen 
in Weſtfalen als dem größern Ungluͤkke zu widerſez⸗ 
zen, und folglich das Heer des Ritters Du Mup 
tiber die Diemel zuräfzunverfen. Der Erbprinz von 
Braunſchweig mußte die Franzoſen bei Warburg _ 

- Morgens am 51. Juli angreifen, welchen Anfall 

Serbinand mit feiner Armee unterftäzte, Obgleich 
die Franzoſen von allen Seiten, von vorm und im 
Ruͤkken beſtuͤrmt warden; fo hielten fie den Kampf 
doch lange muthig aus, und wehrten ſich hartnäffig, 
bis der Lord Granby mit der Euglifchen Neiterei, 
der einen Weg von 2 Stunden im Trabe gemachr 
. Hatte, herbei Sam, und die ſchon etwas in Unord⸗ 
mmng gebrachten Sranzofen vollends zerfprengte; bie 
Kavallerie eutflohe durch die Diemel, aber die Sus 
fanterie, die ein gleiches thun wollte, ertrank theils 
im gluſe, theils wurde ſie gefangen. Sie verlo⸗ 
ren 


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“4 3£ —ã 46 ame: und: viele gehnen; | 


uch ;” welche "ver Voitheil der Lage für ſich 
atten, büßten nur a206 ati Todten und Verwunde⸗ 
— din.“ Serdinan 'b° "erreichte. feine Abſicht, er 


Verwehtke ven’ Stangofen' das Eindringen nady — 


faͤn dafür Aber sing frelllch Syeffen verloren. Au 
Demfe en "Tage , on welden "Du Muy geſchlagen 
Wurde‘, nahm Brogfiv Kaffel’em, "welches der 
Genre Kielmansegse, der mit godo Mahn nahe das 
bet in einem verſchanzten Lager Rand, [gegen 80,000 
ZFranzoſen unmoͤglich dekken kountẽ, und ſich daher, 
naͤch Manven ‚zurüfzichen mußte. Er ſaͤhe ſich 
Awer baid gendthigt, noch weiter zu weichen, worauf 
der Prinz‘ Kaper Sörtiwgen;: Nordheim und 
Eiimbet "mit Franzofen beſezte. Da fidy leztre 
endlich näch’miehrern heftigen Anfällen ber Heſſiſchen 


v 


eflung Ziegenhain ‚mit 800° Alliirten den ’ 1, \ . 


uguſt bemiachtigten, fd kamen fie zum Beſtzze von 
‚ganz Hefſen, und konnte‘ ungehindert in's Kurs 
< fürflent han Hannover, Aus welchem Zaver wieder 
hatte weichen muͤſſen, eindringen; doch über den 


Anſtalien hie zu verfloß der Auguſt und ein Theil des 


Septembers, woran hauptſaͤchlich der Mangel an 
unterhalt für ein fo-großes Heer Schuld war. Es 
ſtelen daher nur Heine Gefechte vor. Das bedeus 
rendſtẽ hiervon war ein naͤchtlicher Ueberfall, wels 
chen der Erbprinz von Warb urg gegen das Hefs 
fifche Städtchen Zierenberg am 5. Sept, gluͤkllich 
ausfuͤhrte. Er uͤberraſchte einen Franzoͤfiſchen Vor⸗ 
poſten eine halbe Meile vor der Fronte ihrer 


— 


Sauus Br. Sci. 6X‘. Ai “ >) Haupt⸗ 


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armee —*—* u an joe Dei wir 

“ ‚ und führte: eben ſo viele „mit ihrem Oberſien 
und 36 Offizieren gefangen mit fich foxt. 

In der Mitte des Septembers rüfte. Broglip mig 


5 einer ſtarken Abtheilung feines Heeres tief in’ Sr 


tingſche „ließ Goͤttiugen mit hohen Werfen, von 
Erde befeſtigen, und zu Witzenhauſen ein. ießes 
Magazin anlegen, in welches das Eichsfeld, das 
Herzogthum Gotha; und ‚ein Theil von Franken 
Vboraraͤthe liefern mußten; weil er ſich hier den gan⸗ 

zen Winter zu behanpten gedachte. Dabei war es 
Abm hoͤchſt verdruͤßlich, daß der Herzog Ferdin and‘ 
ſeine fefte Stellung an. ber. Diemel verwahrte. Er 
bemühte ſich daher, bei, Weſel eine beſondre Armee 
zu ſammeln, und ſelbige gegen den Roͤkken des Her⸗ 


doss zu ſhhilken. Ferdinand, per bied,meräte, . 


kam ihm zuvor. Er ſandte den Erbprinzen 
wit 15,000 Mann ‚an den Niederrhein, um die 
J Zranz dſi iſchen Abſichten zu vereitelen, und durch bie, 

Belagerung von. De el eine wichtige Ser ion u 


or. v 


gm 1. Dftob. die Selen von. '5co, * zu 
Kleve gefangen. Darauf ſchloß er Mefel ein, und 
. Tieß'den Grafen Wilhelm von Büfkeburg mit dem 
ſchweren Geſchuͤz von. Bielefeld herbeifommen. 
Aber wegen der. vom. Regen verdotbnen Straßen 
tonnte bie Artillerie nicht. früh genug anlangen, 

Broglio gerieth uͤber die Gefahr, worin Mefel ° 
ſchwebie, ig, große Being; ging dieſe Befung “ 
| | , Ä ‚über, 


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— her fa-ähıte fine‘ Gemeiaſchaft mit‘ dem Nie J 


derrhein auf, alle Magazine vom Rheine her waren 
bverloren, und die Franzoſiſchen Provinzen -beftändis 
gen Beunruhiguugen ansgeſezt. Er befahl daher 
dem Markis won Kaſtries, der am Niederrhein kom⸗ 


| mandiric mit feinen 30,008 Mann eiligſt heranzu⸗ 
rwutten. Dieſer marſchirte bie Meurs und Rheinber⸗ 3 


gen, und nahm eine feſte Stellung. Der Erdpring 
Heß emige Bataillone vor Weſel, und ging mit den 
uͤbrigen Truppen, die nicht der Haͤlfte der Icanzoſen 
gleich waren, nach Rheinbergen zu, um bie Geinde, 
‚weiche ſtoiz auf ihre Ueberzahl, wie er wußte, die 


gewöhnlichften- Borfichtöregeln vernachläffigten, in u 


vder Macht des 16, Oktob. zu uͤberfallen. Er ftieß 
nad: 3 Ahr in der Nacht auf die Worpoften bes 
‚Kifcherfihein Korps bei Klofler Rampen, welche, 


aufgehoben wurden. Died Korps war num abges - 
ſchnitten, ward bald geworfen, und in Verwirrung 


gebracht. Das Schießen machte den linken Flügel 
„ber. Sranzofen, welchen der Erbprinzen zu überfallen 
gedachte, aufmerkſarn, und bie beidenmüthige Aufo⸗ 


spferang eines Franzoͤſiſchen Hauptmanns warnte 


feine ſorgloſen Waffenbruͤder. Dies war der Ritter 
von Aßas, Offizier des Regiments Auvergne. Er, 
vbefehligte ein Pilet in dem Walde vor Kampen⸗ 
broek, und ging allein voraus, um zu ſehen, was 
die gehörten Schuͤſſe zu bedeuten Hätten, Ploͤzlich 
untingten ihn die Englifchen Grenadiere, und droh⸗ 
ten ihm niederzuſtoßen, wenn er einen Laut von ſich 
- sähe, ed, 398 aber das Wohl feiner Kriegsge⸗ 
, (€ ⸗ a) fm 


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lahrten und den Ruhm feines. Waterländeb feinen 
" eignen Leben vor; unerfchroften vief er mir lauter 


— Stimme: „hierher Auvergner! hier ſind Seinde! 


 Gogfeich flärzte er von Bajonetflichen durchbohrt 
zur Erde nieder. ; Durch den Lärm erwelt, eilte bed 


General Segur mit einem Bataillon herbei; er wur⸗ 


btoek eigehemmen hatten, gefangen genommen, 


. aber bie: Franzoͤſi ſche Armee erhielt durch das Gefeche 


dabei Zeit, ſich in Ordnung zu ſtellen. Es räften - 


inmmer frifche Truppen heran, das Gefecht dauerke 


bis zum Mittage, der Erbprinz wurbe wieder de 


wundet, ‘und Eonnte bie feindliche Stellung wicht 


überwältigen. Er zog fich. unverfolgt vom Seine 


“ Mit Ordnung zurüf, hatte einen vornehmen. General; 
den Baron Wraygel, und einige Hundert‘ Franzo⸗ 


+ 


fen gefangen , doch laber 1600 Mann verloren; den" 


feindliche Verluſt betrug 2600 Mann. Die Franzo⸗ 
ſen hätten die zerrifne Rheinbruͤkke ganz jerfidren, 


und den Erbprinz in große Gefahr bringen tönen. 


Er ſahe did Gefahr ein, waudte fie aber mie Liſt 


und Muth ab, Er fiellte ſich in Schlachtorbuung 


als’ wollte er bie Feinde von neuem angreifen. Die 


Franzoſen rüfteten ‚fi zur Gegenwehr, und vera 


u ſaͤumten daruͤber die Gelegenheit, den Alliirten zu 
ſchaden. Leztre ſtellten unterdeſſen die Bruͤkke ber, 


v 


_ zogen ſich Über den Rhein zuruͤk, und heben die Be⸗ 
lagerung von Weſel auf. Auch Kaftsi es ſezte über — 
den Strom, beide Heere bliebenfüber einen Monat 


— 


unweit Weſel einander gegen aͤher ganz ruhig, bis 
un ‚Ras 


> 


- Ye zwar von den Allirten, bie das Dosf Kampen⸗ 


x 


— Er 


Ra am' 2. Hoc. über den Mein ie 


Bing, und der Erbprinz die Winterquartiere bezog. 
“5 Die ·beiden Hauptarmeen verhielten ſich indeſſen 


rrhig, doch war der Vortheil auf Seiten der Ftan⸗ 


eſen. Dieſe befeftigten ſich in Göttingen, ben 
herrſchten ganz Heſſen, und behnten fich über das 


v. 


— 


Eichsfeld hin bis Thuͤringen aus. Das Hauptquar⸗ 


I tier war in Kaffel, der größte Theil ihrer Truppen 


lagerte zwiſchen der „Zulde und Werra, Stainville 
ſtand bei Gotha, und Raver's Saͤchſiſche Hälfes ' 
truppen befanden ſich zwiſchen Treffurt und Eiſe⸗ 


nach, unterhielten mit ber Meichdnrmee eine Ge⸗ 


meinſchaft, und bedrohten ſelbſt die Preußen, Got⸗ 
tingen gab der ganzen Stellung Haltung und m 0 


"ruf, und ‚wurde dafer von ben Franzoſen fo ernſt⸗ 
ch befeſtigt, und auf.5 Monate fo reichlich ver - 
forgt, daB die Verfuche Jerdinand's, diefen Ort. 


durch Gewalt oder burch Hunger zu erobern, ſchei⸗ 


. - terten, und für das Jahr 1760, alle Unternchmum⸗ | 
geh geicplofien wurden. 


Jedermann hielt den Feldzug für geendigt. Aber’ | 
Ferdinand's Fühner Geiſt entwarf den Plan, die 
Franzoſen mitten im Winter in allen ihren weit aus⸗ 


gebehnten Quartieren zu überfallen, und ganz aus 
Deſſen zu verdrängen. ' Der König 8 riedrich gab’ _ 


dieſen „Entwürfen feinen Beifall, und ſchikte ihm 


7o0oo Preußen: in dieſer Abſicht zu Huͤlfe. Wohl 
vorbereitet brach Ferdinand am 7. Febr. 1761 in 54 
Kolonnen auf, undfiel die Franzbfiſchen Quartiere' 
on elle: Seiten an. ‚Die: erſchrolkenen Franzoſen⸗ 


J — flohen, J 


J 


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Im Pr. — 


flohen, ohne Stand zu. halten; Re — 9— 
feſten Plaͤzze Göttingen, Kaſſel, Marbuig, Bier 
 „genhain hinter fich zuräf, fie raͤumten Heſſen, wis 
hen bis an den Mgin, und bezogen zwifchen Granle 
furt und Salmdnfter die Kontenirungöquartitte, 
‚Die wenig befeftigten Poften gingen.alle Verloren, 
die Franzoſen vernichteten ihre eignen zahlreichen 
Magazine; aber die Alliirten folgten . ihnen fo 
ſchnell, daß fie noch 5 große Magazine ber Zerſtd⸗ 
tung. entriffen; fo erbeutete.der Erbprinz au Herde 
feld 80,000 Säfte Mehl, 50,000 Säfte Hofer 


+, 


and ı Milion Kationen Zen, Um biefe Vortheilg 


. Au vergrößern, näherte fich der. Hanndverſche Gene⸗ 
al S pörken mit einen: beſondern Korpo von Du⸗ 


., derftabt ‚aus der Sächfifchen Graͤnze, um ſich mit 


7ooc Preußen, welche Friedrich durch den Genen 
ral Syburg abſchikte, zu vereinigen. Die in Tha⸗ 
ringen ſtehenden Franzofen, Sachſen und Reichs⸗ 
vdlker ſuchten dieſe Vereinigung aus allen Kraͤften 
zu verhindern; es kam daher bei Langenſalza 
ben. 15. Februar zu einem blutigen Treffen, Die‘ 
Sachſen, welche in Abweſenheit des Prinzen Raver 
der Graf Solms befehligte, ſtellten ſich bimer der 
Stadt in Schlachtorduung; die Franjoſen unter 
Stainville ſchloſſen an ihren rechten Fluͤgel au; aber 
gerade in dein Augeublik, wo es galt, da die Preu⸗ 
 Bifchen Kanonen ſchon donnerten, zogen die Franzoe⸗ 
fen pldzlich vom Kampfplazze ab, und bekuͤmmerten 
fh um das Gchikfal ihrer Bundesgenoſſen, der 
Soden wicht vn. eigen. va — 





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Ze TE . Fa. 


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—E Bemogens gab der Sf Staincdille an, oo 
Daß er fo eben vom Marſchall Brogli io einen:Konä 
tar erhalten‘ babe, deſſen Depefchen ihm jedes ernfte 
SGeſecht unterfagten. Die Franzofen eilten nach 
Gerha, und die Sachfen inußten den Kampf. alles 
wſtehen. Sie: wehrten ſich heldenmaͤſtig, aber fie 
eruten ben geſchikten Angriffen der „Preußen und 
. Miiren. an: von Flanlen und der Fronte nicht Imge 
wiwerſteheu; fie mußten ‚mit einem: BVerluſt "od 
gocoo · Maun aach Eiſenach, und von be mit 3urdb 
Taffımg hoer Magazine zur Sromzöftfchen Hauptaws 
wie fliefen, "Die Preußen machten allein 30 Off 


leere 1200 Gemeine, wie Alllirten 53 Dffigine 


rs: 7001 Bemeine zu Gefangen. :. Die Franzoſen 
A vhaiiten. nun viele noch beſen gehaitue Poften ,. um . 
Kärenmutfe frbunten Hore Ueberläufer gü den Dein 
. KIN er 7 Mu: u 

ana Hängen: Anbeffen bie. Vortheile der Are 
daten) «fo ttumten fie ſelbige nicht „auf die Dane | 
behanpten du din Zeunzoſen die Heſſiſchen —* 
zen Kafſel, das Schloß Mar durg und 
g8Zie genhain mod: in ihrer Gewalt hatten· 

Broglio Hatte. zwar mit ber. großen Armee: Heilen 
verlaffen zuabet bie genannten Seflungen nebft Obts 
dingen' wir. ſtarken Beſazzungen und bintänglichene \ 
Werrtattz zw net: ſtandhzaften Vertteivigung verſehen. 
| Beroinond. :hemähtk : fc: Daher, Die —A 
Drie zu ervhern, uund feine: Siege zu ſichern; er 
ffelite feine Amee fo, vaßt eĩ Marburg und Ziegens ⸗ 
‚mn! Welle, un. bie; "; Belagaum von sat 
u u beiten 


Cu See ar VE 
‚408. — — use 
2 


5 ge Der Sf on Vutteburs adfeen — 
ben. por Kaſſel mitten in der rauheſten Jahreczeit 
am 1. März, aber. dieſe fo wis hie andern Delager - 


rungen. waren fruchtlos. Der Mangel. an Geihig 


“welches. bei den verdorbenen Wegen. nisbt in srhl> 


; igenüinzahl‘ herbeigefchhft werden, konnte‘, Di.Id 
guͤnſtige Witterung, und ein: entſchlaſueraan 
30,000 Mann tapfrer. Leute unter kögter. Kammmu 

dant, Graf Broglie,;Brnver: des Marſchallg, one 
eitelte das Unternehmen.DOeim Marſchall war: ale 


lLes an der Behauptung ber: Feſtargen. ‚gelegemjint 
bot daher feine ganze Kraft auf,: um die Plone Gene 


dinand's zu durchkreuzen. ; Er: ‚209 vonn Niaderehei 


eimne Verſtaͤrkung von 15000 Mann an fir, wanit 
feinen Verluſt beim Ruͤt zuge erſtzte ie: ber Mitte 


des, März war: ftart-geong ; much srl 
er griff am 21. März eine Abtheilung der Mldapz 
wor: dem Erbprinen bei: Gruͤmdb augt vi das 


gsentode an, und durch das Tervaineſe wiemorch 


- 


Die: außerordentliche Uebermacht Ange . 


fio. dis uͤber Die Ohm zuruk, wobei ſiq aucter Den 


vielen Tobten,. blaß an Gefaugnen 2000 Mann 


| werlofen,, unter denen. fh: her-größte: Theil: deö-wer 
gen feiner Schoͤnheit bewunderten Braunfenueigie 
| — Leibregiments befand. .- Diefer :Amfell; swerig 


. bau Herzog Ferdinand, feine Abſichten aıfzuges 


ben; er zog ſich mit ſeiner Armee, noch Naderborn; 
und die Zraugofer nahmen bie verinnnen Peftenn in 
Heſfen wieder „ein. Der einzige Neuxn, welchat 
ms, gerdie aud's Rage Kufstein uk 


ſpraus. 


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u Brenn Ban >i200 Die rauf ig Maga — | 
ingebut. hatten. und deswegen bis zu er Dh. 


. Juni. gang unthätig in ihren‘ Quartjeren bfeihen 


dadms des —R {m Jebe· 1701 


” N rg u. I, 


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enuften .ameik.fie- zbigfe Zeit Aber: mit moſheſtü 


——— Aıfadfign waren. 


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Keine Schlag. J 


| 2: "Srlebrid 3, Meiſch in. das ‚Roger. vom, Großz 


Noffen d.22,.5ul. 
———— Lager "bei. Baryeti, ven 16, 
Ange Dis 9, Sept. 


- Sriedrig ſahe in Leipzig dem geucn Fu 


- 
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PR; zwar mit. perſdalichem Günther aber doch mit 


cruben Wliktlen entgegen. Ale Erbittei ung ſeiner Seins 
‚de fleg,: ihre Gofaung zum endlichen Erßalge ihre 
" Plans nahm zu, Therefie hätte. jegr. nicht einmal 
mit Erlangung. Schlafien’s den Friedan / bewilliget, 
Srird richs ganzliche Demuͤthigung ·blieb ihr Zwek, 
den fie zulezt gu erreichtu meinte / weil Wreußen’& 


u Huufs aurllen allmaͤhlig zu: verſtegen zunfingen; 
Friedrich. ergänzte ſeine Arnice troz · aller Binden - 
niſſe, welche ihm, die verweigerte Auswechslung der 
 Befangnew verurſachte; indeſſen. es. war nicht mehr 


Dan. geühte Heer von 17573 ber Kern ſeiner Trupt 


pen war vernichtet, der mehrſte ZH der alten er⸗ 


bproblen Ofßziert hingerafft; viele Regimenter hatten 
Saum bie Haͤlfte der noͤthigen Befehlsahaber, und 
in Ahle. Man Dr er 

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Kenntniß ind Erfahrung. ẽSchon died veſtlunnte 
den König; nicht mehr fohäufig , WIENn’Anfange, 
zit Brpgeftf: det Schlachten‘ erh'Zuflddit zu veb⸗ 
, ern ; Tondern Teine ‚Kräfte zu fefehend® ind eutſcherre 
denden Augenblikken zu fharen: " Re 
audrer empfindlicher Verluſt, den er durch deu Tod 
ftines toeueir,  uwerfeohtterlichet fmabhaften ui 
desgenoſſen, des Koͤnigs Georg's II. von England, 
im Oltob. 1 760 erlitt. Sein Enkel und Nachfolger⸗ 
ber noch lebende Konig Georg IIE gab war dei 
Antritt feiner Negierung gleich freundſchaftliche Gen 


wnungen? für Friredrich zu erfeunen, und ver⸗ 


ſprach im Parlamente‘, ihn fernet kraͤftig zu unters 
ünthen.uber ſein neuer: Mimſter un Guoſiliag, 
dB use; ein ben Id unfähigers ul6 uhmärdiger 

| Sraiömmiar; mußte ſein Zutrauen · bulde zum · Schaden | 
- feiner rignen «Marlon und zum Nachtheile Preis 
Ben’ zu mißbrauchru. Das Brutiſche Bolt ver⸗ 


deren Ring: Frieder ich mit ciathuſtaſtifcher Vor⸗ 


eb, und vernahm alle feine: Siege, beſonders 
die leztern ‚bei Liegniz und Torgau mit eben 
dem freudigen Taumel, wie die eignen; Das Var⸗ 
hanrent bewilligte Die Subſidien mit verrehrenvollen - 
nspräften: „wie kbunen : die unerfpärterliche 
„‚Saanvhaftigleit des Königs von Preußen, unſers 

Bundeagenoſſen, und die unerfchöpflichen HUT 
mittel feines Geiſtes wicht genug bewundern. Bon 
„ganzem Kerzen, und ohne allen Berzug bewilligen 
ir bie Hälfögelder zu - feiner- Unterftüggung“ 
Dem Miniſter Bute war: Diefer Dion vr 
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Eimmine- des Wolle hochit zuwider, PT 


vnf jede Art, und unı jeden Preis gFlieden, weil er | 
2 feine Hafätigkeit nur imrieden verbergen zu Einen " 


glaubie⸗ erwellte.den Köhig von Preußen zwingen, 
ia jobs wich: air ſchaͤrlichſte Friehensbebingung ze 
yeilfigen ;.. darum. fuchte er. tauſend Ausfloͤchte .- 
Barwander am die Hälfögelder zuruͤkzubalten, ende 
lich fhlägser' ſie gerade ab, und erlaubte ſich wahre, 
Treuloſigkeiten. Friedrich fühlte. ſich durch diech 


Betracen sief gekraͤnkt, doch verlor or kein Wort 


wegen der · entgegen Dubſidien, ungeachtet ihn ned 
Ausbleiben derſelben wohl druͤkte, und nebſt audeta 
Urſachen mis zu ‚dem unangenchmen · Entſchluſſez 
bloß nertheidigunaſsweiſe zu haudeln/ noͤthigte, 
. Briedricd::heförgte indeſſen in Leipzig die Zud 
Yhllusgen;, zum Kriegt wit Eifer, um derentwillen 


mieſ⸗ Gadt vilt vieler Haͤrte behandelt, und zus - 


Aufbetingung einer Gunmme. van 8. Tonnen Golpeh 
gezwungen wurde, da man zuerſt 11. Tonnen gefor⸗ 


dert hatte. Vei:allem Woffengeröfe gab ſich Erin 1" 


driĩch Snpfeieb den ſauften Beſchaftigugen der Kun⸗ 


. Be und Wifleufehuften-hin ; ex widenete täglich einige 


Stunden ben -Wädern, der Muſik und den Gelehr⸗ 
en; Erich den Marlis D’Urgens zur Unterhal⸗ 
tung au ſich kommen, unb. zog den. gebildeten una 

- gelehsten Oberſter Sruiesas. Jeilius zu diefen wilene 


ſchaftlichen Untmrenungen. Auf deren Rath bee 


vrach an ſich mit eingen Leiytieer Profefforen, von. 
denen der ayniggige Gatſched, ihn im feinen Vorur⸗ 

theilen gagen Nie Ach Akızauıt. nus. noch . 

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© efäitte, Seller ‚hingegen 78 Anjog ing er 


das Bekenntniß ablegte; dies iſt der vernaͤnſtigſke 


unter allen Dentſchen Gelehruhrs Sol viel chochach⸗ 


sung Gellert in jeder Abſicht · verbieme ‚fo: wirds 


Rch der Königreien dia 8Ehre aller Oeutſchen Gelehe⸗ 
ceen beleisigenden Ausdruk gewiß vicht: erlaubt · haben, 


wenn rer nicht in gänzlicher Unbek antſchaft mit 


allein, was Dentſche Geifteobltiunglberaf, dee 


fen aim tan oe HL 2 
Der Hanptplan: der geinde: war. HieiBersiniaung . 
Ber ‚großen. Seftveichifchen und Wuſſiſchen Merre ie : 
Scthleſien. Daun, ber wieder zur: Urek- zurat 
kam,blieb in Sachſen. Laudon wunde me 


U—— : Mann beſtimmt,die ſeit: q. Fahren beab⸗ 
Acctigte Bereinigung mit 69,006. Mann Muffen us - . 
ger. Buttarlin,: des jer at Salti koſis den 

Oberbefehl fuͤhrte, zu. bewirken; nd va 
 gu:erobeen, "Romanzowfoßtemis einet Minen - - 


Muſſiſchen Armee Suerzin' oder Kolbor g eins 


nehmen, und: ſich dadurch in Roninfern ·˖ ſeſtſezzen. 
FGriedrich ließ ſeinen Bruder Bei nerch in 


Sachſen wider Daun; u. er ſalbſt King Im Mat 


nach Schleſien, um die Vereinigung der’ Auffen und 


Deſtreicher entweder: ganz ober. fo lange als · moͤglich 


ga bverhindern. Seine Behutſanikeit die er daber 


anwandte, wurde now Laubon fuͤr Eine Kriegkliſt ges 


halten, um einen größen- Streich aas zufuͤhren, und 


wider feine Gewohaheit ging er · deswegtn aulh · nicht 
angreifend zu Werko, "bis die Nuſſen zu ihm ſtoßen 
winden. Er Sb.» Bone Ing. in einem feſten 


erkrankte Golz, y und flarb, als diefer nuͤzliche 
“ Plan mit Gluͤk ausgeführt werben konnte. Zie⸗ 


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dk ber: Veannau iiter dem Schonße der Behird | 


tze flehen, ind’ vermied’ förgfältig eime "Schlacht; 


Di. Preußiſche Generak &oTy beobachtete mit 


12000. Mann bei Glogan die Bewegungin der Ruſ⸗ 
ſen.Friedrich verftaͤrkte ihn mit gooo Mann, und 


gebot ihm, nach Polen zu räffen, um die einzelnen u 
" - Haufen’ ber Ruffen- in ihren Quartieren abgeſondert 


anzugreifen. Aber gerade im wichtigſten Zeitpunkte 


ren erhielt: in gleicher Abſicht daſſelbe Konimande ; 


" :"jepoch er kam zu ſpaͤt; bie Müffen Hatten 2 Tage vor 


ſeinem Aufbruche bereits ihre ganze Macht zuſam⸗ 


= 


J mengkzogen. Zieten drang zwar in Polen ein; 
“ober der anfängliche Zwek war nicht mehr zu erreis 
. den, und’ Srtedrich rief ihn bald zuräf, um die‘ 
| Beffangen Brestauund Brieg zu delken. 
Endlich brach La ud on aus den Gebirgen her⸗ -. 


vor, "und verfehiedne Umſtaͤnde, als die verſuchte 


Anlegung großer Mogazine in Oberſchleſien, leßen 


den König vermutfen, daß die Vereinigung der 
Ruſſen und Deftreiher in der Gegend bei: oder um‘ 
Oppeln vor fich gehen füllte, Laudon hatte auch 


wirklich bie Abfiht, zwiſchen Reichen bach und · 


Nimptſch vorudringen, und ſich nach der Oder⸗ 


hin zu ziehen. Allein Friedrich kam ſeinem Pla⸗ u 
ne durch Eilnaͤrſche zuvor, indem er den Weg nach | 
GBiegerot von 43 Meile an einem Tage zuräffegte, | 


„and bie Defteicher durch fein Dafein an einem Orte, 
wo fie es nicht erwartet hatien, in Erſtaunen 


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tn. Damned). machte 2a adan. Foßalten, voch 
Dyppeln zu marſchiren, und ließ am a1. Juli gu diey 
lem Zwek das Lager auf den Höhen von Gr oßene 
Noffen abſtekken. Das wirkliche Einräffen der 


Deſtreicher in ſelbiges kynnte ‚und, wollte Friedrich 


nicht zugeben, und wenn er es auch durch die blu⸗ 
tigſte Schlacht verhindern muͤſtte. Dieſe war jedoch 


u wicht nöthig. Durch einen hoͤchſt kuͤhnen und ges 


faͤhrlichen Marſch im Angeſichte einer ‚ihm. weit 
| "überlegnen Armee erreichte er den Vorſprung, be⸗ 
ſezte am 22. Juli das Lager von Großen » Nofs 
. fe a, und zerfchnitt auf diefe Art den ganzen feind⸗ 
lichen Entwurf. Laudon ſchikte einen General an 
die Muffen, um. einen neuen, völlig abgeänderten 
Plan zu verabreden. Die Ruffen uͤbereilten ſich das 


Rei nicht, ſie marſchirten mis ‚einer Langſamkeit, 
welche nicht nur thten Bundeögenoffen, fondern ſelbſt 


den Feinden auffiel. Sie zogen feinen Tag über - 
Meile weiter, und machten uoch wiele Ruhepauſen. 
Am 24. Juli waren. fie erſt aach Nams lau ges 
| Toramen ‚ von wo fie noch mehrere Märfche bis Op⸗ 
ein hatten, Die Bereinigung follte sun in Nies _ 
u Verfälefien, gefchehen. Die Rufen, die noch 
nnier jenſeits der Oder waren, zogen alſo wieder 
zuruͤk, bombardirten im Vorbeigehen die Dominſel 
‚von Bres lau einige Stunden lang, und ſchlugen 
bei dem Kloſter Leubus eine Schifbruͤkke, über 
welche fie den ur. und 12. Auguſt den Dderuͤbergang 
gluͤklich vollbrachten. Friedrich wußte und erfuhr 
hiervon ie weil bie bemmmſchwäemaden Koſa⸗ 
Seh, ' 


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| 415. 


ken, 2. und de tr —* umd d Absifegten Miete u 
regeln der Feinde Ihn ale Nachrichten zu entziehen 


⸗ 


And all⸗ — — zu verbergen wußten, Ohne⸗ u 


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dem harte, — Körlig ſein Hauptaugenmerk auf fans 


don gerichtet, and bemühte ſich, ihn theils durch 


Liſt, rhejls durch ſchnelle Maͤrſche in eine Inge zu 


bringen, daß es zu einer. Schlacht kommen moͤchte, u 
öye die Ruſſen da wären, ° Umfonft. Laudon blieb 
unberveglich in den Gedirgen ftehen, und ‚beuahm 


ſich po meiſterhaft, daß die ſeit 4 Jahren eingeleitete 


Vereinigung mit der Hauptmacht der Ruſſen endlich 
bei Striegau vor fü fh ing. 

- Karakteriftiich ift es an dem großen Könige, vB. 
er während aller ‘der Unruhe, die ihm die Drohuns 


gen der Feinde, die kuͤnſtlichen und ſtets abwechfelns 


dent Märfche,und die Zerſtreuungen der abgehenden und 
ankommenden Kouriere verurfachten, feine Geiſtes⸗ 


freiheit ſo zu behaupten faͤhig war, als ob er im 


einſamen Studirzimmer ſaͤße; er las, durchdachte 


und benrtheilte die philoſophiſchen Schriften des 
Peter Baffendi Y und theilte feine' Bemerkun⸗⸗ 
gen daruͤher ſeinem gelehrten Sreunde D DArgens in 
, weit⸗ 


9) ) Die Mann von weitlaͤuftiger und ſeltner Gelehr⸗ 
ſamleit war der Sohn geringer Landleute, in einem 
- Heinen Steffen bei Digne in Provence 1592 gebos 
‚ren, und mit ſolchen Talenten ausgeruͤſtet, daß er 
ſchon im 16. Jahre die Profeſſur der Beredtſamkeit 
‚am Wr erhielt; er ſtarb als Doktor der Theologie und 
"Sanonikus zu Digne 1655. Er zeichnete ſich durch ſei⸗ 
ne. gründlichen Keuntniſſe eben ſo ſehr als durch Arenge 


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eitläufiigen riefen mit. F— Beriigten Pr 
h n und Deitreicher zogen ihn, aber ‚non den Spizfin⸗ 
u digkeiten und dem Tiefſinn der ſpelulativen Philo⸗ 
ſophie bald zum Nachdenken uͤber die Gefahren bes 
Stats, und warfen ihm Einwuͤrfe anderer Art hin, 
die ſchwerer zu widerlegen waren, als die Ideen 
gruͤbelnder Vernunftweiſen. Er ſtand mit ſeinen | 
48,000 Mann Bei Bunzelwiz, eine Meile von 


hweidwiz. Die feindlichen Armeen 130,000. 


Mann, enthaltend, umizingelten ihn, in, einer halben 

- Mondd e Krümmung," ‚' wobei ihm. nuf, der Ruͤlken 

sah Schweidniz zu frei blieb. Noch nie war feine 
> Sage fo gefährlich, gewefen. Cine Schlecht v.fonft, - 
fein Rettungsmittel,, fonnte ihm jezt nicht helfen. 


Der Sieg war von geringem Nuzzen, und bie Nies 


bderlage mußte ihn ganz verderben. Er vermied da⸗ 


her jeden Angriff, forgte aber auch dafür, daß er, 
wenigſten ohne Tollkuͤhnheit nicht angegriffen wer⸗ 


- den. Tonnte, Er verwandelte fein Lager in eine. 
Gefehung, © er kt zeigte die Sees wo die. ' 


Werke 


ua, zeine Sitten und edle Einfal any. und \ 
= wurde vom dem Kreiſe des Volks, in welchem er lebte, 
faſt alis ein Heiliger verehrt > oh ihn gleich die‘ Sor⸗ 


> bonne mu Paris für einen Gottesläugner haͤmiſch ſchalt. 
Am merkwürdigfen iſt er dadurch, daß er die Lehrfäge 
Edpikurs vertheidigte, ‚vermehrte und in’ Zuſammen⸗ 


Yang brachte, dasjenige jedoch, was mit der chriflie 


chen Religion unverträglich iR, verwarf, und abänders 
te. Gein Haurtwert iſt: ee Philofophiae 
“ Epicuri, 


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| | Werke angelegt h werden fon: und dieſe Werſchan⸗ J 


zung hatte etwas ganz Außerordentliches, und wur⸗ 
de. mit bewunderungswuͤrdiger Geſchwindigkeit mach 
Tempelhof in 8, nach andern Schrifeftellerg.gar ig 
3. Tagen vollenden. Der Bezirk > in, welchem die. 


Jufanterie ſtand, machte eine Kette von zuſammen⸗ \ | 


hängenden Befeftigungen aud, ‚Gräben van 16 Fuß 
Tiefe und gleicher Breite, und 24 Batterien mit. 
300 Kanonen vet. Armee und mit 1350 Feuerſchlan 
den ans Schweidniz deſezt, ſchuͤzten die Umfangälte 
ien. Vot ihnen wurden Palliſaden eingerammn, 
Sturmpfäple ‚gepflanzt, Spaniſche Reiter geſtellt, 
und 3 Reihen Wolfsgruben, jede 6 Fuß tief degran 
ben, Dabei blieben jedoch einige Zwilchenränng 
durch welche die Kavallerie gegen den angreifenden 
Feind ſprengen, und die Infanterie Ausfälle had 
Konnte, Einige Gegenden ded Lagers waren durch 
Moraͤſte, Andre durch das Striegauer Waffer, noch 


vndre durch den Nomnenduſch, den Verhakke beſe⸗ 


ſtigten, geſchuͤzt, Innerhalb des vagers dienten 


verſchanzte Hügel zu Baſtionen, und Auf dem linken 
FZluͤgel ver Waͤrbener Berg zur Citadelle. Jede Battes 


Nie hätte neben fich Noch 3 Ziatterininen vder Gruben, \ 


die mit Pulver, Kugeln, und Grauaten gefuͤut, und 
durch Möhren fo verbunden waren, daß ſie jeden 
Sugenbliß geffrengt werden - konntem. Es gab 
Überhaupt 182 ſolcher Minen, ' Die ‚Zugänge 
zum Lager waten ohnedem daurch kleine Baͤche 
"mb. ſumpfige Wieſen durch die Natur u 


.. ſchwert. 


vein⸗ Br. Seſc. RT. Mh. .@ d) Tre 


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"Run ber‘ angenfäpeitichften Gefahr wollue 
Laudon dennoch das bedenkliche Wogeftüf verſ 


ben; nur nicht allein; die Ruſſen ſollten eine Haupt⸗ 


Feldmarſchall Butturlin durchaus nicht zu bewer 
gen. Um ſich gegen alle Verantworilichkeit za 
hſichern, hielt er Kriegsrath, und dieſer erklaͤrte feis 
nen Wuͤnſchen gemaͤß die Beſtuͤrmung des Lagers 


fuͤr perwegen. ‚Nur dann, wenn Laudon angegrif⸗ 


fen wuͤrde, follte ihn eine Ruffifche Abtheilung, wicht 
einmal die ganje Armee unterftügzen; ; griffe er ſelber 


ni entfernen und dann erft zu einer Schlacht nöthie 


u volle beim Angriff überneßmen, Dazu war aber der 


an, fo verweigerte man ihm̃ allen Beiſtand. Die 
Ruſſen glaubten, den Koͤnig durch Abſchneidung 
aller Zufuhre und enge Einſchließung von Schweid⸗ 


gen zu koͤnnen, wobei fie nicht bedachten, Daß es N Ä 


nen ſelber bad. an Unterhalt gebrechen muͤßte, de 


ſolche Koloflen von Armeen in dem Umfange: einiger 
u. x Meiten numdslich lange verproviantitt werden 
Tonnten, 


paͤkke unter bie Kanonen von Echweidniz geſchikt, und 


erſt am Morgen wieder geholts Alle Regimenter 


ſtanden die Nacht hindurch unter Gewehr; Kavalle⸗ 
. rie und Artillerie in Schlachtordnung. Friedrich 


elber hielt ſi gi in einer- Eder äußerfien Schanzen auf, 


und 


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\ "Dem Kdrig war die Abneieng ber Roffen gum 
Kampfe unbekannt; er-Befürchtete jede Stunde; vor⸗ 
nämlich zur Nachtzeit einen Angriff und Sereitete ſich 
ſtets dazu. Un jedem Abende wurden Zelter und Ges - 


x 


und ruhete nur Haufenweife auf Eis, zuweilen Eu 
auf dem Erdboden. „Nehmt heute ein Bund 
Grob mit, fägte er einft zu feinen Begleitern ‚da 
„er in bie Schanzen ritt, damit ich ‚nicht wieder, 
„wie in den vorigen Nächten, auf der bloßen Erde 

— „liegen darf” - An Brot. Ike die Armee keinen . 
Mangel, weil fie damit, and. den Schweibnizzer 
\ Maͤgazinen hinlaͤnglich verſorgt ward, Aber ſonſt 
fehlte es an allen Bequemlichkeiten und an Lebens⸗ 


mitteln beſſerer Art 3. B. ‚an Gemüfen, Fleiſch und j — 


geiſtigen Getraͤnken. Friedrich konnte ſich man⸗ 
cher aͤngſtlichen Sorgen nicht erwehren, und wurde 
feiner ſelbſterwaͤhlten Gefangenfchaft in biefen be⸗ 
feftigten Kerler bald überbräßig. Einmal’ wurde 
er auf feinem nächtlichen Strohlager fo mißmuͤthig, 
daß: ‚er, in laute Klagen gegen Bieten ausbrach, ea 
and den Heldentod als den einzigen Befreier anſah. 
Zieten ſuchte ihn mit der Hofnung eines guten Aus⸗ 

gangs zu troͤſten. Zriedrrch, des Gemeinſpru⸗ 


ches uͤberdruͤßig, fragte ihn ſpottiſch, ob er etwu ehe |. 


nen ueuen Allirten bekommen hätte? Nein, auta 
wortete dieſer entſchloſſen, ‚ aber ver alte dort dben, 
der dverlaͤßt und nicht, Jedoch diefer, fuhr Friedrich. 
Fort, thut ja Feine Wunder mehr, Die braucht's 
- auch nicht, verfezte Zieten , er flreitet für uns und 
laͤßt und nicht finfen. Die fromme Zuverfiht des 
’: ehrwätbigen Helden- ‚sur Borfehung ging bald in Erz * 
fuͤllung. Ohne Wunder führte Friedrich fein Heer 
- auf eine ehrenvolle Art aus dem verſchanzten Ge⸗ 
reiten und.  freubig rief er feinem Troͤſter ent⸗ 
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— 420 — 


J gegen: . & hat doch Bet aehabtz {eig aueter 
| ‚hält Wort. 
J Nachdem die Armeen einander 20 Tage lang 
lauerob beobachtet hatten, fo zwang fie.der Hunger 
“zur Aufhebung der Blokade. Der Scheffel Roggen 
oſtete 15 Thaler, Die Oeſtreichet konnten Ihren 


Alliirten kein Brot mehr anfchäffen. Den Rufen 


wurde dieſe Noth unerträglich. Die Nachricht, daß 
ein Preußiſches Korpo Hinter ihrem Ruͤklen ihre Pol⸗ 
niſchen Magazine zerfiören wolle, bewog ſie vollends 


zu dein Enthlufe, fih von den Deflteihern zu 


rennen. GSie ließen bloß 20,000 Manıı unter 
Ezernitſchef zuruͤkz mit den Übrigen Truppen bra⸗ 
chen fie am 9, Sept. auf, zogen bis Jauer, und. 
ſodann über die Oder. Bald erführen fie; daß die 
Abſichten des Preußiſchen. Korps auf ihre Vorraͤtbe 
J gelungen waren. Der General Platen hatte bei. 
BGoſtin in Polen eine mit 4000 Ruſſen befegte Bas 
| genburg erſirmt, 1900 Mann gefangen, 5000 
| Wagen erbentet , uud 3 ‚Magazine zeritörts 
7 Der Abzug der Ruffifhen Hauptarmee erregte 
den froheſten Jubel im Preußiſchen Lager; die Vers 
fihanzungen Wurden niebergeriffen , die Minen aus⸗ 
‚geleert, bie Wolfsgruben zugeworfen, die Schweid⸗ 
nizzer Kanonen in die Feſtung zuräfgebtacht; die. 
@emeinfchaft mit dem pfatten Rande war hergeſtellt, 
und die Armee erhielt die fehlenden Nothwerdigkei⸗ 
ten wieder. 
Friedrich blieb noch 14 Kage bei Schweid⸗ 
niz ſtehen; dann aber entfernte er ſich um 2 Ta⸗ 


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eenlace weit bis gegen Manſterberg hin, theild, | 
"weil ihn die endlich abnehmende Zufuhr an Proviant 


dazu bewog, theild, weil er.bie etwas Zurüfgegangs ' : 
wen: Deftreicher noch weiter von der Feſtung entfers. 
wen und zu fich Hinloffen wollte. Diefe kurze Ents 


fetnung ward die Veranlaffung-zu der einzigen wich⸗ 


tigen Unternehmung der Feinde in dem diesjaͤhriger 


"ganzen Feldzuge, die für den König. unangenehme 


Folgen hatte; waͤre er bei Schweidniz geblieben, fo 


wäre das Jahr gewiß thatenlos hingefloffen. kau⸗ 
Yon entwarf den Tühnen Plan, während der Ab⸗ 


weienyeie Friedrich's die Feſtung Schweibniz 
durch eine gewagte Meberrumpelung zu erobern; 
denn. fie auf dem ordenslichen. Wege der Belagerung 
einzunehmen, „war: fo gut als unmöglich, Daun 
billigte dad Vorhaben: der Kalfer Franz I. davon 


- benachrichtigt, verſprach die Nichtbefragung des . 
Hofkriegsraths zu verantworten, Czernitſchef wollte 


— 


mit feinem ganzen Korps. Beiſtand leiſten. Lau⸗ 


. ben verbat dies, und ſuchte bloß um 800 außerles . 


ſene Ruſſiſche — nach. Er war mit der 


Beſchaffenheit der Feſtung genau befamt, weil fie. 
im- Winter vom 1757 bis 1758 bereit in Oeſtreichi⸗ 


“ 


ſcher Gewalt geweſen war; hierzu kam, daß er mit 


einem gefangnen Major, dem Italiaͤner Rocca, dem 
wegen ſeines einſchmeichelnden Betragens mehr Frei⸗ 
heit, als ein Gefangner verdiente, bewilliget wur⸗ 
de, ein geheimes Verſtaͤndniß unterhielt. Durch 


alle Umſtaͤnde beguͤnſtigt unternahm er in der Nacht 
zum ı. Oltob. mit 20 Vatolllonen Deſtzeichern und 


800 


— 
De 


— 422 — on 
geo Muffen den Charm, Der Preutiſche gem⸗ 


N mandant, Generat Zaftrom, ein treflicher Soldat, 
‚aber gegen die Macht gewöhnlich ben Freuden der - 


Tafel zu ſehr ergehen, war auch diesmal auf einem 
Balle; und ob er gleich aus Vorſicht ſeine 3800 
Mann Beſazzung indie Werke vertheilte, ſo hatte 
er ſie doch ohne alle Verhaltungsbefehle im Falle 
eines Angriffs gelaſſen. Daher Bam es, daß man 





keine Reiter zum Forſchen ausſchikte, keine Leuchte 


kugeln zum Ueberblik warf, Feine nachdtuͤkliche Ras 
monade begann, Es waren freilich nur 191 Artille⸗ 
riſten zu 240 Kanoyen vorhanden, aber diefe bäte- 
teen denn doch wohl mehr als 12 Schüffe, auf die 
- fie ſich einſchraͤnkten, thun Tonnen. Die Feinde 
langten unbemerkt Morgens 3 Uhr mit ihren 4 Kos 
lonnen, die mit Stummleitern nnd Safıhinen gut 
verſehen wären, bei ben Außenwerken an. Ohne 
einen Schuß zu thun, ſtuͤrzten fie ſogleich in den bes - 
deiten Weg, drangen mit gefaͤlltem Bajonet in bie’ 
Außenwerke, vertrieben die Beſazzuug, welche nicht 
Swußte, auf welchem Yunkte fie eigentlich fechten 
ſollte, und richteten nun die Preußiſchen Kanonen 
"gegen ben Haupiwall. Die von Brandwein völlig 
trunknen Grenadiere drangen wie Unfinnige imnikr 
weiter por. In der Finſterniß fließen ſie nnerwar 
tet au eine Tiefe: die Vorderſten riefen nach. Faſchi⸗ 
nen und. Leitern ; dies fchien etlichen Ruſſiſchen Offi⸗ 
zieren zu weitläuffig,. fie drängten die Hinterflen 
- vorwärts, und ſtuͤrzten Dadurch ihre eignen Leute im 
‚den Fr ‚ bis er pefuut n war, und die J 
ber 


zu: Kinder, wir muͤſſen die Feſtung erfteigen oder 
umkommen! Das habe ich dem. Chef verfprenben, / 
anfer Regiment führt feinen Namen ; laßt uns Wort 


FE: — 23 — u _ 


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Tonnen, Die Ruffen wollten. feinen Pardon geben, 


. fonbern bieben alles ‚nieder. Ein Preußifcher Ar⸗ 
uilleriſt, der doch ſterben mußte, wollte wenigſtens 
wicht allein. unterliegen er zuͤndete daher ein Puls 
vermagazin an, und ſprengte 300. Feinde mit ſich in 
die Luft Am tapferſten vertheidigten die Preußen 
das Galgenfort; fie trieben die Oeſtreicher amal zus 

ruͤk, und ohne deu Nachdruk des Oberſten Wallis 
vom Landouſchen Regimente wäre das feindliche Un⸗ 


ternehmen. gefcheitert, Dieſer aber rief feinen Leuten 


halten. Alles ſprang wie begeiſtert in den Graben, 


die Offiziere trugen die Leitern, jeder wollte der erſte 


auf dem Walle fein. Das Fort wurde erobert,. In 
dem Waſſerfert enwörten fich, won Rocca vorher 
von allem unterrichtet, 250 daſelbſt gefangne Oeſt⸗ 
reicher, ſprengten die Kaſemattenthuͤren, ließen die 


Zugbrälte nieder, und dfneten fo. den Kroaten, deu . 


" Zugang. Jezt konuten fid) die verwirten Kaufen 


der in der Stadt zerfirenten Preußen nicht mehr wis " 
derſezzen; fie. mußten ſich alle gefangen ergeben; 


ihrer waren außer dem General. noch 107 Dffigiere 
und 3340 Gemeine, Lan don hatte feinen Truppen 


unter Verſprechung von. 100,009 Gulden die Pluͤn⸗ | 
derung unterfagt; dennoch kehrten fich feine würhens. .. 
Ren Leute. nicht an den Befehl, und plünderten eini⸗ 
ge Stunden lang, di der Särft Kichtenftein mit: 
ur 4 Schwa⸗ 


Ya 


. Wer die Reichen ihrer Bruͤder Blensegwasfiren : 


— 


7. 


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— 424 — 


4 Sthwadronen Diadrer ihren oßbwelfamgen 


Eimndeitthet. Defte ibmlicher war die Mabigung 
per Ruffen, die heftig Im Kampfe, jezt ruhig auf 
= gen Werken blieben, und an den Gräuelm der Defte 


reicher: feinen Theil nahmen, Auf dieſe Weife hatte. 
Laudon eine der wichtigſten Schlefifchen Feſtungen 
nach einem Sturme von 3 Stunden mit einem Ver⸗s 
luſte von 1560 Mann ernbert, und dadurch feiner 


Armee einen Vortheil verfchaft, welchen afle andern 


Anfktengungen in G-hlutigen Fahren nicht harten bes“ 
wirfen innen „ den, daß fie zum erſten Male 
ihre Winterquattiere in Schleſien nehmen konnte. 
Dieſer große Dienſt wurde aber in Wien ſchlecht era 
"Faunt, wenig helohnt, und haͤtte bem Helden Lau⸗ 
don beinahe eine ſchwere Strafe zugezogen, Es yera 


i brof die Räiferin Thereſie, daß fie durch ihren Gemal 


die erfte Nachricht davon erhielt, dem fie Fein eiuzie 
ges Regierungsgeſchaͤft überließ; es erbitterte dei 
Hoftriegsrath, daß ohne ſein Wiſſen und Verorduen 
auch einmal etwas Gutes geſchehen war, und er ent⸗ 
| flammte den Zorn der Monarchin noch mehr; und 
nur die Farſprache des alten Fuͤrſten Lichtenſtein, 
des Minifterg Kauniz und:des Kaiſers felhft befänfe . 
tigten fie fa weit, daß fie wenigftend aus Höflichkeit 
dem General Laudon dankte, und jedem Solvaten 
flatt der verſprochnen 100,000 Gulden Mann für 
Mann 13 Gulden auszahlen ließ, Aber die That 
felber, fo alänzend an ſich ‚ und fo vortheildaft fär- 

Deſtreich fie war, wurde ihm nie verziehen, Er er⸗ 
viel im a folgenden Sahne. ein lleineres — 
J and 


7 


De — Per (EEE 
5 ab be. Hofe i in keiner: Achtung, unh. wurde, 


+ ‚ 


. fo lange! Therefle lebte, bad heißt m Y Jahren u 
\ wicht befördert, 


‘ Am. defta feretißer war die: Nachricht: um = ö 


= biefem Vorfalle für Friedrich; er wohte-fie.ans 


ftaͤnglich durchaus nicht glauben, weil er die Sa⸗ 
che fär unmöglich hielt; als er fie aber nicht 
„ qmehe: bezweifeln Sonnte, fühlte. ex fich tiefer gen 
beugt, als er es vielleicht doch Urſach hatte. 
Zaſt row rechtfertigte ſich indeſſen fo koͤnſtlich 
amd geſchikt, daß er. ein beſſeres Schikſal hatte, 


. ala Fink und Schmettan, Statt kraͤnkender Borg | 


wuͤtfe fchrieh ihm Ftiedrich ‚bloß: „ich kann dies _ 
ſen Vorfall noch, wicht recht begreifen, erift aus 
AAerordemlich, ich verſchiebe mein Urtheil.“ Nach 


der Rüftehr aus ver Gefangenſchaft bat af 
am Unterfuchung feines Verhaltens; allein & tiee 


drich verſezte, daß er ihn keines Verhrechens 


cchuldig halte, aber. nach einem ſolchen Ungluͤk I 


wöͤrde ed gefaͤhrlich (ein, ibm ferner einen Poſten 
E gmzubertrauen. .· ‚Er verlor daher fein, ‚Regintent, ' 


Frie drich veränderte feine Stellung nah be 


Werluſte von Schweibnig nur am ein Geringes, 
indem er bei Strehlen an der Ohl au ein Lager 
- Bang. wodurch er den größten Theil von Nieder⸗ 


Shlefien dekken, und die Feflungen Brieg, Koſel, | 


Meiße und Breslau unterſtuͤzzen Fonnte, Zugleich 
‚hoffte: er, daß ber. General Laudan, dutch ſein 


. @fhR dreuſt gemacht, ihm in die Ebne felgen und 


‚eine Im BR wagen J über viele war 


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feinen en dehnhrige⸗ Weihcin; naftieben,— und gr. 


die Beifpielapon Roß bach, Leuthen und Tom - 


gau belehrt, wollte er. ſich nicht ‘der Gefahr aus⸗ 
fogge, durch eine einzige, Niedes fage die Frucht ſei⸗ 


mer Anſtrengungen ploͤzlich zu verlieren; er, verhielk _ 
ſich bloß vertheidigungsweiſe, und fügte nur bas Ger - . 
wonnene zu bewahren, Friedri h.gerieth, dagegen Zu 


yeiwmlich in ine größere Gefahr, als ihm öffentlich 


:" bereitet werben Fonnte; ein treulofer Perraͤther, ein 


— 


Unterthan und Guͤnſtling, ein wohlhabender Baron 


und proteſtantiſcher Glaubensgenoſſe bot ſich zum 
abſcheuwerthen Werkzeuge an, ihn todt_ oder lebens. 


Dig in die Hände feiner Feinde zu liefern. Diefer 


| Ehrloſe hieß Warkotſch, war in ſeiner Jugend, 
als Schleften noch den Oeſtreichern gehoͤrte, zwar 
kaiſerlicher Offizier geweſen, lebte aber ſeit preußi⸗ 


ſcher Herrſchaft außer allen Dienſten unabhaͤngig 


auf feinen Guͤtern bei Strehleu. Friedrich kannte 
und liebte ihn, dog ihn ‘oft an feine Tafel, ver 
ſchoute feine Güter mit alfen Kriegslaſten und übere 


haufte ihn mit vielen. ‚andern Wohlthaten, Dennoch 
war der Baron undankbar und ſchlechtdenkend genug, 


| ſich mit ben Feinden in ein Verſtaͤndniß ‚einzulaften, 
um ben Koͤnig anfzuheben. Letzterer lag in einem 
einſamen Haufe 40a Schritte von Strehlen ent⸗ on 


‚ferut, wo er nur von 39 Grenadieren bewacht'wurde, 


In ber Naͤhe war ein Wald, Warkotſch verab⸗ 
redete mit dem Grafen Wallis, mit eben dem 
Dherfien. von Laudons Regiment, welcher das 
. Ralgenfor aſthrmt bone, ben beebanen Plan,. 


r durch 


Ä . * 423 —* 
und FR flarkea Korps den. König. in bei Dunfets - 
heit der Nacht. zu entführen, - und. wenn. man ihn 
gicht fortbringen koͤnnte, ihn zu ermorden welches 
alles vollbracht fein kdunte, ehe die in Strehlen lie 
genden 6000, Preußen das Geringfte ahndeten. Um 

| u Aufmerkſamkeit zu zerſtreuen, wüßte man, fü 

rieth ein geborner Schiefer, ao Schleſiſche Dörfer 
‚un Strehlen herum anzünben Ein katholiſcher 
Prieſter, Schmidt, aus Neiße herſtammend, war J 
der Unterhaͤndler dei dem Oberſten Wallis, uud des 

Baron's Jaͤger, Namens Kappel, der Vriefträgen 
au den Pfarrer. Die Naht zum 30, Notember 
wurde zur. Ausführung. de& Auſchlags beſtimmt. 
Der Jäger toußte um dieß Gepeimnißi; längft von 

Gexwiſſenspweifeln beunruhigt, und durch den Uoge⸗ 
otuͤm des Barons „ der ihn in der ſtuͤrmiſchen Racht 

qus dem Bette jagie, um noch den letzten Brief zu 

beſtellen, hoͤchſt beleidigt, ging er zum Latheriſchen 
> Prediger Gerlach, eñtdekte ihm dad Grheimniß 
md. zeigte ihm den Brief. Gerlach. drang in ihn, 
‚das Verbrechen augenbliklich dem Könige zu emtdele 

Tem Der Jaͤger geborchte, Friedrich erfuhr und 

r soreitelte die Schaudtdat, Der Verraͤther Wars 


Foifch entging durch Liſt der Wachſamkeit des Offia . 


ziers, der idn, von der Sache nichts wiſſend⸗ arre⸗ 
tiren ſollte. Auch der Prieſter eutflohe. Beide 
wurden im Bildniſfe geviertheilt, welches ſich Frie⸗ 
drich gern gefallen ließ, da die Porträts, wie er 
- meinte, eben fo wenig, als die Originale taugen . 
| WÜRDE Die Entweigung Fon ihm nichr uulieb 
u” ns 1*P zn 


— . 


2* a 48 ae i 


zu len, ba er ein Feind von Hinrichtngen wat; 
Der Jaͤger bekam eine“ Forſtbedienung. Warkotſch 


verlor. die: Güter , und ſtarb verachtet und verab⸗ 


ſcheut in Ungafn, wo ihm die. Kaiferin ein jaͤhrli⸗ 
es Almoſen von 300 Gulden reichen ließ. Haͤtte 
dr doch, die warnende Juſchrift beſſer erroogen, 
"welche. ſchon feit alten Zeiten mit goldnen Buchftas 
ben auf. dem Kamine eines ſeiner Schiöffer ftand x 
on Ut cum igue, sic cum regibus, gehe mit den Kds 
wigen ſo vorſichtig wie mit dem Feuer um. Der Hof 
zu Wien ſagte ſich von. aller Theilnahme au dem 
Aunſchlage los, ‚und. die gräfliche. Familie von Wal⸗ 
58 erklaͤrte, daß der Oberſte dieſes Namens nicht 
Ja ihrem Hauſe gehoͤre. — Bald nach dieſem Er⸗ 
elguiß verlegte Friedrich feine Truppen von Brieg 
bis Glogau längs der Oder in die Winterquartiere, 
er ging nach Breslau, und der Feldzug in: Schle⸗ | 
fien Harte ein Ende, 
Traurig wurde Pommern’, und durch dieſes, 


wenn ber Krieg mit den Ruſſen fortdauerte, au 


Brandenburg’ Lage durch die Erpberang der Fe⸗ 
ftung Kolberg, welche beim Ztem Verfuche nach ' 
einer 4monatlichen Einſchließung nicht durdy Gewalt‘ 
per Feinde , fondern nur durch Hunger in Ruſſiſche 
Haͤnde fiel, Tottleben wurde wegen feines ges 
J finden Verfahrens in Berlin verhaftet und abgeſetzt; 
Momanzow erhiekt feine Stelle; und zugleich den 
Auftrag, Kölberg mit 27,000 Mann Landtruppen - 

und 40 Segeln zu belagern. Dieß veranftaltete er 
| bereits im Augu id Der Prinz von Wirtem bu 
SL egte 


9— 
— 429 Fa 


Pr ihm mit booo Preußen große Hindennſe in 
den Weg, und bot in einem verſchanzien Lager 


allen Angriffen Der Rufen. Troß ‚ mußte aber im, 


November‘, von KAlte und. Mangel an Unterhalt ges 
gwungen, feine Stellung verlaſſen. Der tapfere rn 
General Werner, im borigen Jahre Kolberg 6 
Ketter, wurde, in ſeinen Unternehmungen zu kuͤhn,/ 
von den Ruſſen gefangen, einige Meine Detaſche⸗ 
menms, welche $Prövlant in bie Feſtung werfen wol, 

. ‚ten, zuruͤckgetrieben, und nun die lebhafteſte Be⸗ 
ſtaͤrmung augefangen. Endlich Kewirfte der Brote 
nmiangel, was fein Feuer und kein Sturm erpreſſen 

konnte; am 16. December ergab ſich Die Veſazzung. 
Die Walle wurden mit Waſſer begoſſen und durch 

den Froſt ſpiegelglatt gemacht. Neun Aufforderun⸗ | 

gen der. Ruffen wurden verweigert, ; und 3 Stuͤrme N 


abgeſchlagen. Gb lange Pulver und Brot da iſt, 


wehren wir uns, dieß war die einflinmige Mein. 
nung der Belagerten. Nach ver. rote Maffors 
derung mußte der Oberſte Heiden, von Hanget 
gedruͤckt, in die Uebergabe der Feſtung willigen. 

Die Ruſſen Tonnten ſich nun in Pommern ausbrel⸗ 


u wen, und fünftig ſelbſt in der Dat fetfeggen. | 


Weit, meht Giat bepleitete die Unternehmungen 
5 des Huſarenoberſten Belling; dieſer bot mit: 1500 
Huſaren und 2 Bataillonen der gangen Schwediſchen 
Armee son 25,000 Mann die Spizze und tummelte 


J ſich bis zu Ende des Jahres ſo kuͤuſtlich mit dem 


Gar ehrerſcnen drum, daß derſelbe TR 
B eins 


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. — 420 Pe 


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Er behemende het ausführen koumte, und dk 


Stralſund die Winterquartiere dezichen mußte, " 
Mit dem ‘größten Ruhme und bemundermgäs - 


ae Klugheit dehanptete ſich der Prinz Hei in⸗ 


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N 


. rich in Sachen gegen die Armee des Feldmarſchalls 


Daun und gegen die Reichstruppen. Heinrich 
hatte hoͤchſtens 32000 Mann bei ſich, mit denen et 


die Gegenden. dei Meißen und Noſſen beſezte. 


Daun mußte zwar von feinen 60000 GEtreitern bie 


‚Hälfte an Laudon abgeben, aber. die Stärke dee 


Reichsarmee erfezte den Abgang, fo daß er mit dies 


fer immer zwiſchen 50, bis 60,coc Rente behielt, 
+ - Geiner Ueberlegenheit ungeachter verhiele er fidy bis 
zum. November fo ruhig, Daß ein_frensder Beodach⸗ 


ter die beiderfeitigen Lager in Sachſen eher für Luſt⸗ 
als Kriegöläger angeſehen haben wuͤrde. Nur Kleine ' 


” . Streifzüge des Huſaren⸗Anfuͤhrers Kleiſt, und 
des Generals Seidlitz, die mehrentheils ‚für die 
Preußen gluͤklich, ehrenvoll und dortheiſhaft ausfie⸗ 


len, bewieſen ed, daß ſich hier Feinde bekaͤmpften. 
Die Unthätigfeit war dem vorfichtigen. Karakter 
Dauns völlig angemefien ,- und ihm durch Hofbe⸗ 


fehle/zur Pflicht gemacht. Er ſollte fo lange vertheie 


digungsweiſe verfahren, bis die Hauptunternehmung 


KLaudon's und Burturlin’s in Schlefien gelun⸗ 


gen, nnd er- wieber verftärft- worden fein wärbe, 
Dioſe Verſtaͤrkung, 17 Regimenter Infanterie und 
Kayallerie. und 6 Bataillonen Kroaten enthaltend, 


ſtleß Ende Oktober zzu ihm, und num ſezte er fichr 
. 0m 5 Rosi in Bewegung, aber bio, um. ſich 


des 


— 





. 


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— 41 — 


des linten Ufers der. Freiburger, Malde bis: an den 


Einfinß der Zſchopan zu bemaͤchtigen, um dadurch u 
das Erzgebirge in feiner Gewalt zu Yaben, und 


vuhige Winterguartiere zu befommen, Diefe-gerine 


gen: Werheile. mußte ihm ‚Heinrich Abtslaffen. 


Döbeln zur Sicherhen gleichfalls beſezzen. Die 


. Daun wollte die am der Mulde liegende Stadt | 


werweigerten die Preußen. Democh hatte er fine  - 


Luſt, es auf die Gewalt der Waffen ankommen zu. 
laſſen. Er verglich fich gm 15. Rob., daß die 
Stadt Döbeln ‚neutral‘ fein, Die eine Vorſtadt 
aber von den Deftreichern, und bie entgegenkiegende 
yon den Preußen beſezt werben: ſolie. Und damit 
. hatte der ende deldzug ein Enda 


geidzus der Aittieten gegen die 


Franzoſen im Jahre 176 1, ° 


Schlacht bei Billingshanfen oder Shei u 


dingen d..15. und 16. Juli. 


Die Franzoſen machten im Fruͤhlinge 1761 bie. 


- fürchterlichften Zurhftungen, flellten Armeen von 
einer Anzahl auf, die fie im ganzen Kriege: nicht ges 
Habt harten, und führten große Anfchläge im Schil⸗ 


de; fie wollten die Allũrten zertruͤmmern, das Kurs 


fürftenchung Hannover uͤberſchwemmen, ‚bie Magden 


burg vofdringen, und über ganz Deutſchland Das 
VUebergewicht ertrozzen. Luftige Phantome, welche 
in Nichts zerrannen! Der Herzog Ferdinand 
ſezte ihnen Deutſche Kraft und Deutſches Genie 


ent⸗ 


— 


J 


een 7— 
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| ahegen, und am Endedes Jahres helkenden [2 
"Be Sachen in eben beim Zuſtande, wie Im Mufange, 


and Frankreichs Drohmgen waren Drohungen ges 


blieben. "Der Franzdſiſche Plon wär biefer: dee 


. Prinz Soubife, ein unfaͤhiger Feldherr, aber 


Liebliug der Buhlerin, follte die Hauptarmee von 
aoo, ooq. Mani die jedoch erſt groͤßtentheils errich⸗ 
tet werben ſollte, von Weſtfalen aus nach Hannoe 
ner fuͤhren, und Broglid mit Bo,900 Mann aus 


u. Helfen eben dahin gelangen, Da Ferdinands Armer 


erſt im April in einem hoͤchſt geſchwaͤchten Zuſtande die 
Vuhequartiere bozogen hatte, ſo wuͤrde er, philoſophirte 


dtdie Verſailler Politik, 3 volle Monate jur Herftellung 
und Ergänzung feiner Armee brauchen, alſo erſt ine 
Juli im Felde erſcheinen kͤnnen. Sonbife Pte 


aber ſchon mM ai den Kampf beginnen, er würde 
Beinen Feind. findet, folglich ganz Weſtfalen wie im 


u Spajferengehen erobern und dann Bid Hannoder zie⸗ 


ben kdluuem Wagte es hingegen Ferdinand, 
ihm mit feinen kraftloſen, unvollzaͤhligen, zerruͤtte⸗ 
ten Scharen fruͤher als im Fuli entgegen zu mars 
ſchiren, fo wärbe er von Soubife ohne Mühe auf 
den erſten Angriff wie leichter Staub aus einander 
geweht werden. Diefed Raiſonnement ließ fipp recht 
get hören und lefen, Aber ver einſichtsvolle Dr os 


'gtio machte: einige Pleite Gegenbemerfungen > die: 
das ganze Projekt fchon ziemlich erſchuͤtterren. Da 


Eoudife's Armee, fehrieb er dem Minifter, noch 
nicht .beifammeh fei, fondern erft Aus dem Innern 


Sranheigye heran kommen teile; fo möchte fie aut 
En: 


Ende kaum Pan al; zu 30,080 Mam— few 


. ſen, nud zur Haͤlfte aus ungeäbten Leuten beſte⸗ 


hen, die noch keinen Feind geſehen haͤtten; Son⸗ 


 »ife. wärde anſtatt der beſtimmten 100,000. Helden . 
etwa: nur 40,000 Mann haben, 'auf die er fich vers 


Saffen konute. Berdinand’& Heer dagegen wäre , 
gewiß 80,000 Mann ftarf, und enthielte abgehaͤr⸗ 


gete, dapfre, mit allen Gefahren und Beſchwerden 


. Sertraute Streiter. Soubife würde Fein leichtes 
Epiel, fondern einen harten Stand befommen, _ 


wenn er es allein mit dieſen Kämpfen aufnehmen 
sollte,‘ Rechnete er aber auf feine (Broglio’s) Häfe 


fe, ſo müffe er melden, daß feine ebenfalls fehr zers 


wuͤttete Armee anf das allerhoͤchſte erft am 20, Sub 


Die: Kriegsoperarionen anfongen koͤnnte. Diefe,faras 
len Wahrheiten ſtimmten die hohen Hofnungen bi des 
hizzigen Kriegsminiſters Cboiſeul ſehr tief heraͤb, 


ſie überzeugten ihn, daß, die Verhinderungen der. 


Nufuhre mitgerechnet, ſamtliche Franzoͤſiſche Ab⸗ 
theilungen vor dem Ende des Juni nicht wuͤrden 
‚aufbrechen koͤnnen, und er ahndete es dunkel, was 
ſich hernach deutlich beſtaͤtigte, daß die große Macht 
Franbkreich's diesmal gerade fo viel ausrichten wuͤr⸗ 
de, als in ben vorigen Beldgägen, daß heißt, bene 


lich wenig. 
0. Gonbife,. der fd größe Dinge thun ſollte, feste 
Ah nicht fruͤher als in der Mitte des Juni in Bes - 
—wegung, und rüfte bis Unna in der Grafſchaft 


: Marl, Ferdinand zog feine mehrfien Truppen 
bei Neubaus unweit Paderborn zufammen, und 


Wallus Bt. Geſch.6. Thl. J. abth. (Ee) mache 


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u madte einen Verſach, die Soubiſeſche Krinee , rs 
, lange fie no allein war ,: zu ſchlagen. Er mar⸗ 
ſchirte gleichfalls in die Grafſchaft Mark, umging 

die Franzoſen und ſezte fich bei Dortmamd, Sou⸗ 
| bif e verlor hieruͤber die Faſſung, hielt ſich bei Uma 
nicht mehr für ſicher, wich jedem Treffen aus, ‚zpg- 
nah Werle, und wartete hier aͤngſtlich auf die 
Bereinigung mit Broglio. Da ihm aber Ferbis ° 

nand ſtets näher rüfte, fo ging_er weiter, und 
‚hielt nicht eher Stand‘, als bis am 4 Suli die Are 
“ i mee des Herzogs Broglio aus Heffen zu ihm ſtieß. 
Beide Sranzöfifche Generale nahmen darquf ihr gen” 
meinſchaftliches Hanptquartier zu Soeſt. Fetdts 

‚ \namd lagerte fich indeffen um und bei Werle an 
den Bränzen der. Graffehaft Mark im Herzogthume 
Weſtfalen. Nach einer Berathfchlagung von 8 Tagen: 
aßten bie Sranzöfifchen Beldherren den Entſchluß, 
eine Schlacht zu wagen und mit ihrer, vereinigten 
Macht, welche nach Abzug aller einzeln ſtehenden, 
in Heſſen und am Niederrhein zurüfgelaßnen Deta⸗ 

ſchewunter, 100,000, Mom enthielt, das Lager - 
„der Allürten, die nicht viel über 60,00 Mann auds 
‚machten, bei Werle zu beftärmen, Der Üngriff 
ſollte am 13. Juli geſchehen; aber fe verfchoben 
ihn, um die Stellung Ferdinandis,, die ſie lange 
genug erforſcht hatten, noch genauer zu unterſuchen. 
Endlich waren fie mit ihrem Kundſchaften Fertig, 
und der 16. Juli wurde zum Gefechte beſtimmt. 
. Yuf ·einmal beſann ſich Broglio eines andern, 
and griff mit feiner Abtheilung ſchon am 15. Jali 

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- m, feuer Ad” Begierde, "den Sieg allein Pr 
erringen, uud dem Soubiſe die Ehre des —— 
zu entreißen. Da die Allirten keinen Anfall beſorg⸗ 
"ten, fo wurden fie anfänglich Äberrafcht, und anf 
. dem rechten Flügel, der micht "gut gedekt war, etz‘ 
was zum Weichen gebracht. Die Franzoſen nah⸗ 
men das Dorf Villinghanſen, wovon die‘ 


‚Schlacht benerinet wird, ein, Ferdinqnd vertkieis 


bigte ſich jedoch mit Standhaftigkeit, und behaup⸗ 


"tete feine übrigen Poſten alle: inzwiſchen brach die 
Racht an’, der Kampf hoͤrte auf, Feiner verließ ſe· 


ren Plaz, einer hatte geſieget. Huaͤtte Broglio 
das Gefecht am Abende mit Nachdruk fortgeſezt, 
oder haͤtte ihn Sonbiſe augenbliklich mit aller Macht 
unterſtuͤzt, ſo waͤre Ferdinand wahrſcheinlich ge⸗ 
ſchlagen worden. Er hatte ſich verſchoſſen, es 
fehlte ihm ganz ‚am Pulver und’ Kugeln, er mußte 
— Wagen in vollen Trade nach Hamm ſchikken, um 
‚die nöthigfte Munition aufs geſchwindeſte holen zu 
laſſen. Er bekam fie noch zu rechter Zeit,, und 
konnte daher am folgenden Tage die Schlacht er⸗ 
neuern. Broglig griff den 16. Juli nit frühen - 
“ Morgen in voller Schlachtordnung wieder an; aber 
da ihm Soubiſe nur ſchwachen Beiſtand leiſtete fe. 
richtete er jnichtd aus. Kein Theil wanfte bis $ 
‚ur. Aus Ermattung ruhte man von beiden Seite - 
‚3 Stunde ‚lang. Jezt Iangten 6 frifche Bataillone 
. bei den Alliirten an, weldye der General Spörten 
ſchilte. Dieſe ruͤkten gleich vor, um die Ermuͤdeten 
ehlaldſen. Ihr raſches Feuer brachte die Franzoſen 
Ee . ee! 


Ä oa. 
„ eine Bernimug heran! bi Beinde kourmep 


Eu Ferdinand von einer Auhdhe, wo er diefen Anfang 


zum Siege bemerkte Dieiganze Infanterie, jene - 
6 friſchen Batailfone an der Spizze, ärzte fich auf 


nn nen Feind, und entfchied den Kampf. Die Sranzos 


ſen flohen zuruͤk, und ein großer Theil einer Brigade 
wurde fo abgeſchnitten, daß die ‚Alüsten 2000 
Maun derfelhen gefangen nahmen, worunter fh das 
ganze Regiment Rouge befand. Die Summe der 
Stanzoͤſiſchen Todten und Verwundeten betrug 
J ‚2500. Soubife zahite tur 21 Todte und 84 Ver⸗ 
| genen ein Zeichen, wie wenig er thats. Die Als 
irten rechneten 1200 Todie und Verwundere, und 
= 383 verlorne Gefangne, 
1 Broglio.und Sonbife naͤhrten laͤngſt einen 
eingewurzelten Haß gegen einander; dies ungluͤk⸗ 
liche Gefecht vermehrte ihren Groll. Jeder klagte 
den andern wegen der Niederlage an, der eine haͤtte 
der Verabredung entgegen zu fruͤh, und der andre 
zu ſpaͤt angegriffen. Ihre Uneinigkeit zog eine Tren⸗ 
nung der Heere und die Pereitlung aller Kriegs⸗ 
plaͤne nad) ſich Broglio nahm 40,000 Mam 
som Soubiſeſchen Heere, doch mit Einwilligung deſ⸗ 
ſelben, zu ſich, und marſchirte damit nach Pader⸗ 
Sven, um, wie er ſagte, Hannover zu erobern. 
Soubiſe zog mit dem Reſte nach Weſel. Ferdi⸗ 
nand theilte ſein Heer gleichfalls. Das kleinere 
Korps mußte unter dem Erbprinzen dem Soubiſe 
. mochfolgen; es hintertrieb deſſen Muteruehmungen 
; SEE | 





| — 4 37° 
jegen Münftei r. Mit dem adhern Heere wen⸗ 
dere ſich Ferdinand gegen Broglio, um, be 
fen Plan wider Hannover zu vereiteln. Die Frans 
zoſen wollten Hameln’ delagern; aber. Ferdinand 
machte in ihrem Ruͤkken ſolche Diverfi ionen, daß fe. 
davon abßehen mußten. 

Broglio machte neue Bewegingen „um ſich 
"bb Kurfuͤrſtenthums zu bemaͤchtigen; er marfchirtd - 
dm ‚September nah Eimbek, und nahm auf ber 
Hude, , einem hohen bei der Stadt liegenden Berge 
feim Stellung. Fer dinand brach dafür in Heß 
ſen ein, trieb die ſchwachen Detaſchementer der 
Feinde bis Kaffel, ſchnitt ihnen die Zufuhr, ab, und 
zwang dadurch den Marſchall, mehrere Truppens J 
kotps von ber Kühe mach Heſſen zu ſchikken und 
ain Ende feine Unternehmungen gegen Hätmoved. 
Einguftellen,, „und ſelbſt nach Kafſel zu gehen. 

‚Da die Neben > und Streifzühe der Allürten den 
. Sratzöfeh fo. nachtheilig würden ; fo beſchloſſen lez· 
re, ſich eben dieſes Mittels zur Erreichung ihret 
Libſichten zu’ bedienen. Aber dennoch richteten fib. 
auch hlerdurch in der Hautptfliche nichts aus. Die 
rfte ‚Diverfion machte Soubife nach der Nordſee 
" Yin, er beſezte äin 30. Sept. die Preußiſche nur von 
3 Engzliſchen Inbaliden · Kompagnidu‘ bewachte Stadt 
‚Emden, ud forderte fo’ sol von ihr, ale auch 
von ganz Oſtfrlesland sherftnsingliche Kontribu⸗ 
tionen, Weil aber der Erbprinz von Braunſchweig 
he 18,800 Mann berbeigog;, s und MWurmferd An 
With var Ber — ñ wmarſchiene Sou⸗ 

un bife 


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438 — 


d 


"sie e, ver anfänglich feine Binterjuartierd hier za 


4 


u . nehmen. gedachte, eiligſt zurüf, und. sing bis an 


den ‚Rein, ohne daß fein Zug weiter eine Wirlung 
ervor brachte, als daß er das Land gebrandſchazt 
und ‚viele Kriegsvorraͤthe verwäfter hatte. Gefährs - 
" Yoer hätte der andre Streifzug werben Eönnen,. wel⸗ 
hen Faver mit 9000 Sachſen in's Braunſchweigi⸗ 
ſche unternahm, wenn er mit mehr Raſchheit vdllen⸗ 
‘det, und mit mehr Thaͤtigkeit benuzt worden waͤre. 
Sroglio' ſchikte die Saͤchſiſchen Hilfätruppen am ° 
16, Oktober aus ſeinem Lager von Eimbek ab, und 
ſchon 4. Tage nachher ſahen ſi ſi ch ſelbige i im Beſiz von 
‚Wolfen buͤttel, wo ſie aoo, ooo Brandſchazzung, 
28000 aͤls Geſcheuk fuͤr die Anfuͤhrer, und 14000 
fuͤt die Verſchonung der Thuͤrme nnd Glokken ers 
preßten. Zwei X Tage nachher ruͤkten ſie vor Brauns - 


J u ſchweig, wo fie e fange mit unnuͤzzen Anſtalten zoͤger⸗ 


en, fü ich. ‚bequem bei. Riddagshauſen lagerien, und 
den wichtigen Poſten Oelper, welcher den Ein⸗ 
au marſch ſicherte, nur mit 300 Mann beſezten. Ein 
R ſchneüer Anzug, und ein rafcher Angriff hätte ihnen 
dieſen im der jezzigen Lage wichtigen Ort, den nur 
1500 ermattete und aus Meberläufern beftehende 
„Soldaten vertheibigten, ‚ gewiß in ihre Gewalt ges - 


J *. bracht. Aber ihr Zaudern ließ dem Herzog Ferdi⸗ | 


nand, 'ber bei Hameln ſtand, Zeit, feinen: Nefe 
. fen, ven. Prinzen Ferdinand Auguſt, Bruder deg 
Erbprinzen, und den General Lukner zum Entſaz zu 
fenden. _Diefe aͤberwaͤltigten den Poſten bei Oel⸗ 
“ per in der Racht zum. 14 Der. machten bie mehr⸗ 
fm. 


— 


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0.4 


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lee 
ſten gefangen und warfen 6 Barailoie in bie Stadt. 
Xaver befürchtete. die Aukunft eines noch groͤßern 
Koerps, er. flohe daher, räumte Wolfenbüttel ‚und 
vernichtete hierdurch alle Hofnungen, welche Bro⸗ 


u 4 


glie darauf gebaut ‚haste.‘ Der ganze - Plan der 


Franzoſen ſcheiterte; durch bedenkliche Bewegungen 
ber Allüirten gefchrett, verließ Broglio die Stellung 


Ex ‚auf der Hube, und glug in die Winterquartiere, die 


faſt die naͤmlichen, als im vorigen Jahre waren. 
Der Erhprinz blieb in Muͤnſter, und Ferdinand in 


Hildesheim beide mit dem Ruhme ‚ bad uneinftints ’ 


wmige Verfahren. der feindlichen Genzrale treflich bes 


nmuzt, und ihre Eurwörfe mweiſterhaft vr zu 


haben. 


Feldzug Friedrichs gegen Deſtreich 
und: das Reichsheer; und der Als 
Liirten. gegen die Sranzofen im: 
| | Jabre 1762. 
Sclacht bei Bilhetmöthe d. 24. Funk, 


Befecht bei Burkersdorf d. 24, Jull. 


bei Lutternberg d. 23. Juli. 
Be Reichenbach d. 16. Auguſt. 


rn bei: Friedbers oder Sohannisderg 


Ä ‚ 23% Auguſt. 
ne” Freiberg d. 15. Oltober. 
Shlacht bei Freiberg d. 29. Dftober, = 


‚Briede su Qubzrtsburg den 1% 
1 J 2 8 I . Nach | 


, Behrmar 116% 


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Nach 6 tigen abıen ſchien es wirklich, 
a wenn Sriedrich’&. ermättete Kräfte dem fer⸗ 
nern ungleichen Kapipfe unterliegen muͤßten. Bie 
vVoͤlker ſeufzten alle nach Frieden, nur ihre Beljerta 
‚tiber begehrten ihn noch nicht, weil fie ihre Abſich⸗ 
- ten. noch nicht. erreicht, jezt aber „wie fie meinten, 
: dem ‚giele. nahe waren. - Die Ruffen hatten einen‘ 
feſten Punkt in Pommern, und wenn ſie im neuen 
16 Stettin eroberten, fd mußte auch Ders 
BE und Brandenburg: Tallen ; Preußen konnte ihnen‘ 
Teiner entreißen, feierliche Verträge der verbunbnen ” 
. Höfe, hatten. ed ihnen zugeſichert. Schteflen wurde, ' 


- mach der, Einnahme der Feſtung Schweidniz von ber. “ 


Deſtreichern als ihr gewiſſes Eigenthum betrachtet 
ur: noch eine kleine Anſtrengung, uud das Ganze 


war das ihrige. Der Hof zu Wien ſahe dies’ für 


eine fo. ausgeniachte Sache an, daß er ſo gar deine 
Truppen verminderte; bet jedem Megimentd 3: Kbma 
papnien, bei Dem ganzem. Heere 1500 Dffiziere, und. 
überhaupt. 20,000 Mann. abdaukte; daß er den 
- Bauern in den befezten Bezirken Getreide äur. DB 
ſtellung der Felder anbot, und, bie. vornehmſien Kaufe 
leute aus den Gebirgsſtaͤdten nach Prag berief, um 
173 Handeldeinichtungep - ‚zu wochen. Friedrich's 
Untergang ‚fchien unvermeidlich, da felbft fein Buns 
desgenoſſe George III. feine, gcabrrhe Lage mit 
Gleichgättigkekt. . betpachtete, Nur "eine ſchwache 
a ugepilfe, Hofnng ſchiwmerte ihm in Oſten. 
eine Thaten hatten das ferne Morgenland, die oft 


wie von "Sue. und afien mit Venunderling: Ä 
und. 


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N . ‚ J — 488. — J 2 v Eu ’ u 


Sand, Elautin— erhal Er nane her Feine 
Bliikte auf den Tuͤrkiſchen Kaiſer, num ihn, da = 
27 Bund mit Deftreich- zu Ende ging, zum eig 

" gegen bie beiden. chriſtlichen Kaiferhoͤfe zu bewegen; ' 
Allein fo- geneigt felbiger. auch dazu mar, ſo abbeitete 

“ver Fraugbfifche ‚Dknifter mit Erfolg Den Preußte 
ſchen Abſichten entgegen, Ver afte; ‚träge. Großen ' 
‘3 ſcheute den Krieg, und wohlgefuͤltte Belofäller, _ J 23. 
le son Wien die Donau herab ſchwammen, vers 
blendeten den Divan und-vevfibleffek: feine Angen 
bvör feinem. eignen wahren Intereſſe. Die Def 

. Ser ließen ſich durch die zur vbloßen Shan. an den: ' 
ngariſchen Graͤnzen zuſammengezognen 160,000 
Tuͤrken weder ſchrekken, noch irre machen x da ww 
gewiß wilßten, daß es damit nichts gu. bedeuten 
dabe. Ein groͤßeres Vertrauen faßte Friedrich zun 
haͤtigkeit des Tarar Chams; er erhielt von ihm 
bald nach dem Verluſte vom. Schweidniz eine Bob 
fhcaft, welche ans feinem Suͤnſtlinge uud Vertrau⸗ 
tin, und zugleich bem erhahnen: Barbier Cine 
Reheit bekano, Der Chen erbot fich, gegen 
fin 16000 Mat Hulfottuppen zu lieferi. Det 
Geſaudte ethielt für ſich undven Fuͤrſien große Ged 
ſchenke, die er der Sitte jener: Ander gemaͤß, gerade 

au ſelber fordette. Dir Preutiſche· Geſandte nrußee ' 
darauf einen. noch weit ausgedehutern Plan in der . 
Kritim betreibe, Im Winter: ftellte fich Der 
Botrſchafter dei -Chante zu VBwvlau ein, der die Were 
ſptechungen feines Borgaͤugers vB Baibiers veſta⸗ 
un und. Bas * idee itn Sr 


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Are a 20,000° Main, nach den Wanſchen des — 
aigs in's Feld ſtellen wollte. Das waren jedoch al⸗ 
es :fchwanfende Stäzzen, ſchwache Rohrſtaͤbe, auf 
die; keine feſte Hofnung gebaut werden konnte. Frie⸗ 
drich felber verließ ſich wenig darauf, feine gegen⸗ 
waͤrtige Lage beſchaͤftigte ihn mehr, als die unſichre 
 Wülfe,- Er hielt: fidy für verloren, feine Standhaf⸗ J 
| tigkeit war erſchuͤttert, die finſterſte Schwermuth 
bemaͤchtigte ſich feiner; / ſeine Briefe atbmeten 
ſchwarze Meiancholie, feine Geſpraͤche hoͤrten gang 
af, denn er ſabe Memanden, ſelbſt ſeine Vertrau⸗ 
ten nicht mehr, er fpeifete allein, ging auf keine 
Parade, machte keinen Spariewiuu, und legte feine 

FJloͤte weg. 

Doch gerade in ber buſterſten Stimmung eines. 
Gemuͤthes, in ber Hofnungsiofefien Lage erheiterte - 
ſich feine Ausſicht, lenchtete ihm ploͤzlich der Lichte 
ſtrahl des Gluͤls entgegen ; ein Feind, der ſonſt nur. 
Verderben bringt, ber Tod, wurde fein- huͤlfreichſter vn 
Bundesgenoſſe, riß ihn vom Rande des verſchlin⸗ 
genden Augrundes weg nnd verſezte ihn auf eine als 
les verſprechende Höhe ber Hofnung. Seine unnens ' 

ſdhnliche Feindin, die Kaiferin Elifaberh” von 
"Maptand , die ſchon laͤngſt kraͤnkelte, farb an einem. 
Blutſturze den 25. December 1765 nach dem Ruſ⸗ 
fiſchen, vder den 5. Januar 1762 nach dem verbeſ⸗ 
ſerten Kalender. Sie ging mit gehaͤſſigen Geſjunun⸗ 
"gen gegen Friedrich aus der Welt. Denn noch 

auf dem. Tobbeue ließ fie ſich vom Seuate einen 

SER ablegen, Daß mir Breuden ehee Bnbimnuug 


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par Vundedgenoſſen kein Friede Be geht werden Sr 
ſolle. Der Thronfolger fragte indeffen. nad). allen, 
biefen Sprmalitäten. "und Verſprechuugen uicht,,, fons 
Bi bezeigte eine eben fo enthufaſtiſche Freundſchaf 
fuͤr Friedrich, als Eliſabeth im Haſſe unbeweglich 
‘und feſt geweſen war. Der neue Kaiſer, Pa, 
ter III., geborner Herzog von Holftein, defien. . 
= Mutter, Ynne eine Schwefter der Kaiferin Elifaberh 
war, hatte, ſchon zu einer Zeit, wo er keine gewiſſe 
Ausſicht auf den Ruſſiſchen Thron ‚hatte, mit rien 
prich eine innige Freundſchaft geſtiſtet, „die Ewpfin⸗ 
dungen dafür 8* der Denkungsart feiner Zante ſtets 
unterhalten, und felbft im. Kriege auf mancherlei 
Art geäußert, Jezt gab er fin ganz dem ‚Gefühte | 
ber Achtung ‚and Liebe für Friedrich hin. ‚Erbes ' 
tief fogleich feine. Truppen von der. Deſtreichi ſchen 
Armee ab, und ließ fie in der Hofgung, eiuen all 
gemeinen Frieden: zu. bewirken nach Polen ziehen, Bu 
- Er trat das Königreich Prenßen, weldes ihm 
pon Wiener und Verſailler Hofe garantirt war, 
phne Entſchaͤdigung wieder an Friedrich ad, räumte 
das eben erſt erobsrte Kolberg und ganz Pong 
wern, befreite, alle. Preußiſche Sefangne. ohne Löfer 
Zu eb, ‚und beftätigte Died alles. durch eingn. ‚feierlichen 
Im Mai geſchloßnen Frieden. Er, zwang Iugleich 
- die Schwe den, baß.fie in eben Yigfem Monate den 
Frieden auf die Grundlage der Wiederherſtelluug al 
ler Verhaͤltuiffe n wie vor dem Kriege untetzeichnen 5 
mußten. Daß dieſe Vorgaͤnge hen Zeinden Frie⸗ 
drich s träufend borkamm, 7 un fich leicht ‚Bigreis 
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i feny | aber baß ſie dem Diner feines Arten. 


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wwiderlich and nnertraͤglich waren, hätte man nicht 
erwarten follen. Der Englifche Lord Bute wandte 
alle Muͤhe am, dem Rufſiſchen Krifer auf andre Ges 
danken zu bringen, er erbot ſich, den Konig Fried 
bdrich zur Abtretung aller Provinzen zw noͤthigen, 


welche Rußland nur verlangen möchte; dafuͤr abet 


- foßtte "die Ruſſiſche Armee in Vetbinbung mir dem 
Defireichein ben Krieg. wider Preußen förtfegzen, . 
‚ Peter. FIL' mies diefe Autraͤge mit Velachtung ab⸗ 
and faıtdte die Originalakten des Engifhen Minis 

fters an Friedrich, Der empflldlich beſchaͤnnt 
Bunte ließ darum von ſeinent Vorhaben nicht ab... 
‚ &r fuchte mm den Miener Hof in ſein Jutereſſe d 
ziehen; er watf ſich zwiſchen ihm und Preußen are. 
Friedensmittter auf, und machte ſich auheiſchig⸗ 
folche Bedingungen, tie für Friedrich nachtheilig 
md fuͤr Seſtieich hoͤchſt vortheithaft ſein ſollten, J— 
Intiverfon und durthzuſe zzen. Der Oeſtreichiſche 
Riiiiſter Kauntiz hielt dies Werfahien ; dus er ſich 
von eineni Preußiſchen Bimdesgenöffen gat nicht en 
Mären konnte, FÜ eine Liſt, dem Wiener Höfe und 

ker den Scheide der Freundſchaft zu ſchaden; ei 
antwortele daher kalt: "da, feine —— 
genug waͤre, Ihre Anſprůche ſelber geltend zu niai 


then, und baß es fich Mit ihrer Würde nicht vers . 


“träge, unter Englands’ Vernitelung Sreden zu 
ſchließen. Bute erntete alfo-von feiner Treutoflgb 


keit gegen Friedtich nichts als Hohn and Verach⸗ 
tung’ eis Du halb Bieitk Kite die Ruffeſchrũ 
vu Bu auf 


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ffrerngen 2 ‚zum um Brise ‚gleichfalls — 
ſo ging NPerer III. in feinem Veſtreben, dem Kd⸗ 

nige Friedtich zu dienen, ſo weit, daß er im 
Juni ‚eine Verbindung mit ihm ſchloß, nach welcher | J 

er dem General Czernitſchef befahl, mit 20000 
Maui, aus Polen zu der Preußiſchen Armee zu ſto⸗ 

dien und ohne weitere Anfrage den Wilken des fd 
: wige unbedingt zu befolgen. Peter III. bar ſich 
wen ein. Regiment von Friedrich aus, ſchmuͤkte ſich 
wmit dem. Vreußiſchen Adlerorden, trug die. Preußis- 


fe Uniform, wollte in Perfon mit einen großen - - | 


: Keere au Ihm. ziehen, und im der Folge gegen Däs 
- ‚nemarf Krieg fuͤhren, um ihm feinen Antheil von, 
Golfen und Schleswis zu citneitee. Er 


Friedrich, der das neue af mit dem. triße I 
din Ummutbe begonnen. hatte, fahe füch jegt zu den = 
ſchmeichelhafteſten ‚Gofgungen berechtiget. Seine 
Staten waren nun, einige kleine Diſtrikte ausgenom⸗ 
men, von den Feinden geraͤumt; Preußen und 
Pommern lieferte ihm wieder Einkuͤnfte, Rekruten, 
Kriegsbeduͤrfniſſe „ er. errichtete neue Sreibataillone 
SFreidragoner und Huſaren, vermehrte bie Artilleri⸗ 
ſten mit 3500 Mann, und machte 100 derſelben be⸗ 

. ritteh, wodurch er. den Grund zur seitenden Artille⸗ 

. zie, legte. Dabei aber. glaubte er den Dffizieren 
nicht mehr die fonftige Aufmunterung ſchuldig zu 
ſein. Er hatte ſouſt jedem Subalternen 5o Thaler, 
jedem Kapitän 500 Thaler, und jedein höhern Offle 

. siert verhältnißmäßig eine größere Summe, fo 


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WMWRuuſſiſche Huͤlfskorps von 20,000 Mai, wenn es 


‚gleich feinen, Solo von ihm erhielt, doch in Abficht 


ging dahin, die verloruen Feſtungen wieder zu 'ers 


— obern. Hierzu gehörte vornaͤmlich Schweidniz. 
Die Deftreicher aber machten alle mdgliche Gegenans 
ſtrengungen, um ſich zu behaupten, Daun erhielt 
- den Dberbefehl in Schleſien, welchen Laudon bis⸗ 
"ber gehabt hatte, und leztier mußte unter ihm die⸗ 
nen. Die Hauptſtaͤrke aller Deftreichifchen Trap: 
pen von 80,000 Mann zog fid) bei Schweidniz zu⸗ 
ſammen um den König nicht einmal zur Belage⸗ 
rung kommen zu laffen, In Suchfen blieben nur 
wenig Oeſtreicher, die ſi ch mit der Reichsarmee ver⸗ 


banden. Die Beſazzung in Schweidniz befiand aus 


12000. auserleſenen Kaͤmpfern, die am General 
Guasko einen muthigen Konmmandanten, und an. 
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dem 


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| genannt Winters Dendenrs Ober; jur Arhfang | 
auf den neuen Feldzug gegeben, Diesmal entzoget 
ihnen dieſe Geſchenke, weil ihn, wie man meinte, 
das Gluaͤk etwas mempfſindlich gemacht habe. Die 
L. Tadler dieſes Verfahrens haben jedoch, um sand 
2, gerecht in ihrem Urtheile zu fein, dabei vergeffen, 
 daßier jegt nicht mehr, "wie in den vorigen Fahren, . 
42 Tonnen Goldes Huͤlfsgelder aus England bekam, 
daß” vie vielen’ ans der Ruffifchen und Schwediſchen 
J Gefapgenſchaft zuͤruͤkkehrenden Dffizlere feinter Unter ' 
flügzung vorzüglich bedurften, ımb daß ihm bas 


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der Verpflegung und zuweilen durch beſondre Dewirs 


J thung viel koſtete. 
Friedriches Hauptbeftreben Im Fahre 1769 ‚ 


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| sem PR Sribaindt, einen. der erffen Yogenieug 
. hatten. -Den ganzen Winter hindurch arbeiteten be⸗ 
ſtandig 8000 Bauern und Soldaten, um jede in 


der Naͤhe der Feſtung liegende Anhoͤhe ir ein. Fort 


zu verwaudeln. Alle Anhoͤhen um Schweidniz fleil \ 


Daunſchen Heeres lagerten ;. Die Gemeinfihaft nit 
der Stadt unterhielten; und von der nahe kampe 


renden ‚großen Armee unterſtuͤzt werden Tonniem, - 


Dieſe zuſammen mußten von Fri edich erſt wegge⸗ 
draͤngt werden, the -er ran die Belagerung felber - 
deuten konnte Cr Urach im Juni von Breslau auf, 
weil ihm -Die, Unserhandlungen mit Ruͤßland, und 


die Retrutirangen feiner Armee nicht früher ins Feld 


zzu ruͤkken erlaubten. Bei Koſel formirte ſich ein 
ſſtarkes Korps, um entweder nach Ungarn zu den 
Tatarn zu ſtoßen, wenn fie Wort hielten, oder um 
durch Beunruhigungen in Maͤhren einen Theil der 
Daunſchen Armee dahin zu lokken. Am 30. Juni 
woreinigte ſich das Ruſſiſche Heer beiĩ Lißa ‚mit 


en eine Kette von heben, Defefligten Terraffen vor, 
uf welchen ſich mehrere einzelne Abtheilungen des 


Friedrich auf eben dem Plazze, wo die Preußen 
Im Jahre‘ 1757 den bekannten ‚glänzenden Sieg ern. 
fochten. Friedrich marſchirte darauf nach Buns - . 


zelwiz, von wo ans er Daun's linken Fluͤgel ums 
gehen, und. ihn dadurch von Schweidniz ohne Ge⸗ 


fecht entfernen wollte. Dies glaͤtte uicht· Daun 


dblieb unbeweglich auf und neben ſeinen Felſen fe . | 
‚ben, und ſchien ſich durch nichts aus feiner Faſſung 


gleich 


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en a” laſſen; er ihrte Rp. nicht, wenn. 


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"ih Hei Jelbwathen vor ein Arxeñd · von 


Den kuͤhnen Preußen aufgehoben wurden. ** | 
einige Baꝛailloue und Schwabrenen Preußen ; 


2coo Koſaben drängen. um Daums linken —* 


teryum, und brandſchazten die Graͤuzprovinzen von 
Böhmen; Die Koſaken wagten ſich bis Prag, der: 
wvuͤſteten das Land und verbreiteten ein ſolches 
Schrekken, daß ſchon die ganze Reichsarmee aus 
Sachſen nach Böhmen eilen ſollte. Aber die Koſa⸗ 
: Jen zogen wach: 8 Tagen, mit großer Beute bepalt, 
son felber. ab, marſchirten ohne auf ihre Anführer 


‚u achten, truppweiſe nach Polen, um ihr erpreſß⸗ 
NJes Gut zu verkaufen. Friedrich wollte fie noch. 


einmal noch Böhmen fchißten, aber ein-unerwarteteß 


Ereigniß vereitelte ſeinen Vlan. | 
. Da Briedrich gegen den Tinten feindlichen Flügel 

wegen der zu vortheilhaften Stellung deſſelben nichts 

ausrichten konnte; fo beſchloß er, ſich gegen den 


= zechten, Fluͤgel zu wenden, die Anhdhen bei Burs 


‚Berddorf und. Leutmans dorf zu beſtuͤrmen, 
und fo die Daunſche Armee von Schweidniz abzu⸗ 
ſchneiden. Eben hatte er die Anſtalten dazugemacht, 

‚Muh auf bie Mitwirkung. der Nuffen gerechnet, als 

ihm Ezernitfchef Die erfchätternde Nachricht brachte, 
daß Peter II, ber fich durch eine Menge uͤhereilter 
Schritte bei der Geiſtlichkeit, dem Senate und 
dem Bolfe verhaßt gemacht hatte, am 9. Juli vom 
Throne geftoßen worden‘, und, wie man damals er⸗ 
zählte, 6 Tage nachher an der. Kolik geſtorben, wie 
. MAN, aber jezt gewiß weiß, oewaltſam ermordet wor 


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* rei, Die Ttauerpoſt erruntete gricbtich⸗ —9— 
und ließ nene unangenehnie Folgen erwarten. Denn 


Peterss Gemalin, Katharina U., welche keine 
zufrledene Ehe führte, und ſich durch die Furcht, 
berſtoßen und in ein Kloſter eingeſperrt zu werben; 


zur Staatsveraͤnderung berechtigt glaubte, hielt 


“anfänglich den Konig von Preußen für den Theil⸗ 
uehmer an Peters gewaltfamen Verfahren, erklaͤrte, 
in dieſer Vorausſezzung, ihn in’ einem. Mapla 


u feite fir Rußlands aͤrgſten Feind/ ‚ und gab ihren 
Truppen in Preußen Befehl, bir Seindfeligkeiten 


gegen Friedrich zu erneuern. Aber fie. wurbe bald 
"wis ihrem Irrthume geriffen; fie fond bey ihrem 


— eigenhaͤndige Briefe von Friedrich, worin 


dieſer zur Maͤßigung, zum Vorficht in feinen Anord⸗ 
. lungen, und zur. Schonung ſeiner Gemalin rieth. 
Dieſe edlen und weiſen Rathſchlaͤge ruͤhrten die Ka⸗ 


tharina, fi fie vwiderrief die heftigen Befehle gegen -. 


Preußen, beftätigte.den Frieden. und ermwählte eine 
vdllige . Parteilofigkeit. Der, General Egernis 


sfcheferhien demnach die Amweifung,. die Preußen 


- 


“gun verlaffen . und zuroͤl zukommen. Friedrich 


wuͤnſchte von dem Daſein der Ruſſen wenigſtens 
einen Nuzzen zu Ziehen; er bat den General Czer⸗ 


nitſchef , ſeinen Abmarſch um 3 Tage aufzuſchieben, 


und dem für ben folgenden Tag deſtimmten Angrif, 
wenn gleich in Unthätigkelt, doch in Schlachtordnung 
| zuzufehen. Die Sorge für die zu treffende Verpfle⸗ 


- ‚immer rechtfertigen koͤnnen. Ezernitf def wile 


„gung feiner. Truppen würde ihn bei feiner Herrſcherin 


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igte ohne Bedenken ein ‚Die Oeſtreicher hatten j ing 
deſſen ‚von den Veraͤuderungen in ‚Rußland, noch 
nichts erfahren, und als. fie die. Ruſſen gegen, ſich 
ber geruͤſtet ſtehen fahen, fo mußten fie fih auf. 


ginen blutigen Angrif verfelßen gefaßt machen, Lie 
daher eine ſtarke Abtheilung gegen ſi ie aufteilen. u 
Am 20. Juli geigte fi auf ber Chene vor den 
—**— von Burkersdorf noch keine Spur van einer 
Preußen. Aber am 21, Juli Morgens fand wis 


aus Der Erde gewachſen eine furchtbate Linie von. 


Preußen in Schlachtordnung, welche Friedrich wähs 


rend der Nacht gebildet hatte. Eine ungeheure Bats 
*  terie bon 45 Haubizzen und 12 Kanonen -ragte wie 
= ‚durch Zauber entitanden hervor, und eine andre von 
30 Kanonen erhob fick auf einer Heinen Nahdhe, 
Mit dem: grauenden Tage begannen die Preußen eig - 


erichredliches Feuer, wodurch ſie die in den Thaͤlern 
ſtehenden feindlichen Reiter und Infanteriſten zur 
ſchnellſten Flucht iwangen. Vom Bombardement 
unterſtuͤtzt ſtuͤrmten ſie nun gegen die Anhoͤhen. Der 
Geueral Neuwied griff die Froute, Lortum den 
Mülten, und der ans der Gefangenfchaft beftepte 


- Herzog von Bevern die linke Slanfe an. Die Delle 
reicher thaten auf den mehrfien Unhöhen, durch die 
Neberraſchung der Preußen and den Unbli der 
Ruſſen erſchuͤttert, keinen großen Widerfland; fie 


flohen. Nur auf einer hohen Flaͤche hielt.ein ſtarkes 
Korps Stand. Moͤllendorf aber, der. ſich am 
dieſem Tage fehr auszeichnete, HeB 40 Haubizzen 


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| j von ber Ebene auf die Berge, zum Theit durch Men⸗ n 
ſchenbaͤnde ſchaffen. Durch ein heftiges Geſchuͤ. 
‚feuer geaͤngſtiget, verließen die Oeſtreicher eudlich 


‚alle ihre: Poſten; nach 4 Stunden waren alle ver⸗ 


ſchhanzten Felſen von hen Preußen erobert, 1400 


‚Seinde getoͤdtet, und 2000 gefangen. Weder bie, .” 


‚ganze Preußifche, noch Deftreichifche Armee hatte an 


dem Gefechte Antheil genommen ſondern itur eingee 
große Nbtheilungen gefämpft, Daun veräuderte in 


Ber ‚folgenden Nacht feine Stelluͤng, er. war vom. 


Schweidniz völlig abgeſchnitten, und Friebrich konnte , 


nun die Belagerung ungehindert anfangen; Czei⸗ 
nitſchef trennte fi, von Friedrichs Großmuth 
"und Heldenfinn gerührt, am Tage nach dem Treffen 


ungern von-den Preußen, "weil er unter ihren fiege 


reichen Fahnen feine Kriegslenntniſſe zu vermeßwens 
gewuͤnſcht hätte, en ' 


..& chweidniz wurde darauf regelmaͤßig De. - 
gert. Der Öeneral Zauenzien‚befehligte dag. 
Belagerungskorps; der König dekte mit der eine - ' 


 DÄlfte_ der. übrigen Armee: bei. Lamperaderß 


und der Herzog von Bevern mit ber andern bei Meis 


chenbach die Unternehmungen ber Welngerer, ‚A 


8: Anguſt erdfnete man Die Laufgräben, und leitets 


die Angriffe von außen, und die Vertheidigung pam .. 


innen mit either ſolchen Kunft und abgemeßnen Re⸗ 


2 gehmdßigkeit,. als noch in dieſem ganzen Kriegeniche 


‚gefchehen war. ; Der Preußiſche Jugenieur⸗ Major 

Refeore hatte ganz eigne Grundſaͤzze im Anſehung 

der Belagerungẽkunſt, Die er kurz vorher als Schrifr⸗ 
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dr behawtet hatte, und jezt als Vtakutter⸗ Ale 
wendette. Er meinte, eine Ir ui durch Minen 


unmd den Gebrauch ſogenaunter Druklugeln vor Ab⸗ 
— lauf von 2 Monaten erobern zu konnen. Sein ehe⸗ 
waliger. Freund und Kriegskamerad G ribaudal, 


atte im Schriften andre Meinungen "vorgetragen, 


und ſuchte fie jezt als ſein Gegner und Vercheniger 
der Seftung geitend ae machen, | — — 


Daun bemuͤhte ſich indeſſen, mit feiner großen 


u Armee von 70, bis 80,000 Ham: der bebrängten 


Feſtung zu Hälfe za kommen. Er ließ am 16. Ang“ 
das hei Neichenbach etwas abgefondert ſtehende 
Bevernfche Korps von allen Seiten mit großer Webers 
- macht durch Lascy, Odonel, Bek und Brentano 
anfallen. Die Oeſtreicher erbenteten das Gepaͤt. 


Einige Preußiſche Generale wollten es vetthridigen. 
Abet der Herzog von: Bevern bofolgte den Grundſaz, 
wodurch Friedrich die Schlacht bei Sorr gewann. 


Er ließ die Feinde ruhig im Gepaͤkke wuͤhlen. Wer⸗ 


den wir geſchlagen, ſagte er, fo iſt es doch verloren; 


ſiegen wir, ſo wollen wir es bald wieder bekommen. 
Nun gebot er, Aberall Feont zu machen, und muthig 
zu fechten, da der nicht zu weit eurferme Koͤnig 


gewiß Hülfe fenden würde, Dieſe erhielten fie ſchon 


“nach den erfien Kanonenſchuͤſſen durch den Prinz 
von Wirtemberg, welcher mit ver Kavallerie herans 


forengte, und Odonels Abtheilung im erften Auren⸗ 
‚wen über den Haufen flärzte, Ihm folgte die reitende 
Artillerie m vollem "übe, and Gr Ai, 

BE 3 


— 453. — 22 
2 als er. aufam , waren bie Seftreicher Kon mit 
einem Verluſt von 12C0 Todten md ı 500 Befangs 
nen in die Sicht getrieben. Die Sieger befamen, - 
wie ihr Anführer prophezeiht hatte, faſt bas ganze 
Gepaͤk wieder. - Daun z0g fih am folgenden Tage u 
uͤber Glaz nad) Scharfeneck zuruͤl, wo.er bis zu 
— Ende des Feldzuges mit einer Unthuͤtigkeit ſtehen 
blieb, welche in Wien ſehr auffiel, md Km lauten 
“and Öffentlichen Tadel zuzog. 
Der Feſtungskommandant Guasko, welcher 
auf keinen Eutſaz rechnen⸗ konnte, trug in der Mitte. 
/des Septembers auf eine Kapitulation: bei Sriedrich 
an, und erbot ſich, gegen- einen freien Abzug, und 
gegen das Verſprechen, ein Jahr lang nicht gegen 
ihn zu dienen, die Feſtung zu uͤbergeben. Frie de 
rich verwarf dies aus hoͤchſt wichtigen Gruͤnden. 
‚Der General Laud on hatte im vorigen Jahre dene 
Preußiſchen Markgrafen Karl die empoͤrende Ants ' 
wort gegeben doß fich fein Hof nicht für verbunden 
achte, dem Könige von Preußen in irgend einer 
Sache fein Wort zu halten. Sodann wollte - 
. Friedrich die feindliche Armee nicht um 12000 .’ 


Mann tapfrer Krieger vermehren, die er bei einer , ;. © 


ſtandhaften -Belagerung gefangen sehnien Einnte.. 
Der untericbifche Krieg in den Mine, nnd der ober⸗ 
irdiſche mit den Batterien wurde von den Preußen 

lebhaft fortgeſezt; lange aber konnte Lefevre mit J 

allen ſeinen Drukkugeln and Kuͤnſten nichts aus⸗ 
‚richten, weil Gribaudal feine Unternehmungen 
dvereitelte. Lefevte tele ei Ehreals Scriſiſtener 
‚und 


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F— ib Offnier odemithhet; er weinte wor ehe, 
er wuͤnſchte ſich den Ts, er wagte ſich an die ges’ 


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faͤhrlichſten Orte, Friedrich wurde durch feine Ber⸗ 


gweiflung ſo geruͤhrt, daß er ihm den unnuͤtzen Ko⸗ 
ie ſeenauſwand verzich, mb; ihn ſchar trbſtete. 


Ednplich bewirkten ein Zufal die ucbergabe, ie, 


gewiß erzwungen hätte, Eine Haubizgranate ſchlug 


durch einen Balken in einen Gang, und von da in 


ein offen ftehendes Magazin; welched mit ir Eents: 
wer Pulver angefüllt war. Eine ganze, Baſtion mit 


3 ©renadier : Kompägnien. Deftreicher wurde hier⸗ 


"durch in Die Luft geſprengt; 9 Offiziere, die- an. ber. 


 Mittagerafe # faßen, und 300. gemeine Soldaten ka⸗ 


‚men um's Leben. In der Nacht darauf. Hatte auch. 
Lefevte die Freude, daß eite Druffugel von 50 
Centner Pulver einen Theil des bedekten Weges,/ 


.... mb alle benachbarten Miuengaͤnge der Feinde ferengs 
te, und eine. folche Brefche machte, daß ein Sturm 
“mit. leichter Mühe gewagt werben Fonnte, Dies 


wollte Guasko nicht abwarten, er ergab fi) dem 
Morgen nachher, den 9, Oktober, 63 Lage nad) 
_ Erdfnun: g der Lanfgräben.. Un 3000 Oeſtreicher 


gen 9000 Mann kamen in Kriegögefangenfchaft; . 


352 Kanonen, 1600 Eentner Pulver und faſt 56,000 , 


Kugeln wurden erbeutet. Den Preußen hatten eine 


zelus Gefechte und bie Begruͤßungen aus der öeflung 


ebenfalls an Kan Dann gefofter, 


er wenn aud) fpäter, auf jeden Fall der Hunger . 


waren während ber Belagernng geblieben; die uͤbri⸗ 


gried 








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— 455 — 


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griedelch war nach der" Einnahme von 


® Hweidnis wieder. Herr von Schlefien, er ſahe 


den Feldzug in dieſer Gegend für geendigt an,’ ließ 


den Herzog von Bevern mit.einem hinlaͤnglichen 
"Korps zuruͤk, und eilte mit den Übrigen Truppen | 


nach Sachfen, um feinen Bruder Heinrich zu uns 
- terftäjzen. Doch dieſer hatte bereits ſeine Helden⸗ 
thaten durch ven Sieg bei Freiberg, ven lezten 
im ganzen Kriege, gekroͤnt. Er hatte ſich mit Seid⸗ 
Ri; und Velling deu Sommer hindurch nur mit Mühe 


gegen die weit überlegne Menge der Reichstruppen u 
unter dem Grafen Stollberg, und der Deftreicher 


unter Serbelloni behauptet; und am is. Oftober: 


mußte ſich ein von den Reichötruppeir faſt untringted’ 


Kerps mit einem Berluft von soo Mann bey Frei⸗ 


berg zurüfziehen, Do diefer Heine Triumph der 


Feinde dauerte nur kurze Zeit. Eben diefe Stadt 
follte eine ihrer ‚größten Niederlagen bezeichnen, und’ 
Bie Reihe der Schlachten für den ganzen Krieg bes 
ſchließen. Die Reichstruppen und eine ſtarke Ab⸗ 


theilung Oeſtreicher, erſtere vom Grafen Stollberg, 


eo 


leztere von Kampitelli geführt, 49 Bataillone und 


78 Schwadronen ſtark, hatten fich bei Freiberg vers 


ſchanzt, und ſtolz auf ihre Uebermacht, entzogen ſie 
ſich der Schlacht gar nicht, welche Heinrich am 29. 
Oktober unter guͤnſtigen Umſtaͤnden wagte, damit 


er Sachſen reinigte. Die Schlacht dauerte nur 


Stunden, aber ſie war entſcheidend. Die kaiſerlichen 
leichten Truppen wurden bald geworfen, die Ver⸗ 


Wonzungen der Reichearmee erſtiegen/ md: leztre . 
- ward 


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J warb. bis uͤber die Mulde gejagt. Der. Km: der 


| Oeſterreichiſchen Regimenter hielt ſich zu ſchwach, 


Du a allein zu Kämpfen, er flobe yachFürzem Widerſtande. 


Der General Seidliz hätte vorzuͤglichen An⸗ 


J chei am Siege, er verfolgte die. Feinde. bis an die 
Thore von Freiberg, und feste fie in ſolches Schrek⸗ 


ken, daß fie nach Franenſtein fluͤchteten und im 


Aurzen Sachſen verließen. Die Preußen verloren 


| J wur 1400 Todte und Verwundete, die Feinde aber 


an 8000 Mann, worunter 4400 Gefangne waren; 


Die Sieger eibeuteten. 28. Kanoten, 9 Sahuen und ' 


I. 


eine Menge Gepät und Magen. Die gefchlagenen — 


on ‚ "Zeiflde eilten nach Böhmen ‚ wohin ihnen’ ein flies 


gendes Korps yon 6odo Preußen umter. Kleifk nach⸗ 


Polgte, verfchiebene Magazine zerfidrte, und Dis am 


pie Thore voit Prag ſtreifte. Als Friedrich in 
Sadyfen ankam, war dies, alles vollendet, er zog 


niun von Thuͤringen an durch Sachſen, bie Lauflz 
und Schleſien eine Truppenkette, und ſchloß mit 
den Oeſtreichern einen Waffenſtillſtand, den ſie gern 
annahmen, um ‚ruhige ‚Winterquartiere zu haben . 


Die Allürten fahen ihre Unternchmungen, geleis - 


tet von ihrem großen Fuͤhrer Fer dinand, ebeufalls 


= mit Gluͤk gekrönt, und befchloffen den ‚ Krieg mit - 


einen Triunphe. Es war fuͤr fie ein guͤnſtiger 


Umſtand, daß der Marſchall Broglio dutch die 


Raͤnke feiner Feinde den Oberbefehl verlor, und in 


Sonbiſen einen unfaͤhigen Nachfolger hatte. Zwar 


wurde lezterm, deſſen Untanglichkeit gar zu klar in 
die Augen leuclere, der Raſchon Etrees als 
| Biatte 





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Rathgeher an die Seite ann aber. da dieſar keine 
volle Gewalt erhielt, und Souhifefi ch nicht einſchraͤr⸗ 9Æ 
ken laſſen wollte, ſo Eonuten die Augelegenheiten ver. 
Franzoſen nicht aufꝰs weiſeſte gelenkt werden, Ma. 
merkte es bald, daß Fein Broglio mehr au ber a, 
‚ber. Armee and, Die Franzoſen erlitten einen Unfall⸗ 
nach dem andern. Am 24, Sumi erhielten fie. eine,” 
 eutfebgivende Niederlage bei dem Lufifcloffe Wils -. 
helmsthal. Ferdinand überrafchte fie 1 
im Morgenfehlafe. Ohne die Staudhaftigkeit des 
Korps von Stainville waͤre ihr ganzes Lager aufge⸗⸗ 
hoben worden. Stainville ober rettete die uͤbri⸗ 
nen, indem er ſich ſelbſt aufopferte. Faſt ſeine ganze 
Abtheilung wurde vernichtet, allein ſein kuͤhner Wi⸗ 
derſtand verſchafte der Armee Zeit, ſich zu eu 
tm, und auf ihren NRüfzug bedacht zu fein. “ Sie 5 
eilte in voller. Angſt auf den: Kratzzenberg bei affel, 
wo fie allen Angriffen Troz bieten fonnte, Sie vers . 
. losen über. 4000 Mann, Die Sieger hatten une 
‚ einen geringen Verluſt von "einigen hundert Leuten, 
wogegen fie 2730 ©efangne machten, Um bie, 
Feinde aus dem neu genommenen feften Lager bei. . 
Kaffel zu verjggen,, fehnitt ihnen Ferdinand die Yes- 
meinſchaft mis Frankfurt ab, woher fie ihren Unters- 
halt zogen. Der zwiſchen beiken Drten ſtebende 
General Rochambean wurde angegriffen, und in 
die Flucht getrieben, wodurch die großen Magozine Zu 
bei Rothenburg in die Hände der Deutichen fieien. 
Am 23. Juli wurbe ein neuer Sieg von den Alliirten 
bel Lutternberg über das Saͤchſiſche Korps Xaver's 


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_ efochten, & geriethen 1000 Greableie und‘ 508 


“ Reiter der Sachſen in Sefangenfchaft. 


Durch dieſe und -andre teinere Unfälle erſchrekt, | 


ünd durch die kuͤnſtlichen Bewegungen derdinands 


in die Enge getrieben‘, wußte Gegpife'nicht mehr 


wo and, noch ein.“ Er räumte Göttingen ind Müns 


‚den, . verließ fein. Lager bei Kaſſel und marſchirte 


‚näher an die. Maingegend, un: fih mit der heran 


berufenen Armee des Prinzen Konde, der vom Nie⸗ 
derrhein kam, zu vereinigen. Kaſſel ſelbſt blieb 


noch beſezt. Der Erbprinz von Braunſchweig wollte 
Bas Kondeſche Korps zuruͤktreiben, ehe es’ die uͤbrie⸗ 
gen Franzoſen erreichte. Er griff es den 1. Sept. 


‚bei Zohannisbetg an: Aber die vortheilhafte Stels 


lung der Feinde, ihre Webermacht und: Menge der’ 
Kavallerie, und eine gefährliche Wunde veränlaßten 


das Behlfchlagen:feiner Abſicht. Der noch zu rechs 
ter Zeit den Abziehenden zu Hülfe kommende Herzög 
Ferdinand verhinderte die voͤllige Niederlage. Doch 


hatten die Allirten 2400 Mann eingebuͤßt. Die 


Franzdſiſchen Heere vereinigten ſich darauf, und‘ 


ruͤkten wieder etwas vor, fährten aber nichts beden⸗ 


teudes aus. Dagegen wanden die Alliirten den lez⸗ 


_ ten Lorbeerzweig um ihren Siegeskranz durch die 

‚Eroberung von Kaſſel. Der Prinz Friedrich 
von Braunſchweig -belagerte biefe Feſtung ſeit dem 
15. Oktober ſo nachdruͤklich, daß ſich die Franzoſen 
den 1. Nov, ergaben. Der Hunger zwang fie vor⸗ 
naͤmlich. Man hatte in der Stadt nur Pferdefleiſch, 
Heber⸗ oder aurbiabret, und mußte das Maß Milch 


mit 


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mit 1 Salden bezahlen. Zwei Enge naher, d den 
3. Non, wurde der vorläufige Friedenstraktat zwi⸗ 
fehen England und Frankreich unterzeichnet, und anr 
10. Febr. 1763 durch den Hauptſchluß bekraͤftigt. 
Sm December nahm Ferdinand auf eine ruͤhrende 
Art von der alliirten Armee Abſchied, worauf die 
Engliſchen Truppen, 16000 Mann‘ Ueberbliebene 
von 25000, nad) dem ehrenvollfien Kampfe in ihr. 
Vaterland. zuräfgingen. Die Englifhe Natipn war, 
“mit Ferdinand's weifer und tapferer Kriegsführung . 
fo wohl zufrieden, daß ihm das Parlament durch den 
Eprecher des Unterhanſes eine feierliche Dankſagung 
zuſchikte, und einen lebenslaͤnglichen Jahrgehalt von 
16000 Thalern, oder 3000 Pfund Sterling ausſez⸗ J 
te. Det Pariſer Friebe iſt der feinſte Meiſterſtreich 
des Franzdfifchen. Miniſters Choiſenl, der durch einige 


Federzuͤge mit Ausſchluß von Kanada alle Provinzen 


wieder gewann, welche die Englaͤnder den Franzoſen 
feit-6 Jahren in allen Erdgegenden mit ihren flege ' 
ꝛveichen Waffen entriſſen hatten; aber eben diefer 
Friede iſt zugleich das ſchimpflichſte Denfmal der 
ſchlechten Miniſterſchaft des Lords Bute, und die 
Verkuͤndignug deſſelben wurde von allen Britten als 


eine Trauerpoſt vernommen. Nach ihnen hatte der 


Kdnig Friedrich II. die gerechteſte Urſache, uͤber 
den geſchloſſenen Traktat unwillig zu fein, Wider 
den ausdruͤklichen Inhalt feines Bundesvereins, 
daß kein Friede ohne Zuziehung oder Beiſtimmung 
des andern geſchloſſen werden ſollte, hatte Bute mit 
den ðromzoſen naterhandelt, ohne ſich um den Ber⸗ 
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aufgeopfert, Denn von den Ländern der, übrigen 


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"pen rechtmäßigen Fuͤrſten zuräfgegebe n werden 


ur R tiuer Hof zu Geller und ot: grimieds: iR _ 
Fr ‚ teteffe, wa wahrzunehmen; ja ‘er hatte ſelbiges fogar 


Alliirten, welche noch in Frauzoͤſiſcher Gewalt ſein 
möchten, wurde feſtgeſezt, daß fie geräumt, und an 


ſollten; aber in Ruͤkſicht der Preußiſchen, von den 
Frangoſen beſezten Provinzen hleß es bloß, daß fie 
| gerdumt; nicht aber, daß fie an den Konig zurüfs 
gegeben werden mößten,. Diele Treuloſigkeit des 
Englischen Minifters fonnte leicht von den Deſtreis⸗ 


⸗ 


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ern benuzt werden, um nad) dem Awzuge der Frans 


zer Klugheit und Schnelligkeit Friedrich'“s vereitelte. 


- Marie Therefie ſahe fich jest von ihren 


zoſen die ‚netlaffenen Orte einzunehmen; fie machten 
auch wirklich: einen Verſuch dazu, den jebod die 


mächtigften. Vımtesgenoffen, . von Rußland, 


ibr vereinigsen Reichsfuͤrſten, wankte. und bedurfte 


nur eines kleinen Stoßes um zu brechen. SFrie⸗ 


drich verſezte dem Germaniſchen Statenbunde dieſen 


Stoß, um ihn ganzı zu trennen, und fein Vorhaben 


gluͤkte. Der Waffenſtill ſtand mit Oeſtreich bezog. 


ſich nyr auf Sachſen und Schlefien, nicht auf das 


Reich. Friedrich ſchikte ſeinen Huſarengeneral Kleiſt 


J mit 10,000 Mann wider die Reichsfeinde, Vorzüge 


lich nad) Franken, das faſt ganz gegen ihn verbun⸗ 


den, und heftig wider ihn erbittert war. Kleiſt be⸗ 
V un vache, ea Nurnhem- durchflog Die 


„ wehrs 


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Schweden und Fraukreich verlaffen,- und - 
‚auch die ſchwache Stözze, der Rohrſtab der mit 














⸗ 


8. Fer: \ 
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weheſten Vrorhdaen dee Brei, und d verbreitete 
ſich bis an De Ufer'per Donau, wo:er allenthalben 


uanermeßliche Kriegsſteuern eintrieb: ESeine Huſa⸗ I 


zen; erſchienen 1 Meile vor Regensburg, und eis 


- Schreften dadurch Die feindfeliggeſinnten Reichstags⸗ — 
. geſandten ſo gewaltig, daß dieſe bei dem Preuß: 


- (eben Borfihafter P lotho, den fie feit 7. Jahren 
geriugfchauni⸗ angeſehen und uͤbermuͤthig verfolgt 
hatten, denräthig um Schuz baten, und um Wera 
ſchonen erſuchten. Der Stadtrath flehte durch eine 


beſondre Deputation die Gnade des Könige m.-- 


pn wir mit größen Vollmachten verſehen 
„er gewaͤhrte die Buten, und, die Preußiſchen Hufe 
ren entfernten ſich. Die: ‚Raiferlichen Generale blie⸗ 
ben bei dieſen Preußiſchen Streifzuͤgen Anfangs und 


thaͤtig, weil fie fich durch Yeir- Waffenſtiſtand gen 


bunden glaubten. - Aber nach erhaltnen Befehten . 
don Bien zur Gegenwehr, brachen fie aus Böhmer. 
auf, vereinigten fich mit einigen Reichstruppen und 
ſuchten den Geueral Kleiſt einzuſchließen. Dieſer 
zog ſich jedoch. wohlbedaͤchtlich mir vielen: Seifehz 
großen Beldfumnen und 12 herigegoßnen, Nürnbers - 
ger Kanonen mac) Sachfen zuruͤl. Die beſtuͤrzten 
Deutſchen Staͤnde verloren num alle Luſt, ‚den Krieg. 
“ fortzufeggen.- Meklenburg verglich fich im Decem⸗ 


ber mit Friedrich, Baiern bat ihn um Frieden, u 


" Mainz that ein Gleiches und ihnen folgten die Bi⸗ 
ſchoͤffe son Wuͤrzburg und Bamberg,  -.: 
Friedrich, welcher fein Winterquartier zuerſt 
m Meißen, und nachheꝛ in Leipzig nahm⸗ 
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— 462 — 


| u säfete fi inpeffen wit aller Macht, um der veven | 
eldzug nachdruͤllich zu, erdfnen und entſcheidend zw 


machen, wozu er die wahrfcheinfichfte Ausſi chr hatte, " 


Da’ er nur noch gegen De ſt re ich allein zu kaͤmpfen 


hranchte, und. alle feine Streitkraͤfte auf einen Punkt 


pereinigen konnte. Er wollte das Heer auf 200,000 


Mann bringen, welches ihm leicht gelingen mußte, 


| indem die uͤhrigen Maͤchte viele Truppen abdankten, 


pie” nuu begierig zu Friedrich's Fahnen eilten. Mit 


— 25000 Mann ſollten die noch zoͤgernden Reichsfuͤr⸗ 
ſten vollends zum Frieden gezwungen werden. Zu 
he Koften mußte Sachſen feine lezten Huͤlfsmittel 


aufbieten. Die Stadt Leipzig ſollte eine außer⸗ 


5 ordentliche Krlegsſteuer von 400, 000 Dukaten erles. 


gen. Durch die Verwendungen des edlen Berliner 


Kaufmanns Gott tomwsti ließ fi) Friedrich bewes 


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Zen, ehwaß;nachzulaffen; doch mußte Leipzig wirk⸗ 
ih 1080/000 Dukaten, ‚und 700,080 Thaler. in 


vangharer Silbermuͤnze hahlen. Die uͤbrigen Staͤdte 


J ynd Kreife wurden gleichfald gezwungen, anfehnlis 
je Geld: und "Kombeiträge zu entrichten. Durch 


pie Strenge, mit welcher alles beigetrieben wurde, 
bewirkte Friedrich nicht bloß bei den -Unterthanen 


amd Randftänden, fondern auch bei dem Sächfifchen 


Hofe, der bisher noch immer eitle Hofnungen ‚ger 


‚näher ‚hatte, bad enbliche fehnliche Verlangen nach 
Dem baldigen Frieden. Sachſen that in Wahrheit 
: den erfien ernftlich gemeinten Friedensantrag bein. 


Könige... Der Saͤchfiſche Geheimerath von Fritſ ch 


| begab. ſich im November au ihm nach Meißen 


um. 


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RE 463 
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aud Aberngidt. ihm ein Exhreiben oem. auwprimen 
worin dieſch guhrend und dringend um Frieden bat, 
und die Geneigtheit des Kojferie, Marie Thereſie das 
an⸗ auf · eine folge Art verſicherte, die keinen Zweifel 
an der Unfrichtigkeit ibrer Geſinnung übrig ließ, 


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Bie. Hatte die gerechteften Urfachgg, das Ende eines 


Krieges zu münfchen,.. der ihren Zwek, die Erobe⸗ 


xung pon Schleſien und die Demuͤthigung von Arien’ 


drich, jezt gang unerreichbar machte. Ihre Bundesa 
genoſſen waren. abgetreten, ihre Finanzen zerruͤttet, | 


ihre Generale aneinig, ‚die Gefundheitsumftänve ie 


resſ Gemahls bedenklich, Friedrichs Ruͤſtungen 


furchtbar, und alle Vermuthungen vorhanden, daß 


Dresden bald erobert, und dann der Krieg wieder 


nach Böhmen ‚hin‘ verſezt werden wuͤrde. Es war " 
für fie nichts ja gewinnen, aber- viel zu verlieren, . 


Friedrich ſehnte ſich von ſeiner Seite nicht minder 


nach der Ruͤlkehr der Ruhe, und er bot willig die 
Hand zur Ausſdhnung, boch mit ber vorlaͤufigern 

.. Bedingung, daß der Status quo oder die Herſtellung 

des Zuͤſtandes ‚ wie er vor dem Kriege war, die 

* Grundlage der Unterhandlung wäre. . Dies bezog 


ſich auf die ‚Herausgabe. von. Glaz, . welches bie 


Deſtreicher noch inne hatten, unb-entweder umſouſt | 


oder doch gegen eine anderweitige Vergütung ger: - 


behalten haͤtten. Entſchloſſen fagte Friedrich: er 
| wuͤrde das mit einem Federſtriche nicht weggeben, 
was er 7 Jahre hindurch mit dem Degen vertheidigt 
habe. Der Wiener Hof, welcher feine Feſtigkeit 
kannte/ r wiige in ſein Be es wurde nun 


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ne Fiebenbeaſennmlang Seren, Eier 
Fchlug das Saͤchſifche Jagdſchloß Huͤbertsburg | 
‚Hierzu vor, damit er aus feinem Quarte von Leis: 
zig aus den Gang der Geſchaͤfte leiten tdicnte: A 
kezten Tage des Jahres 1762 verſammelren ſich die 

/ rnannten Frieden @öten dafelbft, Miähtrer von keinen 
boden Titeln, ‚aber: deſto größern Verdienſten, keine 
BStatsminiſter, die nur mit Pracht und Außenſchein 
prangten/ ſondern talentvolle Geſchaͤftslente, durch 


| „sbre, Einſicht und Redlichkeit, durch Weisheit und 


innern Wexth gleich verehrungswuͤrbig; fie waren: 
Ber Preußiſche Legationsrath Herzberg, der Kai. 
ſerliche Hofrath Kollenb ach, und der Saͤchſtſche 
Zeheime Rath Fritſch. Da man mit Ernſt am 
Friedenswerke arbritete, und an keinen unnuzzen 
boͤrmlichkeiten hing, fo kam der von ganz Drutſch⸗ 
Bub alleniein gewuͤnſchte Friede bald zu Stande. 
- Der einzige Umſtand wegen Glaz verurſachte einige 
Du  Wergdgetugeti, Der Wiener Hof wußte; wie ger 
mmeldet, bereits vorher, daß ſich Friedrich zu dieſem 
Ddpfer nicht verſtehen würde, ber: er hofte, ihn 

. durch Abtretung eines Theils vom. Fuͤrſtenthum 
Neiße, in ſo weit es noch Oeſtreichiſch war, und 
durch Geld zur Nnchgiebigfeit. zu Bewegen, "Aber... 
auch ffir dieſen Preis wollte Friedrich eine fo wichti⸗ 

ge Graͤnzfeſtung wicht miſſen. Er draug durch, Alle 
Schwierigkeiten wurden gehoben; und die Bevoll⸗ 

- .. mädhtigten ‘unterzeichneten am 15, Febr. 1763 den 
Friedensſchluß. Alles kam wieder in bie Lage, wie 
vorhet. Durch einen geheimen Artitel vewſ ichtete 
ſich 


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er ziiebrich, den dien Sohn der Marie There⸗ 


fie, den Erzherzog Joſephh, zu einem vömifchen Ada 
nig brwaͤhlen zu helfen, und wider die Nachfolge 
Oeſtreich im Herzogthum Modena nichts einzus . 


wenden, ' Der Krieg von 7 Jahren, einer der denk⸗ 


würdigften in den neuern Zeiten, hatte alſo feine 


weitern Veränderungen bewirkt, als daß er die vor⸗ 


‚zäglichften.. Deutfchen ‘Provinzen  verbbele, ganze 
- Menfchengenerationen vertilgte, ungeheure Schuls 


 denlaften auf die mehrften Europdifchen Staten, mit —\ 


_ Muönafine von Preußen, wälzte und’ das Bit vie⸗ 
ler Tauſende von Familien umſtuͤrzte. Preußen bee 
rechner feinen Menſchenverluſt zu 190,000 Solda 
ten, und zu 33,000. Einwohnern ‚, die durch feind⸗ 


Uche Mißhandlungen und Mangel ihr Leben vetlo⸗ 


i 


zen. Die Preußen, hatten in 16 Schlachten gen. - 
kaͤmpft, und, Maren und Landéhut mitgerechnet, 
8 Hauptniebeslagen erlitten. Die Defreicher gaben 


ihren Verluſt zu 140,600; bie Zraugofed ur 
. 300,000; die Engländer und deren Alliirten zu "-; 


‚160,000; die Schweden zu 35,000; die Heide 
heere zu 28,000 Menſchen an, Den Ruſſen mag 
der Krieg an 120,000, Mann gefoftet haben. Fries | 
drich hatte 125 Millionen Thaler, meift freies - 
Seh, verbraucht, und zwar die Kaffen erſchoͤpft, 


hoch Feine Schulden gemacht. Oeſtreich hingegen vere, 


mehrte feine alten Schulden. mit, sco Millionen; . 
neuen. Das bedauernöwerthe Sachſen ſchaͤzte fein . ,- 
nen Schaden auf 70 Dilionen Reichsthaler. 


geiue Vr. Geſch 6.8.1. a0 © 2 Nach 


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Nach dem sefäögnen rieden begab r ch ber Kd⸗ 


| ” er nach Schlefien, um ſolche Einrichtungen zw 


machen, weiche diefer entfräfteten Provinz wieder 
aufhelfen koͤnuten. Seine Ankunft in Berfin war 
auf den 30. März beſtimmt. Vom Morgen an was 
sen alle Klaffen der Einwohner in’ der. Iebhafteften 
and eifrigften ° Bewegung, um ihren großen Monar⸗ 
chen auf eine wuͤrdige Art zu empfangen. Die 
wohlgekleidete Buͤrgerſchaft ſtand vom Koͤnigsthote 
an bis zum Schloſſe hin in 2 langen Reihen unter 
Gewehr, Die Kaufmannſchaft, das Schlächterges " 
werk, die Schüzzengilde zeichneten fi ch durch ihfe 
prachtvollen Anzüge und ſchoͤn geſchmuͤkten Pferde, 


Die fie ritten, vorzuͤglich aus. Es waren eine Men⸗ 


ge Ehrenpforten errichtet, und der Stadtrath wartete 
an der erſten, um den gekroͤnten Helden und verehr⸗ 
‚ten Landesvater zu bewillkommnen. Allein Fries 
drich, der ſolche Empfangsfeierlichkeiten nicht lieb⸗ 
ke, ſie auch diesmal ausdruͤklich unterſagt ‚harte, 
and durch den. Aublik de& traurigen Schlachtfeldes 
von Kunersdrof, über welches er denſelben Nachmit⸗ 
tag fuhr, zum ſtillen Ernſt geſtimint war, wich der 
Triumpfsfeier aus; nahni am ſpaͤten Abende einen 
Unmweg durch die Vorſtaͤdte, und kam um 9 Uhr 
im Schloſſe an, fo daß die Anſtalten zu feiner Einhoe 
‚Bang vergeblich waren,, Er munterte jedoch die nie⸗ 
dergeſchlagnen Berliner wieder damit auf, daß er die 
Toftbaren und glänzenden Erleuchtungen als Augenzeu⸗ 
ge in allen Straßen befahe, und daß er bald darauf eine 
pracht⸗ und when driedenoͤfeier veranſtaltete. 

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| Denkwuͤrbigkeiten ‚im‘ Leben Frie⸗ Bu 
drich's I. vom Hubertsburger Fries) 
2... ben. bis zu feinem Tode.. 
0 Sorge für das Land. Einführung. der Fran. . 
0. Sehen Regie. Beſiznahme von Wefiprenßen: . nu 
J Baierſcher Erbfolgekrieg. Juſtizeifer Lezte 
3Krauktheit. u N 
” 2 Die Menge der Thatfadhen,\ die engen Graͤn⸗ 
den dieſer Schrift, und das Draͤngen des Dur 
kers noͤthigen den Verfaſſer, durch den noch Äbrigen 
Zeitraum der Geſchichte Friedrich's mit ſchnellern 
Schritten zu eilen, welches um deſto thunlicher iſt, 
da die ate Abtheilung dieſes Bandes mit einer ausßs 
faͤhrlichen Schilderung der Handlungsweiſe des gros — 
- den Königs anhebt, ‘und vieles enthält, wos de 
. „gegenwärtigen Ubfchnitt ergänzt und vervollſtaͤndigt. 
Vach der ruͤhmlichen Beendigung des Naͤhrigen 
Krieges, und waͤhrend der ruhigen Jahre von 1763 
bis 3778, welche im ungeftdrten Genuffe’des Zries 
7 Da dahinfloſſen, widmete ſich Friedrich gang ® 
und eifrig der Sorge, feine" verdveren Provinzen, 
‚feinen ausgeleerten Schnz, feine erfihbpften Finan⸗ 
zen, fein geſchwaͤchtes Heer, und den verfallnen 
Wohlſtand feiner Unterthanen "wieder. herzuſtellen. 
Alle ſeine Bemuͤhungen waren vom gluͤklichſten Er⸗ 
. folge begleitet; er veyſezte den Star in einen Zus 
Fand; ber viel blähender, als vor. Dem langen 
‚Kriege, war; er gab den Monarchie eine Krafı 
einen Glanz, und ein Auſehen unter dew erften 
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. Mächten), welches fie. noch, nie gehabt, Hatte, und 
Wwelches von dem, geringen Unifange des Flaͤchenin⸗ 
halts kaum zu erwarten war. ‚Die Armee erhöhre 
er zu 161,000 Mann, und nach der‘ Erlangung 


Weſtpreußen's zu 2C0,0C0, Streitern. . Er’lief.alle 


durch den Krieg zerfiörten Staͤdte und Dörfer wieder 


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aufbauen; eine große Menge’ neue Dörfer. anlegen, . 


“unglaublich viele Kolonien, Zabrifen, Manufaftus 


gen errichten, mehrere bebentende Kanäle graben, - 


2 große Wrbarmadjungen vornehmen, weire Moräfte 
aausttoknen und alle Werbefferungen. veranftalten, des 


x 


u zen dad Land nur fähig war; und jährlich wendete 


‚er wenigfiend 207 oft 30 Tonnen. Goldes zu dieſen 
wohlthaͤtigen Bemuͤhungen an. 


Freilich ſuchte ſich Friedrich zu feinen vermehrte 
ten Ausgaben, zur Vergroͤßerung ſeiner Armeen, und 


zur Unlegung eines Schazzes neue, ſtaͤrker fließende 


Geldquellen zu erdfnen. -. Unter diefen machte nichts ' 


P2 


ſo viel Aufſehen, und erregte meht Misvergnuͤgen, 


J I ‚als die Einführung der Franzoͤſiſchen Regie, uder 


einer neu errichteten Acciſeverwalt ung, welche 
der Aufficht. aller Minifter, und ver Leitung des Genen’ 
zaldireftoriums entzogen, und dafür einer Anzahl von 
Franzoſen anvertraut wurde. "Gleich nach dem 7jaͤh⸗ 
rigen Kriege.verlaugte Friedrich vor feinen Mini⸗ 
ſtern, daß fie ihm Vorſchlaͤge jur Erhöhung, der Lane . 


peseinkuͤnfte machen: follten.. Dieſe ehrlichen Deuts 
ſchen Männer verficherten den König, daß das Volk 


nach dem Drukke cines zeritdrenden Krieges Feine gibs 


Bern Laſten tragen, und die Kraft des Landes keinen 


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ſchwe⸗ 


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ſehthaernaibgeden gewachfen PS Dies verdroß“ einen nn 


Fuͤrſten ; der ſo viel, was andern unmöglich ſchien, Er 


ſchon moͤglich gemacht hatte, und der eine aufgefaßte 


gIdee nicht fo leicht fahren ließ. Er farin hin und ber,’ 


„seite Wuͤnſche zu befriedigen. Man beſchuldiget, ob: 


mwit Recht, iſt noch nicht vbllig erwieſen, den Generäl 
vdon Krokow, ehemals Franzoͤſi ſchen, Damals Preu⸗ 


Bifchen Offizier, daß er den König zuerſt auf die Frans’ 


zoſen, als erfinderiſche Projeltmacher aufmerkſam ge⸗ 
macht, und ihm den Generalpaͤchter und Scoriftfieller) 


. # 


Helvetius als einen Mann, der guten Rath pi 


neuen Einkuͤnften zu geben wüßte, vorgeſchlagen habe.! 


Sbv viet iſt gewiß, daß Helverins im Jahre 1764 zu 


Potsdam erfchien , "und: daß diefer Fremdling alles, 


und mehr, als der König anfänglich erwartete, einzu⸗ J 
richten und anzuordnen wußte, wozu ſich fein Deut? 
“ fiber kühn oder geſchikt genug finden ließ. Die Ver⸗ 


— 


handlungen gediehen ſo weit, daß die neue Ordnung der· 


Dinge im Jahr ı 1766 den Anfangriahm, undden Muth} - - _ 


der Unterthanen ſehr nieverfchlug. Der Herr vom 


La una y erhielt die Oberaufficht über das ganze Ger. 


kai Unter ihm ftanden eine Menge Franzoſen, die 
zum Theil als Bettler und Abenteurer ihr Vaterland 


verließen, im elendeſten Aufzuge nach Berlin firdmten, 


und'bald in den Preufifchen Staten eine wichtige Rol⸗ 


R ſplelten. Durch ihre Unbelanntſchaft mit der Lau⸗ 


desſprache, "durch ihre Frauzoͤſiſche Windbeutelei, u 


durch ‚ihren Uebermuth machten ſich die mehrſten⸗ 


tind manche noch burch ihre Rnubbegierde den Deut⸗ 


Sons sethaßt und a Viele zelanrn | 
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een 
elheinllis⸗ fügen nach kurzer zei an, fie I präce- 
‚ tig zu kleiden, ſich unverſchaͤmt Zu’ betragen und lek⸗ 


ker zu leben. Nicht die Sache ſelbſt, die in der That 
weniger druͤkkeud war, als fie verſchrien wurde, ſon⸗ 


dern die Menſcheugattung, welche fie verwaltete, bers 


urſachte allgemeines Murten, und Bittern Tadel. 


Seit der Schlacht von Roßbach waren bie Deutſchen 


gewohnt / die Franzoſen mit veraͤchtlichen Blikken zu 


betrachten; und nun ſollten ſie ſich von ſolchen Men⸗ 
ſchen beherrſchen, im Innern ihrer Wohnungen befeh⸗ 
In, alle Augenblikke ihre verborgenften Gemächer. 


durchſuchen laſſen; dies kam ihnen hart und unaus⸗ 


ſtehlich vor. Die Plakkereien der Untelbedienten gin⸗ 
gen Anfangs in's Weite, um der. geringfügigften Sa⸗ 


che willen erregten fie die Fofifpieligften Progefle, und. 
‚ behielt dew ehrliche Deutſche am Ende Recht, fo mußte 


er boch bie Interfuchungstoften bezahlen.” Das heiße, 
Frauzoͤſi ſche Juſtiz! In Kroſſen hatte ein Kaufmann. 
- ‚in Stüf Staagentobak an einen Bauer von dem 


Werthe eines, Groſchen verkauft; es fehlte dad Sie- 
gel daran, weil es von einer ganzen Rolle abgeſchnit⸗ 


ten war, und doch nicht jeder Abfchnits ein Siegel 


haben konnte. Ein Sranzöfifcher Kommis nahm dem 


Bauer den ungeſiegelten Tobak ab, und erregte einen 


langwierigen Prozeß, welcher die Unſchuld des Kauf⸗ 


man's völlig an's Tageslicht brachte; leztrer wurde 
freigeſprochen, aber zu. dem. vorhergegangnen Vers 
druſſe fügte man nad) bie Krankung hinzu, daß der 

Gerechtfertigte mehr als 100 Thaler Koſten erlegen 


mußte. Abhnliche Beine trugen fich bſtrer zu aa bis. 


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r Htitch dem Könige zu Ohren kamen und durch ihr | 
ſtrenge unterſagt und kraͤftig verhindert wurden, 
Friedrich's Abſicht ging nicht ſo wohl auf Bela⸗ 
ſtung der niedern und Ärmern Volksklaſſen, als viel⸗ 


miehr auf Beſteurung der Reichens daher deun die 


—* 


Luxusartikel und fremde Produfte mit ſtarken Mögar 
ben belegt, nothwendige Lebensbeduͤrfniſſe hi ingegen 
‚und innere Sabrifate weniger befteuert wurden, Lau⸗ 
nay meldet in öffentlichen Augaben, daß das Sram - 
zoͤſi ifche Finanzſiſtem von: 1766 bis 1786, alfo-in 20 
Jahren, einen reinen Gewinn von 42 Millionen, und‘ 
718,000 ‚Thalern eingebracht habe, - Rerhnet mas - 
hierzu noch die Erhebungskoſten fuͤr die Franzoſen, 
fo erhellet daraus, daß die. Preußen in diefer Beit 
57 Millionen mehr bezahle haben, als fie nach der‘ 
vorigen Verfaſſung bezahlt haben würden, _ , 
Ein anderes Mittel, die Einkünfte zu vermehren, " 
ward dem Könige von einemlbankerutten Kaufmanne⸗ 
Namens Räbaud aus Marſeille, angegeben. Die⸗ 
fer Plusmacher hatte eine Zeitlang den Zranzdfilhen 
Tobakspachtern gedient, und beredete den Kd⸗ 
nig, ihm gegen eine jaͤhrliche Abgabe von ı Million 
den Alleinhandel mit Tobak in den Preußiſchen 
Staten zu verpachten. Sein Vorſchlag fand Beifall. 
Aber Ruͤbaud konnte dad Geld zur erſten Aulage 
nicht ſchaffen; ohnedem erhoͤhte er die Preiſe ſo er⸗ 
ſtaunlich, daß der Landmann für dad Pfand ber E 
ſchlechteſten Sorte 9 Grofchen, und der Soldat 5. 
Groſchen bezahlen follte. Der Pacht wurde ihm da⸗ 


her wieder bornommen/ amd im Jahre »D5 einer 


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B Geſellſchatt von 16 Berliner Tobaksfabrikanten uber⸗ 


laſſen, weiche ſich anheiſchig machten, ı Tonne Gol⸗ 


7.965 Pachr mehr zu bezahlen, und dennoch den gemei⸗ 


uen Tobak anftatt für 9 und 5 Groſchen, ohne Unters 
ſchied für 3 Groſchen zu verfaufen, Aber fie konnten 
ihr Merfprechen nicht erfüllen, Eonnten weder Pacht, 

noch Kaution aufbringen; und dies 'veranlaßte den 

König, daß er fie im Jahre 1766 ihrer Verbindlich, 
keit entließ, von htm an den Alleinhandel mit 
Dem Tobak ſelbſt übernahm, und eine befonbre 
Oeneraltobafd-Berwaltung anmrdnete, wos 
: ‚beier eine Menge Invaliden von der Armee nerforgte, 
und wovon er am Ende feiner Regierung einen reinen 
VUeberſchuß von ı Million und 2 Tonnen Goldes zum 
Gewinn hatte, ine ben Kaufleuten eben fo nnan⸗ 


. . genehme umb dem Publiko gleich laftige Neuerung . 
war bie Kaffeelieferung, welche fib Fries 


drich feit 1767 anschließend zuelgnete, und die 
‚Hohe Abgabe, welche er Auf den Verbrauch dieſes 
Leblingsgetraͤnkes legte. Seine Verfügungen bier» 
Über wurden mit der Folgezeit immer druͤkkender, 
und ſchraͤnkten die natuͤrliche Freiheit mit ungewohn⸗ 


2er Streuge ein, Sim Jahre 1782 verbot der König 


den Einwohnern ſogar das eigne Brennen des rohen 
Kaffee's, and befahl, den von der Franzdfiſchen Regie 
gebraunten, in Büchfen und Paketen geſto. ı Kaffee 
‚zu kaufen, Nur die Adlichen, die Offiziere, die Mit 
glieder der Landestollegien und die Geifilichen erhiels 


“ ‚sen Brennfcheine, und mit ihnen die Erlaube 


niß, ihren Berarf ſelber zu breunen. Um moͤgliche 
| | Uns 


⸗ * 


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—RX& 473 — . L ol 


ünterſchleiſe zu verhindern, oder zu beſtrafen, wur⸗ 


den befondre-Kaffeeriecher angeſtellt; eine eigne 


Menſchengattung von Aufpaſſern, welche die Straßen | 
, uf: und abmanderten, umd gleich Spuͤrhunden an 


' alten Thuͤren und Fenſtern ihre Geruchsnerven an⸗ 


ſpannten, um zu riechen, ob irgendwo Kaffee ge⸗ 


brannt worden waͤre. Eine ſolche Masregel mußte 
allgemeines Murten ‚erregen, und das Gefühf jeves | 
Buoͤrgers zum BVerdruß aufreizen, da er in feinem 
Haufe ländlichen Viſitationen ausgeſezt war. Hier⸗ 
zu kam, daß der Negies Kaffee fehlecht, oft, wie man | 
klagte, mit: fremden Zufäzzen verfaͤlſcht and außers 


— 


ordentlich theuer war; denn das Loth koſtete Gro⸗ 


ſchen. Dies lokte zum Schleichhandel; es wurde 
‚eine ungeheure Menge Kaffee aus dem Auslande aller 


Verbote, aller Strafen ungeachtet eingebracht ; ‚gans 


ze Trupps geſellten fich zu einander, griffen die fie 


niglichen Aufpaffer- an und richteten fie nicht. ſelten 
übel zu. Viele wurden entdekt und hart gegächtis 


get; aber noch mehtere kamen durch, und das Konz 


trebandiren nahm ſo überhand, daß Feine Macht es 


“ Air verhindern zureichte. Friedrich erkaunte eß 
endlich, daß ſeine Strenge die Graͤnzen der Billigkeit J 
uͤberſtieg. JIm Jahre 1784 milderte er daher die 


Härte dieſer Anordnungen. Er erniedrigte die Abgas 


ben aufden Kaffee bis auf die Hälfte, und fezte die ' 


! 


> 


Preiſe ſehr herab. In ſeiner Bekanntmachung vom \ 


20. Mai geſteht er ſelber, daß durch den Reiz zum 


Schleihhandel Zufammenrottirungen und Erceffe an 


oo den orarzen enifanden, und durch dab Bollpfropfen 


ber 


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“ : — 4714 — ee 


"per Feſtaugen mit Ertappten dem State. nözliche | 


. Bürger, den Aeltern erziehungöbebürftige Kinder, und 


dem Akkerbaue, fo wie.den Fabriken brauchbare Hands - 
arbeiter entzogen worden wären. Der Moralift koͤnn⸗ 


te noch hinzuſezzen, daß ber Volföfarakter dadurch 
verdorben werden mußte. Das Kontrebandiren hoͤrte 


darum nicht auf; denn die Franzöfifche Regie forgte 
dafür, daß ed niemals an Gegenſtuͤnden dazu fehlte, 


indem ſie an Projekten zu immer neuen Einſchraͤn⸗ 


5 kungen unerfchöpflich war. Fri edri d 8 Abſichten 


x 


indeſſen waren wohlgemeint,. er. wollte das Geld im 


Lande behalten, die Unterthanen von unmöthigen Bes . 
bärfniffen entwoͤhnen, und den Kunfifleiß bei inlaͤn⸗ 


diſchen Manufakturen beleben, Much gereicht: es ihm 
zum unvergänglichen Ruhme, daß er-die vermehrten 


Einkuͤnfte nicht in üppigen Hoffeften verſchwendete, 
nicht an: unwuͤrdige Luſtdirnen oder verdienſtloſe 
Guͤnſilinge wegwarf, ſondern fie zur Vertheidigung 
des Vaterlaudes anwandte, zur Unterſtuͤzzung ber 


‚Mothleidegben oder zur Verbefferung der Landeskul⸗ 
tur verſcheukte, und fir Zeiten der Noth aufſparte. 


Die Aufmerkſamkeit, welche Friedrich den innern 


Angelegenheiten widmete, hielt ihn nicht ab, an den 


‚großen Ereigniſſen Europa's einen thaͤtigen und 


kraͤftigen Antheil zu nehmen. Bald nach dem Hu⸗ 
bertsburger Frieden ſchloß er" ein Schuss 


vbuͤnd niß min Rußland, wodurch er die Ruhe feines 
‚Rande ficherte, und in. Zufunft wichtige Bortheile 


erlangte. Diefer Verbindung gemäß wirkte er mit 
ber Kaiſerin von Rußland im Jahre 1764 dahin, 
_ Sta 


2 > 


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| — 475 — 
an die-Stelt des am 5. oft, 1763 verſtorbenen Kb⸗ 
nigs, Anguſt UL, den Grafen Stauislaus 


——— einen beſondern Liebling der Kai⸗ Er 


ſerin Katharina II., auf ben Polniſchen Thron zu 


erheben, und den gedruͤkten Diſſidenten, oder den 


von der herrſchenden katholiſchen Kirche abweichen⸗ 
den Religionsparteien Gewiſſensfreiheit und buͤrger⸗ 
lichen Schuz zu verleihen. Beides verdroß einen 
Teil ber Polnifchen Nation, welcher Durch die Käufe: 
des Franzöfifchen Minifters Choiſeul noch mehr 
zum Widerſtande gegen Rußland .gereizt wurde, Im 


Mai des Jahres 1768 bildete fich zu Bar eine Kons 
föderation, die dem neuen Könige feine Krone und 


"den Diffidenten ihre Rechte wieder entreißen wollte, 
Sie griffen die Ruffifchen Truppen au, wurden aber _ 
allenthalben aus einander getrieben, und einmal ſelbſt 
vis in's Türlifche Gebiet verfolgt, bei welcher Gele⸗ 
genheit die Stadt Balta in Brand gerieth. Dies 
ergrif der Tuͤrkiſche Hof als Vorwand, dei Ruſſen 
den Krieg anzukuͤndigen, zu dem er laͤugſt durch die 


Konfdderirten ermuntert und durch die Franzoſen 
berebet- worden war, Friedrich mußte jezt vers 
möge feiner Allianz jährlich 480,000 Thaler Huͤlfs⸗ 


. gelder an Rußland geben. - Zugleich fandte er eine- 
Menge Offiziere zur Ruſſiſchen Armee, die den Feld⸗ 
zůͤgen als. Freiwillige beiwohnten, Die Ruſſen ers’ 
fochten die glänzendften Siege über die. wilden. 
Schwaͤrme ver Tuͤrken, wodurd) der Verliner und 
Wiener Hof beforgt zu werben anfingen, Rußland's 


‚ Mac, abe zu hoch Reigen, u und ihnen einſt ge⸗ 


Mit 


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— er 


“Akon erden. "Friedrich und Joſeph I. —* 
herten ſich daher einander, und fähen ſich bei einem 
freundſchaftlichen Beſuche, welchen der Kaiſer dem 

"Könige 1769 zu Neiße abſtattete. Beide begeg⸗ 
neien ſich mit Hochachtung und zuvorkommendet 
Gefaͤlligkeit, welche in Freundſchaft Öberging, °, Kür 
Deſtreich giebt es kein Schleſien mehr,“ rief der 
geruͤhrte Kaiſer aus. Und Friedrich verſicherte, daß 
dieſer Tag der ſchoͤnſte ſeines Lrbens wäre, 
benn er würde der Zeitpunkt der Vereinigung zweiet 
Staten fein, die nur zu lange Feinde geweſen waͤ⸗ 
ven, und deren Vortheil es erfordere, fich, lieber bei⸗ 

zuſtehen, als aufzureiben. „Sie verabredeten, den 


Ruſſen friedliche Geſinnungen einzufloͤßen, und ſelber 


die ſtrengſte Neutralität zu beobachten. "Friedrich 
kam im Sept. 1770 zum 2ten Male mit dem Kaifer 
im Lager bet Neuftadt in Mähren zuſammen, wo 


ſie Ach ihre Beforgniffe wegen des ſtets zunehmenden 


Siegesgluͤks der Ruſſen mittheilten, und eben durch 
einen Eilboten aus Konſtaminopel von der Pforte zit 
Srievenspermittiern angefleht wurden.” Friedrich - 
‚übernahm dies menſchenfreundliche und nüzliche Ge⸗ 
ſchaͤſt mit vorzuͤglichem Eifer, ba er bei der Ruffls 
ſchen Kaiferin in. großem Zutranen ftand. Diefe 
Sache nahm bald eine Wendung, welche ein neues, 
bisher noch nicht gefehenes Schaufpief berbeifährte; 
und dies war die Theilung von Polen, melde 
ohne Schwertichlag, und ohne eigentlichen Kriegs⸗ 

gebrauch nach bloßer Konvenienz vollfuͤhrt wurde, . 
Friedrichs Reiber, welche ihr. aller Wahrheit 

BE | zuwider . 





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nurider eine unbegränjte Cänderfurht- andichten, , be u 
haupten, daß er dieſe Sache ſeit vielen Jahren vor⸗ 


bereitet‘ und im Geheim veranlaßt habe. Allein es iſt 


nunmehr ausgemacht, daß ihm ein ſolcher Entwurf⸗ 
gar nicht in den Sinn gekommen, und daß er 
‚nur zufällig, durch fremden "Antrieb bewogen 
worden ift, fee Macht anf eine, Art zu vergrößern, . 


die fich wie von Ungefähr anbot. Die Haupturſache 


war da6 Benehmen des Wiener Hofe, Da vie 
Ruſſi ifchen Friedensbedingun en das Jutereſſe Seſt⸗ 
reichs zu gefaͤhrden ſchienen, ließ die Kaiſein Mas 
rie Thereſie ohne Mitwiſſen der andern Maͤchte 
#172 Truppen nach Polen ruͤlken, und die wichtige 
an Ungarn, gränzende Zipſer Statoflei in Beſi iz. neh⸗ 


men, welche ein alter Ungariſcher König für 400,008 
- Dulaten an Polen verpfänder haste, Der Prinz 


| Heinrich, Bruder des Könige, war gerade damals 
in Peteröburg; die Kaiferin Katharina äußerte gegen 
ihn, daß, wenn Deflteich die Polnifchen, Unruhen: 
benuzzen wollte, die andern Nachbarn ſich gleiche 
Sreiheit nehmen und Polen verkleinern -Lönnten, 
\ Friedrich faßte dieſe Idee auf, und da die großen 
Kaiſerhoͤfe einmal entſchloſſen waren, Polen fuͤr ſich 
zu zerſplittern, ſo hielt er es auch nicht fuͤr Unrecht, 

gewiſſe alte Anſpruͤche hervorzuſuchen und einen 
Theil von. Polen an ſich zu ziehen. Cr vereinigte 
ſich zuerſt mit Rußland uͤber die zu nehmenden Mas⸗ 


egeln, und ſchloß mit ihm 1773 einen foͤrmlichen | 
Theilungstraktat, welchem Oeſtreich endlich beis 


J— Bin, Bu Preußifge Staat erhielt ganz Pole 
| niſch⸗ 


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— "ars — 


J niſch⸗ Preußen y mit Ausnahme von Thorn und 


Danzig, welche ‚beiden Srädte durch Englands 


Betrieb und den Ruffi ſchen Willen noch ihre Ver⸗ 


faſſung behielten. Friedrich wollte Anfangs eis 


nen Theil von Großpolen, die Woiwodſchaften Pos 
- fen umd Kaliſch in Beſiz nehmen, und diexches 


v4 


mialige Verbindung diefer Länder mit Schlefien als 


Grund der Eroberung anführen. Der Minifter von 


-. Herzberg flelte ihm aber vor, daß die Einverleis 


bung von Polnifch > Preußen in feine Staten 


u beſſere Vortheile gewaͤhre, indem es Altpreußen mit | 


Pommern verbinde, den- Hauptkdrper der Dionars 
chie in einen feften Zuſammenhang bringe, und durch 


den Weichfelftrom den Handel begünftige. Er wer 


es auch, welcher die Benennung Weſtpreußen für 


| ſchiklicher, als die biöherige hielt. Friedrich fand 


bie Gruͤnde feines Minifters wichtig, billigte feine Vor⸗ 


ſWlaͤge, und uͤberließ ihm die Sorge, aus der Ruͤſtkam⸗ 


mer alter Dokuniente und Urkunden die ſcheinbare 


. 


Rechtmaͤßigkeit ſeiner Anſpruͤche zu beweiſen. Hay: . 
berg verfertigte darauf eine Statöfchrift, welche ein 


on Meiſterſtuͤk ihrer Art iſt, und alles enthielt,“ was 
zu. Gunften Preußen’s :gefagt "werden. konnte 


Sriedrich bewnuderte die Geſchiklichkeit feines 
Minifters, Europa Dachte davon, was es wollte, 
und Herzberg fagte freimuͤthig bei einer andern Gele⸗ 


- genheit: die Preufifhen Gründe hätten. 


wenigfiens weit mehr für ſich Hchabt, 
als die Anfprüäche andrer Mächte. Dus 
mag iin: Merlwurdig u und effend iſt der Ausſpruch | 

— des 


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j der Rbnige b von Polen, welcher fagte: alle Thronen 
Europens wuͤrden erſchuͤttert werden, wenn ſolche 


weit hergeholten Anſpruͤche auf jeden Staat ange⸗ 


wendet werden ſollten. Indeffen fein Widerſpruch, 


und die Proteſtationen ber Republik Polen's waren 
| vergebens; beide mußten zulezt in bie harte Noth⸗ 
wendigfeit willigen und fich unter die Gewalt beu⸗ 

gen. Sie mußten zugleich der Oberlehnsherrlichkeit 


“auf die Herrſchaften Lauenbuzg und’ Buͤtow, und 


‚dem Ruͤkfall des Königreichs Preußen, wenn der 
Brandenburgiſche Herrſcherſtamm amöginge, 'enta. 


ſagen. 
Einige Jahre nachher Hatte Friebrich Gelegenheit, 
feinen Edelmuth und feine Uneigennuͤzzigkeit, feinen 


- Eifer für dab ‚Gleichgewicht Earopen’s ind für die. | 
Aufrechthalsung der Deutfchen Berfaffung im fchöne  ' 


ſten Lichte zu zeigen. Der Kurfuͤrſt Maximilian 


FJoſeph om Baiern ſtarb den 30. Desember 
1777 im 51. Lebensjahre, mehr durch die Verwahr⸗ 


loſung des Leibarztes, als an den ‘Folgen der Blat⸗ 
term Er hinterließ eine Kinder. Mit ihm erloſch 


der ee Baierſche Hauptſtamm. Allen Rechten 
nach fiel nun ſein Land an die zweite Hauptlinie, 
die Pfälzifche, welche mit ihm einerlei Urſprung 


hatie, einſt zuſammengehoͤrt und durch 2 Brüder 


Karl Theodor von: der Malz wurde auch von 
den. Baierfchen Ständen noch am Sterbetage des 


legten Regenten als geſezmaͤßiger Nachfolger aner⸗ 
Tomıt und Zul bafür auögerufen, Der kaiſer⸗ 


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Be liche Hof hatte: Kon (Ang einen ; Din entioorfen, 
0 ‘Baiern ganz ober größtentheils an fich zit ‚reißen, 


Jezt ſchien hierzu der bequemfte Zeitpunkt zu fein, 
Marie Therefie, ‚welche aller Unruhen müde 
war, und für ſich felber nach feinen neuen Eroberuns 
‚ gen trachtete, ließ ſich durch ihren Sohn, den Kaifer 
Joſeph, amd durch den Minifter Kauniz bereden, 
den ſchoͤnſten und beſten Theil von Baiern unter dem 
Vorwande eined erdfneten Reichslehns mit ihren 
Truppen zu beſezzen. Der beſtuͤrzte Kurfuͤrſt Karl 
Theodor, deſſen Raͤthe von Oeſtreich gewonnen 
F wären, hielt allen Widerſtand für unnuͤz; er unters 
zeichnete anı 18. San. 1778 einen Träftat, nach _ 
welchem er ganz Niederbaiern nebft einigen ans . 
dein Diftriften, zuſammen 2 ‚Drittheile der. Erbſchaft, 


an Oeſtreich abtrat. Europa erſtaunte, Deutſchland 


zitterte, alles ſchwieg. Nur F riedrich II erhob 
feine Stimme gegen dieſe offenbare Ungerechtigkeit, 
welche, wenn fie einmal erlaubt wurde, in Zukunft 
dfterer wieberholt werden, die Freiheit aller Deuts 
ſchen Reichsſtaͤnde bedrohen, und dem Wiener Hofe 
ein gefährliches Uebergewicht verfchaffen Eoımte, Da 
der neue Kurfürft von Pfalz» Baiern gleichfalls 
| Tinderloß war, fo haste fein’ naͤchſter Ötammpetter, 
- der Herzog von Zweibrüffen die gegrünbetefte Hofe 
ung zur Erbfolge. Diefer betrachtete zwar gleich 
Anfangs das Deftreichifihe Vorhaben mit Unzufries 
denheit; aber anch er hätte fich beinahe aus Furcht 
zur Unterfchrift des obigen Abtretungsvergleiches 
bewegen laſſem Doſh da er auf Preußiſchen Schi. 
| rechnen 


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technen konnte, ß aheb er den lauteſten Biderforadi; | 


Außerdem machte der Kurfürft von Sachſen, Namens 
feiner Mutter, einer‘ Schwefter des verfiorbenen 


-Kurfärften von Baiern, an mehrere Weiberfehne, 


113 Guͤter, und an die Allodial-Erbſchaft gerechte 
Anſpruͤche, deren Werth an Gelde zuſammen 47 
. Millionen Gulden betrug. Der Wiener Hof wollte 
ſich auf nichts won alle dem einlaſſen. Friedrich 
Abernahm die großmüthige Rolle „eines Befchhz 


feiner gefränften Mitſtaͤnde; erunterhandelte, ſchrieb, 


ermälnte anfänglich mit fanfter Mäßigung, ſedann 
aber mit männlicher Feffigkeit. Und da das Wener 


Kabinet keinen Schritt weichen, keinen zuräfthum 


wollte, fo verſammelte er feine Truppen theils in 
Schlefien, theils bei Dresden, Der Kaifer begunm 


Indeffen einen eigenhändigen . Briefiwerhfel mit 


Triedrich, und zu Merlin unterhandelte man noch 
vinige Zeit, Joſe ph firchte jedoch nur Zeit zu gen 
winnen, um felne Morbereitungen in Boͤhmen zu 


. vollenden, Er legte hinter der Elbe von Königin 


grag bis Arnau unüberfleigfiche Verfchanzunges ' 


an, welche mit 100,000 Mann beſezt wurden. Eine 


andre eben fo flarke Armee befehligse Laudon an ben 
‚Grenzen der Lauſiz bei iReichenbach, Gabel und Schluk⸗ 


kenaun. Ftiedrich brach am 4. Juli 1778 alle 


Unterhandlungen ab, und ruͤlte 2 Tage nachher mit 
73000 Mann uͤberNachod nach Boͤhmen ein, und 


ſtellte ſich dem furchtbaren Lager des Kaifers gegen 
Aber. . Einige Wochen ſpaͤter drang der Prinz Hein⸗ 
vallus Br, Oel. 6, RL LM. (HH. vi 


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— 482 — 


rich mit einem andern Heere ‘son 60 — Preußen, 
mit welchen fi) 29000 Sachſen versinfgten, sur 
Erſtaunen der Welt über ganz. unpangbare. Gegenden 
über Hanſpach und Rumhurg, und-ayı linken Elbe 
ufer in Böhmen ein,. beſezte Leumeriz wo er. ein 
großes‘ Magazin erbeutete, breitege ſich im Leutmes 
rizzer und. Bunzlauer Kreife and, brachte Prag im 
Beſtoͤrzung und nbthigte den General: Laudon, 
zer kein Treffen wagen wollte, zum Ruͤtzuge. Ca 
ropa erwartete wichtige Kriegsbegebenheiten; 
glaubte. Stroͤme von Blur fließen zu.feben, ba faſt 
400,000 Ötreiter unter den. Waffen einander · in der 

u Maͤhe ſtanden. Aber Friedrich war, vom Alter 
gebengt, durch Muͤhſeligkeiten eutkraͤftet, vom Ju⸗ 
gendfeuer verlaſſen, vicht geneigt, einen ungewiſſen 


* 


und langwierigen Kampf. zu wagen; von einer dh 


Sichen-Denkungsart: der Marie: Therefie uͤberzeugt, 
Hefte er. immer noch. auf eind Umaͤnderung des. Oeſt⸗ 
reichiſchen Syſtems; er griff nicht an, ließ ſich nicht 
angreifen, begnuͤgte ſich, die druͤkkende Laſt, fremde 
und eigne Armeen auf feinem Boden zu erhalten, 
in's feindliche Land geworfen zu babe, und sog fich 
nach Aufzehrung aller Lebensmittel im September 
mit Klugheit und Much.wieder zuruͤk, ba er fich den 
Winter über in einem rauhen Lande unter Selfen 
und in Waldungen beim Einfeifien vieler Fieber und 
fouliger Krankheiten wicht halten fonnte, Es wurde 

“ wieder lebhaft unterhandelt; Fra nkreich nahe 


n zwar keinen thaͤngen & Amtheil, Rinne über den. Vers 
liner 





— 483 — 
Gimet führen bei, und Rust and einterfihzte f fie 
nachdruͤtllich. Im November erklärte die Kaiferin 
Katharine, daß fie mir Preußen gemeinſchaftlich 
handeln wuͤrde, wenn Defireich den beeinträchtigten 
ZJaͤrſten keine Genugthung gaͤde. Diefe Borfiele 
Jung wirkte auf die friedliehende Maria There _ 
fin; fie: nahm die Nuffifche und Franzöfifche Ver⸗ 
mittlung an, ſchloß im Anfang März 1779 dinen 
Waffenſtillſtand, und veranftaltete den Frjedeuskon⸗ 
greß zu Teſchen. Aller guͤnſtigen Ausſichten un⸗ 


geachtet ſchien die Ausſohnung nicht zu Stande kom⸗ | 


men zu. wollen, da ‚der. Kaifer Joſeph Die Zortfege 
zung des ‚Krieges, wünfchte, und fich vor. Rußland, 
das mit den Türken Krieg fuͤhrte, eben nicht fuͤrchtett. 
Aber zum Heile der Menſchheit uͤberbrachte am 20. 
April ein Ruſſiſcher Eilbote die Nachricht vom Ende 
aller Feindſeligkeiten zwiſchen Rußland und Der 
Tuͤrkei. Diefe Nachricht erfchätterge den Oeſtrei⸗ 
chiſchen Geſandten; ; er gab feinen Anweiſungen zu 
‚Bolge'nach,. und der Friede wurde am 13. Mai, am 
Geburtötage der Maria Therefia, unterzeichnet. 
Deftreich befam 7 Pfleggerichte, nänılich denjenigen 
Theil, welcher zwifchen der Donau, Ian und Salzach 
Hegt, und gab alles übrige an Pfalzbaiern heraus. 


Sachſen bekam anſtatt des Allodialerbes 6 Millio- 


nen Gulden, welche Pfalzbaiern binnen 12 Jahren 
bezatzlen ſollte; Friedrich aber forderte fuͤr 13 

Millionen verwendete Kriegskoſten feinen Erſaz, 
fondern- 508 die wahre, Ent, als Deutfiher Patriot - 


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\ W — 484 — — 


Gutes bewirkt. ‚zu „Haben ’ alen —R Bord 
J theilen vor. U — 


oo. Oeſtreich konnte die Berftbruüg, feines Planes, 
durch die Beſiznahme Baierus ſeine Hauptmacht 
u verfiärken und feine Länder zu runben , nicht vers 
ſchmerzen. Es fuchte felbigen auf eine andere Urt. 
N bewerftelligen. Es wollte dies nahe, fruchtbare, 
‚und einer größern Kultur fähige Land gegen bie ents 
fernten, weniger einträgfichen und ihm nur laͤſtiigen 
—Niederlande vertaufchen. Bon Seiten des Kurfaͤr⸗ 
ſten von Pfalzbaiern ſchien keine Schwierigkeit eins 
zutreten; aber der Herzog von Zweibtuͤkken weigerte 
ſich durchaus, einen offenbar ungleichen Tauſch gut 
u heißen, und fand wiederum in⸗ Frie drich einen 
Beſchuͤzzer feiner Gerechtſame. Um feinen Gegen 
erklaͤrungen deſto mehr Nachdruk zu geben," ſchloß 
Friedrich am 23. Juli 1785 mit den aufgeklaͤrteſten 
und vornehmſten Neichöftänden: den dekannten 
Dentſchen Fuͤrſtenbund, womit er ‚feine Ders 
‚ Dienfie um Deutſchland kroͤnte. 


Wehrend aller answaͤrtigen Befchäftigungen ver⸗ 
ſaumte er keinen Augenblik, fuͤr die Ruhe, deu Ge 
werbfleiß, die Landesverbeſſerung, und jede innere 

nuͤzliche Eintichtung zu ſorgen, wovon die folgende 
“ zweite Abtheilung einen furzen Abriß liefern wird, 
Hier mögen. nur noch 3 Vorfälle, die zu ihrer Zeit 
großee Bufihen ersegten ‚einen Pie; finden. Der 

. eine 


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— 485s — 


andre die Reinigung ber Volksbegriffe Aber Gottes⸗ | 


verehrung: Der Müller Arnold," welcher uuweit 
nuͤllichan in der Neumark: die. fogenammtr..Rreböe 


wuͤhle in Erbpachr: hatte. Konnte ‚oder; weilte die 


Vacht an feinen Gutsherrn ‚nicht. ferner zahlen, 


weil ihm ein benachbarter Gutsbeſizzer durch Abs 
leitung eines Theiis des Waſſers in einen. Teich, 
mie er verficherte, feinen Verdienfl geſchmaͤlert habe, 


. Der Eigenthumöhere der Muͤhle behauptere,, wie es 
auch wahe if, daß er fein Waller abgeleitet habe, 
und feine. Padyt daher nugeſchmaͤlert verlange. Der 
"benschbarte Edelmann berief fih auf fein, Recht, 
daß er Abzugskanaͤle anlegen duͤrfe. Der Muͤller 


klagte über den großen Schaden, der. ihm durch 


biefe Aeuderung verurfacht würde,. indem er nicht 
mehr. halb ſo viel als: ou malen. koͤnne; er ſtellte 


feinem Guröperrn die Nethwendigkeit vor, ihm ente - 
weder den vorigen Waſſerzufluß durch / Herſtellun R 
ver Sache in den vorigem Stand, wozu er den: 


Nachbar bewegen müffe, auf's neue zu verfchaffen, 
oder die Pacht herabzuſezzen. . Diefer wollte eins 
son beiben hun, heſtand auf. ver Zahlung der 
« sollen Pacht, und drohte, ihn im Weigeranges 
ialle aus ber Müble zu werfen. Der Müller 
zahlte wicht... Der Gutsherr verjagte ihn, Nun 


kam ‚ed zu einem verwilkelten Prozeſſe Bei der | 


Neumaͤrliſchen Regierung in KAſtrin. Man 


gab dem Müller Uarecht; feine Behauptung, dag 


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er dacch den Abrugolaual Wafſſer verloren habe, 
wurde fuͤt⸗ unrichtig erklaͤrt.· Das Kammergericht 
in Ber bie) Befldtigte: das Urtheil. ‚Der bie zur 
Verzweiflung gebrachte Maller wendete ſich unmit⸗ 
telbar "ah: Den Koͤnig, uMd'ftellte feine Sache anf 
eine Art vor, bie den" gerechten Monarchen gegen 
die Uttheilsverfaſſer aufs heftigſte erbitterte. En 
gab pent - Ob erſten Heuking zu Zuͤllichau den 
Auftrag, die Beſchaffenheir des Vorfalles aufs 
ſtrengſte zu unterſuchen. Dieſer, der von der Sache 
nichts verſtand, forderte ſeinen Auditeur und Regi⸗ 
meatsquartiermeiſter auf; die Unterſuchung zu übers 
nehmen. Bech; -fo. hieß der. Auditeur, ftattete 
einen für den Muͤller höchft vorteilhaften Bericht ab. 
Friedt ich forderte hierauf am 11. December 1779 
den Gtoßkauzler von Fuͤrſt, und die Kammerge⸗ 
richtsrache Friedel, Grau und Ransleber 
dor ſich, hielt ein Prorokoll ab, fchättere die Aus⸗ 
bruͤche des heftigſten Zerns über ihre Ungerechtigkrit 
‚and Unterdruͤlkung der Armen, ſezte den Großkanzler 
ab, kaſſirte die Raͤthe und ſchikte fie auf die Feſtung 
Spandow. Ein. gleihes Schikſal Hatten die 
Meumaͤrkiſchen Regierungsräche, der Präfident Graf 
von Finkeunſtein verlor feine Stelle, die Urtheils⸗ 
perfaffer kaͤmen in die Feſtung. Nur der Rath 
Seche db her befam feine Freiheit und fein Amt wies 
der, weil er das Urtheil nicht gebilligt, ſondern eine 
nvochmalige Vefichtigung ſachverſtaͤndiger Männer 
vorgefihlagen hatte, Friedrich lieh fein Werfahe 
J ven 


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| * 2 — 
nn gegen die Raͤthe in, ‚ar Berliner Zeitungen mit 


ſtarken, krafiwollen und" denkwuͤrdigen Morten Kap 
keunt wachen; und. erfülte:bie eũtſernteſten Mintel 


"Enropew 6, ſelbſt :fremve.. Welttheile mit @taunen 


und Ehrfurcht über feinen Juſtizeifer, Der: ‚Müller 
Arnold ward in die Mühle wieder eingefezt. Cine 
noch. wichtigere Folge dieſes Prozeſſes wan vie Vers 
faͤgung, daß des neue Großkanzler Karmer cin 
meued Geſe 3} buch ausarbeiten zu laſſen brauftragt 


wurde, wovon im Folgenden ein Mehreres. Fries 
drich's Nachfolger Friedrich Wilhelm IL. ließ _ 


den Arnoldſchen Prozeß nochmal unterſuchen, : die 


Untheiläverfaffer für unſchuldig erklaͤren, ſeines 
Ohheims Eifer für: Inbenswerth,, aber doch in dem. 


gegemmärtigen Falle: {hr irrig ausgeben und die erſte 


Sentenz billigen. Bemerkenswerth iſt es indeſſen, 


daß der Muͤller Arnold in feiner Muͤhle ungekraut⸗ 
blieb, und daß der Rath Scheibler, welcher das 
Urtheil nicht genehmigt harte, Vicepraͤſident wurde, 
Der Anditeur Bech, hieß es nun > babe aus Huß 
gegen die Neumaͤrkiſche Regierung unricheige Bora 


Rellungen an Friedrich II. gefchift,. und der 


Deichinſpektor Schade bei Mefjung der Waſſerhoͤhe 
Unkunde in der Mathematik gezeigt, Der Verfaffen 
diefer Geſchichte har beide Männer, die zu Kroffen 
lebten, genau gefannt, und hält es für Pflicht, zu 
Rettung ihrer Ehre hinzuzuſe zzen, ‚daß ſie nach ſei⸗ 


ner Ueberzeugung die gemachten Beſchuldigungen 


wicht verdienen, Der ganze Vorfall ſcheint noch; 
w lange 


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Lange nicht vdllig Atgetmacr zu fein, Es acht ſeht | 
iuſichtsvoller Männer befonders in der Nähe, welche 
Liner andern Meinung find, als‘ diejenigen Juriſten 


cwen. Frled richs Blizſteahl eine widernche en 


Meinung war. 


Einer gleich verſchiebnen Beuttfeilung i£ * 
— Verhalten bei der verſuchten Einführung ‚eines 
verbeſſenen und allgemeinen Geſangbuch 8; fürbie 
Preußiſchen Staten unterworfen. Ein neues Dean 
Such iſt in der That eine weit wichtigere Sache, als 
eb: dern bloßen. Politiker, -der das ganze Wohl bes 
- Wolle nur im Seldumlaufe fezt, fcheinen mag. "Seit 
es mit SBertreibung. obergläubifcher Begriffe, mit 
Ansrottung praftifcher Irrthänter, mit Verdrängung 
tändeluven, uneblen, nichts enthaltenden Wortgeflins 
gels bei?m Welke’ ein Ernſt werden, ſoll nicht der ganze 
Meligionfamterrieht in dem fonderbarften. Widerfprus 
he mit dem halte der Gefänge ſtehen, fo muͤffen 


verbefferte Geſaugbuͤcher, die Hauptquelle ver. Relis 


gieusideen für ben gemeinen Dann, mir Nachdrdl 


7 


eingefuͤhrt werden. Die Sache wuͤrde gewiß wenig 


Widerſtand erfahren, wenn fie nicht zu lau, zu kalt⸗ 
herzig betrieben, und mit halben Masregeln von dei 
- Regierungen eingeleitet, und dadurch fo häufig räfs 
gängig. gemacht wuͤrde. Die Vorgänge im Preußi⸗ 
fehen wirkten anf ganz Deutichland nachteilig. und 


geranlaßten die Schwärmer, bie Gewohnheitsmen⸗ 
= gen, bie Haſtnaͤtligen zu einer Wiberfealichteit, die 


ſie 











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—— PER | 
‚fie nicht. gewagt hätten, wenn. man gleich Anſanz 
it Erhft butchgedrungen wäre. Sriedr ich betrachs . . 
‚tere; alle iReligivndangelegenheiten. als Nebendinge; 
und da er von ben Abſichten des Obprkonfifterkum’s | 
nicht vorher unterrichtet. war, ſo glaubte er auch den 
Thoren ihren Willen laſſen zu muͤſſen. Haͤtte er aber 
darum gewußt, die Verordnung des geiftlichen Depaͤr⸗ 
tements hierüber felbft unterfchrieben , und dann auf 
feinem Willen beſtanden; ſo iſt hoͤchſt wahrſcheinlich 
anzumehmen, daß jede Gaͤhrung erſtikt, und jede Uns, 
ruhe verhindert worden wäre, wenn man bedenkt, 
daß der bösartige, Banterutte, tollföpfige Kaufmann J 
Apitſch zu Berlin der Anfuͤhrer fanatiſcher Meuſchen 
war, welcher durch erfahrne Beſtrafung ſeiner Ver⸗ 
wegenheit gewiß aͤhnliche Brauſekdpfe zuruͤkgeſchrekt 
haͤtte. Friedrich aber verfuhr mit dieſem Aufwieglee 

viel zu gelinde, daß er ihm aus Indifferentismus 
nachgab und ſeinem unweſen kein Ziel ſtekte Seine 
wnneen, die er unter'm 18. Jam, 1781 gab, ſcheint 
dem, welchem Die Beförderung der Einfichlen em 
wahrer Statszwek iſt, gewiß die Lobſpruͤche nicht zu 
verdienen, welche Nachbetet und Weltleute vom ge⸗ 
woͤhnlichen Schlage ihr beilegen. „Es ſteht, ſagte 
der Koͤnig, einem jeden frei zu fingen, ad er will, 
umd wäre ed auch: Nun ruhen alle Waͤlden 
doder dergleichen dunimes und thörichred Zeug melm 
Das hieß alfe, cin jeder kann in Religionsſachen de 
- Narr, ein Schwärmer, ein Heuchler, ein mäßige 
Befuͤhlsſpekalam je, ohne daß fish der Stat nn bie. ! 

Gais Br Sa. 6, En I. ar (I. \ 


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Belehrung ver hore im bie Beiferung $ der Zan⸗ J 


niker, um bie moraliſche Veredlung der Stampffinits 
gen imd Bdsartigen zu befäitimern braucht’. Auch - 


/ 


waͤre wohl zu wuͤnſchen; daß der Koͤnig ein ähbres 
Beiſpiel. von. kinent ſchlechten Geſange, als das vhs 


. waͤhnte, angeführt hätte. Denn es iſt doch eben 


nicht abzuſehen, was In ben Ausdruͤkken: Nan 


ruheu alle Waͤlder, fo gär Anſtoͤhihes oͤder 


Thoͤrichtes enthalten ſei. Wenn der Heidniſche Dich⸗ 
ter Birgit in feiner Aeneide B. 4, Vers 523 ſagt: 
Silvas dt. faeva quierant Aequora, eB 


Tunten die Wälder unddiervbenden Me 


te, To finder man das fchön, poetiſch und edel; Ale 
in einem chriſtlichen Geſange ſoll eben baffeibe taͤp⸗ 


piſch und abgeſchmalt fein, Und wenn es B. 323 
beißt: Tacet diunis ager, pecudes, pietaequs 


volucres x, ‚alles: Gefilde, die Heerben, 
die buntgeflederten Vogel ſchweigen, ſo 


nennt "dies ein feiner Kunſtkenner, der beruͤhmte 


Heyne j favisßimam noctis deſcriptionem, das 


nieblichſte Gemaͤlde der Nacht; nur im Gefängbiche 


. % 


ſoll es dummes Zeug fein, & unharmoniſch mit 
fich ſelder urthellen die Menfchen, fo oft fie ſich von - 


vorgefaßten Meinungen Teiten laſſen. Uebrigens Vers 
. Yatinte Sriedrich ven Werth des neuen Geſaugbu⸗ 


ches nicht; aber er wollte auch nichts für.die Reini⸗ 


gung des Volksglaubens thun. In einem Kabinets- 


beſchelde ſagt er ausdruͤklich: Das neue Sefangbuch J 


iſt veimuthüch vaſtindiget, vernuͤnfliger und dem 
| wahe 











an. 


| wahren Boyeniene. angenußaer, mel A manche 
Gamneinen, in welchen Maͤnner von allgemein gutem 


| Rufe aer⸗ Sem ben Porzug eingeräumt — 


iue außsssrpentliche Begebenheit erdfnete be 
VWablcium, das in den Bewegungen über das fies. | 


ſangbuch ſo vielen Stoff zum Politifiren.fand, bald 
eine Andre Quelle zur Unterhaltung, "Der States 
mluiſter van Ghrne wurde zu Envedesjahred 1781 - 
gefangen genpmmen, und der-größten Betruͤgereien | 
im Seehandlunga⸗ Baufs und Wechfelweſen, weiche 
viele Konten. Goldes betrugen, beſchuldigt und übers 
führte ; Ein Kriminalurtheil vym 45. April 1782 
esfannte ihm Die Eutſezzung von allen feinen Yemtern 


und iebenslänghichen Feſtungsaxreſt zu. Brie 


drich IL: vollzog die Strafe, ‚gber Sriedrig 


Wilhelm II, milderte fie dahin, Daß er ihm ing 


Maꝛ 1790 hie Freiheit. wigder ſchenkte. Friedrich = 
fell bei der Goͤrneſchen Unterfuchung noch mehrere ' 


niederſchlagende Entdelkungen gemacht habem,- die 


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fein Mißtrauen gegen‘ feine Diener und'gegen dig 


J Menſchen uͤherhaupt ſehr vermehrten. Er fing qu, 


die Menſchen geringe zu ſchaͤzzen, ,hoͤrte aber nicht 


auf ‚ ihnen. Gutes zu.erweifen, und d ſtine vr bis 


vom Ende a“ erfüllen, BuBEr 
Diefes näherte. fi fi ch mit  fünellen. Schritten, 


Sir, Mafferfucht, Berfchleimung des Unterleibes, 


RKolik ud Simerrhoinen fielen ihn in den lezten Jah⸗ 
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Bu — 4192 — — 


on ven lt dereintäter‘ Sarte an, und er  fisf vewiel⸗ 
fachte ſeine Körperhbel durch Heine unerdentliche Eß⸗ 
luſt, and unverbanliche Lieblingsſpeiſen, zu denen 
die Italieniſche Polenta, Aalpaſteten und Rindfleiſch 
in Branntwein gekocht, gehoͤrten; die erfte beſtand 
.. -auß tuͤrkiſchem Weizen, Parmeſankaͤſe, Knoblauch; 
Butter und Gewuͤrzbruͤhe, alles ſo heiß aufgetragen, 
als wenn es Hoͤllenfener wäre. Ey fühlte fich.zus 
weilen fo ſchwach, daß er den Tob vor Mugen ſahz 
und dann fprach er als Soldat und Philoſoph' derb 
and gefaßt: ich bin ein alter abgelebter Kerl, die 
Maſchine will nicht mehr aushalten; der Teufel wird 
‚mich bald holen. Edler und rährender ſezte er ein 
‘ander mal hinzu: der Menſch muͤſſe nicht ſo unbillig 
‚sein, und e wig zu leben verlangen oder wuͤnſchen. 
Eine Thurmuhr fei von Eifen und Stahl, und Baure 
doch nicht Aber 30 Fahr ; wie kdune denn ein Menſch, 
der nur ans Koth und Speichel: zuſamniengeſezt ſei, 
mehr als dreimal ſo lange zu leben begehren ? Br 
Der lezten Krankheit rief er oft aus, wenn man ihm 
mit" naber- Beſſerung ſchmeichelte: es hilft nichts 
miehr; es iſt vorbei. Doch wenn der Schmerz nach⸗ 
ließ, faßte er wieder Hofnung, und die Liebe zum 
Leben aͤberſchlich? ihn: fo daß er feinen Tod noch 
nicht fo nahe vermuthete; felbft die, Vorboten deffele 
den, Waſſerſucht, Bewußtloſigkeit und. Rochels 
| -frten ihn m feinen Erwar fuägen eines laͤngern Les - 
bend nicht, . Sein Water, meinte er) habedieWafe, 
ſerſucht Jange ausgehalten; das Bewußtſein fomme 


“ vw.’ 


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— 49 EEE 
e immer wleber ab bas Nöcheln habe defon Kite 
gehabt. Ex ſcherzte und frohlofte noch in den lezten 
ee und fühlte fu vom. Tode wider‘ Werriuren u 
- Bberrafät- a - J 
DIE Zruppenbeffchtigung i Sqleſte am 244 | 
un 1785 verſchlimmerte feinen Zuſtand ſichtbar unð 
308 ihm Heftige Unfälle zu. Eine umnzaͤhlige Menge 
dremder⸗ beſonders Engliſcher, Sranzöficher, Saͤch⸗ 


ſiſcher "and Vole i ſcher Dfigiere: machte dießt Sohaa . 


tenfchan glänzenb, und veraulaßte den:Rätuig, ohne 


plle Sthouuug bei bein unangenrhmſten Better, bei. 


einem aubaltenden „. burchdringenben "und kalten Re. 
gen die Muſterung laͤnger als font abzuhalten, wos 
"pie ganz durchuikßt,: ſtark verkaͤitet⸗ und Nachmit⸗ 
tags vom vieberfroſt ergriffen wurde; \-n&y kehrn 
nwar mit auſcheinender Beſſerung nach Potsdam 
ruͤck, mußte aber im Gepterkber wegen neuer Bufäne 
ie bortigen Herbſt aͤbumgen ausſezzen Bon muin axt 
„blieb er bis zum Tode fiech und elend, und der Sup 
acrzt Gele hatte das ſchwere Geſchaͤft, feinm bofe 
 amngslofentBuftend zu erleichtern. Den Winter und: 
. Das folgende Fruͤhjahr von 1786 brachte er mit abwech⸗ 
ſeinden ſtaͤrkern und ſchwaͤchern Beſchwerden zw 
bei er alle Kabinetögefchäfte fortfezte, doch im Leſen 
mb Schreiben häufig vom’ Schmerz unterbrochen 
wurde. Im Zebruar ſchwollen die Fuͤße, und im 
Sommer ſtellte ſich die Bruſtwaſſerſucht nn 
one. im Bette nicht ‚mehr ausdauern, ſondern 
dan Ru and Pre im Ba jr Er dein 


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u * anhab· dad kräftig wirleades Mile, 2 
wollte das Walſen dorch den Urin, dutch Zugpflaſtet 

. re Nefrungen mr. den Lenden nd: Bejnen abgetricz 
ben wiſſen. Die Aerzte fanden dies alles weder zweh⸗ 
mäßig, el thuulich. Dies germaehete Friedrich s 
Unglauhen amdie Prieſter Aeskulapro,er achtete 
wenig. mebr auf ihre Rathſchlaͤge, und hefolgte ihre 
diaͤtetiſchan Vorſchriften wicht, Am 17. April ver⸗ 


Then fein. Schloß au Poſoram, "Welches ier.sicht 


+ ieher ſah, und zug mac Sansſauci, wo ibn: her 
Ruheahend aller Sorgen und Müheniermansere: Im 
Riwrias ließ er dan: Hanndvtaſchen Leiharzt, Mitten 


> Rimmearaann:köfner, ll beflen: Mummng au 


nierughmen. uZimine vnna n n machte ich: durch feig 


Hei Wnehnen., Durch feine augenehme Unlerhal⸗ 


ung, Var ſeine glieſſende Reredſamkeit hei Frie⸗ 
Ari ſeobrebaieht, auzte. jhm aher als Arzt wenig. 
Er ſcheut ſich, die volle Mahrheit ızu emdekben, 
uf adihige Strunge der Rebenöprdnung zu dringen, 
nd machte mit feinem Loͤwenzahn, der einzigen 
Alrznei, die ar verorduete, viel Gerede, aber Feine 
Wirkung. Fr yifere nach einigen | Wochen wieder 
9b, und der. König eilte mit jedem Tage Der Aufld⸗ 
fung feines Koͤrpers näher entgegen, welche den 17. 
Auguſt Morgens nach 2 Uhr erfolge, Die Nach⸗ 
richt ſeines ſchon grahneten Todes erfchüttertedennnd 
Die Hauptſtadt und das Land, and erfüllte die Be⸗ 
wohner mit unperſtellter Betruͤbniß. Man erlamte 
J Berta eines’ Muuurde.h der alle Kar 
ſel⸗ 


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feiner Zeit an Geiſtegtrof and Thanglei Weina 

‚dem manche nachftrebten und. den Feiner erreichte, 
‚Seh Nachfolger hielt es der Würde des Föniglichen 
Haufes fuͤr angemeſſen, ſeine Leiche neben dem Sars,\ 
ge ſeines Vaters in der Beſazzunglirche zu Pots⸗-⸗ 
dam beiſezzen zu laſſen, und ihm alſo eine andere 


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Raheſtaͤtte anzuweifen, ale fe das Zeſtament bie u 


ſtimmte. — nn 


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Bersißte 


der 


Bart Brandenburg 
für 
Freunde hiſtoriſcher Kunde 





von. 


Gottfried Traugott Gallus 


Prediger zu Hagenburg und Altenhagen in der Grafſchaſt 
Schaumburg⸗ Lippe. 





Sechster und lezter Band 
| sweite Abtheilung, | | 
welche die Fortſezzung der Geſchichte Friedrichs IL 
und die Geſchichte Friedrich Wilhelms II. 


enthalten. 
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Zuͤllichau umd Freyſtadt | 
in ber Darumanuſchen Buchhandlung 


1808. 
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Bee bipering. 


Wiberihe der Werbienfte — * 

um den Stat. Schildetung feiner kdrp 
lichen und geiſtigen Eigenſchaften; feiiiee- 
Denk⸗ und erben ſeines Iebind und. 
"Todes. vr: . 
* wird dem Ser: ur —E a; y 

wir Briedric’s-1I: Wersienfte nm: den’ —* 

einer! leichten. Ueberſicht den Hauptpankten nach Aal 

zuſummienſtellan· ¶ Dem edlec Matriotismus / des 


32 n N: ) „W re 9 Pr a jun u . 


14 AI. i 


"Grafen von Herzberg, Ber: ats Minifler. Ina . 


neuern Zeltgefchichte eben - fo: Epoche macht; 17} 
Friedrich als König, iſt es 'gufüfchreiben, daß die 
Data hievon mir einer Genauigktir und Gewißheit 

| Ungegeben werben kbnnen, die nuur bei wenigen LARA 
dern Statt: finden möchten Mit einer Offenheit, 
die vorher in unumfchränkten Moharchien ohne Ber 
fpiel'war, legte er in feinen Abhanblungen, die er 
jährlich zur Geburksragäfeier. des Khrilgs in der 
Akademie vorlas, beſonders föle: dem Jahre 9 
ein Gemälde von dem Zuſtaude:des Stats var un 
lehrte den fo oft verkannten, aber gewiß richtigen 
Srundſaz, daß eine Regierung, deren Abfichteh 
sem, deren Motive edek, ul deren Thaten wg 
bloß groß, fordern auf das Volkswohl abrweklens 
ſind, von der Öffentlichen Veraantmachung Toren Un⸗ 


kernehmungen nichts ˖ zu fürchten habe, im BGegen⸗ 


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aus Oi. Ocih, —— a theil 


— * I .” — 
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ws un >} . x —— \ B 
EN ent 5 bien « en: 


| cheil vielmehr an Vertrauen, Liebe und Zuneigung 
der Nation and an Achtung und Ehtfurcht hei frems 
den Mächten · gewinnen moͤſſe. Uns dieſen Herz⸗ 
bergiſchen Abhqudtungen in "Verbindung mit einigen 
andern. Nachrichten ann. flgemee . Reſoltate 
herpoꝛr. 
Friedrich bern. die Aubbebhnus des Stats⸗ 
Hiper um ein Drittel, und die Voltsmenge faft 
um die Hälfte. Bei feiner Thronbefteigung 1740 
enthielt, ber. Preußiſche Stat 2275 Quadratmeilen, 
ww, 1786. bei ſeinen Tede 3600. ' Er, hatte · Schle⸗ 
fien and. Glaz von.6ge, Meſtpteußen von 621 unh 
Oſtfriesland von 54 Quehratmeilen, folglich zuſam⸗ 
um 1325 Meilen nen, erworber. Die Zahl dee 
Eipwohner betrug beim Anfang, feiner. Regierung wur 
a οοο Menſcheu, beim Ende feines Lebaus aber 
solle:6 Milionen, Rechnet man 2 Milienen für 
die Bevölkerung ‚der. aenaslangten Provinzen, ſo 


bleiben - für die Vermehrung der. alten - Länder 


3,760,000 Seelen, alfo faft. das Doppelte. Dos 
Kriegäheer von 76,009, Dann, welches ihm ſein 
Water. hinterließ, : verfidskte er bis auf. 200,000 
Streiter- Von den, 15 Hauptfeſtungen, die ſich 
bei. feinem Tode in Prenßens Staten befanden, 
hatte ex 5 ganz weg angelegt, bie alten aufehnlich 
verbeſſert, und die im 7 jährigen Kriege zerſtoͤrten 
wieder hergeſtellt. Wenn gleich die große Armee 
mit dem geringen: Umfange des Landes in keinem 
Derhaͤltuiſſe zu ſtehen ſchien, ſo wußte dab Fried⸗ 
u Genie dieſen vmfan, der eigen andetn 

- "State 


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— 8 — 


One siegt gem Werrerien gereicht Sätte, im 
. dem: ſeinigen minder- nachtheilig, uud im vielerlet ar 
Raͤkſicht ſelbſt näglich zu machen. Nur die Haͤfte 
des Heers beſtand aus Kingebornen, aus Sohnen 
von Handwerkern, Mauern uud Tagelbhnern,, die 
jährlich dloß 6 Wochen Dienfte taten, um in den 
kriegeriſchen Evolutionen geübt zu werben, bie gan⸗ 
ze übrige Zeit aber beurlaubt wurden, umd ihrem 
Gewerbe und Aklerbau ebliegen konnten. Die 
andre Hälfte war vom; Auslaͤndern angeworben, 
die woͤchentlich 3, war ſelten 3 wal die Wache bes 
zogen, und die übrigen Tage ihrer eignen Arbeit nud 
ihrem Gewinn widmeten. Da ihnen das Seicaten 
auf alle Nirt. erleichtert wurde, ſo natusalifirten ſie 
ſich allmaͤlig, wnd. verſchaften ber. Armee durch 
ihre Nachklommen nerien Zuwachs. au⸗ Regimen⸗ 
ter hatten mehr Frauen und Kinder, als Soldaten. 
Berlin 3. B. zählte 60,000 Militärperfonen, da 
Doch die Beſazzung felbfl nur 24,0c0 Soldaten auda 
machte. Diefes große Kriegäheer war nicht.au des 
"Grenzen haufeuweiſe zuſammengedraͤngt, ſondern 
durch alle Provinzen, in den verſchiedenen Staͤdten 
- fo weile, vertbeilt, daß der Gold, welcher 2 Drits 
theile aller Statseinkuͤnfte betrug, im ganzen Lande 


in Umlauf kam, und hieburch den lei, den Haudel 


. ind »ie Werriebfämlsit „ungemein belebte. Das 
Wohlthätige diefer. ſchuellen und beftäntigen Geld⸗ 
oiefulation wurde in den Heinen’ Städten dann am 
merklichſiten erkannt und empfunden, wenh ihre 
Belangen anf enge Dei in's geruͤlr waren, 
Ara und 


Er Zur Fer u 
and ber Umfauf von 30 ober 0,080 Date unter⸗ 
brochen wurde, So ‚litt. weder die Vermehrung der 
Volksmenge, noch die Thaͤtigkeit im Alkerbau und 
Fabrikweſen durch die Armee. Dieſes muß jeder 
Unpartheiiſche einraͤnmen. Aber weniger bewieſen 
möchte es fein, daß, wie der, Miniſter Herzberg 
ruͤhmt, Griebrich durch feine große ſtehende Urmee eine 
Art von, beftändigem Frieden in Curopa ;bewirkt habe, 
nnd hiedurch ein Wohlthaͤter des menfchlihen Ges - 
ſchlechtes geworden ſei. Nachdenken und Erfahrung 
fcheinen vielmehr das Gegentheil anzubeuten. Ber 
immer geruͤſtet iſt, und immer die Mittel zum 
Kriegfuͤhren in Händen hat, kommt leichter-in-Bers 
ſachung, von dieſen Mitteln Gebrauch zu machen, 
und feine Unfpräche, oft mur feine Launen durchzu⸗ 
fesgen. Und die Geſchichte des verfloßnen Seku⸗ 
lum's zeiget, daß Europa in 100 Jahren nur 29 
friebliche Jahre erlebet, 75 Jahre hingegen die Geis 
del des Krieges erduldet hat. . Wo bleibt da der ges 


prieſene Vertheil der unverhälmißmäßig großen 


ſtehenden Heere, daß fie die Kriege feiner, und der 
BZrieden dauerhafter machten ? 

Friedrich erweiterte aber nicht bloß die Grenze 
des Landes, ſondern er gewann auch dem Innern 
Raume mehr Boden zum Wohnplazze und zur Ere 
nährung der Menfchen ab. Er ſchonte keine Sum .. 
men, um Moraͤſte auszutrofnen und Suͤmpfe urbar 
zu machen. Laͤngs der Nerze und Warthe 


‚. : son Driefen bis Küftrin wurden: 120,000 Morgen 


Landes da ſenchdar gemacht, wo vorher unzugaͤng · 
liche 


+ 





ad · Simpſa gefickt hatues. Eine gbide Bari 
. Bro und-Wiefenlanb entftgnd in ber Altwark durch 


bie Liuetroknuug bes Drdmling's, eined großen 


merafligen. Bruches, der vorher zu nichts benuzt 
werben konnte. Aehnliche Verwandlungen von wei⸗ 
an: Schlammgruͤnden in fruchtbare. Zelder und 
—— Wieſen wurben“ längs der Oder von 
Kuͤſtrin big Oderberg; an der Elbe, Havel. Doße a 
"wo: Rhinfluſſe, in den Gegenden. um Potöban, 
und Brandenburg, in’ bem Fintrbruche im Magde⸗ 
burgiſchen, in Weſtpreußen, Ohexſchleſien nut uͤber⸗ 
daupt in allen Provinzen bewirket. Die hiedurch 
geywannenen Laͤndereien zog der König nicht zu den 
Domänen , oder Kronguͤtern, foudern verſchenlte fie 
gu Umerthauen und fremde Koloniſten, ph ſchoß 
Ihnen, wenn es ndthig war, noch Geld zu ben erſten 
Aulagen ihrer Wirthſchaft dar. Rach dieſen Srunde 
ſaͤzzen wurben allein Pie 1a0,00o ‚von Kuͤſtrio bis 
Dtieſen ausgetrolneten Morgen au 3000 Jamulien, 
und, eine: jede zn 5 Perfonen gerechnet, an 15000 
Menſchen anegetheilt. Waͤhrend feiner ganzen 
Regierung „legte Friedrich Soon nee Dörfer und. 
Vorwerke an’, bie er mit 45,000 Samilien vder 
- 226000 Koloniſten beſezte. Nach ſeinem Willen 
ſollten die neuen Anbauer lauter dremde fein;. und 
fie waren es auch größtentheild, ‚indem eine Menge 
Menfchen aus der Pfalz, aus Wirtemberg, Polen, . 
Meklenburg und Sachſen in’s.Preußifche wanderten. 
Seine Abſicht wurde häufig pereitelt, aber feln Werk 
arm said asrben a, Bau 


⸗ 
6 


s . . . — 


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⸗ 


3 u 


u erahnfe, die fur —R leben, —X | 
thiru wollken, nahmen oft Die Neiiglicheni MWohltha⸗ 
ken au, und liefen wiebetr davon, wetti ſio duruchge; 





—— Jadefſen Die men eiugetichteten BR 


 Mifäige, die urdar gemachten Laͤndereien dlieben 
Di, und ldoumen min’ an beffere, wuͤrbigere, eiiſs 
tere Menſchen, beſoͤnders von ben VEingebokuen 


gegeben werben, woburch alfo Friedrich s Verdienſ 


am den Star michts verlor. Biele Kolsniſten ws 
hielten ihr Unterkommen auch in den alten Staͤdten 
J ui Dbtfern, deren wäfe-und freie Piäyze augebauf . 
ne welches in Schleſien und Weſtfalen fa 

Mein geſchahe, indem in erſterm Lanbeinur weuig, 

Bd’ A RE Kar Feine neue Dörfer erbaut worden 

frab;! Vm die Voſtsmenge mich mehr zu verſtͤnten, 

riß Friedrich Aber 40 Vorwerke und Meierhofe vo 

‚ feliten‘ großen -Paihrämtern: 108, und -übertteg TR 
eirijeltien Famlitien von Lanbbaͤuern zur Ewpacht 
Sodann hod er virRäbeigenichaft anf ‚ ſchtaͤnkte die 

Frohndienſte ein, imid beguͤnſtigte die Thelinmz der 
Gemitinheiten, und zwar bewirkte ir fe, it e⸗ 
Atem: menfchlichdenkenden nik weife regiereuden 
FJaͤrſten zukommt, dicht dutch Gewalt, ſondern 
/vburch Etmunterungen, burch Piamien, durch es - 
lindigkeit. Hiedurch erreichte er feinen Zwek freilich 
nicht Aberaft, aber Doch in mehrern hundert Dörfern, 
Den Gutäbefizzern in Ponmuern, Schleflen und 
ber Mark lieh oder fihenfte er vieimehr jumt Beiferd 
Anbau Ihrer Lnderelen einige Millionen, die fir auf. 
betänsig mit 2, viele auch aur mit 1VProernt ver⸗ 
| sinfen 





4 


u Pu u 


- en ha Beh Sf er ih fe Ä 
fach, ſomdorn beſtimmtr Re zu Befolonngen für 


Stchuͤnifter und zu Su egehalten flir "Witwen 
ale IAbheer verdienter Offickerea Durch bieſe Mit⸗ 


st drachte ernes dahin, muB faſt alles Land ürbar 
guuucht wurde, welches den Düne werth war, and 
ragß Meifertve im den berachtigien Saudebneir und 
Ghnpfen ver Mark: und Borken’ ſtatt ſtinkender 
Moraͤſte make Arabiſcher Saubtzaufen reiche Fluren, 


hunde: Mieſen, zahlleſs Heerben, wohlhabende 
Menſchen war bluͤhende Valagen erblikken. Brite 
dich Ta: eb von feiner Geise an nichts fehlen, ınlt 


De Pendbader,, dinſe zahlreiche: ehrwurdige Men⸗ 


ſchenkiafſe, die eigenutlichen Seuͤzzen und Ernhrer 
ves Siars, in Wohlſtand zu bringen, in Thutigkeit 
zu erhalten, und vor Mandel: zu fühern Ati , . 


am jenem,; ber es verlangte, Samen von rethem 
Rer, einerne, Runkelruͤben, Seibenwuͤrmer und 


Myaudlbeerrn austheilen, ließ für Diele Kühe kaͤufen, 


EB: much im lezten Lebendjahre 300 Schafe ud. : . 


Vecke zur ‚Berbefferung der Schafzucht aid Spas 
wien kommen, umd erwartete fie wenige Tage vor 
feisem: Tode mit Ungedulb, um einige davon nach 
Gonsfrt zu ſich zum Beſucht kommen zu laſſen. 


Yu jebene Zahn fepte er arſehnliche Summen zu 


. 


Ne mehrſten Maulbeer⸗ Eich Tannen und audre 
VBaͤume gepflanzt, die meiſte Seide gewonnen, das 


mehrſte Geſpinſt gellefert, oder: ſonſt einen Zweig 


E Ambbanek nd De Safe befnberd gepſ 


r | get 


R} 


! 


— 8 wvaw· J 
ger hatten. Mei Mihenche ober Musihlsfktien une 
terftägte er bie Ulferloge mit Gast «und Brodi⸗ 


u > Rosn, und. half: Umen, auf ale mögliche.Mer.tiaher 


enf. Und bier gab ep. in rinem Zohre oft-wieht, al 
anyre Regenten ‚in Ihren ganyen Leben Im Prühe 


abge 1786, einige Monete vor. ſeinent Gube,; ats 


Ueherſchwemmungen ner Oder, Warthenub Weide 
fel,..in Schleſien, der Neumark, ‚io * 
und „Pommern. gießen, Schadem -cugerichtet/die 

Daͤmme ‚burchbrochen, weh: vielen. Landleuen die 
Heffaung der Ernte vernichtet. Sogleich ließ d 
Die, Damme herſtellen, VDid fihenie ne bulbe 


Willion, um die Rothleidenden: Durch augenblik⸗ 


liche Huͤlfe zu xetten. Die traurigſie Verwäflung 
hatte die Oder, bie viel Sand mir ſich führt, ange⸗ 


tjchtet.· Durch ihren. Austritt waren mahrere Lüge 
dereien mit ganzen: Sandbergen uͤberſchuͤttet, und 


unbrauchbar arworden,. Friedrich, den: Lkumme 


dige oder Uebelgefinute für: geisig ausſchrien, zeigte 
ſich ald wahrer Landesvater, indem er feinen Binanzı 


miniſtern alle mögliche Summen, :die fie - 


nur fordern Fönnten, anbot, um die Sand⸗ 
haufen abzuräumen, und die Felder wieber in den 
vorigen Zuftand. zu verfezzen.. Nur bie offenbarſten 
Beweife,. daß dies Unterschmen phyfifh uns 


moͤglich fei, brachten ihn, obgleich ungere: un 


mis Bezeugung feines. lebhafteſten Schmerzes hieven 
ab. Seine Anfalten bewirken ed, daß man unter 
feiner Regierung von keiner Hungerönoth etwas 
wat, Ss allen Yrovingen hatte ex große Korne 

. magazine 


z 


er 9 A , 
magazine errichent; said welchen Ebie aemee im 
Kriege, und die Binger in Thenrung verſorgte. 
Daurch don Einkauf: des Geittides in fruchtbaren 
Ziiten verſchafte € ver Landbaurru Abſaz ihres Bird 
raches, und durch Oefnung der Magazine verhin⸗ 
derte er die zu hoben: Preife , und entfernte dert 
ſwenßuchſten aller Plagegeiſter, dei Yiingertod: vdl⸗ 
"009 aub feinen’ Sraren.i Ma Ben fhreliichen Yalıkız 
#772 unb 1773, wo Qunngeränetiy'Wele fruchtbare 
Ander Deutfihlands'virheerte‘, ſtarb kein Preußi⸗ 
ſcher Bewohner aus Mangel an Brodt, und nech 
die Nachbarn erfuhren Feiledticho Unterſtuͤ zgung. 
2. Gieiche Aufmerlſamkeit verwendete Friedrich. 
anfß das Emporkommen ber Kabrifen ind Hand 
\ weile; und went einige feiner hiebei befolgten 
Waßrogeln gleich. viele Tadler gefunden/ viele Unzu⸗ 
fſeledene gemacht haben, und auch in der That wit 
Mißgriffen begleitet gewefen find, fo kann der Uns 


-  Yarsheiifche. feine edlen Abſichten nicht verkennen 


und die großem Wohlchaten,, die er hiedurch dent 
Kunde erwies, nicht laͤugnen. Alles war auf den 
@rinofaz berechnet, daß ber innere Gewerbfleis 
geweki, die Verſchikkung des Geldes in's Ausland, 
vr wo ed nicht wieder juräffehrte, verhindert, nnd. 
der Umlauf deſſelben Am feinen Grenzen erhalten 
wärbe, ‘Ein Land, das Teine Golds und Silbergru⸗ 
ben hat, und alle, oder doch bie vornehmfien Bes 
vuͤrfniſſe aus der Fremde zieht, muß nothwendig 
verarmen, nnd’ endlich in einen Zuftand der 
Ä Sri; des Blended, der Abhangigkeit herab⸗ 
ſinlen, 


J * 


— 


n —* I ur u 
une, 19 — . 


Gin, wor ‚e⸗ innen. ‚Eiihaten Naben fr Beute Ä 
‚wid. Dieſem Uebel arbeitete Friedrich mit Race. - 
brutt e und Glauͤtte entgegen. ; Sein Water batte_fAR 
die Wolmaunfaktaren Vieles, aber lange noch wide 
*. gethan. Die uͤbrigen Fabriken waren entwe⸗ 
der noch gar nicht vorhanden, oder: bedeuteten 
nichts. Frieraich aber brachte es dahin, daß hein 
Siat bei ſebnern Tode ſafſt · alle mbglihen- F ab ru 
Sen: beſaß, und wit einigen Artjleln, beſonders 
mit Leinwand und Wollwaren bis nach Amerils 
ra ie das Gußerfie Yin Yandelte. « Die Schicha 
ſchen leichten. Landtuͤcher gingen "durch Nublara bi 
wach China hinein. Im ˖ Jahre 1785 ‚lieferten Die. 
Breußifshen, Gatritanten Für. 30 Millionen am 
25 Tonne Goldes Waren, ‚non weichen: 14 Dilken 








"nen außerhalb Kanes gefähre: wurden; heraus 


kamen allein für Tücher umd andre Wollfabrilau 
über g Millionen Thaler ; uud für Leinwand uͤber . 
Millionen aus der Frembe in's Land. Wei feineng 
Tode flieg das Gewerbe auf 40 Millionen Thaler. 
2. Diefe Induſirie beruhte auf einem feſten Grunde⸗ 
weil ber groͤßte Theil des Moterials zu den Fabeiken 
.als Leimvpand, Wolke, Leder, Seide, Verrſteis, 
äiſen, Kupfer, Tobak, Krapp, Holz im Lande fela - 
der gewonnen iwarde und och uͤher 1 Million Ges 
treibe eutbehrt werben kounte. Preußen hatte unten - 
Friedrich der fremden Fabrikate nicht mehr mbrhig, 
und fchifte nur für Zukler, Baumwolle, feine - 
Wolle, Del; Wein, Kaffes, einige rohe Geike, und 
andre Luxusartilel Geld ind Yuslonb, welches ben 


I | 7 


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. = 11 — * 


Dei eine nit den Bet beruf Berg, 


daß der Handel: für Preaßen im Gerdinn war.. 


VBelvñ ſeiche Fabrikeamozu der Star von der Mas 


tar nicht begümflige zu ſeie ſchiran, als die, Seidenan⸗ 


deinen, gediehen anſehulich. ı Bür-2 Miilien gtäg den. 
000 in bie Fremde; umd. die Hetren yon ver 
-  Bepen, welche zu Erefeld eine Seivenfabrit ame 

lege hatten, die ihred Glrichen fuchte, indem ſit 


- ofen täglich 5000 Arbeiter beſchaͤftigten, fandteh 


Ware von Bamt und Seite fogar in bad Serail bed 
tuͤrliſchen Kaiſers, und fezten im Norden fürmeis 


rer: Tomien Goldes davon ob, "Eine halbe Million 


| Menfihen, alfo der 1210. Theil der. ganzen Wollte 
wauaſſe naͤhrte ſich bloͤß Som der Berferrigung der 


J Mobridate, und weiberiegt das Vorgeben derer, die 
in Preußen nichts als -Golbatehflienen fehen ohet 


Wwelmetht träumen, Die Seeptovinzen Preußen, u 


, Poren und Oſtfrieslaud ſchokten jährlich an 1300 


Echiffe nicht, bloß an Curopens ferneifchften, 'fons. 


derit 0 Batavia, Bengalen, Ghana and Nordame⸗ 


Ma, wobei mehe als i 3000 Matroſen Veſchafti⸗ 


"Hung. tud Unterhalt fan "Durch vortetfliche 
Derbiidungen, beſonders durch 4 Hauptkanaͤle war 


ren die. Elbe, Oder, Havel, Spree; Nest nuund 


Weichfet ſo gut vereiniget, daß man von — | 


nah Bieslan, von Berlin nach Königsberg, 

einem’ Ende bes Hanptiandes bis An ’d-andre —* 
fün;, und alle im Innern erzeugte Proaafte 50 Waſ⸗ 
ſer mgehindert fortſchaffen konnte. Friedeich half 


Be Gewnde wand. ies Me, das in ſeiner 


Macht 


2 


IR — 


Mad: * Pr & gab- bei —e 
Vorſchuͤſſe, ermunterte fie durch-Privilegien und 
Preiſe, legte Wollmagagine an, jund ließ für ‚die 
Heineru Städte die MBolle daraus reichen: er 
ſchenkte Gebäude, ader Geld zum Bauen; * 
mehrere Klaſſen vom Soldatenzwange, und gab ver⸗ 
wänftigen Vorſchlaͤgen williges Gehör, Seit dus - 
7 jaͤhrigen Kriege bat: er binnen 23 Jahren über 40 
DRilionen Thaler ‚baren Geldes unter ſeine Unter⸗ 
tbanen als Wohlthaten vertheilet; folglich in jedem 
Jahre faſt 2 Millionen zu Lanbeöverbeflerungen 
verſchenkt. Was er vorher gethan hat, iſt nicht fo 
bekanmnt, weil Friedrich wit feinen. Wohlthaten nicht 
prahlte, und noch kein Minifter Herzberg ſich Das 
mals ein Gefchäft daraus machte, ben. Zuſtand des 
Landes offen darzulegen. Bei Waſſerſchaͤden, Feu⸗ 
ersbruͤnſten, Aufbauung von Kirchen, Schulen, au 
VPredigerhaͤunſern bewies ſich der ſo verkezgerte Fried⸗ 
ich nicht minder wohlthaͤtig, als bei Austroknung 
von Sämpfen, Anlegung von Leder» Parchente Bier 
bet s Faͤrbe⸗ s Meffeltuch » Derzellan s Geiden: unb 
andern Fabriken, Anſezzung neuer Koloniften, umb 
Mefdsverumg alles deſſen, was zum bürgerlichen” 
Wohle näzlich.fein konnte. 

Ungeachtet dieſer Bffensfigen: Greigebigfek, uns 
geachiet ‚der: flarken Ausgabe für. fein zahlreiches 
Speer fammelte er dennoch einen anſehnlichen Schaz, 
deſſen Größe und Werth nicht genan beftinm were 
den kann. Linige nehmer an, daß er bei. feinem 
Tore. 150 Millionen-SChaler betragen habe, welches 


\ 


\ 
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.. 


ge 
aber‘ übertrieben zu fein fcheint, fo wie man andy 
ehemald von dem Schazze feines Vaters abenteuer⸗ 
liche Vorſtellungen hatte > und ihn zu 20, ja gar zu 
8o Millionen Angab, bis Friedrich ſelber das Ge⸗ 
heimniß offenbarte, und in: feinen Schriften bee 


“ merkte, daß er 8 Millivnen und 700,000 Thaler be⸗ 


ttagen habe. Der erſte Schleſiſche Krieg leerte die 


von feinem Vater ‚gefühlte. Schazkammer aus: die 
Beiden folgenden Kriege verfchlangen dad) was Friebe .. 


sich unterdeffen wieder gefanmelt hatte; nach dem 


Hubertsburger Frieden waren etwa moch 200,800 
Thaler ſchlechtes Geld vorraͤthig. In den erſten 


Zeiten nach dem 7 jährigen Kriege verwandte dr 


> Khnig den Ueberſchuß der Erfpamiffe größtenteils. - 


zur Unterfiüzzung der verddeten Provinzen s folglich 


Sam er damals nur wenig in den Schaz gelegt has . 
ben. Aber von dem Jahre 1764 an fiheint er, 


nach Büfhing’s Meinung, im Durchſchniete jaͤhrlich 


8 Millionen eruͤbriget zu haben. Dies wuͤrde eine 


Meihe von’ 22 Fahren, und folglich eine Summe 
von 110 Millionen ausmachen. Dieſen Schaz 


fammelte er nicht: von Erbestelungen fremder Sub⸗ 


‘ fibien, nicht von tirammifcher Bedruͤkkung feiner Uns 


terthänen, micht vom unwuͤrdigen und unerlaubten 
Handel mit Menfchen , die er an andre Mächte vers 


ken, durch eine genane Uufſicht bei der. Erhebung 


. Iaufte; fondern durch Eröfuung neuer Erwerböguels i 


ver ‚Einkünfte, und durch eine feltne Orbuung uns 


Sparſamkeit Bei den- Undgaben. In allen feinen 


Kregen erhoͤhte er die alten Aaſlagen nicht im min⸗ 


| veden, 


a 
⸗ 


⸗ ıI4 „male j En ı 
deſten, und forderte keine Abhaben, — | 


Kriege: ader Kopffteuern, wie. bis dieſen Tag faſt 
alle übrigen Regenten in aͤhnlichen Fällen gerhen 


“— haben. So lauge er Bundesgenoffe der Franzoſen 


war, Ichafe er alle Subſidien eb, die fie ihm freie 


willig anboten, weil er feine untergeordnete. Rolle 


ſpielen, und ſich nicht von fremden Regierungen abe 
" Yängig machen wollte, Erſt nad) der unglüktichen 
Schlacht bei Kolin nitfhloß er fich, der Noch und 


gen. dringenden Vorſtellungen feiner Minifler -gu 


weichen, daß er 4 Millionen Thaler Hälfögelo von 


England aunahm, dafür aber auch 5 Megimenter 

= Yei der alllirten Armee ließ, Als Britannien's nes 
Nedler und unfähiger Miniſter, der Lord Bute, allem 
Traktaten zuwider diefe Subſidien 1761 zuröfhes 


hielt, ſe verlor Friedrich nicht ein Wort Darum, 
ungeashtet er in der Außerfien Verlegenheit wer, 


In dem. einjährigen Kriege 1778 machte er zur Era 
‚ haltung der deutſchen Zreibeit große Uufopferuugen, 


wofür er keine Vergütung forderte, 

Die einzige Maßregel, woruͤber ein großes. Gee 
ſchrei son Einheimiſchen und. Auswaͤrtigen erheben 
wurde, war die ſeit 1765 eingeführte Franzoͤſi⸗ 
ſche Regie (oder Generalsiccifeperwale 
tung, lie miche mehr, wie vorher, unter Dem 


Generaldireltorium, wicht mehr umter einern Mini⸗ 
Hr ſtand, ſonderr einen Franzoͤſiſchen Finanzien, 
den Herrn von Launay, Zum Chef, und ghnen 


Sehwarm Franzoſen groͤſtentheils Abenteurer gung 


Befoige hatte. Die Emichtars feiber harte de 


"Drüflende 
\ 


—. Tu — — 
Doillende nicht, like, hie mit. dem — 
ſchen Finaugweſen· unbelannt waren, ſich einbilde⸗ 
tin, und wogegen in audern Staten weit ſchwerert 
Laſten zu tragen find; nor der Nebermuth der Frans 
zeſen erregte: Unwillen. Wenn gleich dieſe Regie 
von 1765 Die 1785nach Launay's Angabe etwas 
< über. 42, Millionen reinen Ueberſchuß brachte, ſo iſt 
doch zu bemerken, daß dieſe Summe faſt nur von 
Yard s Nrtikele erhoben ,. daß hingegen auf Brodt, 
Fleiſch, und ſolche Veduͤrfniſſe, die dem Armen un⸗ 
entbehrlich find, keine Erhoͤhung geſezt wurde, Die 
miehrſten Verardnungen bieſer Urt zielten ohneden 
‘uf die Belebung der innern Fabriken, auf die Er⸗ 
wdaltung. bed Geldes im Lande, und auf vie Befdr⸗ — 
derung des Wohlſtandes der Unterthanen a. Da 
nun zwei Drittheile aller Einkäufte an die Armee, 
und folglich zum allgeweinen Umlauf zurilfgegeben; _ 
nah 2 Millionen jährlich an Unterthanen verfchentz 
“wurden; ba des Königs Hofſtat Kein, feine Tafel 
mäßig, ſein Kleidervorrath gerlug, und fein ganzer 


1 


Aufwand prachtlos war: da er ſich wicht fuͤr den 


Eigenthuͤmer, ſondern nur für den Verwalter des 
Schazzes anfahe, indem er im feinem Teflanente 
ſchrieb, der Schaz gehört nicht mir, ſoudern dem 


— | Siate; ‚ha er mehrmals erklaͤrte, er ſei arm, und 


gr der Stat reich: ſo kann may ia ohne die groͤßte 
Anbilligkeit fo wenig des Geizes, als ver Bedruͤk 
Zung beſchuldigen, ſondern man muß ihm den Ehe - 
aeuaamgen eines Tandesvaters.mehr ald jeden 
| "Auer "Ange feiner Zeit beilegen, Verzuͤglich be⸗ 

— | | | wundes 


mm 16 m 


Medernoneih war die Orbinung, bie ei Biben 
Ausgaben. beobachiete. Jede Kaſſe Hatte ihre bes 
ſondere Beſtimmung, wozu ſie den Vorrath beraab; 
hierwider ‘wurde niemals gefehlt, bier durchaus 
Feine. Ausnahme gemacht, und niemals eine Kaffe 
mit der andern vermifcht. - Befand. fich, in einer 
ı Kaffe fein Geld mehr, fo ‚durfte aus Feiner andern ' 
der Bedarf genommen, ifondern die Auszahlung 
mußte bis fo lange verfchopen werben, als fie wieder 
BGeld einnahin. Einft zeigte er dem Brauuſchwei⸗ 
giſchen Prinzen Friedrich die Zimmer in feinem 
neuen, Schloffe ber Sansſouci, und als ſich leztrer 
wunderte, daß eins derſelben noch nicht gehoͤrig Eins 
gerichtet, war, fo antwortete ihm.der König, daß es 
in: dem jezzigen Jahre nichts anf felbiges verwenden 
konne, weil in der Dazu beſtimmten Kaffe die erfors . 
derlichen 4000 Thaler nicht vorräthig wären, und, 
daß er alſo bis auf das Fünftige Fahr warten mäfe, 
ehe er an. die Ausſchmuͤkkung dieſes Zimmers denken 
Edune. Welcher andre König würde fih wohl durch 
eine folche Bedenklichkeit von der Vollendung eines 
Zufifchloffes abhalten laſſen 7: Aber diefe Puͤnktlich⸗ 
keit, dieſe Orduungsliebe, dieſe dkonomiſche Heide 
heit hatte den wohlthaͤtigſten Einfluß in das ganze 
Stats ſiſtem. Jedes Megiment, jeber. Statödienen, 
jeder Arbeiter erhielt feine Gelver zur rechten Zieh 
an Ruͤkſtaͤnde war nicht zu denfen, Die ganze 
Maſchine ftofte im keinem Theile. Durch fetdhe 
einfae.d Mittel konnte ſriedtich # große Dinge and 
> fügen, 


* 
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Faͤlle erſparen. a SET nun eh 
“,, Wie viel er durch ſaine Dulbung aller Religis - 
ongparthejen, „durch „Die Beguͤnſtigung der Rede⸗ 
and Preß⸗ Freiheit ‚ die in keinem Lande fo eig 
hen rt yon Clewiffenfgrogng, für den Fortſchrt ng 
. menfiplichen Geiſtes zu ‚einer hoͤhern Suufe.der Sy 
Ar. gethau ‚und bewirkt bat, iſt allgemein helauug, 
Befondert gruß At endlich, fein Verdienſt um die 
Rechtspflege. Nicht: allein war er vom dem fange 
. Sea Eifer, daß eine. winpaptelifche Geraphrighie, 
abue Ruͤlgcht auf die Perſon, ab ein Brigz goergig 
 Bentler Hor. Themis Schrauken ſtuͤnde, vera - 
‚werden follte, durchdrungen; ſondern er gina 
Auf Dig ktten Arſachen, woher amgerechte Richr⸗e⸗ 
fFruͤſbe ensitehen, zuruͤk, und bemuͤhte ſich ni, gruß. 
und. Weisheit, ſelbige zu heben. Da; Anm dir 
Hauptguele des Uebels in der Unnoljformryenpele, 
Unbefkimwaheir: und. Unzweindßigfeit der ‚Giefeye 
ſelber, und in dem unarbenslichen Gange der. Megs 
waltungsart liegt, ſo machte er zwei große Warfgrie, 
die Geſezze und das gefezliche Verfahren zu.paee. 
fern. - Die erſte wichtige Sufkizrefprunmue 
- 2747 durch den Großfanzler. Eocerik, wen 
FZriedrich felbftden Plan augab, ins Wert pafayes 
fie batte gine Sammlung von verbeſſerten Berord⸗ 
nuugen, die man Codex Friedericianye. yenprg, 
zer Felge, Die: jedoch noch voller. Maͤngel war, nur 
non: ſchmyichelnden Lobreduern fluͤr ein Geſes duch 
Hallus Br. Geſch. 6. Cbl. Mau 


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= 15 . 


ansgegeben würde, und Ar Grunde nut ine Pros 
deßordnung enthielt. _ Zweimäßiger , durch⸗ 
greifender und weit umfaſſeader Ida Friedrichs 
ijweite Juſtizverbeſfetuiig, die Mid den lezttii Tale .- 
: sen ſeines Lebens durch deu Gtoßkanzler von Carb 
mer beginnen ließ, die erjt nach feinen! Tode vurch 
die endliche. Abſchließung ves neuen Pteußiſchen 
Sandrechtes. vie Vollending erhielt, und die 
allein ſchon fähig waͤre, ‚felnen Namen nuſterblach in 
madjen }: wein ihm nicht ſo viele andir Dintindter 
feiner Regierung inch "unvertilghären’t tut bei 
Belt. und Nachwelt zuſſcherten. Er wäihre aber 
nicht bloß über die Atisäbung der Seiechtißkelt in 
un Landen; fondern er gab auch anderh Bölterh 
Imehtere: Beweiſe feiner Liebe zut altgemeinen Ge⸗ 
rechtigkeit gegen Jedermaun. Er war ‘der Kiſte uns 
ter. den Mächten Europens , "welcher: in Fahre 1748 
ſein en Abfcheu gegen vie Rauberrien der Eugtiſchen 
Nation In Kriegözeiten Uffentlich zu erkennen gab, 
und den Grundſaz ver Natur und des Vilkerrechts 
gegen die · Sophiſtereien der Engliſchen Habſucht vers 
Cheidigte‘, "daß nubtwäfhete Handelsſchiffe weutrafet 
Nationen nicht geplänbert, nicht beummuhlgt , "nicht 
an · ihrer · Fahrt berhindert werden dürfen, - Er der⸗ 
ſchaſte Feinen Unterthanen, deren Eigenthum von 
Engliſchen Stet aͤubern gepluͤndert worden war, da⸗ 
durch eine gerechte Entſchaͤdigung, daß er 200,006 
Thale von den 2 Millionen Schulden abzog, weis 
be er, als auf-Schlefien haftend, an England zu 
dejahlen übernommen Hatte: ‚ Er war ein thck Pi 


) Dr 2; — — 
RR Kein: 17 die —E— — 
dr zwiſchen Prrxuten, Rußland und andren: Genre 
zu Srambe: gubrädgt: warte, um ‚ber Flagge friend | 

chet Kauffarchtfhrer·wider Writaunidus. Aolze nah 

." Shrfarifche Berninßiegen. Ehrfurcht. zu verſchaffet 
Er ging noch einen Ochriet weiter. : Jwſ einan mit 
Mörpatmerilait Freiſtaten geſchtoßnen: Hanbelatrakta 
me ſezte er Zune Heil der Menſchheit feſt, daß eint 
triaglahrende Moacht keine Feindfeligkeit gegenrdis 


* 


Kauffahrer und Landbauer det andern ausüben;; fong 


Gern ‚KotgUg nan.gegen bewafnete Haufen: fifziten 


ſe; eine große, venle ‚rubhniest andy ziemlich 


Omi sher,; nie, Friedrich allen Repierucigem nen 


Erde wlbigeb; unb: die, wenn ſie allgemein befolgt , 


 weärbej,:: dderawermeidlichen Uelrel des Krippe (bh 


veraainderuaumciute. MDurch· aliedſein⸗ ·ᷣff ſatiich . ". 


MHandiuudert iegte er ben: Vrmeis·ab, ba chpid Die 
uitzewuͤrde nicht rfaͤr einen Feribrief zu Bitüigung 
perſbulicher Lüfte ;; fordern Ahk.einen Meraf gu: ieh 
 fürberang tber allgemeinen Mohffährt hielt, vaß c 
ber: Yenirı Soflichten mühfem nagevacht/ uf incn 
Atem n angen Umfange zu erfühten ben :eruftlichen 
Borfaz ıkefaßt.. Haste, Beine ‚Regierung, na | 
Ehre ſtines Dibens,das: Euͤt feines Balls, 
Nas. Maſter aer Xc Der. Glanzrſmous 
Auhms Kann: fh durch) die Fletten, die ihm are 
gen, und Werch die Frhhler, bie: beging, nichtt ve⸗ 
Annkelt werden. Noch bei beinem andern Megane 
chat man allen Schwachte leen bis in die· verbragſ⸗ 
ſten Salt ſa einſig ui af ar 


eo, 
4 


⸗ 


| | — — u 
Oh, ais dei Az’ noe- ie ih leider 
‚ Rreiniäthigkeit. und wit. glricher Vegierde del jevrm 








| AArvburntraͤger thun, v da wuͤrder ge.niele munter iz 


Vefahr ichweben,. ganz bis ins Niches heralgufinten. 
Frie druch's Eher fibeisert am dieſer Klippe vicht 3 


bei len Fehlern, die die ſchaͤrfften Atgusqugen mia 
innm nusſpahen moͤgen, bleibt er doch bir.grofies dar - 


bewrunderte Koͤnig; er bleibt Frath eri ch. Sb. 
gene ·Scilderung feines Karalturs mag bis Velegt 
Un Diefer Behauptung Sieben. Am...’ 

m er Hatte: zuık eine yithelmilßige Reihe 
ä Amer "aber dach. chin. wenhigelklugten Körper, 
Beim Höhe beirug 5 Saß,- und encweder elwas und 


 Munberäber 5 Zoll; denn harrin weichen die Anga⸗ 


ben ‚fsltft. feiner Mnzihzengen mad Gefeüihchaitre. zum 


“  almaiter ab. Oie Vruſt war breit sub enhabeng 


_ wer Kopf ing, versus wegen deo Er 


| Im, ein wenig un ‚der rechten Seite hin; vie 


dunge gusgeflaktets Safe, das. proportionirre Meſicht, 
welches von uͤberflaſfigem Fette ebenſo rutferat wan, 
ws ut dirrer Wingerköit, die hernorſtechenwen 
mraſthaften Suge des Antlizzes gabun Hgu.gin ebleh, 
Wuigliches Auſehen. Aus feinen Uutzen Krabſte die 
@ebhafkigkeit und das Feuer feines Geiftes, fe ihnen 


wWrimen ſich feine Gemkuthsbewegangen beutlich:ukt, 


ab von ihmen ſchoß fein: heftiger Zan⸗Dliulte des 
Sechrettens für alle Umſtchenden. Geht ganzes 
Wificht zeigte mehrentheils Serenge und Gruft, und 

Nbßte Ehrerbiekung! undi Vchtuug Hin Ecar uug 
we re, —* nd. als: ae" 


[4 


N 


r 
I) ⸗ 


—* erlebe Sagen: RR te 
ſomlos, beit auMallep uufgeriihtet,: welchen er gen 
U u Tanga: abe Seue Dtince she 

‚ fiaıl, darcadringend und gehicreſiſch. : Crime: Ina 
wche Gefichäöferke. Hündigte. einen Soldaten zu 
wecher ber Heißen mubrlaiten Witterung. gewehnt 
je ge jeder Mähfeligfeie: ved . Kuisgäfchens 


/ 


In feiner Fugen ar — ' 


| ——— die er: begengen hatte, ‚Iein 

donges Lehen. Die Regelmaͤßigkeit ſeincs Werhalten 
im der Feige amd die Abhaͤrtung feines Corpers Krk 
am ſeine Mefundheit, ſo aß er ehen Teine-hetzkelßts 
Acher ankheiten ausgeſſanden hat, wenn man:bad 
Yehagta ,.. gichtifihe Zufuͤlle, nd den Segen Huf 
ae Todes aubninut. Das Movagra, tbklahei.ar 
mon feinem Water geerbt ‚a haben glauben, quäßte 
qa in. der ſpaͤtern Zeit faft alle Jahrer Er made 
Ach viel: Reibeöewegungen, vie im Mein up 


hen befinuben. Wei guter Möitterung fragierte.se - 


. m Garten ;. und bei’ Flotenſpiel ging cr gewblee - 


Sich and-cinere Zinsıer id’ anbee, Ben Migm 


pflegte er. täglich, von 10 bis 11 ie, Rast-atingub 
oder gafloppirenb auszuieiten, An. Kriegen uud auf’ 
J —— er mebreutheißö zn Pferde, doch bei gu 

heftiger Kälte ſtieg er ab, und: ging zu Buße, War 


Ai. ven Fäbrlichen Meifen zu :den Mufesungen in 


Soievend zeisen fahr. er im Wahen, und bies mit uge⸗ 


 wehhlicher Schnelligkeit, „bie indeſſen vom feinen: . 


NMachſolger noch aͤhertroffen und nicht iarmar , wie 
| Ann ua oki A af 
En uheit 


m DE We 3 


—XR Aingeſchrautu has Pen 
. Yakızeı malte ser, ncjeben! ioche Mehl den Maſ⸗ 
 "Venhbungen: ber Mardbannsiee: Warsifeni bau amd 
dommionbirte bieiiBnchrharabe: air Dar: Mlmungöses 


7 gm. Durch alles dieſes verſchafte er.feknen’Khrper: 


Narke, wehlthätige Beoigangen, "Ri; den ceſten 
wgAlfie. feines Lebens ſchlef er wenig; . errfaß oft bis 
AMecervacht / an der: Tafel, und ſtund fruͤh wiebee 
uf. . In bet andern: Hälfte feines Alters ſegte er 
Rert⸗auch Töten zum. Schlafen aus; oft cbe 
bi ee, EOtauden im Bette, weni pen 
Mei, wozn feine. Natur fehr geneigt. war, abe 
doarteni Zar MNintat ing er "bald mnach 4 Uhr 


Weir Bette, und‘ Mund Motgens nm. nöie 


Bo / g ihr anf. Mon Februar an: Tegterer ſich gebe 
Siger, und ermachte auch fräher, Hierin derfahr er 
webentluh ſtufenweiſe. Schlafen und Auffichen = . 
ſchahe mit jeder Woche bis nach Vollendung bee 
Camnerieifen zur Rede etwas: fräber;:. nachher 
Sehrie er Die Ordaung wieder nm. Im Sommer war 
2 daher fchon um halb 3 Uhr, in Winter manchmal 


Arſt eiige Uugenbäille vor 6 Uhr außer dem Wette. 


‚i0% Die Vergnuͤgungen ber Tafel ſchaͤzte er mehr, 
ap Ter- war ‚in jeder Abſicht ein feinerer Kemmer vom 
dDem Meisenden derſelben, al& fein Vater. Wenn 
wieſer nicht. mehr als 3: SchAffeln auftragen ließ, 
:mur gsobe,, gemeine Koſt fuchte, und mit ungefalze 
nin. Spaͤßen der Hofnarren oder Tifchgenoffen vous 
lieb vahm; fo gingen Ariedrich’6 Korderungen weiter. 
Er beſtellte gemähnlih 8 Schuͤſſela, verlangte * 


— 
r 


— 23 — 


let —ED und · ſchute Seh aach 
2 Marze geiſiroicher · min mlggiger: Geſpruͤche. ‚Ex 
“Big, viel nud oft· begierig. Entbieltndet Kuͤ⸗ 
vnjgettel feine: Liebſingcſpeiſen/ "Sa: buschlas er ihn 
‚26 Morgens mehren Male⸗ ur ſehnte Se nach 
Ser Mitrageſtunde, die Bann auch wohl & Stunde 
 ı Fräher.angefangen warde. Er:liebte die 


\ samt Beampblfihe, ade Bonlingen Kbenhänfte Zuhereb 


age, Ganz unrichtig aber. iſt die Dorfkellung derer, - 
welche von ihm erzählen, daß er garnicht Herr über - 
ſeinen Berumen: geweſen fei. Eine ſolche Eige⸗ 
Fat :paßt ſich fuͤt cmen: Witelltud ,: darchaus wicht 
Sr einen großen Mami; nicht für einen: Frhedrich 
Anmaͤßig / hat er ſich niemäls, und in. leinem Stuͤlke 
ezeigt.. Er beunte die heftigſten Lencbaſten 
und un: wie wiel meht ſeinen Appetit Dehemfchen, 
Er faftere: haͤufig, u hungerte firemge, fü. aft.er ſich 
‚nicht wohl befand ;. er: vertrieb „oder. linderte af 
wohnlich feine Krankheiten durch Hunger: Er war 
:gt bertfähtechteften Raktung-zufkieben, wrus es DIE 
Umſtuͤude «forderten; er he den 
Eolbdaten, wenn Moth da war, au b eilaste 

mit keiner Mine, mit keinem Wart..ber fein * 
ſchik. Mach in fricdlichen Seiten‘; Im Zimmer ſeines 
Schlofſes, in der Mitte feiner, gelehrten Frecucde 
vüberkteff rer ſich den, Freuden ver Tafel, ap mit 


| Mehigeſalen⸗ fprach it Anmenth/ und hielt Male 


 sgeiten ‚bie vielleicht von beinem Fuͤrſten koͤſtlicher, 


tarageſuchter uud vercdelter durch Wiz und Gelehr⸗ 


‚forte gegeben woran “fon Mor ke feiner.degten 
Kranlheit 


4 


De 





uf de unebttunfichken wc: - 
Ken Epeifen,: befondens die - Mallenifiße : Polen, 





wi adpdere ſo wenig auf: bi Darnungen ner Bepie, 
‚WE auf Did: Vorſchriften Amen gefitunain kit, Mr 

- 89, was Abe fmekte, mochte enauchperhen üble - 
feu, daß es ihen die anleidiihten Schnrerzen zuye⸗ 







hen wtde, and. warde: uncbſtuag, wenn die Kunſkder 





Doetoren feinen Npperit iuſchranken wollte.Wieh⸗ 


eicht⸗ lag vielen. heftige, fü annatuͤrliche Neig in 


vbermiſcet, zuweilen Charpaguer ober. 


Mate" boſendern Beſchuſſenheit feines Kdryers, und 

u war elge ˖ vor Kraucheit ſetber; vielleicht war eß 
NNtkdberzengeanz, daß alt Maͤßigung doch inchz, Fee 

ee doch vernabens ſei, aud barans: eneflse 


dendes Merkangen,, "urn" Richenden Liben noch ſo 


ES rgeniehee,: ld eu forte, Dingepen in fühe 
a wen geſunden Bufläube, ner ganzen Mirigen Det 





gefeiert wurden, beſtand ſeine Diſchgeſellſchaft aus 
7 0008: 3 Perſouen, die Zahl ber Schafſeln aus 6 
Gerichten, das Getraͤuk für bie. Säfte aus Pradak 
00 Moſelerwein, und ver Nachtiſch nur uud Obt. 








Er ſeibſt trauk am mehren Bergerak mir Weir 


Ungerifgen 
Bein, welchen dann vie Gefellfühafter g txe 
Alelern. Niemand ward zuum Effen 
ale iader Tomate. ſich bube⸗ — 


1 
— ——————————————— 
au ſin Valer ſchaͤne Hai eu. Videroulen, weil 


ar iheabo eine · Urſach dar Micht :auſatec Die Babe: 
veit · fiug ai za Ahr an; wn dauecte fe, in 


Ab: Bimipb Laune Ind: Erzaͤbn oder Meipeäeb: wer = 


tete, M6 4 oder 3 Ur.r Die See bie & 
> wen:bir: Zeit des 7iäktigennfrisgek. on: yanz-auf, 
wwil: fe cin Hintgraiß, feines larzen Ro 
Bär die Käche hatte er jährlich 12005 Ihalex.audges 





PR 


fest. Mici wollt indem fpäten Zeiten.bet junche '- 





maunder Deeigerung der Veiſe wicht mebe: 
Marten glich: Beodt and Setratke Hitman: unbe . . 
Begriffen, 46 bonnten doch g3 Thaler. für Achensmaike 
ni auf einen Tag nicht binlinglich ſein, weilhien 
ach: 3 Wiyäfjeln Für Die Npiutausen, amd: berg 
nt. fie 52 SHauhbeiienee angeſchaft · werden nuufe 
a: Werfihnig, der nie die einmal befkimmiit. iiber 
ung: Sefbit. wiſſen wolle, mochte von Erhhhuug 
wer Küdemgölter nice Uhren; er jagte mainz 
Achauſchrritzer, Die nothgercungen Schulhen ‚für 
‚Bie:liniglicde Tafel gemacht baten, Davon, und der 
 wohke.amı Ende. dech, was et muhte, Meinen 
7 a an | 
EEE... Er ſchame Fein: , m F 
Arricduſer fruͤh, und gar ungewöhnlichen Jahcose 
Abid zu hakonnneni Morgens tank er einige Bid 
Miu: ‚ md dann 2 oder 3 Taffen Soßfer , welcher 


le tinem Theeldfel voll. weißen Genf zur Verha 


mg des Sqchlogſtuſſes, Wr zur Gtuͤrkung des 
Geriinifes, u ae “ler 
| _ mifeht 


I — 3 | 
niſche nie „Bis Tebehrnachen warichfruige 
deigt, daß er es auch von andern in ſeitier Megen⸗ 


Wwartt ice duldete;deſto mehr hatte·es fiir para 


ſchen Exhuapftubel ; : wonon: er :füdts verkinhe. saufenb 
"und sgrräthig hatte, zum Pebärfuhfr'geinuuht, 
Hwei · ofen voll. trug er. bei Ich, an 6:bergleiihen 
ſtanden vufden Tiſchen:amher, und bie Fleklen tauf 
feiner. Meſte xigten den. Wiufigen. Gebeauch de⸗ 


ven an. .2 


 Erisbeld,nder ei; Sehe in Dingen. vn 
annerm und. bleibenden Mferche fuchte, vornachloͤſ⸗ 
ige den eiteln Dunft des aͤußerlichen Flitterſtatet. 
Mie d war ein Koinig, außer: Karl xu. tiufucher 
mund puantloſer erſchienen, als er. Mehrentheils 
fahrer man thu in der gemeinen Dfficter.s Unifornn-feis 
aer Durde, die ſich nar durch den fuͤrſtlichen Stern 


mukdorſchied. ‚Mies am Gallatagen trug er die reiche 


Montur dieſes Regimentsẽ. Seine Mille waren - 
uſters abgetragen, bie Griefeln aͤußerſt vernuͤzt, die 
Muͤte ganz kahl, Hemden und: Taſchentuͤcher zer⸗ 
sihien,. und die Beinkleider zeigten dem fcharfbess 


u bachteuden Auge wohl gar ein Loch. Er hatte keine 


Radtnkyye, : keinen Schlaftok, Leine Pantoffels. 
Mad feinem Tode fand man Fein Henibe, das range 


Br geweſen wäre, feinen Leichnam zu: bekleiden. 


Minen feiner Karimerhufaren, der nachherige Kriegs-⸗ 
var Sxhöning, überließ eines feiner noch ungebrauch⸗ 
‚ ten Hemden hierzn. Geine Braut, hatte es ihm 
zum · Schmukle geſchenkt; und der! Zufall beftiimmie 
es zu Friedrichs Todtenanzuge, und zum Grabes⸗ 
* J— moder. 
/. 


— a 7 
| Fr “Die gauje —** worcuter auch Bet⸗ 
ven, Matrczzen, Zobel⸗ Wolfe » une Lcchspelje; 
ein: Aninbfipiegel „:v arfiberne Theetbifel;; ein vergeie - © 

deter Praͤſentirteller und dergleichen Begriffen waren, 
wurde (an Tinen-Suben, für 400 Thaber verkaufte 
Dieb war der Nachlaß des größten aller: Adnige im 
"08: Jahrhunderte! Doch darum haßte er eine. “ 
| wählte und geſchmakverlle Kleidung frincowegest 
Er ſahe es gern, wenn fich feine Vegleiter, vie 
wicht zum Solvatenſtande gehoͤrten/ mit Auſtan 
und dierlichkeit Fleideten, und er tadelte die zu große 
Sparſamkeit in dieſem Stuͤlke an ihnen. Seinem 
Mentineiſter denr Kriegsrath Buchhstz, machte 
vr ſtarke Borwärfe daruͤber, Daß er zu ungepuzt vor 
Mn: erfdgien, er ‚nahm die Entſchuldigung, daß er | 
ein alter Mann fei, nicht an, und fdrenfte ihm 
. Gelb, :iun ſich einen Treſſenrok anzuſchaffen. In 
cen zehn erſten Jchren feiner Regierung trag er bei 
deierlichkeiten häufig buͤrgerliche, im Die Augen fal ' 
Aende, von Geld ‚um Silberſtoff verfertigre Klei 
der, Schuhe und ſeidne Struͤmpfe. Im Fahre 
A z0 zeigte er ſich dem Kaiſer Jo ſeph IE bei dem 
babannıen Befuche im Lager zu Neuſtadt in nie 
wir. Sitber geſtikter Aleivung, welche auch die 
zen und Generale .feiner Geſellſchaft angelegt hatten. 
Da er fie aber durch den Gebrauch des. Schnupfro⸗ 
I) 7. 9 sieralich beflekte, fagte er zu Demröftreichtichen 
‚Börften Agne: „ich Sin nicht fauber geung fi fer 
A verdiene nicht, ipe Babe zu von, Zu 
In 


nn. . ⸗ 


er feine der Reininäteit pie wi 
um Baser weit nach. Ridge einmal peariüforgen® 
wich er fich gaborig, ſondern fuhr Meß anisieiner 


aaffen. Serviete über dad: Geftcht uud bie.-Hiube 


ovweodurch natärlicher Weiſe nicht alle Mielten wegges 
— wiſcht warden. Mei Tiſche griff er das Fleiſch Kitts 
sg mit ben Fingern an, Isgie.gane Stuͤllen deſſeb⸗ 
ben anf. nad Tiſchtuch, mm fie ablichlen zu laen, 
und warf ſie dann den Hunden his Suppe, Wein 
ud. .Wüller verfchättese. er. anf: der Tafel, :.unb 
Schnupftabak flog herum; dieß alles Tiaß ſo viel 
Schmug zuruͤk, daß die Stelle, wo er geſeſen hatte, 
— kennen war. Se ſeinen aͤleern Jahren 
ſehnitt ex ſich dfters den Vart mit einer Taſchen⸗ 
Kheere ab, um vernahshhigte das wre 


Barbieren. 
Seine Berguägungen waren, wie. bereit 
erwaͤhnt iſt, sche bloß ſinnlich, fie mußten deuch 
, + Beimiichung des goiſt a gen veredelt und erhdzet 
‚werden, Die Tonkunſt, die Schanfpiele und die 
Mtalienipe Dpet * uud. ver⸗ 
wandte viel Geld darauf. Dias Zoteuſpiel gehörte. 
Hs zum ·Baierſchen Feldzuge 1778 gu feiner tbglicdgen 
 Girgbsgung; som biefer- Zeit an Tomare ex. ſie nieht. 
:imehr biafen, Am Iaunigfien,. veigsigften, mb 
‚Aershafteften zeigte er ſich bei der Taſel. Er 
 sivere · viel feibfl; erzaͤhlte Geſchichren und. Anekde⸗ 
* ſatirifirte über Furſten und Privatperſonen⸗ 
wat: ed Ken: Diteeifibe: und 








I 
-——- 


u 


PR Binge- ju-Begenflaten ver Unbehdt \ 

mp. . Bab ihm. Yamand eine Bible, fo banuzte r | 
fie ſogleich, ſich Aber ihn.Inftig gu machen. Do 
Huf. füch Beine Bädgerlichkeiteil,, fuchre,tcine wäle 
tem auf, jegte. nicht emſig nach Spott; ſendern x 
sagriff nur die Gelegenbein day, weiche fich Im ung 
feibftanhet; : Männer von wahren geoßen Verdienſe 


wirlliche Therheiten begingen, obes — 
Dauchen zeigten , und am mehrſten feige Beinkg, | 


wtvchten ‚ie. Kaiſer oder Minifier, Generale one - 


Grelehwe. ſein, wurden ohne. Schonung von feinem 
u. gegeißelt, und dem Gelächter derAnweſen⸗ 


den Yreis gegeben; wenn er gleich zu andern Zeitcu⸗ 


iherun Abrigen guten Eigenſchaften erechtigkeit wie⸗ 
derſahrrn Neß. Es IR gewiß noch weit verzeihlicher, 








V Gegner in ein Köcherliches Sich 






fell; "Alk: daß er fie. mit ewiger Nachſacht uub mil 
Wsbinökhigfiger Wath verfeigt. Ye länger er bei 
Aiſche ſaß, delle mutter. uud freimäthiger ware ., 
. rg. gelegt. Bamute er Feine Zurkfgaltung mehr; er 
deöikte alles, wad man ſonſt zu verſchleiern und nur 
anzudeuren pflegt, verbunbnatdelich and; weisen 
‚0 auch den Umgang mie Frauentimmern nicht lieben, 
weil. er Jich im ſeintn Meden wicht gern fo einſchraͤn⸗ 
ken mochte, als #6 ver Wohlftand in Bagenwart bus 
aAndern Gefchlechte erfordert. Uebrigens waßte e 
u, Mwa goncen vd Dam Beingef ie 
aueu⸗ 





N 


4 


Franen ſnemer!ſchaͤlbdlg war z. dir er behies ah 


2 
“ 


\ 


mnndlich anıh ſchriftlich fo ihbflich und wuͤrdevell 
gegen fie, ‘als es der artigſte. Hofmann im inner 
hun Tanne. '* Durch’ ben langen Nufenthalt tee 


* Briege mo: unter Soldaten „und burch feinen marke . 


Uchen Haug jur: Froͤblichteit „hatte er fich indeffen 
ein freits Sprechen und die Begeichnung jeder Sacht 
mit ihrom wahren. Namen angewoͤhnt/ und Darm 


| hatte er Hirber. maͤnnliche, „a8. weibliche Geſliſch aa 


um fie. Bei gie dem war ‚er hoͤchſt ſchanchaft 
Hürete ſich vor jener Entbibßung feines Leides img 
Beiſein Audrer, gefaitete keinem Bediruten; ihm ie 
Vie geheimen Orte ver. natkrlichen: Beduͤrniſſe nach⸗ 


‚ yugehen,. uud rief feinem Befeilfihafter;,: Des: beichn 


Annigen La Mettrie, ber: ihm einſt in der Hine ta. 


Etzaͤhlens bis an bie Thaͤre seiged' gehrimen Rabis 


wets folgte: . „Doktor , fin fie:ein. Rare dblachen 
yfie gleich. zuruͤk⸗! Aus dieſen Grundertiiftrer - 


- Ya erwas wibeiges, und ſprach ſtats mn Apfikeip 
deavon..Cine ganz unbegeeiffiche, Taf: oje kiten 


Sm überfteigende Neigung, und Fuͤrſorge jeigte' se 
gegen: Hunde. Beſtaͤndig waren 3 oder 4.inıfeineg 
Bimmer, woron einer feinen Riebling ausmachte; 
ne. anf Tage an feiner Seite ſaß, und bet Nachts 
an feinem Bette. ſchlief. Dieſen Hunden erfanbte er 
alles, für.ihre Geſundheit forte er äugftiüihen,! als 


- ‚ein Vater für das ehem feines Kinnes, ſie lages 


auf ſeidnen Kiſſen, Kanapee's und Stählen umher, 


va ag tiguen namen, der fie. pſtege, und 


ſpazieren 





— 


> ont 


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En 2 ze 


| akniirgasiee; Mat dieſir eiuem ven —* N 


den. Fußr: Fo g0g:er: ſich den heftigfiie "Some des 


ME hr der boch ſonſt · dis größten Belribignagen 


gegen feine. eigne PYerſon nicht achtüuneAls ſich 
Biene: Anfange des Jahres 1761 zu Leip⸗ 


Bis hufpielt, mid mit aruurigen Uhmumpenkber bed . 


Hörner Sang des Arieges:trfälle war . ‚fo Aieh-er zu 


Aufhelterung feine® Gemuͤchs feine Kimmermuſiker 


and: Den RAS. DArgenszu ſich Tommmen, Lezt⸗ 


der trat eiues Abends zu chmm m's Dimmer, ud 
haite bier · einen ſeltſanen Anblik. Der große Frieds 
sub, der Echrakken eines: halben Erdtheiles MB auß 
bem Faßboden/ and futterte feine Hunle. Sie hole⸗ 
wen. mis: einer Schaͤhl ‚Biikaffer.. ie :Ubendefleni- 


Bir Aönigirhiele darch ein kleines Etoͤlchen Dry” 


allg unter quen, Aand ſchob feinem Liebliugshunde 


bie deſten Wiſſen zu. Woll Erſtaunen rirf der Ma 
Hs Wr: Mie werben Hih Die 5 großen: VBeherr⸗ 


Her Euxopegs/ die Ach ga: ſrigewider den 
Marblhrafen von Brandenburg derſchweren haben 
sven Kopf daruͤber zerbrechen, was Sriedrich. jagt 
‚mehrer Rie-worhabe?. Sie werden. glachen; eg 
jMache onen gefaͤhrlichen Plan zumTinftigen Beide 


Auge, en ſammile Deider zum Rriegfäßeen; er be⸗ 
ꝓ„borgedie. mölhigen Magazine, oder: er entwerfe 


- feine Unterhaäͤndlungen, um: feine Jeinde zu tten⸗ 
. met, und Freunde zu gewinnen. Richts won alle 


‚mem! Gr fit ruhig ander Erde, und fuͤttert 
iÄrine Hunde”, Er nahm ſich ihrerraber nicht 


— i ur wein, m J fonbers er ließ Dig. 


todten 


* 


tern In Achern lan, —— 
Fein. ar Inſchriften warſaben. Freihich eine 





Chwodkeit; doch die ainſchaͤdlichſie make . 


al, Die ain Rhuig haben Äaun.-  . si. ..n 
2 Mufterhaft mar die Drbnung,. —EE 
J ——— ⏑⏑ ⏑—⏑ — ſeine Pflichten erfüllten. ji 
Merguksnugen -genoß, und die Fordenucun DA, 
Saite. Keſcitdigte; aber noch weit ‚bemumderungie 





vwurnpiger: war die Stonbbafeigheit ‚mit welcher, ME 


dieſer Area Ichendlang: treu blich, mad Ann DE 
Megt, die er ſich felhfk gelezt haſta, ucht cwifer 
abwich; ‚Sobald: ‚er. Morgens aufgeſtandes ke 
aan ofich ſiggtud am Tiishe:ben:; Pe 
Ueß, :hfüiße ar: dak Weder Mrieſt zu. Wittfhgäftgge 
 wweldhen ‚in. ider Narbe angefammen. mor. Meienn 
gen, welche van ..beläanten: Merfonem enÄhrtene ; 
ber pie ihre ingenb Timer Unfeche: aillapihelane 
Ser: michtigſchienee, ias mad beantwortete: mr ſelt 
gan; ‚Aieribeigen. fihiäte m; fetacın geheimen Mahie 
mache. Hiemuf forderte er dem im Warzinueg 
. wartembin. "Sloiutaugen: des erſten Gerbehatailienf 
Bericht ‘nen Dez Aulrnft und: dem Algang ‚Az 
Baemden „uud andern Ötebfiniefälten :ap z. uud re 
gheitee ihm milltairifehe »Bäefehle, .. Diefe "Befpäte 
waren gevabönilich um 8. Uhr abgethan. : Nachdem 
gr febann:gefväbftäft, nah beißt, ain Glas Walcz 
ab einige: Tafferi Kaffeogemmuden hatte, ſo agiff 
er vie Biber, ‚uud fpieltaran a Stauden langz : 684 
rinem Dimmer. ins audi geiin, enkmbig 2m 
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. Bere Seutten, ober un eignen Mantafln, 
Dieſe Zeit war. jedoch nicht einzig den Vergnagen 
geweißt, ſondern der Kbrig dachte dabei zugleich 
über allerlei Dinge nad), und son den fanften The 
wen. der Fibre begeiſtert fand feine Seele ofimais . 
 auter dem Spiclen die gluͤtlichſten Gedanken. vie 
bolgerrichſten Einfälle Aber Geſchaͤfte und Megien. 
sungefachen, die ihm zu andern Zeiten entgangen 
waren. Ungefähr um. 10 Uhr endigte er fein Sihs 
.  wenfpiel mb verlangte nun dem Auszug ber Briefe 
(haften von. dem erpebirenben Rabiwetörarhe, 


1 


Wenn er iha Durdhgelefen und dem Rommandamtrk 


bie Parole gegeben Haste, ſo He er Diejenigen Rabis 
metbrärhe, welche den mündlichen Vortrag bei hm 


hatten, herein lommen, cm ihnen ju fagen, ia 


auf jeden Brief geantwortet werden ſollte. Seine 
Bienferungen hierüber waren ſo deutlich, beftinime 


mad auöfhbeiich „ daß Die Raͤthe weiter nichts thue 


durften, als die koͤnigliche Antwort nur in die gehbe 
rigen Formalitaͤten einzukleiden. Waren fie wieder 
abgetreten, fo ſchrieb Friedtich Briefe an feine Fa⸗ 
wilie, ober las mit lauter Stimme in einem Buche, 
voder ſpielte woch einige Konzerte auf, der Kite, 
Mitdem Schlage 12, zumellenuoch eine viertel Stun 
deffruͤher ging er mit feiner erlefenen Geſellſchaft zur 
Tafel. Mach der Malzeit unterſchrieb er die von 
ven Kabinetördchen abgefaßten. Briefe und tranl 
Kaffee. Jezt las er wieder eine Stunde für fih, 
wugefaͤhr Biö 5 Uhr. Dana kam derjenige, weichen 
‚or zum Vorleſer befliumt haste, den er aber nicht 
vBalius Or. Oele 6, Thi. TE. dafür 


‚ 
. 


Fa v . , D / 


dafuͤr beſoldete ¶dies geſchahe ‚nur, in den 2 leztet 
Jahren ſeines Lebens), mehr ‚um ſich mit ·ihm uͤber 
wiſſenſchaftliche Dinge zu unterhalten, als ſich von 
ihm vorleſen zu laſſen. Um 6 Uhr ſing dad Kon⸗ 
st feiner Kammermuſiker an, wobei 'er felbit auf 
der Fibre fpielte, oft auch ein Sänger eine Arie fange _ 
Disputiren, Unterredungen mis gelehrten Freunden, 
der ein Abendeſſen, welches nach dem: 7 jaͤhrigen 
Kriege ganz aufhörte, befchloffen feine Tageszeit: 
Im Winter machten. die Karnenaleluftbarleiten, und 
. in den. übrigen Jahreszeiten die MWaffenäbungen ber 
Truppen, kleine Ausritte, oder Spaziergänge und 
große Laodesreiſen einige Abaͤnderungen in ber- ges 
„melosten. Lebensweife nothwendig. Mehr um des 
Hofes, ſeiner Familie und der Fremden willen, als 
ſeiner ſelbſt wegen begab. er ſich kurz por Weihnachten 
nach Berlin, und feierte bis zu feinem Geburtstage, 
dern 24 Jaunar, dad Karneval mit Opern, Baͤllen, 
Gaftmalen ıc, behielt aber vom der erwähnten Ges _ 
ſchaͤfts⸗ Drönung fo viel bei, als ſich thun lieh. 
Don der Mitte ded Mai’ bis zum 10-Funi hielt ex 
hei Berlin, Magdeburg, Küftrin, Stargard und in 
Preußen die Befichtigung und Muſterung der Trop⸗ 
pen; und nach feiner Räfkunft in Potsdam ließ er 
fi, von feinen Finanz ⸗ Miniftern die genaufte Mes 
chenſchaft von der Verwaltung des Gtatöuermögend 
vorlegen, ſahe ihre Rechnungen vom ganzen Jahre 
durch, und ſezte den Etat für das neue Finanz ⸗ 
Jahr, welches vom Juni anfing, feſt. Nach Vale 
lendung dieſer wichtigen Diufarung föner Befme lt 
. ’ . FR x . .. F 


- ’ 





* 
) 


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— 35 — 


feter trank er den Egerſchen Brunnen, wahr aſuch⸗ I 
son ſeinem Gefchwifter an oder Yerfammelte: einz 
Beine Geſellſchaft von Bryunengaͤſten, die ana wenie " 


gen’ Miniſtern, Öenerglen und Wertrauten hefanı ' -· 


. ben, um fi. Den 14 Auguft oder einen Tag ſpaͤ 
ter unternahm er die große Schleſiſche Reife, weiche 
bie Revuͤe der dortigen Truppen, die Befichtiguug . 
ker Feſtungen, die Unterfuchung der. Ürgierung 

enn Schleſien hatte einen eignen, von dem Werke 


 milchen Dinifterio ganz unahpängigen Minifiee) un 


‚ das Forſchen nach der. Lanpefuftur‘ zur Abſicht 
hatte, und gegen Ende des Geptembers zuraͤkgelagt 
. war, Wingeftellte Kriegsübungen mir dem Artiilerieg 
Korps zu Berlin und mit noch; einigen anden. Mies 
gimentern bei Potsdam machten den Befcytuß feine - 
Hälnlichen in & Große gehenden Sefchäfte, Zu ſei⸗ 
nen Schriftſteller⸗Arbeiten verwandte er bie ges 
wöhnlichen Leſe⸗ oder. Unterhaltungs » Stunden, 
So lebte der große Friedrich; und diefe Abmeſ⸗ 
ſung feiner Zeit, dieſe Puͤnktlichkeit in Beobachtung 
1 feiner Pflichten, dieſe weile Bertheilung von Arbeit 
nad Grheiterung ſtellt ihn zum Gegenſtande der Ber .. 
wunderang, und zum: Mufter, für alle Regeuten, 
für alle Geſchaͤftsmaͤnner, füs alle Haushaͤlter ber J 
‚Won ſeinen Geiſtesfaͤpigkeiten un. . 
Keuntniffen iſt bereits wieled im vorigen. Bande 
Seite 220 fgg. und Geite 361-fgg. ’augeführt wor⸗ 
ven. , Gewöhnlich ſprach, und ſchrieb er Frauz de 
ſiſchz die auswaͤſntigen Statogeſchaͤſte, mad. ver 
| 2 Briefe 


— 


een 


eich mit feinen Rabinetöminifters und —* 
ſandten, jedoch mit Ausaahme der deutſchen Reichs⸗ 
ſachen, wurden Frauzdſiſch geführt und abgehandelt, 
Deatfch verfiand er unvollfonmen, und redete es 
ſchlecht. Da er keine Bücher in viefer Sprache 


Is ‚ keine wifienfchaftlichen Unterrevungen in te 
auſtellte, keinen Umgang. mit Gelehrten biefer Na⸗ 


tion nuterhielt, fo iſt es nicht zu verwundern, daß 


"er. cin wahrer Fremdling in der Sprache feines San 
ves war, gemeine Ausdruͤlke gebrauchte, plarte 
‘Werte wählte, und anf eine Urt fohrieb, die hoͤchſt 


auffaͤlit. Demnach fprach er Dentſch, wenn es 


vwolhig mar ober die Auweſenden Fein Franzdſiſch ver⸗ 
ianden. Die Berichte aller Miniſter, die nicht zu 


dem auswaͤrtigen Departement gehoͤrten, wurden 
Denke abgefaßt, und vom Friedrich eben fo beant⸗ 
wortet. Seine Randgloſſen und feine Beſcheide auf 
deutſche Briefe erfolgten alle in dieſer Sprache, 


— ius den Schriften des Perer Bayle, and der 
Nektare der Alten nud Neuern, und aus den Geſpraͤ⸗ 
chen feiner gelehrten Freunde hatte er ſich fo wan⸗ 


iderlei Kenntniſſe gefanmelt, die den mebrften Knie - 
gen; ‚und ſeldſt manchen Stubirten fehlen. Bow 
nawilich ſchaͤzte er die Renntniß der ſchoͤnen Wiſſen⸗ 


ſchaften, der Geſchichte, der Beredſamkeit, der Pk 


loſophie, der beſten Autoren in Proſa und Verſen aus 
"den verſchiednen Zeitaltern, amd Ueberſezzungen aus 
den Kaffitern; Seine Begriffe von den Wifſen ſchaf· 
Zen waren jedoch nicht Immer richtig, und von Ein⸗ 


| fenigten un Mechtſprachen Sa frei ” Ju 


Anſe⸗ 


N 





' es — 


— 37 — 


Sinfelung ber Literatur und Geſchichte hing er feinen 

- zuerft anfgefoßten Meinungen und Vorſtellungen 
mit sumeränderlicher Stanbhaftigkeit, man könnte 
fagen, Hurtnaͤkkigkeit an; und. bier folgte er nie 
immer" gründlichen, gereinigten und wohlgepräften - 
Einfichten,. fondern ließ ſich von bloßer Gewohnheit, 
gorgefaßten Meinungen und vor Anfchen berühmter 
amen feiten. Uber in der Philofophie und Reli⸗ 


gion ging er gerade umgelehrt zu Werke; er zweis 


feite, aͤnderte, forfchte von neuem und erklaͤrte ſich 
für dab, was ihm nach Zeit unb Imfländen das 
iehtigere zu fein ſchien. Diefer Kontraſt von feſtem 
„Slauben und ungewiſſem Schwanken beilgleich ums 
ſichern Gegeuſtaͤnden gehoͤrt zu feinen Eigenthaͤm⸗ 
Ulichkeiten. Seine Handbibljothel wer klein, aber 
autgeſacht, beſtanb bioB aus Franzbfiſchen Büchern, 
dem dritten Theile nach aus Ueherſezzungen der 
_ Griechen und Römer, und enthielt neben den. Were 
ken der Branzbfifchen Schöngeifter and der goldnen 
. Yeriode munter Ludwig XIV. auch die — Predigten 
von Bourdaloue, Saurin und Alechier. 
Mit beſonderm Fleiße Andirte er Die Alten, und 
noch in dem legten Wochen und Tagen ſeines Lebens 
beſchaͤftigte er ſich ganz befonderd mis Leſung der . 
Schriften des Eicero, eine Quldigung, welche bes 
fer weiſeſte, fbarffinnigfte und beredteſte aller Römer 
von dem größten Könige der Neuern verdiente, — 
Geine Verachtung der Dentfchen Sprache rührte aus 
Mufunde nnd aus Vorurrheil' her. Er glaubte in - 
feinem hohen Alter, daß die Deuiſche Literatur 
| neh 


N 
/ ‘ , 


1 j . 


noch auf der niedern Stufe der MRohheit u Ge⸗ 
ſchmakloſigkeit ſtuͤnde, auf welcher ſie ſich zur Zeit 
ſeiner Jugend hefunden hatte, Er wußte nichts vom 
den Rieſenſchritten, die fie während. feiner Regie⸗ 

rung gemacht hatte; kannte die großen: Namen faſt 
gar nicht, welche Deutichlaud feitbem den Ausläns 
dern Fühn entgegen ftellen,, und wodurch es in jedem 
Fache den Wettkampf mit Ihnen wagen konnte; und 
doch bildete er ſich ein, ‚über Deutfche Sprache, 
und -Deutfche Gelehrfamleit ‚nrtheilen; zu koͤmen. 
‚Er gab 1780 eine Schrift fur la literature Alle» 
mande in den Druf, worin die feltfanften Bots 
ſchlaͤge über .die 'Berbefferung der Sprache, hoͤchſt 
undillige und grundloſe Krisilen über: Deutſche 
Schriftſteller, und mancherlei irrige Behauptungen, 
und von ven Frangofen eingefogue Vorurtheile ent 
. halten find, obwohl nicht zu Iäugnen iſt, daß auch 
viele ſelbſtgedachte Urtheile, beherzigenswerthe Vor⸗ 
ſchlaͤge und näzlihe Wahrheiten darin vorgetragen 
werden, Nur in Unfehung der Philoſophie raͤnmte 
er der Deutfchen Nation dei Ruhm der Tieffinnige 
‚ keit und des Scharffinns ein; und von den Äbrigen 
Zweigen der Gelehrſamkeit gab er bloß das zu, daß 
ſich Deutſche Maͤnner die Vorzuͤge der Griechen und 
Romer, der Franzoſen, Englaͤnder und Italiener 
wohl erwerben koͤnnten; behauptete aber, daß fe 
. feige ‚noch nicht errungen hätten. 

In frinen Vorurtheilen gegen bie Deutkhen 
wurde er durch ben. Uehesumgth feiner ausländifchen 
- Sea, die let, was Deutſch bieß, verach⸗ 
sem, 











a — 8 — 
Uuben, ſchr Porn Doch machte der "Maris 
O Argens eine rühmliche Ausnahme. Diefer ſchaͤzte 


die Wordienſte der Deutſchen, forſchte nach ihren 


Geiſtesprodulten, redete mit dem Könige davom, 
war wollte ſelbſt zulezt kein Franzofe mehr heißen, 
weil er es für eine Ehre hlelt, für einen Deutichen 
songefchen zu ‘werben. Unrichtig iſt es "zugleldh, 
wenn mehrere Hiſtoriker erzaͤhlen, daß unter Friede 
rich's gelehrten Freunden kein Deutſcher geweſen ſei. 
Mer waren denn Jordan, Guichard, Herz⸗ 
berg? . Saben ſich Pie beiden leztern nicht alle 
mdgliche Maͤhe, den König auf richtigere Vorſtellun⸗ 
gen über: die. Deutſche Litteratur zu leiten? Gui⸗ 
hand, Sohn eines Hofraths zu Magdeburg, der 
auf mehrern Deutfchen Univerfitäten, zulegt in Ley⸗ 
ven · ſtudirr, und 1747 aus Verdruß Über die Nichts 
erlabgung einer Profeſſorſtelle, Hollaͤndiſche Nnegs⸗ 
wDienſte augenonnnen hatte, wobei er es bis zum 
Hauptmann brachte, war auf ſein Erſuchen zu An⸗ 
fange 1758 von Friedtich gleichfalls als Hauptmanu 
u fein Gefolge aufgenonmmen, im folgenden, Yahre 


zum Majer und Anfuͤhtet eines Freibatailons er ⸗ 
nannt, und dabei nach einem Streite Über einen ge 


wiſſen Römifchen Centurio, welchen der Koͤnig 
Quintus Caͤcilius, Guichard aber FJeiliue, 
and: das mit Mecht nannte,’ auf immer mit dem 
Namen Quintus Feiliws: velegt worden. &_ 
mward in bei Folge Oberſter, und gehoͤrte zu ben Bor 
zůglichen Ehniglichen Gauſtlingen. Yarmer vertrat - 
er bie Suche der Deutſchen, und war es, welcher 
ae (GE Er _ — den 


J 


a — „* — 
ven Kinig auf Geuen nicht —E— mach⸗ 
"te, fordern auch zur Untertedung it ihn verans⸗ 
uaßte. - Dies bewirkte jedoch weiter nichts, als daß 
.  Xtiebrich vortheilhaft von Bellert urtheilte; im Abein 
gFen behielt er feine umahnflige Meinungen von dem 
Deusfchen bei. Selb die Bemöhungen des Minis 
ſters von Herzberg, - und befien Probeäberfezzung 
eines Stuͤlkes vom Tacitus brachten in Griedwich’s 
--  Denfuugsart keine Aenderung hervor. Er lebte die 
NNeherſezzung, und blieb doch der Deutſchen Sprache 
abgevreigt. Freilich war er zu alt, um jezt noch: ber 
Lernen. Mie wenig er dad Deutfche veriaub, 
weiſen fein Tadel ded- von Herzberg 2* 
Wortes: Beifptel; er bildete fich ein, Brom 
„el wäre beſſer geſagt. 


>, Wenn Frierich aleich das -Deutfihe: Omi 


xigte ihu vielmehr aller. derer, wodurch tie Merbarei 


weder durch Ichtuug udeh durch Geid anfanmderie, 
Seinen. Deutſchen zum Mitgliebe der Micbensie be⸗ 
Nrderte, und außer einigen Gehaltapilagen fhr eisle 

* ge Hallifche Profefiören wichtö zur iinfanhpie der ga⸗ 
Jehrten Anſtalten that: fo erwies er ber beſſern 
Pflege der Wiſſenſchaften dennoch große, unverkenn⸗ 
“ Dare Dienſte, und dies durch bie Seundſcze ber 
Megierung, welche er fiaubhaft befolgte. (ix Inte 
‚Demi meuſchlichen Geiſte keine Zeffeln an, er enties 





finfiree Jahrhunderte feine Wirkſameit eiegefibedult. 
Hatte, Er erlaubte und ‚begünftigte sehe Art von 
 Breimüibigleit. in Yenberung feiner Gedauken, (6 
Fame Die Mronsiche: iude d beine Seſan Bam; 7 





. 4 


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Kr 2 41 u 
| ltr Bafbebert: * „weit mehr, PERIPHEREN 
ſcqhraͤnkter Schreibe s-und Preßfreibeit die größten 

Meiouuierfiäggungen hatte thun Lunen, die Kultus 
der Gelehrſamleit. 

. Wen der Wichtigkeit. guter Volkeſchnlen, und | 
“sam den großen Gebrechen ihrer Damaligen Befchat⸗ 
..  abeit, beſonders auf dem platten Lande, war —— 
- wollen überzeugt; er hielt bie Berbeflrung Ä 
derſelben für eine wirkliche Graröfache, und lern ; 
Hdrte ſich mehrmals bereitwillig, zwekmaͤßige Vor⸗ 
⸗ſchlaͤge feiner Minifter: ind Werk ſezzen zu laſſen. 
Ein. Jahre 176 erließ er die eruſtlichen Vererbnuns 
gm, deß alle. Stadt» und Landſcholen unterſucht 
. 906 verbeſſert werben ſollten. Er fuhr in. den fols 
genden ‚Fahren mit ähnlichen Befehlen fort; es 
vohnfchte vorndmlich, daßz die Bauernkinder einen 
' wernänftigen. Unterricht in ber Religion bekaͤmen, 
Daß ihr Derſtand mehr aufgehellet, und ihre Sr⸗ 
kenntuiß non den Pflichten gehdrig berichtiger und. . 
hefeſtiger wuͤrde. Denn: hierin ſti ihre Unwiſſenheit 
Bd, dieſer Dummheit wälfe nothwendig abgehol⸗ 








Semi werben. Vectrefliche Geſimanng? Jadeſſen 







Friedrich wellte den Zwel wohl: aber er ſcheute die 
Mietel. In der Kurmark alleingab es soo Schul⸗ 

| (meißer, von Denen Teint Adez 10 Zialer EisHlufie 

hatte. So lange nicht ein Regent darchgreift, und 

bis: Schullehrer wenigſtens wit fo viel Ginkänften 
bh die Zoll⸗ und Kaffınbebienten, Viſitators und 

— 7 ſ d ale Winfie, Kla⸗ 

oo. N‘ . nid 14 


ai; iechtewings zu nie. Mer neran TR" 
es eben. Friedrich bezeigte ſich 1970 einmäl' ges 
eigt, etwas zu thun; ver fragte bei dem geiftlichene 
Departement an, wie viel Geld erforderlich fein 
mchte? Das Oberkonfiſtorlum verlangte bioß für 
die Kurmark faͤhrlich 100,000: Thaler, Der eine 
Miniſter Billigte Died, der andre fand die Gunnne’ zus 
hoch, der König, meinte er, wuͤrde hieruͤber eefihteks 
Sen, Als 0b nicht das Schulweſen eine Angelegene 
heit des Stats von der erſten Größe wäre, mente 
ſtens doch wohl eben fo wichtig, als die Erriihfaag 
"Eines neuen Regiments oder einer neuen Feſtuug! 
Nein Menfch Hält ed für eine Sache zum Erſchrek⸗ 
ken, werm zur Errichtung neuer Truppencorps, vie 
vielmalä ganz überfläffig find, Tonnen Goldes ans 
‚ ‚Heivendet werden: wenn unnuͤzze Kriege Millionen 
wegraffen: aber eine Sache, die ganz eigentlich ges 
* meine Statöfache ift, eine Beſſerung im Schulwe⸗ 
- fen zu befördern, da ſieht man eine Tonne Geldes 
für gleichſam weggeworfen an. "Genug, män dachte 
damals fo. Man befkinmmte nichts; es wurde bie. 
Sunme der Großmuth Friedrich's uͤberlaſſenre Und 
nun erfolgte — keine Aniwort. Doc) im Jahre 
J 1772 wurde ein Theil von den Zinfen des. Ueber 
ſchuſſes der Stäptefaffen zu Gehaltszulagen einiger 
Schulme iſter verwendet, ſo wie in’.cben dem Jahre 
ein gleiches. in Pommern geſchahe, indem ‚von den 
3 Procent Zinſen von etwwas mehr als tz Tonnen 
Goldes Kapital, die er auf ewig dem Pommerſchen 
Adel lich, verſchiedene Summen zu Defabunn Di 
. . \ . y ls 


3 





— u3 — _ 


hier ame werden PERS ik. 


des TrÄgrigen Krieges hatte er in Sachſen einige 


Schullrhrer Imuen’ Teinen, die entweder wirt 


‚süchtige Rente: waren, oder die er aus iegend einer 
AUtſache bafhr anſahe. Nuu glaubte er, "Gachfen 
feb- der: Siz einſichtavoller Schulmeiſter, und der 
Bammelpiaz von Tauter gefihenten Männern dieſes 
Gaches. Er: ſchilte Daher noch im Kriege 6 dergleis 


hen Eubijekte in ‚feine Länder, Aber dieſe Probe 
fie fihlecht aus, man war froh, als fie ausftarben, 
und man. fand die mauzige Wahrheit beftätiger, DaB 
x5 in Sachſen nicht beffer, als in Brandeuburg 
ſtuͤnde. Friedrich, der indeß ſeine vorgefaßten] Miete 


nmungen nicht leicht fahren ließ, befahl "1772. von 


neuem, Saͤchſiſche Schalmeiſter ins Land zu ziehen, 


— 


Nur mit Muͤhe redete man ihm dieſe Idee aus. Den 


uuglaͤklichſten Einfall hatte endlich der geheime 
Finanzrath von Brenkenhof, welcher 1779 den 

König zu der Verordnung verleitet, daß Unteroffis. 
dere: uud gemeine Soldaten, die zum Kriegsbienfte 


nicht mehr taugten, zum Schuldienſte angeſtellt 


| werben ſollten. Brenkenhof verfuhr hier im umges 
Lehrten Berhältniß gegen fee fonftigen patriotifchen 


Bemuͤhmgen. Er. erwarb ſich Werbienfte dadurch, 


vaß er wuͤſte Gegenden urbar machte; und bier ſtif⸗ 


meer Schaden dadurch, daß er die beginnende Kul⸗ 
sur des Volks wieder in einen wuͤſten und verwilder⸗ 


ten Zuſtand zuraͤk verſezte. 


Fri edr ichs Rerigions⸗Siſtem war ſehr 


—* „ganz duͤrftig und nee wi Es enthiels 


zur 


N 
I 





licpfeie” nd Tugend, welche teste ihm fowft am. 
deren lag. Von der Wirktihtes Gortes Kin 
2 gegen. war er fe uͤberzengt; er erklaͤrte ſich uft.unb 
cerſtlich ‚hierüber, und er ſchrieb eine. ausankfliche 
Biderlegung bed dreiſteſten und frechflen Seties⸗ 
Unguera, des Franzdſiſchen Geiehrten Helvetius, 
Berfaſſers des Syſteme de la nature; eine 
volle und männliche Wiperfegung, bie ſich im 6 
Bande, feiner hinterlaßnen Werte findet. Da Hele 
vetius dab Bekenntniß ablegt ,. daß ihn nur fein Akne 
wille über: die Rellgionsverfolgungen zum Atheiſten 
gewacht dabe; $ ſo erwiedert Friedrich: „Sind Bes 
aquemlichteit nud Unwillen Gruͤnde, wonach ein 
— Philoſoph feine Meinung beflimmen ſell7 Wie ik: 
‚ed moͤglich, ihm zu glanden, wenn fo" nichtige 


Sruͤnde feine Ueberzengung beftimien? — Die | 


Aanze Welt beweifer das Dafein ‚eines &otteb; 
man darf nur feine Augen difnen, um fich davon 
wis Äberzeugen. — Der Körper ded verächtlichfien 
⸗Thieres iſt wunderbarer eingerichtet, als das kuͤuft⸗ 
‚„lichfte Laboratori inni des geſchikteſten Ehensifere, 
„Wie kbunte fidy dieſer wunderbare Bau von einer 
Aablinden Urſache herleiten lagen dezen Br“ 

8 


* 





000 
— — 
ehet Ehnicht und Bewafrjin gethehen e 
Avlel brauchet nicht einmal, wm ehren Botteöläuge 


AMer zum Stillſchweigen zu bringen, umd fein te 
aſten zu Grunde gu richten ; DaB Yuge einer Milbe, 


Zein Gradhalm fd hinreichend, ihm Die Weisheit 


des Urhebers des Weltalls zu beweiſen⸗“. Eben fe 
verthewigte er den Saz, daß der Menſch als mora⸗ 
liſches Seſchbpf frei Handeln koͤnne, und nicht vom 
einer unwviderruflichen Nothwendigkeit zu gewiſſen 
Thaten gezwungen werde. Gr bemerkt mit Recht 
* Die Ungereimtheit des gedachten Verfaffers vom Nae 
insfiteme, welcher gegen die Prieſter, Regenten und 
Erzieher in Eifer geraͤth, und fie doch für Stlaven 


ver Rorhivendigfeit aufieht. „Wie kann er ihnen; 


Aſagt Friedrich, Vorwuͤrfe machen, wenn fie nicht 
Ari ſind Wenn alles durch nothwendige Urfes - 
ziben in Bewegung gefezt wird, fo find Warnuns 


 zgen, Velehrungen, Geſezze, Strafen, Belohnuus 


„gen cben fo überfläffig, als unnuͤz; eben ſo gut 
‚Abmate man zu einem angefchniebeten Cefangnen 
6** zerbrich deine Bande; eben ſo einer Eiche 
pridigen, um fie zu überreden, ſich in einen Orau⸗ 
„geabaum zu verwandeln. Allein bie erfahrung 
ehrt, daß man es fo weit bringen kind, ven 
Menſchen zu beffern; hieraus muß man. 
„meihwendig den Schluß machen, daß er der reis 
helt wenigfiend zum Theil genießt”. Wei dieſer 
Marheit feiner Begriffe, bei dieſem Scharffinn feie 
nes Nachdenkens Aber Sott iſt es eine auffallende 
One, daß La dia bei andem wichti⸗ 


gen 


Le 
gen Lehren, AMenders bei dei. vom —E— 
it son eben diefenn richtigen Urtheilen feinea.gen - 
funden. BerKandes leiten ließ. Denn die Mebergene 
gung vom Dafein Gottes kaun unmöglich mis, der 


Sterblichkeit eined Geiſtes für-den beſtehen, weicher 
über den Juſammenhang beider-Lehren gleich anbal⸗ 


send und feharf nachdenkt. Aber dies. lezte ſcheint 


bei. Friedrich nicht der Fall geweſen zu ſein. Er 
‚harte hieruͤber wirklich nur umuſammenhaͤngenda 
Begriffe, und richtete (eine Geifteskraft wicht: mit 
gleicher Staͤrle auf das Nachdenken aller Lekren⸗ 
Daher Fam er mit feinem eignen. Siften nicht. auf 
Meine, ſchwaukte in feinen Meinuugen hin und ber, 
nnd urtheilte von der, Religion.bald günftiger, bald 
leidenſchaftlicher. Doch gegen fein. Alter hin wur⸗ 
ben feine. Urtheile immer gemäßigter und billiger, 
und er wiberfegte ſich mit Nachdruk dem unuͤberleg⸗ 
ten: Eifer feiner. Sranzbfiichen Guͤnſtlinge, eines 
Voltaͤre und D'Alembert, die gern das ganze 
Cyhriſtenthum unigeſtuͤrzt haͤtten. Er nahm war 
die Geſchichten und die Unterſcheidungslehren des 
Ehriſtenthums wicht als gegründet an; aber die Mo⸗ 
ral deſſelben ſchaͤzte er als vortreflich und hielt ſie 
für den wahren Geiſt der Religion. - In feinen Ge⸗ 
forächen und: (chriftlichen Aufſaͤzzen, im feinen Were 
fügungen ‚uud Befehlen blieb er ſich nicht immer 
gleich; F er richtete ſich hiebei bloß nach den Umfiäne 
den, die ihm vorkamen, und nad) den Dienfpen 
mit welchen er zu thun hatte; ‚nicht aber nath einen, - 
feßen Peherzengung von dem,.. vonk Ihe - 








“ U 


* 


J 
rn 47 ., — ) 


‚und gut ſchlen. Doher Die offenbaren Mtpiifgräie 
in feinem Verhalten. "Bald ſprach er vdn den Aan⸗ 


ſtalten, Lehrern und Wirkungen der hriflichen Relid 


gien ;. mb von der Religion felber Im verdchtltchen,  " 
goegwerfenden Zone, bafd wieder auf.eine ehtensoll | 
umb -Iobpreifende Art. Er ruͤhmt die Sittenlehre | 


des Evangeliums, und. die edlen, Abfiheen ſeines 
Stifters au einem Orte, und ſezt ihn an einem ana 


ı . 


bem.herab. Cr nimmt das eine Mal den Prieſtera 


ffand gegen die leeren Dellamationen der Franzoͤfi⸗ 


fehen:Beligiondftüärmer , bie. ihm lauter Laſter und 


Unthaten andichten, in Schuz; und zu einer andern 


Zeit ſtimmt er im. ihre. Webertreibungen mit ein, 
Und eben fo zwekwidrig und. mit fidy ſelbſt ſtreitend 
handelte er auch in biefem Stuͤk als Regent. Jezt 
zeigte. ex ſich bereit, die Apfklaͤrung tes Wells ad 


etwas Mäzliches und dem Stat zutraͤgliches zu ben 


firdern; dann war er wieder ganz gleichgültig dDageo _ 


gen, und ein andermal.meinte er gar, die ganze 


Cache fei fhäblich, und ruͤhre bloß von dem role 


und ber Herrſchſucht der Geiſtlichen her, die fich eine 
unerlanbte Gewalt Aber das Volt animaßten. Eins 
feiner. beiten Urtheile uͤber das Chriſtenthum flehe in 
der bereitö erwähnten kritiſthen Unterfuchung über 


Adem Berfafler Duͤrftigkeit des Berſtan⸗ 


„des, und Einfalt zur Laſt legen, weil er im 
„Seinen. Läferungen wider die Religion ihr- Mängel 


- - \ 


! 


Ä PETE 
„Mm fish richtig dnäzuärklien, hiiteer bloß fagem 


-1- 


Dit menfhliden: Gefäiahes fit 






A4Aſollen, daß ber Chrgeiz und Eigeumnz ber Mens 





- " „Reinenfhaften: zu Ä 
weunn man aufrichtig iſt, au der in den ‘so (Bebosen 


⁊ 


enthaltuen Sittenlehre tadeln? Staͤnde in dem 
Evangtlio nur der einzige Lehrfaz: . Thue Andem 
„mict, was du aicht willſt, Daß fie dir thunz fe 
wuͤrde mean zugeben muͤſſen, daß dieſe wewige 
worte den Kern aller Moral enthalten. Und pass 
igte wicht CEhriſtus Verzeihung der Melcibigune 
won. Barmherzigleit und Menfchenliche im feis 
„ner. vortrefliden Bergrede an muße 
- se alſo nicht das Gefeg mit dem Mißbrauch, das 
Meſchriebae wit dem, was bie Menſchen sum, 
„and die mähre cheiftliche Moral mit der verberbeen 
AVPrieſtermoral verwechfeln. Wie lann er alfe der 
eriſtlichen Netigion zur Laſt legen, daß fie Die Mes 
face der Berverbuiß der Sitten ſei⸗7 | 

Zu allen Zeisen feines Lebens ſtand bei ihm bes 


Ä Grunnfes feſt, daß bie Hebung der Meligion einen 


jenen nach feiner Zleberzengung.erlaubt werben mäßes 
daß der Stat durcheus kein Recht habe, die Sewif⸗ 
fendfreibeit ein zuſchraͤnken, daß es graufane und gie 
fſezwidtig ſei, jematben sm. der Religion willen gm 
. verfolgen, daß ein Fuͤrſt aber auch Prefelittumacher 
wei, untuhige Bewegungen, und Duscbfessung 
ſchͤublicher Plane auter be Drimenek:n BON 












ma 


ufön "Serfhin: ehe. Bene sefln, Ba 
feiner Regiernug ſehrieb er —ö 
WMraad: „Die Relgiouen Muͤfin alle Teklayie 
Aerden uud Mus der Siaco nuhr dal Aiuge Ka 
zu «haben , da Leine det avtera abrug (lip hen 
ee denn See mus einieber nach Eertzer: aſien 
Ich. werten‘, "Dielen Lleugeruugen kheb 
ss: ‚giın Emwe ſeinch Minfend; u Lebene gerne 
Freilich ensftand feine Toleranz mehr ons Wange 
wohg: aller; poſitiven Religiqnen,.; als aus: iner 
WBeuichenliebe; mad. darum Aamuue ſie Änianısn. U 
sgſiuſu geEncnk. machen/ ¶ Qochrechete er gewln⸗ 
Gh in gemäßigten mt amaͤndien Ausdgatten 
wen art zuurbend: ganzen Wolle ie Affentlichen Map 
Tnatniarhiegen feracy; und. mum:ire Giehel- fing — 
@irtantsnaließıer (einem fhottenneh MWigzet und; fer 
wat: beifenben" Tnuine freien. Lauf/ und e& wer. nige 
mals ſeinen Meinung, baßıbiefeangenblifiiikendäp 
- Bißengen feiner: Satire dem VPublikd erdfnet werden 
ſoluen:. Nm haͤrteſten uad.unkißigfien artbeitte ng 
Yon beme: Stande der Theelegen. Er hielt Ga. fäg 
Menſchau ohnr Wernunſt, wall fie. aus: neigag 
nurzen Saͤzzen ein weitlaͤuftiges Soſtem wma © 


\ 














Yen zw: Wörterfsem-: und horbheit hie WS 


yon: Kemwaniffen und Weisheit nermäten. Kr 
Fierrich vengaß: iu ſeiner. Uchareiiung, daß es in 
ur Phileſexhie, Die er hath verchrte gerade eber 
fo, vlelleicht nach ärger hergeht; daß die Theolegen 
mehr. a0 alle Wrigen Melabrien die Kunde. der 


VGvprachen/ ‚ber: Geſchichte und Der ·lilterthumut ‚has 


vallus Br. Geſch. TH I. Abih. Detieben 


Lu en? ” ‘ \ ' " 
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halben: it verlegen fie) bene Mena 
Werhaupt die daukenswuͤrdigſten Dienfte, geleiſtet; 


Daß fielbie-fcpdjbaiften Schriſten in allen Theilen 
eb menſehlichen Miffens,getiefert haben; Daß-umter . 


kind Malcuere gefanden werden; Die ganiß vie Were 
gileichuug: mit keinent andern Statsbur ger zu ſcheuen 
Fwrnachen ʒ rund vaß es aͤberhaupt der wahren Piss 
den · unvurdig fi,’ über einen ganzen · Stand: ſchubde 
a it 
m DenKriegsſtand z0g:er. allen aͤbrigen Kloſſen 
ainer: Unterthanen vor. Durch ihn hatte er ſich· in 
brue ehen erhodenyuf weicher er auuer. den wa 


Wachten Europracs flaud; durch / ihui mute er ſich 


. acf vieſer Stufe vehniten; Dusch: ihen kin; keumte ee 
eine großen Eatwaͤrfe ausfuhren. uVebeer ſcheatre 
dlihen ſuine Vofonwre Athtung Aiſdorwitenete ih 
feine vorzaͤglichſte; Sotgfalt. Mit Gonenife wong 
Ir dffeatlich am mehrſten ungeben lucen verlich. a 
ger Negel: nuͤch ven ſchwarzen Adlerorden zu und fuͤrt 
wie: uͤbrigen Offtriere fliftere er: den Ordeu⸗ Dei: Mer⸗ 
Denſtas. Zu · ihrer Vochtſchaffenheit und Umsanuteie 


Achkeit: ließer haͤufig mehr Vertrauen: blillen, ale 


zu ſeinen Dienern vom Civilſtande. Er Hbrauchte 
ie: zu Unterſuchungen im. Kirchen.» Schul ». amd 
Ntechts ·Sachen. Generale, Oberſtenn mb. anbre 
Stabsofficiere bekamen. die anfthiliiemnihenig, 
die“ "Tinträglichften- Pfruͤnden -umd, :Bedferguenigen; 
Landshanptmauuſchaften "und. Karmeifnte.‘ rote 
ſtanten ſelbſt Amweifungen: auf katheliſchelcStiſtoe 
ſtellen, jedoch mit an: Orfehl, ſie /an Katholilen BB 
DE Te Be ν ze ZELTEN u A 


Ed 








+ 


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u verlaufen, Schwer Yehmupbete ober: part —E 
Wiulitaedienſt untuͤchtig gewerdue Qffteierr wurden 


‚zu Sorfimeiftern,. Forſtraͤthen, Voſtmoeiſtern, Salye 
inſpeltoren. Kaſſenrendanten. Ueccifeanffshern n. ſ. w 


cdefordert. Einige fliegen ‚bei dem Uebergange zun 


‚Sipilerar bis: zu Miniftern.. Mvalide Unterofficiere 
und Gemeine wurben in allen, nur moͤglichen Unter⸗ 
Kellen in geiftlichen und buͤrgerlichen Poſten auge⸗ 


file. Ueberhaupt wurde die Kriegsmiſſenſchaft ud 


dpa alt Studium berieben. Er war nicht Woßer 


Soldat, wozu nur ‚perfönlicher Muth und Tapfen 


keit ui; fondern er befaß das Girpie eines ey 


bern, wob ‚zwar eines Meiſters mb. Lehrers anrer 


Zek herren. Er unterrichtete feine Generale und 
Dffieipse ſelber Dura)... tiefgebachte ¶ Juſiruktionen 


durch Rathfchläge und Befehle, durch Schlachtord⸗ 


ungen. und kuͤnſtliche Mandvers, Die er-bei.ben 
jährlichen Waffenuͤbungen angab und ansführte, 
und durch befonbre Unterredungen mit ˖ ſalchen · talent» 


voillen Maͤnnren, die in das Imere ver Kriegslunſt 


‚eingeweiht zu werben fähig waren, Er war nicht 
also Zuſchauer bei. den Muſterungen, wie manche 
andre Könige und Fuͤrſten, zugegen; ſondern er lei⸗ 
sete, als die Seele des Ganzen, jede Bewegung die⸗ 
fer. großen Menſchenmaſſen mit: Einſicht, und zw 
:einepg wohl berechneten Zwek. Kein Kriegskollegium 
theilte mit ihm die Oberaufſicht uͤber das Heer; ſein 
Aage allein. ſah und wachte uͤber alles, von ip ging 
Jeder wichtige :Niefehl aus; ihm mußte von jedem 
arme unwittelbar Dericht abgeſtattet, und 
RE Be Rechen⸗ 


, — 52 — 
ER werven; feine Gegemoan, feine 
NAufmerkfamfteit, fein Hiublik auf jedes Megiment ers 
hielt alles in Furcht, erfuͤllte jedermann mit Eifer, 
feine Pflicht zu thun, mid Ppte der Atrnee einen 
Heldengeiſt ein, den bloͤße Belohnungen /oder Strafen 
in andern Herzen nicht zu bewirken: vermochten. 
Wuiedrichs Karalter als Heerfuͤhrer, die Ueberlegrits 
Herr ſeines Berftdnides, feine Einſicht in alle Theile 
- Ver Kriegskunſt, die hohe Meinung, die fine Soße 
daten von ber Weibheit feiner Eatwuͤrfe, und: weh 
went Gellugen derſelben hatten, verbunden: init ſei⸗ 
wer Renrfeligfeit und Vertraulichkeit, vie er gegeh 
ven gemeinen Mann bewies, und mit der Grduſd 
u Abhhartung in Ertragung aller Beſchtwerden, 
wobon er das erſte Beiſpiel gab: — dies alles et 
zeungte don puͤnktlichſten · Gehorſam, die unerſchuͤtrer⸗ 
mechſte Zrede, nuͤd die unvertiligbare Liebe, weiche 
Dreußeh’s "Wtiegere gegen ihren Rönig : bewiefen, 
DIE Bertianen, "was fie zu feinen Anordnungen 
hatten, daß“lein Feind deren Vortreflichkeit je er⸗ 
weichen konhe, gab ihnen auch’bei ven bedenklichſten 
Uniſtanden den hohen Muth, weiber ihre Siege 
fiherte. Sobald fie den König an der Spizze fahen, 
Jaͤhlten fienie ihre Feinde; die Menge der Gegner 
verſtaͤrkte nur die Begierde, ihnen entgegen zu ruͤkken. 
VDirch die alleinige Leitung des Kriegsweſens erhlelt 
"Zriedrich die Einigkeit unter den Generali, vei⸗ 
diuderte die Feindſchaft, erſtikte die feier, 
wehrtte den einſeitigen Intereſſe⸗ und -deite Unge⸗ 
Gerfame y; dee fo vielen Armeen um VBerderben des 
| veicht, 


- 





[4 \ B 
⸗ X 


u 53. — 


weicht, und: ganze taten ime upgie fängt, weil of 
neidiſche Befehlshaber "einander zuwider handel, 
den Muhm eines. Rivalen zu zerſtoͤren fischen, ein⸗ 
ander aicht gehörig auterſtuͤzzen, oder hoͤchſtens nur 
ſo viel thun, als fie ſchlechterdings thun muͤſſen, 
um nicht dffentlich der Untreue. überführt erden u 
Bonen. .° j \ on 
Friedrichs Verhalten gegen bie verfhiebnen 
| —** des Stats war im Ganzen gerecht, im 
Srunde doch nugleich. Den Adel fchäyte er in ſei⸗ 
uen einzelnen Mitgliedern, nad) der uralten. Uſur⸗ 


nNation; die Wauern begünfligte er nur als ganze 


Volkswaiſe, uad mehr aus Grundſaz, als ans per⸗ 
ſtnulichem Antriebe; den Baͤrger ehrte er bloß um 
ſeines Vermoͤgens oder um ſeines Kunſt⸗ und Bes 
werbefleißgs willen... Friedrich, der feine Groͤße 
nicht durch den rrborgten Schimmer des: Thrones 


geliehen, ſondern bush eignen Fleiß erworben und. 
durch reelle Verdienſte behauptet hatte, war niche, | 


fo verblendet, daß er. die. Meuſchen nur mach:vemg 


. gweibeutigen Vorzuge ber. Gedurt geachtet, und. bie , 
Dunfbelheit ber Familie für einen un N 


Echaudflek angeſehen haͤtte. Er erklaͤrte ſich viel⸗ 


mehr oft. mis hen: Rärkften. Gründen der. Dhilsfophie u 


und: mit den Bitterfien Sarlasmen der Satire gegen 
den Eigenduͤnkel ſolcher Edelleute, die ein Stülchen 


Nalbleder oder Pergament, Adelsbrief genannt, für ' 
den Veweis ihrer beſſern Natur, für einen wefente  - 


lichen Morgug vor der Abrigen Menſchheit, für einen 
—— un an —————— 
we u" 


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— 1 Wr BE 


entgehen. Er ſagte laut und‘ Re bheatich⸗ 

daß Niemand. vortreflich oder verächrlich geboren 
werde, daß aller. Adelſtolz ein Anfoß ‘gegen die ges 
ſunde ernunft „und die Thorheit aller Thorheiten 
fei, daß die Natur ohne Muͤkſicht auf ˖ Stand und 
Geburt große, edle, hervotſtechende Anlage gebe, 


bie Erziehung fie entwille, nud des Menfchen eigne 


Anſtrengung fie ausbilde; er fleilt ed an mehrer - 
Orten feiner binterlaßnen Merle als Pflicht des Re⸗ 
: genten vor, bei ber Austheilung von Aemtern um 


Statsgeſchaͤften nur auf Verdienſt und empfehe 


: hungewärdige -Eigeufchäften, . nicht : auf "den eitlen 
Dunſt des. Herlonmmens aus edlem Blute zu ſehen. 
So urtheilte und handelte Friedrich in feinen heliften 
Stunden, wo Nachdenken allein ihm leitete, und 
Philoſephie den Ausſpruch that. Aber es gab auch 
Zeiten bei ihm, wo tiefgewurzelte Vorurtheile, Lei⸗ 
denſchaften und Gewohnheiten die Oberhaud uͤber 
fein richtigeres Erkenntniß hätten, und dan kam er 
mit ſeinen Grunbfäggen in Widerſpruch, er verhielt 
fich ſo, als. went .e glaubte, Daß die Ehre, die 
Grundlage aller. Tugenden, ein natuͤrliches Eigens 
thum des Adels wäre, .umd daß es zü den felmen 
Ausnahmen gehörte, wenn man Talente und Vers 
dienſte auch in Buͤrgerfamilien antraͤfe. "Seine Vor⸗ 
Kebe gegen den Geburtsadel trieb ihn alsdann fo 
. weit, daß er gegen alte, treue, durch ihre Thaten 


brlohnungswerthe, und durch ihr Genie ehrwuͤrdige 


Diener ungerecht: handelte, daß er fich nicht allein 
ber Hadiiigteb, Faber der de 
chul⸗ 





! 
! 


— 38 — 


J ſchuttig umnchte/ wenn: er bie unnee, wie r es 
nannte , von blrgerlichen Officieren nach ben rien | 


den. reinigte, bie doch feina Grhkze im- Kriege gewes _ 
. fon waten, und daß er edlen Männern abeliche Tun 
der ohne Erfahrung und ohne Werth vorgog.: Jn. 
. drei: Foaͤllen gab er dem. Adel entfchiehne Boͤrzͤge 
wor dem Wärgerflande. ' Er wählte aus ihm-.frine - - 


Miniſter, die Praͤſidenten in den Einilföllegien, und. 

die Dfficiere bei den Feldregimentern. Michaelis, . 
Bohn eines Apotheker und Bürgermieifters, ift der 
einzige, welcher, ohne je geadelt zu fein, vom Regi⸗ 


mentäguartiermeifter. bis zum Statöminifter 1779. . 


emwporſtieg. Bloß bei'der Artillerie und bei Gatniſon · 
Megimentern wurden biirgerliche Dffictere ugelaflen, - 
bei. den einen aus Noth, and bei den andern aus . 
Geriugſchaͤzzung. Es fanden fich unter dent Adel 
nicht Leute genug, Die Hmmkängliche Fähigkeiten ober 
Den erforderlichen Fleiß gehabt Hinten, um alle die 
Kenntniffe:zu erfernen, weiche zu einem volllonuunen 
‚Sietilleriften: gehören; - Daher mußte man gern oder 
-- ungern zum SBürgerftande feine Zuflucht nehmen, 
‚Der Grund, welchen Zriedrich anführte, warum ee - 
die Wolichen vorzugsweiſe zu Befehlshabern der 


Truppen für fähig hielt, if ziemlich unbedeutenb. 


. * 


Der, Adel mr, meint. er, habe Ehrgefuͤhl, weil er 
Am Fall der Ausuͤbung ehrloſer Handlungen bei feis 
. nen Btandbeögenoffen und Verwandten keinen Schuz 


und Beine Aufnahme fände; der Bärgerliche bins 


‚gegen ‚> welcher fich durch Feigheit oder Ehrloſigkeit 
——— abe, Be po | im die Dankelheit ſeines 
Stan⸗ 


4 


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Pa 
[3 


glaude⸗ zutakziehen, un. als Krämer ober — 


0 weder able Brandmal unter feines Gleichen forte 


leben. In diefem : Urtheil ſind mehrere. Irrthlmer 
enthalten. Zuvoͤrderſt vermechſelt der König bie eige, 
pub zwar die geringere. Aenßerung ‚des Ehre, in fo 
fern fie kriegeriſche Tmpferkeit iſt, ait der wahren 
Ehre, die allen verwänftigen Menichen eigen iſt. 
Ebre im richtigen Sinne genommen, iſt Furcht ver 
düchen, unmoraliſchen, niedertraͤchtigen Danke 
uigen. Und daß dieſe Ehre unter den. — 
wenn nicht mehr, doch gewiß eben ſo ernſtlich, als 
unter ben Aplichen geſucht und fellgeiahen wird, 
liegt am Tage. Daß es hingegen” Eoellente von 
weggeworfener Denkungsart, von uumoreliſchem 
Wandel gibs, ſolglich Menſchen, die alles wahr 
Ehrgeiuͤhl erſtikt haben, und darum doch von Eini⸗ 


gen ihrer Kaſte gefchägt merken, lehrt leider eine 


sräurige Erfahrung gleicafalls. Was ſedann den 
militaͤriſchen Ehrpunuktbeteift, jene muthige Auf⸗ 
prauſung der Lebensgeiſter, jene Unerſchrakkenhein in 
Topeegefahren, jene heiße Begierde nah Rahm, 
nd jenen Abſchen, ein Feiger zu heißen: io bet noch 
‚fein Menſch hiſtoriſch beweiſen, oder phvſtich Bemeer 
ſtriren/ öunen, . daß in dieſem Staͤkke der Bürger 
‚hintes dem Edelmanne fände: Men: enmäge bie 
Deldenthaten der,alten Bölfer, die Siege der kärgers 
‚lichen Srangofen, die Lirmzeen gieler Deusfchen Yres 
‚vinzen, 5 DB. von Haunchet, me unbelanntechut - 


für keinen Ansſaz giit, der un: Dfficher. verin⸗ 


reinige: ſo wird jenes Npgmne Anis: angehernes 
ln — adüchen 





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= — > u — 
N 


aichen Ebre aid: ch drſbonton erfhininen, das 
var. den Stralen iner erfeuchteien MWermunft im. 
| Pr zerfließet. Gunlich iſt eſ ganz ungegrändeh, 
des Voͤrgerliche eimm durch feiges und ſchaͤndlichez 
WBerhalten gebrandmarkten Officier ungehöhnt im 
thae Mitte_wieder aufnaͤbmen, Adliche aber. das 
Gegentheil beobachteten. Uũbeſtreitbare Thatſachen 
widerlegen dies Vorgeben. Iſt je ein Officier, und 
noch dazu, ein Obergenerql von Adel, mit Schande 
bedelt worden, ſo iſt dies den Brittiſchen Korg 
Sackpille wegen. feines unwuͤrdigen Betragens 
im der Schlacht bei Minden 1759 wiederfahren. Bow 
ber ganzen Engliſchen Nation mit Verwuͤnſchungen 
uͤherhaͤuft, von einem foͤrmlichen Kriegsgerichte gute 
ehrt, unter George II. für unfähig zu allen Kriegen 
pienſten ertlaͤrt, wurde er dennoch von George III. 
‚zum Kriegsminiſter erhobeg, und hier zeigte er ſich 
feiner wrdig, indem ar durch feine Entwürfe Bere 
aulaſſung gab, daß Oroßbritannien feine Nordameri⸗ 
kaniſchen Kolonien verlor. Es gibt der Beiſpiele 
wehrere, daß Officiere, wenn nicht in ihrem Vater⸗ 
lade, doch in der Fremde, wo ihre Familie, aber 
wit inse Ehrloſigkeit bekannt, oder wo das Mise 
Gallen ihres -vorigen Regenten Wohl gar eine Eme 
npfehlang if, ein nenes, afs befferes Unterlommen 
ſraden. Wie kraͤnkend muß es dagegen ſein, weun 
‚ein entehrser Officier büngensichen Standes ſich durch 
Meſchinafung inter feine vormalige Wuͤrde ernie⸗ 
Swigt: aba}. Die. hoberu Chtaͤnde verſteßen ihn ala 
‚een, Naßard, die Man vguben fin aid Sue 
FE / t⸗ 


D 
8 


gyritter. Wie kann er iin Dame ober ilhfens 
after noch ein Handwerk erläniieh, ei ein Sewerbs 


. it glädlicjern Erfolge beginnen, noch die daufdehe 


der Wiſſenſchaften betreten‘? Wie kann er in einer 
- folchen Lage; nachdem er eines gläftichern und efrese | 
vollern Lebens gewohnt war, zufrieben und froh fen? 
Der Bürgerliche hat alfo mit dem Edelmaime gleiche, 
vielleicht noch ſtaͤrkere Bernegungsgrände,) Die ihn 
zur Bewahrung eines unbeflekten Namens und 


iner ungekraͤnkten Ehre anfporken, Verſchiedenheit 


der Stände und der Belohnuugen muß es geben; 


adbber nicht zufällige Rleinigleiten, nicht zarnffelige 


Ungefähre, fondern die Wuͤrde der Tugend, vie 
Ehre des gebildeten Verſtandes, und die Sunme 


. ler Taten, wirklich geleifteter - Dienfie, An⸗ 


ſpruͤche auf den Dauf des Vaterlawdes ſoucen fe 
begruͤnden. 

Friedrich, der Seibftregent, mußte. eben 
darum, weil er wirklich herrſchte, und rcht bloß 
als König figuritte, bald zu der Einficht gelangen, 
daß das gemeine Boll, befonders der Wiauer, die 
lezte Stuͤzze aller feiner Macht, und das eigentfihe 
Werkzeug zu allen feinen Unternehmungen fel. Da⸗ 
her lehrte ihn ſchon Politik, was die Menſchlichkeit 


"Noch dringender fordert; daß er die druͤtkkende Lane 


beffeiben erleichtern, -ihn- von NMikhandlungen bes 
wahren, ober dagegen ſchzzen, und feine Liehe ges 
winunen muͤſſe. Friediich beſchaͤftigte ſich daher viel 


mit dem Landvolte, nahm deſſen Bittfcheiften: mit 


Sute auf, hörte feine Klagen wit Gebuld an ‚nun 








A 1 


— 


— 30 nn 
wurde nicht wewriettich, wenn uf eine mehen 


mais. abgenitheilte Sache immer“ wieher vor feine | 


Sn brachte, ı Gern überließ er ben Bauern. in 


koniglichen Patronatlirchen die Wahl ihrer Prediger; 


ı willig gab er: ihnen Gehör, fo oft fie feine Hälfe 


aufruften, vornaͤmlich, wenn ganze Gemeinen uͤber 


Bedrukkung ober Unfaͤlle klagten. Es iſt wahr, di eſe 


- Shnigliche Milde wutde son manchen fiörrigen und. 
breshaften Bemäthern gemißbraucht, und es find 
Beiſpiel⸗ vorhanden, daß Bauern bei dem augen⸗ 
ſcheinlichſten Unrecht vom ihrer Seite den König yınz 
aufhoͤrlich mit Bitten und Vorſtellungen beſtuͤtmten. 
Doch blieb Friedrich: ſeinen Siſtem getren, ihnen 
den Zugang:zu feiner Perſon frei zu laſſen. Und 


barin handelte er.gewiß hoͤchſt edel, und vollkom⸗ u 


men billig. . Mißbrauch ift die Zugabe, die Allen 
menſchlichen Einrichtungen auhaͤngt. Die große 
Frage kommt hier und uͤberall auf das Mehr und 
Weniger an. Wo iſt ein groͤßerer Mißbrauch ‚en 
betruͤbterer Schade für dad Statswohl zu erwarten, 


"wenn ein. Fürft dem gemeinen Manne gar kein, 


bechſtens ein ſeltnes, ein erſchwertes Gehoͤr gibt? 


vder wenn er ihm, wie Friedrich, zu jeder. Zeit uns 
gehindert vor fih laͤßt? So viel ift doch gewiß, 
‚daß der Reichthum, ‚die Samilien s Verbindung, und 


ſelbſt der mehr ansgehildete Verſtand der höhern 


RNegenten umringen, für fie die Mittel und Wege 
vermehren, ihre wirklichen Rechte zu — 
ihee ungerechten Borderuugen durchzuſezzen, und 


8 


ihre 


Staͤnde, der Gutsherren und ber Adlichen, die den 


6 


\ one Mean au erweitern, Die obern Gericheke 
“ Helen, an die ſich her Bauer wendet, find gebftene 
ſweils mit Uplichen befejt, welche Gefaͤle und harte 
Dienfte von ihm fordern; und die Bürgerlichen, Die 
a folchen Behörden mit ſizzen, haben mehr von 7 
Einfluſſe und der Gunſt des Adels zu hoffen, 
von dem unterbrüften Bauer; wenn daher — * 


Richter, nicht eine ganz ungewöhnliche Redlichteit 


and eiuen wahren Yuftigeifer befizzen, ſo iſt immer 
eher zu vermuthen, daß fie auf der Seite des Adels, 
als des Bauers fein werben. Sp urtheilte Friedrich, 
amd darum glaubte er, daß ed noͤthig fei, durch Men . 


guͤnſtigung der Vauern die Beamten und Gerichrse 


pfleger in einer heilſamen Zurcht zu ‚erhalten. Uns 
ſollte auch hie und da einer von den Bauern auf 
biefe Art zur Hartnaͤkkigkeit gegen feine Obern ver⸗ 
enlaßt werben, fo muͤſſe man, wie er ſagte, man⸗ 

ches der Einfalt dieſer Leure zu Gute halten, 

mit ihrer Schwaͤche und Unwiſſenheit Geduld om. 
Wie lobendwerth Friedrich's Verfqhren war, ſicht 
man daraus, daß bei aller ſeiner Aufmertſanibrit 
und Strenge gegen die Richter dennoch mauche 
Maͤthe und Amtleute unter der Hand hart gegen’ die 
Bauern verfuhren. Was wuͤrde erſt daun entfhany 
den ſein, wenn er die Beſchwerden der Niedern * 
‚ht mehr angenommen haͤtte? 

Die Nachſicht und Fuͤrſorge, welche der See 
gegen bie Bauern, und die Dorliebe, welche er gegen 
den Adel bewies, zeigte er in.der Ausdehneng nicht 
argen, don Bärgeiflan. & Madre ud beforderte 

awar 





eo: _ 
. . , 
. . - i . 
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x 


zwar auch deffen Bi, vergbinte auch thm den us 
Ark zu feinem Throne, ‘über er befämmerte ſich at 
ihren Zuſtand nicht fo ſehr im Einzelnen, als bei 


ben beide erſtern; und da er das bürgerfiche LT 


werbe durch die vielen Monopolien, durch difttende 
Einſchraͤrkungen, durch ſchwere Accifelaſten und auf 
andre At verminderte, fb erlangte er ‚unter ‘ven 
Bürgers im Ganzen genommen nicht den hohen 
Grad der Liebe, welchen er ſonſt um feiner‘ anders 
weitigen "großen Regententugenden gewiß erreicht 
Haben würde. Lebrigens geftattete er durchaus kel⸗ 
nen Miniſter⸗ oder Raͤthe⸗ ⸗Despotiemus. Jeder 
Einwohner konnte an ihn frei ſchreiben, und war 
ficher, daß jeder Vrief, der die Aufſchrifte EN Sr 
Majeſtaͤt eigenhändiger Eröfnung, fhrte, in des 
Waigs Haͤnde kam. Es konnte Jemand vinem 
Poſtmeiſter einen Brief zur Beſorguug Abergeben, 
unt ihm getade herans bekennen, daß er ihn, den 
Poſtmeiſter, in in ſelbigem anklage; doch durfte e 
Hicht beſorgen, daß fein Schreiben untergeſchlagen 
werden wuͤrve: kein Menſch haite das aunter vðriedrich 
berdapt, . 
- Wrüßgeitig‘ hatte Friedrich über ſeinen Beruf 
Bichgehncht, und lebenslang bemühte er ſich, die 
 Grumöflgge einer wahren Statskunſt in Yusäbung 
u gir dringen. Er urtheilte 'weit richtiger und philoſo⸗ 


phiſcher vom Urſprunge der Regenten, als viele nie⸗ 


drige Schmeichler oder kriechende Sklaven, die die 
Sürften vergdttern, und ihre Gewalt von einer uns 
MifteBaren Aifkasung Seine herlenten. Er tadelte 
den 

J J | 


8 


u 6, — 


Den Mißbrauch der oherſten Gewalt weit ſchaͤrfer, 
als ed Privatleute zu thun fich arkuͤhnen; und ex 
‚in alle Theile der Regierungöwilfeusichaft mie 


u fine, Seharfſinne und. einem Eifer hinehz,., wit 


welcheni der große Haufe ber Menſchen anf. das, 
was ihm au thun obliegt, nicht zu achten ‚aflegts 
Peweiſe hievon findet man in feinen dffentlichen - 
‚Handlungen, und in feinen fchriftlichen Neußerun⸗ 
gen,. befonderd in einer Abhandlung, die ex 178% 
alö die Frucht feines Alters, und als den Schaz ſei⸗ 
ner Erfahrungen für feine Hausfreunde druffen ließ, 
rin er feine Gedanken über die Regierungss 
— und uͤber die Pflichten der Regen 
ten vorteägt. ., Wir wollen einige Stellen daraus 
" Anführen, weil Briedrich’s eigne Worte feinen 
Bei, feinen Charakter, feine Art. zu denlen umd. 
zu handeln am beiten ſchildern. Die Macht und 
Heiligkeit ber Gürften leitet .ex nicht von einer ſpeciel⸗ 
ien Vollmacht Gottes, fondern von dem Auftrags 
ber Geſellſchaft her. „Die Buͤrger, fagt er, haben 
einen ihres Gleaichen den Vorzug ejngen 

Ä „räumt, aber aus keinem andern Grunde, als weil 
„sie .wichtige Dienfte -von ihm erwarteten; 
„oiefe Dienfte find: daß er. die Geſezze aufrecht exe 
„halte, die Gerechtigkeit genau bandhabe, fich mit 
„aller Macht dem Sittenverderbniß entgegenſezze, 
„und den Stat gegen feine. Feinde ‚vertheidige,” Um 
dieſe Pflichten- erfüllen zu koͤnnen. wird für den Rez 
genten „ein tiefes Studium der Verfaſſung und 
Äh. des Landes, und eine genane Bekannsfchaft 
mit 


* ’ i 3 


m 63 .. \ 

ht dem Genie ver Natiön erfordertz dans, wie 

zer Regent aud.:Mamwiffennetis fehlt, ſo 

ı Yacht er fihieben.fo- Rrafbar, dla: ou er es 
Vagi ſ Oo s hee rt thatz. jenes iſt: ein Fehler der 

EAMraͤgheit, dieſes iſt Verderbniß DS Herzens, aber 


a8 Uebel, wolches ſar die Gefelifisaft daran 


entſpringt/ biribr :vaffelbe. Die Gärten, die 
„Rbaige, ſind ulfo: ichs mir ber höchflen Gewalt 
Ibitleidet, am fich angefraft vn Ansichweie 
;;äuffgen.,. und:iiebes Art bed Anfivandes ere 
Yygeben''zn. formbbz Tieifind wicht über ihre Mitbuͤre 
ae. erhoben, damit:ithr Stolz ſich auf dem 
fentlichen Schauplag br ſte, und ‚hit. Verach⸗ 
ytwag.die Einſalt der Gitter; die Armuth and den 
Wienden nitdertren⸗ fie ſtehen nichrankveu@yige 
zieh Stats, um: eben: ſich rinen Houfenuvn 
 Bignämgern:zu haften, deren Nichtothen 
ziwcke;; deren. Unbrauchbarkeit ade Unten von 
gbsftern.iergengt.: „Die: ſchlechte Werwaltung der 
duaichiſchen· Regierungbform ruhrt von mehreng 
riſchiedntu Urſechen her, ‚die thre Quelle im Chae 
gaakter des Rogeriten haben. So wird ein Farſt, 
„aen den Meibern ergeben iſt ſich von Manrtoſe 
yAen und Guͤnſtlingen regieren: laffen; dieſe 
nerden die Gewalt mißbrauchen, die fie Aber den 
„Bei web Jurſten haben, Ke wemen ſaih derfälbag 
edlentu,/ um Ungerechtigkerren Fu beg e⸗ 
Yben,: ſittentoſe Menſchen. in Schaz zu 
Anrhmen, Aemter und Marden zu vere⸗ 
enter, und Andre Schandthaten dieſer 
ir. ‚re 


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wurt.om begaben: Menn der: Bär nub. Strang 
um Nüchssehun die Fuͤhrnng des Stats ger 
ypungaaı Händen: ich will ſagen, feinen 

. ,Miniftenn,überläft: forgteht der eine gar 
„Rechten; der gudre. ans Rinken, MAemand 
darbeitet nach einem ellgensciate Planue, Iex Mi⸗ 
duiſter ſtuͤrzt am, was er ſchen süngeführt finhet· ſo 
ant die Kache auch fein mage, un ein Shbtfer 
uden erwas Neuem zu werden, und um feine! Eins 
ztafien oft zum Nachtheil des allgemeinen. Beſten 
‚ zpdurchgufeggen, — -— . Weil fie Wiiniikeni ich 
„damit beruhigen, Daß. Wewand ihre Verfahren une 
zuserfinht,. fo hüten fie Sic wohl, ein Veiſpiel einer 


Vvſſtrengen Unterſuchung bei iseen: Untergebugn- zu 


zuuꝛigen. Die, Menſchen Hängen: ſich an das, was 

" yes gehbes; der: Stet gehoͤrt dieſen Menſchen 
Fuicht; aber. hegt hnen ıfein. Beſtes nicht ande 
zchaftig am Herzen; alles wird nachl aſg/ und wut 


einer Int on. ftoifcher..Kaltbiktigleit . betüecken, 


„woher der Werfall der Rechtanflege, Der Zirangeg 
"ind des Kriegeſtandes entfmeiige, "Stamtjeimgg 

. Monarchie artet eine fotche Negierieng 
„in. eine wahre Ariſtokratie add, ward 
ꝓMiniſter und Senirale ihre Befchäfte nach :iäge 
„Akinfätlen: bearbeiten; am. Ende: weiß. Diesen 
ynpnehr, was-ein.ajlgeineinsd: Biften ſei. ⸗MED⸗ 
„Udbel erreicht ſeinen Gipfel, wenn es verbehrten 

Gewuͤtheen gelingt, den Regenten guibereven; anf 

» fein Jautereſſe von Dem Intereſſe feiner Unterthanen 
ee dann wird der Bonnenajn ont 
„Heind 


‚| 








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pi . . — 6. — | , ı* 


‚pEeind feimes Volks, ohne zu wiſſen, U 

„er wird aus Mißverſtaud hart, firenpe, - 

umenfih lie; denn da die Grundfäzze, von - 

Adeunen ei anögeht, falſch ſind, fo maͤſſen es netha 
Amendig auch die Folgen fein. 

Nachdem .er Hierauf die Megein feſtgeſtellt ba 
welche ein Regent bei Verwaltung ver Gerechtigkeit, 
bei Schließung auswaͤrtiger Buͤndniſſe, bei Ver⸗ 
faſſung des Heeres, bdei Fuͤhrung der Kriege, bei 
der Aufſicht über die Finanzen, und Belebung der 
Gewerbe und Manufakturen zu befolgen hat: fa 
empfieblt.er die Beobachtung Einer uneingefäräuften 
Duldung ts -Meltgionsfachen. Er ſpricht dem Fuͤrg 
Ren. ſchlechterdiugb das Recht ab, über pie 
- Meiningen ber’ Bürger zu gebieten, | und dräft ſich 
hierüber mit dem Pathos‘ einer. Feuerrede folgenden -- 
Geſtalt aus: „Muͤßte man nicht wahnſing 
nwig fein, wenn ma ſich - vorftellen 
Jwollte, daß Menfhen zu einemisren 
„Sleichengeſagt hättent wirerheben _ 
„dich über uns, weil wir.gern Gflanen 

Aein wollen, und wir. geben bie bie 
„Nacht, unfre Genanten: nad deinen . 
„Willkähr zu Leiten? Eie haben.:sielg.. - 
„mehr gefagts wir bedürfen deiner, um. - 
„die Geſezze aufrecheizu Halren, denen 
„wir geboren wollen, um weife .teq 
yoiert zu werden, und uns zu wercheia 
„oigen;. Absigend fordern wit von bir 
„Achtung für. uufre -Sreihette, Disa.if 
"uni u. Geſch. 6. Ebl. ze 6 ” MY 


v 


⸗ 


- 
. 
. 


/ 


66 


adas⸗ Verlangen der Shlter; ı wogegen 


eine Einwendung Statt finden Fann,” 


Er beſchließt ſeine Betrachtung Wer hie Herr⸗ 


ſcherpflichten mit einer Gewiffensoſchoͤrfang, wo er 
urnter andern ſagt: „der Regent nam̃ ſich ſtets era 
men, daß er ein Menſch iſt, ‚wie der 
 ggeringfie feiner Unterthanen,; Wem. ey 


„pe erſte Richter, der erſte Gentral, der erſte 
Ainangier, der erſte Minifer der Geſellſchaft iſt, 


246 folk er dies alles micht bloß vorftellen; 


„ſonders :alle.dbamüt.nerbundne Pflichten 


erfuitlen. Er iſt nachts, alb der erſte 


—— ded Stars, und iſt verbunden, mir aller _ 
beit, Weisheit: und Uneigennüzgigleit 

yya verfahren, als menu er jeden Augenblif 
zfeinen Mitbürgsnn. über feine Stats⸗ 


‚ nserwaltung; Nerhenfhaft ablegen folk 


pie So if en ſt rafwuͤrdig, wenn er def 
„Gelv- feines Volks, welches durch hie, Aaflagen 
„eintonnnt, in Auſwaud, in ‘Pomp, und zu Aus⸗ 


_ pfpeeeifiungen: verfehhuenbets er, der üben-die.guien 


„Sitten wachen ſoll, welche Die Auſſeherinnen Der 


Geſezze finds: er; ber. die Nazional «rziehuug dere 


jrsolltonumern, - ıinb fie nicht durch boͤſe Exrampel 
„verderben fell — .. Die Fuͤrſt muß Taut alle 


| „fchaͤndliche Thaten mißbilli gen, und denen, 


„die underbefferlich find, Vorzuͤge verfagen; — Um 


ya verhindern, daß: bie Naziomi s Sitten nicht dere 


Aderbt werben, muß ber Fuͤrſt un adufhͤrlich 


| naufmerkfam ſein, er nur bas nerfäns 


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ade: Werdienft ausjetäne; ah Irm 
Neichthame ohne Sitten und Tugend Ä 
„nichts als Weragtung beweifer Wie 
ruhroud if endlich vie Stelle, wo er den Fuͤrſten ats U \- 
das Haupt der Bürgerfamitten, als ven Vater ves 
VBolks worſtelilt, und von im fordert: „er ſolle 
„bei: jeder Gelegenheit die lezte Zae 
Alauchteder Unglälligen fein, beiden . 
„Waiſen  Warerftelle vertreten, von 
„Wirtwen briſtehen, theilnehmendes 
Sefuͤhl für den niedrigſten Armen, wie 
„far den erken Hıfnmana haben, and 
reigebig gegen viejenigen. fein, die 
"son aller DAlfe ent babt keine Wirren 
„iſtützung als Bei:Täiner Bodtrhätige \ 
yertt: gu. finsen wiffen” So ſprach, uh 
ſo⸗ handelte der Koͤnig, den unkundige Ausländer, 
Baer abfichtliche Berlrumder hart, geſuͤhllos, "eilig 
mi dent en,” Frirdrich war Dies wahrlich 
hit, fomere die Lehren der: Weisheit und Pfucht 
der Mile und Rechtſchaffenheit, vie er andern Hetr⸗ 
ſchern predigre, waren die Kopie ſeines eignen Ben 
halkens. EHRE waͤre gewiß nicht aur jedet Gtat 
ſondernunchi jeder Rezent, wo Züedrichv Stimme 
gehdet, unb feine Vorſchtift beſolgt wuͤrde; da wuͤtde 
Mies Yen Rebobutlonsgeiſt regen, da Fein Thron · wan⸗ 
ken, nicht vas leiſeſte Fiaflern von: Emphrang ver⸗ 
nnmnen werden. Eber warum fndet ſich Dub ſed ⸗ 
ne Soedt, was Friedrich von der einzigen art," wor 
diunch bie ed Degiermgefetn" gi ter 
| '€3 wohle 


Li 
- , 


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7 
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wohlthatig wird,‘ eutworfen hat, nicht überall feas 


liſirt? ‚Auch dieſe Frage beantwertet er. .norh ; 
Ben ſich viele: Fuͤrſten anders verhalten, als fie 
Aſollien, fo muß man es daraus erklaͤren, daß fie 
päber ihre. Einſezzung, und äber die 


Pflichten, die daraus fließen, menig nacıe 


* 


„gedacht haben, Sie haben eine Laſt auf ſich ges 
„ommen, bereu Gewicht uun Werh fie. verfennen, 
„Nie haben ſich aus. Mangel an Einſicht vom rechten | 
„Wege verirret. — Ich wünfthte, daß dieſer mein 
ſchmacher Verſuch Mark⸗ Bursle - ‚Bilden. moͤchte; 

gbied wäre. die ſchoͤrſie Belohnung, die ich mir vers 


ſprechen konnte, und Die zugleich das GIAE der 


„Menſchheit befördern wuͤrde. Ich muß indeſſen 
ahinzufegzen,- daß ein ZArft-— nicht hie. gönzliche 
„WVollkommenhelt erreichen: wird, weiler,- bei allem 
„nur möglichen guten Willen, ſich ig ker Wahl fein 


are Minifter und Räthe irren kann; weil man ihm 


„oft die Sachen in einem falſchen Lichte vorſtelt, 
‚feine Befehle nicht pünktlich peſlzieht, die veruͤbten 
„Ungereshtigfeiten. verſchleiert; weil harte, ‚eigens 


finnige Statsbedienten alguftrenge und ſtolz ver⸗ 
afahten; kurz, weil der. Fuͤrſt in einem atwas aus⸗ 
⸗⸗gedehnten Lande nicht überall ſeinckann. So 


„Art unfer Schikſal hienieden, und ſo wird es ferner 
fein.“ Nie wird man ben Grad von Vollk ommen · 
‚heit erreichen, den das Gluͤk der. Völker 
Aordert; und man wird ſich in der Regierung, 
‚wie in allen übrigen Dingen, mit dem b 


| umäften, was die meniaßen Winde! bat.” 


ie 


3 . 
“ 
. 


— 











= 69 Eu 


dienand wii diefe Yubzge aus einer Er; von 


welcher ein Fümpetenter Richter, der Graf Herzberg, 


ten zu fein verdiene, und einft unsisöbleiblich auch. 


fein werde, für überfläffig oder: für bloße Lülfene 


Bier auſehen; fie ſcheinen mir vielmehr Hier, * 
Friedrichs Charakter geſchildert werben folk, 


Du artheilt, daß fie das Handbuch aller Regens 


x 


rechten Orte zu fliehen; fie dekken und das Innere dom \ 
feinem Gemuͤthe auf, und geben und mehr Auf⸗ 


fihläffe üßer feine Denkungsart, als alle bloß im u 5 


. Allgemeinen hingeworfene Bemerkungen. 


Friedrich's Regierumngs Weiſe unterfchieb fich 


| weſentlich von dem, was alle uͤbrigen Monarchen 
ſeiner Zeit thaten. Er regierte den ganzen Stat aus 
feinen einſamen Kabinette, wo er von keinem Mini⸗ 
ſter, keinem Kollegium, keinem Kriegsrath umringt 
war, ſondern wo er bloß einige Schreiber, K ab i⸗ 
nets raͤthe genannt, bei ſich hatte, die ſeine Be⸗ 
fehle abſchrieben, feine Entſcheidungen in die gehds 


wige Jorm brachten, und den Hauptinhalt der ein⸗ 
gelaufnen Sachen in gedraͤngten, doch vollſtaͤnbdiger 


Aus ʒuͤgen varſtellten. Sie waren alſo bloß ſeine 


Handlanger, denen er auch) nie die Ehre und den 


Danf zugeſtand, welche er feinen Miniftern weihte, 
. Zn einer Entfernung von 4 Meilen befanden fich bie 


oberſten Statskollegien, Miniſter und Raͤthe, die. 


er niemals um ſich in: Gemeinſchaft verſammelte, 


“mit. denen er keine Geſchaͤfte in Perſon abmachte, 


von denen er ſich ſelbſt nicht muͤndlich etwas berich⸗ 
ten ep © ‚fingten Ihe alles ſoriftiich bei ihm 


an, 


— 


— 


. — 70 ww .. 
an, und erhielten eben (o Die Eattcheiduug Is 
ihnen biefe unbillig, einfeitig ader irrig nor, fo femme 
tzen fie Gegenvorſtellungen thun. Dech wenn Frie⸗ 
drich wiederholt auf der Vollziehung feiner Anorh⸗ 
gungen beſtand, ſo fand keine weitere Widernade 
Statt, und Gehorchen war das Einzige, was ihnen 
'gblag. Oft verlangte, er ihr Gutachten, und ihre 
Vorfchläge, bie er Dann gruͤfte, und darauf ennabın” 
oder verwarf. Einzelne Beifpiele, we er zinen oder 
mehrere Minifter zus Berathſchlagung zu ſich ziel, 
oder. gelegentliche Unterredungen über. Geſchaͤfti⸗ 
fahen mit erfahrnen Raͤthen hielt, gehoͤren zu den 
Ausnahmen, und nicht zu dem gewöhnlichen Gauga 
feiner Regieruugsart. Friedrich wollte hurch dieſes 
Verfahren bie Mißbraͤnche vermeiden, welche and 
der beftändigen. Gegenwart, pad aus ben wuͤndlichen 
Manferenzen ber Miniſter leicht eutſtehen koͤnnen. 
In ‚einer ganzen Kabinetsverſammlung wird zuwei⸗ 
len der weiſere Rath durch die Mehrheit aus Nein, 
Eiferſucht oder Unkande verworfen; ber befcheidme 
1 .0d bedaͤchtige Miniſter redet dus Räkficht.auf feine 
anderd gefinnte Kollegen nieht freimäshig genug; eb 
ſprechen bier Männer, die ganz andre Fächer haben, 
‚ Über Dinge mit, die fie nicht perſtehen; ed werden 
fo viele fremdartige Gegenſtaͤnde mit in's Spiel ge⸗ 
mꝓegen, welche die Hauptſache entſtellen, und in de 
nern falfchen Achte darſtellenz Maͤnner, walche Die - 
Gabe des Wizzes, der. Ueberredung, des gefaͤlligen 
Vortrags, der dußerlichen Einſchmeich⸗lei beſtzden, 
Ban ſchaͤdliche Peiste aunchwlikt, Wie 





— 


, 
or Em , 


% 


‚Dies alles fällt. weg; wenn jeder Miniſter einzeln in 
feinem Departement durch schriftliche Derlegung feis 


‚ser Meinnung, an den Regenten herichtet; hier ge: 


‚yeinnt die Zreimhtbigleit, bier hilft kein Boumot, 


chier kaum fich Feine Unwiſſenheit hinter hochtwabenden _  - 


orten verfieflen, hier gilt es wirkliche Brände, 


uud die Sache ſelbſt. Eine ſolche Metbode Tann 


freilich auch nur in. einem felchen State von ent⸗ 


ſchiednem Nitzzen fein, wo der Regent die richtige 
Rrtheilskraft, den ſchnellen Msberbil, die genane 
Zaudestenyteiß und bie raſtloſe Thaͤtigleit eb 
Friedrich's in ſich vereinigt, ‚welcher leine Anßß 
wort um einen Tag aufſchob, ſondern die Entſchei⸗ 


hung pünktlich. ausfertigte, die Bellziehung: befchlens 


ige, wan-alle Deitwirter in Feuet (te. | 
Bam griedrich neue Etatsminiſter/ Geverale, 


Praͤſidenten oder andre hohe Raͤthe ernanut hatte, 


Au oder andro fleife Gefseremonign zu verrichten, 
ſendern um fie von Ihm PYflichten zu belehren, und 
yar Beobachtung Ihrer Schaldigkeit zu ermahnen. 


Ar dilktine ihnen geawodhnlich in ihre Schreibetafel, 


mas ſie zu ihres Richtſchnur zu befolgen hätten, unb -- 


æarute fie vor · den Mißbräschen, die ihm befaunt 
gewordan waren. | 


Auf 


Aöntohrfe:nergerfinh varſteſlen, meil Am Hetlan⸗ | 
‚fennen. Geſptaͤche night Der, welcher die triftigſten 
' Brände, ſendern der, melsber Die blendendſtan So⸗ 
biönen yorträgt, die Oberhand zu hehalteuipfiegt, 


— 


—— 


—* 


ſo ließ er fie. sicht. wor «Jh kommen, um ben Sands ms 


R" 


2 w—_ u 
NAuf die Anfſvagen feiner Minifler und Generale 


. tamtiwortete er entweder mit einigen Worten, die er 
aan die Seite bed Berichts ober Briefes ſchrieb, wels 
-thed man Randgloffen nennt, oder durch beſondre 
Werfuͤgungen, bie von den Kabinetskaͤthen nach feis 


ner Angabe aufgefezt, von ihm zuweilen mit eigen⸗ 


. bändigen Zuſazzen, „und allemal von ſeiner Unter⸗ 


ſchrift begleitet wurden. Seine Randgloſſen waren 


ft Bitter, heftig, ſotiriſch und ſpotriſch, beſonders 


an ſolche Perſonen, die ihm Urfache oder Doch dem 


 »&chein zum Mißtrauen -gegeben hatten, Manche 


-_. 


Vorſtellung von hohen Leuten, auf die er nicht viel 


hielt, ferligte er ganz kurz mit ‘dem Spruch: bums 


med Zeug, auf Immer ab. An den Rand: eines 


Worſchlages zu einer neuen Verorduung ſchrieb er 
niem „fon wieder eine Verorduung, man ſchreibt 


Aſich bald die Finger ab, mehr Exekution und 
meeniger Verordnung“ Einem Statsmi⸗ 
‚nifter, der eine Beſchwerde wider einen Kriegerasg 


einreichte, und einen andern, vielleicht einen Günfls 


ling an feine Stelle einpfahl, antwortete Friedrich: 


ich approbire nicht fo oben bin, ſondern ich muß 


„Die Umftände zuvor wiſſen. Warum wollm 
ste den Wek (weg) ‚haben? Was hat er gemacht? 
„Iſt er trank, was fehlt ihm? Was für Krankheit 
‚hat er ? Und was ift das für ein junger Burs 


aſche, den fio wieder in feine- Stelle nehmen 


wollen 3 ſchikt er ſich dazu? Bat er was gelernt? 
„und verficht er. was? Ueberdem iſt dorten bei 
wien Cameral- eſen nicht viel aM the, und kann 
PL 


wo. 





> Sy hine 6 gut da Meißen; als ei ſoher finger, | 


2 „Menſch; weiches ich auch hierdurch zu erkennen 


wollen.” Der ſoldatiſche, rauhe Stil Frie⸗ 


| ri ; fihmerzte ‚zwar Anfangs manchen angehendeiz 
‚ Minifter und Geſchaͤftsniann, doch in”ver Folge 
"wurde ed jeder gewohnt, and da bierand weiter Tele 
:ne koͤnigliche Ungnabe folgte, fondern Friebrich fig 


. ur damit begnägte, feine Herzensmeinung ohne | 


"Schminke und ohne Verſchleierung derb und offeh 
geſagt zu haben, ſo machten ſeine harten Rand⸗ 


Zloſfen weiter Beinen Eindruk mehr; laͤchelnd zeigte _ 


soft ein Minifter dem andern die: empfangne derbe 
oder ſpdttiſche Abfertigung; fie tedfteten fich zuſam⸗ 


men, legten die Tönigliche Untwort zu den ten, ' 


beſolgten den Inhalt, und vergaßen die Einkleidung. 


80 viele Briefe, Anfragen, Berichte, Suppliten 
und dergleichen er auch zu beantworten habeh 


mochte, fo ſchob er nichts auf den folgenden Tag. 
auf; und verhinderte ihn die Handgicht am Schrei- 
ben, fo ließ er ſtatt feiner Unterſchrift ein beſondres 


u Kobinerdfiegel darunter druͤkken, wobei ein Rath bes 


eugte, daß dies auf Befehl des Königs geſchehen 


ſei. Seine Miniſter und Praͤſidenten waͤhlte er ges 


u wögnlich ſelbſt. Er irrte ſich hiebei zuweilen, indem 


er zinige Leute zu den hoͤchſten Stellen erhob, die 
diefes Vorzugs nicht wuͤrdig waren, oder indem ee 
ich manchmal bei feiner Wahl durch unbedeutende 


1 


‚Brände, durch einfeitige Anſichten leiten ließ. Uber ' 


doch verdient Briedrich’s Verfahren auch in diefens 
Srtte Sewahberung und VMigung ‚' wenn man ed 
genan⸗ 


/ 
1 


genaue ungen: ‚Kin König ut nei 
iche Bälle. vor ſichh, er muß eutweder ſelbſt folkbe 
Vexſonen waͤhlen, die er zum Theil ulcht gehhrig, 
gum Theil gar nicht kennt, eder er muß blindliugs 
Den Empfehlungen Andrer trauen, die, ſo recht⸗ 
ſchaffen ſie auch übrigens fein mögen, dennoch zu 
diel Růuͤkſicht auf Verwandtſchaft / Kounerionen, Pri⸗ 
aatabſichten u. fo. „nehmen, und leicht in Verſu⸗ 
‚Hung. fammen, unfaͤhige Leute vorzuſchlagen, und 
werdienſtvollere ‚zuräßzufegzen. , Unter dieſen beiden 
Rebeln glaubte Friedrich das kleinſte zu faſſen, ‚unter. 


| — TERN 


Dielen beiden Abwegen hielt er fish. für. ficher,, "au 


wıften. auf der echten Wahn zu bleiben‘, wenn er ſeie⸗ 


u en eignen Augen traute, und, feinem: eignen Urtheile 


folgie Er, uͤhte ſach im Errathen, das heißt, In der 

Kunſt, aus Heinen augenbliklichen Handlungen auf 
‚Die ganze Beſchaffenheit des Kopfes und Herzens der 
Menſchen zu ſchließen, ſich ans einzelnen Bägen, 
aft aus. einem Strich dab, 0hllige Bild einer Perſon 
—S — —— —— Und hat es Jemand in diefer 
- Bermushungbwiffenfpaft weit gebracht, fo. war er 
ed; er: befaß Die. fejnſte Menſchenkenniniß er ur⸗ 
gheilte nicht. nach jenen‘ truͤgeriſchen und willkuͤhr⸗ 
Aichen Beſtimniungen der äußern Yhnſiognomik, ſon⸗ 
Dern er beſaß ein richtiges Gefuͤhl, um in den Meden 
med Handlungen Andrer den karakteriſtiſchen Punkt 
aAu treffen, und bie gleichgältigen Nebenſachen abe. 
aufendern, die uͤber Vie Talente und Geſiumungen 
michts entſcheiden. Hierzu kam, "Daß sarbeisäfeheue 

and prueliuurx —W Ba der 

u ‚ bee, 





/ 
4 


— N 


ie, den Zeitcitn Benkfie ya var here | 


draͤnaton. Damm se hiels Keine Grheimräche blaß 
dzur Scham, und nur, um on Namen ıu führen, . 


fondern fie mußten ihrew Merufe Gaüge thun; e— 


: übpehlufse fie wir ſo biclen Ankfträgen uud Cefchäfe 
un, Be. mußten fo viel berichten unb umterfachen, 


daß fie ihrer bogen Waͤrde chen nicht febr froh wur 


den, (ob mielmehr After im eigeutlichen Siune Frank | | 


d 


arbeiteten. 


Bon feinem State haste Friedrich eine. genau⸗ 


er quögrhreiseee Benmtuif, "Mile die Suchen, weide . 


zum Kriegsweſen ‚gebbrien, die Bevdlkerung urb- bie 


Finagngen betsafen, leitete er felber; über Die andere 


führte er Die Mutfiche: Die Wermehrung ber Wollte 
wange ſchien in den erſten Jahren feiner Regierung, 
wo fialicp Die Kriege malt dem Henfe Defsckh fine 


ganze Aufmerkfamteit erforderten, nicht hefonbent 


feine Gorglalt auf ſich zu sieben. Geis Pater hatte > 


1734 die Berfertigung der Oebuente nd Eiteebts .. 
liſten eingeben laſſen. Frieprich fand daher keur 


Labellenwerk mehr im Gange. Zuerſt 1747 weny 


deie er feinen Blik Hierauf; die Sache kam aber Yan 
1753 wicht in Ordnung, wurde durch den 7 jdbrigen 
Krieg unterbrochen, und erſt nachher anfs lebhafe 
teſte betrieben. Von dem Hubertaburger Fieden an 
marden doppelte Berzeichniſſe verfertiget, eins sog 


dem geiſtlichen Departement, und ein andreſß vomn | 


General⸗ Direktorium, welches zu Dem unbe alle 


Speise befonhte Wollsgähhungen durch Die höre - 
vn Seuden vuntehen Ne Dieſer Bam | 


ſtand 


⸗ 


16 — 


amlen dem abeige jest fo fehr am Her, 47 
er die Tabellen faum erwarten. konnte. Der Ueber 
on ſthuß der Gebornen erwekle ihiit’die- innigſte Freude? 
fehlte er aber bei emer Probinz, ober war nicht groß 
genug, ‚ fo- forſchte er ernſtlich näch den Urfachen; 
amd ſuchte fie zu heben. Bon 1783 an wurde er 


5 ‘überhaupt ei Freund des Tabelenweſens, weil Bi 


allgemeine und fchnelle Ueberblikke gewährte, :Exr 
ieß ſich jaͤhrlich von den Provinzen, Kreifen und 
einzelnen Städten Tabellen Über den Zuſtand des 


2 @ewerbes , der Fabriken, des Viches, der Private 


| öffentlichen. Gebäude einreichen s: andre Tabellen 
mußten ihm uͤber die Abgaben, Domänen, Regaͤlien 
und deren geſammte Anwendung vorgelegt werden. 


© Dabarh wurde er mit feinem: Rande bekannt, 


".... Iommte falbft große Entwuͤrfe machen, u Die von 
Andern gemächten gehörig beurtheilen. — Seine 
Liebe und feine Sorge für eine unparteiifche Gerech⸗ 
. - tigteitöpfiege find, befaumt, . umb feine Ausſpruͤche, 
- „Bie:et i779 wegen ber Möller Arnoldiſchen Sache 

- felbft in die Beitungen ſezzen ließ, eines Königs 
windig. „Der geringſte Bauer, ja, was 
„noch mehr iſt, der Bettler iſt eden fo 
wohl ein Menſch, wie feine Majeſtaͤt, 
—„und es muß ihm alle Juſtiz wiederfah—⸗ 
„ren. Vor der Juſtiz if der Prinz dem 

" „Bauer gleich.“ - Die Todesftrafen ſchraͤnkte er 
. fehr ein, ob er-fie wohl nicht ganz aufhob, umd dar⸗ 
.. am vermehrten fich, grobe Verbrechen nicht, vole un⸗ 
" vbiboſophiſche Keiminalifen, bie alles mit Rab und 
Galcen 


P 
on 


Cage beßraft wiſſen welllen, beßanchteten, ſo⸗ 
‚ bera fie. nahmen fi otberlich ab. Gegen ‚zmeierlch 
Vergehungen, die ehemals „vorzüglich gebrandinarkt 
zaren, bewies firh Friedrich hochſt gelinde, und 
ſezte ſich dadurch einer verſchiednen Beurtheilung 
aus; dieſe waren Selbſtmord und: ‚alle Bude 
bruͤche der Unke uſchheit. Den Selbfimerd hielt 
gr für kein Verbrechen, dad die Strafe. der Obrige 
- Zeit verdiene, weil es ein Unrecht fei,. weldes: neu 
Menſch fich felbft anthue, eine Kolge eines zerruͤtte⸗ 
gen Verſtandes, eines mit Verbrechen beladenen Ges 
wiffend., iereligiöfer Grundſaͤzze oder großer Une 
glaͤtsfaͤl; ſodann weil der Schimpf nicht den Thaͤg 
ter; ſonhern eine. uuſchuldige Familie sehe; un 
weil ‚kein Gegenſtand der Gerichtsbarkeit niehr vote 
handen wäre, außer ein,gefühlfofer Keichnem, gegem . 
welchen zu wäten nur Thorheit und Unyerounfe 
verrathe. EB. fei auch wicht zu beforgen, daß Gelin⸗ 
" digkeit, hierin andre zur Begehung des Selbfingarbes 
reisen werde; denn bie Siehe zum Leben, und. big, 
Futcht vor dem Tode wären ‚Härkere Echuzmauern 
gegen. diefe Ausfchweifungen, ald alle Stpafen.. Bi 
bieher verdient Friedrich’ Verfahren durchsangiges u 
Lob, und fein Urtheil vdlligen Beifall; aber nicht fe 
feine Meinung, die er zuweilen gegen feine, Geſell⸗ 
ſchafter, oder in träben Stunden ſchriftſich dußerte. 
Er ſchien daun ben. Selbfimerd für erlaubt, io. fogae 
für ein, Zeichen von Mach, und Seelenftärke zu dal 
- ten. Es iſt jest.au völlig als hiſtoriſche Thatfahe : 
Iefdtiger, baß er wamend —X iheizen — 
er" 


83 
ee 


| Te? 

| PR REM: lezte Halfekıfteel gegen Das-Aupieiie 
Unglkacch bei ſich getragen hat. Noch nach ſetnem 
Tode bad man es enegepokt gefunden. Den wahren 
Philoſoßhen wird der Selbſtinord itumer als Ver⸗ 
gehung, als ZFrucht der Schwäche, als Wirkaimg 
eines verduͤſterten Berſtandes und eines feigen Gera 
‚Sans vorklommen. Tragen und Ausbauern Mi Stärke 
Zichen und Entlaufen aber Muthlofigkekt. MAR 
dann einen Selbſemoͤrder Hebaikern, und unter geb 
wiffen Umſtaͤnden entſchaldigen, ihn jedoch nie als 
einen Miſen und. Helden ruͤhmen, mag et auch ht 
weutus ober Kato ſein. Es iſt daher ein großrert 
Nuthim ſar Fri⸗drich, daß er ſich bei den Hhätefe 
sen Ungickofallen mie ſtardhafter Gele Aber ſeint 
—— * erhob hd. dem Bncptgedote de 
Vefonmerien Vernunft gehotchte, als wenn er aus 
feigev Wergagtheit den augenbliklichen Aufwaklungei 
- oiier etrſchrekten und betaͤnbten Einbilduingzökrüft 
nachgegeben haͤtte. — In einem andern Stitte 

Zeigte ver Kbnig eine gleich große Nuchficht, ov dert 
Moernlitt und der Freund der bargerlichen Orbueing 
ſchwerlich mit im zuſamienſtimmen möchte; - ed 
dyrete Die Ausſchweifungen der Wolluſt Fr keinr 
Sache, weiche Schande, Ahndung und Einfchraͤn⸗ 
Bang durch bffeutliche Stutsvorkehrung verdienten 
er ſahe es nicht einnal gern, wenn Offttiere und 
Diener, die ihm nahe ſtanden, ſich verehtichten, 
well er glaubte, Daß die Verherathung den Eifer 
für den Dienft erkalten laffe, und er verachtete Men ⸗ 
ie won ſerien Gina in DR pad 

tri 


—8 





, 


9 


— — u 
eißee eben wicht, wm. fie font: Berhtanfte NEE 


. IR en führte: zuweilen Beben, DIE faͤr leichtfincigs 


Gemuͤther verderblich. wurden, inte die MWoörtereil 
ea Abuigs ſich weit werbreisen,. und maner‘ einigen 
Eindruk machen, Friedrich karte die loben?werrhe 


Uhficht, ben Kinder mord zu verhuͤten; aber heile 


erzeichte er feinen Zweck doch nicht auf eine. betraͤche⸗ 


Uche Art, theils ging er auf ber andern Seite zu 


weit, und veranlaßte Durch eine zu große Seid 
‚Wafeit,. doß die. Schranken der Maͤßigrug der Lets 
denſchaften durchbrochen, und der.: Zügektoffgfeik. 
Far. und There:gebfuet wurden. . Es dann niche 
lage merben, daß die. Achtung für. reine Sittemn 


and der Abſchen vor frecher Bofripigung: des Ge⸗ 


— — unter Friedrichs Regierang ſehs 
geſunken iſt, und daß ſich bis zu der nirdern, Sphen 
den berab, bitze zum Landvolke Schamloſigkeit ih , 
Abſtumpfung des Gefuͤhls für Schande mehr. ver⸗ 
Breite. bat: Die Vermehrung einer frevelhaften 
Dentunasart in der Unzucht führt zut Ttunkenheit⸗ 
ss Diebſtaͤhlen, zur Untreue im Dienſte, zur Ver⸗ 
dachlaͤffining der Amts⸗ und Hauspftichten, aup: 
hat ein Heer von nenen Laſtern zum Gefolge, wels 
ches dem Etate auf mannigfaltige Weiſe zum Nache 
theile, gereicht. Die obrigkeitliche Sorge für nie. 
Meinigkeit der Bitten iſt daher noͤthiger und wich⸗ 


inmerhin geliude gegen die Uebertreter der. Keuſch⸗ 
brit verfahren; er muß aber, wer Ihm das allges 
a am Au ut, Cinfende vucch 

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arfegidje. Auſtaiten ehren; -Bupht mat Ehedackeit 


durch fein signed Meilpiel, durch feine Heben, durch 
feine. Vehandlung derer, welche ihn umgeben, in 
aber -Achtinug verhalten, und ein ungezuͤgeltes, 
fittenlofes Leben auch au dem fähigfien und talenes 
vollſten Statsmanne mit Mißhilfigung , mit Berach⸗ 


‚ang, mit Abſchen laut brandmarken. 


Bei, feiner Wohlthaͤtigkeit verfaße- Sries 
dei ch, einige Srnberbarleiten ausgenommen; hoͤrhft 


" weife, Er war. larg im ‚Meinen, und. freigehig 


im Großen. Eigentlichen Bettlern, fie mochten ihe 
wuͤndlich auſchreien, oder ſchriſtlich dehelligen, gab 
er. wenig oder nichts; ein:halber, ur oanzer: Gul⸗ 
den; aufé mehrfie. einige. Thaler waren alles, was 


er ausſpendete. Hingegen den nothleidenden Arva 


5 vinzen, 'abgebrannten Staͤdten, überfchmenntens 


Dorffchaften, amd dem verſchuldeten Adel kam er 
durch Tonnen Bolded, durch Millionen, dutch eine 
unerſchopfliche Mildshätigkeit zu Huůtfe. Dim Armens 


wveſen in ben Staͤdten ſcheukte er edenfalls anfehnliche 
Saummen. Mile Neujahr ließ er in Berlin durch die 


Prediger oo Thaler austheilen, wobet er befabl; 
daß man nicht bie Faulheit des‘ Straßengeſindels 
unterſtuͤzzen, ſondern daß man verſchaͤntte Haus⸗ 
arme, betagte Wittwen und Wurwer, unerzogue 
Waiſen, Betrogne, bie durch Hinterliſt oder Unter⸗ 
druͤklkung um ihr Vermbtgen gekonmen wären, ‚liche 


reich bedeuten ſollte. Dem Armendirektorium ſcheuki⸗ 


ee don 1775 an 79000 Thaler, und ben Frauzoß⸗ 
ſchen Kelonien überjonbee er ebenfalls van .. 


wo 
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"get Summen von 6000, 10,000 wife, Thabern. 
Zuͤr. Zueignungen von Buͤchern der. Gelehrten Yab, er 
nichts; bloß der. Profeflor Garve, under Br, 
Jauifche-Rektor Arletias haben einige hundert Thale 
Geſchenke erhalten; die übrigen mußten ſich mit 
böflichen. Königlichen Handbriefen begnügen, . Hierin 
iſt im Ganzen genommen gewiß. nichts zu tadeln. Zu 
Die Zahl der Duͤrftigen, oder der Zudringlichen iſt 
endlos: ein König koͤnnte Die vollgefuͤllteſten Scha | 
kammern erſchoͤpfen, und doch nicht den hundersftn .. , 
heil beftiedigen. Guͤtigkeit gegen Einige iſt Unges ⸗ 
rechtigkeit gegen. Alle, Der Zürft ift nicht berufen, 
‚Bettler zu beſchenlen, fondern fich durch allgemeine 
Anſtalten, durch Eönigliche Milde gegen gan Go - — — 
‚meinheiten, und durch Belohnung derer, die ſich un 
den Stat im Großen verdient machten, den Namen nur 
eines Wohlthaͤters zu erwerben. Died alles that : 
Friedrich mehr als irgend ein Monarch vor ihm: 1 
und ihin gebührt daher. der Vorzug vor allen guͤig 
‚gepriefenen Fuͤrſten, die Zaufende an Hoffcprangen 
und Guͤnſtlinge verſchweuden, welche von ganzen 
Provinzen erpreßt ſind, Friedrich ſtellte außerdem 
Beweiſe von Dankharkeit auf, die man in Republi⸗ 
ken zuwellen, in Monarchien noch gar nicht geſehen 
hatte; er ließ dem Sroßfanzler von Kocceii in 
der Lindenſtraße, und den vier großen und rubms \ 
würdigen Feldherren, dem Feldmarſchall Schwer in, 
dem Generallieutenant Winterfeld, den General 
"von ber. Kanallerie Seidlig, und dem Feldmar⸗ 
Fall Keith auf dem: Wilkelmöplagge wanworne 
Gallus Br. Sri SRH — 5 Wilde 


⸗ 


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— 82 — 


ten: errichten. Die‘ Geſchichte feiner Feld⸗ 


zuͤge, die er ſelber beſchrieben hat, enthaͤlt ruͤhrende 
Gefuͤhle der Erkenntlichkeit, und er gibt es als Zwek 
ſeiner hiſtoriſchen Schriften an, daß er die tapfern 


und lobenswuͤrdigen Thaten habe verewigen wollen, 


J 
— 


wodurch fich feine Offlciere die Unfterblichkeit erruns 
‚gen hätten, . Indeſſen fo’ wie auch der” weilefte 
Menſch nicht frei von Jrrthuͤmern iſt, fo war aud) 


Zriedrich nicht frei von Eigenſinn und vom Para⸗ 


doxen. Er fchien zuweilen etwas darin- zu füchen, 
daß er bie Erwartungen einzelner verdienser Männd 

. und. ded ganzen Publikums täufchte, - Er’fiellte fich 
rmanchmal, als hätte er den würdigften Mann, der 
“auf baldige Auszeichnung die gerechteſten Auſpruͤche 
"hatte, ganz vergeffen; und lange binterher, wo es 
‚Niemand mehr glaubte, erhob er ihn erſt. Mancher, 


der es nicht noͤthig hatte, und der nicht viel darnach 


‚fragte, wurde mis Geſchenken überfchätrer; der Edle 


hingegen, der deffen beburfte, ging leer aus. Viele, 
die freificy micht zu den Verdienſtloſen gehbrıen, 
fahen ſich mit Orbensbändern gefchmätt; aber Undre, 


die in jeder Abſicht weit vor-ihmen herborragten, ers 
‚hielten diefe Ehrenzeichen nicht. Oft fabe ex dies 


felpft ein, und da ließ’ er ſich merken, alö wenn er 


es einer gewiffen Vorherbeſtimmung oder dem Spiele 


des Gluͤks zuſchriebe. Oft mochte er:vielleicht bie 
wohlgemeinte Abſicht dabei haben, die Menſchen 
nicht habſuͤchtig zu machen, fie mehr aus Liebe zur 


. Pflicht, als aus Gewinnſucht bei ihren Handlungen 


zu leiten. Bald wollte er durch das Unerwartete 


* 


uͤber⸗ 








| Aberrafchen ‚ und größere a@inbräfte Sinterlaffeni, . 
Wald aber war es bloße Grile, wirkliche Herrſcher⸗ 
laune. 

Friedrich hatte, wie viele feiner Vorfahren, 
eine feurige, hizzige Natur, und war des fehnellften 
und aufbraufendften Zornes fähig... Dies ift nicht 
Zu verwundern. Me Menſchen von Muth und 
Kraft, vom muntrer Thätigfeit, von lebhaften Ges 


muͤthe find mit Anlagen zum Zorne auögeräftet, 


und ohne die Heftigkeit, mit welcher fie leicht in Uns 
willen auöbrechen, würden fie auch das Gute nicht 
unternehmen, wozu eine befondre\Geißesftärke er 
- fordert wird. Es gereicht dem Könige Friedrich zu 
Ehre, daß er feinen Zorn zu beherrfehen wußte, daß 
er nie feine Vernunft von ihm verdunkeln ließ, daß 
er von Rachſucht entfernt blieb, und daß er fi zu 
keiner Zeit bis zu dem Grade vergaß, wie fein Va 
ter, welcher gegen feine eigne Familie wuͤthete, wel⸗ 
chher einft bei Tiſche auf feine aͤlteſte Tochter dab 
Meſſer zukte, um es ihr in den Leib zu ſtoßen, und 
welcher gegen Andre vollends Feine Schonung be⸗ 
wies. Empoͤrende Auftritte der Art beflekken Frie⸗ 
drich"3 Andenken nicht; und wenn er einmal in der 
Hizze Jemanden zu nahe trat, ſo machte er es in 
ber Folge wieder gut. Oft ſtellte er ſich auch bloß 
zornig, ohne es zu ſein, weil er es fuͤr noͤthig hielt, 


vie Pflichtvergeßnen durch Furcht zu ſchrekken. Sein 


Aufbrauſen war nicht immer fuͤr die, welche es traf, 
nachtheilig; er behielt Diener, uͤber welche er ſeine 
bitterſte Galle ausgegoffen hatte, oft gerade am 

u 832 | ‚ fing 


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legſen um fh, und gab ihnen Beweiſe ber Trans 
lichkeit. In vielen Faͤllen übte er dagegen eiwe feltne 


Geduld und Sanftmuth, fo ſtark die Beranlaffungen 


um Zorne fonft waren. Eine liebenswärdige (Eigene 
ſchaft war es übrigens an ihm, daß er ſich bei feis 


nem Zorne doch von jener fortdauernden Uebellaus 


nigkeit, von jenem mürrifchen, verdrießlichen Weſen 
frei erhielt, wodurch Unſchuldige oft noch ſo lange, 
‚hinterher, die. Folgen des Zorns tragen muͤſſen, und 

wodurch man ſich ſelber auf eine lange Zeit zu allen 
Geſchaͤften unbrauchbar macht, Hatte er feine Hefe 


igkeit ausgeſchuͤttet fo war es vorbei; er kehrte 


mit Faſſung und Freundlichkeit zu ſeiner uͤbrigen 


u Beſellſchaft zuräf, oder ſezte feine. Arbeiten mit be⸗ 


ſonnenem und ungeſtoͤrtem Geiſte fort. Lephafte 
Gewmuͤther pflegen ſich nicht zu vetſtellen nicht mit 
ausſtudirter Hinterliſt zu Werke zu gehen, So fand 


. 28 ſich bei Friedrich. Er war offenherzig und freie 


v > 


mötbig, redlich und ehrlich ; er. fagte feine Meinung 
son‘) Derfonen und Sachen ohne Ruͤkhalt heraus; und 
legte ſelbſt feinen Feinden feine Forderungen und 


» Abfichten offen und maͤnnlich dar, Freilich ſchadete 


er ſich zuweilen dadurch; denn da er, zugleich ein 


feiner Spötter, feine Thorheiten fchonte, fie mochten 


beth von Roßland bloß darum feine udperföhnliche 


von Kaiferinuen oder. Königen, von Mätreffen oder 
Lieblingen begangen fein, da er ſich in feinen Reden ' 
und. Schriften keinen Zwang anthat, fo legte man 


u - manches zu feinem Nachtheil aus, was er eben nicht 


ſo boͤſe gemeint hatte. Es iſt bekannt, daß Eliſa⸗ 


Fein⸗ 





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Feindin wurde, und ben jaͤhrigen Krieg mit weib⸗ 


‚licher Rachſucht führte, weil er einige freimuͤthige 
Bemerkungen uͤber ihre Liebſchaften gemacht hatte. 


Sein gegebnes Wort hielt er puͤnktlich; und ſeine 


Zuſagen erfuͤllte er treulich. Hatte er etwas ver⸗ 


geſſen, ſo nahm er Erinnerungen daran wohl auf. 


Als Kronprinz hatte er 1738 von dem Buͤrgernieiſter 

Lizmann zu Ruppin 1000 Thaler geliehen, nach ei⸗ 
nigen Monaten 472 Thaler ð 5. Gr. zuruͤkgezahlt, 
das uͤbrige aber ſtehen laſſen. Der Gläubiger, wels 
er 1752 ftarb, ſchwieg beſtaͤndig. Seine Erben 
verhielten ſich ebenfalls eine lange Zeit ruhig. Erſt 


1782, alſo 44 Jahre nachher, ‚brachten fü e die 


Schuldforderung von 527 Thlr. 17% Or, in Anres 


. gung. Friedrich erfannte die Nichtigkeit der Sache, 


ließ das Kapital nebſt den aufgefaufenen Zinfen ı mit 


168: Thalern 175 Gr. auszahlen, und bemerkte, 
daß es allein die Schuld. der Erben fei, daß die Den 


. zahlung niche.fräher erfolgt wäre, Chen ſo bat er 


alle. fronprinzlichen Schulden erftattet ; z und es iſt 
eine Verleumdung, wenn das Gegentheil brhauptet 
I wird. 

So ſehr Friedrich verlangte , daß man ſeinen 


Worten glaube, ſo wenig traute er den Geſinnungen 


Andrer, ſie mochten Koͤnige oder Pripatleute fein. 
Stets war er gegen fremde Staten mit Argwohn er⸗ 


fünt, ftetö hatte er den Verdacht, daß ſelbſt unges 
faͤhre Zufaͤlle kuͤnſtlich angelegte. Plane, gegen. ihn 
wären. In diefem Mißtrauen ging ‚er in der That 


zu weit, eben ſo, als in der fotepen Deinuing,, die, u 
er 


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er. von der Ehrlichkeit ſeiner eignen Beamten und 
‚Diener hatte. Schon in feinen frähern Jahren wer 
er wider Baumeiſter, Ingenieurs, Kanal » und 
Straßenaufſeher, Kriegskommiſſaͤre u. ſ. w. einge⸗ 
nommen, und hielt wenige unter ihnen fuͤr ehrliche 
Lenze. Oft waren die Menſchen daran Schuld, weil 
fi wirklich große Beträgereien begingen; - oft aber 
die Borurtheile des Könige, weil er die Bauten 
uͤbereilte, zu wohlfeile Anfchläge verlangte, dunme " 


eeute für die gewiffenhaftefien anfahe, und eben da⸗ 
‚Durch den Unwiflenden, den Boshaften, den Betrüs 


gern in die Hände fiel. Sein Mißtrauen nahm mit 
den jahren zu, da er immer fraurigere Erfahrungen 
von der Untedlichkeit eigennuͤzziger Beamten machte, 
Faft verftimmg wurde er, als 1781 .einer feiner 
erften Stat&minifter, der Vicepräfivent des Generals 
direftoriums von Goͤrne, als der gröbfte aller Bes 
truͤger erſchien. Es befremdete Ins und Ausländer, 
wie bei dem feharfen Blilkke Friedrich's ein Minifter 
ſolche Ränfe hatte ansführen fönnen, und died zu 
einer Zeit, wo der Fönigliche Eifer gegen den Groß 
Tanzler und die Neumärfifche Regierung noch im 
frifchen Andenfen war. Wenn ſolchen Moͤnnern 
"nicht mehr getraut werben konnte, wem follte denn 
Sriedrich fein Zutrauen ſchenken? Sein Unglaube 
on menfchliche Tugend und Redlichkeit wurde von 
un an immer merllicher. Er achtete die Zengniffe 
‚ber Stats miniſter nicht mehr, wenn er nicht ſelbſt 
die Wahrheit erforſcht hatte. Im Fahre 1782 ant⸗ 
wortete er einem angeſehnen Miniſter: „das muß 


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| „ich glauben, vbageachtet ich keine voll N 


ylommne Ueberzeugung davon habe, 


ol. des Herrn Staats Minifters Sein . 


„att e ſt.“ Und in eben dem Jahre: „das mus. 
Ah vor guht annehmen, weilen ich das 


„Folk nicht kenne.“ In Kriegszeiten ſchien er — 


fogar aus, den Unterfchleifen der Lieferanten nicht 
viel zu’ machen, wenn fienur mit Eifer und Schuels 


ligkeit in Beſorgung der Magazine feine Operatiss , - 


nen unterſtuͤzten; es entfuhren ihm zuweilen ſelbſt 


Aeußerungen, als wenn er diejenigen fuͤr einfaͤltige 


Deoͤpfe hielte, welche die Gelegenheit, ſich per fas 
et nefas zu bereichern, nicht beunzten, und als ob. 
Hug auögedachte Streiche das Schaͤndliche der Sache 


entſchuldigten. Er meinte, daß. nur der Eigenuuz 


bie Triebfeder zur Thaͤtigkeit fei: aber Dadurch zeigte 
er, daß er von der menfchlichen Natur eine xeraͤcht⸗ 
uiche und ſchlechte Meinung hege. Er legte zwar 
der Ehrlichkeit einen hohen Werth bei, nur glaubte 
er. ſie kaum mit des Diogenes Laterne ſinder zu 
koͤnnen. 
| Eine vorzügliche Tugend 5 riedrichs war die 
Verſoͤhnlichkeit. Er vergaß die heftigſten Be⸗ 
leidigungen, bie feine. Perfon betrafen; - niemals 
—ppferte er daS öffentliche Wohl: den Leidenfchaften 
- feines Privathaffed und feines Zornes auf; ; niemals 
führte die Rachſucht bei-feinen Veratbfchlagungen 
den Vorſi iz, wie doch fo häufig in den Kabinetten 
der Großen geſchieht; gegen die bitterſten Satiren, 
gegen bie. beipenafien Schmahſchriſten zeigte er eine 


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Gleich⸗ I 


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Stiogitiolenn die man bis dahin we den Kronene 


traͤgern noch gar nicht, ſelbſt bei Philofophen nur 
.felten gefunden Hatte, Friedrich ließ jeden vom 


ſeiner Regierung beufen,: was er wollte, dud ſpre⸗ 
chen oder ſchreiben, ‚was ibm einfiel; wenn er ſonſt 


= feine Pflicht als Bürger ums Unterthan erfühte, fo 


wurde auf feine Meinungen nicht geachtet; nur Bes 
fezwidrige Thaten hatten die Ahndung“der Gerichte ' 


.zu fürchten, Worte und Naͤſonnements waren frei, 


Sriedrich verbot nicht einmal den Verkauf tadel⸗ 
füchtiger und ſchmaͤhender Schriften; er ließ eö fich 


kejuen Groſchen lkoſten, die Urheber derſelben in feine 


Gewalt zu befonnnen, und er beftrafte fie nicht, 


| wenn fie ihm auch bekannt. waren. Hierdurch forgte 


er fuͤr ſeinen Ruhm weit edler, und weit ſicherer, 
als alle jene ſtolzen Regenten oder ihre herrſchſuͤch⸗ 
tigen Stellvertreter,“ deren gefränfte Eitelkeit das 


‚Teifefte Murren gegen ihre Anordnungen oder Macht⸗ 
ſtreiche mit grimmiger Wuth ald Majeftärsverbrechen 


befträft, oft Preife von vielen taufend Thafern oder 


Gooldſtuͤkken ausfezt, um vorlaute Tadler, zumeilen 


ſelbſt achtbare Wahrheitsfreunde auszuforfchen, und 
das unwuͤrdige Vergnuͤgen einer kleinlichen Rache zu 
genießen. Dieſe Strenge verfehlt dennoch des Zweks. 
Es wird nun erſt ein allgemeines Aufſehen erregt; 
unbedentende Schriften, von denen nur wenig Men⸗ 
ſchen Kenntniß bekommen haͤtten, erhalten eine ge⸗ 
wiſſe Wichtigkeit; und der Regent, welcher derb oder 


ſatiriſch geſagte Wahrheiten mie Ketten und Banden 
befkraft, ſcheint die Richtigkeit des Tadels ſelbet 


| einzus 


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1 ng 5 — 
einzugeſtehen dann, wer ba zufchlägt, wo er wider⸗ 
legen ſollte, der erklaͤrt vor aller Welt, daß feine 
Sache ungerecht fei, und Durch vernünftige Gründe 
nicht vertheidigt werden koͤnne. Eriedrich’s Gelin⸗ 
digkeit hingegen brachte ganz andre Wirkungen · here 
vor: Die. ärgfien Pasquille machten keinen Ein⸗ 
dtuk; in wenig Tagen oder Wochen waren fie‘ vers 
geffen, der vernänftige Theil des Publikums wäre 
digte ſie keiner Unfmerkfamkeit, nnd felbft der Poͤbel 
fprach-nicht weiter davon. Die Zahl foldyer Schrif⸗ 
ten verminderte füh, weil es fi) nicht ver Mähe 
serlohnte, und nicht die Koften einbrachte, fie gen 
drukt zu haben: kamen aber einige Bücher, die das 
Anſehn von Sründlichbeit hatten, wider. den König. 
zum Vorfchein, fo waren alsbald nicht gedimgne 
ESdlduer, fondern edle Vaterlandsfreunde bereit, die. - 
Gegner durch Präfung und Beleuchtung ihrer Meis 
nungen zurechtzuweiſen. Und fo hat Friedrich’ 
Ehre auf die glorreichite Urt uͤver allen Tadel der 
Umwiſſenden oder Uebeldbufenden gefi iegt; und er hat 
allen Regierungen ein hohes Muſter zur Nachah⸗ 
‚mung. aufgeſtellt: freilich aber gehoͤrt dazu auch das 
Bemuͤhen, nur nach weiſen Geſezzen herrſchen zu 
‚wollen; wo ein Fuͤrſt das Selbſtbewußtſein von der 
Güte. feiner Regierung bat, da werden alle Pfeile 
des Wizzes und des Mißverguügens zuruͤkprallen. 
Es iſt gewiß allemal ein ſchlimmes Zeichen, wenn 
der Gewalthaber feine Ehre nicht anders mehr retten 
tann, als daß er feine Rache an. Flugſchriften * 
deren Bee austoben laͤßt. 


gie 


n nd — — 
griebeid liebte abergant das Wahre, dads 
Recke, das Gegruͤndete, mochte nichts ſcheinen, 
durch nichts Ehrfurcht erzwingen, als durch perſoͤn⸗ 
uche Vetdienſte. Daher haßte er alle Schmeiche⸗ 
laen, alle Ehrenbezeugungen, die von kriechenden 
Schmaroz zern veranſtaltet werden wollten, nahm 
fo wenig Gratulationskarmina, als Kniebeugungen 
an, ließ leztere vielmehr, die in einigen Schlefifchen 
Gegenden von dem an SHaverei ehemals gewöhnten 
Landvolke gegen ihn beobachtet. wurden, von der 
Kanzel verbieten, redete bald *) eruſthaft, bald 
ſpottead von der Thorheit und dem Unfiun derer, 
weiche die Könige Ebenbilder Gottes nennen, 
unterbrady die gewöhnlich nichts fagenden kompli⸗ 
mentoollen Aureden neuer Gefandten Durch die Frage 
nach dem Befinden ihrer Herren, und floh. überhaupt 
das Geraͤuſch der Hauptſtaͤdte und der Kofgefelle 
ſchaften, weil er nichts von der Eitelkeit und der 
Leerheit Meiner Sürftengeife beſaß, die N ich zur Aus⸗ 
| fauum 


9 In einer unterredaus, die er 1777 mit dem bekann⸗ 
ten Philoſorhen Sulzer uͤder verfchiedne »bilofos 
phiſche Gegenitände hielt, fagte er auf eine rührende 
rt hierüber: „Wenn es mir glüßte, alle Meine Un⸗ 
„terthanen in einen vollfonmaen Woblſtand zu vers 

nieten‘, fo würde ich doch nur auf einen. ſehr Heinen - 
‚nTheil dieſer Erdkugel, welche wiederum nur ein un⸗ 
„endlich Meiner Theil des ganzen Weltalis if, gewirkt 

“ baben. Wie könnte ich fo verwegen fein, mich mit \ 
nienem Weſen zu vergleichen, welches dieſes uner⸗ 

amesliche Weltall regiert und-in Ordunng erhäfe!"« 


- 
4 


1) 


— OL — 


fülung ber. Langenweile i in bie Berdubungen der er⸗ 


muͤdenden, ſteifen und herztbdtenden Salla’d, Kou⸗ 
zen und andrer Armſeligkeiten, Feſtivitaͤten genannt, 


hineinſtuͤrzen. Friedrich unterwurf ſich dieſem aͤußern 
Pomp zuweilen auch, aber nicht aus Neigung, ſon⸗ 


- dern nur aus Pflicht, weil die Würde eines Monara 


chen dies erforderte. Dagegen zog er fich in die, 


Stille der Einfamfeit, in fein friedliches Sausſouci 
zuruͤk, wo er wie ein Privatınann auf dem ‚Lande 
lebte; denn die Anmuth der freien Natur und des 
Ländlichen Lebens harte für ihn die größten Reize, 
und dies ift ein deutliches Kennzeichen feines für. 
fanfte Empfindungen: empfänglichen Herzens, feines 
für ediere Vergnuͤgungen eingenommenen Geſchmaks, 
und des für ernſtere Beſchaͤftigungen geflimmten 


\y 


Geiſtes. Hier führte er Feinesweges Das beſchauliche 


Leben eines mäßigen Einſiedlers, fondern das thärige - 


eined Philofophen und eines Gefchäftmannes. Er 
las, fehrteb, dichtete, philofophirte; doch immer in 
Bezug auf feine Regentenpflichten, Er berüßrte nur 
die Blumen folcdyer Wilfenfchaften, die ihn zu Er⸗ 
Füllung feines hohen Berufs ftärken, erweffen, oder 
die ihm eine angenehme Erheiterung gewähren fonns 


"ten; er drang nicht fo tief in fie ein, als der Ges 
lehrte, der weiter keine Beſtimmung kenut, als dieſe; 


denn er war feit überzeugt, daß jeder die Rolle, 
welche ihm Die Netur oder das Geſchik aufgetragen 
habe, fo gut als moͤglich fpielen müffe. Daher gab 


“ar ſich mit folchen Gegenſtaͤnden AA "nicht. ab, die, 
. ur auf bloßem Wiſſen beruhen, mit den Regentge⸗ 
or ſchaſten 


Eur 2 Zus 
ödfsen gar nichts gemein haben, und leicht den 
Geift ganz in die Tiefen der Spekulation hineinz 
führen; ſolche, wie bie Sternfunde, Mathematik 
And Naturlehre ſind. Er erwaͤhlte den laͤndlichen 
Aufenthalt, und das Studium der Philoſophie, der 
Geſchichte, ; der‘ Poeſie, der Literatur, um ſeinem 
Geiſte rnehr Nahrung und Energie, feinen Neiguns 
gen mehr Richtung aufs Große und Erhabne, und 
ſich überhaupt mehr Vollkommenheit zu Gühruhg 
feiner Gefchäfte zn geben. Nichts war alſo für das 
ganze Land nuͤzlicher und wohlthätiger, als dieſe 
haͤndliche Einſamkeit, wo Friedrich yon keinen Kaba⸗ 
‘Ten der Hoͤflinge, von feinem Sturme aufgeregter 
| Leidenſchaften, von keinen Zerſtreuungen der Haupt⸗ 
ſtadt verhindert wurde, ſich immer mehr, auszubil⸗ 
den, Über den Umfang ſeines Berufs nachzudenken, 
“und ſich die noͤthige Heiterkeit zu erhalten, um zu 
regieren ,; ; wie noch wenig Könige regiert haben. 
Nirgends zeigte er fich zugleich Tiebenswürdiger, an⸗ 
genehmer und wohlwollender, als in dem Cirkel ſei⸗ 
ner literariſchen Freunde in Sansſouci, wo er nad) 
geendigten Geſchaͤften ganz den König vergaß, und 
fi nur dem Erguſſe lehrreicher oder ergdzzender 
Geſpraͤche, und den Empfindungen der Freundſchaft 
aͤberließ. 
Das Vewundemms wittdigte an Friedrich iſt 
noch dieſes, daß er feinen Karafter bis zum hoͤch⸗ 
ſten Alter durchgefuͤhrt, ſeine einfache, geſchaͤftsdolie, 
ſeltne Lebensweiſe bis zum Tode fortgeſezt, und bik 
ding Testen Ueberreſt ſeiner Beſinnung weder aus 
| Ermats 


- 


— 


— 


— 


\. 1 


. = 93.—'. 
Ermastung:ber Kräfte, noch aus Ueberdruß an Ar⸗ 
beiten, weder aus Schwachheit der. Natur hei zuneh⸗ 


wminden Jahren, noch aus Gefuͤhl des Schmerzen bei 


einenu1 monatlichen Krankheit did geringſte Aende⸗ 


rung in ſeinen Neigungen, Gewohnheiten, Beſchaͤf⸗ 
tigungen norgenommen has. Er Dlieb-fich. ſelber big 
zum Ende gleich. Ungeachtet ser ‚vom: ber Waſſer⸗ 
lycht Angriffen, und von der Geſchwulſt an 
"Zößen beläftiget war, ungeachtet er. die lezten fünf 


Wochen kein, Beige vertragen. Tonnte, ſondem Tag 


und Nacht in; einagy Fehnfluhle-zubringen muſtte, fo. 
beklagte. er. lich ogch. niemals über. feine außprerdengg 


lichen Leiden, untgeließ; fo wenig feine Raegierungs⸗ 
oeſchaͤftg, als feine. Liehlingsſtudien up. Kuterkake 


‚gungen, war heiter, ypb: ruhig in ſeigem Getzuͤthe, 


ed.fprady angenegm.,, verftändig- And: freimuͤthig, 


pie, ſouſt, über Die Zeithegebenheiseny. Hber;alte.ugp 


y 


den 


ber den Landbau und die.Gartenpflage, VBis zum 


Albende · des 15. Luguſts 4786 wurde feine Tpärigfeig 
‚ auch. von den ſtaͤrkſten Unfällen der Krankheit, nicht 
unterbrochen; er diktirte am Morgen noch fo richtig 
durchdachte Depeſchen, daß ſie dem erfahrenſten 


Statsmaune Ehre gemacht haben wuͤrden; nnd noch 
am Abende unterſchrieb er alle von den Kabinets⸗ 


raͤthen ausgefertigten Briefe und Befehle. Nur am 
“36, Auguſt unterlag er der. Gewalt der. Nothwendig⸗ 
keit; nicht er verließ feinen Beruf, fondern die Na⸗ 
tur verließ ihn; er verlor das Bewußtſein, erkannte 
‚Die Umſteheuden nicht mehr, konnte ſich auf keine 
— | 0 Regie⸗ 


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— 


— 94 — 


Reglerungs Sachen beſinuen, die Ihm ſeit 46 Iahr 


ren täglich am Hetzen gelegen hatten; es kamen 


wm. 


noch einige: heile Augenbliffe zutuk; aber es waren 
im eigentlichften Verftande nur Augenblille; Unbe⸗ 


wußtſein, Schlummer, Phantaſi ien, abgebrochne, 


faſt unverftändliche Worte, wechſelten mit einander 
ob; mir ift wohl, ber Berg. ift überfies 
gen, ich will mich ordentlich niederles 
gen, dieß waren feine lezten Audrufungen; das 
Möcheln verrierh noch einige Funken der verlöfchene 


den Wbenötraft; 20 Minuten nach 2 Uhr des Mors 


gend am 17. Anguſt endete er, ihm ſelber unvermu⸗ 


thet, und ganz unbewußt in Gegenwart ‘des Lelb⸗ 


arsted &ette,- und des eben fo-undergeßlicheti Mi⸗ 


niſters von Herzberg feine größe Laufbahn; er 


hoͤrte auf 5 für die Erde zu athmen, um ewig in de 


Geſchichte zu lehen. Seite Fehler werden feinen 
Ruhme unicht fehaden, koͤnnen feiner Thaten Ganz 
nicht verdunkeln; fie find die Schatten, welche die 


‚ Richtpartien des Gemälves "heben. Die Nachwelt 


wuͤrde die Erzaͤhlung feiner vollbrachten Ünternehs 
mungen für-Babel, die Schilderung feiner liebens⸗ 
wärdigen Eigenfehaften für ein Ideal, und die Auf 


- ftellung feines Beifpiels für einem ſchoͤnen Roman, 


a‘ 


für eine zweite Gyropddie, Bloß zum Unterrichte bee 
Megenten erdichtet, halten, wenn nicht die ofne Dar⸗ 
Tegung feiner Vorurtheile, Irrthuͤmer und Fehler 
feine Geſchichte glaubhaft umd gewiß machte. Nur 
dann ift die Zuverkäffigfeit der Nachrichten von ſterb⸗ 
lien Menſchen dem aweifl unterworfen, wenn 

| mon 


- 


. ” u 95 — 
man nichts als Tugenden und Vollkommenheiten er⸗ 
zaͤhlt; und nur dann iſt das Andenken eines Fuͤrſten 
- der Verachtung und dem Abſchen geweiht, ⸗wenn 
‚man Alſchta als Fehltr und Laſter Yon ‚Ihnen ans 
führen Kann, So nothwendig aber Disharmonien 
zur Hervorbringung ‚eines das Ohr entzuͤkkenden 
Wohlklanges find, fo unzertrennlich Bleiben Fehl⸗ 


griffe und: Merirrungen mit den Aeuſſerungen der 


Thaͤtigkeit endlicher Weſen verbunden. Nienials 
werden ſich daher verſtaͤndige Menſchen durch Fehler 


abhalten laſfen, dem Gedaͤchtniſſe Fraſe dr ichs 


und aller, die in ihrer Net Friedriche Find, mit Lob 
- nd Ehrfurcht zu Bufdigen,: ſobald große Eigerfchafs 


ze ihre beigemiſchten Unvolllommenheiten bedetten. 


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“2 Pr . r \ x sh 


15, Srie 


‚ » - 
PR — — 0. 


⸗ 





"griesrie Witseim 1. 
1786 - * . 1797- . 
. Eine iü andige, gan anfrichtige, Unparteiifihe 


amd rüffichtälefe Geſchichte diefes in feiner Art 
nicht unsgerfwärbigen Königs kann vor Ahlauf eines 


‚ halben, "Saprhunderts‘ ebey fo yaenig, erwartet, als 


geſchrieben werden. Von ben. mehrften Begeben⸗ 


‚heiten ſeiner Regierung, fing nur erſt die Anßenfeisen, 


‚die Öffentlichen Wirkungen bekannt; abet die-inuege 


Triebraͤder, die geheimen Veranlaffungen, die Pla⸗ 


ne, die Machinationen, die Abfichten gewifler viels 


"geltenden Perfonen, die fen Vertrauen harten, und 


die Statdmafchine in Bewegung fezten, liegen noch 


im Berborgnen; und ehe ber Schleier, welcher diefe 


Geheimniffe deft, nicht weggehoben ift, eher Fanıt 
Niemand eine über alle Zweifel erhabne, durch lau⸗ 
ter fichre Data gegründete Gefchichte von Friedrich 
Wilhelm IL dem ganzen Umfange nad 


tiefern, . Vergingen doch 48 Jahre nah Friedrich 


MWilhelm’s I. Tode, ehe der einzige Umſtand, 


wie groß fein hinterlaßner Schaz gewefen fei, aufs- 


geklärt wurde: bis dahin hatten alle Schriftfteller, 
die auch noch fo gut von den Preupßifchen Gtatäs 


ſachen unterrichtet waren, nichts als Muthmaßuns 
gen, und zum Theil fehr abenteuerliche ſtatt der 
Wahrs 


. 
> 


\ 


— 


= 97° 


\ ) 


—8 auegebetitet; fo. föwer HR e&;. unt-fa 


viel Zeit iſt oft abthig, um unperdaͤchtige, zeing 


Thatſachen fuͤr die Geſchichte zu gewinnen. Nicht 
au gedenlen, daß die. Freimuͤthigkeit bei Erzählung 


feier Vorfälle, wodon die Zeitgenoffen.nnch.lebeg, 


immer einigem. Zwange. untenporfen bleibt. . öch 


jeder Leſer ift ſchon im voraus ‚für oder wider“ eig . 
Eache, vie ſich vor feinen’ Augen. zugetragen hat, 


eingenommen ;, er bildet ſich ‚ein, daß nur feine. 


ſich die: einzig richtige fei, und bricht ohue Echoe 
ming den Stab Der Bernitheilung: über den Hiſtyrie· 
> ter, welcher ihm etwa die. Kehrfeite des Genäeh | 
verhaͤlt. Der eins-fieht.aleh im rofenfarbnen Ges 
wande, und entruͤſtet ſuh über den leifeften Tadel. 


den eutweder ſeine Denkuaggatt, oder feine-Statäg 


verbindung, oder die Gleichfoͤrmigkeit feiner Sitten u 


und feiner Aufführung nicht vertragen mag; eim 


ſolcher thäte freilich beſſer, war Leicheupredigten Yu N“ 


Iefen. Ein andrer detrachtet alles mit grießgraͤmi⸗ 


i ſchem Geſicht; er hält auch das gerechteſte Lob für 
Schmieichelei; diefem Eöunte man.rathen, bloß ges - 
wiſſe Recenſionen zu feiner Leltoͤre zu machen: Ends 


lich gibt es bei aller Dulöung, deren fich unfre Zei⸗ 


a ten erfreuen, noch Immer machthabende Merſchen 


genug, die aus mancherlei Urfachen, die fie am 
beſten wiffen mögen, die Binfterniß mehr Jichen, als 
dad Licht, die, es durchaus ungern-fehen, und möge 


lichſt verhindern, daß dieſe ober jene Sache wor’ 


Publikum gebracht, von allen Seiten beleuchtet, und 


nach Gründen der Vernunft beurtheilt werde, Zu 


Sallas Br. ©. TH... B. 


N u 58 he \ Zu 


tus iſt es nicht alten, welcher ſich vewvbgen fible, 
tr‘ Finen Geſchichthuͤchern T, 1. aubſurufen: : rare 
iemporabn feſßcitas; &bi ſentire, quse velis, er 
hüse ſentias, dioete Hdet;' o ſelmes Glũt der Zei⸗ 
ki, we mn denken darf; wad man will, und fagen, 
wad mau denkt - et jezt iſt alſo wertet nichts 
indglich und: rathfam/·nls die Ereigmiſſe während 
‚der Regierung Friebtkich Wil helmis TH. ſo weit 
Me welttundig find, 'zb befchreiben; und ihre Befohs 
dern Veraulaſſuungen⸗ſo wie eine genaue Ancakiea 
riſtik dieſes Wonarchen dem dleißt and der: Einficht 
far Zeiteh zu überlaffen: : - : 5 9 Bus 21 
—Zrlevrich Wilselm HE’ war ver Enkel des 
Krige'riebrih Wilhelms L unbider auteſt⸗ 
| ati des Nenpinin gusun Wilhelurs u). 
te line Er 

+ 6, *!i 2* 


1:93 Miefer: Yen: —8* "ao. Siterriä Bis 
er dem, J. beſaß eine. fünfte, nachgiehige,  lebenswürs 
—* dige Gemuthsort wußte ſich in die Launey und Eigen⸗ 

heiten feines Vaters mehr zu ſchitken, als fein Bruder 
BT.) YE.:uıb ward daher work Väter zartiicher 
ir geliebt. Gein Yactd hun Ftiedrich Wilbelnu I. die: 
vr ogme mit Ansfſchliebuna des großen Friedrich s sugee 
wendet; gern atte er ihn wenigſtens zum Herzyge 
von Kurland erhaben:. aber beide Plane ſcheiterten. 
"auf eine 'gefegmäßige Weile wurde ihm in deb Folge: 
der Weg zum Throne gebahin indem Än Sr iedeich 
den 30. Juͤui 1844 umn Kronvrinzen eruancte. Au⸗—⸗ 
guſt Wil be lu hatte nicht die Entſchkellencheit nicht 

«ben feen; Geiſt, gicht dad große Genie Friedrich's 
‚ am deſto mehr zeichnete er ſich durch die Eigenfdiaften 
eines milden, friedlichen bamanen Herlens aus. Er 
5* Vedte 


7 


- Zu , 


! 


E ward Dem. 25. September 7 744 geboren, Die 
‚Natur hatte ihn mit einem anfehulichen Körper, und 


2°... wenn. 


I \ 


Mebte die ſchoͤren Käufe vorzelich, deſachte haͤußs 
die Werkfdaͤtte der: Kuͤnſtler, und ließ fie in feiner Ges 


.. gehmware arbeiten. . Um feines edlen Karäfters willen 


„erwies Ihm Sriedrich nie die geringfte Kraͤnkung wegen 


bes Vorzugs, Den ihm der Vater gegeben hatte, 


Vriedrich achtete und lichte ibn vielmedr, vermaͤhlt⸗ 
ibn 7742 mit feiner Schwaͤgetin Louiſe Amalie, Prin⸗ 


zeſiin von Braunſchweig, fo, daß beide Bruͤder zwer 


Schweſtern su Gemahlinuen hatten, und machte im. 
‚1745 mit dem Eufifhloffe Oranituburg ein Ger 


"fen, Nur ein einziges Mal brach ein kurios Miß⸗ 


verſtaͤndniß zwiſchen ihnen aus. Nach der ungluͤklichen 


2GSchlacht dei Koflin den 18. Juni 1757 ſollte Aus 
gu Wilhelm mir einem: Theile. der geſchlagnen 
7 Behee die Eingänge zur Lauflz.'an der Bebmiichen 

Grenje beiten. Es wurden, ‚aber «in Märfchen und 


Stellungen ſolche Fehler: begangen‘, wodurch der wich⸗ 


tige Paß von Gadel verloren ging, und ein weiterer 


 Nühng in die Laufiz notwendig wurde. Der König 


x 


SGSried rich vereinigte fh hei Bauzen mil: ihm, 


und bejeigte allen Generaten, ſeinen Liebling Win ter⸗ 
feld d ausgenommen die hoͤchſte Unzufriedenheit’ mit 


dem Vorgefallnen, wobei er ſogar in die Aeußerung 


ausbrach, daß ſie den Tod verdient haͤtten. Seinem 
Bruder machte er ein finſtres Geſicht, und ſchrieb ihm 
unterm 10. Juli einen harten Brief, Auguſt Wi 


belm verließ ſogleich das Heer, ging anfaͤnglich nach 
Dresden, ſodann nach Orauienburg, und vertheidigte 


ſich ſchriftlich bei Friedrich Aus dieſer 1769 ges 
drukten Korreſponden erhellet, daß er nichts ohne 


blorgfaltige ueberlegung, nichts ohne gemeinſchaftliche 


Verath⸗ 


— 


’ 


| Beste, sin oerideier Affen, und em einfichtös 


” .: 


wenn gleich nicht mit felmen, bach wit guten Au⸗ 


lagen des Geiſtes ausgeſtattet. An hohem Wuchſe, 


> am einer ſchoͤn Ind Auge fallenden Leibeslaͤnge übers 


traf er den großen Friedrich bei weitem, wo⸗ 
gegen er ihm an Geelenkraͤften ſehr nachſtand. 
Darum aber fehlte es ihm. nicht an Genie. Daß 


| | man ihm eine forgfäftige Erziehung gegeben haben 


werde/ laͤßt fid vvn ſelbſt vermuthen. Der Haupt⸗ 
fuͤhrer feiner Jugend war der. Oberfie, Graf von 


voller _ 


. Serathfälundg mit ben "Generaken unteruamuren 
datte, daß aber der König durch den General Winters 

feld vorndulich zum Unwillen gereist worben war. 

Unparteufche. Kriegskenner wollen jedoch dein Prinzen 
- Unentfchloffenbeis ur La ige Get dem 
lebte er eingriogen, md von allen Gtatsgefchäften abs 
' gefondert zu Odanienburg, wo er an den: Folgen eines 


| rhemaligen DPferdeſturzes bei der Belagerung von Drag 


.. 17441 vielleicht auch sum Theil wis aus Velüsumerniß 
uͤber bie: leztern ſtriegsvorfaͤlle ſchon den 12. Juni 
2758 im Zoſten Lebeusjahte ſtarb. Friedrich, der 


| ec fich” bald wieder mie ihm verfſoͤhnt Bette, weinte ihm 


Thraͤnen der wehmuͤtbigſten Bruderliebe mac» _ Bald 
nach feinem Tode wurde ihm noch ein Sobn Wehoren, 
der aber nur einige Monate lebte. Gin andre diterer 
. Sopn, Friedrich Heinrich Karl, ſtarb 1767, im aoſten 
Jahbre an den Blattern Es blieben von da au bloß 
wei Kinder übrig; der König Feiedrich Wil⸗ 
beim II. und die Primeſſia Briederite Senbie 
‚Wilhelmine, feit dem 4. Oftober 1767 Gemahlin 
des Dringen Wil helm's V. von Manen. 


nn 
— 





4 
—W 


J — 108. 


voll Patriot. Unter ihm ließ fich ber Yirfee des 
Joachimsthaler Gimnaſiums Beguelin, als ers 
wählter Lehrer des Prinzen, deſſen geiſtige und fitte 
liche Bildung fehr angelegen fein. Er machte ihn 
. früh‘ wie den Werken der Alten, mit. beu ſchoͤnen 

Kanſten und Wiffenfchaften ‚ mit. dem. Studium der 
Ariegslenntniß bekannt, und fuchte bei jeder Gele⸗ 
genheit fein Gefühl. fuͤr Edelſinn und. menſchuͤches | 
.. WBontwollen zu wekken und zu erhöhen... Im x4ten” 


- .. Jahre Ionnte.er ſchon Wirgil’e Heldengedicht, bie 


nieveide, in der Inteinifchen Driginalfprache mit. ibm 
leſen. Wie zwekmaͤßig Beguelin dieſe Lektuͤre für 


ſeres kdniglichen Bögling”s Lage einzurichten wußte, 


. mag folgende Probe beweiſen. Im Jahte 1758 - 
ließ fich der belaunte Frankfurter Art, D. Kruͤnitz 
dem Prinzen vorſtellen, und figerreichte. ihm fein . 
Stammbuch. Wahrend einer lebhaften Unterhal⸗ 
tung. mit auweſenden Branzöfifchen Kriegögefangnen 
ſchrieb der junge ‚Friedrich. Wilbelm-diefe - 
. treffenden - Worte Dirgire. sun Andenten. in's 
Etammbuch ; a, - 
Animo repetentem. exempli = meorum, 
‘ Et pater Acnens et ayunculus excitat Hector. 


Dent ich rät an das WMuſter te Haven. meine 

| Ts. Behleihtee, . 

) aelanmi ich mein. Vater Aeneas, ab Hektor, 
rmiein Ontei. 


Alcdiuge hatte der Lehrer bes ringen, Yufnserks 


Fr Dean Glcnne en vn dem 
— iu beutern 


| — 1. —— 
Iestern Ehre, daß er bie Stelle ſo genau brialen, 
und fo paſſend angebracht hatte, BE 

Die Tonkunſt gewann Sriedrich Bilbelm 
‚ befonders lieh, er.fpielte die Gambe gut, und das 
Violonſchell fertig... So wie Friedrich ſeine Floͤte, fo 
nahm er das Violouſchell überall, + Kl. auf den 

Feldzuͤgen zur Erheiterung mit ſich. Er machte in 
Sprachen und in einigen. Wiffenfchaften. gute Forte 
fehritte, und genoß in der Religion einen vernäufs 
‚tigen Unterricht; aber er beſaß nicht den philoſophi⸗ 
ſchen Scharffinn, nicht den feſten Ueberblik Frie⸗ 
drich's; und da er in feinen Fünglingsjahren übers 
yhaiwt mehr Geſchmak am Schönen und. Sanften, 
als am gründlichen. Forſchen fand, fo ließ er ſich 
hernach leicht durch Blendwerke von Guͤnſtlingen, 
die das Talent ber. Ueherredpungsfunft befaßen, täus 
fiben, und zum Scheine ſtatt der Wahrheit leiten, 
Güte und. Wohlmollen machten die Grundlage feines 
Karakters aus, und Redlichkeit und deutfiher Bie⸗ 
derſinn ſtuͤzten fich auf felbige. Es muß jeden Gut⸗ 
denfenden für ihn einnehmen, wenn er 1771 hier⸗ 
über in einem Briefe au Voltaire, an welchen er 
als Prinz zuweilen ſchrieb, folgende Erklaͤrung thut: 


„Am über die Zukunft ruhig zu werden, muß man. 


„ein rechtſchafner Mann fen. Das werde 


„ich immer fein; ich werde dadurch mein ganzes” 


„Rebe Ihren weifen Aufmunterungen Ehre machen, 
„und geduldig erwarten, bis fich ber Worhaug hebt, 
„um in bie Ewigkeit zu blikten. Don feiner Men⸗ 
fehenfreundlicykeit- und Humanitaͤt hat die Welt im 


‘ der 





— 7* 
—— — 


. ber Thet ſeuliehen Bi, neſchen / Da u 


 Niemanp den, gutem Wilfen, Jedermanu za ip ' 


freuen · mad zu begluͤkken, abſprechen kann, :- Aber 
fben fü deutlich geht aus feiner, Regierung, fo. weit 
fie bdis jez bekannt ift, die unbezweifelte. Mahrheit 
hervor, daß es ihm an. der Kraft, ‚und, am 
ber Geiſtesſtaͤrke fehlte, feinen. edlen ‚Bora 
immer. in's Werk zu ſezzen. Ein wirklicher Tod, | 
den fein parteiifcher Lob⸗ uud Leichen« Bednis je on 
. ihm, wird abmälgen Lingen, iſt ber, daß er auf 
jolche· Perſenen, denen ex ein guted Herz zutrauth, 
au viel Vertrauen ſezte; Daß-er.ihse Abſichten, ihre 
Vorſchlaͤge, ihre Borfpiegelungen wicht ſcharf genug 
‚prüfte; daß er bem, an welchem er eine edle Seite 
- anbeht. zu.häben glaubte, unwandelbar anhing, uud 
A durch feine Vorſtellungen in diefer Anhaͤnglich⸗ 
keit woukend machen ließ; daß er feing Gunfibezeus 
. ‚gungen an Frauenzimmer und. Lieblinge und deren 
Anhaͤnger zu. reichlich verſchenlte, und da nichts 
KNrges ahnete, wo er. doch · irre geführt ab. von ber 


Wohrheit, eutferut wurde, - Zreilich ‚war: die.-Quelle 


Dirfer. Schwachhzeiten wicht unlauter, ‚ fie floͤſſen aus 
"feinem für: Güte und. Liebe geſtimmten Seszen ;: ahez 
die Wirlungen davon fonunten. madauch wicht heil⸗ 
‚fom: ſein. ur .. 
che kin Sreßvaren, pro nach feige. fein 
Oalal hatten einen. Geiſt der. Orbyung, dei. Simplie 
itqᷣt im Aeußern, der Penafiofigleit, nad ber mil 
| törikhen: Puͤnltlichleit angenommen, wel. 
Auf alle Minzen des Königlichen Hauſes — 
s / als 


— JO — 


irn bchielt auch Friebrich Wiibelm IL, 
ver ſich ſonſt in mehtern Stuͤkken von der Sparſam⸗ 
eit der beiden lezten Vorfahren entferhte, vieles won 
rer Sen Einformigkeit mit bei. Er erug gewbhalich 
die Uniform‘ des Sarbe⸗Regimems, ober einem 
Kiylicyten · blauen- Rok · mit metallnen Kubpfen. Er - 
Rand taͤglich Morgens um 6 Ahr auf, und kleidete 
Ach gleich 48Rig an, welche Orbmung er: bis dem 
ag vor feinem Tode beobachtete. Ohne alles Ge⸗ 
Petge ging er häufig gegen Mittag zu Baße-in dem 
Thiergarten ſpazieren, bloß in weiter Entfernung 
den einem Jaͤger begleitet; hier redete er. gern hie 
fremdlichen Tone mit Rindern: über Dinge, die fie 

‚ Intereffirten, Aber ihre Seltern, Spiele, Lehrſtunden 
tw. Seine Reifen geſchahen gleichfalls ohne den 
Schwarm von Hofleuten, weiche echemald reifende 
Monarchen amgaben; er fuhr in rinem halb ofaru 
Magen in Geſellſchaft des Her zogs von Braum⸗ 
ſchweig oder irgeud eines Generals; und aıır wenige 


Wagen folgten oder gingen ihm voraus. Das eins 


ige, was den König aubeutete, war die außeror⸗ 
deitliche Geſchwindigkeit, womit er ohne RAR 
üuf Bei, FJahres zeiten, ober Wetter mehr flog, als 
. Einſt fahr-er Morgens 4 Mär aid Breslau, 

und "ref den andern Morgen um 9 Uhr tw Berlin 
kin ;’das Heißt, er hatte inen Weg von ad deuitfchen 
Weiten oder. go Stunden: in 29 Stunden: zuräfiges 
Legt, wobei‘ er Tag und Macht nicht aus dein Wa⸗ 
gen geftiegenmwar. Man kann keicht denken, daß 
dieſe Art Zu — lemen, welche die Pferde 

| un O8 








. B Be — | 
——— und wftniehtite Zote auf den Mens 
Gannplaͤtzen warten ninßten, hochtlaͤſtig fiel. 
Marde ein Pferd auf immer unbrauchbar ; ſo erhielt 
dver Eitzenthaͤner doch feinen Erſaz; nar in dem 
Sale, weun es gleich: todt miederſtuͤrete wurde ihm 


xin Almoſen von 10 Thalern dafür ausgeworfen. 


Kriod rich Wilhelm richtete ſich andy darin 


| ib: dem Beiſpiele feined Vorgaͤngers, daß er den 


Atrlichen Muſterungen ver Truppen feld bee 
wohmte, und zu den: beflinimten Zeiten in dieſer Ah⸗ 
Acht feine Provinzen durchreiſete. Eben ſo zog er 
. Wa der Epizze ſeing⸗ Heeres in eigner Perſon mit 
1075 Jeid, und ſegte ſich allen Gefabreu des Kriegen, 
Web allen Beſchwerden des Wetters gleich dem ges 
weissften Soldaten aus. Haste er nicht die Bel 
Sertatefente' feines Ontels, fo zeigte ex doch einen 


J werfbutidyen umerichrefnen Muth, der feine: Um .“ 


emumerte und zur Radahmung reiste. Bei der 

kurzen Delsgerang von Berdun dm Aufange des 
Sepi. 1792 ſtellte er ſich bei einer Kandne ſo nahe 
amn. bie Seflung, daß eine feindliche Kugel kaum zehn 


Schritte von ihm niederſchlug; dennoch ritt er auf 


Me andre Seite, wo ihm Bas Nämliche wieder has 
oegnete. Plan kann ans dem Franzoͤſiſchen Kriege 
wuchdere Veiſpiele hievon anführen. Das guͤltigſſe 

Yangalb wow ſeiner kriegeriſchen Tapferkeit iſt dag, 
weilches Friedrich der Gioße von ihm ahlegte. 
Dei⸗dem Räkzuge ver Prengen im Herbſte 2778 . 
6 Obtaen führte er eine beſondre Kolonne, 
* won tum: beichten Kruppin der Defiseicher, 


, und 


(4 


„ 


anb fetten dem geteeeten Grafen —— 
den Höblivegen und engen‘ Vergpaͤfſen unaufhoͤrlich 
beunruhigt wurde. Friedrich Wilhelm aber 
griff die Feinde muthig en, ſehlug ſie jebeimal im 
die Ziucht, “and entging ‚atlen. Gefahren durch feine 
Herghaͤftigkeit. Als er ſo feine Schaar wohlbehalten 
zur Hauptarmee heranbrachte, erwarb er ſich den 
Beifall und die/Zufriedenheit feines Onfeld.imieineus 
ſolchen Grade, daß ihn dieſer umarımte und ausriefz 
„Sie find nicht mehr mein Merten. fan 
| nern mein SohnY. m" 4 
| Einige Monate nad) feines Vaterd Ze; * 
Sal nach zunkfgelegtem sten Jahre, wurde er vom 
‚Friedrich sum Prinz son Preußen; das 
. Heißt zum Thronerben erklärt. Cr hielt fich ſedann 
wiehrentheils im Berlin, zuweilen auch in Potsdam 
‘auf, begleitete feinen Dnbel bei den gewbhalichen 
Mufterungdreifen, erregte durch feine Popularitat 
und Menfchenhuld große Hofmiugen, gab: viele 
dffentliche Concerte, wo er den gebildeten Bewoh⸗ 
nern der Reſidenzen den Zutritt· geſtattete hewirkte 
1784 zum · eſten duͤrftiger Wittwen / von Tockuͤnſt⸗ 
Ser die Aufführung bes Hendelſchen Meffias,; und 
; zeigte in allen Handlungen: eine foldhe Herzeusguͤte, 
daß. man die Tiebedabentener, deren. einige bereits 
bemerkt wurden, entfchuldigenb: Aberfeh, und ent 
weder glaubte, daß fie im eruſten Manndalter auf⸗ 
ydren, "ber doch feinen nachtheiligen Einfluß in: die 
Regierung haben wuͤrden. ¶Uebrigens wurde er vom 
Sriedrich ve ae gehalten, aber m 
| feinen 


u ‚407 — 


u feine Veſtiminmg altmählig vorbereitet, wicht bloß 


zu den Waffenuͤbungen an ſeiner Seite enitgenuune | _ 
men, fondern auch wit Männern umgeben, Die ibn 


mit den Grundſaͤzzen einer weiſen Seatsverwaituug 


Bekannt machen maßten, unter been ſich ſeit i700 
ber Geheime Fiuanzrath Roden befand, In eben 
dieſem Jahre folgte er dem Kbnige zu des: beräbms 
ten Zuſammenkunft · mit dent Kaiſer of eph ih 


Nteiße; und 10 Jahr ſpaͤter, 1779, reiſete er in 


GSeſellſchafi des Grafen Goͤrtz nach Pitersburg. 
Bon feiner Einficht in Statsſachen, die er, wenn er I 


nicht durch Scheingruͤnde Andrer irre geleitet wurde, 


ſondern felber nachdachte, richtig zu Beurtheilen vers 


fland, liefert die. Bemerkung einen. Beweis, daß ex 
beiden gewaltfamen- Eingriffen, welche Fofeph IL. 


in die Gerechtfame der deutfchen Fuͤrſten verfuchte, 
auf den. Gedanken einer Berbindurg ber Meichöftänne 
' zur Bewahrung ihrer Hoheitsrechte nach dem Bei⸗ 
fpiele des Schmalfatvifchen Bundes gerieth,. und 
das er auch unter der Hand einige Fuͤrſten fuͤr dieſen 


Entwurf zu gewinnen ſuchte. Indeſſen dies iſt nicht 


fo zu verſtehen, als wenn er. den Koͤnig Friedrich 
zur Schließung des Fuͤrſtenbundes zuerſt bes 


wogen, und ihn allein auf eine. ſolche Idee -gebracht _ 


hätte. Nein! Er äußerse dieſen Wunſch nur für 


fi, und fprach gelegenslich mir dem Minifter von 


Herzberg davon. Ohne von feinen Gebanfen etwas 


zu wiſſen wär Friedrich bon ſelbſt gleichfäns 5 su 
der Meinung gekommen, daß ein Farſtenbund das 


wewiieh⸗ Mittel ſei, dem kaiſerlichen Aumaßun⸗ 


gen 


⸗⸗ 


a ar, 
| | 
— ros — FE 
. 


gen Eintelt m thun. auf dbieſe Art laſſe⸗ re “ 


Nachrichten ‚über die-Ginfeitung zur Deutfchen Afies 


eiagion, „bie (onft wiberfrechenn ſein wärben, - were 


u einigen, .. Un eines Orte ſchreibt der Graf Herzberg 
. "pie Fore dazu Dem Krouprinzen Krievrid Wil 


\ helm, an sind andern wieber ‚dem. Koͤnige Fr ve⸗ 
drich gas In feiner am-26, fen, 1785 veorgelefes 


nen Akademiſchen Abhandlung heißt es auncuͤllich: 
Die Bollendung des Fuͤrſtenbuandes, ber am 
ma3: Yuli- 1785 zu Stande fam, wird Ariedridys 
en noch mehr, als ſeine zahlreichen Siege 

— ————————— wird ſeinen Namen der. Nachwelt 
theuer machen, und Ihm Die undergaͤnglichſte Vaͤr⸗ 
gertrone erwerben. Dieſer Ruten mug um fo 
„grbßer erſcheinen, were man bebeult, baß ber 


„König die Idee dieſes großen Werts 


| Noel gefaßt, E 2 zur VBollendung ‚gebracht, 


x 


| vurganan la win ee 
5 i daher 


web in dem 74 Jahre feines Alters, und bei einer 


z⸗burch feine fange und thaͤtige Regierung geſchwaͤch⸗ 


mten Sefunbheit Die gefährliigeRolte, Die tm dieſes 
„Siften auflegt, ‚übernommen gar... 

In den lezten Jahren der Regierung. grie 
Aral. hatte ſich, wiewohl hoͤchſt irrig mad 
andillig, die Meinung unter einem großen. Theile 
der Einwohner verbreitet, als ob er zwar bewunde⸗ 


J rungswuͤrdig in Unſehung des Verſtandes, aber nicht 


ebenswerth, aicht menſchlich genug in Hinſicht des 
" gerzehs fei,. und als ob ihm an: der Gruͤnduig ſei⸗ 
nes Ruhms mehr, als an der: Begihltung: feiner Ms 


— 








Sn 


— ‚in m. 


Baes: wel⸗ ihre XR auf pen Zipenfelger, "vop 
weichem fie · lauter geldne Beiten ‚boften; der * 

nen. erwartete wire; geringers, ole Vefriung _ 

won den Giraupbfiichen Megifienr,. und was ex damig 
im Berbindung ſezte, cine auffallende Exsihterung 
ber. .Mbgaben;- dar..dentfäe elehree, der ſparlich 
derſorgte Statsdienen, Des anbeſchaͤftigte Hofmantz 


ſehen jeder nach) feiner Lat einer beſſera Zukunft.ene 


gegen, die. ihm ein ‚reichlicheres Auskomnen, site 

Yhbere Achtuug, mehr Wohlleben und Ueberflußz 
- bringen wuͤrde. Der. Tag erſchien endlich, Der vor 
allen Mutdenlenden gefuͤrchtete, vom allen Bater, 
landafreunden berrawerte Tag, welcher den Königeg 
ie: Maſter, und den. Preußen ihren Vater enitißg 
ve. Margen des 17. Auguſts endigr/ das Kehen 
Sraedrich's, an welchen fein Votk einen Beherr⸗ 
(per: gebebt harte, wie voch leinen. Eein Noech 
leer. Friedrich Wilhelm II. hatte ſich, vpg 
deſſen nahe bevorſteheudem Ende unterrichtet, feit dep 
legen: Zeu auf feinem. Weinberge bei Potsodam aufs 
gehnisen, woſelbſt er unverzüglich die große Nade 


sich, ‚Die bald ganz Europa mit Theilnehmung ven 


unksı,, durch eine ſchriftliche Auzeige des Miniſters 
ven Herzherg erfuhr. Boll wehmuͤthiger ‚Rührung | 
hegeb er fich fogleih nad) Sansſouci, wo er ‚gegen 
3.Uhr aalam, und. beim Unblil deö Leichuams, in 
velchem ‚ein fo erhabuer Geiſt ‚gewohnt hatte, im 
Ahraͤnen ausbrach. Lange fland.er in fliller Betrach 
ung am · Fuß bes Ruhebettes, beſchaute bie entſeelte 
Di, ı und ne ß ch den Srapfadungen, die * 

- jek 


f . 


u mi 11 ‚gem ’ 


v 


ſolcher Eneaſlaud, und ‚ol ſel her Tod jedem, der 
ein fühlennes Herz hat, uothwendig einfiößen 
Innßte, Sodann mandte er: fich zu: dem Kammier⸗ 
huſar Schoͤning, ließ ſich von hm das Eude Frie⸗ 


- 


drichs beſchreiben, und vefahl ihm, bie Abforiiung 
dves Ropfs in Sips ju beſergen, ehe noch die zerfths 


renden Folgen des Todes dad Ausdruksvolle der Ge⸗ 
ſichtszͤge verwiſcht und unkenntlich gemacht 3 
eine Achtung für das Andeulen Friedrichs, pie 
dem Herzen bed neuen Regenten Ehre bringt, "aud 
wofuͤr ihm die Nachwelt gewiß immer danken wird. 
Wewiß er konnte-den Antritt feiner Regierung wicht 
ler beginuen, als daß. fein erſter Befehl Huldigung 
ſeines großen Vorgaͤngers war.Eben ſo ˖ ruͤhmlich 
war die zweite Handlung, die er verrichtrre, ud 
wddurch er die Verdienſte des geſchikteſten und eifrige 
ſten Statsmannes unter Friedrich erkannte und chrtes 
Er ließ ſich ein Band des ſchwarzen Adlerordens 
bringen, mit welchem man, und das mit Recht, 
vorm es anders eine Auszeichnung ſein ſoll, immer 
ſehr ſparſam geweſen war, hing es dem amweſenden 
Miniſter· Herzberg ſelbſt um, und fagte : aich 
thue biermit-weiter nichts, als was meitr vor⸗ 
ſtorbner Oheim ſchon laͤngſt hätte thun ſollen.“⸗ 
Einige Wochen nachher legte er einen neuen Beweis 
feiner Werthſchaͤzzung dieſes Miniſters dadurch ab; 
daB er ihn bei der Huldigungsfeier in den Grafen⸗ 
ſtand erhob, Allgemeine Billigung erhielt eine audte 
- Yenßering, die er in der erſten Stunde ſeiner Herr⸗ 
(saß ‚gegen den, Kommandeur des erſten Garde⸗ 
Batail⸗ 


„N | 








— 


ae LET — 


Votaillens that: es ſott afles beim Mieänıblefbers 


zAur Willich mir. die Erziehung der Solbatenkinder 
mehr ängelegen feinHlaffen? Ueberhaupt athme⸗ 
xen die Verordnungen, Erklärungen und. Thaten des 
Adnigs in der erſten· Bein vichtt ale Wohlwollen · und 
Veuſchenfreundlichkent nund erweisen. iyas grvßes 
BZutranen. Er ertheitte: diclen belamcten mad unbe⸗ 
Batch. Männern das Adelodiploc; er war mit der 
Derſezzung in ven: Adrkeſtaud fo frrigedig, Dal. 
anche der alten Familien daräber eiferſuͤchtig wurg 
von, und Ihre ⸗Ocheelſucht durch · Spoͤrtereien offen⸗ 
barten, indem fie. die:eugendelten ſchlechtweg die 


Beh Fund acht zg ot · namten. Die: dentſchen 
VDelehrten, die handen Wrnſtbezeugungen unter 


* 


Im ed rich Kl. chen. icht sale beunten, ande 


jezr mohr genchtet; die Mitglieder dar Wink emir 
wer Wiſfenſchaftreua, irſöuſt Jahre Aastaͤnder⸗ 
werden aus ihrer Mitte erwähle, welchen Vorzug 
fie gewiß ſchon fange verdiemt hatten, Einige Schul⸗ 
anftalten erhielten anſthaliche, und wahrhaft Idnio⸗ 


guche Geſchenke, und allen ging: burch: Errichtung 


ws. Oberſchulkollegiumsdie Morgeardbthe 


aines ſchoͤnern Tages auf. Die Akademie der 


Kuümſte und mechauiſchen⸗Wäſſeuſchaften, 
die Friedrich L. geſtiſtet, keiner der folgendem 
.Negemen aber unterſtuͤzt hatte, wurde unter der.Leis 


tung des Miniſters von Heinitz wieder hergeſtellt. 
Viele Statsdiener bekamen betraͤchtliche Zulagen, 
und ſahen ſich von Nahrungsſorgen beſreit. Eine 


ao mb. woſloardianꝛ⸗ Belohnung war · die jenige, 
Welche 


— 


— _ 
N 


m. 2 — 


. weldie: infhaere. irmalige: Lehrer Begackin u 
yeilte. Ex: gab.ihm. die Adelswaͤrde und ſchenlee 
ihm ein Landgut von 25000 Thalern, weide Milde 

es. durch falgendes Schreiben erhoͤhte: „Ich vdchte 
en gern ſo ganz zeigen, wie werth ſie mit ſiud, 
Naund ahnen: Bewtiſe von dem schen, was ich ihwus 
„als Schaͤler nerſarach. Leider? erfüllen Regen fie - 
- jfelten- ihre ‚Berfprechungen‘, : die fie den Lehrern 
„ibn. Aberdies follte wicht ſein; denn a08- Wut 
eiues rechticinfnen. Lehrers iſt voller Berdrußz ur 
Mhhe. "Sep: babe für fie dak Cut Lichtenſeine ges 
auft. Sir haben dadurch einen Zuflucytöert, weun 


‘ 
. 
+ 
/ 
, 


zinmnen das Stadtlaen nicht: wehr bahagt.“ Be⸗ 


guelin.genoß: biefer. Bohlhat nidıt Lanpe.. _ Deus 
ſchon im Zehrunn 1789 ſorh er. Doch und: in den 
wenren Tagen ſeines Sebenkienfahr ar. eine: Deukbape 
keit. von. feinem: Haiglichtn Zbglinge, als nur feitens 


gu geſchehen pflegt. Friedrich Wilhelm. — 


ſachte ihn in feiner Ktanlheit, Danke ihm für Den 
‚wepfangurı Unterricht, mad veriprach ſich feinen 
Seilie anzunehmen, Dies erfüllte.er auch. Der 
Minwe fegte. er. eine gute: Penfion aus, md ftellee 
“aiuen der Soͤhne bei einzu Landedfellegiune amp 
nachdem er bereits vorher einem andern eine aim 
-  Wögliche Stiftöpfrüube ertheilt hatte, 

Wenn gedachte Hulderweiſnugen mehr eingelnent 
Parionen und Familien zu Gute Inmen.. ſo dachte 
der Kbnig ach daran, die Liebe des ganzen Beils 
durch verbeſſeete Anſtalten an gewinnen. Aber freie. 
‚ig. bie Baduͤrfniſſe des Stais, die. ei 














m 


— 113 — 


eines ſtarlen Heeres, das Streben, den Preußiſchen 


- "Einfluß in die großen Welthaͤndel zu erhalten, er⸗ 


laubten es nicht, ſolehe Nenerungen vorzunehmen, 
die eine merkliche Erleichterung der Volksklaſſen zur 
Folge Hätten: alles, was unter dieſen Umftändeh 
don Billigdenkenden zu erwarten 'war, iſt, Abhel⸗ 
fung ſolcher Klagen, bie aus der Art der Einhebung 
ver Abgaben entſtanden, und -eine moͤglichſt billige 


Vertheilung derſelben. In diefer Abſicht hob Frie⸗ 


drich Wilhelm IT. die verhaßte Branzbfifche 


Wegie anf, welche vielerlei nicht zur Sache gehhrige 


Plaktereien verurfächt hatte, Statt ihter verorbnete 
er eine befondre Acciſe⸗ Zoll⸗ imd Kommerz ⸗Admi⸗ 


niſtratien. Der Chef der Regie, der Herr von 


Launay, wurde arretirt, woruͤber ein Theil des 
Puablilums zwar große Freude aͤußerte/ well es 


alles, was Franzdſiſch war, verabſcheute, wobei 


aber ganz Unpartelifhe doch einige Unregelmaͤßig⸗ 


keiten bemerken wollten. Man kuͤndigte einen, 


Wanne Gefangenfchaft an, ‚gegen welchen Feine Wen 


ſchuldigung befannt, nicht "einmal ein Verdacht vor⸗ 


handen war, der alles auf Friedrich's Befehl ges 
then, und für feine Perſon ſtets Edelmuth und 


Rechtſchaffenheit bewiefen hatte. Man entdekte 


auch hinterher nicht das Mindeſte, was ihm zur 


Laſt gelegt werben konnte; alle feine Rechnungen 
wären richtig, alle Teine Anordnungen gefegmäßig, 


fein ganzes Verhalten vorwurföfret, - Man ſah fich 


f 


eewanige Harte, welche das Land unter der Regie - 


daher gendthiget, "Ihn frei zur fprechen; denn die - 


BGallus Br. Geſch. 6. Thl. I. Abth. H erdul⸗ 


\ ; 


EZ 144 — 
erduldet hatte, ruͤhrte nicht von ihm, ſondern von 
der Beſchaffenheit der Regie her. Man bot ihm 
einen Zahrgehalt bon 2000 Thalern. "Aber Lauma v 
„zeigte eine von Kriedrich eigenhändig gefchriehne, 
und vom Miniſter Herzberg mit unterzeichnete 


. Verfiherung vor, daß ihm im Falle des geromme⸗ 


mem oder, gegebuen Abſchiedes eine lebenslaͤngliche 
Penſion von 6000 Thalern, und zum Beſten ſeiner 
Familie auf einmal eine Summe von 30000 Thaler 
- ausgezahlt werden follte. Deffentliche Nachrichten 
‚melden jedoch, daß die Feinde des Herrn von Raw 
nay Mittel gefunden hätten, dieſe Berficherung 
Friedrich's unkraͤftig zu machen; man ſoll die koͤnl⸗ 
gliche Schrift zuruͤlbehalten, und dem Herrn vom 
Launay den ehrlichen Abſchied und die freie. Abreiſe 
in fein Vaterland nur unter der Bedingung bewil⸗ 
liget haben, daß er, eine ſchriftliche Erklärung ande 
ftellte,. an den König, an das königliche Daus, und 
an die Kommiffion, die feine Sachen unterfuchte, , 
niemals eine Forderung zu thun. 
Am r, Juni 1787 wurde die dem Kaufleuten ſo 
widerlich geweſene Tobaks⸗Adminiſtration 
und Kaffebrennerei abgeſchaft, und der Hans 
del mit diefen Produkten, ben. biöher der König: ges 
führt hatte, einem jeden freigegeben. , Dieſe Bewil⸗ 
ligung ermelte anfänglich nichts als Frohlvklen; 
aber bald fühlte Das. ‚Publikum große Nachwehen 
davon, Die Benvaltung harte anſehnliche Vortheile 
‚eingebracht, diefe wollte der König wicht miſſen; 
eine. e Menge Pffeianien verloren ihr Brot, man 
PN et, konnte 


t 
* 
\ 


Fonnte ſie nicht darben laſſen. Es wurden daher 
neue Auflagen, und in der That nicht die erfreuliche - 
ſten gemacht, Man führte eine Mehle und Kobalt 
- Mecife ein, erhöhte die Weizenfteuer; den Salsime 
poſt, die Zufter« Wecife, Die Stempelgebähren, und 
forderte Hecife von der Mecife, das heißt, wer ı Tha 

ler verſteuerte, mußte ı Grofchen, und in der Foige 
ı Gr. 4 Pfen. Nachſchuß, gleichſam Zinfe von der 
Binfe geben. So war man um nichts gebeffert, ja 
um vieles mehr belaͤſtiget. Denn vom freien Tobaks⸗ 
handel hatten bfoß die Kaufleute Gewinn; daB Pu⸗ 
blikum aber nicht einmal Wohlfeilheit der Preiſec, 
weil jeder Handelömann nun den Preis, ber vorhet 
gewiſſe Beſtimmungen hatte, willkuͤhtlich anfezte, - 
Ohnedem litt unter dem Tobakszwange uur der \. 
kieinſte Theil des Volks, weil ber Regel nach daß 
weibliche Geſchlecht, die Kinder, und felbft viele ‘ 
Männer nicht rauchen, ein Hausdater feinen Ges 
ſellen oder andern Arbeitern Beinen Tobak zu geben. 
braucht; Aber diejenigen Sachen, welche nun fo-fehe 
‚mit Abgaben befchivert wurden, Mehl, Salz, Zuk⸗ 
tern. few. gehbren zum allgemeinen Beduͤrfnigz 
bie Laſt, die vorher nur einige gedruͤkt hatte, beugte 
jezt alle darnieder. Die Urheber des ganzen Plant 
legten einen neuen Beweis von ber alten Wahrheit ab, 
dauß es leichter fei, etwas abzufchaffen, als etwas: , 
beffer zu machen. Zugleich erfchten eine Schrift, in 
welcher die Nachtheile der Veraͤnderung gruͤndlich und 


beſcheiben aus einander geſezt, und die Vorzüge der 


Zobato⸗ Adwiniſttution gezeigt mniden, Dir Ben 
er. 5 7 7 fofler. 


\ un 116 — 


1 fofle trug ſeiche Argumente vor, die dem anbefangs 

gen Lefer einfeuchteten, und ſchwer zu wiberlegem 
waren. Dies verdroß die Rathgeber des Königs; 
und da fie nicht wußten, wie fie der Schrift mis 


— Gegengruͤnden begegnen koͤnnten, ſo verfielen fie auf 


ein Mittel, das freilich Höchft bequem, wenn. gleich 
vor dem NRichterftuhle der Weisheit hoͤchſt verdamms 
. Kich ift, fie wollten den Widerfprecher durch das 
Schrekken der Gewalt ‘zum Schweigen bringen. 
Man. berebete daher den gutmuͤthigen, nichts "arges 
abmenden König, daß ein verwegner Unrahjlifter ges 


ffaͤhrliche Meinungen auögeflreut, und ganz unſtatt⸗ 


. bafte, reſpelt⸗ s und geſezwidrige, verabſcheuungs⸗ 
werthe Dinge i in einem Libelle vorzutragen die Kühne 
heit gehabt habe. Der König erſchrak hierüber, ließ 
in den Berliner Zeitungen feinen Unwillen über ein 
ſolches ſtrafbares Unternehmen laut werden, und 
forderte jedermann unter Verfprechung eines Lohne 
von 100 Thalern zur Eutdekkung deö Werfertigers 
auf. Wie erſtaunte die Welt, als fich der Verfaffer 

einer fo. gehäffig bezeichneten, fo greulich verſchrie⸗ 

gen Schrift in eben diefen Zeitungen ſelber meldete; 
als man fand, der ald Majeſtaͤts⸗ Verbrecher anges 
klagte Schriftiteller fei kein andrer, als der ehemalige 
* Erzieher des Königs, der edle, patriotiſche, allges 
mein. verehrte Graf von Borke, welcher vor dem 
Angeſichte eines ganzen Publikums männlich und 
ruͤhrend die Neinheit feiner Abfichten dokumentirte, 

amd dem Könige” ‚geradezu ertlärte, daß er feine 
a Sarife unmdslich geleſen haben föune , ſeuß * 








— IT — 


er gewik anders davon geurcheilt haben. Maturlich 


wat nune von Konfiöfation amd Veſtrafung feine 
Nede weiten; man fdywien, umd ſchaͤmte fi ch des 
Fehlgrifs, der in der That ein wenig auffallend war, 
Dieter Borgang gab: indeffen zu vielen Betrachtun⸗ 
gen Gelegenheit, man fahe- das: Vorſpiel einer: 
Machination, die gegen die Denk⸗ und öeibefteis 
Belt. gerichtet war; Fried rich's Geiſt fing an: zu 
weichen, die neuen Lieblinge wollten leinen Mider⸗ 
ſpruch erlauben, damit der wahrhaft gutgeſiunte 
König nicht die Wahrhen ecfähten, ‚uhd- felzuch nicht: 
hinter ihre Geheimniſſe kommen dchte. 
VWortheilhafter für's. Wigemeine war de Ka. 
hebung des Zullermonopols/ weiches. bis Dub. »⸗ 
Splitgerberfche Handelshaus im Berlin :-befeifen‘ 


hane. Zriedrih Wilhelm IL: erlätbte allem: 
Anteraehmern, welche Dazu geneigt waren, die Unter - 
gung won Buffer = Naffinerien;,- amd breite: bis‘: 
durch ven Gewinn, welchen bisher. eine einzige 


gamlie gezogen hatte, unter mehrere, Etſerklaͤrte 


dabei, DAB ou’ ferner keinen Alleinhandel, ber zum‘. ' 


Echaden Andrer wien Einzelnen. bereichere,: geſtatten 


- weile. So billig und eveimdehtg eime ſolche Were‘. 


fiherumg war, eben fo. gerecht und menfchfich bes’ 
—wies ſich der Koͤnig gegen die Güterbefigger‘ und: 
Starofteh Wefipseußen’® /welche 1772 bei der Ben 
ffnehmung dieſes Landes ihr Eigenthum verloren‘. 
hatten. Diejenigen, welche die Preußiſche Herrſchaft 


gutwillig anorkaunten, hatten zwar bad Ihrige bes 


im; wor u Din Emtzishung der Ciaiſtelen ſchou 


von 
4 


Zu 


ven Ieeedrich U. eine Quchiktigunn —— 
Viele aber, welche wehr Auhängtichleit au ihr Was 
terland. und. bie alte Derfaffung beseigen , waren 
um ihr Vermdgen gekemmen. Dieſen gab Grier 
Brich Wilhelm II. ihre Guͤter zuräf ader * 
eigen hinlaͤnglichen Erſaz. 

| ‚Die, erften öffentlichen: Schritte deſes Königs in 
| abſicht der auswärtigen Politik wurden gleichfalls 
von der ſtreugſten Mechsichaffenheit und Humanitut 
geleitet. Preußeno Neider verbreiteten Seruͤchte 
von: Vergroͤßerungs⸗ Abſichten, und Waͤrchen vom 
eiguer Art. Sohießrt 3. E. daß der Ansite koͤni⸗ 
aliche Sohn die katholiſche Religion annehmen und 
den Karhut yon Mein au ſich reißen wuͤrde. Bries 


Bruch Wilbelm arklaͤrte ſolche Kusftreuungen fuͤt 


ahaeſchmalt, beige feinen Miderwillen gegen alle 
cjoeunuͤͥzaige mb ungerechte Eroberuugtn, und. nere 
ſicherta daß, er nicht bloß ſelber davon abächen, 
. ‚andern. auch nach feinem Vermögen Andre daran 
verhindern ‚werde. Es boten fich bald einige Gele⸗ 
genheiten bar, wo er bie Redlichkeit feiner Seſtunun⸗ 
gen. im ſchoͤnſten Lichte, zeigen ‚konnte. . ‚Eine folche 
„war die gaveltfgme. Befezzung der Grafſchaft 
‚Schaumburg Lippe. durch. Heſſiſche Truppen 
Den 13, Febr. 1787 ſtarb der regierende Graf Phie 
lipp Eruft: gu Buͤckeburg. Da fein Land ein 
Heſſiſches Lehn iſt, fo gab Died Veranleffung , daß 
der Landgraf. von Heſſenkaſſel, jezziger Kurfärkt 
Wilhelm J, daſſelbe ſchen am 17. Febrnar dur 
militärische Gewalt in Veſiz nahmn. ECq er 
...u 


* 


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b B - - 
x . 


nech mönnfühe Eiben, 'ein Brüder des Weiſtochuen J 


SGrafen/ And ein Sohn,  eiwas uͤber zwei Jahe alt, 
vorhanden. Heſſiſcher Seits wollte man aber ihre 
Erbfaͤhigkeit micht anerkermen, weil die Großmutter 
des Erdgrafen, eine geborue'von Frieſeuhauſen, 
Teochter des kurpfaͤlziſchen Oberſtallmeiſters, zwar 
von einem alten ſtiftsmaͤßigen Geſchlechte, aber von 
mederm Adel herſtanme, und folglich Feine! ſuc⸗ 
ceſſiondfaͤhige Nachkommen haben koͤnne. Je⸗ 
doch nicht zu gedenken, daß die genannte Edle von: 


Frieſenhauſen vom Kaiſer Frauz I 17591 in 


ven Reichögräfenftand erhoben worden war, fo hatte 


der Reichshofratg zu Wien 1733, und wigberholents - 


Ti 1754 enticjieden, daß die deichsgraͤfliche Seburt 
der Sohneder gedachten Frieſenhauſen von Heſſen 
uwicht angefochten, und ihr Erbfolge: Rede nicht ber 
‚friiten werden ſollte. Alle Einwendungen des 
Heſſen⸗ Kaſſelſchen Miniſteriums wurden zugleich 


von den Reichsgerichten für unguͤltig und ungegruͤn⸗ 


det erklaͤrt. In dieſer Lage der Sachen blieb alles 
bis im Jahre 1787. Selbſt ber Graf Philipp 
Ernft,:der Aitefte Sohn der Frieſenhauſen, welcher 
eigentlich hach Heſſiſchen Grandfäjzen nicht erbfaͤhig 
haͤrte fein follen, hatte 1777 ohne jemandes Wider⸗ 
ſpruch die Regierung angetreten, und die an feinen 
Tod rubig behauptet, Ja Heſſenkaſſel Hatte ſogar 
1780 ben zwiſchen ihm und feiner zweiten Gemahlin, 
der Landgräfin Juliane von Heffen » Phitipöthat, 
geſchloßnen Ehevertrag beſtaͤtigt, und den Puukt, 
deß die durſun Juliane, im hau ihr Gemahl vor 

der 


. 


\ 


— 


—4 


0) — 120 — 


der Deſereruich der männlichen . iblommen | 


färhe, ‚die Vormundfchaft, über dad Büdsburgifche - 


Land führen follte, vollkommen gebilliget. Aller Dies. 


fer Umſtaͤnde ungeachtet hehauptete Heſſen dennoch,. 

daß ‚das Schaumbutgiſche Lehn nunmehrerdfnet 
und ihm zugefallen waͤre. Das ganze Land, weiches 
and 2 Städten, 2 Flekken, 78 Dörfern, und, der, 


‚Heinen im Steinhuder See ‚geleguen Feflung, Mile 


helmſtein befteht, ‚und au: Getreide, Torf, Stein⸗ 
Sohlen und Bruchſteinen fehr. ergiebig iſt, wurde vom; 


Heſſiſchen Truppen ohne „Mühe . befegs;. nur ber: 
Wilheliyſtein konnte weder. durch Gewalt, noch — 


‚Anterbandlungen "von ihnen erobert werden; deuu 


der Hguptmann Mottmann, beſonders aber, der: 
Zaͤrurich Winde, fezten ‚allen ‚Bemühungen der, 


_ Hoffen einen. Muth und eipe, Klugheit.uugeaen, pie, 


u, ſe mehr zu bewyndern waxen,, ‚Dar ſie 


0. Mann zu Gebote, uud keine Berkaltungähefehle, 


zur Vorſchrift hatten, bondern fi ſich felber nach ihrer, 
eignen Einficht rathen, und nach ihren Kräften helfen, 
mußten, Dieſe gewaltſame Weguahme eines wehr⸗ 


loſen Landes, dieſe kriegeriſche Unternehmuns mitten, 


im, tiefjien Frieden ſezte ganz Deutichlapn in Vers, 
wunderung, und erregte die Neugierde ſelbſt derer, 
denen Schaumburg > Lippe bisher Baum .dem. 
Namen nach befannt war. Ueber die Unrechtmaßig⸗ 
keit der Heſſiſchen Beſi izergreifung ertoͤnte nur Eine 
Stimme. Über viele vermutheten, daß Heſſen ſei⸗ 
nen Plan mit den großen deutfchen Mächten verabs, 
vd, und mit deren Einwilligung die Ausfuͤhrung 

davon 


te | 
Ä Dann. gewagt. hahe. Asia: diar | 0,0007 0.28 02 
Gerechgigkeitoͤliebe deß Kaiſera Zofewh U. und dei 
gaſangnten Reichs erklaͤrte ſich hald aufs nachdruͤb⸗ 
lichſte gegen dos Heſſiſche Sißem; Am erſten und 
lanteſten fgrachen die Hoͤfe nem Merlin:und von. Dane . 
vover bappiher. Der Fhuia von Prenfen nehm: ſich 
Dex / verwittweten Fuͤnſtin von Schaunkung> Lippe, 
unmuͤndigen Sohnes, des Erbgrafan 


und ie 
Grorge Wilheligis, der in. ſeinen Landen zur 
Mindon einen Zuſſuchtäoerg fand, ganz beſenders 


an... Muf den Vericht des Landgrafen, welcher auf 


bie Beiftinuung ded.Zhpfieubunbes gehel ap haben 


(bien. lieiq er vurch feins Miniſter unterm;n7,. es 
Yapar ‚die Rechtmäßigkeit des Heſſiſcher Rerfahrend 
beyıpeifeln, und die. Zuruͤlgabe des Püdchungee Sana 


den nu ‚ben worhanbuen: Erben ana, Echon 


einen. Tag Fäden, den 26, Februar, baue ar eigen: 


haͤndig an. den Landgrafen geſchrieben, And ihm bie 


Folgen ſeines Benchmens mjt Cruſfte nergeſtellt, zu⸗ 


gleich auch die. Vermeidung aller verdaieglichen Haͤn⸗ 


del, ſo lauge es nach Zeit ſei, frenndſchaftlich ans 
anpfohlen. : Der Herr van Dobm, Peeubiſcher 
Geſandter im Weſivhhalliſchen Deiſe, erbict den Auf⸗ 
trag, eine guͤtliche Perwittlung zu fifsen, „deren 


esfie Bedingung aber ‚ver Abzug des Geflifchen 


Kriegsvolls fein ſollte. Diefe Heußerungen des Preus 


Biſchen Hofes machten eben ſo wenig Cindruk auf den 


Landgrafen, ald die ſandhafte Weigerung der edlen 


Fuͤrſtin Juliane, die Rechte ihres Sohnes aufzu⸗ 


win Friedrich Wilhelm Il. blieb aber fehl 


ent⸗ 


x 
N 


u a — u = SS 


—XX Pre Vene Heffftchen Azermachuten Wi - 
naugeſeymaͤßigen Banfahrenizu widerſezzen. Er were 


—6 


warf daher den Autrag,welchen Def Landgraf am 
NEM that, die Graffchaft war wiche ahf inarner⸗ 
doch bis zur Bolſahigleit des Erbgrafen zu behal⸗ 


ten; und wei. ine beweifen, traf ber She 


ug / lelbſd ehe er noch Komm kaiſerüchen Getichte Dayın 
aAufgefordert wurde, in Veibindung wit Pfalz tuts 
UN (Manſter), als Mitdirektoren des Weſtodali⸗ 
ſcheu Ktuiſea alle Anſtaiten die Heffen init Gewalt 
aus dem Wüidteburglicher zu verlreiben. ODie Direk⸗ 


teriala Geſandten erlietgen vemzh Folge zu Ende 
Marʒ eiıt@rbnahnungöfchräiben are Heſſen⸗ worärfle 


die unverzuͤgliche Raͤumung der beſe zren Gratfchaft 


verlangten. Dies bewirkte indeſſen weiter nichts 


laſſen, "ut der Landgraf durchaus nicht geneigt; "er 


antworteie Den Kreisgeſanbien, Daß fein Beginnen 
u kein Landfriedensbruch fei, def’ feine mehrſten Trup⸗ 


Als daß einige Hefſiſche Teappen arm ZU dpeil Äbe 
‚gem Den Beſiy des Landes hingegen Fahren zu 


pen mii · Nuhe uns Orduung zuruͤkmarſchirt iodsen, 


und daß e leiner wditten Dieltorial⸗ Verfäigungen 


beduͤrfe. Doch fuͤnf · Tage. nachher ließ er die abge⸗ 
gegen FJaͤgtre nad Huſaren wieder anruͤkken, und 


Stadchagen und Hagenbutg vdn neuem mit etfichen 
Kompagnien Infanterie deſezzen. Unterdeſſen bes 


kam vie Sache zum Erſtannen der Heſſen ploͤzlich 


eine andre Wendung. An 19, nud 22. Marz langten 


zwei Klageſchriften der Bormuͤnderin und Regentin 
worauf 


| Bament des Erbgrafen Beim Weicepofrate an, 





— 137 — 


anfbereits am 26 Matz mehrere a Bis 


srdaungen theild am den Landgtafen, /theils am dem 


Nbnig vom Preußen und deſſen Mirtiräftoren theile 


an ben ddeichefietal uab-an die Wörtehanger Untere 


- Hann ergingen, deren Hauptinhalt darin: befand, - 


daß die Brafichaft wirderiiiu' den Zuftand, worin fie 
am:17. Februar befunden hatte, verſezt werben; 

. 106 alle Huldigungen: uud Eidesverpflichtuugen an 
von Lanbgrafen aufgehoben fein ſollten. Die Direk⸗ 
oren: zeigten. eine große Thaͤtigkeit, um dem Aua⸗ 
 fruche. des. hohen Reichegerichtes Ehrfurcht zu vers 


⸗ 


ſwaſſen. Ste beſtimmten ein Heer won 14000 


Mann, um die Heſſen zu: vertreiben) und ſezten 


veni Landgrafen nur eine Friſt von 14 Tagen, um 


ſich dlefe Ymamehmlichleit zu eiſparen. Die Friſt 
lefram 13. April ab, ohne daß man von Hefflſcher 


SErite Laſt zur Machgiebigleit biklen ließ. Rune - 


wmiehr erhielten 14 Dataillend Preußen nebſt einen 


Reuterregimente Befehl ich. marichfertig zu halten. 


Zu ihnen follten 2000 Pfälzer und eden- fe vide 


Maxer ftoßen. Dem Preußifchen Generallientenaie 


son Baudt wınde der Oberbefehl Aber: aͤnmuliche 


"Kreis =. und Erelutiondtruppen aufgetragen. Test 
fonnte der Landgraf an dem unwiderruflichen Vor⸗ 


ſazze des Könige von Preußen, feinen Eroberungee 


plan zu vernichten, nicht mehr zweifele.: Er ara 
veswegen feinen Truppen am 16. April, das 


Schaumburg⸗ Lippiſche ohne Zoͤgerung zu — 


und ſchon am 17. April meldete der Heſflſche Mini⸗ 


ſter: von Waiz der verwittwerer darſtin und Vor⸗ 


muͤn⸗ 


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1 " \ ' - , .. f 


i wien, daß Re wieder m bene 
Befigge der Regierung befaͤude. Es waren alſo 
gerart zei, Monate verſloſſee, feitibem die Heſſen 
ihr. u · eauuandſchaft/aund · dem Erdgrafen fein, 
FDdecht vorenthalten huten. So ward ein deutſcher 
 Qriecefimä keit: nicht nach dem· Rechte Wer vlel⸗ 
mehr Unrechte/ des Staͤrkew, ſondern nach den 
Grunöfäggen der Beicböuurfaßiung entſchiedenz «fer 
Firgre: dir Sache des Schwaͤchern über bie Siugriſfe 
des Mäcktigern, weil: noch keine: frembe Gewaltthaͤ⸗ 
ugleit Deuſchlauds Selbſtſtaͤndigkeit angetaſtet, 
und ihmvoch feine willkuͤhrlichen Geſezze bifties: 
hatte Frienrich Wilgelm begnägter-fich. noch 
wicht mit dem Ruhme, das;dinrerht abgewehrt: zu 
haben; ex ſuchte auch dem Veleidigten Gepugthuung: 
» verſchaffen. Die graͤfliche · Vormundſchaft· fürs: 
derte, vermoͤge einer eicholefratis ⸗Sentenz, men 
d dandgraſen einen angnneften Erfap fürudie enter 
zoguen. Einkünfte: für dan Tverssriachten Sehaden, 
and. für. Die erwelten Koſten ſowohl für fich ale fir 
die Unterthanen. Hieranf- wollte‘ ſich „Heffen- ung 
> amd.gar nicht. einlaffen, Der König von Preußen 
drang aber auch hier durch. Er verauflaltete: gemein« 
ſchafe lich mit dei lreisqusſchreibenden Fuͤrſten unter 
dem Borfigdes Generals Saudi eine Kommiſſion 
zu Minden, welche Die Rechnungen bes Buͤckehurget 
Landes unterſuchte, nad alles, ohwohl nach manchen 
Zoͤgerungen und mit vieler min, Bm gwwan ſchten 
Gare Drau - in u 


® — 





I. 


— 1 — 


Mech in eben viefem: Dehre heteigunete fh im 

| — Vorfall, bei welchem die Pteußiſche Tapfer⸗ 
" Beig: ihren unter der vorigen Regierung erworbnen 
Maln behauptete; mad. wo Friedrich Wil⸗ 


‚helm II. feine Macht und ſeine Maͤßigung vor 
Muropa benrknndete. Died war der kurze Feldzug 


nad Holland im September: 1787, der nur einige 


‚Wochen hausrte, ımb boch Folgen hervorbrachte, die 


ehemals faum durch Jahre lange Kriegs⸗Operatio⸗ 


mwmaen ·˖ bewirkt worden waren Die Veranlaſſung hiezu 


\ 


«gab, pie Kränfung, : welche des Kbnigs Schwager, 
‚Ber Wrbftatthalter Wilhelm V. feir mehrern Jahh⸗ 
men ven einer. bemofratifch gefinuten Partei erfahren 


‚bett . Die Verfaflung der vormaligen-fieben 


sereinigten Niederlande war eben fo. ſon⸗ 
derbar, als zur Unterhaltung beftändiger Aluruhen 
gaſchikt. Jede Provinz regierte fi fi) durch Abgeotd⸗ 
nere, die aus der Ritterſchaft und den Staͤdten ge⸗ 
‚wählt: wurden, und die man Staaten nannte, 
ſelber; keine war der audern untergeordnet, jede 


konnte in. innern Angelegenheiten eigne-&efezze-mas 
chen, die von den Gebraͤuchen der uͤbrigen oft hoͤchſt 


verſchieden waren. Das Ganze der Republik wurde 


Busch Deputirte von allen’ fieben Provinzen, welche 
‚Seneralfianten hießen, vorgeſtelt. Sie hielten ' 


ihte Verſammlungen zu Haag, und berathſchlagten 


Aber Dinge von allgemeinen Intereffe, , Jede Pros 


vinz konnte fo viele Geſezgeber, als fie.mohte, hiezu 


ſchikken; doch alle dieſe, Die zw einer Provinz gehoͤr⸗ 


ten, hatten nur Eine Stimme, mochten ihrer, wie 
. ‚ , ur . .. : “ eß 


‚x 


PS . 


— 


’ 


— 2 


“fh bei Geldern .eft: naf, and) 19 keit: Zur 
Entſcheidnng über Krieg mb Frieden war bie Mebers 
einſtimmung aller Provinzen ubthig; 3 bei andern 
Sachen gab die Mehrheit den Linbſchlag, doc) thre 
Beichläffe wurden in denen Prodinzen, die: dagegen 
Wiperfpruch erheben, nicht befolgt. Die vollziehende 
Gewalt berabte auf dem Erbftasthalter, Prims 
zen. von Dranien.. Deſſen Macht war ‚groß, 
aber. nicht fonverän. Er komıte ben Gizzungen der 
Generalſtaaten beimshnen, und feine Meinung 
ſagen, hatte jedoch keine Stimme; er brachte die 
Beſchluͤſſe zur Ausuͤbung. Als Generalkapitaͤn er⸗ 
nannte er alle Officiere vom Junker an bi zum 
Dberfien; als Admiral beflellte er die. Schiſelupi⸗ 
“ns, und als Oberaufſeher der Saftiz und Polizei 
die Michter im den hohen Gerichtshbfen, wobei er 
angleich das Vegnadigungsrecht, Hochverrath und 
Mordthaten ausgenommen, beſaß. Sein Einfiuß 
in die Beſezzung der Regenten und Obrigfeiten der 
Städte war in den einzelnen Provinzen verſchieden, 
in allen aber doch fehr ſtark. In Kriegszeiten wurde 
ihm eine, befondre Deputation der Grueralſtaaten 
zur Seite gelegt, die er bei wichtigen Unternehmuu⸗ 
‚gen zu Narbe ziehen mußte. : Die ganze Kiegb⸗ 
wmacht urnßte ihm als dem Oberbefehlähaber Den Eid 
der Trene ſchwoͤren, indeſſen ihm nicht allein, ſou⸗ 
dern auch den Genrralfiauten, und den einzgelnen 
Provinzen, welche den Sold bezahlten. Diefer Um⸗ 
ſtand brachte zuweilen die ſeltſamſten Unordnungen 
"hervor; denn nicht jelten geſchahe es, DaB dio Otaaten 


x 


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DL] * 
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’ , 
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andre Befehle erthellten, De) Die Gewtrofe Berfanims 
ung, und daß der Srhflanhalger mir beickem vom . 


ignen ‚überemfiimmte.: em follte- ce ein’ Megis 
zuent gehorchen, da es Allen geſchworen hatte? Dieſe 
und mehrere Vorrechte, die wir der Kuͤrze wegen 


übergehen muͤſſen, haben vie Prinzen. von Orauien 


nicht ‚immer ausgeübt. : Es ‚gab Zeiten, wo Die 
Statthalterſchaft ganz aufgehoben war; anbıe, wo 


fie num in einigen .Progingen galt. Und erblich 
war fie ehemals vollends nicht geweſen, wenigften® 


nicht von allen Staaten dafür anerkannt worden. 


Erſt im Jahre 1747 gluͤlte es dem Haufe Dranien, ' 


durch dad Zufammentreffen gänftiger Umſtaͤnde einen 
allgemeinen Schluß der Generalſtaaten zu bewirken, 


vermoge deſſen es ſewohl für die maͤnnliche als weibe 


liche Linie die Statthalterſchaft in allen ſieben Pro⸗ 
pinzen erblich beſizzen ſollte. Aber ein Grunb⸗ 


artibel der Republik war dies darum noch nicht; 


— 


und es fanden ſich viele Demokraten, welche biern 


Aber ihre Unzufriedenheit bezeigten, und nur auf eine 
» Gelegenheit. warteten, um alles wieder umgukrben 
Holland harte in dem Amerikaniſchen Kriege, 
welchen es feit. dem December 1780 von land 
gewalttam hineingeriffen worden war, eimen unge⸗ 
- euer Verluſt *) erlitien. Die Feinde des Erbſtatt⸗ 
halters 


3. x der —* € Seedeld Rodneny eroberte 
‚ den 3. Febr. 1781 die Hollaͤnd. Inſel Er Euflach, 


a MO er 189 Sauffgbeer, umd einen uherweflichen 


Baarın Bora ‚, bie Daupsmagasne- ber Hollaͤnder 
j ut 


- 24 


tl Mi u Rn — — — — 


— 


. 
* 


— 148 — 


halterß brmizten vielen Unfau dazu, um tn verhaßt 


zu machen, we ihn ſeiner Rechte zu Berauben; tes 


dem fie Schriften ausſtreuten, worin fie den Prinz 


ger der. Unfähigkeit, ber Vernachkaͤſigung feiner 
Pflichten und der Verraͤtherei an England beſchul⸗ 


bdigten. Gelbft die Kanzel wurde zu politifchen 
Aſterungen auf ihn gemißbraucht. Der Hauptfiy 
der Unruhen war. in der Provinz Holland, Die 


Regenten verſchiedner Städte, namentlich bie Pens 
fionäre vau Bleiswyf, Gyzelaar, BVerkel 


and audre, machten eine geheime Verbindung unter 


einander, um durdy Liſt und Gewalt den Gtatthalter 
gu verdrängen, und alle Macht an fich feiber zu 
reißen. Sie erriggteten überall, wo fie Einfluß 
hatten, bürgerliche Freikorps, Die von entſchiednen 


| Springen» Feinden angeführt: wurden; Tießen- durch 


dieſe Bittſchriften um Abſezzung aller Oranifchger 
finnten Obrigkeiten einreichen, und brachten es 
wirklich fo weit, ‚daß dem Erbftarthalter ein Vor⸗ 
recht nach dem andern entzogen wurde, Er durfte 
nicht ferner in den Städten bie Magiſtraͤte, bei dem 
Militaͤr die Stabsofficiere ernennen, ſie nicht einmal 
beſtaͤtigen; fie hoben dem Kriegsrath auf, md untere 


- warfen die Soldaten den Buͤrgergerichten; fienahmen 


sur Beute machte; er entehrte aber feinen Ruhm das 
durch, daß er das Privareigenthum raubte, mund bil 
ganze Englifche Nation nahm an der Schaue diefer 
hat Untbeil, weil fie fie billiate, und jede Gen: 
thuun⸗ dafür verweigerte, - 


— 


2 


N DT Zu 
/ '} 2, | 

dem Prinzen das Kommando 'in ‚9: tfgten ir 
Wagppen von. ven Fahnen, ſuſpendirten ihn von der 
Wuaͤrde eines Genetallapitaͤns, „und: verbotenifogar 
einem / jeden das Tragen der Drangefarbe ;-Ichen daß. 
Stehen einer srangefarbnen Blume vor dein Fenfler, 
uder ein Band dieſer Farbe an der Uhr, wurde für 
ein Statöverbrechen gehalten. Die Hefnung auf ° 
Brauzdfifhe Huͤlfe, die ihnen der Geſandte 


dieſer Nation -zugefagt ‚hatte, machte fie fo Führe. . - 


‚Der Erbſtatthalter fahe ſich unter biefen Umſtaͤnden 
j gendthigt, die Provinz Holland: zu: verlaffen, un 
Fon Sig zu Nimwegen iin Geldern aufjufchlas : 
Die Mehrheit ner Generalſtaaten wär für: ihm, 
‘der größte Theil der» Armee blieb anf feiner: . 
"Seite, Die Staaten von Holland geboten hierauf 
‚ben Dfficienen ,. keine Befehle des Prinzen mehr zu 
achten, und erllaͤrten die für abgefezt, welche ihm'- 
geborchen wären ; ‚die Geueralftaaten Hingegen’ bes. . 
fahlen neu abgefejtn Officieren/ ſich nicht abfyzen: 


gu laflen. Die Berwirrang nahm fo zu, und die: - 


Erbitterang flieg bei: beiden Parteien zu dem Grade, - 
daß ein Bürgerkrieg unvermeidlich ſchien: Mei diefer 
Gaͤhrung ensichloß ‚fich die Gemahlin Des Pringen,: 
. Die Schweiter des Königs von Preußen, nach Haag ' 

zu reiſen, und eine Ausſohnung zu verſuchen. Sie 
traf am 28. Juni 1787 ohne. militdrifche Beveffung, 
mar von wenig Perfonen begleitet, anf dest Gebiete 
der Prosinz Holland an, wurde aber bei Sch ons‘ 


boven- von einem Trupp fogenanater Patridieh: u 


angehalten und in ihrem Zimmer fireuge hewacht. 
Valus Dr. Geſch · 6. BL FE Ein 





\ Kuss oo J 
5. 


— 


— 130 ng 


| Ein Officier mit gezognem Degen hielt in ihrer 


4 


Wohnung, 2 Männ. vor der Thuͤre, und eben fo 
viele vor dem Hauſe die Wache. Die Staaten von 
; Holland billigten dad Verfahren des Freikorps, uns 
terfagten ſchlechterdings die Fortſezzung der Keife, 
‚md veranlaßten die Prinzeſſin, am 30. Juni: nady 
‚ Nimmegen zuruͤkzukehren. Die Beſchimpfung, 


. "welche -fie erduldet hatte, ‚erregte den ſtaͤrkſten Une 


willen ihreö Bruders, des Königs Friedrich Wils 
heim I, umd reizte ihn, ſich nun. mit gewafne⸗ 
ter Hand in. die Hollaͤndiſchen Streitigkeiten zu 
miſchen, da er bis dahin nur freundſchaftliche, ob⸗ 


gleich eruſte Ermahnungen zur Beilegung der, Uns 


ruhen gerhau hatte, Die vereitelte Reife der. Statte 
halterin, wovon noch manche Umfände im Dunkeln 
liegen, brachte groͤßere Folgen hervor, als ſie viel⸗ 
leicht gehabt hätte, wenn fie vollbracht worden wäre, 
Der König ließ unverzüglich durch feinen Gefandten, 


den Minifter von Thulemeyer, auf eine ſchnelle und 


Öffentliche Genugthuung für feine Schweſter bei dem 
©taaten antragen, befam:aber unterm 4. Juli die 
Antwort, daß an der Prinzeflin kein Attentat begaus 
gen feis “fie Hätte ven Staaten Feine Nachricht von 


ihrer vorhahenden Reife gegeben, das gemeine Boll 


aber hätte um die Sache. gewußt, waͤre ſchon haufen 
weife zu ihrem Luſtſchloſſe unweit Haug geſtroͤmt, 
und man hätte einen gefährlichen Aufſtand befuͤrch⸗ 
ten müffen ;-die Vorſicht haͤtte es alſo erfordert, eine 


ſoolche bedenkliche Reife zu verhindern; "man hoffe, 


der Sri werde mit bıefer Erklaͤrung zufcieden ſein, 
und 


·— 
- —2 





-. 


— i33 2 — 


. md ihnen die Achtung erweiſen, die ſich Sorreran⸗ 
einander ſchuldig wären, Eine ſolche Sprache war 
eben nicht geeignet, den Koͤnig zu beſaͤuftigen. Er 
og daher im Unguft ein Heer von 21 Bataillonen, . 
35 Schwabronen, 400 Sußjägern, und zwei Koms 
pagnien Artilleriſten, welches einige zu 20,000 


Mann, andre, ald der General von Pfau ineinee . 
von ihm beſchriebnen Geſchichte dieſes Feldzuges, zu 


26,000 Mann angeben, in Weitphalen zuſammen. Br 
VUnterdeſſen übergab der Prenßifche Gefandte eine 

zweite Note, worin er mit Hinweiſung auf den 
- Krappenmarfch von neuem auf Gutmachung der be⸗ 


gangnen Kraͤnkungen drang. Die Staaten von 


Holland verließen ſich aber anf den Schuz des Abk 


nigs Bon Frankreich, welcher. ihnen und auch der - 


. Preußen erklaͤrt hatte, daß er bei einem feindlichen 
Anfalle auf Hollaud nicht gleichgültig bleiben wärde, 
Geſtuͤzt auf dieſe Verheißungen fezten fie alle Ach⸗ 
tung fo fehr bei Seite, daß fie erſt am 8. Septem⸗ 


ber, vier Wochen nach Mebergabe der preußiſchen 


More, mit einer nichtöfagenden Weitſchweifigkeit die 
vorige Antwort wiederholten, und nun den Kbuig 
zufrieden geſtellt zu haben glaubten, «Jedoch. ſchon 

am folgenden. Tage begab ſich der Preufifche Ges 


ſandte zum Großpenfiondr oder erften Minifter von | 


“ Holland, und verlangte binnen vier Tagen eine enta 
ſcheidende Antwort über folgende Punkte: die Staa⸗ 
ten follten in einem Schreiben an die Prinzeffin ihren 
Zehltritt bekennen, fich entfchuldigen, daß fie ihr bei 
ner Reiſe ſchlechtr Abſichten zugetraut haͤtten, die 

32 Belek 


\ 


— RF a am —— | N) 
Balingen ihrer Perſon beſtrafen, und file einladen, 


zur. Wermittlung eines Vergleichs. nach Haag zu 


lommen; übrigens müßte alles im - jezzigen Zum 


ſaaude bleihen, und Aürfte keine weitere Einſchraͤn⸗ 


kung der Rechte des Statthalters vorgenemmen 
werden. Wuͤrden dieſe Bedingungen ungeſaͤumt er⸗ 
ͤllt / fo. wollte Preußen. von allen andern Forde⸗ 
zungen abſtehen. Am 12, September erwiderten die 
Regenten von Holland, daß ſie ſich auf dieſe Note 
sicht einlaſſen koͤnnten, daß fie aber. eine. Gefandts 
ſchaft nach Berlin: ſenden wollten, um dem: Koͤnige⸗ 
welcher von dem ganzen Vorfall nicht gehörig untere 
richtet zu fein ſchlene, ‚gehörige Erläuterungen. dara 
über zu geben. - Dee Herzog von Braums: 
fh meig, welcher: den Oberbefehl Äber die Preußi⸗ 
ſchen Truppen fuͤhrte, erhielt am Abende des 
13. Sept. durch einen Kourier zu Kleve von ber 
Weigerung ber ‚Holländer ,. die Preußiſchen Forde⸗ 
mungen zu. erfüllen ;: Nachricht; darum ließ er bie - 
Alrmee in-drei Kolonnen fogleich aufbrechen, und ame. " 
folgenden Tage in die: Provinz. Holland einräffen, 
Weil ganze Provinzen auf. der: Seite des Erbſtatt⸗ 
halters waren, fo fanden die Preußen vor den Grens 
gen von Holland keinen, und in Holland ſelber, we 
ſch noch viele Oraniſchgeſiunte befauden, nur ſchrda⸗ 
chen Widerſtand. Sie wurben: zugleich von der 
Witterung beguͤnſtigt. Es war Neumond, wo die 
Fluth in den Holaͤndiſchen. Gewuͤſſern unbedeutend: 
ift. Der trokne Auguſtmonat hatte das Waſſer 
verringert, und ein aubaltender- Oftwiud verntin 


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PN Per Bas. Darum gingen —E 
Ueberſchwemmuugen, womit die. Potrioten gedroht 
hatten, nicht von Statzen, ‚Ein paniſcher Schrekfen 
bemaoͤchtigte ſich nun. ihrer, daß ſie auch Die Gegen⸗ 
. wehr. wicht. leiſteten, welche ‚fie. wohl haͤrten them . 
kodnunen. Utrecht haͤtte ſich, mach dem Urtheile dx 
Preußen, 14 Tage halten, und leztre ſehr in Verlea — 
genheit ſezzen koͤnnen; aber es wartete den Angriff 
ger nit ab. Der Sof. von Solms @rumbady /⸗ 
Kommandant dieſer Feſtung, eorber ein großer Praf 
ler ſeiner Heldenthaten, Die: er thun wollte; machte 
. ib. vor. dene Krieger jezt, da es nicht mahr auf 
Worie, ſondern auf Beweiſe anlam, veraͤchtlichz 
aehne den Anblik eines Preußen: abzuwarten, verließ 
in der: Recht zum 16. Geptember eine gut vera’ 
forgte. Fettung, ‚und gak: fie dem Mugefähr-Preiki + 
VEtwas mehr Jeſſung zeigte die 1900: Marn ftarke - 
Befazzung von. Gorkum; ſie floh doch uiehr: gleich 
wor dem bloßen Namen der Preußen, fie: Konute 
. ihnen wenigfiens in's Nugeficht, ließ ſich auffordern 
und wit einigen Nandkugelu befchießen,- ‚Liber freig ” 
lich war. auch Ihr Mesh wicht weit herz kaum harte 
fe ven Donner des Preußischen Geſchuͤzies vernom⸗ 
men, fo ſeufzete ſie nach einer Kapitulatian, und bee | 
ekiidigte alle Kriegsgebraͤuche fo fehr, daß fie ſich 
während Der Anterbandlung aus’ der Stadt heraus⸗ 
ſtahl. ‚Wieuwport,. Schonhoven, Vianen und nuhe 
sere Meine Orte ‚fielen ohme großen‘ Kampf in bie 
Gewalt der Preußen, wurden oft ſogar von wenigen 
Leſern und roowei meodegocamen. Met Rianen 
bimaͤch⸗ 


S 


— Fr fe 


. When fi) die Ebenſchen Hufaten einer Er 
x gatte von so Kanonen‘, die bei dem feichten Waffei 
auf einer Sandbank feſt fa. Der Graf Kalkreuth 


eroberte die Feſtung Nieuwerſluis, und madite hier 
730. Mann zu Gefangnen; ; in kurzem wurde auch 


Prexßen adarften ſich nur zeigen, fo flohen die Pas 
trioten, vie ſich durch ihre Feigheit eben fo zum Ges 


fpoͤtle machten, als ſie vorher durch ihre. Parteiwuth 


Unwillen stregten. : Dieb'unerwartet ſchuelle Vor⸗ 


dhringen er Wreußen betäubte bie Staaten von Hols 
launud ſo inaͤchtig,daß fle bereits am 18, September _ 
it großer Stimmenmehrheit die geforderte Genuge 
rthuung für bie Pprinzeffin: von Dranien zu - gehen’ be« 
ſchloffen, alle ſeit 1780: zum Nachtheil des Erbſtatt⸗ 


halters erlaßne Nefolutlonen widerriefen, und den 


Drauiſchen Hof zur Ruͤkkehr nach Haag einluden. 
Doch hiermit waren bie Unruhen noch nicht gedaͤmpft. 


Denn die Stadt Amſſterdam trozte der Macht 


. „Dorbregg beſezt und ganz Suͤdholland —— 
Dieb: war: das Geſchuͤft von einigen Tagen; die 


— 


rer Preußen, und, widerſprach den Befihläffen der 
Staaten; fie ging felbf fo weit, daß fie die gegen⸗ 


durchdtinglich gemacht ; in ihr dab 0 wir wenige 


waͤrtige Verſammlung derſelben für ungeſezmaͤßig, 
. mb alle ihre Verordnungen für nichtig erfiärte, Die 


Wiverfjlichleit diefer einzigen Stadt war-in der 


.That nicht zu verachten. Sie hatte noch große 
nn Huͤlfsmitrel in Ihrer Gewalt; alle Ingänge zu ihr 
varen durch Kanaͤle, veranſtaltete Ueberfchwem⸗ 


mungen und kuͤnſtlich angelegte Schanzen faft"uns 


Prin⸗ 








* \ j S 


— i35 nd J 


dwingerrede⸗ der Biere: der. watrioten a 
fen da, wo fie entſchloßne Anfuͤhrer hatten, nicht 
in dem laͤcherlichen Lichte, als bei den erſten Aufl. 
tritten, wo fie überall: von. unfichern: Leuten umringt 
waren; der Patrioten⸗Oberſte Matha z. B. be⸗ 
"wird eine Tapferkeit, die einer beſſern Sache wärdig | 
war, er vertheidigte bie Stadt Mupden Mehrere‘ Fa 
Wochen gegen alle Berfuche der. Preußen, und äbere _ 
gab fie endlich am 9. Skteber. ‚mehr auf Beſehl feis | 
> ger Obern,⸗als aus Roth. Es harte zugleich dab 
Unfehen,. al6 wollte Frankreich ernſtlich Theil neh⸗ 
men; Preußen kam in Gefahr, ſich einen bedenk⸗ 
lichen Krieg zuzuziehen; doch Sugland. raftete ſich 
su feinen Huͤlfe, und drohte den Franzoſen; ; Leztre⸗ 
deren Finanzweſen oblfig. zerrättet mar, und ſchon 
den Abgrund per Revolution zu Sfnen anfing , ſahen 
ſich vaher geudthigt, Holland feinem Schitfal zu 
Aberlaſſen, md. fich darauf einzuſchraͤnken, einzelne 
Officiere und Ingenieure den Patrioten zur Unter⸗ 
ſtuͤzzung ‚zu ſenden. Alles, was ber Herzog von 
Braunſchweig bisher geihan hatte, war aber fe’ gm 
, als nunnuͤz, wenn ed ihm nicht gelang, vie Haru⸗ 
raͤlkigkeit Amfterbam’s, von welcher einft der Be⸗ 
ger feiner Nachbarn, der ſtolze König Ludwig XbYV. - 
beſchaͤmt zuruͤkweichen mußte, durch feine Waffen⸗ 
gewalt zu bengen, Er räfte daher am 24. Septem⸗ 
ber mit allen ſeinen Truppen nach Amſterdam zu, 
und lagerte ſich in einiger Entfernung vor dem Dorfe 
Amſtelveen, einige Stunden vor der Hauptſtadt, 
w Nasa und > Ami einen oiatuchen Erfole von 
Ä ‚Feinde 


m 


— 


Giedllda ginheifen AR en ih: —*? 
haben ſchien. Das Lond her glich hung die * 
„ zeitsten Ueberſchwenmungen einet ofnen Sre, 

weicher nur einige ſchmate Daͤmme, die mit —** 


| befftichen werben konnten, hervorragteu. Am 1. Die 


tber früh wurde dennoch der Preußifche Angriff 7 


die Verſchamungen bei, Amſtelneen gewagt, und 
wider Erwartung mit Gluͤkke gekroͤnt. Dies Gefecht 


war das dizzigſte und: ernſthafteſte im ganzen Feld⸗ 


808 wind, Tief: nicht. ohne Verluſt für. die Preußen 


a Pon 411. Attaken ſchlugen ihnen 7 fehl; nur 4 


glätten, „um die iin Ruͤlken der Jeinde: gaben den 


- Auß fchloa. Am mehrſten verloren fie von vorne aul 


*R 


CGinem Damme, der nur 10 Schritte, breit war und 


yon. drei Kanonen: Iebbaft:.beichoffen. wurde. Sie 


heſtegten endlich alle Hinderniſſe, und erſtiegen die 
Verſchanzuugen, auf welche Arnſterdam fo große 


“ Hofunngen gebaut hatte. Sie felbes: geben ihren 


Verlaſt zu 35 Todten un 185. Verwundeten as 
Best heugte der Hauptſiz ber Patriosen, Amſterdam, 
keinen Stolz, bequemte fich zum Weitritt der Gthts 
menmehrheit der. Stamm, und bat ‚um einen 


 Woffeuftififtand, der ihm ohne Auſtand bewilliges 


wurdre . Aber noch. war dieſe Unserwerfung nicht - 


enfrirgtig,.. nocb machten Die Patrieten neue Ders 
tkeidigungsanfialten,. und verbreiteten nene Gerüchte 
gen Franzoſiſcher Hälfe, die ihnen Aber die Süderfes 
zugeführt werden wuͤrde. Dies bewpg den Herzog, 
den Waffenſtillſtand aufzufänbigen, und Umfterdans 
felbit zu belagern. Geſchrekt von deu Folgen, die 
en on ein 











' 
4, 


x 


— ur — 


an: {elle Hnternehtuen. für die gehen Gedaiadev 
Aagen der Bank, „und bie Waateyporraͤthe riner det 


arten Danbeläfiänte Europens habeu konnte/ ließen 
Ab: die Haͤupter darfelben: in einem Vergleich. ring . 

sh Wurde verabredet, daß die Worſtadt Ooertoon 
Sat. zwei Preupiſchen Bataillons, unh dad eidner 
Ahyor mit 10 Mann deſezt, die Studt hingegen von 


erden Truppe, verſchont, und durch 2000 Hulk 


ide, die dem Erbſtatthalter ergeben waͤren, Ss 


Ahst ‚werben füllte, Am 10. Oltober nahmen Di 
Prenßen hie veſtinanten ofen ein, äh eudigten 


Kine. ihte ſlegreichen Operationen .nab die gang | 
Wenolutiom, Dis ehemalige Ordnuug ber Dinge 


wurde wieher eingefuͤhtt, ber Pring von Oranten ig 


J 


oe ſeine Rechte hepaeſtellt / und din Muͤrde eine 
birbſtatthalters für einen mefentlihen Theil 
der Union erflärt, Bon den Häuptern der Unruhen. 


perlos. zwar leiner das Beben, aber· maucher, fein. 


. Vermoͤgen, und alle verließen dad. Vaterland, "Am 


grauſawſten rächte man ſich an dern Frangoſen 
Disfonval, Mitglied ber Akademie der Wiſſen⸗ 
ſchaften zu Paris, und General⸗Adjutanten der 
Hollaͤndiſchen Patrioten. Man warf ihn. in einen 
duͤſtern Kerker zu Utrecht, wo er 7 Fahre und 5 Wigs 
wate ſchinachtete, keine ‚andre. Geſellſchaft als die 


Spinnen, und Feine andre Beſchaͤftigung als daB * 
Erimndium biefer Sufokten hatte ). Me Parrlorem 


wur⸗ 


4 Diefee Mann ſtellte in feinem Sefänaniffe merEnür, ” 
; Wege -Weobaihtungen aͤder die Natur der Spinnen an, 

f | i | . . 2, 7 und | 

u | 


di 


4 , .e u 7} . . E 3 


a 1 ⸗ 


i | winden niecauf · eutwafnet, init 1000 run bikas 


- ‚ben fo lange zuruͤk, bis fremde deutſche Truppen zur. 
EStuͤzze des Erbſtatthalters in Sold genommen ſein 
wuͤrden. Die uͤbrigen Preußen derließen Holland 
ſchou ant 26..Oftöber. Der Kdaig, erfreut, feiner 
Schweſter Genugthunung, feinem Schwager Wieder⸗ 
herelnng feiner: Rechte, imd der Anion Ruhe vers 
ſchaft zu haben, rechnete der Republik line Koſten 
 pber Verguͤtigung an; mir. für feine Truppen for⸗ 
dberte er. cine. hatbe Million Gulden Winter - Doureme 
| Wetter. Manche Soldaten kehrten mit reicher Beute 
beladen zuruͤk, indem ſie mit: den Patrioten nicht 
ſeehr ſaͤuberlich verfuhren. Daß aber die Öffisiere, 
ad heidee der Her zeg Erprefſanten beghuftigt haben 
ſollten, sage ” von dem ſouſtigen edlen Avtw 
om | re .. der 
ac ee NN 48 


2. mb eitbäfte, vaß gewiſſe Arten laſttent im Winter 


* · 
— 


fleißig gu weben anfangen, wenn 12 ober 14 Tage Daw - 


auf eine große Kälte. eintritt. Durch einem patrettiſch 
gefinnten Befpngenmätter fand. er- Gelegenheit mit den 
Sranzofen, die im December 1794 Holland zu grober 
heran drangen, eine geheime Berbindmg zu unters 
1. Halten. Er ließ dem Gmeral Pichegrü su einer 
Belt, wo-tr Hapitulften mwellte, ſagen, daß im 14 Ta⸗ 
gen ein- ſchreklicher Froſt eintreten und ihm den Wez 
über alle. Kandle bahnen würde. Die Kapitulation 
unterhlieh , Holland wurde, erobert, und der Spianen⸗ 
3— Prophet befreit. Ex hat feine Bemerkungen in einer 
beſondern Schrift bekannt gemacht, welche unter dent 
Titel: De Y'arandologie — par Quatremere Dis jon- 
‚ val ni Paris 3797. 264 Bea & eriäsienen iſt. 
. x 2 ZN 


- 1 * . 
’ . . IN 





-/ 
N 3 
me ' 239 re 


. ver —E Veſrhlsbaber ſchweruch gauben⸗ 


und ſcheint nur eine, erdichtete Beſchnldigung des 
pariciſchen ‚Berfafers der Franz oͤſiſchen Schrift: 
die Preußen: vor Eurspens Richter ſtuhl⸗ betitelt; 


u ſein. Um die Verfaffung im Holland, beſonders 
m Die Stiatthalterſchaft aufrecht zu erhalten; ſchloß 


Preußen: mit Englanb im April-und Mai-1788 zwei 
Schuzbuͤndniſſe, die aber von Fılrger Saͤttigkeit 
waren. Denn nach ſieben Jahren wurde die für ei⸗ 


24 


wen: Grundartikel der: Union erklaͤtte Starthalterd 


würde völlig umgeſtuͤrzt, und die ganze Repablit ” u 


ein neue Form gegoffen, 

:. Die billige und menfchliche Dentongeart bes 
Rnigs. von Prenßen zeigte ſich auch bei den Luͤtti⸗ 
cher Unenhen, welche den 17, und 18; Auzuft 1789- 


ausgebrochen waren. Das Volk entſezie bie Magio‘. - 
ſtratsglieder, uͤber weiche es ſich beklagte, und drang — 


dem Fuͤrſtbiſchofe mehrere Sreiheiten ab, Diefer 


vwilligte anfaͤnglich in alles; aber bald gab er den 


Erhpfindungen: der Rache mehr, als den Gefühlen 
der Guͤte und ben. Eingebungen der Weisheit Gehoͤr; 
er entfernte ſich heimlich aus feinem Lande, und uers 


Hagte feine Unterthanen ‚beim Reichslammergericht 


als Rebellen. Eben hatte in Frankreich jene folgens 


reiche, die ganze kultivirte Welt erſchutternde Stats⸗ 


umwaͤlzung begonnen, von welcher die Fuͤrſten und 
Machthaber keine ſonderlichen Freunde waren. Das 
NReichsgericht zu Wetzlar glaubte vermuthlich, einer 
ähnlichen Veränderung in Dentfehland durch Schrek⸗ 


ken am bußen. vorbengen an Tonnen, Es entſchied 


daher 


— 


7 gen... 


—E genj uch van hnfien des racheſchaauben⸗ 
den Prieſters, nannte die Luͤtticher Nenemag ein 
verabſcheuungẽwuͤrdiges Untornehmen, und trug Dam 
Krersditeftoren von Wefipbalen,: dem Könige vom 
Preußens dem’ Kurfuͤrſten von Pfalzbaiern, und deug 


| Kurfhrſten von Koͤln, als Biſchoſe von Mänfter, 
unterm 27. Auguſt auf, den eLutticher Bifchef i in alle 


ſeine wirklichen und vermeintlichen Rechte mit allem 


üren hergebtachten Mißbraͤuchen darch mülitaͤriſche 
> MRache: wieder eiitzuſezzen. Zu einem fo gewaltfen 


wen Besfoleen wollte aber Preußen nicht fo geradezu 


| * Hände bieten. Das gerecht und wilde deukende 
Berliner‘ Kabinet ſahe ein, daß die Luͤtticher wirklich 


Urſache gu vielen Beſchwerden hatien, und daß eine 


tiranniſche Behandlung zwar bie Unzufriednen auf 
“eine Zeit, long nieberbräffen, aber die Ruhe auf imo⸗ 


mei nicht befoſtigen wuͤrde. Es fihlug daher einem 
Mirtelweg ein, es wollte dad Tammergerichtliche 


barte Urtheil nicht ganz. vollziehen, fondern . einen 


billigen Wergleich zwiſchen dein Fürflen und ben 


Stränden‘ errichten. Hieruͤher vergingen mehrere 
Monate ohne Erfolg. Die Exekution ſelber konute 
den Reichsgeſe zzen gemäß nicht völlig abgewandt 


werden. 8 drachen daher am 25. Noperaber 4000 


Preußen unter Aufuͤhrung des Generalliautenanto 

von Schlieffen nebſt 1000 Pfaͤlzern und 1000 Kbll⸗ 
nern ins Luͤtticher Gebiet, und beſezten ohne Wider⸗ 
Baud am 30. Mob. die Cuadelle und die aͤußern 


Barrieren von Lattich. - Der edle und einfichtde 
volle Wrheimerath vor Dohin erhielt Wefehl, in 


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— 1241 — | 

Eabndans init Dem Köeifen und. a. 
Deputirsen ‚eine wahre, das heißt, eine durch Abhel⸗ 
fung der Beſchwerden erwelte Berfähnung zu ſtiften. 


Aber die leztern wollten in - digfe. billige Maßregel 


purchaus nicht einſtimmen. Sie, und noch mehr der 


ergrimmte Biſchof, beitandeh_auf Durchſezzung der 


ſtrengſten despotiſchetn Verordnungen, und vwiderh- - 
festen ſich den mildern Preußiſchen Abſichten. Die 
Uneinigkeit wurde ſo groß, daß Preußru Seine: ge⸗ 
maͤßigten Vergleichs⸗ Vorſchlaͤge nicht ausführen 
konnte; weil es jedoch auch kein Werkzeug der Saͤt⸗ 
sigung eines Prieſterzornes fein wollte, fo zog u 
feine. Truppen am 16, April 1790 aus Thrtich zus 


sat, und überließ den "beiden andern - Direlioren 


allein die Ehre, ein murrendes Volk, durch ſchonungs⸗ 
loſe Haͤrte zur Verzweiflung zu bringen. Frie⸗ 
drich Wilhelm IL war großmaͤthig gering, den 
Luͤttichern alle Marfchtojten, Douceurgelder und Erei- 
Intiondgebühren zu ſchenken. Der Erfolg rechtfere 
tigte die Preußifche Vorſicht. Denn faſt das ganze 
Land, fieben Achttheile der Einwohner ſtunden num: 


auf, and nöthigten Die übrigen Grebntionätrappen, - | 


PRO zu entfernen. Alle Sentenzen des Kammerge⸗ 


richts, die in nichts gemildert waren, blieben Tange 


feuchtlos, es kam ſelbſt zu Gefechten, worin die u 2 
cher. die: Oberhand behielten. , Erſt, nachdem dis 
öfträchiichen Niederlande, wo ebenfalls. heftige Uns 
ruhen geherrſchi batten, bezwungen waren;. hatte der 
Bifchof das Vergnügen, feinen unbiegfanıen Starr - 


. fin varhunfagen.. Das Kammunngunt wiulkahrte· 


{een . 


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= . —— — 142 — 


feinem Seuche, die in der Nahe lehenmen Seſuerder 
aus Brabant in’S Luͤttichſche zu beordern. Es räfren 
6000 detſelben am 12. Januar 1791 in's Hochſtift 
ein, und ſtellten alles auf den alten Fuß ser, Uber 


der Biſchof erfuhr bald, daß eine Herrſchaft auf 


Furcht und Despotie gegruͤndet, nicht dauerhaft ſei 


Er genoß. wenig ruhige Augenblikke, und wurde nach 


einigen Jahren bei Gelegenheit des. Franzoͤſiſchen 


Krieges von neuem aus feinem Lande verjagt, wor 


er nun nie wiederkehren wird, weil Luͤttich nicht 
allrin eine Franzoͤſiſche Provinz geworden, ſondern 
euch das: Zwittergeſchoͤpf, die weltliche Mache. der 
. Beißlien | in Deutſchland, auf immer vernichtes ift, 

> Im Jahre 1790 wäre: Preußen-. beinahe ‚mit 
de ſtreich in einen weitausfehenden Krieg verwik⸗ 
kelt worden, zu welchem: bie-Sorge für feine Selbſt⸗ 
sshaltung ihm die gerechteſte Urſache gab. Seit dem 
Huguft 1787 war Rußland, und feit den 9. Februar 


1788 auch Deftreich mit den Tuͤrken in Krieg geras 


— 


N 


then, Das Ende der Obmannifchen Herrſchaft für 
Europa ſchien nahe zu fein, Denn die Ruſſen und 
Oeſtreicher hatten die glaͤnzendſten Siege erfochten, 
die / ſtaͤrkſten Feſtungen mit Sturm erobert, und 
draugen von ‚mehtern. Seiten immer tiefer. in das 
‚Gerz des Türkifchen Reichs. Der Muth. der Tuͤtken 


ank nach fo blutigen. Niederlagen immer mehr; und 
- aan konnte kaum mehr daran zweifeln, daß ihr Kain 
ſer ans der Reihe der Europdifchen Piegeuten ganz 


herausgedraͤngt werben würde, Wenn ein ſolches Ere 
eigniß für ven Freund ber Menfchheit vielleicht wuͤn⸗ 
u 3 ſchem· 





— 143 — * 
heit fein wärte, fo hatte voch Preußen alle 
Urſach, fuͤr ſeine Selbſtſtaͤndigkeit beſorgt zu ſein. 
Der Zuwachs von, weitlaͤuftigen, von Natur fo geſeg/ 
ueien, und für pflegende Hände fo ergiebigen Pro⸗ 
vinzen mußte dem Oeſtreichiſchen Erzhauſe eine 
ſolche Uebermacht uͤber Preußen geben, daß lezteres 
ſchlechterdings ihm das Gleichgewicht nicht mehr 
halten konnte, ſondern in ber Folge der Zeit von ihm 

Geſezze auzunehmen hatte. Preußen mußte noͤthi⸗ 
gen Falles ſeine lezte Kraft aufbieten, um eine ſolche 
Demuͤthigung abzuwenden. Und biezu zeigte es ſich 
bereit, Der König ſchloß im März 1790 wit’ den 
C Polen, und danıı mit den Türken ein Schuzbuͤnduiß, i 
and redete mit Den Siegern ‚eine Sprache, die ihren 
verwdhnten Ohren, zwar fremd vorfam, die er aber 
in feiner Lage führen Eonute und mußte, Da ins 
deſfen feine Vorſtellungen, wit den Tuͤrken einen 
billigen Frieden zu ſchließen, keinen Eingang fanden, _ 
ſo feste er fein aflezeit gerüfteted Heer in Marſch. 
- Eine Armee zog fih in Preußen gegen die Poluiſche 
‚und Muffifche Greuze hin; eine andre weit flärlere von 
"80,000 Mann ruͤkte in Schlefien bis an die Eingänge, 
VBdhmens, und. fland völlig in Bereitſchaft, in dies w 
Kdnigteich auf deu erften Winf -einzubrechen. Preu⸗ 
Gen harte alle Ausſicht vor ſich, einen gluͤllichen 
Feldzug zu beginnen, und hoͤchſt wahrſcheinlich die: 
Oeſtreichiſche Monarchie zu zerſtuͤkkeln. Denn einen 
beſſern Zeitpunkt, dem folgen Habsburger Haufe ben. - 
empfindlichiten Streich, "vielleicht den Todeskoß zw _ 
verſezzen, haͤtte es nicht wählen Können, Die gute. - 
N . ——— gemein⸗ 


⸗ 


ao. 18 


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gemeinen, Aber mir — und Geineisrhhtige 
Jeiten unternommenen Reformen des größten aller 


Habsburger Fuͤrſten, des Kaiſers Joſeph II. Hate 


ten alle feine Provinzen bis zur Emprung erbittert. 
Die Niederländer hatten ſich ſchon ganz von ihrem 
Beherrtſcher Toögeriffen;. die Ungatn machten dffent⸗ 
liche Anſtalten, ein gleiches zu thun; die Boͤhmen 
arhoben Ihre Klagen ganz laut; bie Gallizier waren 
einem: Aufftande nahe; ſelbſt die Oeſtreicher, Steier⸗ 
maͤrker und Kiroler waren mißvergnuͤgt, und auf 
dem Punkte, den’ ‚Gehorfam außzukuͤndigen; ad die 
\Rombarder blieben mit ihren Beſchwerden nicht zur. 
gib den Niederlanden und aus Ungarn befauden ſich 
ſchon geheime Urterhaͤndler in Berlin; und da der 
Braͤbantiſche Inſurgenten⸗ General © choͤn feld 
nach verungluͤkter Revolution in Preußiſchen Dien⸗ 
ſten eine ſchnelle und ehrenvolle Beforderung fatd, 
ſo iſt es nicht zu täugnen daß man. mit den Unzu⸗ 
friednen von Preußifcher Seite aus in einiger Vers 
. Bindung geftanden haben muß. Der neue, feit eini⸗ 
gen’ Monaten erft zut Regietung gelaugte Ser | 
ſche Monarch Leopold II. ſahe die Gefahr, die 
von allen Gegenden her auf Ihn zu ftürgte, klar vor 
- Augen, und er-fuchie fie durch Darbringung großer 
‚Sipfer abzuwenden. Ohnedem wönfchte er zum Kaie⸗ 
ſer erwaͤhlt zu werden, wobei ihm Preußen große. 
Hinderniſſe in den Weg legen konnte. Er ſchrieb 
eigenhaͤndig an den König Friedrich WilhelmiL 
und gab ihm bie aufrichtigften Berficherungen feiner: 
Orimendtebt: Es lam Daher. zu Unterhandiungen, 
* welche 





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DE 145 — . 


akt ſich den. 27. Jum zu Reicensah in 
Schleſien mit einer frieblichen 8o ab ention endige 
'. sen; Leopold verfprach in derſelben, den Türen alle - 
Eroberungen :in dem Zuſtande wie wor Nufang deh - - 
Krieges zurüfzugeben, und Friedrich Wilhelm - 
machte fi ich verbindlich, die Unruhen in den Nieder⸗ 
landen durch Vermittluug der Seemaͤchte beizulegen. 
Der Friede mit, den, Tuͤrken wurde im folgenden 
DZahre zu Sziſtowa in Bulgärien auf diefe Grund⸗ 
lage gefchloffen, amd im Januar. 1792 perföhnte ſich 
auch Rußland ‚mie der Pſorte. 
". Bow 25, bis 27. Auguſt 1791 hielt der ni, 
Fra edrich Wilhelm II. mis dem Kaiſer Lens“ 
pold I. eine Zuſammenkunft zu Pillnig, einem u 
- Rufifchloffe des -Kurfürkten von Sachſen. Außer 
ihren beiden Thronerben fanden ſich aud) der flüchtig 
gewordne Graf von Artois,: Bruder des lezten Koͤ⸗ 
nigs von Frankreichs, der bekannte Er; Minifter 
Calonne, und der General, Bouille vafelbft ein, 
Dieſen drei leztern und den Bemuͤhungen des 
ſchlauen Fuͤrſten von Kaunitz, Faiferlichen Statss 
nuͤniſters⸗ gelang ed, das gutmuͤthige Herz des Koͤ⸗ 
nigs von Preußen zu uͤberliſten, und zu einem Ente 
ſchluſſe zu verleiten, welcher für. ganz Europa die _ 
traurigſten Folgen hervorbrachte. Es wurde hier 
den 27. Auguſt ein Band zwiſchen Deſtreich und. 
. Preußen geſchloſſen, über welchen die Politik mur⸗ 
tete und die Menſchheit ſeufzete. Man verabredete, 
die alte Verfaſſung in Frankreich mit allen Gebrechen 


— und Auswuͤchſen wieder herzuſtellen, ynd die Sache , 


wen Dr. Geſch. 6, Cpl, I, Abtd. 8. aler 


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aller Köıtgr, wie man es nannte; auf is Art zu 
„ lden, die in Zukunft aͤhnliche Vorgänge, "als im 


Frankreich geſchehen waren, verhindern ſollten. Dies 


fer Schritt war von Seiten Preußens durchaus nicht 


nach den Maßſtabe einer erleuchteten Staiskunſt 
abgemeſſen; Oeſtreichs Jutereſſe kounte nie das 


Preußiſche fein; die Franzdfiſche Nation hatte dem 
‚Berliner Hofe nicht die geringfte Urſache zu Bes 


ſchwerden gegeben, und konnte der Lage der Sachen 
wach. keine feindfeligen Ubfichten gegen- Preußen 


hegen. Die enge Verbindung zwifchen Oeſtreich 


und Preußen wardaher eben ſo unnatuͤrlich in ihrem 
Brfprunge, als nnfelig in ihrem Fortgange. Der 


Fuͤrſt vom Aaunig hat die Ehre, zwei der ſon⸗ 
derbarſten und verderblichſten Allianzen des 8ten 


Saͤtnlums geſtiftet zu haben; die eine im Jahre 


: 3756 zwiſchen Frankreich und Oeſtreich ‚und die 


undre die eben erwähnte zu Pillnitz; beide zogen 


Kriege nach fih, welche at Erbitterung, an Blu& 


ger, an Voͤlkerelend, an Ausdehnung alle feit wies 


ten Jahrhunderten ‚geführten übertrafen. Der erfte 


. große Nachtheil, der für Preußen's Gluͤk aus dem 


| Pillnitzer Vertrage emſtand, war die Entfernung 


des Grafen von Herzberg aus dem. Kabinetsmi⸗ 


BE niſterium, ein Werk der Oeſtreichiſchen Partei. Der 
aiſerliche Dinifter von Kaunig hatie freilich noch 
nicht viel für: feine geheimen Plane gewonnen, fo 


lange diefer durch Talente audgezeichnete, durch Er⸗ 
fahrung geübte, und durch Barerlandäfinn für Preu⸗ 


Ben spufraffi) eingenemimene Gefchäftgmann dab 
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Auer des 3 Sins mit fefter Hand fenfte- Die fee 


nen Sntriguen, welche zu Bewirkung feiner Verabs _ 


ſchiedung, leider! nur zu glüͤklich angewandt wur⸗ I 


den, find zwar noch nicht völlig befaunt; aber daß 


‘er nicht freiwillig um feine, Eniläffüng anfielt, are \ 


hellt ganz klar aus feinen eignen Worten, In einer 


Abhandlung, weiche er am 6. Oktober 179% in der 


Akademie der Wiffenfchafren vorlas, prüft er ſich 
hierüber -alfo aus: „Es iſt nicht Mangel:an kin 


„wenn mir nicht alle meine Entwürfe" 
„ganz und bis zum Ende geglüft find; 
aund ich durch Umfidide gendthigt worden 


„bin, meine Abjaͤhrige diplomatiſche Laufbahn zu 


„verlaſſen, um mich gaͤnzlich andern Befchäftiguns 
gen, dem Landleben u. f vo. zu widmen,” Mon 


dieſem Zeitpunkte an bemerkte man eine auffallende 
Veraͤnderung in den Statsmaximen des Konigs. 
Er ſchloß ſich Immer näher an Oeſtreich, und Idfere 
feine Verbindungen mit Polen, ‚und feine Gemein⸗ 
< {haft mir Frankreich immer mehr und ſichtbarer auf, 
Bis es mit beiden zum endlichen Bruche kam. Das 
Deutſche Reich ſchien uͤber das Einverſtaͤnduß 
zweier Monarchen, deren gegenſeitige Eiferſucht bies 


ber die Sicherheit der kleinern deutſchen Staten be⸗ 


gruͤndet hatte, in Sorgen zu gerathen. Die beiden 


Höfe ſuchten es deswegen zu beruhigen, indem ihre 


Geſandten am’ 9. Deceniber 1791 der Reichsver⸗ 
‚ fammlung erklaͤrten, daß man nichts aubers, als 
die Beſchuͤzzung der beiderfeitigen Staten, die Ew 
haltung der allgemeinen Nuhe in. Europa, und bie 

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sBentfeibigrung aller reichöftändifchen, InSbefontre auch 


1 ngfegte Preußen, ofner, als Deftreich 'hinzu,) der von 


Frankreich angegriffnen Gerechtſame zur Abs 
ficht habe. Bald nachher. äm 7. Febr. 1792 wurde 
ein noch: beftimmterer Allianz = Traktat zwiſchen 
Oeſtreich und Preußen zu Berlin abgeſchloſſen, und 
hiedurch der Gränd zur Preußiſchen Theilnahme an 
> einem. firiege gelegt, ‚der ihm immer. hätte fremd 
bleiben en . 
Das kaiſerliche Miniſterium hatte "offenbar die 
| aAbſicht, ‚die Franzöfifche Nation mit Kriege zu übers 
iehen; es reizte fie daher auf alle moͤgliche Art. Es 
antwortete auf. ihre Beſchwerden wegen der Verbin⸗ 
Vvurng der mehrſten Regenten Europen's auf eine un⸗ 
u gebuͤhrliche Weiſe, es bezeigte der Franzoͤſiſchen Res 
gierung die wegwerfendſte Verachtung, es verſpot⸗ 
ete ihre neue Verfaſſung, und behandelte das ganze 
Bolt als eine Horde von Räubern, als ein Gefindel 
von NRichtswuͤrdigen. ‚Die bewafneten Zufanımen: 
ler rottirungen, von 40000 Emigranten erhielten öffent: 
200, ide Unterftüggungen; alle Uinerbietungen der. Frans - 
zZoſen, den Deutſchen Fuͤrſten, deren Hoheitsrechte in 
Elſaß und Lothringen eingeſchraͤnkt worden waren, 
Entſchaͤdigung zu geben, wurden mit einem hoͤhnen⸗ 
I ¶dvey Stolze abaewieſen , ‚der die Sache nicht einmal 
per Meberlegung werth hielt, Deſtreich fehmeichelte 
ſich, diefe beiden ‚von Deusfchland. ehemals abgerißs 
"men Provinzen mit leichter-Mähe erobern, bie Frau⸗ 
zoſen wegen -ihrer Bemühung, ein unerträgliches 
Foch abzuſchuͤtteln, nachdruͤklich zächtigen, und dem 
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dergeben zu koͤnnen. Weil aber dei Oeſtreichiſche Stat 


durch den Tauͤrkenkrieg geſchwaͤcht, mit Schulden 
äberhäuft,“ und: zur alleinigen Unternehmung des 


| ginge Luewig XVI. feine alte Henſchergewalt is wies 


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Feldzuges gegen Frankreich ‚bei aller eingebilveten - 


Leichtigkeit der Sache doch zu ohnmaͤchtig war, fo 


ſtellte Leopold die Ausſchweifuugen, ‚welche einzelue 
Raͤnkemacher veruͤbt hatten, als Verbrechen Der gau⸗s 
gen Nation, und die Beſtrafung derſelben als Pflicht 


aller Koͤnige vor; er beredete dadurch nicht bloß 


Bereinigung gegen Frankreich, und verſtaͤrkte feine 


Truppen in den Niederlanden, - Die Tranzdfifche 


Degierung verlangte wiederholentlich, und zulezt im 


Preußen, Fondern auch Rußland, Schweden, Spas | 
nien, Sardinitn, Meapel und andre Mächte zu einer 


April nach Leopold's Tode vom feinem Nachfolger - 
Fran; IL. eine offue Ertlaͤrung, ob Oeſtreich · dei 


feindſeligen Verbindungen mit den Europaͤlſchen 
Fuͤrſten gegen Frankreich entſagen und ſeine Kriegs⸗ 


— 


macht in den Niederlanden vermindern wolle oder 


nicht? Der Fuͤrſt von Kaunitz antwortete auf 
dies Verlangen zweideutig, veraͤchtlich und. ftölz; 


uud forderte bald nachher von feiner Seite, daß die 
Franzoſen das alte, mit ihrer Verfaſſung ganz un 
. sereinbare -Zehnöfiftem in Elſnß und Lothringen her⸗ 
ſtellen, dem Koͤnige ſeine vorige willkuͤhrliche Gewalt 


wieder einräumen, und dem Papſte Avignon zurůt⸗ 
gehen ſollten. Dieſe mit. beleidigenden Ausdruͤkken 


abgefaßte Note warde den 19. April in der National⸗ 


Bejammung” dd Paris ur und erbitterte 


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OR Gemlther fo heftig, Daß om hehenden Tage ben 


39. Aprif'1793 der Krieg, welcher früh ober fpäs 
doch nicht Zu vermeiden war, an Deitreich erklaͤrt 


—vulſde. Die Franzoͤſiſche Defloration mar mir Würde 


und Anftand abgefaßt; fo night die Gegenerklaͤruu⸗ 
gen. Man fuͤhrte eine Sprache gegen dad Franzd⸗ 
Göſche Volk, die die Sitten des achtzehnten Jahrhun⸗ 


5 dertes tief in ben Schatten ſtellte, und in den Ohren 


— 


ggchdentender Menſchek widerlich ertönte. Mas. 


warf den Franzoſen vor, Daß eine gottlofe 
Sekte von Neuerungsfüchtigen, von ſo⸗ 


| „ ggnapnten Philofopben dem leichtglaͤubigen 


Wolfe eine (himärifhe Sreibeit ‚ale ein 
Refultas ihrer pnfinnigen Plane vorſtelle, 
daß ſie tzicht nur gegen. die Fuͤrſten der Erde, ſon⸗ 
kein auch gegen. Gott, gegen das Gluͤk der 


ganzen menſchlichen Geſellſchaft Krieg fuͤhren woll⸗ 


— ten; man redete von Bahnfinn; von ungereim⸗ 


ten, graufamen Siſſemen; man wanıte Paris inſou⸗ 
berheit eine infanıe Stadt, deren Namen die 


Machwelt wur mit Abſcheu menden, de 


en gerechte und ſchrekliche Beſtrafung 
glley empdrerifchen und. ruch loſen Städs 
“ten, die je. die firafwürdige Tollheit 
haben. foltten, fie nachzuahmen, und 


ſich au der Freiheit ihres Souneräus 


Sergreifen zu wollen, zum Beifpiel dies 
Ben würde. Die ganze Franzoͤſiſche Revolution 
wurde dabei als ungerecht in ihrem. Aufange, ſchrek⸗ 
lꝛch ig ihren Be wu, mlle iorn Zolgen 


ver⸗ 


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— 151 — 


Salhrien. Dard dfefe Schiwpfreden —* den, 
‚ ‚andgebrachne Krieg eine eigne Geftaltz..er. betraf; 
nichts, als — Meiwgngen, und jeher, Tpeih, 
wollte feine Meinung nicht: durch nernäuftige, Sin⸗ 
- x Des. fondern durch blutige Mache geltend machen. 
Dar Sönig Friedrich Wil belm dl. nahm: 
alt großem Eifer an diefem: ‚Kriege Theif,. welcher, 
‚micht für das Wohl feines Barerländes, nicht für bie. 
Sicherheit feiner Starten, die, Niemand antaſtete, 
nicht. für irgend einen ‚melitilchen. Zwek geführt, + 
wurde den bloß gehäffige veidenſchaften entzuͤnde⸗ 
ten, und. unpatriotiſche Rathgeber unterſtuͤzten. Er 
308 47 Baraillone und 70 Echwadronen, gm 
über. 30000 Mann bei Koblenz, dem Waffen ⸗ 
plazze der Emigrirten, im Monat Juli zufammen; Fa 
einige taufend Heſſen, mehrere Abtheilungen Oeſtrei⸗ 
her, und 15000 ausgewanderte Franzoſen vereinig⸗ 
ten -ficb weit ihnen, - Obgleih ver Koͤnig mit feinen 
beiden aͤlteſten Prinzen perfönlich mit in's Feld räfge, 
ſo übernahm: er das Oberlommanbo doch nicht felber, 
ſondern fleilte den Herzog von Braunfihweig, Karl 
Wilhelm Ferdinand, .an ‚die Spizze des ver⸗ 
bundenen Heeres. Vorher hielt er noch mit dem. 
- Keifer und. den, Branzöfifchen Prinzen eine Zuſam⸗ 
. wenlunft zu Mainz, wo man Beſtimmungen über | 
das künftige Schikſal Frankreichs - entwarf, une _ 
nicht abnete, daß man bald.felbft gebigterifchen. Su 
fehlen von ihm würde gehorchen muͤſſen. An 50 
farſtliche Perſonen machten Mainz damals. ſehr 
‚vn, ‚und veranigdien Pie Welt tu großen Hofe, 


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sungen, die ſon nach wenig Monaten in eben die⸗ 
fer Stadt ein ganz andres Schauſpiel erblikte. Der 
ganze Pau, weltherhier verabredet wurde, ſtuͤzte 
Ki aber. auf lauter irrige Vorausſezzungen, unges' 


+ prhfrd- Meinungen und ſchlecht berechnete Chimaͤren. 
:  Man’hatte nichts geringers im Sinne, ald geradezu 


auf Paris Ju marſchiren, und gleichfam wie mit eis 

nem Federzuge die Revolution zu durchftreichen. Die 

' Emigranten nannten‘ ben Heeresmarſch nach Paris 
mir eine Spazierfahrt, amd die Einführung der alten 


7, Mißbräugpe:eine Rielbigfele; fie. prahlten mit Eine 


verftändniffen, :die fie mit den Vefehlshabern der 
feindfichen Armeen und Zeitungen unterhielten, fie 


beredeten die Priegführenden Monarchen, daB bloß 


. einige Ruheſtoͤrer das Volk verfuͤhrt hätten; daß. der 


grdßte Haufe der Natiom aber das iBefte Berlans 


gen nad) ‚ter. vorigen Verfaſſung hätte; und da 
‚man bie. Deutfchen Truppen: ald Retter und Wohle 
thaͤter uͤberall mit sffren Armen enpfangen wärde, 
Die allirten Fuͤrſte waren treuherzig genug, alle 
dieſe Verſicherungen als ausgemacht? Wahrheiten zu 
glauben, da eine ernſtliche Pruͤfung ihnen dieſe Vor⸗ 
ſpiegelungen leicht als leere Phantome darſtellen 
konnte. Hiezu kam bei den Preußen die tieſe Ver⸗ 
achtung, welche fie ſeit der Roßbach er Schlacht 
gegen die Franzoͤſiſchen Kriegsthaten bezeigten, und 
die Leichtigkeit, mit welcher die Hollaͤndiſchen Un⸗ 
ruhen erſtikt worden waren, Beides flbßte ihnen ein 
ſolch Selbftvertiauen ein, daß fie meinten, durch 
ihre bloße Erſcheiaung die ganze Franzoͤſiſche Nation, 


wenn 
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wenn Kö aufzutreten 8* genug die, wie einen 
Schwann Schmetterliuge aus einander Tprengei jr 


koͤnnen. Nach diefen ſchmeichelhaften Einbildungen - 
waren die Manifeſte geformt, welche unter'mi 25. - 


ud‘ 27% Juli 1792 aus. dem Preupifcheit Haupt⸗ 2 


quartiere zu Koblenz erlaffen wurden, Dip Frans. 


ofen wurben, darin aufgefordert, Die Waffen nie⸗ . 


derzulegen, ſich freiwillig zu⸗ unterwerfen, und 


die vorige Verfaſſung in allen Punkten: herzuſteller; 
geſchaͤhe dies. nicht augenbliflih, ſo ſollten Ke’ald_ 


 Mebellen ohne Schonung boſtraft, und ihre 


Haͤufer niedergeriſſen und verbrannt 


werden, Der Stadt Paris und ihren. Einwoh⸗ 
nern ohne Unterſchied erklaͤrten der Kaiſer und“. 


der König von Preußen auf ihr taiſerliches 


und Adnigliches Ehrenwort, daß bei der 
geriugſten Beleidigung gegen ihren König und befiew 


u Zamilie die Siadt einer militaͤriſchen Frekution Preis 


gegeben, gaͤuzlich in einem Schutthaufen vorwandelt, 
und: mit. eier unerhörten ; anf ewig im fchreklichen 


Andenken’ ‚bleibenden Rache heimgeſncht werden: ſollte. 


Zu einem Nachtrage wurde die den Pariſern gedrehte 


Zuͤchtigung auf alle Staͤdte ansgedehnt, Durch 


welche bie konigliche Familie ‚gefangen gefuͤhrt were ⸗ 
ven moͤchte, wenn man ſich einem ſolchen Beginnen 
nicht widerſezte; ja der ganze Weg, welchen die 


Entführer etwa nehmen moͤchten, . follte- mit einer 


unanterbrochenen Weihe. von ehtfeglichen Straferxem⸗ 


peln bezeichnet werden. Bei allen dieſen in der Kul⸗ 


iurgeſchichie der neuern Zeiten hahielleſen Drohune . 


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gen fuͤgte man auf eipe unbegreiflihe Akt bie Ver⸗ 
ſicherung binzu ‚ daß man ſich in die innern Ange⸗ 
legenheittn graukreichs gar nicht miſchen wollez ein 
Widerſpruch, den ein zweiter Oedipus · loſen mag; 


18 klingt gerade fo, als wenn: zur Zeit des Schmial⸗ 


lalbviſchen Krieges der Kaiſer zu ben Sachfen. aud 
Gefſſen gefagt hätte: ich will mich in eure Religions 
, gngelegenheiten, ganz uud gar nicht miſchen, aber 
dem Pape, müßt ihr euch in allan Stäften ohne 
Bere ‚unterwerfen, : Mir Bedauern bemerfe 
der Memichenfeeund, daß unter falchen Manifeſten 
die wahrſcheinlich won:einem Emigranten abgefeft. 


flo; Der Mame .eine& der humauſten, garechteſten 


und preiſswuͤrdigſten Fuͤrſten, des Herzogs von 
Braunſchweig, ſteht. Der. Verfertiger-Diefad unwuͤr⸗ 
don Machwerks mag es bei der Ehre: des Kai⸗ 
ers und Königs von Preußen veramworten, daß er 
Me fo, leichtſinnig bei der Nachwelt aufs Spiel ſezte; 
die orte. beßnden ſich einmal in dem. Manifeſte 
4. VEIT: Laurt Majeßes. declarent fur leur foi es 
 Pärole d’ Empersur or de- Roi ct. Die Konigs⸗ 
kfeinde haben ſich erdreiſtet, gleich nach bekaunt gan 
machter Drohung den König Ladwig XVI. am 10, 
UAiguſt gefangen zu fezten; und bald darauf haben 
Rs ſogar die Grauſamkeit begangen, ihn hinzuriche 
eu; und doch if} dag fe feierlich gegebne kaiſerliche 


and koͤnigliche Ehreuwiore, Paris in einem Aſchen⸗ 


haufen zu verwandeln, nicht erfüllt worken, für 
welche Nichterfülung ihnen freilich‘ die Menſchbon 
Dal wien wirh. 





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Es gehört nicht, in den Plan diefer Geſchichte, | 
alle Borfälle bes Transbfiicden, die Geſtalt der Eus 
ropaͤiſchen Staten umaͤndernden Krieges zu erzaͤhlen. 
Nur die Thaten der Preußiſchen Armee kounen hier 
eiwen Platz finden. Unmittelbar nach Werbreitang 
dor zernigen Manifeſte, welche in Franttyich vie . 
Bemürher ‚nicht beupten, wie man fich irrig singen. 
‚bilder hatte „, fondern bis zum. kuͤhnſten Heldenmuth 
erheben, ra das Dreußifche Heer von Koblenz 
‚auf, wmarſchirte durch Trier in's Her zogthum Zus 
 pabutg, And hetrat ben 19 Auguſt das Kranzöfis 
ſche Gebiet. Die erſten Lothriugſchen Doͤrfer mußten 
ie dad, was man Franzoͤſiſche Freiheit nannte, 
grauſam buͤßen. Nach dem Bekenntuiſſe eined ans 
geſehenen Mugenzeugen, von Preußiſcher Seite wur⸗ 
den?) fie rein anögeplünbert , und völlig verheert; 
doch feuerte das menfchliche Herz des Herzogs von 
Brauuchweig dieſem Unweſen bald. Das Heine 
| Sort Siſerk warde im erfien Uarenmen eingenom⸗ 
> mn, Wie wenig die Sranzofen in den rufen 
ihre Netter, vopfüiz ſich die letztern ausgaben, ſehen 
wollten, zeigte ſich ſchon hier an der Grenze, indeis 
‚ man.aud den Feuſterũ auf die Sieger ſchoß, und 
2wvdadurch 2 Huſaren toͤdteto. Die Urheber wurden 
— vo den Henker Ginger, u und bie Käufer, die 
freie 


2 Meiiefopbifde Beikihee dar Fran. Rebolution von \ 
Deſodoards. Mit Berichtigangen eines Augenzeugen. 
ie hei grommann FR. Etſtet Thl. Sñ. 
03 fin: 


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— 156 — —* 


>, fteifich bie Errafe nicht fuͤhlten, niebirgerffen. Ani 
20 Auguſt fanden, die Preußen vor der Feſtung 
Longwy. So unbedeutend dieſer Det auch war, 
fo hatte die: Befazzung doch keine Luſt, die Thore 
gutwillig zu oͤfnen. Die Preußen, Beichoffen daher 
“die. Stadt mit, ‚einem © heftigen: Bombeu⸗ Feuer. 
‚ber ungeachtet‘ man: von 11. Uhr: des Abends bis 
3 Uhr. des Morgens unaufhoͤrlich bombardirt hatte, 


ſo merkte man dennoch nicht die geringſte Wirtung⸗ 


und dies aus der ‚ganz: natürlichen: Urſache, weil. 
. wegen’ ber- zu ſtarken Ladung alle Kugein über die 
- Stabi pegflogen. Man verbefferte daher: mady. Ans . 
bruch des Tages feinen Fehlgriff; von 5 bis 6 Uhe: 
Morgens: wurden, wieder 309. Bomben, und diesmal: 
mir einem: ſolchen Erfolge geworfen, daß Lougwy 
an mehrern Orten in Brand gerieth, und kein Fen⸗ 
ſter unbeſchaͤdigt blieb. Die erſchroknen Bürger 
noͤthigten hierauf den Kommandanten, ſich zu:ergex 
ben, weldyes am 22 Auguft: wirklich gefchahe, 
Der General Tempelhof, biefer fo gelehrte und 
durch feine Werke in ganz Europa beruͤhmte Artille⸗ 
riſt, welcher dad Bombatdement geleitet hatte, ge— 
rieth, obwol.erftipäter bin, wegen ber anfänglichen 
Umvirkfamteit bed Feuers mit dem Herzoge von 
Brauuſchweig in folche Uneinigkeit, daß er ſich von 
ber Armee entfernen und- nad) ‚Berlin ‚zurüßges 
hen mußte. 
- ,.'Die-Preufen blieben fat 8 Tage is und bei 
%o ngwy fielen, um: das Korps des Fürften bon 
Gotenine und die Verſtaͤrkung bed —— von 
Heſſen 


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17: — . 
> Seifen zu ‚ewarien.: Die Preußifihe Hanpränmer, - 


: welche mit ihren Bundeätruppen gerdiß, Aber Booco . 


Manu beirüg, marſchirte dm 28’ Hugufk weiter, = 


und traf am. 30. vor Verdun win, Auch diefe 


Feſtuug ‚wurde: ‚eine Nacht hindurch befchoffen. 


+ Aber weil ihre Werte‘ ganz verfallen, und überhaupt 


; mehr jur Erhaltung der Bürger in der Ziazofiſchen 


Unterwuͤrfigkeit, als zum Schuzze gegen auswärtige 


Feinde beſtimmt waren, ſo konnte ſich der Ort nicht 
halten; die VBeſazzung Fapitulirte, und erhielt freien 
Abzug. Bis hieher ſchien das Glaͤk die Entwürfe 
der Deutfchen und der Emigranten zu beguͤnſtigen. 


Die Sieger ſtellten dieſe leichten, und in der That 


"ganz ‚anbeveutenden Eroberungen als wichtige Trio 


umphe vor, und glaubten naͤchſtens ihre Schildwa⸗ 


„then vor den Thuillerien in Paris ſtehen zu ſehen. 


Aber bald'entpekte man die unangenehme Wahtheit, 


daß man den Krieg aus Irrthum uͤbernommen hatte, 


and ihn Mehr nach Wunſch, würde endigen fönnen! 
Man bemerkte, was jeder ‚Unparteiifche laͤnggt 
gewuſt und deutlich genng geſagt hatte, daß nicht 


ein kleiner Haufe, ſondern das ganze Volk, mir 


‚Audnahme weniger Gegenden, für die Sache dee 
Freiheit entgluͤhet fer; die großen Feſtungen Lille, 
Thibwille, Metz und andre leiſteten einen Wider⸗ 


ſtand, uͤber welchen die Allürten beſtuͤrzt wurden; 


ein Franzodfiſcher Soldat ging zu ihnen Über, kein 


Natjonal⸗ Gardiſt verließ ſeinen Poſten, nirgends 
bewillkommte man die Preußen 'als Freunde, ein 
allgemeiner Entpafiadmus verbreitene ſich von einem 


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158 — 


ei des 5 -Sranpöffihen meiche, deffen Sröße bie 


Alliirten nicht eruſtlich erwogen zu haben ſchienen, 
bis zum andern, lieber unter den Truͤmmern des 


Vaterlandes zu flerben, als ſich unter. das alte Joch 


| zuruͤckzwaͤngen zu laſſen. Die Beſchaffenheit der. 
Wege, und die Witterung der damaligen Jahreszeit 
kam den bedraͤngten ‚ aber nie verzagten Franzoſen 


zu Huͤlfe. Die Preußen harten, durch die Einges 


bungen der Emigrirten verleitet, gerade die unfrucht⸗ 
barſten, rauheſten und unwegſamſten Landſchaften 


erwaͤhlt, um nach Paris zu kommen: man zog fie 


aandern darum vor, weil der Marfch hindurch der 
., geraden Linie nach ber Fürzefte war, ohne zu bedeu⸗ 


ken, daß es hundert Hinderniſſe gibt, die den Pine 


ſiſch kuͤrzeſten Weg ſchon fuͤr einzelne Reiſende, und 
um fo mehr für ganze Armeen zum Längftenwmachen, 
koͤmen. Die Preußen zogen durch ben Argonner 


. ‚Wald, der mit.ungäbligen Hohlwegen, engen Ps 


ſen und Defileen angefuͤlt war. Ein Luhaltendes 
Regenwetter hatte zugleich alle Straßen fo verder⸗ 


ben, daß Pferde ud Magen in dem thonichten Bo⸗ 
gen alle Augeublikke ſtelken blieben und das ſchwere 


Seſchuz fait nicht fortgebrache werden kounte. Die 
‚Bagerplägge gewährten den abgematteren Soldaten 
keine Erholung, Das Waſſer ſtroͤnte in die Zelte; 


die Krieger mußten im Schlamme liegen; und oft 


konnten ſie ihren. Hunger nicht ſtillen; die Brodt⸗ 


wagen blieben and; zuweilen hatte man in 2 Tagen 
fein Brodt für die Menfchen, und kein Futter für 
die Dferde 5 der König fiber. litt Mast; zu allen 

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Krankheiten; De Ruhr riß, taufende dahin, und ae 
beliete dem Tode‘ Amfiger in die Hand, nes 
feindliche Schwer; Murten und Unzufriedenheit 
regte fid) allgemein; der gemeinſte Soldat ‚der 


ſonſt blindlings zu folgen pflegt, wohin der Obere. 


ihn führt, fing. an, ‘über: die Natur dieſes Krieges 


nachzudenken; man fragte fich einander, für we - 
‚hen Zwek man Fämpfe? warum fie fich verſtuͤm- 
mieln und erwärgen laflen follten? was fie Aberhanpt, . 
die Revolution angehe? es kamen nım gerade erſt 


ſolche Ueberlegungen zum. Vorſchein, welche die 


WMonarchen durch den Krieg erſtikken wollien; veute, | 
die nie eine Sue von Freiheit gehabt hätten ‚vu 


den wie aus dem Echlummer gewekt, und fagten 


jezt was ihmen-fonft nie eingefallen war, daß die 


Sranzofen doch wohl wicht fo in allen Stuͤkken Un⸗· 
seht. haben möchten, Nur bie menfchenfreundfiche 


— des durchgängigen Mievergnägens zerüß, 
Der: erfiere wollte auch, ſichern Nadjrichten zu Rob 


ge, durchaus nicht uͤber die Maas gehen, durchauß 
"nicht auf's Gerathewohl tiefer in's Land bringen, 


‚und Feſtungen der erfien Größe hinter fich laffen, 


ſondern ſtimmte für eine regelmäßige Führung des 


Krieges, Daß man fi zuor eines. bedeutenden 
Grenzottes bemächtigte, “Dann. in torhringen: die - 
Biaterguaruiere bezdoe und das Uebrige som künfs 

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Bien Wätfetigteiten gefeilten fi$ aiſehende - 


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 ‚ürforge des Herzogs von Braunſchiweig ; und die 
Gegenwart des Koͤnigs, welcher jedes Ungemach 
gleich den” geriugſten Soldaten ertrug, hielt den 


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aigen gabinge erwartete; er⸗ ſagte bie wahrfäjein 
ichen Unfälle vorher , und: willigte nur in Den einen 
- Falle in den Marſch nach; Paris, wenn die Franzöfe 


ſchen Armeen uͤbergingen. Nach einer langen Berath⸗ 


ſchlagung, wobei die Emigranten das Wort führten, 
wurde ver Herzog uͤberſtimint, und der Zug nach 
‚Paris: durch ‚Champagne allen muͤberſteiglichen 
‚Säwierigkeiten zum Trez beſchloſſen. 
Die Preußen verließen endlich. das Lager vor 
Verdun, wo ſie lange muͤßig geſtanden hatten, 


7 and. drabgen nun 34 Deuiſche Meilen weit in den 


nnfreundlichſten Theil von Chanipagne, den man 
darum pouilleufe. *, net, ein. Am 20 Seps 
 ‚seraber ftanden fie auf den Anhöhen von Balnıy 
‚an der Straße nach Chalons. Hier erblickten fie 


gegen: Über. eine feindliche Armee, gleichfalls auf 


‚Bergen - gelagert. - Denn durdy bie rachedrohenden 


Mauifeſte erbittert .eilten die, Franzoͤſiſchen Juͤng⸗ 


slinge von allen Enden herbei, um ihr Vaterland zu 
vertheidigen, ‚und es fammelten fich unter Dumou⸗ 
riez, Kellermann, Valence, Beurnonville, und ans 
Kern aufehnliche. Heere, die bald zu 7ä000 Streitern 


| Anwuchſen, and den. Deusihen gewiß an Much, 


‚wenn. gleich nicht an Kriegskenntuiſſen gewachſen 
waren. Sie waͤhlten geſchickte Lagerplaͤzze, und 
bemuͤhter ſich vorn amlich ‚. die Xebensmittel aufzu⸗ 


fangen, womit es Ihnen zum empfindlichſten Scha⸗ 


den der Deutfchen fehr gelang, Der König beſchloß, 
H gaufes Champaaneeee. 


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j sm zeind— in feinen wohl verſchauzten Lager —* 
greifen. Seine Armee mußte vorruͤkken. Mit der 
meiſterhaften Takuk, welche der große Friedrich 


gelehrt und eingeführt hatte, marſchirte die Infan⸗ 


serie. von, Valmy in's Thal herab, und ſollte den 


Feind von den gegenüber liegenden Anhoͤhen vertitie - 


den. ber hier Fam es zu einer fürchterlichen Kanb⸗ 
nade, welche:3 Stunden dauerte, und manchen 
Preußen ohne Gegenwehr tödtete. Die Spibatem, 
welche fich ſtehend in ihren Bliedern ruhig; verhalten 
mußten, ‚baten ihre ‚ffiiere wiederholt, fie lieber 
gegen den Feind zu führen, als fie unnuͤz aufzus 
opfern, : Doch flat veffen Famı der Befehl zum 
‚Rüfmarfch. Unbefiegt,. und mit der. ruhigften Ges 


daflenheit gingen fie die Anhöhen nieder herauf, und 


nahmen: ihre vorigen Poften von neuem ein Man 
ſagt, daß der König einigen Grund gehabt habe; 
anf den -Uebergang ver Armee des Dumouriez zu 


der ſeinigen zu hoffen, und daß er deswegen ins Thal | 


gerüft fei; daß er hernach, als dieſe Erwartung ihn 
taͤuſchte, den Feind wirklich habe angreifen wollen, 


daß er aber durch den Herzog von dieſem Vorſazze 


abgebracht worden wäre, indem er ihm zu erkennen 
gegeben habe, . daß der Sieg, an dem er nicht zwei⸗ 
fle, leicht 6000 bis goco Preußen Foften koͤnne, 
"und ihre Sache nicht verbeffern würde, Hiermit 

ſtimmt die Nachricht völlig überein, welche die Ber⸗ 


— 


liner Zeitungen von dieſer Kanonade gaben. „Wir 


haͤtten, beißt es, den herrlichſten Sieg erfochten, 
vwenn nicht uͤberwiegende Gruͤnde den König abge⸗ 


Gallus Br. Geſch. 6. Ab, I. Abch. Khalten 


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aeelnen hatten, « eine Sqlacht 3 zu Liefern u, 
das Gefecht ganz geendigt war, langte der —* 
zchiſche General Clairfait, ber ſich verſpaͤtet 


hatte, bei der Hauptarmee an. Die Deutſchen des 
ſezten ſodann in einem Halbzirkel ‚noch einige andre. 


Aluhbhen, ſchnitten dadurch einen Theil der Frauzo⸗ 
fen von der Verbindung mit Chalons ab, und ließen 
fich :8 Tage | lang in Unterhandlungen mit Du 
meurie; ein. 

Es gehoͤrt zu den Sonderbarkeiten dieſes Krie⸗ 
u, daß man durch die Deutfchen —— die 
vdllige Einfchließang der Franzoͤſiſchen Heere, 

Dad Verlangen des Dumpuriez zu einer —* 


‘sion und Unterwerfung verbreiten ließ, waͤhrenb 


-Beffen die Preußifche Armee felber in der größren 
BGefahr ſchwebte, und. die Reihe, auf Remung zu 
denken, eigentlicyan ihr war. Denn man fonnte mit 


"mehr Recht behaupten, daß die Deutſchen eingefchlofe 


fen waren; es konnten Feine Transportwagen ‚nit 
Sicherheit zu ihnen gelangen, kaum einzelne Diars 
ferender waren im Stande, fich durchzuſchleichen, 
wet alles von dem’ im Argonner Walde, folglich 


ruͤckwaͤrts fiehenden Feinden aufgefangen wurde, 


Es fehlte daher an allen Bevärfuiffen bei ben Preu⸗ 


Ben; Tobak und Branntwein, Diefes fo Fofibare 


Labſal für den’ gemeinen Krieger, war um fein Geld’ 
zu befommen; und der Holzmangel, der ihnen bei 
den immer noch anhaltenden Stuͤrmen and Negene 
güffen beſchwerlich fiel, . vermehrte ihr Ungemach. 
Der bereits angeführte Augenzeuge ehe ‚ daß die 
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— 163 — 


Preußen nicht bloß die ſchoͤnen Pappelalleen at den 
Straße von Chalons viedergehauen, ſondern auch 
die Thuͤren, Fenſter, Tiſche, Kommoden und 
andre keſtbare Menbeln von dem feinſten Nußbanm- 
holze, umd von der zierlichſten Arbeit, in großer Mens 
ge zerſchlagen und zu Grunde gerichtet haben, um 
ſich Brenumaterialien zu verfchaffen. Die Krank⸗ | 
heiten. griffen, durch die Verkältungen verftärkt, + - 
immer weiter um fih, das Hoöpital zu Grandpre; 
welches bloß für Goa Kranke angelegt war, enthielt 
beftändig mehrere Tauſende, und allein an diefem 
Drte find 3000 Preußen begraben worden. In und 
außer dem Lager gewährten die Zolgen:der Muhr beic’ - 
jedem Schritte ven elelhafteſten Anblick H. Hätte _ 
bie Deurfche Armee auch fiegreich das Ziel ihres . 
Marfches, die Stadt Paris erreicht, fo wäre ſie, 
aller Bermuthung nach, ganz verloren geweſen; | 
fein einziger hätte fein Vaterland wieder gefehen, 
Der Herzog von Braunfchweig überfahe die ſchrek⸗ 
liche Lage des ihm anvertrauten Heeres in ſeinem 
ganzen Umfange, und dachte anf Mittel, es mit 
Ehren aus felbiger heraus zu ziehen. Er knuͤpfte 
eine Unterhandlung mit Dumouriez an, wozu die 
Auswechslung einiger Preußiſchen Nähe, Feldjaͤ⸗ u 
ger, Sekretaͤre und Kommiſſarien, die ſich verirrt 
hatten und gefangen worden waren, die Gelegenheit 
gab. Man ſchloß einen Waffenſtillſtand, und un⸗ 
| | 22 ter⸗ 
VDeſedoarde Philoſorh. Geſchichte ber Sram. Neuer. 
lution. 1Thl. S. 212. 213. W 


an 


IN — 164 —⸗ 9 


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F tertebeter mi durch Sfpjvitanten , die in Beide eager 
aAb⸗ und zugingen. Die Deutſchen wollten indeß in 
nichts von ihren harten Forderungen abſtehen, und 
ſie trieben ihren Stolz fo weit, daß fie am 28 Sep⸗ 
u teniber, offenbar auf Anrathen der Entigrirten, ein 
neues bittres und heftiges Manifeſt an Dumouriez 
ſandten, worin fie der, Franzdſiſchen Nation die leb⸗ 
hafteſten Vorwürfe machten, und im Namen des 
‚ Kaiferd und Königs von Preußen die unverzügliche 
" Wiederherfiellung des Königg Ludwigs in feine voris 
ge Würde verlangten. Dumouriez kuͤndigte nun ſo⸗ 
“gleich den Waffenſtillſtand auf, und brach alle Un⸗ 
oo. - terhandlungen ab, welche die Deutfchen noch forts 
ſezzen wollten. Dies Manifeft kam jedem, Unbes 
fongnen als übel angebracht vor, da man feine 
. Macht hatte, es durchaufezzen, fondern fich von der 
dringendſten Noch gezwungen ſahe, ben Ruͤkmarſch 
anzutreten. Zwei Tage nachher, am 30 Septem⸗ 
ber, brach die vereinigte Armee auf, und fing an, 
auf eben dem Wege, auf welchem ſie gekommen 
war, zuruͤck zugehen, ein Beginnen, welches mit 
dem letztern Manifeſte einen ſeltſamen Kontraſt 
machte. 

Die Wiederentfernung der Preußen vom Franʒoͤ⸗ 
ſiſchen Boden war mit den augenſcheinlichſten Ge⸗ 
fahren verbunden, und nach dem Urtheile ſachkundi⸗ 
ger Männer hätte’ihre Armee gefangen oder vernich⸗ 
tet werden koͤnnen, wenn die Franzoͤſiſchen Generale 
Dumouriez und Kellermann ihre Schultige 

x Seit gethan hätten, . über fie verhielten ſich unthaͤ⸗ 
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NG md lleßen die Deutfen ruhig abziehen. Di 
mourioz, der ſich fein. ganges Leben hindurch als 


ein Mann: ohne beſtimmten Karakter gezeigt hat, . 


" und. fo oft e& ſein übel berechneter. Eigennuz forderte, 
von einfr Partei. zur andern: überging, betrog auch 


diesmal beide Theile, die Preußen fo wohl als ſeine 


- Mitbürger; er fehwwanfteywifchen beiden hin und 


‘ber, handelte treulos gegen alle, md ſtuͤrzte ſich 


endlich Dusch feine falſche Politik felber in's Verder⸗ 

‚ben. .. Erglaubte, den König von Preußen von dem 
Bunde: gegen Frankreich, abtreten zu fehen, er 
fehmeichelse ihm durch Hofnungen, daB er zu Gar 


ſten des unglüflichen Ludwig's etwas Bedeutendes | 
. ‚ahun wolle ; den Rational» Konvent ergdzte buch 
‚Sroßfprecberei und Rednerbluͤmchen; und meinte es 


nis feinem ehrlich. Er hätte die Preußen bei 
Graudpré angreifen, und Kellermann ihnen den 


Ruͤlweg nach Longwy abſchneiden koͤnnen; beide | 


unterließen eö, begingen Fehler auf Fehler, und bes 
laſteten fi mit Vorwuͤrfen, die fie gegen ihr Waters 


land auf immer ſchuldig machen. Ihr Verfahren IJ 
‚Sam indeſſen den Alirten ſehr zu Statten; denn ſo 


groß die Klugheit und die mifitärifchen Talente der 


Deutfchen. Anführer. unlaͤngbar waren, ſo haͤuften 


ſich doch die phiſiſchen Hinderniffe fo furchtbar, daß 


fie ihnen und einem entfchloffen angreifenden Feinde . 


zugleich nicht zu widerſtehen vermochten, Die 3 
Wochen, weiche fie auf dieſenr Ruͤkmarſche zubrach⸗ 


‘ ten, gehören. zu dem traurigfien in den Annalen der 


Vreußiſchen Kriegsgeſchichte. Sie mußten gegen 


die 


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.- — 256. — N j 
pie Elemente des Hhemen gegen bie Sarette⸗ des 
Hungers, gegen die Verwuͤſtungen der Krankheit 
kaͤmpfen: Koth, Regen, Bloͤße, Mangel waren 
Ihre aͤrgſten Feinde; ganze Kompagnien marſchitten 
hne Schuhe und Struͤmpfe, nud hartem blofi alte 
Eampen am die Fuͤße gewilkelt; die hangernden 
‚Pferde fielen zu Tauſenden vor Mattigkeit um, uud 


ihre todten Aaſe bezeichneten den Weg, welchen DE 


Armee denommen hatte; taͤglich mußte man. So⸗ 
 pälle wegwerfen, Wagen ſtehen laſſen, Sättel aub 
| Pferdezeug Preis geben; ein großer Dheil der Reu⸗ 
ter ſahe ſich genoͤthigt, zu Fuße zu gehn, und oft’ 

traf der Blick auf Menſchen, die ſterbend oder todt 

Am Sumpfe ftalen, und ein Schaufpiel des Grau⸗ 

ſens darſtellten. In den bodenloſen Moraͤſten vom 

OSrandpré wadeten die Preußen 24 Stuuden lang iA 

einem Zuge, che fie einen Weg von 2 Stunden 

‚zuräffegen Tonnten, Gegen die Grenze zu flieg der 
Verluſt der Sachen, und das Elend der Menſchen 
immer höher; die, welche den: Tode entgingen, und 

Zu Anfange des Novembers das Luxemburgiſche oder 
Trierſche erreichten, waren ausgehungert und kraft⸗ 
106, geſchwollen am Leibe, und ſchwarzbleich im 
Geſichte. Dieſer ungluͤkliche Feldzug nach Cham⸗ 
ꝓagne raubte den Preußen an 12000 Mann, wel⸗ 
ches die ‚Ergänzungen im folgenden Winter bewei« 
ſen, indem viele Regimener den qten, alle wenig⸗ 

ſteus den Sten Theil an Diefruren erbirkeen, ‚nu wies 
der vollzaͤhlig zu werden. Am, i4 Oltober wurde 
Verduͤn, und am 22 Songmpıgerkum, Mn leztern 
tn Orte 


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Ont ae, fi, Die Banpefarei BeB ibis ve 
auffallend, Die Preußen - wollten die Feſtung der 
eſſen Fertichaffung ihres Gepoͤls wegen aoch eini⸗ 
ge Tage behalten; aber die von ihnen fo verachtetes 
Frauzoſen ſezten den 22 Oltober mit gehietriſchem 


Tone als den Raͤumungstag an; and bie Preußen, 


| welche Maris zertruͤmmern und einer ganzen Nasiog, 
willkuͤrliche Geſezze vorſchreihen wollten, mußten 
I gern ober ungen. naeh Bcherfem 
leiſten. 
‚Die Ruhe ver Preußen, welche ſie ſo rbthi⸗ 
Hatten, war nur non Furgen Dauer. Nochdem fie 
ſich von ihren Müpfeligfeiten. kaum .etwaß_ erholt, 
. Hab durch frifche Truppen verſtaͤrkt hatten, rief fig 
sine neue Gefahr, welche daß weftliche Dxiſchland 
An Rheine ‚überfiel, wieder auf Den Kriegefchiu 
Pla. Zwar hatte das Deutiche Neich noch keinen 
‚Krieg ‚gegen Frankreich ertiart; aber zu (ängnen:if 
es nicht, daß ſich daſſelbe ju nieder Ahſicht feindſelig 
deywieſen hatte, Beſonders bie geiſtlichen Fuͤrſten 
waren aufs aͤußerſte geſchaͤftig, den: Frauzoſen 
überall Widerſacher zu exwellen. Dieſe ohnmaͤchti⸗ 
‚gen Zwitterregenten. führten eine Sprache, die den 
unverſohnlichſten Haß, den lunbaͤndigſten Stolz, 
und die groͤbſten Beleidigungen gegen Trankreich 
enthielt. Eiuige andre, als der Landgeaf von Heſ⸗ 
ſen, waren in wirllicher Feindſeligkeit begriffen, 
Und,der König von Preußen hatte jn.einer Befondern 
Deklaration Die pebenklichen Worte mit einfließen 
laſſen, daß jer wit Hipp ols König, ſondern ba = 
ee, ‘ / a 


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Yin! 


ae machtiges "Mitglied. des‘ PIRRANER 
Reichs die Waffen: ergriffen babe, Died kann 
‚nach allen Regeln.der Auslegungs! nſt michis Anders 


| dedeiten, als daß der Koͤnig im Namen 


Deutſchlands Krieg fuͤhren wolle. Ja am ı 
Sept. wurde der’ Franzoͤſiſche Sefanöte - auf eine 
ſchimpfliche Brt von Regensburg verwieſen; sand 

am 7 Sept. trug der Kaiſer auf eine —8 


Kriegserklaͤrung auf-denmv Neichskage un, Ohnedem 


konnte es ben Franzoſen nicht verborgen bleiben, 
daß 28 bei einem gluͤklichen Ausgange des Feldzu⸗ 
zes fuͤr die Alliirten anf die Wiedereroberuug von 
ELothringen und vom Elſaß angeſehen ſei. Unter 
dieſenUmſtaͤnden war es wohl ein ganz natuͤrlicher 
Gedanke, daß die Franzoſen dem Schlage, der ihnen 
von Deutſchlaud and drohte, zuvoerkamen, mub 
ſelbſt augriffen, ehe fie angegriffen wurden. Unter⸗ 
beffen daß die Preußen noch in Champagne ſtan⸗ 
den, und noch von ihrem Einzuge in Paris traͤum⸗ 
er, hatte ſich ſchon eine Franzoͤſiſche Urne von 
: 36006 Marin im Elſaß gebildet, Deren Hauprquat⸗ 


J tier zu Straßburg war, "und deren Abficht auf Er: 


oberang der Mheingegenden- deutlich erhellte. hr 


gegen über hatte ver Öftreichifche General Graf Er 
baͤch' fur 20000 Mann zum Schuzze der Deut⸗ 
ſchen Provinzen bereit; und ſelbſt dies Fleine Korps 


wurde zu Ende des Stptembers zur Belagerung ˖ von 
Thionbille abgerufen‘, | fo groß war bie Sorglofige 
keit und die: Sicherheit der Deutſchen ; Re hai ten 
uni der- Brafe und vbi dem —*X Franzoſen 

die 


By . 
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£. a 16 = 
der lit gerinigſchaͤztigſten Ideen, die mahl ngen 
yon. dem · feigherzigſten Sflaven haben kann. Dies 
* auch folgender. Umſtand beweiſen. Bei Speieh, 
folglich ganz in der Raͤhe ver Franzoſen, befand ſich 
ein großes kaiferllibes Magazin; ; die Oeſtreichet 
irßen bloß 1000 Mann zur Bedekkung deſſelben 
zuruͤk; und als in der Folge noch ein einziges Regie 
ment Mainzer von 2200. Mann dazu ſtieß, ſo 
glaubten ſie im vollen Ernſte dieſe 3200 Solda⸗ 
den,vieſe Handvoll ’Lente wären mit leichter Mühe 
um Siande, über -:30000- Franzoſen zurßf zu fhlaa 
gen: . Der Franzöfie General Enftine brad) 
veiblich. miz:einer Wörheilumg von 22000 Mtinn gegen . 
wie Deutfchen auf;: det Mainziſche Oberfte Winkel⸗ 
mmann erkannte die Groͤße der Gefahr‘; er fuchte bi 
dem Gerwerueur· von Mainz eiligſt um’ Verſtaͤr⸗ 
Zung / ;beſonders an Kavallerie nach, ——— 
gdeins Huͤlflofigkeit · ait lebhaften Far ben, Er erhielt 
Amerzgung, — 90 Hüfaren ulib den aus⸗ 
draͤklichen Befehl, den hartmnaͤlkigſten Widerſtand zu 
Kiften;.:- Man bildete ich” ein, daß 3200. Deutſche 
Jufanderiften über 9000 Franzoͤſiſche Fußvdlket 
zen Sieg erringen, und daß 50 Huſaren 3000 
wfrindliche Reuter in die Flucht jagen wuͤrden. Der 
Probetag, der 30 September erſchien, und zeigte, 
DAB Die. Srauzofen Feine entneroten Perſer, und die 
‚Diusfgen Tendd Leonidaſſe waren. Kuͤſtine! uͤberfluͤ⸗ 
gelte dad Deutfche Detaſchement, "fihnitt es vom 
MRitrinel qb7 ſprengte einem Theil in den Bumpf, 
anda mie den andern In die Stadt Speier. Die 
Ku - Main: 


dr 170 ie 


= Weiner ſirelten hierauf gl Se#: Gewehr, die Defbs 
gejcher thaten in den Staßen pub. aus den Haͤuſers 


, noch einen unbefonnemen  Mipesfiand, ‚wofür ‚fie 


aroßtentheils niedergehquen und die :äbrigen gefau⸗ 
gen genommen wurden. So wurde dieſer Tag «in 
doppelter Schrelkenotag für Deutſoland; dern am 
Diefem traten die Preußen: den Ruͤlmarſch aus 
Lbampagn⸗ an, und an, eben damſelben brgana Die 
Reihe der fehreflichen Unfälle, welcha das Deaufche 
Reich Schlag auf Schlag 9 Jahre Dutch. emmldere, 
und deren traurige Folgen noch: nach Menſchenaltern 
fuͤhlbar ſein werben, Die naͤchſte Witkung der Nie⸗ 
derlage des Winkelmannſchen Hafens war die Ders 
ſetzung von Worms am 3,Dfieber, umd:die Exs 
pherung der wichtigen Oreuufefiang: Maing am 
ai Dipober durch ‚die Franzaſen. ‚Sie: gingen. am 
folgenden Tage über den Rhein, nahmen :Zrauk 
furt upd die Bergfeſte Kdnigfiein ein, ram 
gen. in's Naſſauiſche, breiteren ſich bis ins Heſſiſche 
hin, zerſtoͤrten die Salzwerke von Raunheim, «u 
Preßten überall uuerſchwingliche Brandſchazzungen, 
verſezten bie dortigen Fuͤrſten in Schreffes, . und 
hätten noch größere Portheile erringen, bitten Kos 
plenz, den Siz der Emigrirten, wo ber erſte Fun 
Jen, der, ganz Europa entzümdele, eutglommen war, 
erobern koͤnuen, wenn. Kuͤſtine die allgemeine Bes 
ſtuͤrzung ‚der Deutſchen, und feine ue bermachi ir 


‚for zu,beguggen geſucht hätte, . =. . 1J 


Das Gluͤk Kuͤſtine's auf des seohten tie 
währte ‚ober night lange ‚Der Konig von Mreußen, 
0 ‚ber 


_ a7 — 


re fab als mähtigs eihäglie Fü ei Beh 
x Deutfchlands.fiärt haste, eilie herbei, um. 
effen Stetser ju swerden, begleitet. don den tapfern 
deſſen, : Die alles fär. ihr eigen Land zu fürchten has⸗ 
en. Um 2 Derember erſtuͤrmten die Preußen in 
Berbindung mit ‚den‘ Heſſiſchen (Geenedieren | die 
Thore von Fraukfurt, und da ber Pibel nad nie 
Handworksdurſchen innerhalb einen Aufſtaud errege - 
ten, Die Sranzbfiiche Thorwache veriagten und Die 
Zugbruͤlken nieberließen, ‚fo kamen jene ungehindert 
in die Stadt und nahmen 1200 Brangofengefume " 
gen. Nicht Lange. .nnchher entriſſen fie ihnen auch 
den Poften Hochheim, wo. fit indeß die Grauſanc⸗ 
Zeit Hegingen ,. einige Feinde, die fih.auf.ben Kirch⸗ 
thurm gerettet und. bereitö ergeben hatten, ‚in bie 
Tiefe herabzuſtaͤrzen. Zur Rechtfertigung. dieſer 
Ammenſchlichkeit diente das Vorgeben, als ob fie 
auf den König geſchoffen hätten: Der Parteigeiſt 
and die blinde Wuth derer ‚/die über die Franzoͤſi⸗ 
ſchen Grundſaͤzze ergrimmt "waren, ging fo weit; 
daß ſelbſt verfiändige:umd auf Kultus Anſpruch 
miachende Menſchen Äber die erwaͤhnte Grauſamkeit 
ahre Freude bezeigten. Aber nie wird ber Genius 
ber; Meufchheit eine mwuͤrdige That gut heißen, 
Käfine mußte nun fehnell das rechte Rheinufer ver⸗ \ 
laſſen, und fih in kurzem, ba die Allürten felber 
den Rhein uͤberſchrittan, vis nach Lantau zuräfe. 
gehen. Nur der: Flekten Kaſtell, welcher mit 
Main, var) eine Bruͤkke verhunden iſt, aber noch 
ang eb ‚Binfeh let, und der Ort Koftheim 


Wwaren 


P 


—WM 


— 172 — * 
worin die cichigen Punkte ander rechten Khein⸗ 
bkeite, die: fie für: jest behaupteten, : 0 

* Die Sranzöfifche' Nation harte ſich wit der Hofe 
aung geſchmeichelt, daß Preußen nach dem unglüfs 


lichen Champagnerzuge: vom Bunde der: Freiheits⸗ 
 . geinde abgehen, vielleicht fih gar mit ihr vereinigen 


avuͤrde. Aber neuere, unerwartete Vorfälle -erbit- 
. serren den Koͤnig, und veranlaßten ihn, im Jahre 
4793 mit mehr&ifer, ald je, am Kriege Theil zu 
. achmgn.. Dumouriez gewann. die Schlacht bei Ges 
mapye, eroberte die. Öftreichifcgen Niederlande, 


Erang bis uͤber Yachen nad Lhrtih vor, und bes 
dryhte Holland und Preußens Beſizzungen in Weſt⸗ 


Falen? Bin Schluß des Pariſer Ronsents: vom 15 
Decbu, ırga befehl, im allen eroberten Laͤndern die 
-Gtanz. WVerfaſſung einzuführen, und die Fuͤrſtenge⸗ 
Walt · abzuſchaffen. Am 21Jannar 1793- wurde 
Ber · ſchwache, bemitleidenswerthe König Lud wig 
EV für: ftine-Perfon unſchuldig, fuͤr die Suͤnden 
feiner. Berfahren,. und: bie Verbrechen ehemaliger 
Wingſter eilt: Bchlachtepfer . durch das Henkersbeil 
ver Guillötine  bingerichtes; um: feiner Gutnräthige 
et willen‘ verdiente en ein beſſeres Schilfal, und 
es wäre ihm geworden, haͤrte er an einem Ahder«; 
ihm. mehr angemeſſenen Plazie geſtanden.“ : Diefe 
Grevel, nur” son, einer geringen Zahl wäthenber 
Parteigaͤnger verübt,‘ würken gem ganzen Volk zur 
Laſt gelegt, ud’ entflammisen faſt alle Könige und 
- Starten: Wuropens gun Zormen, nad zum Ausedl- 
rungsoskriega.: Oeſtreich ſtellte eine furdibare-Arniee 
wo Ä _ gm 


4 . | N = 











4 NL 
a‘ * 173 — 


mw PR und Niederrhein in’s gen; da⸗ Der. 
ſche Reich erklaͤrte den Krieg und beſchloß das dreis 
fache Kontingent, ‚120,000 Mann. aufzubringen;. 
der Koͤnig von Preußen ſchilte eiligft 11000 Mann 
santer Anführung dei Prinzen —— ven 
Branuſchweig, Bruders des regierenden Herzoges, 


wach Werfalen, um:frincigems vand zu ſchuͤzgenz 


‚md dad Heer am Oberrheine ‚verftärkte. er mit feie 
ner Fußgende, mit 2 andern Infanterie: Regimes 
tern und 5 Schwadronen Huſaren, ſo daß es fi 
‚auf. 6cogo Mann belief, 
Das Sahr 1793 erdfnete ſich mit einer Reihe der 


giaͤmenden Siege für pie Alliirten; es. mer im 


Laufe des ganzen Krieges das gluͤllichſte: aber ſchan 
am Ende deſſelhen voerloren ſie einen Theil. ihrer 
exkaͤmpften Vortheile, und ‚mit ihnen Die Ausſicht, 
ihren Plan gegen Fraukreich durchzuſezzen. Der 
Prinz von Kobnrg ‚ Befehlöhaber der. großen kai⸗ 
ſerlichen Armee am Niederrheine begann im Fehruar . 
ſeine fiegreichen Angriffe gegen Dumouriez. Und im 
Aufang des März legie das ‚Heine Preußiſche Korps 
des Prinzen Friedrich von Brauuſchweig bewun⸗ 
deruugswuͤrdige Beweiſe des Muths und der Kühne. 


heit. ‘ab ‚ die ſchnell entworfen und noch ſchneller 


vollzogen wurden. ‚Die Frauzoſen belagerten die 
Hollaͤndiſche Feſtung Willemſtadt, und ſuchten 
Vento zuüberrumpeln; fie. fürchteten nichts von 
den Preußen, weil fie. mußten, daß diefe noch 6 bis 
. 7 Wochen Zeit brauchten, um alle Beduͤrfniſſe zum 
se auf dem ordentlichen Wege zu erhalten, 

_ Der 


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— 174 — 
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. Bitten ‚der Erbitarhalterin aufgefordert „‚ machte 
durch eigene Koften mis unglaublicher Schnelligkeit 
Ninftalten, fein Korps mit dem Nöchigen. zu verfes 
‚ Wen, und nun überfiel:er Hldzlich die Franzoſen bet 
Räremonde, verjagte fie von hier und aus gang 
Geldern, drang Über: die Maas nach Holland, und 


befreite Willemftade, Dieſer Streifzug bradkte 


wie Feinde in ein ſolches Gedraͤnge, daß fie von Dies 
fer: Seite völlig zerſtteut wurden, und mehrere Tau⸗ 
ſende an Todten, Verwundeten und Gefangenen ver⸗ 
doten. Am 18 März ſammelte Dumouriez feine 
fänstichen Truppen in der Ebne bei Neerwinben, 


Die, Preußen trugen fehr viel. zum ‚Sftreichifchen 
Siege bei. Das ſchrekliche Feuer der Franz. Artil⸗ 
‚lerie verusfachte unter dem linken Flägel der Oeſt⸗ 


u feicher eine folche Verwäftung, daß er zu wanken 


amd zuräfzameichen anfing; ohne die Geſchiklichteit 
des Preußischen Feldherrn, und ohne den Muth 


feiner Truppen wäre die Niederlage entſchieden ge⸗ 


wefen; aber der Prinz Friedrich nahm ſchnell eine 


ſchiefe Stellung gegen die Franzofen, wodurch er 


dem faiſerlichen linken Fluͤgel Luft machte, ihre 
Meuterei deite, und die Bahn zum Siege ebnete. 
Das Betragen des Prinzen erwekte Die Auldigung 
aller Kenner der Kriegskunſt, und den Dank des 
‚gerötteten Hollandes; nur das Oberfriegstollegium 
a Verlin betrachtete im Unternehmung aus einem 

andern 


—W 


De Prinʒ Friedrich, darch die witerholen - 


. und Hieferie dem. Prinzen von Koburg pine 
Schlacht, die aber hoͤchſt ungluͤtlich fuͤr ihn endets. 


_ 


Du — 15 zu Zu 


pen Geficliepuntie; well er, ohae Ber ick 
amgefragt zu haben, (welches wegen Kuͤrze det 


Sen nicht moͤglich war) den’ Feldzug fo raſch begona 


nen hatte, fo bezeigte es ihm feine Unzufriedenheit 


und Velsbilligung; der Prinz konnte ſeine Verwun⸗ 


derung: sub feinen Unwillen hierüber nicht bergen; 


et fuͤhlte fich in dem Bade gekraͤnkt; daß er das 


Korımando. niederlegte; Die Armee verließ, und 
ſich in das ihm kuͤrzlich⸗ durch Erbfchaft zugefallne 


mr 


Sehleſiſche Fuͤrſtenthum Oels begab: Nach feinent 


Mögane- erhielt der General von Knobelsdorf 
ven Oberbefehl. Dieſer blieb noch bis in den Sons 


mer jur Unterflägzung des Prinzen von Koburg in 


ben Niederlanden, zog fid) aber dann zut tduiglichen 


Armer an den Oberrhein. 
Die Hauptmacht der Preußen bei‘ Mainz, : bet 


weldyer fich der König nebft ven zwei Älteften Prins 


zen aufbielt, beſtand ans Gooo Man, hatte jedoch 


außerdem 45000 Oeſtreicher, 10000 Emigranten, 


amd 20000 Sachſen, Heſſen, Daemſtaͤdter und andre 

Neichötruppen zu Mitwirkern, machte ſolglich weit 
aubher 130000 Srreiter aus, von denen fich außer⸗ 
ordentliche Dinge erwarten ließen, da die Franzoſen 
auf dieſer Seite im Aufange ſehr ſchwach und zum 
Angriffe nicht gehoͤrig vorbereitet waren. Indeſſen 
die Belagerung von Mainz, welches zu erobern zus 
oörderft Das Hauptziel war, zog ſich unerwartet in 
vie Laͤnge, und gab den Franzoſen Zeit ihre Kräfte 
zu ſammeln. Es ſcheint, daß die Deutſchen aufs 
utue den Vorſpiegelungen der, Emigrirten von einer 
allge⸗ 


J 


[4 
— 
X \ — . an 
} 


N J se 176 — 


Zu elgemeinen Geneigkieit. her: Franzoſen ie Unfeer 


werfung Glauben beimaßen, auf eine baldige 
Mevolution, haften, und. barüber die koſtharen dungen: 
blikke zu einer lebhaften Dffenfine verfäumten, - 
Preußen gingen vom -27.: März an. bei —* 
und Bacharach über den Rhein, vertrieben die Frau⸗ 
zoͤſiſche Armee vom Hundsrauͤlken; und draͤngten fie 
aber Lautern und Zweibtäfleg:bis in den. Eifoß hin⸗ 
ein zuruͤk. Hätte. die kaiſerliche Armee "unter dem 
Grafen Wurmſer zu ‚gleither Zeit bei Mannheim bee 
den Rhein geſezt, ſo waͤre der Franzoſiſche Ruͤkzug 
erſchwert, vielleicht verhindert, die wichtige Stel⸗ 
-.Tüng bei Hornbaͤch hinter Zweibruͤkken, wo ſich bie 
Franzoſen fefffezten, von den Deutſchen einge nom⸗ 
men und ein weit groͤßerer. Erfolg bewirkt 
Wurmſer verſuchte den Rhein sUehergang «a 
. om. ı. April, und zog in ein Lager bei Speier. Die 
Feſtung Main, wurde nun von etwa 37000 Mau 
an beiden Rheinufern eng eingefchloffen;, die übrigen 
Truppen landen. weiter vorwärtä, um die enus 
frifch heranruͤkkenden Frauzoͤſiſchen Armeen vom Eut⸗ 
ſazze abzuhalten. Der erſte Schrekken, wodurch die 
Franzoſen aus einander gefprengt - wurden, ‚hätte 
nach dem Urtheile ſachkundiger Männer beifer bes 
nuzt, und Landau, das wegen Abfuͤhrung des 
groben Geſchuͤzzes und andrer Beduͤrfniſſe nach 
Mainz faſt entbloͤßt war, durch Ueberrumpelung er⸗ 
odert werden: koͤnnen. Aber man hofte, daß: bier 
glänzenden Siege des. Prinzen von Koburg in.den 
Miedenlauden- und die Verraͤtherei des. wankelmin 
' gen 






 - 
P 


I ee © Bu | 
thigen Dumouriez den” Franzoſen Furcht einigen, 
und die Ahſichten der Aliisten ohne fernern Schwerte „m 

ſchlag befördern wärben, - Der. König von Preußen. 
gab von dieſer Lage der Sachen dem Kommmandauten 
in’ Mainz Nachricht, lud ihn zur freiwilligen Mit 
wirkung feines Plans ein, nad ſchlug eine. friedliche 
Zufammenkunft in Oppenheim vor. Dieſe fand zwar 
Statt, fiel aber fruchtlos aus, weil die Preußen 
unbedingte Unterwerfung, die Franzoſen einen allges 
meinen Srjeden uud Auerkennuug ihrer Republik - 
perlangten, Hieruͤber ging für die Deutfcen.mehe 
werloren, als fie ahneten. Die Franzoſen erholten. 
ſich, fezten Landau in einen fürchtbären Vertheidi⸗ 
gungsſtand, und ließen neue Armeen herbei. eifen, 
Mainz hatte eine ſtarke Beſazzung von 23000 Mann, 
„und war durch einen Aufwand von 21. Millionen 
' Ripxed außerordentlich befeſtigt. "Die Franzoſen 
thaten unaufhoͤrliche Ausfaͤlle, und ſchlugen die 
Deutſchen oft nachdruͤklich, wiewohl fie zulezt vom J 
ber Auſtrengung der Verbuͤndeten faſt immer mit 
WVerluſt wieder in die Feſtung zuruͤlgetrieben wurden. 


⸗ 


Die Preußen hatten ſich die Eroberung von 
Mainz viel leichter, und den Widerſtand der Seinde 
viel geringer vorgeftellt, als fie beides num fanden, - 
Sie hatten daher ven Winter über gar nicht an Here _ - 
beiihaffung von Belagerungsgeſchuͤzze gedacht; erſt 
jezt fingen fie an felbiges aus Magdeburg, Waͤrz⸗ 
burg, Auſpach und Holland guſammen zu holen, 
Died dauerte bis in die Mitte des Juni. Die Kaufe 
Gallus Br, Geld. 6. Thl. IL Mgla⸗ 


f , \ j / 


areben wutden dei i9. airet, und. vorn 20, an ein 
wuͤthendes Bombardement begonnen. Der pracht⸗ 


volle Dom, feit Jahrhuuderten die Zierde der Stadt, 


viele anbre herrſchaftliche Gebäude und ein Stroh⸗ 
magazin geriethen in den erften Nacht in Brand, und 
noch mehrere: öffentliche: :und'Bürgerliche Haͤuſer wurs 
den.in der Folge in’ Aſchenhaufen verwandelt, Dens 
noch gewannen die Deurfchen in der Hauprfache nicht 
viel. Ein Sturm, den die Preußen Nachts am 
6. Juli auf die Zahlbacher Schanze wagten, 'mißs 
gluͤkte und zog ihıtn einen großen Verluſt an Tod⸗ 
‚ten. und Verwundeten zu. Die - Eroberung von 
Mainz wurde endlich ganz . zweifelhaft, da zwei 
ſtarke Frauzoſi iſche Heere unter Anfuͤhrung von 
Houchard und Beauharnois zum Entſazze 
heranruͤkten. Ein Gluͤk für ie Deutfchen war. es, 
daß Mangel an Lebensmitteln die Branzofen lange’ 


umthätig erhielt. Die Garnifon in Mainz fing das 


‚ ber.an, mißmäthig zu werden, 'an ‚ber Bis jezt mit 
Gewißheit erwarteten Huͤlfe zu zweifeln; die beſtaͤn⸗ 


digen Ausfälle ſchwaͤchten ihre Anzahl, Die Lazarethe, 


wo es an Arzneien fehlte, wurden mit Verwundeten 
und Kranken vollgefuͤllt. Unter dieſen Umſtaͤnden 
fehnten fie ſich nach dem Ende. ihrer Einſperrung. 
Die Dentſchen benuzten dieſe Stimmung, ſie boten 
ihnen eine ehrenvolle Kapitulatign.an, und, um dem 
entfchloßnen Befehlöhaber D’Dyre wankend zu ma⸗ 
chen, beredeten fie ihn, daß die zu feiner Rettung 
herbei eilenden Sranzöfifchen Heere eine völlige Nies 





— 


— 1719 ze 


J 


derlage erlitten Hätten; ; ja es wird verſichert %), daß 


mian Deutfcher Seite dieſes falfche Gerücht durch 


ein feierliges Ehrenwort bekraͤftigt habe. 
Nun glaubte D'Oyre nachgeben zu muͤſſen; er kapi⸗ 
tulirte am 22. Juli, erhielt freien Abzug für ſich 
und die Beſazzung, und machte fich bloß anheiſchig, 
ein Jahr hindurch gegen die Alliirten nicht zu fechten. 
Es zogen noch uͤber 17000 Franzoſen aus der Fe⸗ 


ſtung; woraus erhellet, daß ſie etwa 5000 Mann 


verloren hatten. Die Deutſchen hatten an 4000 


Mann eingebäßt, und Preußen berechnete ben 


Koftenaufiwand zur Wiederkinnahme auf ’2,083,964 
Thaler 11 Gr. 3 Pfen. den es aus der Reichdr Opes 
rationsfaffe, obwohl vergebens, wieder erflattet ver⸗ 
langte. So ward Mainz, welches die Franzoſen 

9 Monate behauptet, und vie Dentſchen 4 Monate 
—*— hatten, befreit. Schon der Umſtand, 
daß die Preußen 17060 Mann, eine ganze Armee, 
ungehindert nach Frankreich tuͤlkehren ließen, fuͤhrt 
zu der Vermuthung, daß die Hofnung zur gewalt⸗ 
ſamen Eroberung verſchwunden ſein mußte. Und die 
Geſchichte beſtaͤtigt dieſe Meinung. Denn gerade an 
dem Tage, wo die Kapitulation zu "Stande kam, 
hatten die Sranzdfifchen Rhein⸗ und Miofel : Armeen 


die Linien der Deutichen auf der ganzen Gebirgskette 


vom ea und Lothringen ber mit dem glüflichften 
Ma Erfolge 


f 


u = Siehe Gelcihte ber vereinigten Sachfen und Preuhen 


waͤhrend des Feldzuges — Dresden und Leipzig. 
1795» 


Ü 


oo — I 80 — L 
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"folge angepriffen‘; ſowohl die Yreaßen, als auch 
die Oeſtreicher, welche die Belagerung von Mainz 
dekten, waren bei: Kuſel, Frankweiler, Burrweiler, 
Weiher und andern Orten von den Bergpoften mit 
Verluſt zuruͤkgetrieben worden Haͤtten die Stans 
zoͤſiſchen Generale Houchard und Beauharn did ihre 
. fiegreichen Operationen nur um 6 Tage früher unters 
‚nommen, dder wäre D'Oyre von der Beſchaffenheit 
beider Heere gehoͤrig unterrichtet geweſen: ſo waͤre 
der Eroberungsplan der Deutſchen auf Mainz wahr⸗ 
ſcheinlich ganz verungluͤlt. 

Die Verbuͤndeten, welche nach der Beſi zuahme 
von Mainz einen freiern Spielraum hatten, und 


noch 120000 Mann brauchbare Truppen beſaßen, 


entwarfen den Plun, in den Elſaß einzudringen, und 
ſich daſelbſt bequeme Winterquartiere zu bereiten. 
Zwei Haupthinderniſſe mußten zur Erreichung dieſes 
Zwebs vorher beſiegt werden; man mußte Landau, 
eine det ſtaͤrkſten Feſtungen Europens, und die be⸗ 
ruͤhmten Weißenburger Linien erobern, Leztere 


bewahrten den Eingang in den. Elſaß, und erfireften 


ſich zwifchen den Städten Weißenburg und 
Rauterburg in einer Ränge von äwei Meilen, 
Zuerft verfperrten. kuͤnſtlich gemachte Verhane den 
Zugang; hinter ihnen ergoß fih der ftarf anges 
ſchwollne und mit Fußangeln angefüllte Lauterfluß; 
jenſeit deſſelben erblikte man einen 4 Klafter breiten 
und 3 Klafter tiefen doppelt verpallifadirten Graben;, 


« alle 800 Schritte von einander waren zweifache Ba⸗ 


ſtiouen aufgeführt, und das Ganze mit 170 Range 
um 


— 











u — oh, 
nen Befezt. Die Preußen ‚übernahmen (ed, Raben 
zu unterwerfen, und die Deftreicher behielten fich die, 
Ehre vor, die Weißenburger Linien zu Abenmältigen. 
Man handelte jedoch nicht mehr mit der Einigkeit, 
als zu dem gemeinfchaftlichen Zwek. noͤthig geweſen 
wäre; jeder Theil war auf fein beſondres Intereſſe 
bedacht, und unter den Feldherren von einerlei Nas 
tion herrſchte fogar nicht ſtets das gehörige Einvers 
ſtaͤndniß. Zur Verwunderang der Wels, welche 
nach der Einnahme von Mainz ſchnelle und reißende 
Fortſchritte von einer ſo zahlreichen und muthigen 
Armee erwartete, ſchraͤnkte man ſich faſt zwei Mo⸗ 
nate nachher mehr auf Vertheidigung ein, als daß 
man im Großen einen Hauptſchlag auszuführen gen 
fucht hätte, : Der Herzog. von Braunſchweig, weis — 
cher durch das Knobelsdorfiſche Korps aus ben Nies 
derlanden verſtaͤrkt war, hatte fih im Sgarbräffis 
ſchen und Zweibruͤkkiſchen poflirt, und ber Graf 
Wurmſer mar bis hinter Landau gegen die Weißens 
burger Linien gu geräft; "ein Korps Preußen unter 
Anfuͤhrung ded Kronprinzen ſchloß Landau ein. Es 
fheint, daß Wurmfer nach dem Ruhme firebte, die 
Meißeuburger Linien ohne Mitwirkung der übrigen 
Deutfchen zu erffärmen. Wenigſtens machte er- am 
27. Auguft und im Anfange des Septembers einige 
Verſuche dazu, Sie liefen aber fo unglüllich ab, 
daß er diefen Entwurf ganz aufgeben, und In Vers 
bindung mit den Prenßen andere Maßregein ewip⸗ 
Im } mußte, ” 


Untere 


{ 


4 


— 193 — 


| unterdeſſen beinenten die Franzoſen, dag. bie 


. Ötellung” der Preußen bei ‚Pirmaf ens für_die 


x 


Sicherheit der Weißenburger Linien Höchft gefaͤhrlich 
‚war; fie beſchloſſen daher, anı 14. September einen 


Angrif zu thun, um ſie von da zu vertreiben. Mo⸗ 
rean, welcher einen Theil der Mofelarmee befehligte, 
entwarf einen. feinen Plan, den Preußen in den 
Ruͤkken zu kommen; umd faſt waͤre er-geglüt, were 


nicht die Lebhaftigkeit der Franzoſen, die zu früh mit 


ihrem Sauonenfeuer bonnerten, ihre, Ankinft dere 
rathen, und die Preußen von.ber Gefahr benachrichs 


“tiger. harte. Der Herzog erfuhr die feindliche Ab⸗ 


ſicht nach gerade zur rechten Zeit, ex ließ 8 Bataillos 
ne und zwei ſchwere Batterien eiligſt herbeirufen. 


Zugleich mußten 2 Reuterregimenter die Hoͤhen bei 


Pirmaſens beſezzen, um die ſchon weit vorgeruͤkten 


Franzoſen von weitern Vordringen abzuhalten. Aber 


die feindliche Kavallerie warf. die Preußen bis an die 


Wauern von Piemaſens zuruͤk, und es gehoͤrte die 
ſtaͤrkſte Anſtrengung dazu, dep ſich die Preußen hier 


behaupten, and die Sranzofen an ber Einnahme der 


Etadt hindern Fonnten. Endlich drang der Prinz 


von Baden, mit feiner Brigade in die linke Flanle 


der Franzoſen, und brachte fie in folche Unordnung, 
daß ſie weichen mußten. Die Preußen erbeuteten 


einige Kanonen und machten 1500 gefangen, Die 


Franzofen hatten 800 Todte und Verwundete, und 


die Sieger gewiß eben ſo viel. Dieſer Sieg machte 
der Einſicht des Herzogs von Braunſchweig und der 
Tapferkeit der Preußen alle Ehre, war aber weder 


f . 
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— 


| [nn Er Boy - 


is feinerk Winfange, noch feinen Folgen f erh, 


als die in allen Preußiſchen Staten. mit-Pomp ger 
feierten Triumpfsfeſte verkuͤndigten. An eben dem 


Tage wurden der Erbpring von Hohenlohe bei Lim 
vach, und. der. Graf Kalkreut bei Neunkirchen im 
Saarbruͤkſchen, einige Meilex von Pirmafens, anges 


griffen, um dem Herzoge von Wraunfchweig nicht zur 


Huͤlfe kommen zu koͤnnen. Aber auch hier richteten 


die Franzoſen nichts aus. Die Sachſen hatten dabei 


Gelegenheit ſich hervorzuthun. Ein Preußiſches Ba⸗ 


taillon von Krouſaz, Das ſich zu weit gewaͤgt hatte, 
war von der Franzoͤſiſchen Kavallerie ganz einge⸗ 
ſchloſſen und feinem völligen Untergange nahe. Im 


ter Duft, deun dieſe fprengten herbei, und hieben in 
die Branzofen ein, Tamen aber nun felbft in's Ges 
bränge, and welchen: fie fich jedoch durch Tapferkeit 
and fernere Unterfiäzzung retteten. Der Verluſt ber 


2 


\ 


der hoͤchſten Noth ‚erhielten fie durch Saͤchſtſche Rus 


Franzoſen war an Todten und. Berwundeten nicht 


größer als 300 Mann; aber ihre Beſtuͤrzung äbers . 
‚ traf das Derhältmiß ihrer Niederlage, fie räumten 
 eigige fefte Punkte; und hätten vielleicht ihr. Haupt⸗ 
lager bei Horubach, eine von den vornehmſten Schuz⸗ 


wehren der Weißenburger Rinien, verlaffen, wenn 


die Preußen den Sieg hizziger verfolgt hätten, Nun 


‚vergingen. wieder mehrere Wechen, ohne daß die, 


Deutfchen weiter vordraugen. | 
Es waren nur noch wenig Monate zu den unter⸗ 


nehmungen ‚diefes Feldzuges übrig; die. feindlichen 
Den Kane ae an, und wurden immer 


geubier | 


⸗ 9 1 8 4 u 
"geht und wuthiger: s f wär daher Gehe Zeit, daß 
ſich die ‚Vereinigten von einem gemeinfihaftlicheis 
Plane leiten ließen, um die Weißenburger Linien. zu 
. erobern, und ſich dadurch den Weg zur Einnahme 
son Landau zu bahnen, Der Deftreichifche Beneral 
Ferraris begab ſich aus dieſer Abſicht ins Preußi⸗ 
ſche ‚Lager, wo erſt zu Ende Gepteniberd eine eruſt⸗ 
Vüche und aͤbereiuflimmende Verabredung Statt fand. 
ESs wurde nun beſtimmt, daß die Preußen umb 
Eachſen die feitwärts der Weißenburger Linie anges 
legten Vertheidigungewerke erſchuͤttern, und durch 
das Vogeſiſche Gebirge in Lothringen und Elſaß fo 
weit eindringen ſollten, daß fie jenen Linien in ‚en 
 Mülten kämen, Wäre dies bewerkſtelligt, 
folfte der. Prinz Walde? unweit Raftadt herr Dem den 
Rhein geben, und die Linien bei Kauterburg von der 
rechten. Seite her angreifen, währene fie Wurmfer 
‚son vorn beſtuͤrmte. Diefer Plan wurde muthig 
ausgeführt und mit dem gehoften Gluͤkke gekroͤnt. 
"Der Herzog von Braunſchweig harte hierbei nicht, 
wie es fcheinen follte, das feichtefte Gefchäft uͤber⸗ 
nweommen; ihm Tag vielmehr eine hoͤchſt gefährliche 
Unternehmung ob. Seine Beſtimmung ging burd) 
lauter unwegfame Thaͤler und Gebirge, wo jede Anz 
bdhe von den Franzoſen in eine Schuzwehr verwan⸗ 
delt war, wo fich Lager an Lager, Verſchanzung au 
Verſchanzung anſchloß, wo jeder Weg durch tiefe 
Graben, durch dikke Verhane, durch nugehenre Holz⸗ 
maſſen verfchloffen und verrammelt war, we man 
ohnedem wiſtens nes > Raceh manfehiren "ri 
ine 


kehie Aeberfcanung Des Bernd am Rage. betneb⸗ 

men konnte, und feinen andern. Wegweiſer ald die 

Kaffinifche Landkarte haste, Zuvoͤrderſt wußte der 
Herzog durch kuͤnſtliche Maͤrſche und Heine Gefechte 
die Ftanmzoſen zu Verlaſſung ihres feſten Lagers bei 
Hornbach zu bewegen. Um dieſe Zeit verließ der 
König, von Polens Ungelegenheiten abgerufen, die 


Rhein⸗ Armee, Mit Unfange des Oktobers begann. - 


der Herzog den: befehwerlichen Zug durch das Bogen 
ſiſche Gebirge, welchen er in ı2 Tagen gluͤklich 
vollendete, Thaͤler nud Holzwege mußten gudor 
aufgeraͤunit werden. Oft marſchirten bie Preußen 
durch Verhaus, bis an den Hals in Geſtraͤuche vers 
wilkelt, ofueten den Wagen und Kanonen die Durch⸗ 
fahrt, and verrichteren alles in einer ſolchen nächte 
- lichen Stile, daß die Franzoſen von ihrer Aundhes 
‚zung nichtö eher erfuhren, als bis ihre Lager im 
Ruͤkken bedrohet oder-fchon angegriffen wurden, Wo 
fie hinfahen, zeigten ſich Preußen und Sachen; jede 
Verſchanzung wurde ohne viel Blurvergießen durdy 
kuͤhne Manöver, geichifte Schwenfungen und erftaus 
wendwerthe Märfche erobert, . Diefer merkwuͤrdige 
Zug ſezte die militaͤriſchen Talente des Herzogs 
mehr als eine gewonnene Schlacht, bei welcher oft 


ein bioßer Zufall entſcheidet, ins hellſte Licht, und 


verdient eine groͤßere Aus zeichnung/ als ſo mancher 
zu hoch geprieäne Sieg. Jezt war die Eroberung 
der Weißenburger Linien norbereitet. Am 13, Okto⸗ 
ber kam es zur Entſcheldung. Der Prinz Waldek 
Kane mit 20009 Neſtreichern über den Rhein und 


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. griff Lauterburg am MWariafer: free. nit feiner 
. ganzen Armee auf die vordern Redouten, und wurde 


| von einem Korps Preußen: unter dem Erbprinzen 


Hohenlohe bei Limbach unterflägt: Die Defreicher 
büßten an einigen. Stellen viel Leute tin, Go wurde 
des Oberſte Suel mit 600 Grenadieren iv wenig 


Augenblikken von dem Kartätfchenfener der Franzoſen 


niedergeſchmettert. Auch fielen bei. vem Waldekſchen 
Korps einige Mißeerftänbniffe vor; ſonſt wäre der 
Erfolg, ‚fo glänzend er war, noch ſiegreicher gewors 


: den: "Die Franzoſen im Ruͤkken, au den. Flauken und 
au der Zronte gedrängt, leifteten keinen Tangen Wis 
derftand, ſondern fuchten nur ihr zahlreiches Gefchäz 


zu retten, welches ihnen auch. gluͤkte. Sie zogen 


ſich mit Ordnung und Gefchiklichkeit zuruk, and 
überließen den Siegern zwar bie Linien, aber wenig 


Gefangne, und nicht mehr ald 3ı Kanonen, 19 Fah⸗ 


nen und einiges Gepaͤkke. Die Allürten, welche 


nun das große Biel errungen basten , verloren 1200 


— 


Mann. 


Die Oeſtreicher benuzten ihren Sieg mit raſcha 


Thaͤtigkeit. Unter beftäudigen gluͤklichen Gefechten 
drangen fie biß über Hagenau, jenen ehemaligen 


Hauptort der Io vereinigten Reichsſtaͤdte im Elſaß, 
vor, eroberten dad ſtark verſchanzte große Dorf 
Wanzenau:ganz nahe u Straßburg, und 


bemaͤchtigten fi) am 14. November nach einem viers 
- tägigen Bombardement der im Rheine geleguem 


Feſtung Sort Louis. Hier war aber and) des 


| Biel ihrer Stege, und bald aach der Einnahme biefer 


beräßens 


4 


9. 


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— i83 — 


! 


RZ beruͤhinter Rheinfeſte, wo ſie auf dem bichten Gipfel | 


des Gluͤks ſtanden, fing die Reihe der Unfälle an, 


wodurch ihnen alle mähfam erfämpfte Vortheile ents 
viffen, und ihre Krieger in den traurigften Stand der - 
Serrättung gefcyleadert wurden. in Xheil der 
Schuld lag am ihnen felbſt. Sie verſaͤumten es, 
ſich die Liebe und das Zutrauen der ſanftmuͤthigen 
Elſaſſer zu erwerben. Mit rauhem Ton warfen ſie 


ihnen die Greuel einiger Pariſer Demokraten als J 


Nationalverbrechen vor, mit hohem Selvſtlobe prie⸗ 


fen fie die Weisheit und Guͤte der Deutfchen“ ord⸗ 


nungsmaͤßigen Regierungen, legten aber von leztern 
eben keine empfehlenden Beweiſe ab, indem fie mit 
chen der Wuth, Haͤrte und Grauſameeit gegen die 
ruhigen Patrioten verfuhren, welche ſie ah dem Vers 
fahren des Parifer Konvents tadelten. Vornaͤmlich 
verbreiteten die Sereſſaner/ oder kaiſerlichen Roth⸗ 


maͤntel, rohe Truppen, die in dem Tuͤrkenkriege 
vollends alles menſchliche Gefühl abgeſtumpft hats. 


ten, Entſezzen und Grauſen; ſie marſchirten ſtets 
voran, umd bezeichneten ihre Bahn mit Neroniſchen 
Thaten. Sie ſchnitten Kindern und Weibern aus 
grauſamen Hohn die Köpfe ab, verſtuͤmmelten Maͤn⸗ 
ner und Greife, die in ſtiller Abgezogenheit keinen 
Theil. au der Revolution genommen haften, und ens 
digten mit Plünderung und Brand, Der Zranzöfie 
ſche Dbergeneral wurde durch die täglichen Frevel 
diefer ſchreklichen Menfchen endlich zu einer Rache, 
angetrieben, welche die deutfchen Zeitungen mit ben 
greilften Farben ſchilderten, wobei ſie aber nur ver⸗ 


veßen, 


88 nn * 
aßen, die Veranlaſſuug davon, die Defrehiftgen 
Gewaltthaten, zu melden, ,, Einer ber gefangnen 
- Sereflaner wurde an einem Baume lebendig gelreus 
gigt, und er, hing fo lange, bie im Deftreichifche 
Ä Kanonenfehäfle erreichten und toͤdteten. Dieſe Res 
preſſalien bewirkten, was Feine eigne Maͤßigung bes 


wirken konnte; Wurmfer ließ den Serefſanern bei 


Todesſtrafe die Erneuerung ihrer Watch verbieten 
and eine mildere Behandlung der Elſaſſer befehlen. 
Aber es war. zu fpät, Die Franzoſen betrachteren 
die Deutſchen als Tirannen, und eilten, Anfangs 
aus Noth, um den Sereffanern zu entfliehen, und 
jest aus Vaterlandsliehe gedrungen, ſchaarenweiſe zu 
» den Armeen, welche die Zeinde belämpften, 

- Die Deftreicher dehnten fich in einer langen Linie 
vom Rheiue an durch Wanzenau bis zu dem 
Schloſſe und Flekken Neuviller in Lothringen hin 
aus; hier ſchloſſen ſich die Preußen und Sachſen 
an, deren Hauptmacht jedoch das rechte Saarufer 
von Bokkenheim oder Bouquenon an bis faſt 
gegen Saarlouis beſezt hielt. Die Franzdſiſchen 
Heere delten Straßburg, Zabern oder Saverne, 
Pfalzburg und Luͤtze lſtein; eine andre Armes 
Hand Hinter dem linken Gaarufer; täglich erhielten 

. fie.nene —— von Linientruppen und Natio⸗ 
nalgarden; an ihrer. Spizze befanden ſich die muthis 
gen uud talensonlien Anführer Hoch e und Piches 
gruz und zwei Aunswege, der eine bei Zabern, der 
andre bei Neuſtadt und Lautern ‚ware für fie offen, 
m: de den Deſtreichern in den Ruͤkken fallen, 
theils 








eg“ 


| efeite nad der belagerten —— Landan Side 
brechen zu Einen... Die Deutſchen harten Feinen 
feften Punkt, an welchen fie ficy anlehnen fonnten, 
Den Preußen war ed. bei aller Unftrengung nicht 
moͤglich, die Feinde von der linken Seite der Saar 


zu vertreiben; es gebrach au Lebensmitteln in ey! 
Öden Gebirgen und Thaͤlarn, die Magazine waren, 
entfernt; anſtelkende Kraukheiten griffen um ſich; 
die Schrekken pes vorigen Jahres in Champagne 


fonnten erneuert werden; ber Herzog von Braune. 


ſchweig beſchloß daher, die Saar. zu verlaſſen, und | 


* feine - Truppen . rüfwärts in’s Zweibruͤktiſche und 


Plaͤuſche in ruhige Kautouirungen zu fuͤhren. 

Ehe er aber dieſen Ruͤkmarſch antrat, machte er, 
von den Entigrirten ermuntert, den kuͤhnen Verſuch, 
die Bergfeſtung Bitſch, den. Schluͤſſel des Voge⸗ 
ſiſchen Gehbirges, durch einen nächtlichen Ueberfall 


zu uͤberrumpeln. Die groͤßte Hofnung., daß dies | 


- Wageftüf gläffen wuͤrde, hatte man auf. Einver⸗ 
ſtaͤudniſſe mit wichtigen Perſonen in der Feſtung ges 


- baut. ‚Die Preußiſchen Stürmer mußten daher da" 


weißes- Tuch, als verabredetes Zeichen, «m bem, 
Arm tragen, Ein Sranzdfifcher Officier, der von 


⸗ 


Bitſch zu den Preußen uͤberging, beſtimmte fie _ 
vollends zu dem Unternehmen. Es wurden von der 


ganzen Armee 1600 Freiwillige biezu ausgewählt, 
die mit Aexten und Brecheiſen ausgerüftet, von dem. 


Oberften Grafen Wartensleben, und dem herzog⸗ 


lichen Adjutanten Operfilizutenant Hirſchfeld ange⸗ 
fuͤrt, in der Naqt vym 46, zum 7 November . 
und 


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— — 


und in zehn Hanfen vertheilt in der tieffen Stille 
gegen Bitſch anruͤkten. ‚Die unten gelegiie Stadt 
wurde ohne Muͤhe eingenommen. Nun ktletterten 
fie den Berg hinan, uͤberſtiegen die Palliſaden, umd 
erbrachẽn gluͤklich das erſte Thor; fie kamen weiter, 
Air nvch das lezte/ aber auch das Hauptthor von 


Eiſen warcäbrig. Dies vermochten’ ffe nicht aufzu⸗ 


‚ forengen. "leder dem Gelaͤrme, den bie Verſuche 
zum Thorbrechen erregten, gerieth die Beſazzung in 
Beivegund: ver Führer der Preußifchen -Ketonne 
wurde niedergeftoßen, die Verſchwornen ‚erhielten‘ 
deswegen ‘das ‚verabredete Signal nicht; ‚man rd 
ten Balken, Steine, - Kugeln, gehaktes Eiſen, Las 
vetten Über die Preußen, ein heftiges Kartaͤtſchen⸗ 
feheer ſchetterte unter ſie, fie mußten ſich mit Au⸗ 
„Bruch. des Tages zuruͤkziehn, nachdem fie 24 Offi⸗ 
clere, 21 Unierofficiere und 518 Gemeine, folglich 
den Dritten. Theil der Mannſchaft verloren hatten. 
* Naͤch dieſer fehlgeſchlagnen Unternehmung traten‘ 
bie Preußen unverweilt den Ruͤlzug an. Die Genes 
rale Knobelsdorf und Kalkreut marſchirten auf Bi⸗ 
fingen und’ Blieskaſtell, die —X ging 
mehr rechto nach Pirmaſens und Zweibräffeh zu, 
. Die äber den -WVerfuch auf Bitſch erbitterten. Frans 
zoſen folgten den Preußen auf dem Fuße nach, und 
‚ wollten ihnen den Ruͤkweg abfchneiden. Sie griffen 
= gm’ 17. November mit 20000 Mann das Kalfrens 
tifche Korps bei Blieskaſtell an; aber ungeachtet fels 
biges nur halb fo ſtark war, fo warf es die muthig⸗ 
‚fen anfage ber. Feinde mit folgen Erfolge zuruͤk, 
daß 


⸗ 


— Et — 


daß fie 8oo Mann nebfl. Generaf verloren, wos 
gegen es feinen Verlnſt auf 209 angab.: Aber die. 
Preußen wagten es dochnicht, einen zweiten Ungriff 
abzuwarten, fondern fegten ihren weitern Ruͤkmarſch 
fort. Die Franzofen ließen ſich durch nichts von 
ihrem Vorhaben, KBandau zu befreien, abichreffen. 
Sie drängten mit verdoppelter Hizze wieder vor, 
amd machten ſich bereit, die Preußen. durch eine 
Schlacht zum vblligen· Abmarſche aus’ den jenfeitis 
gen RMheinlaͤndern zu zwingen. Der Herzog von 
Braunſchweig,: welcher an den Abſichten der Franz 
zofen keiten Zweifel hatte⸗ zog beöwegen dad ganze 
Heer im. die. fefte: Stellung bei. Kaiſerslauteru, 
und umerließ nichts, um Me. Feinde tapfer zurükzua 


werfen, werm.fie ihn beumrubigten.. Der. Generak | 


Hohe hatte vom Parifer Konvent- den Befehl, 
Landau, es koſte auch was es wolle, zu entſezzen. 
Er bemuͤhte ſich, zu dieſem Zwek die Preußiſche Linie 
zu durchbrechen, und bot ihnen mit scoco Mann 
und 400 Kanonen eine:&chladht an. Der Herzog 
von Draunfchweig konnte ihnen micht mehr als - 
32000 Mann und 202 Kanonen entgegen ftellen, er 
‚hatte aber feine Maßtegeln fo gut genommmen, daß 
er den Ausgang nicht fürchten durfte. Es kam alſo 
bei Kaiſerslautern zu einem der blutigſten Ge⸗ 
fechte, welches: zwei Tage dauerte, und die verei⸗ 
nigten Sachſen und Preußen mit Ruhm bebefte, 
Der Hauptangriff der Franzoſen am 29. Novegber - 
geichahe bei Moorlautern gegen eine Preußiſche 
Redoute/ die auf einer Anhöhe: poſtirt das Schikſal 


der 


1 


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der Schiacht · entlcheiden mußte, Obgleich das Kar⸗ 
taͤtſchenftuer und. ein unaufhoͤrlicher Kugelregen der 


Preußlſchen Musketiere ganze Haufen der Franzoſen 


niederſtuͤrzten, fo wiederholten lezire ihre Angriffe 


immet wieder son neuem; ſie ſtuͤrmten endlich mit 
ſolchem Enthuſiasmus, daß die-Preußen, weiche die 


Redvonte dekten und leiteten, Die Faſſung verloren 


und: zit weichen anfingen. In dieſem entfcheidenden 
Augenblilke kam der Saͤchſiſche General vom Gera 
dorf: mit dem Dragoner⸗Regimente Kurland, und 


mir den Karabiniers au, hisb- wuͤthend in die. Frau⸗ 


zofen ein, und noͤthigte ſie zum Ruͤkzuge. Uber 4006 
Franzdſiſche Reuter eilten ihren bedraͤngten Mitbrüs 
dern zu Huͤlfe, und ſchloſſen die Sachſen vdllig ein. 
Dies heldenmuͤthige Korps wäre der Vernichtung 
geweiht geweſen, weuti nicht zwei Preußiſche Infan⸗ 
terie⸗Regimenter, vom Grafen Kalkreut geſaudt, 


noch zur rechten Zeit mit ihren Bajonetten einge⸗ 


drungen, und, von der Redoute unterſtuͤzt, ſeine Re 


ter geworden waͤren. Auf dieſer Seite war die Sache 
ganz zum Vortheil der Deutſchen entſchieden. Nun 


verſuchten bie Feinde, ob ſie den rechten Fluͤgel der 


Preußen auf dem Buchberge werfen koͤnnten; aber 
auch hier wären alle ihre Anſtrengungen vergeblich, 
Am 30, Nopeinber ergeuerren fie ihre Angriffe mit 
einer Tapferkeit, die an Wuth gränzte, und Die nur 


yon dem tapfern Widerſtande der Preußen übers 


troffen wurde. Sie griffen wieder bei Moorlautern 
am heftigſten an; fie wollten ſich der waldichten Ans. 


hoͤhen bei Erica bemächtigen u und den Preufifchen - 


. rechten 





ehren ge. machen. pr Sier ed ee 
wie Kocfen, die ihre Ahſicht vereiteltan. Drei Was - 
Aaillone: berfelben fachten wie die Koͤwen, und vex⸗ 


‚wohnten ‚ven Franzoſen Das Durchdringen ; doch bee 


dekbian wiele von ihnen dad Feld mit ihren Zeichngs 
ern Der Herzeg von Braunfchweig ließ nun die 
Preußen mit dem Bajonnet eindriugen; nach u“ 
Giynden war der linke Fluͤgel der Feinde vbllig ges 
worfen. Der Herzog von Weimar :und ber Bugf' 
Aalkreut ſchlugen am Galgenberge eine andre. feind⸗ 
diche Kolonne. Die Flucht der Franzoſen wurde 
Nachmittags ‚allgemein; doch ‚rettete fie. Be 
theils ihr ſchweres Geſchuͤz. Haͤtte die. Preußi 
Menterel in. ihre. zerſtreuten Haufen eingehauen, 
waͤre die Niederlage der Feinde noch ſchreklicher ge 
weſen. Aber die Preußen und Sachſen hassen ſchan | 
vier Nachte hinter einander unter den Waffen fchlefs 
les „angebracht, durch .befländige Maͤrſche, dung 
‚zuoeitägige Gefechte. ihre Kräfte erfchöpft, und Dusch 
„wenig Stärfungsmitzel erquift fo viel gelitten, daß 
fe an Buhe und Erholung denken, und ſich mit am _ 
erlangten Vorteilen begnügen mußten. Die Frau⸗ 
goſen hatten 8000 an Todten uad Verwundeten vgr⸗ 
‚loren; die Deutſchen gaben ihren Verluſt, vielleicht 
‚gu ‚gering, auf 1200 Maun an. Der Herzog citt 
‚während des Geferhtes vom einem Dirt zum anderg, 
dekam eine Kontuſion am linken Fuße, verließ dasımı * 
aaher ‚pen Kampfplaz keinen Augenbli; auch Der . 
GSraf Kelkrent warb. hart, - Pr sicht ‚gefährlich, an 
eder Schulter gerwundet. ‚Die Frameſen 
ce il, an. N — 


— re EEE 


einige Räte weit DI Wind die Blies zuink. Die 
Preußen hingegen, die nun der baldigen Uebergabe 
von Landau entgegen ſahen, blieben in ihrer 
Stellung bri Lautern, befeſtigten ſich noch mehr, 
and hoften ‚hier ruhige Winterquartiere gu halten. 
Allein diefe Hofnung ſchlug fehl, . weil bie Defireis 
cher im Elſaß endlich uͤberwaͤltigt wurdeu. 

Nach dem Ruͤkzuge der Preußen vom Saarufer 
wurde Wurmſer's Lage bedenklich; er wich daher 
gleichfalls etwas zuruͤk, um ſeine lange Linie mehr 
abzukuͤrzen, und beſſer zu beſchuͤzzen. Er veließ 
Wang enau bei Straßburg und beſezte den Sor⸗ 
fluß. Doch auch hier konnte er ſich nicht behaup⸗ 
ten, Denn er wurde von dem 19 Nobember am, 
‘täglich. in die wuͤthigſten und Tebhafteften Gefechte 
‚mit. den Zranzofen verwilfelt. Landau ober 
Tod, dies war dad Lofungszeichen ver Feinde, bie 
"Hei ihrer ‚großen Menſchenzahl Keinen Berinft achtes 
ten,’ Feine-Witterung fcheuten, Feiner Muͤhe äbers 
:präßig wurden, die durch täglich wiederholte Vers 
ſuche offenbar fo viel gewinnen mußten, daß. fie bie 
Oeſtreicher ſchwaͤchten, ermuͤdeten, vereingelten, 
und fie am Ende mit einem Hauptſchlage erdruͤkken 
-Tonnten.. Died war ihr Plan, und er konnte nicht 
"fehl ſchlagen, da fie ihren Abgang bald erfezgen, 

immer wieder frifche Mannfchaft an fich ziehen, umd 
: {re Heere voll zaͤhlig erhalten Tonnten, weiches: bei 
den Deftreichern eine Unmdglichkeit war. " Auf eine 
ſolche Art war noch nie ein Krieg’ geführt worden, 
bolche unanterbrvchne Geſechte⸗ ſpolche außerorden 
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Wr von Unerſchrokkenheit —E | 


Uebe hatten fich noch nie fo ſchnell an einander. ge⸗ 


seite. -Wurmfer mußte daher an. einen fernern 


Mäfzug denken. Er hatte. ſeit einigen: Wochen 
an eimer feſten Verſchanzung an der Motter ar⸗ 
«beiten und alle Zugänge und-Mege durch 32 fürdds 
terliche Redouten verwahren‘ laſſen. -Diefe Stel⸗ 


ang bezog er am 9 December; feine Linie erftrefte . 
fich von Drufenh eim am. Rheine über Hagr⸗ 
Nau bis an die ehemalige Reichsſtadt Reichs ho⸗ 
fen. Er glaubte, bier jedem feindlichen Ungriffe 


Troz bieten, den Fall von Landau abwarten, und 
dann den Elſaß behaupten zu koͤnnen. Doch die 
Folge belehrte ihn und die Welt eines andern. Ein 


ernſtliches Nachdenken uͤber feine Lage hätte ihm | 
‚früher: die Mugen dfnen und ben Rath derer, die.ein. 
iefes Eindringen in fremdes Land bei einer. fo ſpaͤ⸗ 


‚ren Jahreszeit für zwekwidrig erklaͤrten, als richtig 
„ud befofgengwerth darſtellen koͤnnen. Er hatte den 


dritten Theil feines. Heeres: eingebüßt ; kaum blie⸗ 
ben ihm mit Einſchluß der Reichskontingente 40000 


entkraͤftete und fuͤr ein fremdes Intereſſe kaͤmpfende 
Streiter uͤbrig. Ihm gegeruͤber ſtanden "aber 
q0oooo junge, ruͤſtige, mit. Lebensmitteln reichlich 


:serfehene und von heißer Freiheitsliebe entglälte 
Franzoſen. Der Ausgang konnte wohl. nicht zwei⸗ 


:felhaft ſein. Nach mehrern unentſchiedenen Gefech⸗ 
ten griffen die Frauzoſen mit der vereinigten Staͤrke 


‚der. Rhein⸗ und Mofelarmee die Öftreichifche:-Linje 


an de, Vorter den u December an; und ber rei 
J Na wen⸗ 


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Area Fü man Rkgttrehh auf ihre Oniacy fie cms 
fliegen: die Mebenien bei Reichßhofen  unb 


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Wihrbt;: weiche Wurmäftr für ımbenringlich ges 


halten hotee, „enftlikiten ven Poſten m Richfranents 
. Berge, und durchbrachen mit 18006: Mann Die 


Eine vei Freſchweller. BZwar rhften einige Preußi⸗ 
The Meglinenter bei‘ Bembach den Kaiſerlichen gu 
gHalſe, welche auch viefen Voften behaupteten, uud 


den Biebfräutnberg wieder encberten; aber dies wa⸗ 
an nur Schein⸗ Atialen der Franzoſen: die Oeſt⸗ 


u rreichet erlitden 'einerußllige Riederlage, wurden am 


ſpolgenden Tage wieder geworfen, und kenuten fü 
burchaus nicht halten, Wurm ſer fluͤchtete mu 


568 in die Weißenburger Linien, die ihm jedoch mar 


einen kurzen Aufenthalt gewaͤhrten. Much bie 
Prerßen mußten ihre Poſten verlaſſen, und bes 


Siegern den Wahlplaz uͤbergeben. Würmfer, 
er dureh. biefen empfindlichen Verluſt geſchrekt, 


‚wär allen Arten non Elend kaͤmpfte, mißmuͤthige, 
zerlumpte, von Feindes Schwert, Hunger um 


: :Sennben gefipmächte Truppen -um fidp fate, dem 


jezt auf: den Entſchluß, ohne Aufſchub das Finke 


Rheinufer zu raͤumen, damit er eineni allgemein 
Werderben entgehen moͤchte. Er ſchilee den Gene 
ral Funk an den Herzog von Btauuſchwrig, wm 


ihn feinen Vorſaz bekauut zu machen. Aber diefer 


wibderſegte ſich der Ausfuͤhrung, und gab die wicht 
erwartete Antwort: „unter den jezzigent Une 


den dürfe an keinen Mälzug gedacht, fonderu der 
‚Bein wie felber angegriffen werden, ex, der 
u . . nn . . , Her⸗ 








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I, . N 


6 


| „berg eine: ie time Pt geiſwthan Di - 
beide Bine: nor den Rlugeicher Weit mit Schans 
„bie: bœelten wräfle; ein: Rükgng-Einne ſo. lange gas 
„mic: sotfeheinigt werben, ald:.man noch feinen: 
AMerſuch gegen den Feind. gemacht. habe; die une 
Edlichſien Telgen ‚einer, Schlacht: schrten. nicht. 
verderblichet und nicht ehe loſer fein Tonnen, ala 
diafer RoEzug“. Wormferä: ſiakender Much 





wnrde durch Diele Eimerungen hieß. Hetzogs wweder 


gelaben, ı 26: fanden fernere gemeinſchaftliche· Ders 
aoredungen Stan; Eins den: Feinden anzubietendo 


GSchlacht ite ie Ehre der Deutſchen vet: De - 


zmeite Wethaachtatag wurde hier heflinnns; Dopke 
reicher und Penden vanliten: einen vafchen: Tage - 
Wa: Aben anch Koche Hatte eben dieſen Aug 

‚u Antlchaibnng des gungen Feldzugs, ne. zu⸗ 
Mefreumg Land a us asgeſezt; ans fein Ute 


Eiter... Ta; dem Muthe der :Werbinsteten zu 


Yla:die Safireicher | zn3, und bie Preußen in.a Ko« 
Ipsen ‚are Morgen. des 26 Decemders aufmarſtchir⸗ 
tem und atwa eine halbe Stunde vergeruͤkt waren/ 
wu den Fein zur Schlacht zu zwingen, Fame. Die 
Sehrelfenthotſchaft von Warner, elligſt umzu⸗ 
kehren, weil die Frauzoſen hereits mit unaufhalta 
barer Gawalt alle Berfepanzumgen ber Deftreichen - 
won nterhung Mi Weißenburg und im Gebirge 
auf dem eioberge beſticenten. Nichts lonnte venn 


Anbringen der Franzofen widerfichen. Der General 


 Deffeis erfiieg:bie Hohen bei Laaterburg, und warf 
m Ve BER Der Denken Me Bi en 
| 9 rung 


4 


7 


— » 


£ herung- de Gefheigit” vollenbete‘die Bennohrunäg, 
die Beifprengung, und ˖ die gänzliche Urberwaͤltigung 
des. kaiſerlichen Heeres. Der Franzbſiſche General 
Donabien gerfinnite mis’ feiner Reuteroirdas Eni⸗ 
grantenkorps und alle bei WeiKsnbaurg ilt dena 
" Selig ‚befindlichen: Truppen. Jar witder Unord⸗ 
naug liefmn · nun Soltaten, Offitiere/ Marketender, 
Staltnechte, uäter: einander, «8 war we feinen Ges 
horſam⸗ an. dein JFechten, an kein Halten mehr zu 
denten; jeder; ſuchte nur ſein Sehen: in der eiligſten 
Flucht zu retten. 3, Das Schwert der Frauzoſen 


| \ wuͤthete ſchreklich, und gab. den: Dewiichen -alle 


empfangne Schläge: mit deppeiten Mucher zurkf, 
Die Oeſtreicher waͤren vollig aufgerieben worden, 
weenn :miche der Herzog ihren Nuͤkzug nach Mögliche 
Kit. gebelt haͤtte. Er: that. dem: Genfer Wurmſer 
ſeloſt · den Vorſchlag, ſich ¶ bei / Weruterspeim 
zu ſezzen, und die zerſtreuten Zfüppen‘ zu falınnebe, 
wo fie bei -ber wahrſcheinlich nahen Etoberung 
Lauthan's wieder zu Kaͤften: gekaugen wuͤrden. 
Vbhat as war wohl nicht · gut moͤglich, dieſen Rath! 
zu befolgen. Die nauhigen, durch ihre Siege ans 
gefenerten Heere der. Frauzoſen haͤtten gewiß und 
Rbzlich wieder angegriffen, und was konute der Erfolg 
were als Tod und Untergang fein. "Deun die 
Deſtreicher waren ſo entſezlich zerſpreugt, daß kein 
Batnillon, keine Schwadron mehr belfanimen hielt; 
Zumeilin fand man bloß einzelne Kompagnien, am 
meheſten getheilte Rotten, welche· im bunten Geis‘ 
Be von: alerei Deghandiern Waſſw uns 


7 


Fe TS 
biwgefen ‚und den —— nehſt. einem: Zee 


er Pfalz, auf eine emphrende Art pluͤnderten. Be⸗ 
ders thaten ſich die Freikorps bei dieſem greuel⸗ 


aften Muthwilien hervor , fie verwandelten ſich i in 
ahre Horden, und veranlaßten durch ihre Nuss 


hweifungen die Sranzpfen, die gemißhandeiten Ele 
iſſer an: den Deutfchen in furchtbaren Repreſſalien 
1 raͤchen. Dieſe Unthaten,, won. denen kein Deuts’ 

bes Zeitungsblatt, kein gedungener Journaliſt ein 


Bort ‚erwähnte y ſjud leider nur zu wahr, iund Föns 


en. dadurch nicht entſchuldigt werden, daß es bie 


ranzoſen ‚ben fo. gemacht haͤtten. Man ‚gab ja 


ied als den Zwek des Krieges an, daB man dem 


aberhanduehmen der Frauzdfiſchen Unordriungen 
inhalt thun, daß man die Wohlthaten einer geſez⸗ 
aͤbigen Verfaſſung uͤberail erbalten, und in Frauk⸗ 


ich wieder herſtellen wolle. ‚Koante der friedlie⸗ 
ende,. nach Ordnung und Schuz ſeufzende Buͤrger 


nd Landmann von ‚ber Milde und den Segriungen, 


elche die Deutfchen ausſchatten wollten ‚.Äberzengt 
erden, , wenn man eben dag, was man an den. 


tanzofen verbamimte,, theils gebot, theils zuließ 
nd, niemals ernftlich beſtrafte? 2. Die Deftreicher 
uͤrzten am Tage nach ihrer blutigen „fi hreklichen 


—— 


tiederlage nach Germeröheim „am 28 ecember . 


ach Speier und „fohen in den legten Tagen des 


jahreb bei Phifippsburg, und Mannheim Über ben 


thein, worauf ſich die Truͤmer ihres Heeres in 


er liglchſen deu, bei. Sqhwelingen = 


J w—-N 7,7, u r " f R . & 
- m > u . » — 


Pe fällt, ‚und. „ei Anke ie 
Odem kamen. 
Eine nothwendige geige vr eben erben Yu 


= tritte war die Aufhebung ver Belageruing von Lam 


dan und Sie Herirade der Wieußfichen Armee, 
Der Herjog führte die. Prenßen und Suchfen mit 
aller Behutſamteit über Buirweiler und Reuſtadt, 
wo ſich dad Kalkſteinſche Korps vom, Lautern her 
mit ihm vereinigte, nach Worms, Alzei und Kreuz 
nad, und‘ nahm damır eine feſte ‚Stellung in’ dee 
Meinen Mintel jenfeit des Rheins, vom Oppem 
Keim bis Bingen, er fersit" seriegte ſein · Haupt 
„guätier nah Mainz, und heß bie ſchwere Was 
vallerie, einen’ großen. Teil der Juſanterie unv bie 
ganze Meillerie nebſt deni Fichrwefen uͤber den Mein 
Aurüfgehen und am techten Ufer die Sinterquartiere 
— Die Magalne mußte er den Frauzofen 
überlaffen, dad Geſchaz mid Gopaͤl inte gerettet; 
Es fielen auch einige Meine Gefechte mit verſchieb⸗ 
wem GStäffe vor, Bei Frankent hal wınde ver 
eneral Rüchel und Bei Kt euzn ach derOberſte 
8 kuli mit einigem Verluſt von den Frouzoſen 
em 5 Januar ‚urhfgebrängt. Weit blerdarch aber 
‚die Preußtfhe Stellung bei Wingen im Wefute 
gerierh, To befahl der Herzog dem Eaͤchfiſchen Sene⸗ 
ral Findt ‚ und bem Preaßifchen Grneral Mär 
bel, dem Feinde die Anhdhen von Kreuzuach wie⸗ 
„der zu entreißen, welches dieſe dehoberren am 8 Ja⸗ 

. uns 0 Wuaſche aieten. 
Die 





4 


- 


- 


\ 


u m 


een Re Dean Hilteh —9— 
Po Ttenpfäfinsii: in Landan, "und 
ihre Armeen beſezten das ganze Land von Hagrnai 

an kit Vorms. Sis zgten as der Queid bit nach 
Erw lin große Werkpangungen an, ‚un Lsfen 
- Bar Lgmig wit vielen Eruppen. einſchließen, um 





x 


den Oeſtreichern den einzigen Sir, den fie noch ig \ 


"EB. belaßen, baldiaft wieder obzufizeiien. eg 


doch als fie eben zu einer. förmlichen Belagerung 
derſelben Anfkalt machten, raͤumten es die Siefireie 
cher freiwillig, weil die Behauptung baycn ihre 
Kräfte uaͤberſtieg. Leztere verließen den Du in der 
Macht zum 18 Gebruar, und ſprengten xine: halbe 
Bisstelftugbe nach dem Shzuge die Brukke und alle 
Veſtnogswerke durch Pulver in die Luft. Sa 


endigte ſich dieſer Feldzug, der mit dem ſchmeichel⸗ 


— 


haßtoſten Hefnungen für. Die Deutſchen und mit den - 


hehnendſten Verachtung der. Sranzhfifchen Natien 
qugefangen hatte, anf eine Urt, welche in den 
abrbuchern der Deutſchen Kriegskunſt mit blutigen 
en eingegraben bleiken wird. Die Frameſen 

den Kampf xwiſchen Freiheit und Despotis⸗ 
vaus zw einer Zeit; mo alle ihre Kraft geldänt zur 
“feir ſchien, mit Nachdruk und zulegt mit GIhE ges 
"führt; pas reiche Rand zwiſchen dem Rhein und der 
Mofel bot ihnen große Huͤlfsmittel zur Fortfezgung 
des Krieges dar; unermeßlice Magazine, welche 


ie verjagten Deunfißeg: mit ungeheuern. Kofler ans 
gefege harten nid Ihnen Aberlaffen mußten, vom . 
Amöiteit thee ea und das Deutſche Keich, 


wel⸗ 


— f m 


ei 


weh. feinen VNechbar Gehege: —RRT 
Man ſich Io. wo: iger ————— 
— droht.” i Bu J— 


pr? Herzog von Brinitäweis Hätte rum 
| zweinal bas Vorhaben⸗/ Eroberumngen in Frank⸗ 
Be In machen, geräbe im kritiſchen Augenblikke 
ſcheitern ſehen. Es fehlen)‘ als ob ihm’ folche 
Erfahrungen ET. ‚Keiegführen, wo‘ fo wenig Ges 
winn "fir einen’ Helden unb noch weniger für bie 
Ä Menfähen zů ernten war, verleidet hatten; er 
Hieht es feiner Ehre, und feier Gemuͤthstuhe für 
zutraͤglicher, den Oberdefehi nieder zu legen; er 
| ‚Berg Ah "der Mitte bes Febrnars das Heer, 
and feßrte {m feine Kefidenz zurũk ‚ I welcher 
er Son ffaͤnen, ihn aufrichtig verehrenden Untertha⸗ 
nen “mit Herzlichteit und Freude empfangen wur⸗ 
de Der General Warmfer foläte feinem Bein 
friel, und. 308° ſich gleichfalls von dem Kampf⸗ 
plazze⸗ ar o die‘ Deutjchen Siegelorbeeren zu Wels 
Im anfingen, zuruͤf. Der Koͤnig von Preußen 
ſchitne “hierauf den Feldmarſchall von Moͤll en⸗ 
Bir, der bis dahin zum Sranzöfifhen Kriege 
ch ht gebraucht worden war, als Oberbe⸗ 
PA jur Armee an den Rhein, Der 
Kaifer übergab bad Kommando dem Seneral 


Drowne. 


. Die, zoriſezzung dieſo derdetblichen Krieges 
winde aller Unfaͤlle ungeachtet hoch beſchloſſen. Die 
| ‚fen, tealöürenden or Aolatan „biebei * 














_ — — — — 
1 


Ente 6 Jahn: nn De dm Rare vn 


— _ 2 EEE 
Den Edgebnuaen der Rache und Det DOM egen dir 
Sranghfikten Oruafäzgealsıtinanktandheienm Yon 
Kit, Aber das Menpiiche Miyifterin, weibesbaß 





wahre · Statsintereſſe nie and den Augen verlor .3bag 


weachtete den Kampf bafdau einem audern Gefichta⸗ 
Dual... Ein Krieg in-folcher Entfemuug von Preu⸗ 
Baus Orenjen gefühur, exſchopfte den Echaz, ohne 
die Geſdansfluͤſſe in ihm zuruͤk zuleiten, te. daR 
Butegpherr „..ohue der Waterlande von weſentlicheme 
Mujgzen gu fein, mad: zewiß die Bande. ber Freunde 


ſchaft wit eine Valle, deſſen Dieinungen und. Gen 


fesge den: fefigegrhutieten Preußlfchen Stat nicht ee 


ſchuttern, deſſen Verbindung ihm aber wehl in ig 
Echt auf Handel und bei kunftigen Gefabren ung 


Machern die großten Worsheile ‚bringen, tonnten . 
Vnd yoozu follse: ſich VPreußen aufonfern?; Fariwem 
ER ir:cimn Staud der ‚Schwächung verſezzen ? 

—* keamte der. König," welcher, che noch Deutſcha 


konh-an Arleg.heiite, . 018 mächtiges Cie 
Tr: ‚Reichs, wie er im erſten Manifefle gegen: 


Brankreich ertlaͤrte / eſfenbar das Reich in die Fehde 


uwut hinenge zogen ‚hetse, daſſelbe feinem -traurigeng 


Schikſale bcht haͤlflos uͤberlaſſen; aber die Kräfte 
des Gtats, und die Serge für. feine Selbſterhaltung 


arlnuthten ihm auch wicht, fuͤr eine freude Sache 


Millionen hinzugeben, das Blut feiner Unterthauen 


. u.vergießen, ‚ab; bei: einem Kriege. aus zudauern, 


been .anfänglicher Zwek ninumermehr. ‚zu. erreichen, 
war. Dad Preußiſche Kabinet lieh duher fen zu 


Mainz 


N 


- 


ves Vreuhilſche Begehren hußeren⸗ Esl ſchien, iS 
‚wein vier miachtigen Hofe dir Laſtaiues aruiegech 


J 


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0: Rn > ap ‘ 


— 


Brake fü vordere: Rh, nanich uten 


See eigen, 
echnmablſcyru, Tränkifigen und Baie v⸗ 


ſkchen/ ar eier Werfanmlungiza Jeaitfurr claladen, 


weh Abſchi dahin gehen ſollic; vaß dieſe Kreiſe die 


Serpflegang ver Preußiſchen Kemer uf 
fo lange Abernahmen, bis derReichteag zu Ngeute 


bvurg einen allgemeinen Schluff darcher gefaßl haben 


wörde.- Der Wedarf drs Heders wuede zu. 4uıy66 


gortionen und g2000 Ratienen auf jeden Ing cage⸗ 
geben. Jade Falle,i vor: die Eraude dirs Ber⸗ 


dangen abwiefen, : Droßte" DEE: den ah 


KhäteiderTorippen votäehe juräheichen, - Dei 
Webferiicha Gof aacerſraͤzte den Mrinchiſchern —8 
ſwonl zu Negenoburz, WERTE den: Auch, 





ro ſezir Huren, DaB oe ſich vochchielie, aAhal ich 
Auredge zw. wiachen. :: Difer unerwarters Du 
ui; emegto großes Nachdenken; und verſirker nik 
Mnsigung;, welihe die Sände-fiyon Aufangs gegea⸗ 













den fir: zuecft/ untemönmen. haltet, uf: a6 dentſche 
—* gibßreucheils wälzen. : Manthe Ileinere Ciao 
uw glaubten aben nicht Uxfache zu Haben, Pet Preas 


"Ban id Cioftreihern ein ausgezeichnetrs Kategeglas 


 Wwrwinfien /noch · weniger gu Vorruehraag Kon 


NMacht beizatınyen , weil: fe: beforchen uwßten; 


*. fehler oben: ſpoͤrer von vieſen / Toloſfen verfchlmngene 
IE were, "Mir faben bio Gehahr noch wicht für 
.# go an ale mau fe. Alinene,: aueh Re a 


* 








—— — 
Eaegeſdaurleme weit--eniferat warne Me 


2vLWeſanden ſich durch die Werwuͤftungen, ‚Die ihnen 


:Beinde und Fremide vernaſacht hatten.::ganz außer 


Stande, neue Laſten zu fragen, da ſie vielmchr ſelbar 


ber Beihuͤlfe ihrer Mickäewe beduͤrftig waren: Die 
Vreuhiſchen Zumuthungen wurden drswegen; uͤberall 


ſech in einer beſondern Denkſchrift, daß man Die ver⸗ 


langte Zufanmmeubensfangster ſechs Kreiſe für eine 


— 


Aaltſinnig Aufgenonnte, und beit den mahrſten ge⸗ 
senbezus verworfen; ſtatt deren ſchlug man eiue allgh⸗ 
weine Vellobewakunung nach dem Beiſpiele der Frau⸗ 

*3bſiſchen Aufgebote vor. Der Preußiſche Hef bes 
J ‚geigte die hochſte Empfindlichkeit ‚hierüber; beklagfe 


Unregelmaͤßigkeit ausgegehen habe, da fie doch dem 
Herklommen gemaͤß and is den Reichsgeſezzen ges . 


. grönbet ſei; er. erklaͤrte ben vorgeſchlagnen Randfiunge 
für urwirkſam, gefahrvell und zwekwidrig; für uns - ° 


irbſam gegen einen Feimb,, ‚ber-iu der .Kriegökunft 


verfucht, und mit zahlricher Airtillerie / verſehen 
wäre; für gefährlich, weil die geräfteren Mhlker-cie - 


men Falk von ihren Waffen machen Ehuntem, 
wie ihm die Regierungen nieht wuͤnſchten, füx zweh⸗ 
awidrig endlich, weil dureh die Entziehung fo vieler 
dem Alterbau und Yen ‚Gerverbe mmeriberrlicher 


Hande den Armeen der Unterhaſt erſchwert, un 
weil burch unregelmaͤßige Volkshaufen die —* 


sung der Kriegsplane gehindert werden wuͤrde; er 
Silo mit der Bekanntmachung, daß er. feinen Schug 
Yen Reiche nicht auſdringen, ſondern fein Kriegiy 


- wiſcen 


— 


Mt, mis Auenahre des unlinteunäßigen Oeſteti⸗ 


l 


4 


sangen —e— 2000; in Kine An- 
‚per zurũkziehen werde. Des kduiglichen Reichälosis 
tingents deſchahe gar keine Erwähnung, Den: Bes 


‚ "Pbhalvigumgen, daß Preußen: bei dem Kriegfähren 
snichesuals eigenmuͤzzige Mbfichten habe, widetſprach 


Mne anderwritige Königliche Erklaͤrung mit dem Bei⸗ 


Fuͤgen, daß: der König feſt emfchfoffen fel, die Deuts 
‚Ge Verfaffung aufrecht zu erhalten, in fo fera 
Ahn die Staͤnde patriotiſch unterflügzen - 


- würden. . Die "legten Worte waren eben nicht 


geeignet, den Argwohn zu vertifgen; fie dienten 
yielmehr:gerade dazu, das Mißtranen zu vermehren. 


- Der König ließ nach den gemachten‘ Erbfnuugen in 


:Yer That einer Theil feines Heeres bei Mainz im 
April 1794: aufbrechen und nach Weſtphalen in feine 
Staten hin — Schon waren fie bis KdTim 


gekommen, als ein Eilbote Gegenbefchle brachte. 


Der brenaende Eifer, mit. weichen England bie _ 
‚Kriegäflamme in allen Welttheilen verbreitete, hatte 
Defe ſchnello Aenderung in den Gefinnungen des Ahe 


“ ‚gb von Preußen bewirkt. Holland, damals 


noch genau mit England‘ verbunden, und von der 
Naͤhe der Gefahr geſchrekt, trat den Abfichten des 
Werettfiien: Rabhiers bei. : Beide Seemächte erhiele 


et Preußen durch Auerbietung beträchtlicher Hälfte 
gelder in⸗Dem gegen Fraukreich - errichteten Kriegs⸗ 


Bunte, Es war hierüber ein. befonprer Gubfidien- 
graktat am 19. Upril zu. Haag abgefchloffen wor⸗ 
Yen. Preußen nahm nach felbigen die Verpflichtung 
En fr bis me des zen. 1794 ein Heer vor 

62408 


—— Ah voii zu · erhalten, —* 
‚eb entweder unter einem Preußiſchen Unführer‘ 
Aallein, oder auch im Verbiudung mit einen Korps 
ner Geemächte gegen den gemeinſchaftlichen Feiad 
gr gebenuchen, Alle Eroberungen, weiche dis Suh⸗ 
:fdientruppen machen würden, ſollten im Names 


Englands und Hollands geſchehen, und "bis zumt 
« Zriedensfchluffe‘ unter deren Verwaltung bleibes. 


Fuͤr dieſe Dienfte verſprachen die Germächte monet⸗ 


Nich 50000 Pfund Sterling an Preußen zu zahlen, 
welche, Zahlung für den ganzen April mie geleiſtet, 
: und: folglich bis zum December auf zo Monate ent⸗ 
zrichtet werben. folltes: Außerdem übernahmen fie bie 
‚Lieferung von Brot und Bourage, welche fie gleiche 


Falls in. Gelde, für jedem. Mann)n Pfund. Sterling 


‚ud 12 Schilling, elfo minnatlich.mit 99.840 Pfunp 


:Gterling vergätigten.. ;Zur Veſtreitung der Ansruͤ⸗ 
‚fang. ſezten fie. noch eine Summe von. 400,000 


Pfund feſt, von welcher. 300, O0o Pfand fogleich, die 
:übrigen aber bein: Ruͤkmarſch des Heeres bezahle 
‚werden follten. Rechned man. alle biefe Summen 


zuſammen, fo betragen: fie für dio bedungne Zeit  . 


:1,898,400 Pfund. Sterlinge, ober 11 Dion 
390. 400 Thalex. er 


‚Die Aufmerkſamleit beö Yublitumd wurde von 2 


neueni gefpaunt, ald man der geſchloßnon Subfidiene 
‚taltas erfuhr. "Man erwartete große Kriegabegeben⸗ 
heiten, eine.vbllige Ummenbung des Giuks, welches 


den Verbündeten bisher im Ganzen ‚genommen niche 


ee alas wog ab wie ſarchtbaren, im 
allem 


———E———— — „eu ——— 
Yahenı Hofnungen. Über e ſchlugen icderiumn fell, 
"m Nee. bilder fi) uf den lebhafteſten Vercich 
Aus Kuſerhofes wine abgefoiberte Reithtarımse, über 









u  sggeldhe. der Herzog non Sachſen⸗ Tefchen bt Ober⸗ 


ven nonen fie. Gelderſaz erhielten; viele bezeigtew (ieh 


mefehl ertzelt, die aber im reine nicht viel zu Bes 
meaten · hatte, wie Died von jeher mit: dans Imuerigm 
Gemiſch ‚von zuſammengetriebuen Kriegern, Reicho⸗ 
muppen. giaannt, ber Full war. Oeſtreich amd 
‚Aprenßen: ſtellten feine eignen Kontingente, ſondern 
Moernahmen aoch die Lieferung fuͤr manche Staͤnde, 








faumfelig; und entzogen ſich unter allerlei Entſchul⸗ 
Digungen hrer Verbindlichkeit, andre hatten ihre 
Mannſchaft zu: den ‚Armeen in den Niederlaunen 
Großen loſſen. Die Reichsarmer am Rheine betrug, 





agent man able Sachſen, die vel dem Drengifchen 


Grete ſtauden, mit einſchtießt, kaum 30,009 Many, 
anſtatt daß wach Den. Beſchlaͤſſen des Reichſstages. das 
Hönffache Kontiugent, Bas. heißt, eine Schaar van 
1900,000 Reichötruppen: ins: Feld ziehen. folltn Mas 
Jdingegen: in der Staͤrke dieſes Heeres fehlte, hab 
berfſezten Dier großen Maͤchte. Preugen und — 
ſtellten am Rheine 123,000 geübte Streiter auf; 
wife, wellhe':mit der Relchdarmee 153,000 aus⸗ 
machten, Satien anfaͤeglich uicht mehr als 
Branzefen ‚gegen fich ‚: Inden. derſlben Rheimarıme 
onter Micha uhchfiend 50,000, und die Mofele, 
aarıiee „unter rem ‚une 130,00 NManu betrug, 
Die Bemgoanhanuıciiee frnspenpk ig m Biber: 


.. landen 





x . 
1 


ae * 809 == - 


anden ethinuahetehen , unv dbm Rheiue her Ie 
yefte Kavallerie bahin seſchikt; Pichegru befehlige 
‚ie Rorbatmee von 150,000 Mann, unib Jomdan 
‚as Ardennenheer von 40/00 Rriegern. Bagegeh 
yelief firh die Zahl aller vereinigten: Kriegstruppen 
von, England, Holland und Deutſchland in den Nie⸗ 
erlanden auch auf 176,000 Mann: Es iſt ai‘ 
ine ganz faffche Vorſplegelung/ welche bamats ih 
ven Zeituugen gefliſſentlich ausgeſtrent und’ ziemiſich 
ulgemein geglaubt wurde, daß die Franzdfiſche Hee⸗ 
esmacht den Ailiirten an Menſchenzahl doppeli Kifb 
sierfach Aberlegen geweſen fei. Im Aufange des 
Feldzuges 1794 war vielmehr dad Uebergewicht auf 
Zeiten ‘ber verbunduen Hoͤfe. Ihre Armeen amnn 
Rheine’ und im den Niederlanden enthielten die Fa 
taunendwärdige Menge von 323,000 Streitern, va 
ingegen die Keinde 270,000 Mann auf vei EA 
az führten. Sicht Mangel an Menſchen, ſondern 
Mangel’ an Einigkeit, dad getheilte, ſi ſich oft zuwider. 
aufende Intereſſe der Verbundnen, die weite Enil 
ernumg vom Vaterlande, die Unmdglichfeit, bierge 
chwaͤchten Truppen bald wieber zu ergdtizen,? imth 
Ihnliche Umſtaͤnde verutſachten bie Niederlahen Lu 
Alliirteun. 

Die Preußiſchen Heere und die Ihre Ederalieimn 
mterftüggenben Deftreicher erdfneten den "Feldzäg'äiik 
Rheine wicht cher als am 23. Mai. Wii dahin hah 
en die Sranzofen einzelne, oft‘ kdhue ‚Stieifereien‘ ik 
ven Rheingegenden "unternommien. ' Ihnen wutbe 
zuf einmal ein Ende gemacht, ütöider Felbmnrſchall 

Balus Br. veſch RUM O Mol⸗ 


N 


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edilen dotf mit dem Enifhlnß voredfte, wie 


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E 7.7. > 
ZZ — 239 — 
Fur R ‚dv 
4 


.- ‘einer entſcheidenden Schlacht feine Lanfbahn zu bes 


‚ginnen, und den Feind ws. moͤglich aus Deutichlands 


Grenzen zu verbrängen. . Es ſollte daher ein, allges 


meiner Angriff vom. Rheine an über. Mptterftaot, 
Deidesheim bis Kaiſerglauteru hin am 23. Mai nicht 
aAllein von ‚den Preußen, ſondern auch von den Kai⸗ 
Ferlichen und Reichstruppen geſchehen. Der Fuͤrſt 
von, Hohenloher⸗Kirchberg ging mit einem 
Tbeile Deftreicher und Reichövdffer den 22. Mai 
bei Mannheim über. ben Mhein, und dehnte ſich von 
der Ryeinſchanze bis Ruͤchbeim aus / wo ſich der 
Exbprinz pon Hohenlohe mit einem Korps Preu⸗ 
: Ben an ihn anſchloß. Die Franzoſen flanden in und 
“ Binter, furchtbaren Verſchanzungen, aus denen fie 
gertrieben: werben „mußten. . Der Feldmarſchall 


. Möllendorf führte den Theil des Plaus, den er 


‚auf ſich genommen hatte, mit Ehre und Gluͤk aus. 
- Ge erflärmte die. Frarodfiſchen ¶ Berfcpanzungen, 
> machte zwei Oberſten, 65 andre Dffieisre und 2033 
Unterofficiere und. Gemeine zu. Gefangnen, und vu. 
HGcht einen ſo valllemmnen Sieg, daß dad ganze 
" feindliche Korps, welches zugleich 2000 Fodte und 
verwundete hatte, gänzlich aus eimander-gefprengt 
und bis am die. Fravzdſiſche Grenze Hin: geirieben 
unbe; ‚Der Preußifipe Verluft war unbetraͤchtlich, 

ex foll kaum 400. Rann betragen haben. ‚ So. hatten 
‚Ne Preußen Kaifors lautern zum zweiten. Wal 
Jurch einen glaͤnzenden Sieg in den Sahrbüchern der 

BGeſchichte auögezenel 

? . ln Der 


- 








— a1 Bu # 
De beige Theil des mollendoefiſe 
* wurde nicht: ſo gluklich ind Werk geſezt. vm 
der Rehbach mar die Stellung. der. Franzoſen vict be⸗ 
fefligter; und ihr Aufuͤhrer Defſair viel ſtandhafter! 
Sie hatten Die Rehbach durch kuͤnſtliche Leitungen 
hoch augeſchwellt; Kings herum waren Suͤmpfe und. 
Untiefen; uͤterall ertichtetes fie Batterien, und uns un⸗ 
terließen nichts, die Wege unzugaͤnglich zu machen 
SiS daher ‚die Deftreicher und Reickieruppen. yon 
vorn angriffen und bis Mutterfadt vorruͤlten, ſ6 
wurden fie durch Dad moͤrderiſche Kanonenfeuer per. 
Granzoſfen fo weit zuruͤkgeworfen, daß fie eine vällige 
Niedexlage erlitten. Der Preußifche Erbprinz vom . 
Hohenlohe eroberte. zwar einige. Poften, konate aber 
bei Deidesheim nicht durchdringen, und mußte 
Sch zuchlziehen, weil die Deftreicher geſchlagen war - 
ran: ‚Ob nun gleich die Franzoſen an Diefer Seite 


geiledt Hatten, ſo konnten fie ſich Doch nicht behaupe . 


ten; da ihr lintker Flügel hei Raiferslauterniek. - 
nen. fo nachdrullichen und. fchretlichen Verluſt et. 
hotte ſormnßte auch ihr ſiegreicher rechter Züge 
weichen, wir Andle' Vortheile aufgeben, weit er: forms 
ven hinten: anmriggt und ganz aufgehoben werben 
formte; Die -Sranzofen verließen demnach Deides⸗ 
heim und die Rehbach, und zogen ſich dis hinter 
Germerheim · und Landau in die angelegten: Linien 
nix. Queich. Der Erbprinz von Hohenlohe de⸗ 
ſezte nun: Neuftadt, der Fuͤrſt Hohenlohe ruͤkte 
nah Speier, Möllendorf nahm fein Hanptquar⸗ 
‚Mer m mDttsrberg, und 3er Oraf Rule befyeite - 
2 Bus Preis 


ar N . 8 J 
— 


3 ’ 


ı N 
\ \ 


\Borißrätten pen RP RAR und Ardfie sis 
an die Sqar. So hate Mi llendorf durch ‚feine 
Hayes Maßregeln, und.bürch.die Vrrußiſche Tapfer⸗ 
keit die jenſritigen deiſchen Rheinlünder in wenig 
Tagen. nit. Auqnahme einiger Heinen Diſtrilte vom 
dem Druflle der. Franzoͤſtſchen Kriegäheere und von 
den Anderngen · ve Auölrungöbonuniffionen 
— 
‚edeneann erwartete: ferneve Sirgesihaten ver 
J > Mieinarıneen, Unterföhzzung der bedrängten Heere 
in den Niederlanden, und Bennzzung des Schrek⸗ 
7 der Die. Franzoſen ergriffen: hatte. Aber vom 
7 Tale den geſchahe — nichts. Der ganze Monat 
—E “erging in Unthaͤtigkeit; man ſchraͤnkte ſich 
aufnhloßße Veriheibigung ein; Maͤrſche md Heine 
—E machten ‚die einzige Neeugkeit des 
Tages aus. Deſto thaͤtiger waren die Ftangoſen; 
fe perfiärkten fi mit 15006 Mann friſchen Trup⸗ 
pen, beſezten die ſtarken Stellungen von Hornn bach 
ap Bliestafteli-wieber, undfchritten von neuem 
muthig auf der Siegesbahn vor. Bam a, Juli am 
VLengruhigten fie. die ganze: Preußiſche Linie bei Zwei⸗ 
bruͤklen, Lautern und Trippflabt, Zehn Tage bis 
. Bercd:richteten fie. jedoch nichts. weiten ans, alsidaß 
fße den Feind ermuͤdeten. Eudlich am 13. Juli er⸗ 
gzwangen fie durch Standhaftigkeit und Ausdanrung 
den Sieg. More au überwältigte die Preußiſche 
Stellung bei Ede sheim, welche der Erbprinz vom 
Hohenlohe vertheidigte. Die. Preußen boten zwar 
alles is was. Einſicht, mu und die Lage des 
NRatur 











gatar. vermocher j fa trieben di ſtarmienden Brdnd 
aoſen achtmal zuruͤk, ihr Kartaͤtſchenfeuer raffte:Haßze 


ec \ 
_ - 


oo. ' . " ” 
- vu wm, 218 mE . ” 


Haufen hin; aber die Gewandtheit und Tapferkeit 


der Zranzofen behielt bie Obethand, und lokte den 
Preußen Bewunderung und Staunen ab, Sie Pets 
terten, dem wuͤthigſten Kugelregen zum ro, ben . 


hoͤchſt ſteilen Berg bei Schaͤnzel auf dem Baucht 


kriechend heran, ſchoffen im diefer Poſitur die Preußi⸗ 
ſchen Artilleriſten nieder, brachten dadurch dem Küs 
nonendanner zum Schweigen, und erregten eine'obls . 


ige Verwirrung unter den Preußen. Das bei Tripp⸗ 


ſtadt fichende Regiment Kleiſt litt ganz beſonders. 


yub ber verwundete General Thadden rettete ſeins 


wunmrinugten vier Bataillone nur durch die empfindlich⸗ 
ſten Opfer, da er ſich im Quarre durchſchiug. Die 


Niederlage der Preußen war groß un allgemnein; 


fie wurden völlig zerſtreut, und bloß die: nahende 


Nacht gab dem Erbpringen von Hohenlohe die Mittel 


an vie Hard, feine geſchlagnen Truppen zu fammelu 


und nach Mosbach zurüfgufähren. Aber auch 


. Gier konnten fie rücht lange Stand Halten; fie wur⸗ 


den fchon am folgenden Tage von der Franzoͤſiſchen 


Lebhaftigkeit gendehigt ſich meiter durch Tuͤrkheim 


bis hiuter Wor m s zu flüchten. Die unter dem 
Befehl de& Herzogs von Sachſen⸗ Teſchen vereinig⸗ 
ten Oeſtreicher und Reichsvdlker mußten, nach meh⸗ 
rern ernſtlichen Befechten, gleichfalls auf ihre Sichen 
heit. bedacht fein; fie wurden fo fehr gebraͤngt, dafß 


kn via zuge auf ber lulea nd J 
—* 


— 
‘ 7 . PARR: 


— 214 — 


| halten Konten‘; s: ſie gingen bei Mami wieder 
I auf das biesfeitige fer, - 


Durch diefe unguͤnſtigen Vorfalle ſahe ſich der 


Pe Möllendorf bewogen, mit der 


Hatptaimee die Schänzen bei Lautern zu vers 
kaffen, und. ſich ruͤlgehend dem heine wieder zu 
nähern. Er ging bis Nieder: Siörsheim, und 
der Graf Kalkreut bis: Kreuznach zuruk. Die 


- Sranzofen . nahmen alle‘ Poften vom Eifaß bis 


Worms, die ihnen ſeit ſieben Wochen entriffen 


waren, wieber ein; fie erbeuteten die Preufifchen 


‚ Magazine zu Frankenthal und Lautern, 


machten eine große Zahl gefangen, und eroberten ° 
eine: Batterie von ı8 Kanonen. Die Deutfchen bes 


ſfanden. ſich in eben ber Tage, wie vor dem Feldzuge, 


wmit Verla Unterfchiede dazu, daß ſie einige taufend 


Soldaten eingebuͤßt hatten. 


d 


‚Und ber ganzen Geſchichte dieſes Schtellens⸗ 
Trieges geht bie für die Deutfchen eben nicht erfreus 
Uche Bemerkung hervor, daß fie oft fi iegten, und faft 
nie weientliche Vortheile von ihren Siegen zogen; 


9 daß hingegen die Franzoſen Durch jeden erheblichen 


Trumpf noch erheblichere Gewinne „eräteten. Zus 
weilen .erfahr man. kaum von ihren Siegen etwa; 
denn die bedeutendften Niederlagen der Allürten 


wurden durch die bloße Nachricht, daß man eine 
ruͤkgaͤngige Bewegung ‚gemacht habe; 'verdeft und 


verſchwiegen; nur aus der plözlichen Veränderung 


des -Kriegsfchauplazzes, und aus ben Rieſenfort⸗ 


ſchrinen der wranzdfiſchen Heere konnte der mit der 


Nand⸗ 


⸗ 








— 215 — 


Landkarte belaunte Lefer urlhellen, wer Sieger ober 
Beſiegter geweſen ſei. So wußte auch jezt Mo⸗ 
reau den Sieg' der Rhein⸗ und Moſelarmee zur Er⸗ 
eberung von Trier zu benuzzen. An der Erhal⸗ 
tung diefes Ortes war für die Deutfchen und ihre 
"Verbündeten mehr gelegen,’ als es auf den erſten 
Blik ſcheinen ſollte. Durch Trier ſtanden die 
Deuiſchen Rheinarmeen mit euxemburg, Lüttich und 
Holland in Verbindung; von hier aus Eonnten fie _ 


den Alfirten, welche vor dem mächtigen Undrange. , 


‚der Franzoſen aus den Niederlanden weichen mußten, 
- zur Hülfe kommen, und ben Ungläffe, das auf fie- 
losſtuͤrzte, vieleicht noch Grenzen ſezzen. Trier, 
im Mittelpunkte gelegen, mußte durchaus, von den 
Deusfchen behauptet werden, wenn ihnen Hofnung 
zu beſſern Erfolgen uͤbrig bleiben ſollte. Die Deut⸗ 
ſchen Heerfuͤhrer erkannten die Wichtigkeit dieſes 
Poſtens in der Wagſchale des Gluͤls. Moͤllen⸗ 
dorf hielt daher am 26. Juli eine Zuſammenkunft 
mit den kaiſerlichen Generalen am Rheine, um ſich 
über die Vertheidigung Triers zu berathſchlagen. 
Er verfprach, das Land zwiſchen der Nahe und Dies 


v 


ſel zu dekken, Koblenz zu beſchuͤzzen, und angriffes 
welſe zu verfahren, um die Oeſtreichiſchen Geuerale 


Melas und Blankenſtein, denen die Rettung Xriets- 
‚oblag, zu unterflügzen. Aber: hiebei machte er es 


zur ausdrüklichen Bedingung, daß die‘. 
Heftreichifhe Armee in den Niederlanden ‘das J 
linke Rheinufer um keinen Preis vers 
ließe; denn m ſonſt wuͤrde er alle Berbindung mit 


ben: 


. 


3 


* 216 — 


ben Deutſchen Wbelwarmeen aufheben, und gr nach 


— 


| Weſtfalen yat Beſchuͤzzung der Preußiſchen Laͤnder 


wenden. Der Preußiſche Feldherr machte ſogieich 
Anſtalt, ſeine Berſprechungen zu erfüllen. Er brach 
mit dem Hauptkorps gegen Lautern hin auf; der 
Erbprinz von Hohenlohe ruͤkte von Oppenheim nach 


dem Hundsruͤlken, der Graf Kallkreut zog näher au 
. die Mofel, und der. Herjog von Teſchen ſchikte 10000 
Mann Reichstruppen zur Mitwirkung der Preußen. 


Vlber ehe noch alle dieſe Truppen an deu beſtimmten 


‚Orten eisitrafen, waren ihnen bie Sranzofen bereit 


äuporgeldimmen, und hatten den Haupiſchlag aus⸗ 
geführt. Moreau aͤberwaͤltigte am 6. Anguſt mit 
raſcher Schnelligkeit den kaiſerlichen Poſten bei 


Remich an der Moſel, ruͤlte am 7ten bis Graͤ⸗ 


xrenmachern, und ndthigte die Oeſtreicher, alle 


Gegenden zwiſchen der Moſel und Saar zu räumen, 
— Um 8. Anguſt ſtuͤrzte er dje legte Vormauer Triers, 
| bie Pellinger Schanzen, wo Blankenſtein eine 


ſolche Nieberlage erfuhr, daß er Trier verlaffen _ 


mußte, weldes nun am g9ten den Franzoſen die 
Thore oͤfnete. So ging dieſe fuͤr die Fortſezzung 
| bes ganzen Feldzuges höchft wichtige Stadt verloren, 


und die Preußen, die zur Hülfe zu ſpaͤt kamen, 
zogen ihre Detafchements zuruͤk. 


Bis zum 19. Sept. verhielten ſich die Deutſchen, 


wenn man unbedeutende Poftengefechte ausnimmt, 


ganz ruhig, fie ließen deu Franzoſen Zeit, ihre neuen 
Stellungen feſt zu machen, und fie dachten kaum 
datan, daB Mertoruk wieder zu erobern, Cudlich 





| a — 
eher erwachte ibs tuiegeriſcher meth⸗ die golgen 


von der Einbuße Triers wurden täglich nachtheis : 


liger fuͤr ſie; ſie beſchloſſen nun, alles anfzubieten, 
um ſich des gedachten Ortes wieder zu hemeiſtern. 


In dieſer Abſicht ſollte der Erbpring von Dobem 


lohe mit einem Korps Preußen und Reichötruppen 
den Feind von Raiferslautern vertreiben, feing 


Magazine zerfibren, feine Kriegöbedärfuiffe megnehs , . 
men, und fo den Weg zur Eroberung von Trier. 


Bahnen, Am 18. September rüfte er mit 20000 , 


‚ Preußen und einigen Bataillonen Pfälzer und Darm⸗ j 


ftädter vor. Zu gleicher Zeit hatte ber Herzog von 
Zeichen 10000 Deftreicher von Mannheim aus über 


den Rhein zu feiner Unterftäzzung gefchit. Am 


19 September überrafchte der’ Erbprinz von Hohen⸗ 
Iohe die Franzoſen auf dem Schorleuberge bei 
Lautern, und entriß ihnen dieſen ſtark verſchanzten 
.\ Poſten durch feine Seifteögegenwart und rafche Thaͤ⸗ 
tigkeit. Die Franzoſen fühlten die Wichtigkeit dies 
Ks. Verluſtes; fie bereiteten ſich daher ernftlich vor, 


den Schorlenberg von neuem in Befiz zu befummen, 


De Erbprinz erfuhr ihre Abfichten, er verweilte 
nicht lange; und obgleich feine Truppen eines Ruhe⸗ 
tages bedurften, fo bot er dem Feinde Doch unge⸗ 
fdumt ein Xreffen an, Er zog am 20. Gepfember 
in die Gegend von Kaiferslautern, um diefen 
Schauplaz der Preußifchen Tapferkeit, wo ſchon 
gwei Siege erfochten waren, durch einen dritten 
Triumpf zu verherrlichen. Er fand die Franzoſen, 
die einen ähnlichen Plan hatten, ſchon im vollen 

Anmar⸗ 


\ ⸗ u 


Anmorſche gegen ſi ſich; er ließ bie Kavallerie ſogleich 
einhauen. Sie that dies mit dem gluͤklichſten Er⸗ 
ſolge. Sie drang in dad Franzoͤſiſche Fußvolk · von 
allen Seiten ein, und warf alles vor ſich nieder. 
Der Franzbſiſche Oberſte Jordy bildete, um die 
Preußen aufzuhalten, ein Quarre, und feuerte aufs 
lebhafteſte unter fie; er ſchoß bei der erſten Salve 
auch wirklich 40 Dragoner vom Regimente Katt 
darnieder. Aber dies rettete ihn nicht. Die Preußen 
drangen in das Quarre ein, und wuͤtheten mit ihrem 
Saͤbel fo moͤrderiſch, daß nicht ein einziger Sranzofe 
bhne Wunden blieb, Der Obergeneral Meusnier 
konnte fein zerſtreutes Heer nicht mehr zum Stehen 
bringen, er ſahe alle feine Truppen gerfprengt, und 
dur darin bewies er- feine Geſchiklichkeit, daß er die 
Artillerie den Siegern zu entziehen wußte. Der Erb⸗ 
bprinz von Hohenlohe trug den vollſtaͤndigſten Sieg 
davon, er machte 100 Dfficiere und 2000 Gemeine 
zu Gefangen, erbeutete aber nur 4 Kanonen. Die 
Preußen gaben ihren eignen Verluft, ob. ganz richtig, 
iſt ſchwer zu beſtimmen, auf nicht mehr als 113 
Todte und 289 Verwundete an. Das kaiſerliche 
Huͤlfskorps, welches die Gegend vom Rheine bis 
an das Gebirge delte, blieb an dieſem glorreichen 
Tage unthaͤtig, vermuthlich, weil es die Niederlage 
der Franzoſen nicht ahnete, ſonſt haͤtte es den Sieg 
ſehr vergroͤßern koͤnnen. 

+ Doc) alle das Blut, womit. die Felder ht. Kai⸗ 
ferslaute en nan ſchon dreimal geträuft worden 
waren, "Half zu nichts; es war unnäz vergoffen ;. 
- “ - der 





— 219 rm 


yer Haupigwet— wurdo nicht erreicht, 8; DRS 


'endorf mit der Hauptarmee vorräfte, um die 


Srächte des Hohenlohiſchen Sieges zu ernten und 
trier zu erobern, dba brachte ihm ein Eilbote die 


Schrekkensnachricht, daß bie große kaiſerliche Ar⸗ 
mee ımter Klairfait and den Niederlanden bis 


hinter die Roer zum Htgefchleudert worden ſei. 


Haͤtte vielleicht Trier durch einen kuͤhnen Angriff 
genommen werden koͤnnen, ſo war es bei dieſer Lage 
ver Sache eine völlige Unmoͤglichkeit, es zu behaups 
en. Die befte Jahreszeit war ohnedem verſtri⸗ 
hen; die Preußen hatten ſich bloß ohne Trier zu: 
Bertheidigung bed‘ Rechten Mofeluferd anheifchig ' 
zemacht, jezt konnte keine neue Verabredung Statt 
finden. Die Franzoͤſiſchen Rhein⸗ und Moſeltruppen 


erhielten große Verſtaͤrkungen und haͤtten mit Macht 


uf die Preußen losſtuͤrzen kͤnnen. Aus dieſen 


Gruͤnden hielt es Moͤllen dorf für rathſam, zu⸗ 


ruͤtzugehen. Er ſelbſt ging im feine alte Stellung 
bei Kreuznach und Bingen; der Erbprinz von 


Hohenlohe verließ alle errungnen Vortheile, begab’ 


ih nah Worms und bald näher nah Mainz 
hin; und die Reichätruppen eilten wieder auf das 
rechte Rheinufer nad) Mannheim und Deibeb 
berg. u 
Doch hierbei blieb es nicht einmal. In der 
Mitte des Dftobers erhielt der Feldmarſchall 
Möllendorf den unerwarteten Befehl vom Ko⸗ 
nige, daß er ohne Zögerung ganz über den Khein 
zurutgehen, und da die Oeſneſcher alle Angriffe auf⸗ 
ge⸗ 


| a. 


enden. hitten, Ki Heer durch Behauptung des 
» Jenfeitigen Uferd nicht. im. Gefahr bringen follte, 
‚ Diele Botſchaft fezte die Alliirten in Erſtaunen 
„und. die überrheinifchen. Deutfchen im, Verzweiflung, 
Eetöf. den Franzofen kam ber ‚Preußifche Mälzug 
unbegreiflich und unerklaͤrlich vor. Die Oeſtreichi⸗ 
ſchen Senerale baten den Feldmarſchall Moͤllen⸗ 
dorf wenigſtens um Aufſchub, bis Rheinfels und 
Mainz durch Mannſchaft verftärft und durch gehds 
tige Vorroͤthe geſichert waͤren. Die Berliner Bes 
fehle, waren jedoch zu beftimmt, als daß fie Äbera 
{dritten werden durften... Am 23.und 24 Oftober 
fegte Möllendorf bei EI toi ‚ und der. Erbpring 
von Hohenlohe bei Oppenheim über den Rhein. 
Nach wenig Tagen. verurfachte ein neuer Befehl 
noch. mehr Verwunderung. Das Hohenlohiſche 


Korps von 20000 Mann ſollte den Kriegsſchauplaz 


völlig verlaffen und in die Preußifchen Staten zus 
—ruͤkgehen. Dem zu Bolge trat es am 10 November 
den Marſch zu feiner Beftimmung an. Es befans. 
den ſich alfo nur noch 40000 Preußen am besfirigen 

Rheinufer unter der Anführung Moͤllendorf's, ber ‚ 
fein Quartier zu Hoch he im nahm. 

„Die Franzoſen hielten den Preußifchen Rälyug 
anfänglich für eine Kriegsliſt; daher wagten fie es 
in den erſten Tagen nicht, ,. die geraͤumte Gegend zu 
beſezzen. Erſt am vierten Tage rüften fie. vor, un 
bald gab ihnen ber Fortgang .ihrer Baffen zu grow 
Gen Entwürfen Hofnung und Math. Gie wollten 
‚dab ganze linke Rheinufer. in, ihre Gewalt bringen, 


weils 
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vo . 
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13 ’ 8 — J 1 ’ 


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—* —* werghe: Yuulke; durch Ru. 
len, Mheinfels,: Mainz und die Monte 
ei mer Schanzem⸗ den Deutkhen; gefidyert; zu 
ein Kubi Kob bougulamute fiir diem Tag. 
jalsett;: .. Von Zramgbfifcken Geenaden geängfigt 
nb. how der Menſchlichkeit erweicht, zog Metas am 


3 Olcwer aus, wnd verließ einen Ort, den er nut 


iter — — in die Länge: nicht behaupten 

2. Die: Heſſiſche Mergfeſtung RNheinfels 
8 —— — — gehaltnem Kriego⸗ 
ath zu Lfang dea Muneniberd:, dach. wider Willen 
es Landgrafen, übergeben, Man fand das Wer⸗ 
ahrendoer Heſfiſchem Offictere sun Seiteet der Wiikte 


Argerichteifo tadelhaft, daß man bie: hatteſten Stta⸗ | 


en Aber die Thelluchmer. orvhing. - Der. General 
deſius abe: zum Schwerte, ‚dur iberfio Dany sür 


dugel, und jedes andre Officien zur Auffarion ven 


amt ).. „ erfferer jedoch vom Laudgrafen: zum iehanıkı 


unglichen, und zweiter: zum. 1:5jÄhrigen Feſtiugs N - 
Berhafn verurtheilt. ‚Später, erſt am.a5: Dereme - 


er, flel. bie Mannheimer Rheinſich au ze nach 
er: heftigſten Gegenwehr durch Aupitwintion ih 
zrauzoſiſche Haͤnde. Auf drei:Punkren war eß 
en Franzoſen noch vor Ende dad Jahres 1794 ges 
für. . Aber bei dem 4ten, dem wichtigſten unter 


llen, mußten ſie ik Worhaben aufgeben, welches 


er Preußiſchen Tapferkeit ganz beſonders zugus 
hreiben · war. Nach dem Falle, von. Rheinfels 
endeten bis: Franzoſen ihre: ganze Macht gegen 

Ra inz . Die Deutfchen werfkunten jedoch Kran 


oo. | 0 ‚ biefe 


— 


⁊* 1 


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— 


— 329 2 une 
⸗ * 


J dieſe Eur Germehlene: in einen furdeßren 
Stand’ der Vertheidigung. zur. ſezzen. Die Preußen 


- Äbergaben- das: bis jez geſaͤhrte Kommandee hen 


Seftung -den. Deftzeicherm welche acooo Manu Kies 
ſazzung hinein legten, GobtAanonen auf den Wiley 
aufpflaugten, 500 Klubbiſten, Anhaͤuger ver Irau⸗ 
zoſen, heraus trieben, nud ſich zu einer nachpruͤkli⸗ 

chen Abweifung. der Feindesauf jede Urt anfehikten; 
Dabei hatten fie.dad Verſprechen, von den Preußen. 
in: Nothfaͤllen gehörig: uuerfifgt.zu werden. : „Din 
Hranzoſen machten im Noveriber .mehmire Derfuche 

. gegen Mainz, bie. Dusch die Defivelcher " vereitele 
wurden; : Su: Ende; des: Monats Inngte Kleber bed 
der Franzoͤſiſchen Armee An, ein erfaßrner. Generals 
der ſich durch die Eroberunguon: Wie freicht:2ineme 
Namen gemacht hatte. Dieffr umternabee ami = 
Dreember , einen. fuͤrchterlichen Sturm gegen bie 
wZahlbacher Schanze, bie era mal erfkieg:und mal 
. - wieber. verlor. Bel’m: dritten :Üinrennen winde er 


die Dereichersäbermanne heben „ı wenn: nieht gerabe 


ian eutſcheidenden Augenblikkereine Abtheilung Vren⸗ 
Sen, Senders bad :Leibhufaren = Regiment von 
. Eben, wider ihn angeſprengt waͤre. Klebrehieit es 
‚wicht für rathfant; ; feine ermübeten Truppen wit 
den audgeruhten Prenßen kaͤnpfen zu laſſtn. Ex 
führte Daher feine Maunſchaft Hinter die Franzſi⸗ 
fchen Linien zuräf, nachdem ‚erzmiele Leute eingebuͤßt, 
jedoch 5 Kanonen. ald Beagen flines Muthedemitge⸗ 
nommen hatte. Die Franzoſen gaben nun dus Bors 
j haben eine gewalfenemn Erſtuͤrmung von Mainz 

ganz 


N 


223 — 


+ 


tanz. auf; aber nicht ben Plan, es Bei einem age. 
auheſten Winter des vorigen ganzen Jahrhundettes 


'inzufchließen, Sie vergraben fir) in Erdhuͤtten, 
erduldeten alle Arten von Ungemady,ged erregten 


wurd) ihre Standhaftigkeit ‚ die man einem fuͤr fa 


veichlich gehaltnen Volke nicht dngetraut haite, die 
Bewundrung Curopen 6, 


Bald nach dieſen lrieeriſchen Borflüen, , * | 
ezten von Preußiſcher Seite in dem Revolutions⸗ 


ampfe „kamen Die oben erwähnten 20000 Preußen 


inter. dem. Erbprinzen von Hohenlohe yon ihrem 


Rüfzuge wieder in die Gegend von Moinz, beſezten 
296 befeftigte Staͤdtchen Kaſſel, welches durch 
ine, Rheinbruͤlle mit. Mainz zuſammenhaͤngt, und 


jereiteten, ſich, ihren übrigen Deutfchen Streitbräe - , 
Jern beizuftehen. ‚Uber. bafd- erhielt pie Preußifhe 


Armee eine andre VBeſtimmung. Holland und 
England, die mis dem Prenfifchen, Beginnen 
hen. fehr unzufrieden waren, erhoben.jezt neue 
Klagen und behaupteten, baß die Preußen den Bee 


dingungen bed Subfivientraktates feine Oinäge geleia 


ſtet hätten; ſie forderten. es als ein Recht, daß die 
Preußiſche Armee in die Niederlande marſchir⸗ 
je, retten ſollte, was noch au. reiten waͤre, ud ven 


n 


aigſtens Holland. deiten möchte, ' Der Feldmar⸗ | 


Hal Möltendosf Tonne ohne Befehle feines 
Hofes. die Rheinſtellung nicht verlaſſen und der Kd⸗ 


ig glaubte gu Feiner willfärlichen Dis poſition der 
Seemaͤchte wani cuen zu ein, Ohnedem war in 


reden 





J 


Ta „224 Er 
sch m denmden nichts mehr u verbeſſeru; 

Traktat ging mit dem Ablauf des Jahres zu * 
und die Witerzeit ſchien zu großen Entwuͤrfen nicht 
geſchilt. VBuleibſicht des leztern Punktes urtheilten 


. 


die Franzofen anders. Sie ſahen den ungewoͤhnlich 


fmengen Winterfroſt, welcher ihnen’ Aber Hollanbb 
 Kanäle’und Sumpfboden Bröften: baute, “fir das 


geſchikteſte Mittel an, ihre Herrſchaft über Holland 


and den Miederrhein auszubreiten. Aues gluͤkte 
hnen uber Erwarten. Die emiirten konnten den 
roißenden Strom ihrer Eroberungen nit aufhalten! 
Die Engländer, Hannoviraner und Heffen zogen 


Die Ueberrefte ihrer Heere in den traurigfieh Umftäns 


ven nach Weſtfalen zuruͤk und fanden hinter det 
Kippe und Ems Feine Sicherheit, Der gattze Laͤu⸗ 
derraum jenfeit des Rheins und folglich das Prend 
Bifche - Eigenthum von Moͤrs, Geldern und 
Sem äberchtinifchen- Kleve fiel in die Franzbſiſche 
Waffengewalt; die Feſtung Weſel wurde bedroht, 
ganz Weſtfalen kam in Gefahr and Hanks 
wer zitterte, eine Beute feiner gereizten Zeilide za 
werben; Es wir ſchleunige Huͤlfe udthig, Beh 
‚nicht Norddeutſchland den Schlägen der immer 
machtiger andringenden Sranzofe unterliegen follte, 
Der deldmarſchall von Mollendorf wurde babek. itk 
Aunfange bes. Februars 1795 befehligt⸗ die ganze 


Armee — mit Abnahme von’ 10000 Mann, "Wels 


che unter: dent Prinzen von: Hohenfohe bei Mäinz 

zeruͤbbleiben ſollten, — nah Weftfafen zu fähren 

und an bie: Henndvenſch⸗ ensitigen Truppen unter 
dem 











1 


dem⸗ Kommando ‚des Brafen von. Ballmod en 
Simborn anzufchfießen. on " 
Alle aufrichtige Baterlanpäfreunde ſcufzten jezt 
nach dem Ende eines Krieges, deſſen urſpruͤuglicher 


Zwek nun ganz vermikt war und deſſen Folgen für. 


Deutfchland immer gefährlicher wurden, Diele eble 
Fürften nahmen das Wohl ihrer Länder ernſtlich zu 
Herzen, ließen alle von der Parteifucht eingegebnen 
Rathſchlaͤge der Rache fahren und ihre perfänliche 
Einpfindlichkeit uͤber die ‚Vorgänge in Frankreich 


ſchweigen. Der Kurfuͤrſt von Mainz Öberräfchte = 


den Reichdtag am 20 Ott. 1794 mit einem f förnılis 
chen Friedensautrage, ‚welcher zwar. bon manchen 
Höfen, als von Hannover und Trier, heftig 
gemißbilligt, von der Stimmenmehrheit am 22 
Dec, aber angenommen wurde. Doc die ‚Faifere . 
lie Partei vereitelte die Wünfche der Patrioten, 
lAugnete die. Nothwendigfeit, ded Friedens, “und 
drang im Februar 1795 mit mehr Hizze als jemals 
anf die Fortſezzung des unfeligften, unndthigften 
und verderblichften aller Kriege, \ 
| Der König von- Preußen war ein Haupibe⸗ 
fdrderer des Friedensgeſchaͤftes gewefen; ; und da es 
durch Oeſtreich's Widerſezlichkeit nicht in Gang kom⸗ 
sen fonnte, fo glaubte er ein Recht zu haben, für 
die Nuhe feiner Starten auf einem anden Ziege zu 
forgen. Er beichloß, fich non dem Pillniger Bunde 
loszuſagen und mit der Franzoͤſiſchen Megierung, 
die damals aus 5. Direktoren beftand, zu verſoͤhnen. 
Der Graf von Golz, vorheriger vente Minie 
‚ Gallus Br. Geſch. 6. Thl. II. Abth. Po fe. 


J 


| Kir zu ya, hatte in "def Abficht bereits ſeit 


Anfange des Jahres 1795 mit dem Franuzoͤſiſchen 


- Sefandten Barthelemi zu Bafel eine Einlei⸗ 


tung zum Frieden eröfnen muͤſſen. Der Graf 


"farb am 6, Februar daſelbſt, che er fein heilfames 


Werk vollendet hatte, "Woran ihn ber Tod verhins 


.derte, das bewerkftelligte-fein Nachfolger, der Baron 


von Hardenberg, mit gluͤklichem Erfolge und in 


kurzer Zeit. Er langte anr ı8 März zu Baſel an 


und ſchon in wenig Wochen am 5 April 1795 


‚wurde jeygr merkwürdige, nur den Leidenfchaften 


verblendeter Parteigaͤnger verhaßte; aber von allen 
verfiäudigen Menfchenfreunden gefegnere Gries 


densfhluß zwifchen der Krone Preußen 
und der Republik: Frankreich unterzeichnen. 


Allein Preußen dachte hierbei nicht einzig nur au 


feinen Statsvortheil, fondern bemühte ſich, die Seg⸗ 
nungen: des Friedend allen Deutfchen Höfen, vie 


2 . über ihr wahres Intereſſe aufgeflärt genug wären, 


zuzuwenden, wie einige der Bedingungen diefes 
Traktats dentlich beiviefen. Das Ganze enthielt 12 


. "Yrtifel, deren vornehmfte folgende waren ; 


„Der König von Preußen vergleicht fi mit 
Frankreich nicht allein. als Monarch, fondern 

auch als Kurfürft; trennt ſich ganz von den 
Friegfährenden Mächten und ftellt folglich au ch 
kein Reichskontingent mehr. 

„Die Franzoſiſchen Truppen bleiben im Beſij 
der Preußiſchen Provinzen, die jen⸗ 
ſeit des Rheins liegen— » lange, bis 

bei 


— 227 — — 7 
_ 


* 


Er oinem. allgemeinen Rocheftleden über das 
Schikfal diefer Laͤnder entſchieden wird. 


‚ Die Öefartgueni werden ohne Loſraeld ausgewech⸗ 


ſelt, wozu ach biejeitigen Mainzer, Pfälzer, 
Sachſeu und Heflen gehören, Die bei der Preus 
Bifchen Armee geſtanden haben. 


„Wie Haudelsverhaͤltniſſe werden auf dem J . 
. vorherigen Fuße wie vor dem NKriege herges 


Reit, bis ein beſondrer Handelstrattat ge⸗ 
ſchloſſen fein wird. 


„Da diefe Beſtimmung nur dann ihre volle Mir 


kung haben kann, wenn bad nörbliche Dentſch⸗ 
land im Ruheſtande iſt, ſo werden «beide 


Mächte Masregeln ‚ergreifen, den Kr iegss 


ſchauphaz vom Norden Deutfglan 
des zu entfernen, — 


„Die Frauz. Republik erklaͤrt ſi N bereitwillig, | 
die Preuß: Verwendung fuͤr die -.- 


Fuͤrſten und Stände des Reichs an⸗ 
zunehmen, die mit ihr in Unter 
handlung treten wollen und. die 


Bermirtlung des Königs fhon.ver 


langt häben oder noch verlangen 


Werden. - Su diefer Abſicht verſpricht Frank⸗ 


reich, die Laͤnder der Reichsfuͤrſten am rechten 
KRheinufer 3 Monate hindurch, vom Tage 


der Ratifikativn dieſes Friedenöſchluſſes ange⸗ 


rechnet, nicht feindſelig zu behandelu.“ 


/ » 


die 


| Det. öffentlich befanutgemächten Bedingungen wa⸗ 
ren, wie man - aleich Aufangs vernlutheꝛ und wie es 
| P 2 


—E \:. 
/ : _ 


nd 228, — 


u die Botgepeit allmalfg lothuͤlte, ‚ wech: einige g e⸗ 
heime Artikel beigefuͤgt worden. Sie betrafen 


Verabredungen uͤber die wahrſcheinliche Abtretung 
des linken Rheinufers an Frankreich, uͤber die Ent⸗ 
ſchaͤdigungen, uͤber das Schikſal Hoͤllands und des 
Eibſtathalters und aͤhnliche Gegenſtaͤnde. | 
Bald. nachher wurde eine nachtragtiche 
Konvention gefchloffen,; vermöge welther man 
eine beſoudre Grenzlinie. fuͤr das noͤrdliche 
Dentſchland verzeichnete, welche die kriegſuͤhrenden 
Maͤchte nicht uͤberſchreiten ſollten. Diefel De mar⸗ 
kationsliwie, wie non fie nannte, umfchloß 
das diesſeitige Weftfalen, Nieder » und Oberſachſen, 
den Fraͤnkiſchen und einen Theil des Oberrheinifchen 


Kreiſes⸗ Fraukreich verſprach, alle Hinter dieſer 


Linie befindlichen Laͤnder als parteilos zu betrachten, 
wenn ſie ihre Kontingente zuruͤkzoͤgen und keine 
neuen Verbindungen eingingen. Preußen! hingegen 
miachte ſich verbindlich, dieſer Linie Ehrfurcht "zu 
verſchaffen und fie gegen die Angriffe jedes Bewaf⸗ 
‚ neten durch ein Obſervationskorps zu beſchuͤzzen. 
Hierdurch wurde alſo die Hälfte des Deutſchen 

Reichs von den Drangfalen des. Kriege errettet. 
Dieſer Zuräftritt ded Königd vom Kriegsſchan⸗ 
plazze erregte großes Aufſehen, hie und da bittere 
Klagen und mancherlei ſcharfe und ſchneidende Ur⸗ 
theile. Der Berliner Hof verharrte-aber mit feſtem 
Sinne bei ‚feiner weiſen und wohlthätigen Politik 
und fezte dem unbilligen Kritiken übelgefinnter Stats⸗ 
männer unterm 1 Mai ‚eine oͤffentliche Er⸗ 
klaͤ⸗ 


ww 

















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7 . | 1 
laͤrrug; * n-feine Mirſtaͤnde entgegen, wor⸗ 
n das. Preußiſche Verfahren gerechtfertiget und die 
Nachahmuny deſſelben Impfohlen wurde, Der König 
zeſtand, daß es ihn nath diaͤhrigen rmeßlichen 
Selvausflüffen ans fen; Sande, nad) gjaͤhriger, 


ehr ſichtbarer Schwaͤchung und Minderung feiner 


Zemppen, nach dem Verluſie der jenfeitigen heine 
zrovinzen und nach dem ſchaͤdlichſten Einfluffe aller 
iefer. Uebel in Die Bevolkerung, in den Nahrnngs⸗ 
tand, in das geſamte Wohlergehen. feiner Unter⸗ 
hanen · ſo gut als phiſiſch unmöglich ſei, einen Krieg 
ortzuſezzen, deſſen gähflicher Ausgang gar nicht zu 
warten, ſtehe. Das Deutſche Reich hätte zwar in 


inom. Gutachten auf einen Waffenſtillſtand und 
Friedenoſchluß angetragen ; aber zu feinem von bei⸗ 


yen babe man cinen Verſuch gemacht, oder eine 
Finleithug’getroffen. Man Habe vielmehr alles an⸗ 
jewender, die fäntlichen Meichäftäude zu einer 
zeuen Bewafunng, fo ſchwach und Hoff 
rungs los fi ſie auch ſei, zu verleiten, und es dei 
‚aher der Anfchein vorhanden, ?uld wenn daß Reich 
einer fo feierlich erklaͤrten Friedenbliebe zuwider noch 
ferner in den ungluͤklichen Krieg verflochten bleiben 
folie, Der Koͤnig habe die Gelegenheit, einen bea 
ſondern Frieden zu ſchließen, nicht unbenuzt gelaſ⸗ 


fen, Ind er herſichere allen, die ſich mit ihren Wuͤn⸗ 


‚hen an Frankreich wenden wollten, ſeine ktaͤftigſte 
Unterſtuͤzzung angedeihen zu laſſen. Dieſe und noch 
einige andre Vorſtellungen von Preußiſcher Seite 
iounten no dem loaſſeilchen voſe keine friedliche 


Ge⸗ 


— 229: — J 


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— 


N 


mn 230 — 


Gefangen einfibgen und koine gänfige weinnig 
‚über ben Basler Traktat beibringen: Oeſt⸗ 


"reich beflagte , fich vielmehr uͤber Preugen bei ver 


Meichsverſanminng, ftelite- feine Ausſehnung mit 
Frantteich als ein verfäfiungdwinriges Unternehmen 
vor und glaubte hierin große Gefabren für Deutfche 
land zu erbliften, Es gluͤkte der kaiſerlichen Portei, 

welche nichts als Krieg im Munde führte, die mehr 


fen. Staͤude bei ihrer Verbleudung zu crhalten, wos 


bei .fab die geiftlichen Fuͤrſten am geſchaͤftigſten bes 
wiefen,. den Funken ber. glimmenden Friedensliebe 
wieder außzulbichen., ohne zu ahnen, Daß fie.emdlich 
Bas? Schlachtopfer ihres eignen Starrſiuns werden, 
amd ihre weltliche Macht ganz verlieren wuͤrden. 
‚Nur Helfen: Raffel, Baden und Mirtem 
berg folgten dem Preußiſchen Beifpiel. und treun⸗ 
gen ſich von der Koalition, die durch: ihre: kriegeri⸗ 
ſchen Masregelu namenloſes Eleud für Dentſchiand 
und den Umſturz Helen bicherigen Verhaͤlmiſſe her⸗ 
beifdbrte 
Umerdeſſen daß. man im Weſten Europen’s 

einen ‚König, der nicht mehr vorhanden war, wieder 
berlelzen wollte, ſezte mon in Oſten einen andern, 


welcher noch lebte, ab. Die Franzoſen bezeigten 


der Fonigswuͤrde zu wenig Ehrfurcht, dies erbitterte 
die Fuͤrſten; die Polen, hewiefen ihr Die volleſte 
Huldigung, dies verdreß die’ Kronenträger noch 
mehr. Man’ vergoh Buͤrgerhlut in Stuhmen, um 
Frankreich für feine Eingriffe in die Majeſtaͤtsrechte 
zu augen; und ·man nm. Polen mit deu 
| —Schrek⸗ 











! m. 


F — ‘237 — 


rerren det Krieges beim, weil es :bie Ber 


ed _ Königs ausdehnte. So wiberforecheuihin 


hren Aoußerungen, aber: fo einſtimmig An. ihren 
Nbfichten iſt Die Politik; ihr iſt es uͤberall wichu.um 
Srundfäzze, ſondern um Eroberunger und um Ein⸗ 
luß zu thun. : Ihre Mittel ſind verſchieden, ver wel 
bleibt derſelbe. Gegen Frankreich fuͤhete mon -einenus 
dre Sprache, als gegen Polen; haͤtte man dort wie 
hier geſiegt, ſo wuͤrde ebenfalls Berftfeng: der, vu 
nern Macht das lezte Ziel geweſen ſein. 

Die Rolle, welche Preußen in dem großen 
Trauerfpiele, das fih mit dem gänzlichen Unter 


gange der Republik Polen endigte, vom Ans 


fange bis zur Loͤſung des Anotens fpielte,. war bedeu⸗ 
send und abwechfelnd und wird noch den ſpaͤtern Zei⸗ 
ten Beranlaffung zu mantherlei Bemerkungen geben. 
Im Jahre 1788 beim Ausbruche des Tuͤrkenkrieges 
war Polen. im Begriff mit Rußland in ein engeh 
Buͤndniß zu treten, und da leztere Mache zu ihrem 
Feldzuge · gegen die Pforte der Polnifchen Untenſtuͤ⸗ 
zung: bedurfte, fo konnte Polen unter dieſen Um⸗ 


. ffäuben guter Allianz ⸗ Berbinbungen gewärtig ſein. 
Aber; die: Preußifche Statsklugheit ſahe ein ſolch 


Vorhaben. mit mugääftigen. MAgen an, weil es die 

Schwaͤchung, vieleicht die Zerfrünmerung des Türe 
iſchen Reichs, mit deffen Erhaltung Das. Preußifche 

Intereffe genau. verbunden war, zur Folge gehabt 


haben winde. -Der Preußiſche Geſandte zu Wars -. 


ſchan erhielt daher den. Auftrag, die Vereinigung 
Poſtens m mit Rußland auf⸗ ale mögliche Art ju vera 


bins 


- } 


> 


⸗ 


— 332° — 5 
PR: Mean haitert getade ‚den. rechten Manu, 
einetöfrinen Italiener, den Marlis Luccheſini zu 
dieſemu Weſchaͤfte erloren, welcher es auch nad) 
Muaſche zu Stande brachte. Er gebrauchte bald 
Dropamgen;;. bald Vorſprechungen, um die Polen 


gegen Mußland-iabgeneigt zu machen; ::er gab mit 
den ſtaͤrken Ausöräften im Namen des Ko⸗ 


‚ wigB 000 Preußen die Werficherung ,: daß fich 
der Berliner Hof nicht in. ie: innern Angelegenheiten 


Poleu's iſchen und eben ſo wenig geſtatten wuͤrde, 


‚ „daB: ſich irgend wine fremde Macht darum beluͤm⸗ 
‚werte 1.Die Solge. vom allen diefen und ähnlichen 
Umterhasidlungen 'war endlich ein feierlicher Alli⸗ 
Anz » Traktat zwifchen Preußen. und Polen, 
welcher · am 9WMaͤrz 1790 geſchloſſen wurde. Ein, 
Artidel dieſes Bundes enshiekt die ausdruͤkliche Zus 
ſage; Faß der König: von Preußen der 
Dep. Polen. wit feiner.ganzen Macht 
Abeifisgen: wolle, wecken fie. som Feman 
Ver var um angegsiffen wärde, meil fie 
RYerianere :Syatöverfeffung zu nerkef 
fdintgevächte,. »Seim langer Zeit fühlte men, die 
Nothwendigkelt ; eine: Kouſtitution, die, lauter 
ghuͤk vermrſacht hatte, zu” verändern „: auf?6 lebhafe 
ehe: Der Preußiſche Befanbte hatte im Namen 
feines Herrn auf -die . Entwerfung. einer 
 meudn Megierungsform gedrungen und vor 
Abſchlaß des Freundſchaftsbundes verlangt, Daß 
vorläufig die Grundlade, auf wilde das. neue 
Gtrarsgebäude aufgeführt werden ſollte, beſtimmt 
und 





— 238— 
anb beaheſen wuͤrde. Es geſchahe ) der Rerdotag 
vereinigie ſich uͤber die Hauptpunkte den kuͤnftigen 
Landesderfafſung, -der: Preußiiche Keſaudte theilte 


fie amtlich ſeinem Hofe: mit und meldere nachher den’ 


Polnischen, Staͤnden, daß Preußen Damit ‚wohl: zus 
frieden, ſez. Die Erblichleit. der Köyigee 
wärbe,: und-die Vebertragung derfelben ' 
on den Kurfärften von Sachſen machten 
das Wefentliche.der verabredeten Bedingungen aus. 
Nach dieſen Belimmungen wurde die jene Ko u⸗ 
ſtitution, wirklich auögsappeitet, am 4 Mai 1794 
faſt eintiwmig ‚vom Reichstage, beſchloſſen und ſo⸗ 
dann ven allen Landtagen gebilliget, _ Der König 
von Pheußen bezeugte fein Wohlgefallen hieruͤben auf 


mehr als eine Lirt, Er ließ durch den Markis Luce 


cheſini bein Departement der auswärtigen Verhälte 
niſſe zu Warſchau ein Schreiben überreichen, worin 


ed unter andern heißt: „bei dem lebhaften Ancheile, 
„welchen ich ſtets au dem Glüffe der Republik und. 


„an der Defefiigung der neuen Konftitus 
„tion; gengmmen habe, — einem Antheile, wovon 
‚ich bei allen Gelegenheiten, wo ed non mir abhing, 
die ‚Aberzaugendfien. Beweile gab; —, kann. ich 
„nicht umhin, den entſcheidenden Schritt 


„vollkommen zu billigen, welchen die 


„Nation eben gethan hat and welchen ich 
⸗fuͤr ſehr geſchikt halte, ihre Mohlfahrt zu befeſti⸗ 
„gen““. Gleiche Geſinnungen athmet ein andrer 


8 


Brief, welchen er unter'm 23 Mai 1791 an den 


Koͤnig von Polen ſchrieb. „3% greife mich 


giäts. | 


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;atätiie, fagt er darin, daß. ih etwas. 
pur Aufrechterhaltung der Freiheit 


"und Unabhängigkeit‘ def. Polnifchen 


Nation beitragen konnfe; und eine 


„meiner angenehmften Sorgen wird ims 


„mer die fein, Die Bande, wolche und 
nsereinigen, zu erhalten und- noch ens 
„ger zu Inüpfen"-: Eben fo günftig druͤkte 


ſich Preußen's großer Statsmann, der Miniſter 


Herzberg⸗ hieruͤber aus. In der Abhandlung, 


welche er am 6. Dktober 1791 zur koͤnigl. Ge⸗ 


burtsfeler in der NMademie der Wiffenſchaften ablas, 


ſagt er: „Die Polniſche Natfſon bat uns 


‚neiw Beifpiel von einer Revolufion ge 


geben, welche mir Ordnung und Maͤ⸗ 


jRigung ausgeführt wurde, Weiß diefe 
„Nation felbige mit eben der Klugheit 
„und Mäfigung im Innern und Ye 
„Bern zu benuzzen, durch welche ſie au⸗ 
„gefangen und ausgefährt worden, fo 
„kann fie fo gluklich werden, als es 
wihre Lage verftateer- 2 

. Diefe authentischen Thatſachen heweiſen affecber, 


daß diejenigen neuern Schriftſteller gaͤuzlich irren, 


4 


welche behaupten, daß die ohne Vorwiſſen des 


. Könige von Preußen am 3, Mai 1791 betannt ge= 


machte neue Konſtitution die Urfache der Veraͤnde⸗ 


| tung des Preußiſchen Siſtems in Abſicht Polens ge⸗ 


weſen ſei. Der Berliner Hof muß audre Gruͤude 
gehabt haben, vie ihn ſo ſchnell zu Vefolgung eines 





-.,.- 


entgegisgefegtei Werragens: antritben.“- Raim: war 
eis‘ Johr vergangen, ſo verwandelte ſich Preußens 
Freuudſchaft gegen. Polen in eine entſchiedne Abneie 
gung, Schon ‚frühzeitig entwarf man den Man zu 
einer nennen Zerſtuͤklelung diefed großen Meiche, dad 
in füch noch Feine. Feſtigkeit zu feiner Selhirderthei⸗ 
dignug, und außer firh keinen maͤchtigen Beſchuͤzzer, 
fand. Bereits am Ende des Sommers 1792, wo 
man noch nicht die mindeſte Vorbereltung zu einem. 
Pohiihen Feldzuge in den Preußiſchen Provinzen 
berwerfte,, ‚oder nur almete, wurde der talentvolle 
und :inı Finanzweſen erfahrne Kriegsrath Albrecht 
von Glogau nach Berlin berufen, .. Diefer Daun 
arbeitete unter: den: Augen des Statsminiſters 
Strnenfee den Entwarf zur nenen Finanz + Einrich⸗ 
fung: derfenigen "Provinzen aus, welche Preußen von 
Polen abzureißen Willens war, Damals blieb alles 
eintiefes Geheimniße aber im folgenden Fahre eut⸗ 
huͤllte es fish, indem Preußifche Truppen einen gror 
Bea. Theil der Republik befegten, und Albrecht 
unter dem Titel, eines Geheimenrathes die oberfte. 
Leitung der Zoll a nad Herifegefchäfte in ben eroberten | 
Ländern erhielt. Der wahre Grund ber Heräns 
berten Preußiſchen Geſnmungen iſt biß jezt dem 
VPuhlikum nicht mitgetheilt worden; daß aber ein ⸗ 
Nanderes Siſtem angenommen wäre, zeigte ſich vor⸗ 


niuich mad) der Örafen von Herzberg Entfen 


nung aus dem Habineröminifterio, 
Einen Bormand, fih is Polens Bpgelegenbeiten 
mer ‚ fanden bie benachbarten Maͤchte, An⸗ 
fange 


. Non 
I | tr — 236 — 


faugs blind oben; nachher: auch Yreufen.;u and 
Defiscizh‘,cin "dem Mißvergnügin einiger 1wenigen 
vornehmen· Polen. „Eine unbebentende Zahl Polni⸗ 
ſcher Magnaten, an deren Spizze dir. Ktonfeldgeug- 
wmiſter Graf Potocki ſtand, weigerte ſich die neue 
Kouſtitution anzuerkennen, ſezte eine förmliche Pros 

> eflation dagegen. auf,.. ud fehte den Ruffiichen 
Schu; wider die augenfbeinfiche Mehrheit, bie. man 
eine- allgemeine Nebereinſtimmung : nennen Tonnze, 
ai, , Die Ruffiſche Kaiferiny: welche ‚8 nicht gets 
ſchmerzen kounte, daß Polen, freilich nur auf frems 
den Antrieb, es gewagt hatte; ihrer Hernſchſucht ein‘ 
nige Grenzen zurfezzen, ergriff dieſen Miderſpruch 
der ausgewanderten Polen mit Begierde, um vas 
ungluͤkliche verlaßne Land zihren Zorn fuͤhlen zu 
laſſen. Eine zahlreiche Armee ruͤkte im Mai 1792 
indie Republik ein, um, wie es hieß, die ale Ord⸗ 
nung der Dinge wieben herzuſtellen. Die Polen hat⸗ 
ren Muth, aber nicht Kraͤfte genug, einem ſolchen 

— 6* auf ihre Freiheit zu widerſtehen. Sie muß⸗ 
“ten der Gewalt und einem unguͤnftigen Geſchikke 
weichen, : Weit Katherine IA. dad Anfehen vom 
Großmurh, als ob fie nur den eutflohnen Pattioten 
beiſtehen nad ffir fich nichts ſuchen wolle, zu Ver⸗ 
vekkung ihres Abſichten noch noͤthig zu haben meinte, 
ſo gab fie'ed. zu, Daß unter Anufuͤhrung des Grafen 
von MPotocki eine Konfoͤderation zu Targo⸗ 
wicz errichtet wurde, welche die Form der einzigen 
kechtmaͤßigen Gewalt von Polen annahm, und ver⸗ 





ya 237 — 


möge verſelben⸗ die alte: Siundenſeſds von nee 
einfuͤhrte. an 

Pren her nabm nach geheimen Berabredungen 
mit. dene Ruſſiſchen. und, Oeſtreichiſchen Hofe bald 
thaͤtigen Antheil au Polens Schilſal. Es beſezte im 
Jannar 1793- unter der Leitung des Feldmarſchalle 


von Moͤllendorf mit Truppen, die aus Schle⸗ 


ſien, der Neumark und aus Weſtpreußen. gezogen 


waren, und wozu mehrere Depot: Batailfong gehöre‘ - no 


ten, das Gebiet von Greßpole a, und die Städte 


Danzig nnd Thornz welche, leztern Drte bei der ... 


erſten Theilung durch Englands. und Nuflands ern⸗ 


ſten Willen von dem Preußiſchen Looſe wider Fries, \ 


drichs 1 Abſichten ausgeſchloſſen blieben, jegt 
‚aber "mit Ruſſiſcher Beguͤnſtigung ihrem, Geſchik 
nicht entgehen konnten. Ungeachtet die Preußen 


ihren Einmarſch für nichts anders, als nachbars 


liche Freundſchaft ausgaben, ſo Wwehandelte 
man doch bie Polniſchen i in geringer Anzahl, und in 
einzelnen Zerftrenungen liegenden Beſazzungen als 
triegsgefangne Feinde. Eine vom 6. Januar 
datirte Deklaration hatte zur Abficht, das Preu⸗ 
Bifche Verfahren vor dem Urtheile der. Welt zu rechte 
fertigen. Es enthielt in der Hauptſache folgendes: 
„Die Polnifche Nation hätte von je ber dem 
„Könige von Preußen mandherlei Urfache: zum Miße - 
vergnuͤgen gegeben. Eine pariotiiche Partei ſezze 
„den Ruſſiſchen Truppon einen hartnaͤkkigen Wider⸗ 


„ſtand entgegen, und veranſtalte geheime Unzetten 


lange um bie offentliche Srdnung und Ruhe ums | | 
Au⸗ I 


v⸗ 


1 


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2 


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\ „anflärzen. "Der Rorzſtae Demotradem, Ä 


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zbefondess die ab ſcheukiche Rotte der Jako— 
 ndiner, fände in Polen, und namentlich in Gr oßs 


„polen, Eingang. Es bildeten fich daſelbſt Ress⸗ 
lutions⸗ Geſellſchaften, weiche jene verdammlichen 


Wlandſagze ungeſchen betenneren. Darum maſſe 


per Konig vom Preußen zur Siche rheit feis 
ner eignen Staten zwekmaͤßige Maßrꝛegeln 


„dawider nehmen, Er wolle den zweiten Feld⸗ 
ang gegen Frankreich erdfnen, und koͤnne aus 


„eluger Politik den Varteimachern in Polen 
„keine freien Hände laſſen, "damit er keinen Feind 


—„im Ruͤkken hätte: -- Died zu verhindern habe er be: 
„ſchloſſen, Großpolen mit einem Truppenkorps zu 


„beſezzen, wobei er weiter Nichts ſuche, als die 
Preußiſche Grenze zu dekken, die Auf⸗ 


 pwiegleg zu unterdruͤkken, die Ruhe her⸗ 
34uſtellen, und den wohlgeſtinuten Eins 


„wohnern einen kraͤftigen Schis zu ver: 
„leihen.“ Dieſe Erklärung enthielt zwar nichts 
bon netten” Theilungsentwuͤrfen; ; ‚aber alle übrigen 
Berfügittigen. ließen über die wahre Abficht und über 


ben Iängft gefaßten Entſchluß feinen Zweifel übrig: 


Die angegebnen Gründe konnten ohnedem nicht all⸗ 


gemeine; Ueberzeugung bewirken. Die Polnifchen 
Staͤnde, und felbft die unter Fette Unfeben 


handelunden Konfoͤderirten von Targswidz längs 


neten geradezn die Richtigkeit der angeführten That⸗ 


ſachen; fir bezeugten, daß fie nichts von Jakobiner⸗ 
iiubbiſen nichts von Revolutionsgeſellſchaften, nichts 
boss 


x 


8 x | 
1 KR \ 


n n Rubefbrern wuͤßten, "fie forderten einzelne 
zeweiſe ven diefen im Allgemeinen hinge ' 
orfenen Anflagen, und verfprachen, alles kur Er⸗ 
anliche ‚zu Abhelfung jeder gegründeten Ver 
bwerbe zu thun. Doc man war nicht geneigt, 
h in eine juriſtiſche Erdrterung von Fragen einzu 
ſſen, die nur mit Kanonen beäntworter werden 
Uten. Man geftand in kurzer Zeit ven eigentlichen 
iewegungdgrund des ganzen Unternehmens, Eine 
me Deklaration vom 25 März 1793 meldete dem. 
ſezten Polnifchen Provinzen. den unwiberraflichen 
zorſaz des Berliner Hofes, fie Auf immer mit dem 
reußiſchen Statöförper zu vereinigen, Die Gründe 
efer Beſi izergreifung ſind quf keine ſolche Anſpruͤche 
ſtuͤzt, deren Preußen bei der etſten Theilung aus 
rkunden anzugeben wußte; jest begnuͤgte man ſich, 
bei der bloßen Konvenienz bewenden zu laffen: ” 
e Sicherheit der Preußiſchen Staten, 
eß ed im Berliner Manifeſte, erfordere es, 
er Republik Polen ſolche Schranken zu 
zzen, welche ihrer Lage mehr ange 
‚effen wären,- und ihr die Mittel zu ers 
ichtern, fich eine wohlgeordnete, feſte 
nd thäatige Megierungsform zu der _ 
haffen, und dadurch Den Unordnungen 
orznbeugen, welche fs oft ihre eigne 
uhe erſchuͤttert, und die Sicherheit ih⸗ 
»r Nachbarn'in Gefahr geſezt hätten . 
m dieſen Endzwek zu erreichen, und die 
wublit Polee vonthrem sängligen Un 
ters 


— 


‚ ⸗ - u 240 — 
⸗ 
N \ . B j [ . ⸗ 
tergange.gu retten, gaͤbe es fein anbres 
‚Mittel, als ihre angränzenden- Nrovins 


zen den Preußiſchen taten einzuverleis- 


N 


— 
— 


ben, ſie ſogleich in Beſiz zu nehmen, 


und dadurch allen üblen Folgen, welche 
and der Fortdauer der gegenwärtigen 


Unruhen entftehen könnten, bei Zeiten 


Sorzubeungen. 

Auf dieſe Mitlenserkidrung erfolgte ber Befehl 
an Südpreußens Einwohner — fo nannte man 
das genommene Land — dem nenen Beherrſcher zu 
huldigen. Au 2200 Abgeordnete fanden ſich aus 
den verſchiednen Bezirken zu Poſen ein, und leiſte⸗ 


ten die’geforderte Huldigung daſelbſt am 7 Mai an 


den Feldmarſchall Möllenvorf und den Minifter 
Dankelmann. Nicht fo willfaͤhrig bewies ſich der 
Reichstag zu Grodno. Die Haͤupter der Koufoͤde⸗ 


ration von Targowicz, welche bald nach Grodno 
verlegt wurde, ſahen jezt mir Schrekken ein, welchen 
uͤblen Dienſt ſie dem Vaterlande durch Anrufung des 


Ruſſiſchen Schuzzes erwieſen hatten; ſie proteſtirten 


nun gegen die Schritte des Petersburger und Berli⸗ 


ner Kabinettes, bewirkten aber dadurch weiter nichts, 


als daß man ihre Guͤter einzog, ihnen mit Krimi⸗ 
nalprozeſſen drohete, fie zur Flucht zwang, und 
jeden, der ihrem Beiſpiele folgen würde, ein aͤhn⸗ 


liches Schikſal ankändigte. Die ganze Knnföderas 


tion. wurde endlich) aufgelöfer, cin neues Confeil 
permanent, ein bei den Polen eben nicht beliebter 
Vollziehungẽrath. ingeſent, und die Zuſammenberu⸗ 

fang 











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vo en 248. BI — 


_ fang eine, Neichatags nach Groduo beſehlen. 


dieſe Gebote erpreße man mit Gewalt. Der Ruſ⸗ 
fe Gareral legte auf alle in der Weichſel befind⸗ 


Jichen Geirtideſchiff⸗ einen Veſchlag ‚se hielt einige + 


100 Fahrzeuge, die mit Korn beladen waren, in der 
Nähe von Warfchan au und verſezte die Hanptſtadt 


in Hungersgefahr. Durch ſolche Mittel gelang ea 


den Fremden Herrſchern, ‚die gedrängten Polen. zur. 
Nachgiebigkeit zu dringen, Die Erdfuung ber’ Male 
verfammlungen, um bie Eondboteıt- zum Rechstage 
zu eruennen, ging afı 27. Mai vor ſich. Ain Vie 


Wahlen ganz nach ‚den Abſichten der verbundnen 
Höfe zu leiten, ſchrieb man vor, daß fie an einem 


Tage vollzogen fein müßten; und damit dies Ges 
ſchaͤſte in diefer kurzen Friſt bewerkſtelligt werden 
konnte, ſo uͤberreichte der Ruſſiſche Gefandte eine, 


Aſte derer, die gewaͤhlt werden mäßten; Ruſſiſche 
Officiere wohnten den Landtagen mit bei, un, wie 


fie fagten, die Ordnung zu Erhalten, und is der 


Nähe fanden !zahlreiche Truppenkorps .bereit, um 


den Wahlherren Die Ueberlegung/ wer ihrer Zuſtim⸗ 


mung am wuͤrdigſten ſei, zu erleichtern. Kein Wun⸗ | . , 


ber , daß die Wahlen zur Zufriedenheit der Ruſſen 


ausfielen. Über darum war noch lauge icht als  - 


polfender, was die beiden Mächte wuͤuſchten. Bei 
aller Ergebenheit fuͤr Rußland konnten die exwaͤhlten, 


und ſeit der Mitte tes Juni zu, Grodno verſam⸗ 9. 
nelten Landhoten die Empfindungen ber Vaterlandds - 


iebe. nicht bis zu dem Grade verläugnen, daß fie in 
ie gehigtrifchen Forderungen ohne Bedenken willigen 


Baus Br. Deich. 6. Thi. ALU N Tl 


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ar am 24. Fant’eine Ruſſiſche und Preußte 


ſche Mote von dem Reichstage verlangte; daß er eis 


vien -befondern Ausſchuff mit unumfchränfter Boll: 
macht ernennen, und demſelben aufgeben moͤchte, die 
Abtretungs akte zu unterſchreiben: fo widerſezte 
ſich die Mehrheit, anderen Spizze der König fland, 
Spiefem Anſinnen geradezu, umd fehlug vor, eine Ges 
ſandtſchaft an alle wohlwollende Höfe & zufertigen, 


welche ihre Vermittelung aufrufen ſollte. Nach vie⸗ 


len ſtrmüiſchen Sizzungen brachte es “endlich der 
N "ganz. Ruffelh) gefinnte Reichstagsmarſchall doch das 
pin,” daß der bogehrte Ausſchuß nichergefezt 


wurde; aber der König bewirkte durch 107 Stinis 


. "men gege 24 den Sufaz ‚ daß nur mit Rußland, 
md durchaus nicht mit beiden Hofen zugleich 


un unterhandels wöärde, 


Es mwaren neue gewaltſame Schtift6; und in ben 
ahrbichern der Geſchichte denkwuͤrdige Behaudlun⸗ 


gem eines freien Volles erforderlich, um die Zuftims 


ung betz Reichstages zur Muterfihrift des Preußi⸗ 


ſchen Traktates zu erzwingen. Seit dem 27. Augufl 
‚ entftanden "vie. heftigſien Bewegungen unter dem 


Landboten gegen die Abtretung bon Shdpreußen, 
' Män wollte ſich von der Richtigleit der Preußifchen 


BE Grfinye nicht überzeugen ;” man ernenette Dad An⸗ 
denken as bie mit Preußen dor einigen Jahren ges 


ſchioßne Allianz; man uͤberließ ſich vem gerechteſten 
Schmerze uͤber das Verfahren des Berliner Hofes. 


Am gedachten Tage wurden in ‚der Reichsverſamm⸗ 


fung mehtere Aifrenftäfte verleſen, welde die vol⸗ 
m 2 - * ie u oo. lige 


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en des Könige son Preußen bewieſen. 
Jiefe. Vorlefung entriß den mebrften Landboten die 


ige- Blttiguns dir jezt fo verſchrienen 
donſtitution des 3. Mai 1791 von Sei⸗ 


itterſten VBormwärfe gegen den Berliner Hofr 


Ind als bald ‘darauf der Preußiſche Abiretungs⸗ J 


kntwurf zur Sprache Fam, fo wurde derjenige Lands 


ote, welcher diefen Traktat abgelefen, und die' Ges 


ehmigung dapon angerathen hatte," aus dent Shake 
yeggeiags, und für einen Menfchen erflärt, welcher 
er Ehre, ein Abgeordneter einer freien und eblen 


dation zu fein, unwuͤrdig wäre, weil er ſeinen feier⸗ 


hen Eid, die Unabhängigkeit Polens zu behaupten, 
ebrochen hätte. Das Papier, welches die Preußi⸗ 
hen Forderungen enthielt, wurde. aus ben. Händen 
es Sekretaͤrs geriffen und anf .die Erde geworfen; 
tan verbot eine abermalige keſung deſſelben, und 


aßte einen foͤrmlichen Schluß, daß alle die für. 
zerraͤther des Vaterlandes angeſehen 


nd als folder beftraft. werden’ foltten, J 


yelche ſich erdreiſten wuͤrden, von einer 


aͤnder⸗Abtretung an Preußen 30 fme 
Jen, oder auch nur auf eine: Ableſung 


ahin gehdrender Papiere zu ſtimmen. 
- Einen folchen kraftvollen Widerſpruch Härten die 
erbundnen Höfe nicht erwartet. Der Nuffifche Ges 


indte verdoppelte daher. feine Drohungen, Sr gebot u 


em Neichötage mit duͤrren Worten, die Preußiſche 


lbtretungs⸗ Urkunde aͤhne weitre Einwendungen auf 
en 2. Sept. zu unterzeichnen; er ließ 2 Bataillone 


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Q2. Ruſſi⸗ 


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un n Miſhe Grenabiere mit 4 Kanonen das Ole zu 
Groednq and- den, Reichstageſaal umringen; er er⸗ 


Härte, daß kein Landbote ans dem Schloffe cher 


| 1r herausgelaſſen werden wuͤrde, als bis die Unter⸗ 


ſchrift erfolge waͤre. Die Polniſchen Reichſtags⸗ 
Deputirten entſagten ihrer Würde und der Achtung, 
die ‚fie fich felber ſchuldig waren, keinesweges; fie 
weigesten fich, irgend eine Berathfchlagung vorzu⸗ 
nehmen, fo lange Ruſſiſche Officiere ihreu Saal, 


J und Muſſiſche Truppen die Vorzinmer fühlten. De 
Ruſſiſche Geſandte gab hierauf zu, daß die Officiere 


" felner Marion fih entfernten; aber: die Troppen 
‚ wellte er ſchlechterdings nicht: zurüfgiehen Zugleich 


gellte er ein neues Schrekbild auf, Er redete davon, 
den Koͤnig, den Marſchall, die rechtſchaffnen (das 


deißt Ruſſiſch geſinnten) Senatoren und Landboten 
in Sicherheit zu bringen, um fie vor einer Bew 
4 gegen ihr Sehen zu bewahren, Wirklich 


lieber die Polnifehen Garden burchfuchen, um bie, 
bei /deren man Pulver und Biei finden würde, im 


Berhaft zu nehmen, Man fand aber nichts. Des 
‚König von Polen bemühte fich, dit Gemuͤther zu bes 


oo. qubigen, und durch die Schilderung größerer Verther⸗ 
. rungen, die ſchon worbereiter waͤrden, Nachgiebigfeie 


ols ein Meineres, aber nothwendig gewordnes Uebel 
‚qwempfehlen. Er meldete, daß ihm ein Eilbote die 
deſtimmte Nachricht gebracht habe, daß die Prem 


diſche Armee tiefer ins Herz der Rep 


blit zu dringen, Tauſende von Helruten 


sudzuhrben, den Reſt don Polen zu vom 


 wäflen, 


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— 245 — 
süßen, und: eine no größere Mer 


brovinzen Toszureißgn angewieſen fei: Der 
Darſchal ſchlug bie Bewilligung des Preugiſchen 


Begehrens vor; allein von allen Seiten rief man 
bma Meineidiger! Berräther: Vater⸗ 
aundsfeind! entgegen. Der König nahm wieder 


ad Wort, und ſprach männlich und ſtark von ver 
Rothwentigfeit, der Gewalt zu weichen. Werden 
pir, fagte er unter andern, unferm: Schilſal ent⸗ 
jſehen Tannen? : Die Gewalt, weldhe uns 
interdrükt, wird neue, obgleich hin ve 
jerechte Ausſtrenungen erfinnen, wind 
ins Ruheſtoͤrer, Rotten Jakobiner, Km 
neuſchen nennen; und wird die Zerſtuͤlkekung 
polens darum unterbleiben? Der Reichstag blieb 
ennoch ſtandhaft .· Des. Königs Ahnung traf ein. 
Des Ruſſiſche Geſandte übergab am 2. Sept: eine 
sene More, worin er dad Betragen des Neichsrages 
inen augeuſcheinlichen Keim bes Jakvobinism 
nannte, deſſen verderbliches Daſein er init der Wurm. 
jel ausrotten wolle; er: fordere, daß vie Suzung 
nicht eher aufgehoben wuͤrde, als bis die Unterzeich 
zung des Traktats befchleffen wäre. Ein Ruſſiſcher 
General begab ſich in den Saal und gebot, daß ſich 
kein Laudbote yon der Stelle ruͤkken folle, bis alles 
vollbracht ſei. Von bewafneten Truppen in ce 
Zimmer eingefchloffen,.. von gelabenen Kansnen ame 
ringt, und von einem unerbittlichen Gebieter im 
Junern gedraͤngt, beroilfigte.der Reichstag enblich⸗ 
ort, em ein wuehfitered Vogl m — 
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“ich, mehr, abgewendet werden Komet: & emasnte 


- “ " ‚einen Audſchuß, um den Preußiſchen Traktat zu 
unterſchreiben, ‚ aber dieſe Ernennung geſchahe auf 


‚ging Art, die eings ‚hohen und edlen Volksſenates 
würdig. war, amd. welche die ganze Sache, morau 


den beiden Hoͤfen ſo viel gelegen zu fein. ſchien, im 


eine bloße Foͤrmlichkeit verwandelte. „Weit entfernt, 


ſagten die Landboten im Eingange zu der verlangten 


„Arkunde; ; daB. wir, die- vorgefpiegelte Rechtmaͤßig⸗ 


‚Reit bexer. Gruͤnde, wodinch der. Berliner Hof. feine 
gewaltthaͤtigen Angriffe befihönigen will, anerfens 
/xxuen ſollten; ſo proteſtiren wir, vielmehr vor ganz 

Europa/ welches wir zum Schiedsrichter erwaͤhlen 


nAdagegen; wir berufen. und auf die Heiligkeit ber 
„Traltaten, die wir ſtets redlich erfuͤllt haben; wir 


= „fthggen und Auf. bie Treue des Vuͤndniſſes vom 
| „Jahre 1790, weiches wir auf das heißeſte Ver⸗ 


‚langen des Könige von Preußen mit ihm gefchloffen 


zuhaben, und nach welchen zind:ber- Berliner Hof 


anf, die Beutlichtte und feierlichfte Weife die Unabs 


E „bängigkeit ud Unzertheilbarkeit der Polniſchen 


„Ränder. gugelagt. hat, Wir geben hiermit unferm 
seAlyelchufe zwar, ‚Die Macht, den Abtretungstraktat 
‚mit. Preußen zu unterſchreiben; aber keine s⸗ 
Aweges mit unſeren freiwilligen Zuftims 
win im 9, ‚Sondern bloß durch ‚Gewalt erpreßt, durch 


Bu „Belgitigungen. erzwungen, und durch Drohungen, 


die, Preußiſchen Trupyen weiter, vorruͤllen und 


das Laud udlig verwuͤſten zu laſſen, abgenbibigtz 


awit eben. die Sinmilgang⸗ yarhdem..unfen 


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Rei —* am m Tage der Stiunbenfrmlyng x 
von bewafnrten Schaaren. fremder. Truppen um⸗ 
ringt wart‘ Die Warſchauer Zeitung be⸗ 
hloß die Enahnin bievon:mit folgenden Worten: 
Diefe denkwuͤrdige Sizzung, wovon man ſchwerlich 
ein Beiſpiel in ber Geſchichte finden. wird, wo man. 
den Stelfvertretern einer freien Nation durch eine 
bewafnete Macht von Fremdlingen im Schoope . 
ihres eignen‘ Vaterlandes, und in dem Heiligthu - , 2 
me ihrer Berathſchlaguugen dad Zwangogeſez vor⸗ | 
Ichrieb, in die Abtretung mehrerer Millionen ihrer en 
Mitbürger -zu ‚willigen. — diefe trauererregende ©, 
Sizzung dauerte den gänzen aten Gepteniber bis | 
um 3. Uhr bes andern Morgens”: ', " _ 

Man bemerkt, daß. der: Ruffifche Gefandte die 
inwilligung des Reichstags durch ‚einige Beguͤnſti⸗ 
ingen erleichtert habe, indem er das = htilıngde - | 
08 des Königs vom Preußen um 5° Dieilen. xLaudes 
rriũgerte. wu 

Gewiß ift es, daß der Reichotag felber zu der 
ollmacht des Ausſchuſſes einige Bedingungen him 
‚fügte. Die wirkliche Unterzeichnung bed. Ceſſions⸗ 
altats ſollte gleich am folgenden Tage, den 3. Sepp8⸗ 
mber, nach der Meinung des Ruſſiſchen Geſandten 
r ſich gehen. Aber der Preußiſche Minifter, Herr 
on Buchhol'z, verlangte noch einigen Aufſchub, 
s er neue Verhaltungsbefehle van Berlin, die Vers 
iderungen betreffend, ‚welche theils der Ruſſiſche ne 
evollmaͤchtigte, theils der Grodner Neishötag vor 
ſchlagen hatte, erhalten haben würde, Ex empfing . 

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— 248 _ J 


* aͤnigen Dechen vie ubthigen Anioeifaugen;, u. 
venſelben gemaͤß ſchrieb er det Meichönerfammlnng 


am 21. September, daß der König. von Preußen des 


„Siuderniffe, die man der Vollzichung dieſes Geſchaß- 


- 168 entgegen flellte, muͤde waͤre, und die beſtimmte⸗ 
‚Ren und umpiderruflichften Befehle gegeben habe, 


an dem 'erfien Abtreinngsentwurfe nicht die geringſte 


- Weränderung zuzulaſſen. An eben dem Tage ühers 
relchte der Nuffliche Geſandte eine Note von aͤher⸗ 
Beben Imbalte, werin er hinzufezte, daß es feinen 


andern Ausweg für die Poluiſche Nation zur Rer⸗ 


"fang des Hebrigen.mehr gäbe, ale fi diefen: Bere 


nangen ohne Weigern zu fügen, und die nnausbleib⸗ 


Kchſten Schrekniſſe wohl zu bedenken, die Jede ferne 


Binetfeggung Aber fie bringen wäre, 
Diefe niederſchlagenden Noten, welche vom 


Neichstage and) die. legte ſchwache Sofmung zur 


Werminheruug des Luͤnderverluſtes entriffen, verur⸗ 
ſachten noch eine ſonderbare Scene, die ſonderbarfie 
vielleicht, welche in dem großen Trouerſpiele Start 
hatte; Dies iſt die Reichstagsſizzung vomn 23. Sept. 


‚welche in ben Annalen der Polniſchen Seſchichte mit 
ceben den biusigen Zagen, wie bie nom 2. September, 


eingegraben hleiben wird. Bereits am. 22. Sept. 


‚BP Her von Sievers, der Ruſſiſche Gefaudte, 


zwei Bataillone Ruſſen aus den umliegenden Doͤr⸗ 


fern much Grodud rukken, und am 23. durch fels 


Bige bie Birfammlungsgebiuse befesgen, Hiemit 


= \ nicht zufrieden, befahl er, wier Reichttagsdepu⸗ 


| Ken; 7 Men Pafoan fon 6 gehen unn ungen _ 


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— 249 u . oo \ _ 
Iieten Möllern —* une unberlglid pe fein He 0 
en, im ihren eignen Wohnungen am frübiten Üierb - 
en gefangen zu nehmen. hs gamzes Verbrechen 
efiand darin, daß fie, van zuler Vaterlandsliebz 
eleitet, mis Staͤrle, Nachoruk und Wahrheit wider 
ie Anmaßungen freryder Fuͤrſten, denen ſie zu heißs 
en Gehorſam verpflichtet waren, geſprochen hatten, 
iller ihrer -Progeftatienen ungeachtet wurden fie 
unter einer Vevektung von Reutesahtheilungsn, mau 


nußte nicht, wohin ?. weggeführt; nach/ den folgen. - . 
en Behauptungen des Muffifchen Miniſters folltes  - ' | 


ie.in ihre Woiwodſchaften oder Wahlvezirke guräfe . 
efehafft worden fein, De dieſe Gewaltthaͤtigkelten 


den fo geheim begonnen, als ſchuell vollendet w⸗ 


en, fo wußten die uͤbrigen Landboten, die ſich um 
ız Uhr Morgens verfammelten, nichts von’ dem 
Schikſale ihrer Kollegen, der traurigen Sch lachtopfer | 
iner ſchenungsloſen Politik, Sie warteten lange: 
uf ihre Ankunft, und da fie teine. Nachricht von der 


Urfache ihres Ausbleihens erhielten, ſo fingen fie an. | 


ven wahren Grund davon zu errathen. Es war [chen 
m Anfange diefes Neichstages der Beſchluß gefaßt 
andy zum Geferge erhoben worden, daß Feine Berath⸗ 
ſchlagung vorgenommen werden follte, wen irgend 
ine Beleidigung gegen ein Reichsmirglied von frem⸗ 


ver Gewalt. veräht worden wäre. : Dem zu Folge 


entſchied man, daß bie gegenwärtige Sizzung fo 
lange uneröfnet bleiben muͤßte bis die gefangnen 
Landboten befreit und zur Berathſchlagung zugelaſſen 

waͤren. Di den rn selig ſich ſelber 


zum 


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zam Reſſſcen Gefanbten, n um ih biefe-hicht bloß 


- Billige, fondern andy gerechte Forderung vorzulegen, 


Sie richteten jedoch, wie jeder Leſer von ſelbſt erwar⸗ 


| \ ten wird, nichtd aus. Der Gefändte empfahl ihnen 
- Dagegen im ernſthaften und gebietriſchen Tone, die 


Sizzung zu. eroͤfnen. Der Reichstag beharrte auf 
feiner Weigerung und ſchilte eine zweite Depma⸗ 


sion an ‚Herrn von Bieners, deren Erfolg nicht 
Veſſer war. Die ſchriftliche Antwort des Xeztern ent⸗ 
del, daß er. fo eben in einer befondern Note an die 
RKeichsverſammlung die Gründe ‘angegeben habe, 


warum die vier Landtagsboten, als eben fo viele Aufs 


wiegler und Rottenſtifter, gefangen geſezt und in ihre 
Beaezirke zuruͤkgeſchikt waͤren; er erklaͤre hiemit, daß 
die Widerſezlichkeit, — die Sizzung zu er⸗ 
fen, dieſe und eine andre Note zu nerlefen, und 


ohne Zoͤgerung den Preußiſchen Traktat von dem. 
am 2. Sept. ernannten Ausſchuſſe unterſchreiben zu 
Yaffen, — eine neue Beleidigung für die 
hohen alliitten Höfe wärt; daß er ihnen 


bei diefer‘ Gelegenheit das erſte aller 
Gefezze zn Gemuͤthe fuͤhren möäffe, das 


Sl, die Souveräne 7 3“ vefpeftiren; 
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| — ran vitte dem Gaſendtee. antworten Konnen, dee 
Gdreuken und Nußland keine Souveraͤne der Abge⸗ 
ordneten eines freien Wilkes waren; man daͤtte ihn 
kdaran erinnern koͤnnen, daf der Koͤnig von Preußen die’ 
Grumndſaͤne ber jest, ſogenaunten Jakobiner⸗NRevelutien 
vom 3. Mai 17yr vollkommen gebilligt Hatte, 











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Selen, weldes: bie, Satobiners Ä 


undfäzge, und die "ähnlichen -Befins 
ngen der Revolution vom g. Mai 1791 
8 den Augen fezten; daß er daher. vers 


ge, augenbliklich "die beiden Notenazu lefen, in. 1 
rathſchlagung zu nehmen, und ſich überzeugt zu . 


ten, . daß Feine Möglighleit mehr vorhanden fel,‘ 


3. zu aͤudern, wand über fie beſchloſſen wäre. 


Diefe Antwort verfezte die ganze Verſammlung 


die tiefſte Beſtuͤrzung und veranlaßte ein Schau⸗ 


el, welches in einem erlauchten Volksſenate viel⸗ 


cht noch nie geſehen fein mochte. Zeichnete ſich 


rate September durch heftige Reden, burch fürs 
iſche Bewegungen aus, fo ſchlich der 23 Sept.“ in 
ſtrer Todtenſtille dahin; in dem Saale, wo meh 
re hundert Stellvertreter eines zahlreichen Volkes 


x Ueberlegung uͤher Wohl und Wehe mit ihrem 
dnige verſammelt ‚waren, ‚regte ſich den ganzen 
ag fein Fuß, Öfnete fich Fein Muyd, ertönte Fan - 
int; jeher blieb unbeweglich auf feinem Plazze, 


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der beobachtete das firengfte. Stillſchweigen, Nien - 


and begann die mindefte. Verhandlung. Seit. 


Rorgeng g Uhr wor dad Schloß von Ruſſiſchen 
ruppen umlagert; an jeder. Thüre,. an jebem Fen⸗ 


er ragten Bajonette in die Hoͤbe; vier. geladenn 


anonen oͤfneten ihre Feuerſchluͤnde den Hauptihoren 
atgegen; alle Ausgänge waren mit. ‚drohenden 


'riegövoffe Befezt und ein fcharfer. Befehl gebet, 


urchaus Teinen Menfchen, wer es auch fei, aus 


er Bug weggthen zu laſſen Um: 9 Uhr des 
Abends 


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— 253 — 

ende: wenſchte noch eine —E— Stine. 
* trat der. Raſſiſche General Rautenfeld in 
das Zimmer, näherte.fich dem Könige, und bezeigte 
ihm dab: Merlangen des Ruſſiſchen Geſandien, ven 
Augendiit die Beratbſchlagungen anzufangen. Der 
König erwiederte, daß er ſich dieſem Wunſche wiche 
vwiderſezze, aber daß er keine Macht habe, die Sands 


‚ boten zum Sprechen zu zwingen. Der General 


‚entfernte‘ fich hierauf, kam jedoch bald zuräß,,. umd 
erflärte mit Liuter und furchtbarer Stimme, daß er 
Seinen Deputirten eher zur Thäre herauslaſſen wärs 


bve, als bis ſie ſich demjenigen, was man von ihnen fon 


dere, unterworfen haͤtten, und daß er, wenn dieſes 
Kine! nichts wirkte, Die härteften Masretzeln anzu⸗ 
wenden befehligt ſei. Stumm, wie dad Grab, lies 
Ben die Anweſenden alle geſprochenen Toͤne verhal⸗ 


* 


bloß leidend. Der Ruffiſche General erſchoͤpfte feine 
geeze Erfindungätraft, um and biefen Schweigens 


pen nur einen Laut. hervorzulokken. Vergebens. 


Sie ſchienen Die Gabe der Sprache verloren zu ha⸗ 


ben. Rautenfeld wandelte zwiſchen dieſen Tode 


am mit gemakigen Schritten auf und ab, er lief- 
bald. an das eine, bald an das andre Ende des 
Gaaqts; jezt blieb er wor dieſem, „dann: vor jenem 
Vvandboten jlehen, er drohte, er liebkoſete, er wech⸗ 
. Kite mit Schrekkenswotten und Schmeicheleien ab, 
ex aahete dem Könige, er ging an den Thron, 
Dennoch beharrten die Abgeordneten bei ihrem Stil⸗ 
ſawaea, ang dar Nacht, die je din Ungſt ihre 





„ m 253 — * 2 
varzgen zietige uͤber dieſe Frauerfeene gebreitet - 
te. Die Mitternacht ging vorüber, der neue 


g, der 24 Sept. brach an, es fchlug 3 Uhr More , 


8.und noch hatte fich der ſonderbarſte, ‚des einzige 


fteiet ‘feiner. Urt nicht geändert. Spieße und 


nten wurden noch immer denen vorgehalten, wels 
Miene machten , weggehen zu wollen; fein Al⸗ 


‚Fein Rang, felbi die Aönigewürde nicht, wurs, 


geachtet; und eben der Geſandte, welcher die 
re predigie, es ſei das erſte und groͤßte Gebot, 
Sonveraͤne zu reſpeltiren, zeigte keinen Re⸗ 
kt gegen’ die Bitten eines Königs, den ‘feine ges 
ichten Haare, feine edlen Gefinnungen, fein 


w 


and und fein Ungluͤk gleich ehrwuͤrdig machten, | 


lich ſchlug. der Kralauiſche Landbote, An Lwicz, 
WMittel vor, dieſer peinlichen Rage abzuhelfen, 
m Reichstage feine leidende Unthaͤtigkeit zu erhal 
ı and dem Dringen ber beiden Hbfe Genüge zu - 
un, Nach feiner Ungabe ſollte der Marſchall, 
enn die Ruffifche Note veriefen wäre, wie gewoͤhn⸗ 
h die. Stimmen der Landhoten aufrufen und fe 
agen, ob fie das Verlangte bewilligten oder nicht. 
eder ſollte das bisherige tiefe Stillſchweigen fort⸗ 
obachten und ſtait des ſonſtigen zualigen Bejas 
nd auch nicht eiumal, antworten. Dieſes 
ichweigen koͤnute von den Nuffen nud Preußen für 
ne Zuſtimmung genommen werden; um aber Die 
bre des Reichstags zu retten, fo muͤßten in einer 
eich darauf abzufaffenden Proteſtation ce am 2. 
18.25: Eeptembet erlittuen Waßbandlugen faͤr die 

Nach⸗ 


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— 255 — —— 


gchwit aufgezeichnet werden. Dieſer Rach wur 
de pänttlich defolgt. Die Vorlefang des Abtre 
tungs⸗ Tralktats und der Vollmacht fuͤr den Aus⸗ 
ſchuß, ihn zu unterſchreiben, geſchahe; kein Menſch 


J ſprach etwas; es gab alſo keine Widerſezlichkeit; 


yo 


dies galt Für eine Einwilligung; der Koͤnig und ber 
Marſchall hätten nunmehr das Hecht, die Voll⸗ 


— macht zum Unterzeichnen auszufertigen. Aber in 


dem närhlichen Augenbliffe begann man, eine feiere 
AUche Verwerfungs: Ate des Erpreßten in deu ſtaͤrk⸗ 
fen Ausdrükken abzufaſſen. Sie war vom felgen 
dem Inhalte: „Umringt von fremden Truppen 


und bedroht von Seiten des Preußiſchen Hofes, eine 


Armee in’ das Innere der Republik mit dem Vorha⸗ 
ben, alles zu verheeren und zu verwü⸗ 
ften, dringen gu laſſen; mit einem Worte, durch 
taufendfache Gewaltthaͤtigkeiten unterdruͤkt, hats 


ten die zum Reichſstage verſammelten 


Stände am 2 Sept: gezwungen eiiem 
beſondern Ausſchuſfe die Erlaubniß'g 
gebem ven Traltat; welchen die Gewalt I 


nen: vorfegte, zu unterfchreiben; fie 


hatten diefer Alte nur folde Bedingun 
‚gen beigefügt, denen feldft die über 


e wiegeade fremde Gewalt ans Mitkei— 


den nachgeben. zu müffen ſchrten. ‚Aber 


doch erfahren wir heute zu unferm größten Erftans 
nen, daß auch "dies dem Berliner Hofe nicht genuͤ⸗ 
ger, Wir ſehen, daß neue Machtgebote ein neues 
Projekt in unſern Sagl bringen, und daß dieſe uͤber⸗ 

..* — — . wies 


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‚gende Senatt; um eb. durchzuſe zzen nicht m nur 


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Pg ‘neue. den Ort uuſter Berathſchlagung mit Zn 


mden Soldaten. einſchließt daß ſi ie uns nicht nur 
hende Noten uͤberſchikt, ſondern daß ſie duch ans 
rer Mitte und vor unfern Augen Mitglieder unſ⸗ 

Verſammlung aufhebt unb wegführt; und daß 


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und durch ein unerhoͤrtes Beiſpiel bis zum - J 


zebuͤrlichen Zeit der Nacht wie wirkliche Gefangne 
t. — Verſezt i in eine ſo grauſame Lage, erklaͤ 
ı wir, der König, die wir von Alter ges 
waͤcht, fo vielen ‚gehäuften. Dualen und Mißhand⸗ 


igen unterliegen, und wir, die Stände der Reyus 
k, daß wir jelbit mit Gefahr unfer Lebens ven u 


irfungen einer bid.zum. höchften Grade ber Ha rte 


triebnen Gewaltthaͤtigkeit nicht widerſtehen foun⸗ J 
3 wir legen die Mittel, unſer Vaters 


nd zu retten, die jezt nicht mehr in unfrek 
acht fliehen, in die: Hände unfrer, viel 


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icht glaͤklichern Nachkommenfchaft. 


d alſo gezwungen, das von feiner Excellenz, dem 
aſſiſchen Geſaudten uͤberreichte Projeft anzunehe 
m, nehmen wir es hiermit au, aber einzig und ale 
n aus den eben erwähnten Bewegnugsgruͤnden.“ 


ie ausfuͤhrliche "Erzählung. alfer Worfälle dieſes 


erkwuͤrdigen Tages, des 23. Sept. wurde allen, 


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mden bei der Republik ongeſtelren Geſandren | 


tgetheilt. 


Zwei Tage nachher am. 25 Spt. 1793 untere - 
rieb der. ſo ſonderbar bevollmaͤchtigte Ausſchuß die J ⸗ 


biretuns durtunde an Pieußen. Der Ber⸗ 
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uner Hf entfagte dafuͤr auf. Heränbig is: baut 


ſtaͤrlſten Verſicherungen allen ‚Anfprüchen, 
welche er gegenwärtig oder im Butunft, 
directe o der indirecte es fei aus weichem 
Rechtsgrunde, unter welbchem VBorwans 
de, oder mit wad für einer Benenunng 
es wolle, an irgend eine Provinz ober 


den kleinſten Theil des jezzigen Pok 


nifhen Gebiets machen könnte; und 
Seine Zeitumſtaͤnde, keine veraulaßten 
&reigniffe, feine eingegaugnen ‚Ber: 
bindlichkeiten ſollten hierin etwas duderm, 
Er that zugleich Verzicht auf die m Poiniſch. Lies 
hauen gelegenen Herrfchaften Serrey um Tau⸗ 


roggen, und verpflichtete ſich, die Republik Po⸗ 


den in ibrem gegenwärtigen Zuſtande zu behaupten, 
und ihr die Ungertrennlichleit und Gonvendnitde des 
Äbriggehliehuen Landes anf das nachdrůtlichſte u 
vuerwahren. 

Dieſe Eroberung war für Preußen theils wegen 
ibrer Groͤße, theils wegen der Fruchtbarkeit des 
Bodens, theils wegen Der dadurch bewirkten Ver⸗ 
bindung von Oſt⸗ und Weſt preußz en at 
Schleſien hochſt wichtig. Der Flaͤcheninhalt 
wurde Anfangs uͤbertriebner Weiſe zu 1200 Diem 
dratnieilen, nachher zu 1000 berfelben augegeben, 
Aber neuere Beftimmungen verninderu Diefe Sum⸗ 


me. Der belaunte Laudkartenzeichner So tzmann 


nimmt 897 gebierte Meilen ald bie wahr⸗ 


ſcheinlichſte Groͤße an Suͤdpren ßeu Abertiift 
\ > alſo 





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717 J Ps , i 
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fo' Shlefien bder alle Furfäcfifcen kin 
:r bei weitem:an Flaͤche nraume, weun es beiden 
eich au Kultur im Phiſiſchen und Mor aliſchen noch 
N nachficher. Doch wird es in einigen Menſcheu⸗ 
ern unter der thaͤtigen und jede Verbeſſerung 
rig befoͤrdernden Preußiſchen Regierung gewiß 
Feine Siefe der Bildung erhoben werden, deren 
„ben: und Menſchen nur fähig ‚find. Und dann 
rd es der Genius der Menſchheit vergeffen, durch 
ide Mittel Polens Stan ; zertrimmert wurde, | 
er Berkinfachung des - Preußifchen Magierungds 
anges gemäd theilte man ganz Suͤdpreußen 
2 Departemente, und feste in jedem 2 Dasıpte 
legien, eine ‚eigentliche egierung und. eine 
riegs⸗und Domänentammer, ein. Du | 
ie Departement hat feinen Gig gu Poſen, und J 
thaͤlt 17.Kreiſe oder nach zer alten Berufung 

: Woiwodfchaften Pofeng: Kaliſch urn 
n. Das andre wird von Petrikau benannt ' 
d beſtehet jezt aus 27 Kreiſen, ba-.es- ehemals 

e Woiwodſchafter Sieradien, Lentſchichz, 
ana, die Landſchaft Kujavien, das Land 
obrapnz.. amd. einen . Theil von Kratan- u 


lozkund Mafurien in.fihibegtiff, .- Pe 


Wor fchen- die / gewaltſame — der 
epupliß hen Polen verhaßt, fo-bemübte fie die ih⸗ 
n gufgedrungne : Freundſchaft „ber Rufſen noch, 
hr, Am 15 und 16 Dftobs 1793 ſchlaß Nuß⸗ 
nd ein ſo geranntes Freund ſchafts⸗ und Vers: 
nigungéebündniſſ mit Polen, welches aber 
Gans vi. Bei. 6. Tbl. II. nn, RR. in 


* 
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\ on — 258 — — 
m Wahrheit ein Joch⸗ und ein Unterbräk 
Kunpstraftat heißen koͤnnte. Polen wurde hier⸗ 
durch unter eine beftändige Vormundfchäft ver Ruf 
fern. gefezt und in eine wirkliche Ruffifche Provinz 
verwandelt. Am haͤrteſten und unerträglichfien war 
jedem Patrioten im:edlen Sinne des Werts die Rufs 
fiſche Erklärung, daß Polen in Zulunft nicht mehr 
als ı 5000 Mann Truppen: halten follte ; eine Zahl, 
die nieht eiumal derjenigen gleich kommt; die man 
bei vielen Deutſchen -Reichöfürften autrift, deren 
Laͤnder nicht den zehnten Theil des noch damals vor⸗ 
handnen Polniſchen Gebiets ausmachen. Voll Un⸗ 
: willen über eine ſolche Herabwuͤrdigung einer Nas 
tion, welche Preußen in dem Ceflionstrattate doch 
für unabhängig und ſouveraͤn erflärt date, wan⸗ 
derten viele. der vornehmſten Familien aus, um 
*  gicht Augenzeugen der Raſſiſchen Freuudſchaft ſein 
zo: duͤrfen. Sie warteten auf eine guͤnſtige Gele⸗ 
genheit, ihr Vaterland von der freniden Dienftbers 
Neit zu befteien, und unterhielten: einen geheimen 
Briefmwechſel mit. ihren Mitboͤrgern. Die Gaͤhrung 
nahm zu, und brach enblich am 3 Februar 1794 in 
uͤffentliche Widerſezlichkeit gegen Rußlandes Macht⸗ 
gebote, aus. An dieſem Tage ſollten die mehrſten 
Polniſchen Truppen abgedaukt werden Mada⸗ 
linsti, Brigadegeneral der Kavallerie, war der 
Grfie, welcher es wagte, die Ruſſiſchen Befehle zu: 
verachten. An Statt, fein Korps von 3000 Mann 
zu verabfcyleden , nahm er es von neuem in Eid und 
| Pit und ließ es ſchudren, far die ‚Breifett. amd: 
ae. : Mets 


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tettung Sole s big. auf den lezten Blteneſin gm 
:chten.: Ohne laͤngereb-Zaudern fiel er in Sauͤd⸗ 
reu LITE ein, ud erbeutete in mehrern Sglzma⸗ 
azinen und Kaſſen uͤber ‚6agpo. Dukaten. Won 
ier eilte, et. nad) Krakau, wo die Jufurreke 
ion ſchon ‚allgemein ‚geworden war und wo et mit U 
em edlen Rosciusska, einem ber ruhmwuͤrdig⸗ 
en Maͤnner feiner. Zeig, der bereits zum Oberbe⸗ 
hlshaber ernaunt war, ‚eine Zuſanunenkunft hielt. 
Rit großem; Enthufiadnud traten die mehrſten ale 
n und, ſelhſt viele abgeriſſene Provinzen auf Koss 
iuszkos Seite, nd ‚haufenweife ftelten fidy' 
streiter. mates ſeine Fahnen. Um grünen Done 
erstage und Karfreitage ſtieg bie Erbitterung gegen 
e Rufen. bis zu einem ſolchen Zorngefuͤhle, daß 
an fie, in der Hauptſtadt in einem allgemeinen 
luthade der. Rache opferte, und daß Warfhau 
ıf eine Zeitlang wieder der freie. Siz der Pelnifchen 
eglerung wurde, Zugleich fingen bie Suͤdpre u⸗ 
ifchen Guͤterbeſizzer on, fich wider bie. Preugie 
ye Heriſchaft -aufzulshuen und an Koscius z⸗ 
ys Heer anzufchließen. Died bewog den König von - 
reußen, gegendie Polen die Waffen zu ergreifen, in . 
e Republik einzubringen und ohne Verzug: die Woi⸗ 
vofchaften Senbomisund- Krak au zu beſezzen. 
tie den Preußen vereinjasen ſich 7000 Ruſſen in der - 
ſicht, die Feſtung Krakan, welche Kadtiunge 
's niit feinen beſten Truppen beſezt hielt, zu beſtuͤr⸗ 
en. Kobeins zko's Heldenſeele hatte Muth genug, 
n Augteifern entaraen un hllen und bei Seelze 
u 2 Ns am 


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Ä Ei here zu vagen. Der Korig 
von Preußen wär "äh STAR vbrher felber- bei der 


Mpiiiee angekommen ? HR NIE ſemen Truppen 
durch. ſeine Gegenwart Wärkiäuen und Standhaftig⸗ 


Rh ei” Die Polch lichen es an Tapferkeit ˖keines⸗ 


woches fehlen; ROSWILRHTD entwiklelte viele Feld⸗ 


herrntalente, er hite (bin Heer in 8 Treffen ſo 
kuͤuſtlich geficht, SHE mir eilis nach dem anbern ente 


beit werden konnte. Aber feine iN’CHE Yhfaimmenge: 
haften Bauern · konnten #8 freilich in die · Laͤnge mit 


alten, geuͤbten Preußiſchen Kriegern hicht hıröhalten, 
ungeachtet fie alles rhiätef, was In-ihren Kraͤften 


ſtand, In dichten Haufen” gegen’ die Pieußifchen Ras 


‚ hoiten andrangen 9 anfaͤngkich einige Borkheile ers 


rangen. Sie wurden endlich reihenweiſe niederge ſtrekt 


Hd um’ Uhr Mauchmittags nach einem beinahe 
aſtuͤndigen Kampfe mit einein Verluſte' von 2000 
Mahn indie Flachtgejagt. Die Folge dieſes Preis 
ßiſchen Siegetz waur · die Eimiahme deyFeſtuung Kr a⸗ 
kan;, welche · fi ch fach der erſten Aufforderung ers 
gab, da man einen lkangern Widerſtand erwartet und 
fich zu einer orbentlichen Belagerung geruͤſtet harte, 
Die Hauptoperativn· des Konigs war mun auf 
‘pre Eroberung voͤn Warſchau gerichtet, welche 
der fer ſchlug, ſo gluͤkſich auch feine Truppen fochs 


ken.“ In Heinen Scharmoͤzzein “und burch gefchifte 


Wendumgen draͤngte er! den General Kost ias zko 


bls' in die Naͤhe von Warfſchau, wärend deſſen 
‚ein Ruſſiſches Heer von Lublin 24: Meilen: von 


ber ;Gewprftäde entleeru — Koſeruszko 
ver⸗ 


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ſchanzee · ſ(ch mitt feihen 580000 Mam Ar einem | 


ten Lager“ bei Warſchaͤu. Am 15 Juli traf der 
nig zu Opalin, eine Stunde weitvon War⸗ 
eu, eikt und lieſt in denfölgenden Tagen den Ans 


ig zu Beſchießung des Polniſchen Lagers machen 


h 27 Juli eroberten ' fie die Kreuzfihange 
iſthen Wola unde Warſchaun, und kamen 


term Orte ſo nahe, daß ſi e einige Bomben hinein . 
rfen konnten. Sie forderten die Städt drohend 
f, ſich binnen 24 Stunden zu ergeben, aber ihre 


ungnen Wortheile waren noch nicht ſo beachten, 
B eine folhe Sprache Eindruk gemacht hätte, 


ie Polen antworteten kuͤhn und handelsen unters 
hmend. Sie thaten einen Ausfall und ſchikten 
ter dem Grafen Poniatowski ein beſonderes 


wp3 zur Benntuhigung der Preußen ab. Sie 


Hteten ˖ jedoch nichts aus, -fondern mußten fich mit 


nem Verluſt von 10 Kanonen zuruͤkziehen. Det 


— 
⸗ 


duig Heß hierauf neue Batterien anlegen und die 


erjchanzungen Kosciuszkos feir dem 26 Aus 
iſt mit, glühenden Kugeln befthießen. Aber hier 
ar das Ziel der Preußifihen Zortfchritte vor Waita 
bau. Kosſciuszko hattedurch Streifferps 11 


reußiſche Schiffe, die mit Munition beladen von 


zraudenz auf der MBeichfel zur Töniglichen Armee 
führe wurden, ! wegnehmen laſſen, wodurd die 


'reußifche Armee in die größte Verfegenheit geriet 


ine andre, noch bedenklichere Gefährt drohte Ihr’im 
tüflen Ganz’ SC dpreußen war gegen Die 
Irenßifche Regierung in vdlligem Aufſtande begtif⸗ 

nd ten; K 


- pr Kofen wurde eine-cigne ve Berbindungde 


0 alte zur Wiederherſtellung der Polnifchen Berfaffung 


unterzeichnet und. die Konſtitution vom 3 Mai 1791 


beſchworen. Die Preußifchen Kaſſen wurden gepläns 
dert, die Offieiauten yerjags, einzelne Kriegshaufen 


gefangen genommen, aber doch.fehr anfländig beilß« 


deit, ungeachtet man. in.den Deutſchen Zeitungen 
ans Porseigeift ‚allerlei Schifderungen vou verübten 


BGreueln der Polnifchen Inſurgenten machte. Kos⸗ 


— 


4. 


‚. zinszto wußte diefe Umſtaͤnde meifierhaft zu bes 


nuzzen; er'fandte von Warfchau.aus 3 Detaſche⸗ 
menter zur Unterftögzung der Suͤdpreußen ab. Ein 
aoudres Korps von 18000 Polen. beunruhigte die 
Dpreußilche Grenze, und der Graf Den iäsowss 
Fi führte npch goco Mann zur Verſtaͤrkung nad) 
Suͤdpreußen, bie aber nicht bid Aahin gelangen, weil 
die. Unmäherung der Ruſſen feinen Ruͤlzug nothwens 


Dig machte, 


Der König von Preußen bob, pon allen Seiten 


durtch bie Inſurgenten bedroht, am 6 Sept, Die Des. 


lagerung von Warſchau ganz auf, bezog anfängs 
lich ein vortheilhaftes Lager bei Rasczin, räfte 
indeſſen bald vdllig nach Suͤdpreußen zuruͤk, weil 
die Unternehmungen der Polen immer gefaͤhrlicher 
wurden,. Ein Korpe AInſurgenten unter dem Gene⸗ 
vwal Dombrowoki fiel in Prenßen’s alte Provins 
an, in den Negdiftrift ein, plünderte in Staͤd⸗ 
ten und Dörfern, eymunterte zum Aufruhre und Des 
vielt über den Preußiſchen Oberſten Szekely 
2mal die Oberhand. Boeteix u Die * 


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— 263 — 


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) 248. bei Erin unde dann ‚bei. Brom berg 


„ vourbe aber jedes Mal gefchlagen, ſelbſt toͤdtlich 
wundet und gefangen genommen. Er war kei⸗ 


zweges fänberlich ‚mit den Inſurgenten umge⸗ 


ngen, die ihm in ‚bie Hände. fielen; fchon 'am 
yeine hatte er ſich ben Franzoſen durch‘ Härte 


:chtbar geinacht, : Won den Polen erhielt er. hins 


jen eine milde Behandlung, bis er an feinen 


unden flarb. Der Preußiſche General Graf von. 


hwerin ruͤkte bald- mir einem ſtaͤrkern Truppen⸗ 


ps gegen Dombrowäfi heran und\wertrieb die 


furgenten zwar gluͤklich, aber man war. Preufis 


#»- 


‚er Seits doch mit ihm nicht. ganz zufrieden, weil 


die Polen nicht aufgehoben hatte. 
Dennoch wuͤrde die Lage der Preußiſchen Armee 


Suͤdpreußen bedenklich geblieben ſein, wenn nicht 
maͤchtig wie ein reißender Waldſtrom heranbrau⸗ 
ıden Ruſſen die Hauptmacht ver JIuſurgenten ent⸗ 


urzelt Hätten‘: Der General. Ferſen uͤberwand 
n 10 Ottob. 1794 den Oberfeldherrn Koscis 
s zko bei Madzie wieze nach einem harten 


id gefährlichen Kampfe; wären alle Anordnungen 


eſes einſichtsvollen und entſchloſſenen Polen befolgt 
orden, wären feine Trenloſigkeiten, wie man ver⸗ 


chert, vorgefallen, fo hätte vermuthlich die patris 
'ifche Partei geſiegt; jezt lag fie unter, Kosdi⸗ 
8380 felber gerierh in Gefangenſchaft; und dieſey 


ag ward Polen’s Todestag ‚ To wie einſt Arbela’6 
jefilde für die Perfifche Herrfchaft das Grab; war”. 


en. Die Truppen der Generale Mavatinsti 


⸗ 


— 


und 


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pud Domb rows ki, welche noch einige Begenben 
Suͤdpreußens beunruhigten, Tamen durch Kosci⸗ 
us 38.08 Niederlage in Gefaht, ‚völlig umringt zu 


werben; - Über eine geſchikte Diverſion, welche der 


GrafPoniatowski gegen die Preußen zu So c⸗ 
haczow machte, verſchafte jhnen die Mittel zur ihh⸗ 
ver Rettung, Während die Preußen ihre Aufmerk⸗ 
“ fanrfeit :auf das Korps des Poniatowski richteten, 
nahmen ſie ihren ungeſtoͤrten Ruͤlkzug aus Suͤdpren⸗ 
Ben, Bald nachher ſtuͤrmte der Ruſſiſche General 
Suwarow dag ſtark befeſtigte Staͤdichen Praga, 
welches, nur durch die Weichſel von Warſchau 
beirennt, als eine Vorſtadt davon angeſehen wird; 
und dies Bahnte zugleich ven Weg zur Einnahme 
yon Warſchan. Das ungluͤkliche Praga wurde 
einer T.oölligen Pluͤndernng Preis gegeben ;: und grau⸗ 
ſamer wuͤtheten Tilly's rohe Horden wicht, zu Mag⸗ 
deburg 1631, als bier Suwarow's disziplinirte 


Truppen. Ewig wird Praga ein Denkmal des Abs 


ſcheues für Suwarow fein. Und dag man die ums 
dihörten Grenelthaten diefer Pländerung auf Su⸗ 


warows Rechnung fchreiben kann, beweifet der Um⸗ 


Band, daß er fie nach einigen Tagen‘ in Warſchau 
‚ernguern: laſſen wollte, "DVergnügt durch feinen ges 
liebten Brantweintrank, den er alle Morgen betend, 
oft kniend, in ſtarken Portionen genoß, gab er einem 
Adiutanten den Befehl, den Soldaten zu melden, 
daß fie ſich nun auch beluſtigen könnten; das hieß 
tn feiner Sprache, fie haͤtten! die Freiheit eine allge⸗ 
meine ne Plunderung porzenehen. Ein andrer edel⸗ 

dens 











— 26 su en 
nfenber General, der es gehört hatte, ilte dem 
djutauten nach und drohte + ihm mit einer Piſtole 
ı erfehleßen, wenn er biefen fchändlichen Bes _ \ 
hl, wie ee ihn. felber nannte PR bekanut machen = 
uͤrde. 

Suͤ dpreußen unterwarf ſich dem. Dreifis 
hen Scepter wieber, da ed alle Hofnüng zur Unab⸗ 
ingigkeit: durch die Ruſſen vernichtet fahe, und da 
e milde Preußifche Regierung allen denen eine 
änzliche Vergeſſenheit des Worigen und Begnadiß 
ung auf's Künftige verfprach y welche binnen 14 
‚agen die Waffen. freiwillig nieberlegen und in ihre 
yeimath zuruͤkkehren würden. Die mehrften Edel: ., 
ute und Bauern: nahmen diefe Lönigliche Einlgs 
ung an. Die Äbrigen entfernten ſich in's Ausland . - 
nd nahmen zum Theil unter den Srangofen Side J 
esdienſte. 

Die fremden Maͤchte begnägten fi jedoch nicht 
amit, die Ruhe in Polen wieder hergeſtellt zu has 
en, Sie glaubten auch nicht, an den von ihnen 
793 errichteten Zraftat mehr gebunden zu fein, 
ach welchem Fein Vorwand in der Welt, 
ein erfonnener Rechtsgrund, Feine vorfallende Bez . 
jebenheit zu einer fernern Theilung bennzt werden 
ollte. Dieſes fo feierlich gegebne Verfprecdhen ward: 5 
bon nach 2 Jahren-zuräfgenommen. Zu Ende des \ 
Jahres 1795 war die Vernichtung des Polniſchen 
Stars. beſchloſſen und vollendet, Rußland— 
Oeſtreich und Draußen eigneten ſich den immer 
noch aufehnliihen Ret eines > Yormalß fo mächtig ges 

weſe⸗ 


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⸗ 


⸗ 


BE 266 — 
—W 


Ze " wefenin Reiches zu, welches i im fießgehnten Jahrhan. 


derte den Ruſſiſchen Thron erſchuͤttert und den Oeſt⸗ 
reichiſchen befeſtigt, 1610 Mosfau erobert und 


‚2683 Wien von den Tuͤrken befreit hatte, Preus 


⸗ 


Ben erhielt bei der Aufldfung Polen's diejenige 


Spizze von Sampgitien, welche Durch den Fluß 


MNiemen und durch Dflpreußen gebildet wird, einen 


Theil. der Woiwodſchaft Troki in Litthauen am 


linken Niemen⸗Ufer, faſt ganz Podlachien und 


das mehrſte von Maſovien in Großpolen bis au 
den Bug und die Ppilica, (wozu Warſchan uud 
Praga mit gehören); nebſt dem 1793 noch nicht 


‚erlangten Theil yon Rama, nnd einer kleinen 
Spizze der Woiwodſchaft Krakau au Oberſchleſi⸗ 
„en's Grenzen, Diefe. Stuͤklke wurden theils zu 
Schleſien, theils zu Suͤd⸗ uud Oſt preußen 


geſchlagen; das aͤbrige groͤßere Gebiet aber zu einer 
beſondern Provinz unter dein Namen Renz ſt⸗ 
preuß en eingerichtet, Die Groͤße des neuerworb⸗ 
nen Landes kann bis jezt mit noch minderer Sewiß⸗ 


heit als bei Sudpreußen beſtimmt werben. Der 


neueſte geographiſche Befchreiber deſſelben, der Herr 


von Holſche hält So Quadratmeilen für bie 
wahrſcheinlichſte Summe des Flaͤchenraumes. 


Yuf eine ruhigere Art hatte Friedrich Wil 
helm II. bereits. fräher 2 Fainilien⸗Laͤnder mit 
feinem State vereinigt, bie ſchon zmal von Brans 


denburgiſchen Kurfüriten aus dem Hohenzollerfchen 
- Kaufe beherrfihr, aber eben fo viele Male an jüns 
' ser Pringen venheiu werben waren, Der Kurs 


fuͤrſt 








rſt *). Joachim Friedria erbte fie 160%, trat 

: aber im nämlichen Jahre an feine Brüder Chris 
ian md Soahim Ernft ab, Diele flifteten 
e beiden Linien, welche bis auf unfre Zeiten beftans 
n basten. "Die erfle, die Bareutifche, ftarb - 
765 mit. den Markgrafen Friedrich Ehriftian. 
8. Es wer damals nur noch ein einziger Prinz 
m der andern, der Anſpachiſchen Kinie übrig, 
r noch lebende Markgraf Chriftian Frie drich 
arl Ylerander, welcher 1736 geboren, 1757 
ir Regierung des Fuͤrſtenthums Anfpach gelangt, . 
nd 1769 Erbe von Bareut, folglich einziger Bes . 
errſcher der. Brandenburgifch » Fraͤnkiſchen Yänder 
eworden war. Da er feine Nachkommen. hatte, 
nd fein Beben forgenfreier, ‚wie er felber ausdruͤklich 
cklaͤrte, zu genießen wönlchte, fo übergab er in feis 
em sölten Jahre die Regierung feinem naͤchſten 
Seitenmerwandten, dem Kbnige Friede ich Wil⸗ 
eim;. Die Abtretungs⸗-Urkunde iſt von ihm zu 


WR 


zordrauxr, wo er auf Reiſen war, am 22. De 


ember 1791 unterzeichnet; er ſaget im Eingange 
erſelben, Daß er ſchon laͤugſtens aus dem wich⸗ 
igſten Beweggruͤnden den Vorſaz gehabt has, ſich 
ver Regierungs⸗Geſchaͤfte, ſo wie aller damit vers 
müpften Sorgen und Beſchwerden zu entledigen, 
nd den Reſt feinen Tage, fern von ſolchen Kümmers 
iffen, am an einem Drie, ben er aa Gefallen erwaͤhlen 
wolle, 


‚*) Siehe den 3. Band biefer Oeſchichte ipeite Auflage 
Brite 169 und 170. 


— 


I , . di — J 
tolle, in Ruhe Cizerigen. Jezt fi er feft ent: 


/ 


ſchloſſen/ dieſen Vorſaz audzwfähren, ’ Durch ein 
Patent vom,3. Santıar 1792 machte der VPreußiſche 
Hof- dieſe Veränderung den Einwohnern der: Fränfis 


ſchen duͤrſtenthuͤmer befaunt, worauf der Minifter 


non Hardenberg die Huldigung im Nunien des _ 
j Könige empfing. Auch über. diefe Länder weichen 


die Angaben der Größe ſehr von einander ab. Einige 


aͤltere Geographen rechueten fie zu 160 Quadrat⸗ 


meilen. Gaspari nimmt 145, Mandel 126; und 


Leonhardi nur 119 Quadratmeilen an. 


Im Jahre 1796 und 1797 ernenerts der König 
als Burggrafvon Nürnberg einige alte Ans 
ſpruͤche auf mehrere, Stüfle: des Nürnberger Gebies 
tes, und nahm nicht bie Die Vorſtaͤdte Göftenhof 
und Wöhrd, fondern auch einen Theil bes reiches 
ſtaͤdtiſchen Güter in Befiz, welches zufammen fo aus 
fehnlih war, daß der Ruͤrnberger Rath feinen Ver⸗ 


luſt an. Einfünften auf 100000. Gulden berethuete. 


Zugleidy dehnte Preußen. die Landeshoheitärechte anf 
alle im. Umfange der Fruͤnliſchen Fuͤrſtemhuͤmer ges 


legenen Reichörikter aus, die ſich Bis dahin als 


anmüttelbare, freie, keinem Megenten ‚auterworfene 


Gutshewren betrachtet. harten, Preußen behauptete, 


daß fie fich nur in den. Horigen Jahrhunderten, durch 
mancherlei Zeitumftände beguͤuſtigt, Aach und nach 


‚der Obergewalt der Brandenburgifthen Markgrafen 


entzogen, und weil es leztern an gehoͤriger Macht, 


fie zu bezwingen, gefehlt habe, ihre Unmittelbarkeit 


behauptet Hätten,“ Dieſem Grundſaz zu Folge wurs 


⸗ 


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— 563 — ——— 


5 Brenn Geits ie in. Bartinfhen ins 5 


ſpachiſchen eingeſchloßne Nirtergäter, Beſizzangen 
3 Deutſchen Ordens, und fremde Heirſchaften 
ter die / Landeshoheit gezogen, ber Ritterſchaft eine 
idſtaͤndiſche/ von dem Konige abhaͤugige Verfaſſung 
geben, und jede int Preußiſchen Gebiete vorge⸗ 
ndne Reichsanmittelbarkeir aufgehoben. Hieraus 
tſtauden zwar viele Klage ver Ritter; und enge 
deutende Nachbarn⸗ als Bamberg, dio Fuͤrſten Ho. 
shemlöge: und. andte erhoben Widerfpruͤche; ' vet 


eichähjefrarh in Wien⸗ etließ Mandate gegek Preus 


1 Abor der Berliner Hof achtete dies alles nicht, 


harrte ‚bei feinem: Siftem, ſchloß mit / den Nahe | 
wrn, idie dazu geneigt waren, ftiebriche Vertraͤge⸗ 


td. ſezto gegen die uͤbrigen feine Mäastegeidurde " 
Aus den bisherigen Mathrichten son dem XLaͤnder⸗ 


wachſe des Preußiſchen States iſt zu erſehen, daß 
riedrich Wilhelm IE, Binnen‘ 12° Zahren an | 

900 Quadratmeilen neues Land erworben) und an· 
Millionen ‚400,000 neue Unterthauen gewonuen | 


abe, Er erhöhte alfo die Staröfräfte beinahe -unt 


in Drittel, und hinterließ feinem Nachfolger ein. 


hebidt won 5300 Quadratmeilen, nebſt der Ausficht,, 
ie auch nicht taͤuſchte, durchdie Aufhebung der geiſt⸗ 


chen Guͤter in Deutfchland‘ fine Def zzungen noch u 


erner zu vermehren. 


- 


Nachdem wir‘ me Meberficr ver vornehmſten 


Berbändlungen Breußens im Auslande gegeben has 


ven, fo wollen wir unfre Blikke auf dad Junere des 


preatiſchen States Fügen, © kurz die Regierung‘, 
Ä nn Frie⸗ | 


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-”, geieorich.Wilhehmd.It war, fe-ridhalig 
war ſie doch an wichfigen Muftritten , Veraͤnderun⸗ 
gen und Vorfaͤllen, welche noch die Aufmerlſamkeit 
dog Nachwelt feſſeln werden. Wenn einige mut durch 
ihre Sonderbarkeit auffielen, 10 waren Andre: dafuͤr 
geeignet, dem regen Geiſte ‚einer, fortſchreitenden 
Verbeſſerung, der die Preußiſche Regierung belebet, 
| ein ehrenvolles Denlmal gu fezzen. Dies iſt nicht 
-" gu erkennen: Preußen hat in jedem Face, in jeden 
 Kollegie, in jedem Stande Männer‘ aufzureifen, 
= - welche hohe Talente mit. feſtem Willen, Reunentife 
mit Erfahrung, Chre cuit Vaterlandsliee oereimis 
gen, und eben fo viel Glanz anf den Poften, auf 
welchen «fie-{tehen , zuruͤkwerfen, als ſie von, ibm 
empfangen. Und bet König, dies Zengniß wird 
ihm Mit s und Nachwelt nicht verſagen, war geneigt, 
— allen gründlich durchdachten und wohlgemeinten 
Rathſchlaͤgen zum Velten des Landes Gehoͤr m 
geben, wenn nicht Leldenſchaften einiger viefgelteu: 
.-" pen Günftlinge ins Spiel zamen. So entfanden 
auch in diefent Zeitraume Cinrichtungen, die dem 
Herzen bed Königs zur Ehre, dem State zum Nuzs 
„ge, und noch. ven Fünftigen Gefehlechtern zum @peile 
gereichen. EEE 
2m Kriegsweſen wurden bedeutende Veraͤn⸗ 
derungen gemacht, von denen viele gewiß den Na⸗ 
men wahrer Werbeſſerungen verdienen. Da der 
Slat an Ausdehnung zunahm, ſo wurden auch die 
Käfte zir Wertheidigung deſſelben verflärkt: Se 
dieſer Abſicht errichtete der König drei neue Infans 
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Ike Regimenter, gr gran gekleidete Iufelier⸗Ba 
llone, ein’Bardillon Huſaren von 5 Schwadronen J 
Franken, 1795 einen Tataren⸗ Pulk ja Auguſto⸗ 


— 271 I ua EEE 


in Luthauen von gleicher Staͤrke; fuͤgte den ſechs 
mpagnien der Fußjäger ı 786 vier ganz neue, uudd 


95 durch Vereinigung: der Anſpachiſchen Jaͤger 
ch Zwei: Randre bei, verwandelte das. Bataillon 
teenfen in Silberberg in ein’ ganzes Regiment, j 
d vermehrte 1797 DIE Artillerie auſehnlich. en 
ihre: 1788 erhielten fämmtliche Garnif on⸗ 
menter. eine andre Einrichtung and —8* 
ung. Sie wurden In lauter einzelne Baraillöne 
m drei Rompagnien serftäßfelt, und. im AU Iifan⸗ . 
rie⸗ Regimenter ſo verteilt, daß jedes deiſelben 
ut die alte amd neue‘ Garde md das Bataillon 
teenſen Ausgenommen) eins von dieſen uuter dent | 
amen Depotbataillon bean, Man zäylter 
3 Depot: Batuillone, und konnte ſie als die Pflanze - 
* der Regimenter betrachten. Sie blieben 
wöhhlkh , wenn auch das ihnen zugehörige Regi⸗ 
ent im Felde gegen den Feind’ fand, in ihren frieds 
den Quartieren, nahmen bie neu ausgehobnen 
antoniſten oder .angerrotbnen Ausländer in Em⸗ 
fang, kehrten und übten fie im Ererciren, "und 
hikten fie. nach vollendeter militärifchen Bildung 
am Regimente. : Eine gewiß fehr zwekmaͤßige und 
jbliche Anordnung, die fih dem Depot Soldaten 
adurch noch mehr empfahl, daß er in der Loͤhnung, 
ie hei den Garniſon : Regimentern ehenrald geringer 
var, jezt den Felblameraden völlig gleich geſezt 
wurde⸗ 


— 





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. , 


En m — | 
wurde. Bloß der. Umfanp; dag bie Depots Batails 
 Ione. gun ‚den Möften keine Aufklappen, und an ber 


, J Seite keine Degen tragen durften, . ſchien eme mins 


per ehrenvolle Arszeihunng zu fein, und gab zu 
manchen Seitenbliffen, oft zu Zaͤnkereien zwifchen 
den Rekruten, die mit Anfklappen geziert waren, 
und den alten gedienten Depot = Soldaten,« dener 
biefer Schmut mangelte, Veranlaſſung. Kurz ver 
feinem Tode verſtopfte aber. Friedrich Wilhelm auch 
dieſe Quelle zu Unannehmlichkeiten. , Seit, dem 
1. Oktober 1797 erhielt. jedeö Depot⸗Bataillon die 
gte Kompagnie, .befam die gänzliche -Negimentäs 
Uniform, nus feine Seitengewehre, und führte aus 
auch deu Namen: drittes, Muöketiern» Bataillon, . 
Jezt beſtand jede Regiment aus wier Vatoillonen, 


aus einem Grenadier⸗ und aus drei Musketier⸗Ba⸗ 


taillouen. Im Jahre 1787 wurden die Zimmerleute 
bei ſelbigen abgeſchaft, 1796 aber wieder eingefuͤhrt, 
and jedem Jnfaänterie-Regimente 24 ainverleibt. 
Die Unterofficiere wurden vermehrt, und 10 Scharf⸗ 
ſchuͤzzen, die mit kurzen Buͤchſen nachdem Ziel genau 


zu ſchießen abgerichtet waren, bei jeder. Kompagnie 


augeſtellt. Die Klejdungen. der Soldaten erfnhren 
wancherlei Umſtaltungen, bei Denen theiis veraͤnder⸗ 
ter Geſchmak des Erfinders, theils die edle, Fuͤrſorge 
des Koͤnigs, dem gemeinen Manne mehr Schuz 
gegen die Witterung und mehr Bequemlichkeit zu 
verſchaffen, zum Grunde lag. ‚Die. Roͤfle werben 
efwas ‚Länger und voller, die Krägen hoch ſtehend⸗ 
die Huͤte zweilkrempig und zum Niederſchlaen rare 
J on : Regen 


— 








— 
gen nud Some geſchitt verſerlget. Die le 
renadier.: und Zuͤſelier⸗Muͤzzen (die bei dir gen 
arde ausgenonmen) und die beſchwetlichẽn eifernen 
ruſtharniſche der Kuͤraſſiere verſchwanden. Die Dra⸗ 
ner verloren ihre Bajonnette. Zur Erwekkung größer 


wu 273. — F | F 


· Dienſttreue wurden ſeit 1793 goldne md 


ib erne Denkmuͤnzen, jene von 4. Dulaten, dieſe 
n 1 Thaler am Werthe ausgepraͤgt, und an Un⸗ 
rofficiere und Gemeine für ausgezeichnetes Beneh⸗ 
en vertheilt. Sie enthalten auf einer Seite den 


amenszug des Konigs, auf der andern einen: im J 


R 


ertrang mit der Inſchrift: Verdienſt um den J 


tat. Zur Verſorgung alter, verwundeter; Ute 


big geworbner Krieger hatte. Friedr ich IR wie 
kanm, ein Invalidenhaus zu Berlin arbaut; doch 
es konnte die große Menge ſolcher Veteranen, ‚nicht 


ſſen. Sein Nachfolger errichtete 1788 daher meh⸗ 


te IZnvalidensKompagnien, die in deu kleie 


ern Staͤdten einquartiert wurden, und bei unbebeus 
den Dienften, die fie noch zu leiſten hatten, ihren 


Interhalt fanden... Für die Officiere wurde aufeine ” 


huliche Art geforgt. Die, welche 20 Ighre mit 


zhne gedient, im Kriege Wunden empfangen, oder 


hne Schuld durch Ungluͤk ihre Geſundheit verloren 


atten, ſollten Stellen bei den Invaliden⸗ Some 
aguien befonumen, zu Civilaͤmtern befdedert oder 


nit: Jahtgehalten unterſtuͤzt werden. Faͤr Officier ·⸗ 
Wittwen errichtete der Koͤnig 1792 eine Wittwen⸗ 


Berpflegungötaffe, an welcher die eigentlichen Offz⸗ — 


iere und atzr hoͤhere und niedere Mitgliener des 


Onlad de Beh: 6 Ab: 1, U, , -© „Sri 


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gnegeiollegiums Theil nehmen wounten. Mad dem 
Range und dem Verhaͤltniß des Beitrages wurden 
den Wittwen hiedurch Penftondn von 56 bis soo Khlr, 
= quögefegt. Um die Ausbildung tüchtiger Ofſiciere 
im befördern, wurden bie von Friedrich angefangnen 
VJauſtitute erweitert und mit ganz neuen vermehrt. 
Die Militaͤr-Akademie wurde verbeffert, und 
‚die Kadertenfchule, nen organiſirt. Es gab von 
leztrer Art bereits vier Lehranſtalten zu Berlin, 
Potsdam, Stolpe und Kulm, in denen junge ver⸗ 
dweiſre⸗ arme oder auch andre adliche Kinder in allen 
einem Officier noͤthigen Kennmiffen unterrichtet 
werden. Im Jahre 1793 ſtiftete der König für Säds 
preußen zum Beflen von 100 Kadetten eine ähnliche 
Anſtalt zu Kalifh, Man zählte damals 260 Ka⸗ 


u detten zu Berlin, . 40 in Potsdam, 96 zu Stolpe, 


100 zu Kulm und eben fo viele'zu Kaliſch. Welche 
Summen hierauf verwendet wurden, kann man Ders 
„ans abnehmen, daß allein die Speiſung des Kadet⸗ 
tenkorps zu Berlin 16560 Thlr. koſtete. Ganz neu 

wurde 1788, die Ingenieur s Ulademie zu 
Potsdam geſtiftet. Die faͤhigſten Köpfe, deren Zahl 
aber dicht Über 18 ſtieg, wurden von den Berliui⸗ 


ſchen Kadetten ausgehoben und zu ausgezeichneten 


Ingenienren gebildet. Aaf den. Vorſchlag des ges 
lehrten und von ganz Europa geachteten Artillerie⸗ 
Generals von Tempelhoff bewilligte der König 
die Anlegung einer befondern Artillerie⸗Akade⸗ 


mie von drei Klaſſen für Officiere, Unterofficiere 
und w fihie Gemeine, Eigne kehrer „vom bene viele 
Officie 


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fielere-finb,; geben im Winterhafkjahre vont [Ob | 
er bis legten März in ber Mathemaͤtik und 
yſik, Geographie und Hiſtorie, in der Deusfchen; | 
> Sranzöfi ſchen Sprache, in der Philoſophie und 
Zeichnen Unterricht, welcher den Zuhörern nichts, 
bſt nicht einmal das Anſchaffen der Inſtrumete, 
hreib⸗ oder. Zeichen ⸗Maͤteriale foftet. Für dieſes 
es, ſo wie fuͤr eine dazu erforderliche Bibliothek 


v. 


d den phyſiſchen Apparat ſorgt die Freigebigkeit 


s Koͤnigs. Dieſe Milde iſt deſto wohlthaͤtiger, 
it ſie nicht bloß fuͤr Adliche, ſondern auch, ind: 
yar ganz vorzüglich für Buͤrgerliche beflimmt - iſt. 


ie verdienſtvollen ‚General s Chirurgen. Theden — 


d Goͤrke bewogen den König 1796 noch zu An⸗ 
zung einer andern gemeinnügzigen Anſtalt, zur Ers 
Hung einer Pflanzfehule, für Wundaͤrzte. 
in und achtzig Zöglinge erhalten freien Unterricht, 

den medicihifchen und chirurgifchen Wiffenfchaften, 


der Deutfchen, Polnifhen, Zranzdfifchen und | 


tteinifchen Sprache, werden praftifch in Beforgung 


r Kranlen geübt, und dfters auf eine Öffentliche on 


Beife geprüft, ” 

Eine Hauptverdnberung im Militärwefen war. : 
e Einſezzung eines befondern Negierungszweiges 
ber die. Armee. Friedrich der Große leitete den 
berbefehl über alles, was auf die Heere Bezug. 
atte, ſelber, und ließ die Ausführung durch die In⸗ 
»eltoren, denen miehrere Regimenter untergeorduet 
aren, beſorgen. Friedrich Wilhelm I. hin⸗ 
'gen errhtete unterm, 25 San 1787 ein eignes 

©2 . Ober⸗ 


— 276 * 
Obertete gekolletium, welches ben Felbmaw 
J ſchall Herzog von Braunſchweig zum Oder⸗, 
nd bein FZeldmarſchall von Mollendorf zum 
ice sDberpräfiventen bekam, in 8 Departementer 
‚eingetheilt, und zur Aufſicht über- alle mögliche 
+ nillitärtfche Gegenſtaͤnde bevollmächtiget wurde. Das 
rte Departement war über die Infanterie, das 2te 
Über die Kavallerie, das Zte über die Artillerie, das 
“ äte über das Feſtungsweſen gefezt; das Ste follte für 
. alled, was zur Verproviantimmg gehört, das 6te für 
bie Waffen und Belleidungen, das .7te für die Ju⸗ 
valldenfachen; und das $te für Mari: Magazins 
Revuͤe; und Ähnliche Angelegenheiten, fo wie für das’ 
Pots danmer Waifſenhaus forgen. Im Jahre 1796 
wurde die Cinrichtung dieled Kollegiums mehr ders 
einfacht, ein Theil feiner. Geſchaͤfte wieder, wie vor⸗ 
mals, den Generalinſpektoren übertragen, und die 
Zadhl der Departements anf die Hälfte vermindert, 
. Die drei’ erfien Departements, dad ganze Ste and 
ein Theil vom gten warden in eins gezogen, und mm: 


I Erſtes Departement des Oberfriegstols 


legiums benannt. Das ehemalige oͤte wurde jezt 


— das 2te, das 7te dad zte, und das vorige Ate erhielt 


den Namen: Ingenieur-Depattement. Das 


"lb: Konſiſtorium, die Kriegskanzlei, die Kadettens 
korpo und’ bie vorher angeführten neu geftifteten 


- Meädemien und Anftalten wurden ebenfalls Dem 
Kriegskollegium unterworfen. 

Eine gleiche Sorgfalt verwendete der König auf 
die Fortdauer und Verdefſeruug der bärgertii hen 


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"che: Die/ eilfanfe und enrtrefiihfle Einrich⸗ 
tund;5: welche ſeine Rogierung Außzeishnet, . und 

Wwelche allein ſchon fähig iſt, ſein ˖ Andenken bei per 
VBachwelt zu erhalten, iſt vie Vollendung und Ein⸗ 
faͤrung eines neuen Gefezbuchess für. vie, 

‚ Yraufifcgen Staten. Die Ehre, ber erfte'Wißeber. 
eiurs Werkes zu fein, weiches zum Gluͤk der Möller 
mehr deitraͤgt⸗ als · gehn gewonnene Schlachten, ges 
bin dem. großen Friedrich, anf deſſen Befehl 

nunter dem Worfiz des Großkanzlers von Carnrer 
berrits 1781 eine beſondre Geſezkommiſſi en 
errichtet, und mit beus Geſchaͤfte, eine · Sammlung 
goelmäßiger und für die gegenwaͤrtigen Vedärfuiffe,‘ 

paſſender Gefezye zu beſergen, beauftraget wurde. 
Im Aprik. 10784 erſchien der Entwurf. zu⸗ einem allge⸗ 
meinen GSeſezbuche, ‚weichen dieſe ſachverſtaͤndigen 
Maͤnuer ausgearbeitet hatten. Um ſich jedoch bei 
einem Vorhaben von folcher Wichtigkeit ·beiuer Ueber⸗ 
eilung und’ keiner Amaßung fchuidig zu machen, fo ” 

_  warbe'der Cumpurf dem ganzen Publikum zur Pi 
füng vorgelegt; jeder, der Einſicht und Keummiß 
er ‚zur Unterfichung Aber die einzefnen ‚Gefege . 

fchläge aufgefordert, und dem Merfafler Dr 
gruͤndlichſten Abhandlungen hierüber eine Belohnung: 
bon 30 oder 25 Dukaten zugeſichert. So lange 
Zriedrich lebte, ſchritt man raſch und eifrig auf 

/der betretnen Bahn vorwärte; ‚und od er’ gleich das 
Ende davon nicht ſahe, fo unterbrach ſein Tod die 
ſchon weit vorgeruͤkte Arbeit: keinesweges. Von eben 
dem Sie fr die s anorg der Gerechtigkeits⸗ 

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pilege Seele) befahl Friederch Bilgrim m- 
bald nach ſeiner Thronbeſteigung unterm 27. Auguſt 
1786 dem: Großkanzler Carnier, unermäder mit 
ven Arbeiten am Geſezbuche fortzufahren. Im An⸗ 
fange des Jahres 1791 war. dies große Werk ganz 
vollendet, es wurde in drei Theilen gedrukt, und 
ſollte nach einem Ebniglichen Befehle vom 1. Jank ' 
1792 an im ganzen Lande Geſezkraft hip 
Ploͤzlich aber wurde: diefer Befehl wibersufen, und 
‚der Termin der Einfuͤhrung auf eine uubeftinunte 
Zeit hinausgeſezt. -- Eine Allgemeine Verwunderung 


donnte ſich dia Urſachen des veränderten kduiglichen 


Entfchluſſes nicht erfiären, ſchon fürchtete mim, bie 
ganze Sache möchte surüfgenommen fein, Auch bis. 
jezt iſt man von dem eigentlichen: Hergange und vor 
Der Veraulaſſung dieſer Stokkung nicht deutlich un⸗ 
| terrichtet.“ Nur fo viel: uerkte man, daß die despe⸗ 
sifche Wöltnerifche Partei gegen mehrere Grund⸗ 
ſaͤzze, welche in dem neuer Geſezbuche, varnaͤmlich 
‚über Religions ſachen aufgeſtellt waren, die hoͤche 
nzufriedenhait aͤußerte/ und daß auf ihren; Vetrieb 
die Hemmung eintrat. Es wäre, hieß es, eine moch⸗ 
malige Durchſicht noͤthigz dieſes hatte zum Heil für . 
die Menſchheit zwar nicht. die Felge, daß das Ge⸗ 
fezbuch unterdruͤkt, aber doch Die, DaB mancher Past 
ragraph darin abgeändert, und (welches immer bes 
merkenswerth iſt) der Titel: Geſezb uch, mit eis 
nem andern vertauſcht wurde. Man nannte es num? 
Allgemeines Kandrehr für. die Preußi⸗ 
ſchen Staten. Pe Rraveasg som 5. Februar 
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"yroh beflinmite; daß es mit ver. FR 1794 a 
ben Gerichtshoͤfen groͤßteurheils angenommen wer⸗ 
den, einige Stuͤkke aber erſt vom 1. Juni 1796, und 
dann nach einem nochmaligen Aufſchube vom r. Juni, 
1797 an gelten ſollten. Endlich wurden alle Hinder⸗ 
niſſe beſeitigt, und nach dem lezten Zeitpunkte leine 
weilern Verzoͤgerungen herbeigefuͤhrt. 
Friedrich Wilhelm II. war für ſeine Perſon 
gerechtigkeitliebend, wenn gleich einige Guͤnſtlinge 
ein Paur Mal gewaltige Eingriffe in bie Gericht⸗ 
pfllege thaten. Schoͤn und edel find feine Morte in 
einem Schreiben an den Großkanzler: „ich weiß, 
ndaß ihr, ven ſo wie ich, das Unrecht nicht leiden 
Aoͤnnt. Ich ermuntre euch, auf dem Wege des 
Rechts fortzugehen, unbekaͤmmert, was unherufne 
ATadler nu8:.mancherlei Abſichren ſagen moͤgen. 
Bemuͤht euch. daher, den Ton ber ſtrengſten Unpar⸗ 
ateilichkeit, der alle Preußiſche Gerichtshoͤfe bishher 
‚io. reſpektabel gemacht hat, ferner darin ſtets harte 
aſcheund zn erhalten. Die Bauern⸗Prozeſſe find eine 
„Peſt für das: Land; der Qutöbefizyer wird dadurch 


_ 


„gemeiniglich ohne Noth fatiguirt, ver Bauer aber u 


„an. den Bettelfiab gebracht,” Die leztre Bemer⸗ 

kung zeigt, daß Friedrich Wilhelm in Auſe⸗ 
Kung der. Bauern andre GSrundſaͤnze als ſein großer 
‚Woiyänger angenemmen hatte, Der Bauern⸗ 


tbnig.if tedt,: wurde bald in manchen Gegenden u 


faſt eine ſprichwoͤrtliche Revensari. Wenn es nicht 
zu laͤugnen iſt, daß unter Friedrich mancher Miße 


brand von Don Erf du Banane Ein | 
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| geffen beräßt wurde; ſo ging man piece wa ac 
feinem VTode anf ber andern Seite plögkish: zu we, 
indem man. durch Haͤrte, die "dad tlg wicht ners 


ſchrieh, den Dörffchaften Schrek und Furcht ein⸗ 


‚jagen wollte. Hiezu kann men bit Amwenduing der 
Spizruthenſtrafe, bie: nicht gegen" einzeime 
"Bauern, fondern. fagar ‚gegen ganze Gemeinheiten 
gebraucht würde, rechnen. Das Gaſſeslaufen übers 

haupt gehört zu den Barbareien, welches mit ner 


 .Kipstur.in eine Klaſſe zu ſezzen iſt, welches nicht 


fuͤr Strafe gehen kann, ſondern Grauſam keit 
‚ ‚genannt, werden muß, welches keinen einzigen ver⸗ 
1. nruftigen. Zwet ‚hat, Feige: einzige heilſame Wirkaug 
chtrovorbrirgt, welches nur. zur tigermaßigen Berfleis 
ſchung des menſchlichen Korpers, ze zur Qual er⸗ 
fonnen wurde, und als ein Reſt ser Nohheit · ſcheu 
yon dem Militaͤr⸗ Stande verhannt werben: ſollte, 
“mie feinem. Rechtsvorwande aber in die bürgerliche 
Werfaſſung eingeſtochten werden darf. Dem kein 


> Sefch in der Welt kann ein echt haben, den 


uwanderu zumaytern..-Unb. ei Seſez, welches ders 
Aleichen Berorönete , wäre Sein Seſez, keine aus 
ter Natur des Vuͤrger⸗Vereins hervorfließende, mad 
von wahrer MBeiäheit geleitete Vorſchrift — 
rhaliens, ſondern Wiukur, Machtſpruch, Gewalt⸗ 


u chaͤrigkeit. Auch hatre noch kein bärgerliches Gefag: 


ubuch Die Strafe des af ſealaufrus für irgend 
rein befkimimets. Vergehen fefigefegt,. ſolgich 
‚ tonute auch kein ECwitig geſeimaͤßig mit einer 
‚tele. Sue: ——— eur m ‚naher 


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— 110. 


A⸗dafolgeude, wob zugleich empörende Ber | 
bet, menſchtich empfindeyden - Semürherie” erregen, 


ganze Dorfſchaften wie leibeigne Skladen entkleidet 


* die ſchlachtenden Reihen mit Spizruthen bewafne⸗ 


ser. Soldaten eingetricben zu ſehhen. Und daß dieſes | 


wirkiich 'gefcheben fei, Tan der Derfaßer diefer &iß 
ſchichte als Augenzenge..beweifen. Cr hat ih 
‚mer anfehnlichen Stadt cite ‚ganze Bauerngemeine, 
orunter mehrere abgelebte Greiſe waren, diefe um 
hürgenliche Strafe erdulden gefchen, doch darf ex zur 


Ehre ver Befehlchaber nicht. verſchweigen, daß fit 


‚alle · mogliche Linderung, bie. ie ihrer Macht ſtand, 
auließen. Immer blieb es doch ein Anblik, der bie 


Menlchheit beleidigte, Ind. die fanfteflen Beurtheiler - 
ſagten unbebeuflich, ts ſei keine Strafe für Bürger 


und Mauern. Wer je ein Zuſchaner: ainer foldhem 
Bon gebe, nie: miebertehrenden. Scene geweſen. iſt 
leun unmöglich. enderd urtheilen, weun er einen 
‚Kopf. zu denken, und ein Herz zu fuͤhlen har. Daß ein 
ſtriegsheer Thme jenes barbatiſche Spizruthenlaufen 
in vollkaumner Ordnung erhalten merden koͤnne, be⸗ 
weiſen die Frenzoͤſiſchen Armeen,: bei denen eime 
ſelche Barbarei unerhoͤrt iſt, Hub Die in Abficht der 
Bucht, des ſtreugen Gehorſams, Der puͤnktlichſten 


Guborbination in Dieuſtſachen mit jeder Europdis , 


"en Armee wetteifern. Das Hamoͤverſche Land, 
weiches. freilich auf bie feinfe Art und gleichſom 
methodiſch von Fraulreich anuegeſogen und entnerys 
wird, hat jerach Seine Urfache, aber Mangel an 
Biscipfin der Sranzöfifchen Kragen, die feit dem 


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< | — 234 — 
Er, er ſchon 1787 In Mefptrnßen, Binkanck; Bran⸗ 
— denborg und Franken leheutende Stutereien anlegen, 
man sus der Moldau mit großen Koſten die ndthigen 
Zachtplerde helen. Die erfopderlicen.. Befchäler 
werden hieraus ſewohl zum Veſien der Kavallerie, 
als auch der Atlerban Plotde in allen Provicuen 
bemthen. 3 
Die Beſdederung des Sridtiſchen Gewerbes 
warr⸗ gleichfalts nike hinen angeſezt. Die Sees 
bandlungs gefelIſchaft, welche Zeiedrich 
ber Große 1772 auf ao: Jahle errichtet, zu: 2400 
Allen. jede ju Fam tae bekinmg, und welche 
den Theilnehmern in guten Jahrer ihtn Kapitalien 
an 19 Peocent verinrreſſert hatte, wunder, da ihr 
Privilegium bereits ſeit ejnigen Jahren erlofchen 
war, yon 1. Januat 1796 an auf 12 neue Jahre 
beſtaͤtiget. Fuͤr pie, Vermehrung des Seinem 
bamed.:ftiftere ber König. eine beſondren Könmiffion, 
Regen Danpı der Graf von Herzberg auch nach 
Niederlegung feiner Diinifienftele bis au feinen Tod 
Plieb, dies war von je ber, eine Lieblingẽbeſchaͤfti⸗ 
“ns, dieſes aroßen Statsmannes. Su ber Solge 
. hörte die Kommifßen, ‚aber nicht die Sache anf, bie 
Geſchacte wunden den? Kammer; Departement übers 
"gehen „ bei welchem man auch-eine eigne Tech wis 
"fe Deputation anfiellte, Fuͤr die Velebuug des 
ftifers zut Seipenbaus Kultur. wies · der Rhnig:anfer 
den ſchon von Fraed rich beſtimmten Prämien noch 
gybtrar dentli · he Sommen am Eben fe:fihoß er 
"he abemi guucu Keſten ur: Ainegeng von 
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©pfätinafihtirn für Zanamwol d vor. Dae Generate Ä 
_ Direktorium, wurde beauftragt, die Belohnungen für, 
ausgezeichneten Kunſtfleiß im Akkerbau/ sabritweſen “ 
und Haudel ferner zu ertheilen, und dieſe Zweige der 
bürgerlichen Thaͤtigkeit immer mehr anszudehnen J u 
und zu vervollkommnern. Man ‚Hagte häufig über 
bie. fchlechte Befchaffenheit ber Wege im Branden⸗ 
butgiſchen, Schleſiſchen und in Weſtfalen, worauf 
Friedrich wenig Sorgfalt vezwandte Jezt fing man 
an; dieſem Mangel abzuhelfen. In Schleſien, Bran⸗ 
dendurg, Magdeburg, Halberſtadt und in Weſtfalen 
wurden mehrete Kunſiſtraßen⸗ Ehauſſeen wenarnnt/ - 
„ angelegt, — Zu 
Ein Hauptwunſch, welchen die erſten Echrift⸗ | \ | 
ſteller der deutſchen Nation Jaut, und mit unwider⸗ 
leglichen Gränden unterſtuͤzt, ‚geäußert hatten, die 
Lotterie, dieſe Peſt der bürgerlichen Wohlfahrt, 
vernichtet zu ſehen, wurde nicht erfuͤllt, ungeachte 
fi gerade ſezt die bequemſte Gelegenheit dazu zeigte. 
GSie war) bisher verpachtet, die Pachtzeit ging. zw 
Ende; man konnte dieſem giftigen Wurme, der wie 
in freſſender Krebsſchaden am Gluͤkke zahlloſer Fa⸗ 
milien immer tiefer naget, den Todesſtoß verſezzen. 
Aber leider taͤuſchte die ſchone Hofnung. Sie wurde 
zum:; Beſten einiger wohithaͤtigen Anſtalten, als be 
Imaliden⸗ Wäifen« und: Kranfenhaͤuſer auf fönis 
gliche Mechnung verwaltet; um den Grundſaz In - 
Ohren zu halten: laſſet und Bbfed han, Damit Gu⸗ 
tes herauskomme. Geſtattung der Lorterie fdeint 
a wit einer in allen Tyeit en vervolltommn⸗⸗ | | 
Rn | BE’. 


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gem Stattzherwaltung durchaus nie: vertragen m. 
Bonien; und kein Land kauu ſich von allen Mängeln, 
benen leicht abzuhelfen wäre, frei fprechen, ſo lange 
bie blutſaugenden Lotterien dariu noch gedulde 
werden. oo. 

Eine andre aitſalente Inkonſequenʒ waͤhrend 


— dieſer Regierung wor die wieder angefangne, und 


aur durch den nahen Todverhinderte gaͤnzliche Wie⸗ 
gereinführung - der Tobaksadminiſtration. Es iſt 
‚oben erzählt, mit welchem. Ernſte ſich der König 
nach feiner Thronbefleigung gegen die Tobalss 
verwaltung erklärte „wie hart man gegen Anz 
derödenfende verfahren: wollte,. und mit welchen 
grellen Farben man die Abſichten derer, die Frie⸗ 
drich's Siſtem vertheidigten, ſchilderte. Im Jahre 
2797 lobte und billigte man auf einmal das, was 
an 1787 fo heftig, fo bitter getadelt, mit folchem 
* verworfen hatte. Unter'm 7. Auguſt 1797 
ein koͤnigliches Edikt, die Herſtellung des 
—*8* mit Tobak von Seiten einer im Nas 
men des Königs. verordneten Verwaltung. Mehrere 
Umſtaͤnde machten dieſe Maßregel druͤkkend und ge⸗ 
haͤſſig. als man 1787 die Aominiftration abfchafte, 

. soniden zur Dekkung ver Löniglichen Einkünfte meh⸗ 
rere Lebensbeduͤrfniſſe von der erſten Nothdurft mit 
erhöhten Abgaben belegt f wodurch die Kaffen ans 
ſehnlich gewannen. Dieſe erhöhte Acciſe 
blieb, and der Deut der Tobaksverwaltung kam 
nun noch dazu. Viele Kaufleute hatten große Sum⸗ 
men angewandt, um Robapefabriten zu erbauen und 
einzu⸗ 


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einzurichten; jegt follten fie dieſe gabeiten meht wicht, 
benuzzen, ‚nicht einmal mehr gebrauchen; ihre Kapie. . 
talien waren alfo weggeworfen; noch mehrs-fie mußg - 


ten alle ihre Waren: Vorräthe hergeben, man nahm, 
fie mit Gewalt weg,. und zahlte .‚gluen Entſchaͤdi⸗ 


. gungds Preis nach bloßem Belieben. Die Fabri⸗ 


kanten beſchwerten ſich in gruͤndlichen Vorſtellungen 
uͤber dies willkuͤrliche Verfahren, ſie beriefen ſich 


auf Die ausdruͤllichen Verſprechungen des Kbeigh, 
daß niemals wieder eine Adminiſtratin taten 


finden ſolle, fie erklaͤtten, Haß ſie im Vertrauen auf 


von Jebalefabtilen verbraucht hätten. s :;Yber die 
Königlichen Günftlinge forgten dafür ; daß auf alle 


ſolche Beſchwerden nicht „gehört, ‚nicht. geachtet 


wurde. | 


Angenehmer iftdie Erwägung deffen, was Grit: 


drich Wilhelm II: für die Aufnahme der- Schus - 

len, Wiſſenſchaften, gelehrten Gefellfchaften, Käufe 
und. Öffentliche Denkmaͤler that, oder than ließ, 

Seine Verdienſte um alle dieſe Gegenflände fine . | 
fchon. oben ‚angedeutet worden: hier noch ein noͤthi⸗ 


ger Nachtrag. Friedrich Wilhelm liebte und 


hete bie beutfche Viuſe und Gelebrſamleit, welche 


fein großer Vorfahr aus kleinlichen Vorurtheilen 


wenig beguͤnſtigt, und oftmals ſelbſt verachtet hatte. 
Der Brandenburgiſche Dichter Blum erhielt aooo 


Thaler zum Bau eines laͤndlichen Wohnſizzes. 


zleim und viele andre wurden durch Belobungs⸗ 


Hreiben geehrt, und mehrere, durch, Belohnungen 
ermun⸗ 


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"denen gaiten nicht rellgidfe Worurtheile und 
thdrige Geiſterſchwaͤrmer ‚fein Urtheil irre geleitet, 
und ihn gegen viele verdienſtvolle Gelehrte eingenom⸗ 
men, fo w ürde das Deutſche Genie fi. noch größes 
Fer Unterſtuͤzzungen von ihm erfreut Haben’ Seinen 
Ernft, die Atddemie der Wilfenfhaften, 

die mitten in Deutſchland den Dentichen eine Stief⸗ 

- matter war, wieder Ihren rechten Kindern zugänglich 
u) wäzlich zu machen, zeigte Die Ernennung vater⸗ 
mudiſcher Gelehrten zu ihren Mitglieder und die 
‚Merorbaung einer befondern Atademiſchen Depntas 


2 


J tion vomn Jahre 1792, die ſich mit der Bearb ei⸗ 


gung und: Ausbildung der Deutſchen 
Sprache beſchaͤftigen ſollte. Er begnuͤgte ih 
nicht, die Afanemie der. bildenden Känfte 
und‘ mechaniſchen Wiſſenſchaften wieder 


— hergeſtellt zu haben, ſondefn er ließ fie‘ zugleich zu 


einem Lehrinſtitnt im Zeichnen und in der buͤrger⸗ 
lichen Bankunſt einrichten. Gemeine Lehrlinge und 
Geſellen, Arme ‚and "Unbemittelte Eonnten- cben for 
weohl als gebitvete "und reiche Zöglinge daran Theil 
= nehmen und'bei. ihr Unterricht empfangen, Faͤhrlich 
. werden vorzuͤgliche Kunſtwerke, \ald Zeichnungen, 
Gemälde, Modelle, Kupferſtiche, Bildhauerwerke 
und dergleichen zur Beſchauung und Veurtheilung 


ves Publikums etliche Wochen hindurch oͤffentlich 


ausgeſtellt. Seit 1793 iſt es herkoͤmmlich, daß 
auch Handwerker und Fabrikanten ſolche Arbeiten, 


die durch Neuheit in der Erfindung oder Form, over 


= vun eintn bohen Grad der Bolenbung und Geſchlt⸗ 
\ lichtet 


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ncwrrit der qfmtſnatet⸗ vnn — u. 


Mkadensifepen Ninfichts‘ ». Audfelangen - ehifniven; 


'Nac dem Muſter von: Berlin find in allen Buugee 
ſtaͤdten der Provinzen Beichen ſchulen ee 


worden. 


Unter dem Sue und mit Genehmigung‘ ss | 
Köuigs entftenden in -Brandenbärg, Preußeh und 


ver Grafſchaft Mark einige gelehrte Geſellſchaften, 


welche bie Belebung des Gemeingeiſtes zur ers 
ſchenrettung, und die Vefoͤrberung des Forifihreitrus 


im dkonomiſchen, phyſiſchen und litterariſchen Zu 


zur Abſicht haben. So -beftdtigte Der Koͤnig 1: l. Du 


das Berlinifhe Rotiungs« Inſtitut, un 


die Halberftädefche Litterariſche Geſellb 
ſchaft, nachdem ſich bereks 179 zu Potsdam:die 
Maͤrkiſche Dekonomiſche Geſellſchaft um 


‚. ter. Sniglicher Autoritaͤt gebildet hatte. Einer an· 
dern Verbindung, der naturfornſchenden We. J 
- fetifpaft za Berlin, ſchenkte der König: ein großes 


wohl eingerichtetes Haus. Zu Meohrungen:in 


Preußen und zu Hamm in Weſtfalen errichteten 


1791 einzelme Maͤnner aͤhnliche Geſellſchaften/ die 
bald durch Friedrich Wilhelm's Milde dem 
Karakier Öffentlicher‘ Inſtitute annahmen. 


Der Errichtung des Oberſchulkollegi ums 


J im Jahre 1787 iſt ſchon oben gedacht. Man ver⸗ 
ordnete darauf auch Prodinzial/ Schulkollegien, 


ob dieſes gleich mehr eine neue Benennung, als 


eine neue Sache war. Denn die Unterkonſiſtorien, 
welche von je her die Aufſicht über die Schulen ges. 
sauus Dr. Geſch. 6. Thi. U, führe 


8 





\ 2 d 


en ar en 2 


Kihrt, vbatten, athleites nur den Titeljafare ‚Sthuls 
- Ioklegien, ‚Seit 1789 gebot der König, die Schu⸗ 
lex, welche: finbirene Aondlge,; worher eutmeder auf der 
Gpalg ſelbſt. ober bei ber Andunft auf der Univerſi⸗ 
taͤt zu "prüfen, Das Gebot jſt gut; nur wirft es 
nicht viel, weil es Schlafwege genug giebt, :e6, uns 
kraͤftig zu machen. Birdnugsanſtalten für niedre, 
beſonders laͤndliche Schulen, gewoͤhnlich Seninas 
raen genaunt, gab es ſchon vorher. in audern tin 
Yu. NAber Preußen: that eimen. Schrift mehr ; 
Yepre auch Sewinarien, für ‚gtlehrre Schulen am, 
Das erſte davon wurde zu Berlin unser der Leitung 


Reh: bekaunten Schulz und Konſiſtorialrachs Gedicke 


eingerichtet, welchem bald. ein.andred zu Bredlau 
garhgebildet wurde. Die Sorge für Landichulfehrer 
Warde daraher nicht demeſſen. Zu Berlin; Zällichau, 
| Konigsberg, Stettin, Kloſter Bergen und andern 
Orteu errichtete und vervolllommnete man die Lands 
ſchul⸗ Seminarien. ‚Die. Univerfitäten. und, einige 
Schulen erhielten theild zur beſſern Befoldung ihrer 
Lehrer, theild zur Erhaltung und Verfchönerang 
ihrer . Gebaͤude, theild zu nuͤzlichen Einrichtungen 
anfehnliche Geldzuſchuͤſſe. So wurde der Univerſitaͤt 
Halle eine jaͤhrliche Vermehrung ihres Fouds von 
7000 Thalern zugeſichert, dem Zuͤllichauer 

Waiſenhauſe eine Summe, von mehr als 20000 
Thalern zur Bezahlung feiner Schulden gefchenkt, 


and den Schulhäufern zu Brandenburg, Frank 


furt und Schmiedeberg eine freundliche und 
ſchoͤne Geſtalt gegeben. 
J Uuter 





, ‚Unter, dieſem Khnige- wunde 206. eine, Saul⸗ | 
von eigner Urt, wopon beine biäher i in ben Preufte 
fchen Staten vorhanden war, eine Schule, ‚zur Er⸗ I 
forſchung und Heilung der Vieh⸗ ‚befonders . der 
Pferdefrankheiten 1790 errichtet. „Bon dem 
‚veraltegen Sranzbfifchen Morte Veterinaire, ‚welches 


⸗ 


l 


= 291. 


Hufſchmid und Pferdearmeibuch bedentet, nannte 


man ſi ſie Veterinaͤrſchule. Fahnenſchiide und | 


Roßaͤrzte werden theoretiſch unterrichtet. und ‚praks 


tiſch gelbt, um die Natur, den innern Bau. die 
, Krankheiten und- Behandlungsart unſrer Hausthiere,. 


am mehrften: der Pferde, kennen zu lernen. Der 
Lehrentwurf iſt auf 3. Jahre berechnet. ‚Hierzu, ‚ges. 
hoͤren ein Thierhoſpital, ein botanifcher: Garten, 


ein praͤchtiges anatomiſches Theater nebſt Schmie⸗ 
ben, Staͤllen und andern Wohnungen. Thiere wer⸗ 
den gedfnet, anatomiſch zerlegt, in Sleletten aufbe⸗ 
wahrt, ansgeſtopft ober auf andre Art präparist, 


Die Anſtalt ift mit quslaͤndiſchen Arzneipflanzen, 


chirurgiſchen Inſtrumenten und erforderlichen Büs | 


chern binlänglich.verfehen. 


Don Friedrich Wilhelms II. Regierung, 


find für die Nachwelt viele Denfniäler ‚der Kunſt, 
der Architektur und des Gefihmafs hinteslafjen wor⸗ 


den, Mit Löniglicher Bewilligung und Beifallsbe⸗ | 


zeuguug ſtellten die Ponmmerfchen Stände, von ih⸗ 
rem Landsmanne, dem Grafen Herzberg, dazu 
ermuntert, am 10 Oktob. 1793 zu Stettin die Bild⸗ 
ſaͤule Friedrichs des Großen auf, welche ſi ſie 
auf ihre Koften durch den befannten wünfter © Schas 


! 


- 


LEE Zu 2 7 
MELLE IT © 


‚A 


Zar "age = 


bh äh J Kaneriſchen Marmor harten 


verfettigen laſſen. Im folgenden Jabre hieß der 


König ſelber ain 27 Behr. dent son jedem Preußen 
verehrten und iin Iyraar 1786 kurz vor Friedrich 
berftorbiren Wenerät von Fieten auf dem Wil⸗ 


telinsplazze, , der ſchon init 4 Statuͤen berähmter 
,Helden praugte, ein geſchmakvolles und edles Mo⸗ 
nument errichten. Die Bildfaͤnle, gleichfals von 

- dem Hofbildhauer Schado w aid Karrarifchem 
“ Marmor gemacht, ſtellt den Geueräl Zieten mit 


aAbereinundergeſchlagenen Beinen ſteheud in feiner 


 Yufaren = Unifotm mit vollfommener Aehnlichkeit 


bon; Dis Fußgeſtelle vom Schleſi (hen Marmor 
eaithärt an Seiten in halberhobener Arbeit 3 
merkwuͤrdige Auftritfe aus feinem thatenreichen Les 


den. Auf dervierten, der vordern Seite, Tiefer man 


‚ bie prunkloſe Juſchrift: „Hans Joachim von 
„Zie ten General der Kavallerie diente 


von 1714 bis 1786 unter Friedrich 
„Wilhelm J. und Friedrich IL Ihm ern 
„richt et von Friedrich Wilhelm n.“ Wenn 
beztret einen verdienten Heerfuͤhrer auf eine fo aus⸗ 
gezeichnete Weiſe ehrte, ſo kann man leicht denken, 


baß er den größten und verdienteften feiner Borfahe 


fen, Friedrich den Einzigen, nicht vergeflen haben 
werde, Wirklich harte er den Vorſaz, ihm ein ans 


or gemeßnes Denkmal in Berlin zu ſezzen. Er for 
derte die einfi chtvollſten Kuͤnſtler auf, Zeichnungen 


zu dieſem Zwekke zu entwerfen. Es kamen mehrere 


in feinem lezten kebenbjahre ein; unter allen gench⸗ 


wigte 








W * * 
* \ . 
. - 
# 


= 103 m 


wie a. den Riß m dag Deore van. dem Behr, 
‚men. Oberhefbagrathe Sauahaus; doch Der Ted , 
verbinderte ihn an ber Undführung und. Belang | 
feines Plans. Der eben genenmme Oberbofbautaih 
Köhrte auf koniglichen Wefeh] dab prächtige. Braus 


Henburger Thor in Berlin auf, welches Einkeis u 


miſche und Arembe. als ein Meifteriäf auſtaugts. 
ME, ik nach dom Propylaͤon zu Athen ) ange⸗ 
legt, hat eine Haupt » una 4 Neben: Oefnungen, 
uud heſteht gus einer Kolonabe von a2 großen und 
IB Heinen Säulen, Die, Königlichen Gehläffer wur⸗ 
den fehr verändert und verſchoͤnert. Die Zimmer 
des an Gintwertß im Berliner Schloſſe wurden 
3238: gann nmgrduhert sub. wen menblict. Dad - 
 Berdergehäude des Laſtſchloſſes Menkiienmure - 
ganz von. neuem aufgeführt. und ‚der Herten milt 
sisienlei : Sehäuden und Anlagen  nemuechnt.: Am 
. heiligen. See bei Potésdam ließ der Köuig 
gurch Herrn von Gontard feit 1787 in oölligneugß 
Echloñ mit boſtbaren Umgebungen. erbahen, welcheſß 
/er zu ſeinem Liebliugsaufenthalte wähle, -Sinähass 
uentog eriſtanden gleichfalls mele wen Anlagen, 
bdie 


drodri404 heiſt ilerbaurt: Ort unten The⸗ 
re wWer der Vforte, Vorbof. Hier ſind die im Alter⸗ 
thume ſo bemunderten Worböfe der Citadelle zu 
u. Athen gemeint, welche Verilles 437 Jahre vor Eprifi 
Geburt nad) ‚der Doriſchen Saͤulenorduung von Mar, 
mor durch den Architekten Mineſikles erbauen lich, 
u die üben 2 Millionen Thaler- untere Seldes 
eln 


& 


an 14 ee 


‘ 


Sie von ehınglicher Pracht zeügen. Sn Yolstkit u 
chaute Friedrich Wilhelm "ein neues Schaufpielkent, 
.. ymmd in Berlin verſchoͤnerte er das. Operngebaͤnde. 
Eine eiferne Bruͤlke, mehrere oͤffentliche und Pri⸗ 
vathaͤuſer, neue oder verlaͤngerte Straßen in Berlie, 
die Garnifönkirche zu Glogau, die Eiſenwerks⸗ 

Kylonie Königshuld ir Schiefer; viele Amts 
Magazine und Rathhaͤufer und VIE Wetnehrungen 


und Berbefferungen der Feſtimgswerke :Mm’Schleflen, 


Weſtfalen und: MWeftpteußen find Berneife'bas Kuft⸗ 
gefhmußs. ind Denkmäler der nd Biefer 
Mtegierungopericde. 435 
Aus dioſer kurzen Darſtellung ber minera Einrich⸗ 
Be gungenift ; zu erſehen/ daß auch unter Frie der i ch 

BT viel Schöne, viel Gurt, viel 
Dankwerthes veranſtaltet und bewirkt wotden iſt, wei⸗ 
rches von Manchem der Zeitgenoſſen vielletcht nunbans 
mn ünbemörft blieb, weil es durch die Verſfagau 
gen, weiche dieſer König im Kirchens nid Reli⸗ 
gions wegen machte -oder:boch machenließ, in 
Schanen geſtellr wurde, Kein Theil der Königlichen 
‚Regierung: bar: inehr Befremden erregt 7: mehr Tadel 
woranlaßt, mehr Aufſehen i im In- und Uuslande ers 
weit, als die Art, wie die Geifteöfultur behandelt 
and Die Meligionsfache geleitet wurde." Died if 
‚ auch efenbar- die ſchwache, die minder: ruhmvolle 
‚Seite ber Thaten Friedrich Wilhelm’ I. 
Freilich waren es feine Guͤnſtlinge, Schwaͤrmer und 
| "Heuchler, welche. alle Schuld der —— 
vor der nichtenden Nachwel zu tragen haben; 

—RB eh 


t 


= [13 um 
Ahen von deeſchrbnem Were, von tee 
Erbirkerung gegen das Kpt der Vernunft, manche 
ch oh Werkzeuge gehe inrer Obernydie echten 
Kiefenplän zur Berfinfterung der Welt ehtrorfen 


Yattön , ver · aber in einem State; in welcheni yr ſe⸗ 


vrich' 46 Jahre hindurch Denk: imd Schrelbefreu⸗ 
helt nicht ter geduldet, ſondern ſelbſt beſchaͤzr harte, 
erämdglich ‚gang ’durtbgefeze‘ "werden Honnte, Au 


ver Spizge'behtr j- welche· dem Könige Anke Yrge 


wohn gegeü⸗ die freien: Forſchuugen -in "der ·Philo⸗ 
ſophie vund Melögion beibrachtei, Pie —** da⸗ 


Yon fer: eilie Rotte gottloſer Irrlehrer nr) Vollsver⸗ | 


Führer" ſchalten und dasenle' Wort Anffigrung 
yH: einem Echmiaͤh⸗ md" Seh impfworte mißbrauch⸗ 
im, ſtand der Miniſter Woͤllner. Dieſer 

eines Predigers Son; ehemals ſelbſt Kandidar wiß 
Prediger, ſchien das Borüätheif zu beftiätigen, a ala 
Fin: Adiig:fchlecht- berathänfei, wenn et ſeine ed 
Staͤtsdlener · aus den · Buͤrgerklaffen erwähle: ' Beh 
hicht zu gedenken „daß viele Beiſpiole · auch Tas Ges. 
genfheil beweiſen, daß zit kben der Zeit, we WB drl⸗ 
ner fein thoͤrichtes Weſen zů Berlin trieb, im einrm 


. benachbarten Lande, in Sachſen, ein ander PYredi⸗ | 


gersfohn, ein Heborner Brandenburger „ der Frei⸗ 


herr von Butſchmid mit allgemein verehrter 


Weisheit den Minifterpoften verwaltete, ferrührt did 
Erſcheinnug, daß mandye: Buͤrgerliche fehlechte Mi⸗ 
nifter waren ‚ı offenbar daher daß fich die Weiten 


des Mittelſtaudes, wenn fie nicht aufgefucht werdeny | 


dom Hoſchemn einüeroue halten; wo fie bei der jezgi⸗ 
, gen 


\ 


ON 


7. 


\ 


um 6 


gm — Dinge den Kabalen, den Seitenblitken 
Ber. Miögunft. derer, die. .fiph für beeinträchtigs hal⸗ 


ten, zu fehr außgefezt find. , Daher kriechen gewöhns 


Im. nur Alltagsmenfchen,, die außer einem. thoͤrich⸗ 
zen Ebrgeize weiter. kein Verdienſt haben, : durch 


ee Schleichwege auf jene gefährliche Höhe, wo 


ihnen bald fchwindelt und wo fie ihre Uuwaͤrdigkeit 
durch eine. unweiſe Auffährustg zu Tage fördern. 


Wdllner legte den ‚Grund zu ſeinem Gluͤlke, were 


: ah dad, was ihm- auf i immer bei ber Nachwelt zus 


Unehre gereicht, anders tin Glaͤk nennen darf, darch 
ſeine wider den Willen der. Anverwandren und uf 
Friedrichs II. großer Mißbiliguug geſchloiſene 
yar durch. allerhand Kuͤnfte bewirkte Vecheirathung 
mit der einzigen Tochter und Erbin des damals ſchon 


verſtorbnen. Generals von Itzen pliz. Auf dieſe 


det wurde er Beſizzer auſehnlicher Guͤter, die er 


hard sine. gute Defgnamia; ſehr verbeſſerte und wo⸗ 


9 


ducch er ſich in-eiuen.-großen Wohlſtand verſezte, 
Sevuegelehrten, heſonders eine theologiſchen Kennts 


viſſe hatten icht viel zu bedeuten, ſie blieben noch 
wvoter dam Mittelmaͤßigen uud Gemeinen, ‚wie dies 


" eine gedrulten Predigten. beweiſen; jezt vernachlaͤſ⸗ 


figte er fie vollendo, deſto eifriger trieb er hie Haus⸗ 


heoltungsgeſchaͤfte und hierin brachte er es durch 


u Vvebong umd Erfahrung in ber That fo weit, daß er 


Erb Chre und Achtung bei feinen Belaunsen erwarb, 
und daß ihm der Prjnz Heinrich, Braber des 


goden Friedricha. die divkicht Aber feine pribzfiden 


Kammerguͤter auvertrante. ‚Hätte. er ſich hiermit 
| 9 | bes 


er am 


vegeͤget, eohn⸗ nach hiban Dingen; denen er nicht 


gewachſen war, zu.fireben, fo wuͤrde er den Ruhm 


eines einfictspollen Oelonomen auch bei der größerm - 


Welt, nor weicher, er als Schriftſteller auftrat, er⸗ 


halten und behauptet haben und. daB waͤre doch ing 


er, mehr. werth, als die zweidentige Chre, die ct 


durch ‚feine Miniſterſchaft erlangte. Vom Jahre 


4765 au bis 1780 arbeitete er fleißig an ber Allge 


meinen Deutſchen Bibliothel, die er ia hei Folge J 


haſtte und -auf eine Zeislang: verbot; er verfertigte 


dewolq ſaſt die mehrſten Recenfionen uͤber die 


Schriften von der Haushaltung und Garten. 


Zunft, und feine Beiträge gehören wirblich nicht zu 


den fchledgteßgen Ssätfen dieſes ruͤhmlichſt bekannten 


Werfes. Ein. unwiderfteblicher Hang zu geheimen 
Miſſenſchaften — das ſicherſte Kennzeichen eines 


Theren — riß ibn zu ſolchen Verbindungen bin, 
die ihm in die Irrgaͤnge der Geiſterſeberei und de 


‚gröbflen Uberglaubens trieben und das Licht feineß 


Verflandes verdunkelten. Schon 1776 ließ er fih u 


za Wißbaden, wo sig großer Konvent von Geis 
ſterſchauern gehalten wurde, in den Dsden der neuen 
Terapelherrn aufnehmen, wo er mit einem geweih⸗ 
ten Cruzifire in der Linken die unbeſirkte Empfaͤng⸗ 


niß der Maria beſchwor und ſich verbindlich machte, 


m 


gum Beſten des Ordens fo gar wider fein Bas 


terlaud die Waffen zu ‚fübren, - Und eben dieſer 


Mann, der einen ſolchen unmorelifchen Ed 


ablegte, wollte ſich zum Herſiteller der Moratis 
st, an Verbegcrer dur Sitten enbneren D in 


weis 


L) 
f . 


= vo u . 


welche wwerfoche verwittelſich Bir,“ wekcher 
einmal! von dem geraden Wege des geſunden Mens 
iſchenverſtandes abweicht? "Nachher trat’ed tr betr 
hochgelobten Orden der Gods und Rofenftews 
‘ger alten Siftems, wo er unter dem Namen‘ Eh riy⸗ 
Fophiron eit Zirkels aifld’Sanpidirefter idurde, 
And ein uͤnſinniges Buch voil! von groben Kachvt⸗ 
rismus im ſchlimmſten · Sinne des Wortes ſchrieb. 
In einer gedrukten, von ihm gehaltnen Ordensrebe 
Jagt er unter andern: „ich ſtehe am aͤußerſten Ende 
Hammender Morgenfterne” und das unerrmeßföche 
Gebiet der’ Geiſter nimmt mich auf. —  Bürgpt 
Y nicht, ihre erhabnen Meifler der Kunlt die iht Arch 
Ruder ‚ver. Belt fist, (ihr imbefanntenOberd) 
wenn ein freier, wißbegieriger Schüler es wagt, 
„fein blbdes, aber ſehnſuchtvolles Auge auf. end) 
hin zu richten. Zuͤrnet nicht, wenn er ſein bebens 
„des Knie vor euren Geheimniſſen beugt und anbe⸗ 
tend aus dunkler Ferne den frommen Wunſch thut: 
„ach! daß es euch gefiele, gleich jenem Engel ſeinen 
ammölften Verſtand Cha wohl: unwölften 

„Vetſtand) zu erleuchten, daß er zur Ehre Gottes 
„begreifen möge, wie alle verborgne Wirkung vom 
„zer Einheit anöfliege und wie die Drecheit - bad 
„Siegel der Schoͤpfung ei”. -. Im Jahre 1782 wolle 
te er den Buchhaͤndler Nikolai, den muibhigen 
Beitreiter ale! Schwärmereien zu - feinen Drdends 
poſſen belehren, weilier glaubte, daß. er- auf -feinen 
Reifen Kenntniſſe von vitlen geheimen Wiſſenſchaf⸗ 
ten. und Verbindungeu erkangr habe. Er sentdelre 
ibm 








ri 
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— N 


[03 —* Ernſte bus aiſtaunehde re, vaß 
mann Orden che the Bonreille bei 
Ryze Sid ein Luftgeiſtverfertiger habent er meldete 
Hin; daßein Ritter des Tempelherraorven Jatob 
bänicule, 1778 eine "Drpoftti tion vder Zeugtnaus⸗ 
age, tinterfehrieben habe‘, worin bie Gefchichte eines 
rerſchlen⸗neu Geiftes, welches! hohe Gluͤk einer gende . 
Jei Flatienperſon wiederfahren fei, ‚erzählt und 
Auf eink ei erbegliche Are: beitiefen wäre; 
BSARE niche Hlir erſcheinen ; ſondern auch auf 
Menſthenwirken Mldkeh."t Er‘ ging Kr feier 
. Ylbmg Ho weit, Baht di’fo'dar 1717 hr einer Me 
Fans Binde in dr Deut. SE dincuͤltte, pro⸗ 
phtzene, daß nach Wer Fohren Cnach bein Tone 
Wrtröniltys, worauflet fo! degietig rbarlere) in Au 
Sriſterehre einehel kog Licht adfhetzen wärs 
ve;; Dann folle fich vrt Lefer erinlern, daß dias eini 
‚Wer; BER mir vdin Mug und esge iR eben: ze 
Be Bötier veitäindigek daͤbe. 


— 


4. Sorrwaß die Denkungdart des Mannes: beſchaf⸗ J 


Fer, welchẽr bald näach ð riedrich Wilhelns IE 
Eh dubeſteiguug und nach Entfernung Se geachte⸗ 
ten “Freiherrn do Zeblitz den wichtigen Poſten 

rmes geiſtlichen Miniſters zu erhalten‘, wußte, I 
Berbindung mit rinem andern lůniglichen Guͤnftlin⸗ 
ge) ern General vom: Brhofsnwerder, und 


einen Troße chulicher? Verſtnen gab er ſeinen Gans ⸗ 


keleien vom Geiftereiritäit, ein geltendes. Aaſehen; 
dein jeztiſt es allgemein bkfannt;; was man das 
mals inwieinander inꝰs Dh Tau; daß in Gegen⸗ 
wart 

\ 


N 


2* 
= 


= .. 
wart. Deh«.Rbnige und ankrek: hehen ——— 
äftere: Geiſter ⸗Exrſchejnungfuveranſtaltet wurden, 


md af. man dieſes als Hquptmittel, gebrandhee, 


un den ‚guimöätbigen Foͤnig nach gewißfen Privasahe 
fichten au leiten. Das erfle.Öffentliche große Werk, 
wehurch ſich Wol iner einen Namen machen wolle 
86, war, die. Bewirkung jenes Beligionäs@Fdike 
tes vom 9 Juli 1788, welches Hupderte vom 
Schriftſtellern und Tauſende von Eprechern in Bee 
weguug fezte uud allgemeine Renpunderung erzungi, 
Ze: demielben wurden mans: (fo heiik ad ande 
dxoͤllich) ʒeu ſtitche ange klane he Be ae 
sellgie Brsiheiten. ie Deh Kehrhegriiht 


ser Ronfelfien 4 ‚aß fie die Gennde 


wehrbeiten. ber —V Religion 


mnglängnesens dah fie die elenden, 
| hmafimipetlegsen de Rirpiak 
nen, Mormpalifien, ugs ambeer 
-- Selten aufwdrmten, ſolche mit Unnerihämtr 
beit durch den Namen Unfklärung-unter dem 


 Dolfe ‚eyöbreiteteg; bie Bibel, viefe göttliche 


Urhude der Wohlfahrt des Menſchengeſſhlechtes, 
nerfülſchten, derprehteiſ /oder gar. wege 
wärfen; daß fie-den Glauben an die Gchejm 


‚ siffe überhaupt und vornaͤmlich an has Grkruuniß 


us Verſobanugsmerkes und der Sanug⸗ 
thunng deb Welteriäfers dem Sauren Ders 
—8* oder doch AAb erfluͤſſig, mithin (wei 

che ſonderbare Schindfelge! ) fie irre wachten up 


dem Furißenihen eh vem BER “it 


nn * 1 
Böden ft. Bohn vdten. Ber An 
weſen ſolle ſchlechterdigs geſteuert werden, da eb ' 
die erſte Pflicht eines chriſtlichen Regenten fer, die 
chriſniche Religion in ihret urſpruͤnglichen Reinigkeit 
dach der Ueberzeugung einer jeden Konfefſion in Ihe 
ren ſimboliſchen Bücyern za erhalten, ſie nicht dert 
Worſpiegelungen ber Modelehrer Preis geben und 
Peiionen Unterthanen nicht ungluͤklich machen zu 
JIaffen. Denmach wurde allen Predigern und 
Schullehtern bei unausbletblicher Kaſſa⸗ 
tion vder noch haͤrteren Strafen anbefohlen, 
ſich weder öffentlich noch heimlich zu’ unrerfangen, \ 
bie genannten und noch mehrere welche dem?) 
Irthuͤmer bei ihrem Amte oder guf‘ andre Weiſe 
jis verbreiten. Denn wie es feinem Richter ers 
laubt fei, an den Fuhalte der Gefezze zu Eid» 
geln und felbige, nah Gefallen adz naͤn⸗ 
dern, fo ne ed noch weniger einem jes 
den Geiſtlichen freiſtehen, in Neligionsſa⸗ 
chen nach Gutduͤnken zu handeln, die ein 
mal in der Kirche angenommenen runde - 
wahrheiten anders zu lehren, fie nad) bloßer 
Willkür beizubehalten oder wegzuwerfen und feine 
eignen Brillen an beren Stelle zu ſezzen. Es 
niuſſe eine allgemeine Richtſchnur, Norma 
and Regel fefiftehen, nach welcher die Volksmenge 
tren und redlich geführt würde; und dirfe Norma 


| 


ſolle durch vie fo genannten Aufklaͤrer nah 


ihren ungeftigen Einfaͤllen nicht abgeändert 
werden. ‚Der ermfliche Wilke eb. Königs ſei auf 


die 


_ 


7 


7 — 


"die Zeffaktung: Diefer nabänderligen 
Drbaung gerichtet: — » er fi ch gleich. Feine, Bere 
fchaft uͤber das Gewiſſen pumaße. Welcher Lehrer 
| daher eine. andere Meberzeugung. in Glaubensfacyen 
Habe, ‚der koͤnne fie auf feine Gefahr bebals 
ten; aber lehren. folle ‚er nad der Vor⸗ 
fd rift Um DEM, Edilte mehr Ausdehnung zu 
- geben; wurden uch einige, ‚Mebendinge. hinzuges 
fezt. Die bisher ‚geduilderen Seften und Religions⸗ 
parteien follten ferner. tolerirt, die Altern. Befehle 
wegen: der. eier Der Sonn, s und Feſttage befolgt 
nnd die Söhne der Prediger und. Schullehrer,, wel⸗ 
che ftudirten oder die Handlung erlernten, vom Sols 
datenſtande befreit werben und bleiben. 
Dies ganze Coikt beruhte auf falſchen Voraus: 
\ ſezzungen, auf unftatthaften Gränden.und auf des⸗ 
potifchen Anmaßungen. ‚Auf f alfhen, Bor 
ausfezzungen; denn ein, weifer und bedächtiger 
Gefezgeber, welcher doch, Wöllner fein wollte, müßte 
wohl vor allen Dingen unterſuchen ob das Unwe—⸗ 


ſen, dem er ſteuern will, wirklich vorhanden if, 


oder ob ed nur in feiner Einbildung, exiſtirt. Unb 
da möchten ‚wohl die Thatſachen, die.er van einer fo 
ſchreklichen ‚und greulichen Seite abkonterfeit, in 

einem ganz andern, in einem milden und erfreulis 
chen Lichte erſcheinen. Und wäre cd auch gegründet, 
daß 'einige oder, wie er fagt, manche Geiſtliche züs 
geltpfe Freiheiten begingen und ihre Srillen aan 
die Stelle der chriſtlichen Kehre frzten, fo 
kdante man doch fragen, 0b. darum. ein fa dro⸗ 
| re ben- 








No 
| m 303 — 
herdes Eilt fuͤr das ganze Land noͤchig, zwek⸗ 
maͤßig⸗ und Heilſann war, ob es, micht weit beſſere 
Mittel; gab, die wenigen frevelnden Geiftlichen und. 
Grillenſezzer zur Veſcheidenheit, Ordnung und Zuchn 
Zaruͤt zufuͤhren, oder, wenn fie ſich nicht beſſern, gie’ 
beftsafen, Die Gruͤnde aber, welche in dem Evikte. 
apgefuͤhrt · werden, find von einer ſolchen Ast, va. 
ſie cigem nachdenfenden Menſchen auch nur von ges 
meinem ‚Berfiande ein Lächeln. abgewingen,. Wölfe 
nes, ſtellt keinen Stats- oder Rechtsgrund 
‚auf, wodurch einzig und allein ein Regent gu dffent« 
Uchen Verordnungen bewogen werden fann und folk: 
Nein! er führt die gewöhnlichen Gemeinplaͤzze einer 
theologiſchen Partei an; er verwandelt‘ die: 
Muͤrde der koͤniglichen Geſezgebung in.ein theologis 
ſches. Disputir⸗ und Wortgefechte: weil die Irre 
thuoͤmer der Socinianer, Deiſten und Natuxaliſten 
elend und laͤugſt widerlegt find, ‚darum. 
fol: kein Geiſtlicher das Volk irre machen. Mit 
eben dem Grunde, mit welchen ſich das Edikt her⸗ 
anonimnit, über gewiſſe Lehren ein Verkammungse: 
urtheil zu fprechen, konnte ein Gegner daffelbe gegen. 
die Ediktslehren hun; er Fünnte den Bonpurf zue 
ruͤkſchieben und das, was hier zu predigen geboten 
wird, auch elendes, laͤngſt widerlegtes 
Zeug, nennen. Mas würde dies aber beweifen ? 
gar nichts. Gehaͤſſige Schirapfuanıen, belgidigende. 
Bezeichnungen — daS find denn doch gar zu abge⸗ 
droſchne, ſchon bei Kindern uͤhliche Kunſtgriffe, die 
jeder Verſtaͤndige unter feiner. Wuͤrde halten und 


— 


[4 
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7 


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304 — > 


fe da nie Branchen Toltte, wo ft Auf de See 
der Gruͤnde und quf die. Erforſchung ver Wahrheit 
ankommt/ Ob die ‚Meinungen ver Soeinianer 
and Deiften Srethämer oder Wahrheiten enthal⸗ 
sen, das müßte erſt durch Eine genaue Prüfung aus⸗ 
gemacht‘ werben ; das kaun man dem. Herrn Siats⸗ 
miniſter Woͤllner auf Treu und Glauben nitht nach⸗ 
beten; und ob ſie nuſchaͤdliche oder elende Irrthuͤmer 
“fd, verdiente auch noch einer Nachfrage; und wenn 
. fe widerlegt find, fo verdenke man eö und nicht, wenn 
wir zu wiſſen verlangen, wer dein die find, bie 
dieſe Widerlegung uͤbernommen, ob ſie es gründlich 
aund überzeugend hinausgefuͤhrt haben und ob wir 
ſchuldig find; ihre Autoritaͤt zu verehren und ihrem 
Hrakelſpruͤchen Gehorſam zu leiſten. Alles dies 
wuͤrde in ein weitläuftiges Feld von Unterfächungen 
und Disputstionen führen, wo bes Streitens fein En- 

de waͤre. Eben fo will die intponirende und furchtbar 
Aheinende Vergleichung von einem Richter, der an 
‚vom Inhalte der Gefezze nicht kluͤgeln, und -einem 
/Geiſtlichen, der den Lehrbegriff nicht ‘nach. feinen 
Kopfe abändern dürfe, wenig eder nichts fagen, 
Zwar meinten mehrere, die entweder aus eigner 
uederzeugung oder aus Schadenfreude und aus it: 
nerer Verachtung aller Religion das Wöllnerifche 
Eoift:rähmten, dieſer Grund fei ganz unwiderleglich. 
Er wuͤrde es ſein, wenn man eine Kleinigkeit nicht 
bedaͤchte; bie Kleinigkeit, daß die ganze Bergleis 
chung hinkt, daB fie 2 ganz t verfchiedeiiartige Dinge 
zuſammenſtellt; von ibes "gend en um 
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TE RR Eine de; 
nath dan Faͤhigleinen up: Vepärfnifien- der Lehre 


amd: geſtaltet werden Tann ; und, bie. Nusähung do⸗ . 
VNichteramtes,dem feine. beſlimmten Grenzfn ahaeſtekt | 


"find, ;guos „nitie, citzaque yequit /conhfteze, re 


‚ern; das geht. doch warlich beides ſo Himmehgge 


. ‚non eignuder 4b, Daß ‚bier ‚Kein tertium ppmpppg 
sipnie Gratt..hate; Wie unpaſſend wuͤrdenes Der 


. ‚gemeipftg: Yffersmann: Raben, : wenn map.iiup.hgfehe 
len wolte, uͤber ging andre, hequepugue, Imaprilßefe 
= ‚tere Feilen. 8 ei: einmal ann Eroßhater her tig⸗ 
‚gelährt:dei dad. Held: zu Iefleklen u pen.Käarten, ge . 


Varen/ ad Viah zu panien, sönlhes, Mirht machtage 
lan, ‚andge aight. belehren an irffu weil ie suh 


tein Richsen angden, Geſezaem uach Gmroänken.äthe 
an ya aͤnders duͤrſe,rund meil ſonſt lauter Ver⸗ 


wirrungtn im Nlerbau xinraißer undiſchaͤdliche ya 


choͤmer aan. dag RE" gefircun werden, puͤrdn? 
Aebrigene iſt zuiſchen Laien: und, Gsiliapueg - 
Bee nssrichigd ueder /micht. erſt an | 
rien Machwerlen gesınk zu werhen: Aranuit, 
Den gedenmern uͤnft igen PMrediger und ua 

Ad simbern ſollte man in Lehramt quftragen), pop. 
SR: brobachten, wird. Erdhch maßt ſich der ige 
Hebhar bed Edjltes das aigennjaͤchtige Recht any. uͤhgr 


nmas, Fuwas⸗Grund wahrheiden des Chriſten⸗ 


alpin fein ſollen, seinen Llſprachzu Aha - 


Boden Wilhän;reing. ertraͤumte Rorm Hr 
um. nak Halten züber einen ımygpäpnerfichen dehebe⸗ 


plind Dr. Geſch. 6, Kl, II. Abtb. u griff, 





1 


24 


4 


4 


ir 


geh — J 
si, far vie erſis aller cheiftlichen welemapauu- 
0 zu emaͤren. Died iſt ei Dee," welches kein 
Proteſtaut einer Obrigkeit tict dumen Kate und 
Weir Aus der landesherrlichen Gewalt, Sie einem 
Üreeritent, ‘ver nddy weiſen Regeln, wide nach 


aune and Despotie herrſcht, allerbingt zälommt, 


Yargt- kein Recht, Über Meinungen erwas zu beftim: 
men, Über ven Juhalt gewiſſer Lehren Vorſchriften 
a entheilen / oder feſt zuſezzen, wad das Wefen, der 
— Siahcgürafren des Chriſteuthuus ſei, Ward ſich aut 
bern Werte der wahren Religion vertreige Der vicht 
werttager: Er kann und muß swar Über vus Lehren 
ie Obeiduffſcht fuͤhren, am :alled zu serbinvern, 


Ze 7 He burgerliche Sichetheit und’ vie dffeurlache 


tie: zerruͤtter; Ver ſolche Lehren,welche Die 
Bande der Goſeilſchafn gacriſſen "uud tech Dierk, we 

"zu ſſich Menfiden in einen Star vereinigten, zen 
efförten, die · konuten unncdglich Sebote einer or 
‚Böyen Religion fein, weil Wort den Meuſchen durch 


ie Anlagen und Einrichtungen ſeiner: Seren zur 


Beſellſchaft deſtimmt Bat,‘ amd weil der Hitweile fi 
Fest widerſprechen wäre, wenn et deorch: poſitier 
Eehren das aufheben weile, was er duech 'markıs 


ide: Weflinnhungen ais feine: Willen geoffentenr 


hat. Wenn ein duͤrſt das Lehren ſolcher Sägge, 


del deten Ausübung gar keine Statogeſeſchaft acht 


Siatt finden khoͤmite, unterſagt und ſelbſt mM 
Dewalln hlateitrribt, To handele ar vehlfonmen reche 


. mäßig, gang dem Berufe, wozu Regeuten da: fin, 


ve und die Io Seſczvaonten (ed een 


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für die erſte alfer Rrgentenpflichten auogegeben ha⸗ 
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Bar. darüber, au. wachen „.. Daß Nigmanb ben, ein⸗ 


„eingeffitgen Lehrbegeiff,ändre.. ‚Nach. folchen 


Fa? ee Bor SZ 


 Gpuupläggen. päre dag ganze Chriftentkum venwerfe 
Ki, ynd der, erhabne, Stifter deſſelhex ſtut zu tadeln, 


4 


"- gfeich, für ‚einep ‚dem Namen pack, gelten wollte; 
"pen, npe feinem (bitte, hätte Xuther, (ejber. Feine 


zen liegt, wie.er;glandf ‚edge: yict 


„glaukt, und damit, der weltl Macht 


‚„.Bibor nicht geradegu,, aber doch feingn Zeoekte 
naeh, ſtand mit per Einfhränfung ber —** im 
Neligiongfpchen das unfer'm 19 ,Den. 1788 ers 
laſſüe „, „(ehr geſchaͤrfte Cenfus, Edikf in. Bere 


"bindung, Weil die Aügelinfigfeit unbefonnener oder 


boshafter Schriftſteller Mirderbuif der. Sirten, bie 
rn near Mile 


itise o Ir 


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| pe | 
| nithe Bud At? gute Mihditen‘ , fiechen RN 


öffentfichdt Werffäungen, EStdrung der, Ruhe nuͤzli⸗ 


her. "Sfhröbirger,; Irreligiofitaͤt und Unzufriedens 
heit verbreitet habe, ſo, hieß es, waͤre eine Eins 


fihränkurig der Preßfreiheit umb cine ſtrengere Cenſur | 


durchaus nothwendig. Man kann das Erſte glaus’ 
ben und dech die Schlußfolge für nnrichtig” hal⸗ 
ven. Es ift feinem Zweifel unterwerfen‘, daß der 
Stat ein Recht und ſelbſt die Pflicht auf fich habe, - 
den Mtbeln, welche Schriftſteller bewirken Einen, 
entgegen zu arbeiten! aber daß die Beraubung einer“ 


vdlligen Drukfreiheit und die Auftelung von Buͤcher⸗ 


ceüſoren die beſten, ‚die einzigen oder auch nur eini⸗ 

ger Maßen hinelchende Mittel wären,’ ‘jene’ 
Uebel zu vethindern dies iſt zu bezweifeln; oder, · 
tms ed ift gewiß, daß dieſe Mitiell michts 
taugen, daß ſie jene Uebel nicht einmal verringern,’ 
geii welge venn aufheben, daß ſie im ‚Segentheil 


ine, ‘größere und "vielfäftigere Uebel herbetfähiren,” I 


und fotglich änderweitiger Vorkehrungen zur —5— 
bung des Mißbrauchs der Preſſe beduͤrfen. | 

wird fein Ingherziger Politifer das ablaͤuznen m 
ven, was ein Politifer von einem gafiz ändern” 
Geiſie, der Berühmte IFor,- mir eben fo viel!“ 
Kraft als Wahrheit einſt im Engliſchen Par! 
lamente hieruͤber ſagte: „Durch alle Kunſt 
„der Preffen koͤnnen die Wohlthaten“ 
„nicht beſchtieben werden, welche die 
„Menſchen der Preßfreiheit: ſchuldig 
„ſind; alle gefſein, die man ig: ans’ 
* lege. 


- 


gie * — 

nette, raubten um. Lande. Stoß das 
2 WBohlthaͤtige des Preſſe, den Miß—⸗ 
Abrauch aber vernichteten fie nicht“. 
7 MS einen großen Feind bes Lichtes zeigte fich in 

- Berlin der Geheimerath Hillmer,  weldher- die 
Greuel der Franzdſiſchen Revolution den Philofophen 
and Schriftſtellern zur Laft legte, wenigſtens dieſe 
Anficht der Dinge dem Könige in einem befondern 
Schreiben vorhielt und darauf autrug, daß ikm die 
| Tenſur uͤber alle Monats⸗Zeit⸗ und Gelegens 
8F heits⸗ Schriften „deszleichen alle, moraliſchen und 
lheologiſchen Bücher. mit Zuziehung eines Kollegen 
uüberlaſſen werden möchte; welches denn geſchahe, 
” wobei er. fehr willfärlich verfnhr und zu viel Klagen 
der Buchhändler. und Schriftſteller und zu gerechten 
| Unsilfen des Puhlitums mehr als eine Veranlaffung 


| "Die Beountmurung des Religions ⸗ Edit⸗ 

— tes verutſachte mehr Gerede und. Geſchreibe im 

zu Publikum, ‚als Veränderung im Xirchenwefen, 

Die Prediger und Schullehrer richteten fich wenig 

dgrnach, bie Inſpektoren wachten über deſſen Bes 

5. fylgung nicht und die Konſiſterien, in weichen hell⸗ 

. dinkende und edle. Männer faßen, hielten. mehr auf 
din Geiſt der Religion; als auf deu Wuchflaben der 
Villlurlich leit. Ee ſchiendaher, als ob es hier⸗ 

mis, ſo wie wit allen Verordnungen, die auf die | 

Denfart der Zeit Ering Rautficht nehmen, gehen wär 

de, daß man ſie eben fo geſchwind nergißt, als man 

fe ee gah. Aber detnal ee 


J u “ den. sr, m. 


* Nat beach hie Unthäcgleit ‚der Rome 
ſiſtorien in feinem Eifer. zu erkalten, wurke Belßt. 


ner noch hizgiger, anſtatt burch.den lantau Tas u 


dei und dan ſarkaßiſchen Spott der Gegner ſich 
ſcheeklen zu laſſen, wurde er noch. hartnaͤkliger, ſei⸗ 
nen Entwurf durchzuſezzen. Er beredete den König 
zu neuen, ſonderbaren Maßregeln, er nahm alte 
gtänbige, aber zung GEAR für die Menſchheit und die 
beſſere Sache, ſchwache, bei’ Publikum in. Feiner 
Achtung ſtehende Männer zu Gehuͤlfen, web brachte. - 
ein mene6, bisher im Preußiſchen ungewdhaliches 
Kollegium unter dem Namen der geiſtlichen 
Eraminations » Kommiffion zu Stande. 
Im Sabre 1790 wurde der König bei feier Ans 
weſenheit zu Mreslau auf den. Konfifterialratk 
Hermes, und deſſen Schwirgerfahn den Orga⸗ 
niſten Os wald aufmerkſam gemacht, beides. Leyte 
von herzlicher Einfalt, großem Aberglauben uud, finns 
loſer Schwaͤrmerej, die ſchon laͤngſt zu siner.gebeia 
en Verbindung von Moftikern gehört zu haben, 
ind mit Woͤllgern zu einem Biel einnerdenben zu 
ein ſchienen. Denn 1786 gab Oswald ein 
Such) noll des ungereimteſten Zeuges, Analogie. 
er Lejblihen und geiflihen Geburt 
etitelt, heraus, welches in ſehr mächtigen geheir 
ıen Cirkeln za Berlin für hohe Weisheit. gehalten 
urbe, zum Beweiſe, daß deſſen Verfafſer großen 
id vielyermoͤgenden Auharg hatte: Hermes 
gleitete dieſe Autgeburt der. Thorheit mit einer 
bpreifenben Bor, worin er unter andern ven 
aa 


x 


— 


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7 — _ 


, aus) — —— 
Bein noch —E kurze Zeitz vle perfabis 


ſche Thotheit der unbefugten Religionsverbeſſerung 


„wird bald’ voruͤbergegangen ſein, alsdam werden 
„ijene, die jezt moch fo laat ſchreien, viheme i h⸗ 
„ren 3'w eE erreicht zu haben (im Sriginal dop⸗ 
‚„pelt groß gebtult): ſchweigen. Sie werden‘ 
chweigen, fage ichz mdchte nur nicht muticher 
Soon ihnen⸗hernach "dir" Lärve des 
„Heuchler s nehmen!“ » "Wie "Hätte der "Mann- 
ſo zuverſichtlich, fo hothfahrend ſchreiben Binnen, 
wen er nicht um Wölmerifche- oder aͤhnliche Mane 
gewußt härte? : Der Nötig fprach die gtriannten- 
Myſtlker zu Breslau, und berief fie bald darauf im 
die Reſidenz. Dswald: wurde kduiglicher Vor⸗ 
leſer, lebte in der Folge mehrentheils zu Potsbam, 
woer ein -fchönes Haus geſchenkt und ein? ˖ ſtarke 
Penſion zugeſichert bekam, ab son dem man all⸗ 
gemein erzählte, daß er ſich des ſeltnen · Vorzugs 
--whhrme;, daß ihm der Herr Chriſtus auf ſeinen Spa⸗ 


zietgaͤugen: ſichtbar erſcheine und Ah traulich mir’ 


ihm imterrede. + Seinem‘ Schwiegervater Hermes 


wurde ein groͤßerer Wirfungsfreis angewieſen. Im 


April i 791 ‘berief ihn’ der König nebft dem Miniſter 
Woͤllner, dem Konſiſtorialrath Woltersdorf, und 
dem oben erwaͤhnten Hillmer zu einer geheimen 
Berathſchlagung nach Potsdam, deren Gegenſtand 


die Ergreifung der kraͤftigſten Mittel, um den Reli⸗ 


gtlonstedikte Reſpelt und Gehorfam- zu verſchaffen, 
bretaf. Die Folge davon war, daß faͤmtliche 
Rathe, ſo wie der abtweſende Kouſtſterialrath 

oe... vw \ 6 ils 


‘ . 
L 


| Sitberſchlaz zu fie ver er "errichier | 
ten.Craminationg : Komhiiffroh” ernaunt 


wurden. Dies Kollegium erhob flo‘ baldð fiber alle . 


Andere" geiftliche Behoͤrden mit Ausnahme des geiſt⸗ 
fin Departements, den es *untergeorbief” fein ſoll⸗ 


-de, es entriß dem Berliniſchen Oberlonſiſtorium 


feine vorgäglichften Gerechtſame, und Öbte‘ einen 


- währen geiftlihen Dedpotißrns, den amerttägliche u 


fen und fchädfichften unter allen, aus, 


Die neue Examiulr' Kommiſſton erhlelt u 


am zr' Lug. 1791 eine Fnigliche Juſtruktion, 


welche mit dem Geiſte der Preußifchen Sefezgebung, Zu 


wit der. Denkart des Jahrhunderts , und mit denr 
wahren Ehriſtenthume in offenbarem Widerſpruche 


ſtand. Sie enthielt theils allgemeine Vorſchrifteie 


fir die ganze Kommiſſion, theils beſondre Verhal⸗ 


mugsbefehle für die einzelnen Mitglieder. Es wurs 


de ihnen uͤberhaupt eingeſchaͤrft, das Religio nös ‘ 


edikt zur Grundlage ihrer Arbeiten“ EL 
machen und es als ihr Hauptgefchäfte zu‘ 
betrachten, daß ſelbiges nach allen feis 
gen Punkten und Klaufeln allenthals 
Ben in Anshbung gebracht werde, Ant 
diefer Abficht ſollten fie an fämtliche Landeskonſiſto⸗. 
zien end Inſtruktion verfaffen, damit beſagtes 
Religions⸗Edikt nicht ferner, wie bis das’ 
bin, nurnadläffig beobachtet oder'gar 


zurukgelegt würde. Es wurde Ihnen ſodann 
geboten, durch Hüffe von Unterkommiſſionen eine 


deppelte Liſte von allen Prenßiſchen Prebigern 
und 


7 


* 





viſte ſollten alle Ar Subjehe bemerkt werben, 


a has Weißt, bie, welche an der Orthoborie und 
an ber alten, reinen, ‚chrifliden Staus 
| benslchre, hingen; wabei wie im Voruͤberfluge 
 quch ihrer Rechtſchaffenbeit und Geſchillichkeit 


gedacht werden koͤnnte. In das zweite, Fhwarge 


—Regiſter ſollten vorzuͤglich alle Neologen 
uud bie ganze Rotte ‚der. fogenaunten Auflids 
240 ſodann auch die, deren Lebenswandel aubräs 
chig ſei, geſezt werden, und dies zu dem Ende, um 


aus der erſten Liſte die Wahllandidaien zu den 
wichtigen Lehrſtellen ig. ‚Kirchen, und Schulen zu 
gehmen. und auf die Geiftlichen von der zweiten Liſte 

wachſames Auge zu haben, Ein andres Haupt⸗ 


gzeſchaͤfte der Kommiſſion ſollte fein, jeden Ram 


didaten, der eine Pfarre oder Schulamt fuchte, 
vorher, che er zu dem gewdͤhulichen Konſiſtorial⸗ 
Eramen gelaſſen würde, uͤber fein Glaubens⸗ 


betenntniß zu pruͤken und ihm ein ſchriftuches 


Zeugniß anszufertigen, daß er vom den ſchaͤdlichen 
Irrthuͤmern der Neolsgen nub Auftlaͤrer nicht apgse 


u ſtelt ſei, pline „welches Atteſt Fein junger Theologe 


von einem Künft ſtorinm examinirt und noch weniger 


in ein Amt eingeſezt werden duͤrfte. Den Bärken 
Hermbs, Woltersporf und Silberſchlag 
wurde ed. fehr au's Merz gelegt, bei dieſem Glau⸗ 


kens⸗ ⸗Examen recht ſcharf und gewiſſenhaft zu ver⸗ 
fahren, um redliche Bekenner Jefu zu befdrdern, 


die Neologen aber von Kanzein Kan — 


BR 


— 








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— Mi E,: in. 


RR es ft vehen Ab wei ao 
ihten bei der gelehrten Konfiftorial s Pröfung der . 
Kanpivaten zugegen ſei, nicht eben gerade | 


zum Esaminiren’®), fondern: vielmehr, um 
har ihre Gegenwart dem dffentfichen 


Examen deſto wehr Gewicht, wie auch 


Regelmaͤgigkeit zu geben, Eine. groͤtzere 
„Herabwürdigung. eines reſpeltablen Laudes ⸗Kolle⸗ 
giums läßt ſich kaum denken, ats, purch dieſe Ans 


orduung dem Berliniſchen Oberkouſiſiorium wider, 


febr, es wurde ihm damit angedeutet, es wire 


biöher bei den Prüfungen flächtig und unregelmäß:g 


verfahten, es folle, erſt von verächtlichen Herchern, 
von einenn Hermes und Woltersdorf leruen, ſein 


wichtigſtes Amtegeſchaͤfte mit Waͤrde und Ordnung 


34 betreiben. / Unter den beſondern Vorſchriften 


dieſer Inſtruktion war folgendes das hauptſaͤch⸗ 


lichſie. Silberſchlag ſollte keine eigenthümfiche Ä 
Beſchaͤftigung haben, deſto mehr auf den Schultern. 
bes Herkuliſchen Hermes ruhen. Dießem ward 
aufgetragen, an allen neuen Daͤchern, Neger. 
mus und Ben | au awenr- zeige ker 5 


b) Sarın denn nat Wwernridiich nit bie Herren. 
ihre Beiſtesarmuth fühlten und wohl einſahen dag | 


fie neben einem Teller und Zöllner, ja vor vie⸗ 
len Kandidaten aid arme, umwiſſende Suͤnder da ſtehen 
und wenn fie ſich uͤber ihren vrthodoxen Wortkram 
erheben wol), ſich fein mit Sqand⸗ dedetier 


2 


.. 





3 — ‚Sie — 

ſtin möchten. Er ſollte 6) derer PRRFERINEER vie 
in der 'Mefidenz wären, "durch" einen mihdlichens 
Unterricht und der Auswärtigen durch eine ſchrift⸗ 
- Tiche: Auweiſung möglich" annehmen 300 außerdenz. 

Über vie‘ Berliner Schulen die Mufftcht- fuͤhren und 
VBifitäticn halten. ' Reiſen zu den: Provmzial⸗ 
Echul ⸗und Kirchen s Bffitatlonen follte er gemein⸗ 
ſchaftlich mit‘ Hirl m ern‘ unternehmen. Lezterm 
ward die Mitarbeit an’ dem neuen Büchern und die 
Cenſur aller! moraliſchen und periddiſchen Schriften 
auferlegt. Wolterbododrf, der ſchon genug be⸗ 
ſchaͤftigt wäre, folte nur noch die beſondre Pflicht er⸗ 
fallen, ein geuaues Verzeichniß Aber die Berliniſchen 
| Kandidaten in führen; ihre Geſchiklichkeit im Kate⸗ 

chiſiren and ihren Eifer in Beſuchung feiner Infor⸗ 


u matjonsſtunben zu bemerken.! Daß dies eine Art 


von Inquiſttionstribaudl wär, vann kein 
Unparteiiſcher laͤngnen oder verkennen. Haͤtte es 


aus Männern von Anfehn oder Virdienſt beftanden, 


ſo hätte es viel wirken fühnen," Aber ba die Mitglie⸗ 
der deſſelben, (mit Ausnahme von Silberſchlag, 
der ſich in“einigen gelehrten Zachern, ald in der 
Malhematili; gute Kenntniffe erworben hatte) wegen 
ihrer tiefen Umwiffenheit nicht bloß verachtet, ſon⸗ 
dern ſelbſt verfpotter und verlachk wurden, fo btach⸗ 
ten alle ihre Anftrenguugen Feine fonderlichen Erfolge 
hervor; fo heißer fie fich ſchrien, fo. müde fie ſich 
ſchrieben, fo. verhallten ‚ihre Töne in ber Luft, fo 
blieben ihre Gebote todte Buchſtaben. Hierzu kam, 
or theits der gg zu keinen gewaltſamen, hatten 
Maß⸗ 


⸗317 —* 


Mafsegeln- genkig, wat, theils ‚bie Glan srich⸗ 
ter‘ ie ‚Kraft, nicht‘ Du. genug, batı Im 8 J 
Wageſtut zu verfuchen it Ernft‘ —5 J 


and ihre Drohungen | „in Tharfachen au der hudeln. 


BHöchſt neugierig, "mußte. mög duf die "wichtigen 
Bäder fein, "weiche dies Blaubenstribüngl, Des 


onderd Mer Mei, dem Jublikum und. ei einer ganzen 
Nation dur Belehrung vorlegen. inärbe, Ee Ltſchienen 
virklich einige gedtukte Bogen — denn rich” ‚war. 
shiht — - aber. fie dienten nur, Dazu, ihre, Urheber 


olendg‘ mit Hohn und ‚Verachtung senbmäftn, * 
Noch im Jahre, j g ‚ sehielfen, alle Konfiligrien | ein | 


zedruktes Schema, examinis Caodid 0 um x wel 
bes Hermed verf t „hätte, und, ne cheß .i in Sagt, 


Sprache, ; ‚Einfleipung, ı und , Angrönun 4 Je.gar. Mläge 


* war, dag ed. yichte al. Lachen ertegte Der 


rs} 


Aboruf vimi —9— p groben. hiadı eher, 


on ke En tanlojen. . daB. ß die © — 
ziſſiou aus —8— ſelbſt uͤnftb rüfte und eine 
weite, etwas verheiferte,, obgleich, nicht, berufinfe 
gere Ausgabe. nergnftaltetg. „Es war tin 1 Drebuf, 
on welchem m wan Allgenyein ehe * Ti der. 
gnoranz.‚eingd ‚eerfinfigrgen Kapuiſn 
ugemeſner, als —3 In einer protel antiſcheü 
Stadt 4, und: in EILHN N Bgrlin gegraft zu fein, 
son glejchem Seife, waren, 2 Predigt welche 
ereh unfertege otpus Prußfen. fie . „die eine‘ 
n Sonnrag Zubilate; 179n, 30 gu Pots dam DE, dem” 
Önige, die andre am 3 Yoognt g In sung Errägts! 


B des, „Serforbnen Fi —— —2 | 


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- 3 8 * . rf 
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Sie fegten ihm Togkr. in den ugen ſeiner elgnen 
Wartei. herab; denn, ſie zeigten, daß es ihm ap 


allem fehlte, was nur zu tiieni erräglichen Preis 
‚ger gehört, und daß ei jeber Hicht ganz den der 


- . N 


Natur verivahrloſetẽ Kandidat einen beffern Ver⸗ 
trag halten muͤßte, als hier ein Maͤnn that, der wire 


0 großen Ponip als Reformäror feine) Vabtham 


bene anfret. "Ei Beniengfel von Ccubogmatit, 
ünverfländlichet Tppil nnd verworrener Myſtik war 
ber JIuhalt Diefer ſogenannten Predigten; fid hatten 


keine logiſche Ordnung,“ feinen "einzigen gerneiiindgs 
‚jigen, Gedanken, keinen ſaßlichen Sinn, feine 


Bräuchbarkeit fürs Leben; man wußte überhaupt 


"che, v6d8 er mit dem gatizen Atrzufamıienhängens 
ben, Gefdiok, Äigehtich Tage | wälhe. “Daß fi 
„J stthober waren, gereichte ihnen nicht zure Vorwurf; 


. . dene kaim jemand orthodot ſein und doch fehr 


iehrreidh , zur Fugend ertweftend;, ’ttöftend und räße 


j ne . lunı INTER « N J * 
. rend predigen;ſonbern Daß fie lauter kauderwel⸗ 


fies, ünngges, zu nichts dienendes Gewaͤſch ents 


Welten, dies machte fie Vertberflity up erfültie ae 
‚Grcande einet wahren Ciba, nie unwinn min 


 Bignpeife das Ehriſteathum gerinäfggäägig, bie Ries 
hen fee, uud den Kehrflaho. verdchetih machen 


‚saüffe, Und doch harte diefet Mann, der nicht ein⸗ 


mal die dunkelſte Ahänıig ven dern, was heilſant 


Fiedigen heiße, zu haben: fehlen, die hochmuͤrhige 
- BSreiftigfeit, im Namen ver Eiaminir sRommiffion 


eine Auweifung für vte Evangelifnstas 
* che⸗ 


ur 











319 nn 


ehetifhen Preidiger jur newiffensafıtn ” 
und jweliuäßigen Tährnag ihres Uns 


Bes’ambzuarbeiter, und im ganzen Lande herumzu⸗ 
ilten; es war eine vortrefliche ‚Mmveifung vom . 


bin, was ein Prediger nicht thun muͤſſe. Zu 


tiner noch groͤßern zu einer unvertilgbaren Schande 


ihm die Heransgabe eines allgemeinen 
Landes kare hismus, unter dem Titel: Die 
chriſtliche Lehre im Zuſammenhange. Auf allerhoch⸗ 


fen Wefehl für: die.Webärfniffe der jekligen Ark 


wngtarbeitet und zu einem allgengeinen Lehebuche in 


den niedern Schulen. der Preußiſchen. Lanke einge 


richtet. Werlin 1792. 57 wi Hermes 
hat dieſes Buch oder Buͤchlein nicht ſelbſt verfaffet 
er trante feinen eignen Kraͤften nicht ſo wiel zu, em 


ſolch Machwork fabriciren zu koͤnnen. Er legte 
einen alten zojaͤhrigen Troͤſter zum Grunde uud unter 

großem Gröhnen md: Herzklopfen heftete er einige 
Ziliklereien daran, deren Zuſtandebringung er in den 


| 


Worxrede für eine Wiberläinbung mäheseler Schwie⸗ 


vigfeiten ausgiebt. Mine armfeligere Beiſtesgeburt 
‚wat in den neuern Zeiten lange. nicht an’& Tages⸗ 
licht gekommen; und die geiſtliche Eraminde 
 stoudıRommiffton Mußte warlich alles Gefuͤhl 


von Scham vor der vernuͤnftigen Wels verloren ha⸗ 


‚ba, daß fie bie: Warte: fär die Beduͤrfniſſe 


der jezztgen Zeit aügearbeitet, auf den. 


2 
x 


Titel ſezzen laſſen kenute. Dver fie mußte des 


Glanbens fein, mur ein ſolcher Ratechiäuius ware 


ein erben, eher vs eve De 
Kim 


/ 


7 
— —1 — ses /m 


ne Anitjnpbegreifächen;, ue. erwieſenen —* u 
— gruditbaran'Öfygen brfiiiperte , fe Bernunft durch 
‚ dunkle Borfelfäugen verwinue, das Derz zu: mäßis 
gen Anvächtelcien ſtimmte, und den Menſchen zu nei 
Seſchaften, Sorgen und Verhaltuiſſen des gefeils 


ſchaftiichen Lebens unbrauchbar nuchte. Deun bist 


alles enthielt. der messe, eineth gauzen Lande: vorge⸗ 


ſchriebue, Doch zum Heile ıber Meligion Anb Site 


nn 


-F 


lichteit nice durchausn eingefuͤhrte Katechismuo. 


Mile wirkliche oder auch anseingebilbrte Mat Der 


Binubeinibröperet ugfähte nichrigu, ihre. Entwuͤrfe 
durchzuftgzen. An vielen Orten wußte -manı nice 
&inmal: von ber Sriftenz eines ſalchen berunglälten 
Lehrbuchs etwas, Und ſo erging es ihm-niche be 
fer, als deu fruͤher, vor der Errichtung ver Exantis 
air: Kommiffloer von Wöllnern felber :gernachten 
Verſnchen, einen orthodoven Kutechismus a: Gag 


"gu bringen, Das Vorhabri mußte als ui wäfährn 


‚ Bat aufgegeben werden. m >“ BINMN. 


U Die Bekahpungen —E ER ö — 
allgemeinen Ratechismus in die Schufen: eingufüh« 


ven, verdulaßten einen Wiraigkßser wicht zu den 


 ollnägtichen gehorte uud die Vorereflichteit ver Provi 


Büchen: Rechtäpflege: auf's neur ins rhellſte Lichts 
fe: wie die: Fehlgriffe und die Miſltarlichkeiten (tele 
cheſich Wilke zu Schulden lommen (HB ffent⸗ 
lich: zur Schaut ſtelltꝛ. im ungenanmen hatte in 


eine kleinen Schrift die Räztiäzteid: elnes allgemei⸗ 


mn Landeskatechismus zu bewriſen und Die beſte 
Sutichinag eines ſolchen one datzuſtellen. es 
ſucht. 


—— — EN 





" ' .. N‘ ’ . nn 
N — 398 — 


ucht. De veform, Prediger Gebbard in Bed 
yab dagegen, bach ohne ſich zu, nennen, .folgenbe., 


Widerlegung heraus; u Prüfeng der. Grönde, ” 


welche der Verf, der Beinen Schrift: iſt ein. allge 
meiner Landeskatechismus noͤthig ꝛc.? zur Be⸗ 


hanptang feiner Meinung beigebracht hat, Berlin " 
ei Unger, 1791. 23.8. 8," Gebharb, pder viel⸗ 


nehr der Berleger ließ dieſe Schrift vor dem A 


rufe von Der Behörde „cenfiren. Der Oberfonfie ' 
orialrath Zoͤllue r, als beſtellter tzuiglicher 
enſor, fand darin nichts Anſtoͤßiges, Slatswidri⸗ 


es, oder Unerlaubtes; er gab daher die Bewiflis 


ung zum Druk. Saum war fie öffentlich. erfchiee | 


en, als Wöllmer eigenmächtig, den Verkauf der⸗ 
Iben bei 100 Dukaten Strafe ‚verbot, . fie ein⸗ 


ende Scharteke naunte, und zum Grunde ſeiner | 


Jeöpotie vorgab, daß dieſe Schrift: einen. ſtr oͤſ⸗ 


ichen Tadel der von Sr, Majeſtaͤt verordneten 


infuͤhrung eines allgemeinen Lehrvuchs der chriſtl. 
‚eligion. wit ſich führe, Dies Verfahren‘. war 
ven fa uͤbereilt als ungeſezmaͤßig, Das Buch eut⸗ I 


elt keinen Tadel des Koͤnigs, ſondern nur eines 


abekannten Schriftſtellers, und der. Tadel‘ ſelbſt 


nnte nicht ſtraͤflich fein, weil er nicht aus der. Luft 
griffen war, nieht die Ehre eines Menſchen kraͤnk⸗ 


— 


‚ nicht auf Schmaͤhungen abzielte, ſondern in 


nem beſcheidnen, kaltbluͤtigen und anftändigen 


one alles mir Gründen unterflügte und Nur von ' 


aachen, nicht von Perfonen handelte. Der Verle⸗ 
r, der die Landesgeſezze bei Herausgabe der 
Ballus Br. Geſch. 6. Thl. ll, a Xx Schrift 


—4 


t 
. 


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— 322 — 2, \ 
genau befolgt hane und nun ohne feine Schuſd in 
Verluſt gerieth, verlangte von dem Minifter einen 
Schadenerſaz. Ohne ſich weiter um die Folgen zu 
bekämmern,: verwies. ihn Wollner an den Verfaffer 


und Eenfor. Der Buchhändler Unger verklagte dem⸗ 


nach die leztern beim Kammergerichte, wie es ſchien 
im vollen Ernſte, aber wie man faſt glauben muß, 
- in gutem Einverfländniß mit ihnen, Der Berfaffer 
Gebhard wurde fogleich vom aller Verantwortlichteit 
freigeſprochen, gegen den Ceuſor aber die Klage an⸗ 
genommen. Der Kriminalrath Amelang führte 
Die Klagfache des Verlegers und webte iu ‚feine Eins 
gaben fo viel feine Sronie, ſo viel fatitifche Zaume, 


. ſo viel treffenden Wiz über den Miniſter Wöllner, 


aber ſich allgemeine Bewunderung feiner Talente 
im Rande, und einen großen Ruhm außerhalb des 


, Preußifchen Stats erwarb. Er verſtekte ſich hinter 
dem Glaubenz ein getreuer Unterthan duͤrfe nicht 
. ‚glauben ‚\ daß das Kefkript ‚des. Miniſters irrig ſei; 


‚denn wer Au feiner Weisheit und Gerechtigkeitsliebe 


gzweifle, der gebe zu erkennen, daB man den 
R Namen des König gemißbraucht habe, 


und den fträflichen Tadel Töniglicher Anordnungen 
einer Schrift beimeſſen wolle, welche dieſen Tadel 
nicht verdiene; fo etwas laſſe ſich von einem fo 


' erleudteten und von Vorurtheilen fo 


weit entfernten Manne; als der. Minifter 
fei, nicht gedenken; man /mäfle alfo glauben, 
daß jene Vorwürfe gegründet wären, und daß der 


erleuchtete Chef des geiſtl. Departements nicht 


. ⸗ our 





D “, 


„und Erjehungenefe zum Srsenfanie; ſo iſt 


u D) t se X 
1 
u 


y r — 323 — = V 


nur ein. Met, finden fogar sine Berkiifiät 


gehabt habe, den Druk der Gebhardifchen Schrift 
zu unterſagen. Das Kammergericht entſchied indeſe⸗ 


ſen, wie es der Klaͤger mit feinem Sachwalter ſelbſt 
wicht auders erwartet hatte, gegen die. Klage. und 


alfo ‚gegen das Verfahren des Minifters unterm 5 
Mai 1791. Und merkwoͤrdiger als das’ Urtheil 


find die Grundſaͤzze, nach welchen es gefdrochen 
wurde, „Einer guten Sache, heißt es in den. Ente 


S . 


‚Äbeitungsgränden‘, wird nicht ſowohl durch ihre . 


„Gegner, als durch ſchlechte Vertheidiger geſchadet. 


„Wer ſchwache Gründe verdraͤngt, ‚macht ſtaͤrkern | 


„Diaz. Wenn es daher auch richtig wire, baß die 


„Einführung eined allgemeinen Kandeöfatechiömus 


„von ber Regierung befchloffen und diefer Beſchluß 
dem Eenſor bekannt gewefen wäre; fo koͤnnte doch 
„die Widerlegung falfcher und. ſchwacher Gruͤnde, 


„welche dafuͤr ſtreiten ſollen, nicht als ein Hinders . 
„viß dieſes Vorhabens betrachtet werden, — Be⸗ 
lagter hätte fo gar die der Regierung _ 
„ſchuldige Ehrfurcht verlegt, wenn er | 


„angenommen harte, fie wolle lieber 


„den einmal gefaßten Vorſazblindlings 


„befolgen, als beffern Gründen Gehoͤr 


„geben. . Wenn jemals über Geſezze und oͤffent⸗ 
„liche Anſtalten mit Nuzzen geſchrieben werden 


‚kann, fo iſt es gewiß zu der Zeir, da ſie eben ent⸗ 
„worfen werden. Haben nun die Einrichtungen, 
welche getroffen werden ſollen, das Meligionds 


“ 


' 
- 


In 


ner. u 1 


ie offenbar, BAR. untar den allen def 
Menſcheu, welche dieſem Geſchaͤfte ihre ganze 
„Lebenszeit widmen, mancher unzuireffen fein 
N muͤſſe, deſſen Belchrung dem noch mis vielen ame 
‚dern wichtigen Dingen -befchäftigren Gtatämanne 
azlich werben. kann. Dergleichen Belehb— 
„rangen dürfen um fo weniger verhin 
dert werden, Da:fie auch gegen {dam 
nbskebenne Einrichtungen Statt finden 
 yahlfen Wenn Hihtd, was diefen 
autgesen: if, behonptet werden. därk 
mie fo "würden, wie. Beflagter mit 
MKecht in feiner Deduktieu anführt, 
alle Kompendien der Statswifſen— 
" ofchaft unter, die yerbotnen Bäder nad 
„Plate, Montesquien uud Thomafiug, 
„unter die, Staͤrsverbrecher geho4ren; 
ia es warden dadurch alle Beinuͤhungen der 
vGelehrten. auf Gedaͤchtuiß kram und umäzze Spe⸗ 
kulationen eingeſchraͤnkt werden. Daß es beſon⸗ 
ders in den Preuß. Starten erlaubte ſei, 
‚nie wirklich vorhaudnen Anſtalten und Geſezze zum 
 "ySegenfiande gelehrier Unterfuchungen, zu machen, 
ft von dem Kammergericht in der Wuͤrzerſchen 

. Sache anerkannt worden, wid «6 erhellet ganz 
edeutlich aus dem Artik. 11. Des Ceuſurediktes, 
wo es heißt: die Abſicht der Cepſur iſt keinedwe⸗ 
Ages,eine anftändige; ernſthafte utzd beſcheidne Un⸗ 

. „sertuchung der Wahrheit zu hindern; und im Eins 
ange. deſſelben wird na die Peñfung, 
ax „een 


Ss 





Een “ 
PEAK ir per ſche Werrhothiirg Az 
„der: ‚nosgafte Tadel Öffentliche Unſtalten 
—X gen als unzulaͤſfig gemißbifligt“. 


— 


Ungeachtet dieſes Kichterſyruths wußte Wöllred  - 


ben König, gewiß nicht durch die kdelſten Mittel,“in 
dem Veharren auf, willlͤrſichen Mußregelu id dreſet 
Sache zu erhalten und fo bewies er vor aller Weitz 
daß es ihn um kein Recht, ſondein aut be 
Behauptung ſeines Eigenſinnes zu thun ei. Wbe 
dem Guicht war dffentlich anetkaunt, daß det Ci 
for feine Wlicdye gethim, der Verleger nichts vetfes 
ben,:.dver Berfoffer nichts Straͤflichts geſchrieben | 
habe, daß Das -verbiötne Buch anf eine beſcheidne 
Art nicht einmal die kdaiglichen Anſtalten, fonde u 
Bade. ſchwachen Gründe eines Ungenannten be. 
keudte ‚wozu ausborlikliche Gefejze die Bewilligung 
erideilen; wer Hätte nicht denken ſollrn, nun muͤſſe 
ver" Verhauf deſſelben geſtattet wetben. Aber . 
war verboren und biieb derboten und durfte auch mit . 


ben Alteuſtuͤllen deren Belanntinachung bald‘ Eu _ 


folgte, wicht: abgedruft werben. Wölnerd 
Esarrfinn galt atfo mehr; ale Miechterſtüble und 
Befesze. | 
. Mad: dies ige ſich nicht lafige darnach ke Ä 

inem noch fonderharurn Prözeffe, bei der Berichtes . 
sche des nuter Dei Namen des Zenfpredigerb 
‚gemein belannten Schulz. Dieſer Mann, 
Prediger m Bielsdorf, Hatte fih ſchon laͤngſt 
icht ſowohl vuriß feinen Haarzopf, den er trag, 
lo wii .. Die. Vaeenmin Venßeran⸗ 

un, 


— 22 


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» 6 — 


om, bie, a, ‚Schriften deunch hehauprete, im 


einen Üblen Ruf bei der verſtaͤudigen Welt gebracht. 


eine Grundfaͤzze, die er in feiner Sirtenlehre 
fr alle Menſchen und in dem Erweis des 
bimmelweiten ugterſchiedes der Moral 
von der Religion mit roher Dreiſtigkeit und 
mit leichtſi inniger Bitterkeit Rugefchent ‚helaunte, 
hatten offenbar ben Zwei, alle ‚Pflichten ‚gegen 
Gott, ‚alle Forderungen ber Religion, alle Nebun⸗ 
gen des Gebets und die. Geſchaͤfte des Predigtamtes 
als Aberglauben, Gaukelei und Thorheit herabzu⸗ 
würdigen‘, s. zu werwerfen usb, ſo viel an ihm lag, 
Abzufchaffen. ‚Er empürte jeden, Maun ven edlem 
Gefuͤhl noch mehr durch die Art, wie er feine ans 
fidfigen Meinungen bekannt machte, als Durch Das 
Auffallende feiner, Sophismen felber; er ſchrieb im 
einem trozzigen, ungeſitteten, allen Anftand verache 
senden Tone und dennoch erhob er ein Zetergefchrei, 
wenn’ man ibm vorhielt, daß er nach ſeinem Gewifs 
. fen, ober, wenn er dies nicht achtete,, nach feinen 

: eignen Rehren als ‚Tonfequenter- Mann fein Predigt 
amt nieberlegen. müffe, weil 68, ihm ein verach⸗ 
| tungswuͤrdiges Geſchaͤft war, weil er ed fo gar ein 
ebhrloſes Gewerbe geuannt datte. Einen ſelche⸗ 
Wenſchen, der nicht verſtekt, ‚fanden Yariz..pfen 
. gur Fahne ver. Atheiſten ‚und, Religionsfpötter 
. ſchwor, uͤber ſeine mif dem Geſchaͤfte eines Religiens⸗ 
lebretö unvereinbaren Behauptungen zur ‚Berants 
wortung zu ziehen und eines Standes zus entſetzen. 


ben. er Mr —— hielt, ben er ſchuaht⸗ a 


hun 2 





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aafeicdete des ſchien keine andilige, Jondern feibf 
ine noͤthige und gerechte Maedregel feiner Vorgeſezten 
u fein and die Duldung eines. folchen Mannes wurde, 
on vielen für eine zu weit gehende Nachficht angelee 
en. Hätte ihn der Miniſter daher auf dem geraden 
echtlichen Wege über deutlich beſtinnnte Punkte zur 


Rede gelegt und ihm dann, was der Ausſpruch Day | 


dichter beſtimmte, ohne Ausfluͤchte und Winkelzuͤge 


sieberfahsen laſſenn, ſo wuͤrde kein Parteiloſer dab | 


aben mißbilligenTbnnen, er hätte es loben und guthei⸗ 
en muͤſſen. Aber ein freies, geſezmaͤßiges Verfahren 
hien eiamal aucht den Beifall dieſes Statsmannes zu 
aben; ſeine Haudlungsweiſe, liebte auch da, wo ex 
ine Urſach hatte, das Auge des Yublifums zu ſchenen, 
na Bexftehte,, Megellofe, Gemaltſame. Dan erniea 
igte-fih zu hinterliſtigen Auſchlaͤgen, zu unwuͤrdiges 
Nachinationen, gu umerlanbten Kunſtgriffen, umh 
idrige Zeugniſſe gegen Schulz zu erſchleichen 
nan ſtellte ihm zuerſt vor die Inquiſition der Exami⸗ 
ir⸗Kommiſſarien, man belangte ihn uͤber umvefents 
he Dinge, wo es ihm leicht war, ſich in einem 
otheilbaften Lichte zu zeigen; und da Diss alles zu 
ichts führte, fo ließ man die Sache vor dem 


ammergerichte verhandeln; aber auch ‚hier beging + 
Zoͤllner fo handgreifliche Unregelmäßigleiten, ” 


erſtieß fo ſehr gegen alle Form einer unparteilfchen 
uflg nud ‚mifchte fo viele Machsftreiche-ein, daß 
ſeinen Zwek nicht erreichen konnte; nicht die Un⸗ 
huld des Beklagten, ſondern das ſeltſame Benche | 
en der Rbhee war Urſach, daß dieſer Prozeß 
einen 


Ä 


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nen aot gang nahm, ; der in wer Kat ai J 
Ehre Wolluerz gereichte; das Kamnmrergericht 
ſrach Sch ul zen in Obſicht der wiber ihn verkehrt 
angebrachten Beſchutdigungen fiel; der Miniller, 
welcher den Triumpf, den er durch die Juſtiz nicht 
erlangte, nun durch Gewolt / erpreſſen weilte‘, berbog 
den Koͤnig, das Urtheil dahin zu beſcutigen, daß 
Schulz abgeſezt wuͤrde. Getzen Ark ſoſche wunder⸗ 
uiche Veſtaͤrgung, welche dem Inhalte ves Slichren 


— ſpruchs gerade zu: entgegengefezt Bar’, proteftirte 


Schulz zwar; aber zulezt naunßte ir der Mut 
wWieichen und einen Pofken verlüffen‘, ori er freilich 


| | u auf Line sefegmäßigere rt Ron eye dante derlie⸗ 


‚ven ſollen. 2 —— 

Der iniſter ſahe endlich ein ban·er auf vom 
Wege Rechtens fo wenig, als nuit feiner Methode, 
die Güte‘ ſeines Werfahrene . durch: vertmeisieliche 
Gruͤnde Adergengehd Parzutfun, erwos ausrichten 
- Ponte” Im Jahre 789 - ſchtieb CM Roſtokter Hof: 
rath, D. RoAun berg'“über ſfimbotiſhe Buͤ⸗ 
Der in Bezug au! Stard recht ein kleines 
tzwerk von HF Seiten, worm er dem Miuiſter Worn⸗ 
„her viele Komplimente machte, das Religionsedilt 
er Longe nach abdrukte, die Heilſamkeit Veffeiben 
wit vollen Bakken anpries, und die Nothwendigkeit 
"Aber den ſimboliſchen Boͤchern zu: hhalien, auf 
Siategranden au Berveiſen ſuchte. "Den gef@pmeis 
heire Mmifter bildete. Mb eim, das Srchretufel des 
en Doftor: mliſſe für jeden Eiſer· eben die 

ee Baal, , we echt an mi 


N 








a Er u 0 | 
wolen Werſtand⸗ air; er kaufte ber given — 
son Brenplaren auf, : uud ſchilre fie an alle gu _ 
liche Inſpektoren, damit ſie ſie in ihren Kirchſpremw 
zeln bei Ptedigern und Schullehrern cirkuliren Info - 
ſen ſollten. Die ernſte Art, womit er blet Geſchaͤft 
Jett ieb/ war. ein deutliches Merlmaleſeines Glas ” 
vend, daß die Leſung dieſes Vuͤchleins —*R 
ewirlen und die verbleudeten Neologen wie; durch 
inen Zauber ſchlag in rechtglaubige, ediktmaͤßigr 
Orthodoren umwandeln wuͤrde. Abet die gehoftt 
Wirkung blieb aus. Wielen ekelte der loſen Speh 5. 
e, da hochtrabtaden bantſchekligen — 
en,‘ fie konntent die Lebtuͤre eines Buches, weiches - 
vie ein alter Ancrlmit bunter appen und Flittorn 
erzent nd verziert: ausſaht, nicht aushalten; ſie 
egten es halb-ungelefen bei Seite; audre ſanden 
zarin fo viel imtogifchesDefinitisnen-, Vie bis ia 
aͤcherliche gingen, ſo wenig Genauigkeit im Denen, . 
o viele gehäufte Widetſpruͤche und fo wenig Richtige - 
eit- in den Geſchichtsangaben, daß ſie in ihren nd - - 
egenhefezten Meinungen derabe dadurch noch. mehr 
eſtaͤrkt ¶ wurden, weil mar ſo ſeichee Tagelbhner 
ırbeic: für ein unldertrefbares Meifterfiät ausgabl 
58 fehlt auch wiht an Gegenfchrifeen,, in welchen 
ie Gerinffhgigfeit der Roͤnudetgiſchen Behanptun⸗ 
en gezeigt wurde. Mit vorzüglich ſcharfer und 
atiriſcher Lange wuſch ihn das Sendſchreiben 
ines: Ialtew' Lunbpredigers im: Preußi 
ben. weils Schill in z, Lehter an bei 
domſthan zu 7 ai "Deut ehr DR 
J „A 


e 


⸗ 


wWodl lner ſelber Aehdrte. Leucn fühste: darauf 


Nee 330 u 


iiber Sale ward Rdenherg bier perſifſlia 
und jedem Rachdenkenden bewieſen, daß dieſe von 
WBällnern ſo moaͤchtig in Schuz genommene Schrift 


anmaßend, ſchlacht, unverdaut und unphilofophifch ſei. 


Sie wollten „jagt der Landprediger gleichſam ald 
Reſultat in wenig Worten, Sie wollen, lieber Sr. 
Hofrath, n nichts Schwanlendesinder Reli 
gion; alles ſoll de zuſammenhalten, 
nis waͤrs mit eiſernen Faßreifen umge 
benund dieſer Religions⸗[BVBottcher ſoll der 
Fauͤrſt ſe in. Lafen Sies lieber die Wahrhe it 
ſein; denn wo dieſe mit jhrem Sonnenglam 
ae fehlt, na hilft Fein Bannen, undauf 
die Daner,auch- keine Gewalt, noch Liſt. 

Schaͤzbar iſt vor. olen des Prof. Bilfaume 
Pruͤ fung, der Rounbergſchen Schrift nicht ſoreehl 


wegen der eigentlichen Widerlegäng , welche von au« 


dern treffender verfaßt wurde, als vielmehr wegen 
der langen Vorrede, welche einige merkwürdige 
gißsrifche Umſtaͤnde als Zeichen: ber Zeit jur Renate 
ih des Publikums brachte, die ſonſt vielleicht ganz 
oder. nörh. lange. uubefaung geblieben wären. Vil⸗ 
Inume worte fein. Buch’ zu Berlin drukken laiſen, 
welches der Cenſor Teller erlaubte, der Miniſter 
Woͤllaer aber unterfagte. ;Dey: Verf» begnuͤgte 
fi mit dem bloßen: Machrfpruche nicht, fondern 
verlangte: Gruͤnde und wandte ſich daher mis-einer 
KNlageſchrift ‚über ‚yertveigerte Genfus an ‚Amtliche 
Wiujſter dese JInſtizdepartements,zu welchen 


als 











, | I A J 2 . 
Eu 331 — an 


16 Urfiche: bes Deukoebos eine“: ESeue i ro 
euen, im Jahr 1790 errichteten: Pabllepikiierion 
es Kaiſers Leopold u, an. welche Unis. 
lgenden eben erſt beigefügten Zuſaz enshiefts- we 
Ale Beine Schrift ‚(nämlich im: Deutſchen 
leiche) geduldet werden, ‚die mit den 
imbalifshem, Buͤchern ‚beiderkeir" Nelie 
{onen und mit. dene guten Sitten wicht 
ersinparlich; fei,. oder wokund.: ber 


mſturz der gegenmärtigen: Verfaffung | 


der die Störung der, bfienslihemn ung 


efdrngsn weideif,; Das Juſtigdepartement bea 


bloß. gor Ahfaſtung inet ;entfcheideriven: Urspeilg 


avor die Erklaͤrung dev; Mimifter der autwaͤrtigeh 


lugelegenheiten einzuholen, welches deun geſchahe. 
er. Graf on Heszberg und non Sinkenfieig 


aben uͤher den ſeuderbaren Iyfaz.nnserim:ı Fehr. 


791, eine Auskunft, welche Das weile Werfähren 
erfelben jedem wehren Patriotes: unwiderleglichbe⸗ 
»ies; ‚mupon bier aben nur einige Stellen angeführt 
yerben Kounen. „Ca iſt richtig, ſagen diefe Etats⸗ 
maͤnner, daB in die Wahlkapitulation die neue 
‚Verosönung eingefloſſen, daß keine Deligionde 
‚schriften geduldet aind geſtattet werben.follen ;., welt 
‚he den ſimboliſchen Buͤchern der 3 in Deutſchland 
herrſchenden Religionen ungemaͤs und ‚entgegen . 


ſeien. — Kurmainz machte in ‚feinen: ſoge⸗ 


mannten Erinnerungen: dan Antrag: Dazu: Als ber 
‚Kutfürft ſolche anhero mittheilte,, ſo wurden die 


Aubeanhenbersiihen. ‚Mahlbeißpefter, angewie— 


4 
14 ' 


J 


aan 8 - 


ꝓfen ats atoriſirtz AId nice in vielem Diiradt 
derfaͤnglichen und’ bedenklichen Vor— 
er) kägen ‚dutgegen: zu ſezzen ind votando zu 
-gäußern? es fi Evauhe iſcher Seitd'nech t be 
vſtimmt md ausgematht, welches allge 

me ine Bekenntnißbuͤch er :feten. ’ Die 
Vor ſorge, verderblichen und gefährtis 
en Lohren unde Meinuugenund dem 
Aelbeu “sSerb reitungz Einhalt: gu thunm, 
"ymöffe jeden Randehterin vorbetzalten 
leibenz es klonne wader dem Saifer, 
„n och dem Reichs gor ichten, nech dem 

| pKath oliſchen Meitho theit⸗ ein: Urtheil 
und Brkenutniß ber Proteſt ant iĩ ſche 
Melig bons ſchriften und. deteu oal eber⸗ 
———ã mit dem Eonngel. Leherbe⸗ 
„ori; ober ihte Abweichnsgz davon Aber 
plaſſen werdewn — Dahise fiel nicht 
 yanrs die Kurdrandbindurgiſcee, folnern 
„auich die Kurſaͤch ſiſche, und Aurbraum 

— „ch wobgiſche Stimme. uud Die -Kutbe 
wi Gt Stimmen⸗ Ueberlrgenheit bewirkte aber 
ieinru,:dent Kurmainziſcheu Antrage gemaͤßen 
3— nSchluß der der Kapitulation: Angetülr wurde. 
„Audin vie ſer Schluß wirb:fe: wenig von 
„dem Evangel, Reichstheil für seRhinde 
ihn ungefehen: und: befoltzt -werden, 
sals‘er einem Prötefsantifchen Kor⸗ 
„unnReihsfärften. in feine Laudeshert, 
| Le opbeu⸗ aud Religicac- ↄeiu 
ar ech⸗ 


N 





938 m 


rechte eingreifen and. Zien fejsen u 


tan. — — ‚Uchrigens ſcheint es und eine une 
verwehrliche: Sache zu ſtin, über das Uofehen, die 
Verbindungelraft,,. die Abſichten, die Dauer, die 
Nothwendigkeit oder Entbehrlichkeit der, ‚fü mholis 
ſchen Bücher Betrachtungen: onzuftellen und feine: 
Privatgedanken zu eröfnen, wenn. es nur vicht auf 
eine heftige, unhoͤfliche md ſchwaͤrmeriſche Ur -, 
geſchieht“. Nach Dielen verdreflichen Gutachten 
claubte der Staſsrath in einem formlichen Be⸗ 
hluſſe, 3hwohl mit Widerſpruch des Miniſters 


Bölfmer, den Druf der Villaumeſchen Schrift; 


ber auf Anſtiften dieſen Geghers der befleen. Sache 
g der x hnis den. Großlanzler von Carmer des⸗ 
»egen“ zur Rechenſchaft. Carmer veitheidigte 


in und feiner SKellsgen Verfahren: in einem, ange | 
zhrlichtn Schreiben. mis itriftigen, von keinem - 


Böllner umzuſtoßenden Gruͤnden, richtete jedoch 


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nn. 


I! 


egen den mächtigen Einfluß des geifklichen Minis \ . 


ers nichto aus. In aimer Kabineteyrder vom 5 
Rärz »793., in welchet man Wölners Schrejbart 
icht verlznute, ‚wurde. die vpon einem gauzen er⸗ 
uchteten Kolfegiy. ven erprobten Statsmaͤnuern 


egehne Bewilligung des Druts ſchlechuweg für une 


zlaͤſſig arllaͤrt and, ohne die Gruͤpde fo vieler gro» 
en Statsdiener zu widerlegen, - Yurch ein bloßes 
Nachtwort geboten : ⸗Das Villtaumiſche 
Buch fall hier nicht gebruft werden. 
Denn der, Dink dergleichen Bücher in me j⸗ 


nes. Laude segetgffen wird, kaun diefe 


44 Ge⸗ 


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J— 33x — 


IDoeithmignn als eine A proßetion Aber 


,dergleihen Schriften augeſehen wer 


oben, die ich aber fehr ‚entfernt Sim, 
2 sujugeben x. .„.Diefe leztre Schlußfolge ift fo 


eigen in ihrer Art, daß fie nur in dem Kopfe eines 
Mannes wie Wölner entflauden fein kann. Denn 
ddaß der Kodnig auders und richtiger dachte, zeigt die 
Wereitwilligkeit, mit weicher er die hinterlaßnen 
Schriften Friedrich's II: abdruffen ließ. Keim 


Wernuͤnſtiger wird darum glauben, daß Friedrich 
Wilht elm IL alle die Urtheile uͤber Religion und 


“ pergleichen ‚welche ſein Oheim faͤllte, gebilliget umb 


approbirt habe, weil ſie in Berlin gebruft wurden. 


Es wäre offenbar -ungereimt nhd'despotifch zugleich, 
wenn in feinen Lande etwas gedrukt werden dürfte, 


[S 
4 


als was mit dem Maße der Kenntniffe und Einfich⸗ 


> "gen des Megenten uͤbereinſtimmte. Woͤllner ers 
Aangte durch feinen blinden Eifer, womit er jede Abs 
weichung pon ſeiner Meinung verfolgte, zwar fo 


viel, daß Villaume's Buch in Berlin, aber wicht 
überhaupt ungedrukt blieb; ed erfchien auswärts, 


nund vermehrte durch die Erzäplang dieſes Sorgang 


den Ruhm Wollners gewiß nicht. 
Der Miniſter uͤberzengte ſich nach ſo vielen ders 


geblichen Proben mit feinen getreuen Knappen, dem 
Eraminir Raͤthen, daß es keine fo. leichte Sache fei, 


als er zuerft. getraͤumt hatte, in eiuem Sande das 
Reich ver Finſterniß und des Aberglaubens wieder 


aufzurichten, wo Licht und. Wahrheit feit einem hal⸗ 


ben Sehrhundere oerhrent hatten. Er fegte: fein 
abens 


x 





wer; 
.“ % 
> 


Bee er 2 on 
entenerliche® Weſen daher nur noch een 
r fort, und ſchraͤukte ſich darauf. ein, einzelne 
raͤnner dann und wann zu nelfen und in Athem 
yaltın. So emmpfingen- einige Bexlinifche —* 


d· einſichtsvolle Htediger drohende Kabineröfceie - 
n uͤber ˖ ganz unſchuidige Dinge, die ſie im Beichp/ 


hle theils· wirklich geſagt hatten, theilo bloß gey 
zt haben ſollten; eine kleinliche Silbenſtecheren 
ozu man. das Anſehn der Koͤnigshoheit herabwuͤr⸗ 
gte. In den Provinzen empfand man von, biefem 
chilanen weniger und bekuͤmmerte Ach uͤberhaupt 
cht viel um die Verfinſterer. Um: ‚jedoch. hier die 
iſtlichen Verordnungen wicht bffentlich verachten 

laſſen, wurden 1793 zwoͤlf Unter, Eraminationde 
ommiffionen:ia allen Theilen des States errichten, ' 
ozu man fo viel als möglich, ‚die unaufgellärteftase 
ute erwaͤhlte. Doch fand der Miniſter nicht üben - 
lſolche Männer nach feinem Herzen und fo mußte 


zuweilen verftäudige und gelehrte Theologen auß | 


oh mit in dieſe Kollegien aufnehmen „ wodurch es 
inen Anordnungen an Einheit, Uebereinſtimmung 
id Nachdruk fehlte. Eben ſo unwirkſam waren die 
eiſen, welche Hermes und. Hillmer gur Einfühe 
ng ihrer Thorheiten 'in die Schalen „. durch das 
imze Land machen wollten. Große. Öffentliche Bes 
Yimpfungen, die fie zu Halle erfuhren, und die Be⸗ 
rgniſſe, an mehrern Orten aͤhnliche Auftritte zu er⸗ 
ben, bewogen ſie, nach einigen kleinen Streifereien 
re frͤmmelsden Wanderungen einzuſtellen, und fich 
ter die Fluͤgel des Winiſters nach. Berlin. zuruͤk 

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— 336 — 


| AWichen. Da ihnen aiſo dab Gerkanyiägeee we 


leidet, das Buͤchermachen verunglakt und. das lie 


derrichtgeben zu.nrühfelig, auch wohl für ihre Are 


- ya hoch war, ſo ſchienen fie; befondens Herwes, des 
. Weine Pfarrgemeine hatte, niel kLaugweile zu haben; 
is fahen ſich daher nach einen Zeitvertreibe um; fe 
Nanden ihn endlich im Durchleſen derer Predigten, 
welche auf. ihren Befehl vom. allen. Geiſt lichen des 
ganzen. Landes jährlich an ihr Glaubensgericht ein 
geriße werden: nußten, Sie beſtimnuen den Test, 
aus einem Spruche, welcher nach ihrer 
Meinung dad GSeheinmiß der’ Berföhmung enthielt, 
.. MBenm fie hierdurch die Prediger zu zwingen glass 
., wu, gewiſfe unfruchtbare und felbft. ſchaͤdliche Edge 
"ger Schuldogmatit zu erklaͤren; fo hatten fie ſich fer 
verrechnet. Mehrere trugen ungefcbeus ihre befiem 
 Einfihten von dem, mad Verfühnung heiße, ner; 
‚andre ließen ſich hierauf gar micht.ein, fonbern er» 
wahnten zur: Berföhnlichleit gegen den Nähen; 
oc) andre, die/wenigſten aber, _Iehrtem,. was man 
‚gohnfehte, weil. fie. wirklich davon uͤberjengt waren. 
Dieſe: hatten. denn Bas. Gluͤk, Belobungsichreiben, 
aber gar Antraͤge zu höhern Stellen zu erhalten. 
Der Verfaſſer "gegemwärtiger EGeſchichte harte da⸗ 
mia. Gelrgenheit, durch feine Verbinungen von 
"Ber Beſchaffenheit der Predigten aus einigen nicht 
unbedentenden Kreifen Kenntuiß zu erlangen: bier 
‚verhielt es ſich fo, ‚wie eben beichrieben iſt. Une 
einem Paler von 30 ſolchen Predigten befaud ſich 
| einmal eine ſe elende, Daß | der geigue Worfieher 
‘ Be⸗ 





I — Buzz a AR 
N . DE N. 


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hleppenden, tavtologiſchen, widerlichen Stile’ Here 
ißt. Es ſchien, daß. die Untauglichkeit eines. ſol⸗ 


ven Vortrags felbjt den Berliniſchen Eraminir⸗ Nds 
yen einleuchten muͤſſe. Aber ſiehe da, gerade dies 
baͤrmliche Part erhielt . ihren bohen Beifallz 


mn es verſtieß gegen die Traffeite Orthedorie nicht; 
er Derfafler Davon wurde mir den größren Lobſpruͤ⸗ 
en belegt und bekam die gewiſſe Verficherung zu 
ner Inſpeltor⸗ oder Konſi iſiorialſtelle, wenn er fie 
uͤnſchte. Der Mann wußte nicht, wie er. zu der 
hre kam, unb da er ‚bei feinen übrigen Mängeln 
e ſchaͤzbare Tugend der Seibſterkenntnißz und der 
eſcheidenheit beſaß, ſo lehnte er den Antrag ab; 
b alle son gleicher Einfalt des Verſtandes auch mit 
en ber Einfalt des Hetzens gehandelt haben mögen,‘ 
eine Frage, die mir nicht beantivorten fönnen, | 


Das Eraminationd « Kollegium, welches“ einige 


ftige Kämpfe gewagt, aber nicht gläflich beftane 


n hatte,‘ erhielt fich- zulezt ziemlich ruhig und 


ien zufrieden zn ſein, daß ſeine Vorſchriften, 
‚ungleich, nicht beobachtet, doch tolerirt wurden. 
ald nach dem Tode des Koͤnigs Friedrich Wil⸗ 


'Im’6 II. wurde. es vermdge einer Vabinets⸗ Res Zu 


tion Friedrich Wilhelm's III. vom 27 
c. 1797 aufter Thaͤtigkeit geſezt, und durch ein 
ſtript vom 5 Maͤrz 1798 ganz aufgeldſet. Soilte 
ballus Br. Bet. 6 Ro. I, abi 9° übrie 


! 


xedenlen nig fie abändern. Se war 1 ein Ebabe = 
on umerftändlichen Perioden, . ungereingen Des 


riffen, platten Ausdruͤtten, Lohne logiſchen Zufame 
ıenhang, ohne prafrifche Anwendung, in enemn 


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“338. * 


übrigens Jemand der Boeing fein, ats waͤre die 


‚bisherige: Schilderung diefer Kommiſſion amd deren 
Haͤupter, ‚. Hermes und Hillmer, zu unguͤnſtig, 
den moͤgen folgende Altenſtuͤlke uͤberzeugen, daß fe 
der Wahrheit vollkommen gemäß’ bargeftellt ſei. In 
dem erwähnten Aufhebungsdekret vom 5 Maͤrz 1798 
ſagt der jegtregierende König ausdruͤkllich: „er 


"habe die, auf Berrieb. des ER. Hillmermd 


des Ob. Kenſ. R. Hermes errichtete Eramine | 


„tions⸗ Kommiſſton als ſchaͤdlich anerkannt; die 


ypisherigen Mitglieder derſelben koͤmten ent behrt 


und ihre Gehalte: zu näglichern Ibvetten en 


part werden; Hermes und Hillmet 


odnnten nm fo fuͤglicher gemi Ät werden, da ſie 
ia ihren bisherigen Verhaͤltniſſen nichts gelei⸗ 
her Härten; Se, Majeſtaͤt werde dadurch bewoö⸗ 

Agen, fie ihrer Die uſte zu entlaffen; wem 
ſie die Mittel in Erw aͤgung doͤgen, die fie 
„angewandt hätten, um:gu.ihren ‚bisherigen 


„Meintern zu gelangen, und fi darin zu ei⸗ 


„halten, -- auch -ihre weit.um fich.greifenden 


u „Abſichten durchzuſezzen, ſo muͤßten fie fh 


x. 
N 


„ſelbſt Überzeugen, daß ver Kduig Feine Verpflihe 
„kung auf ſich habe, fie für den Verluſt ihrer Stel⸗ 
len zu entſchaͤdigen ober zu peuſlouiren; jedoch 
mus bloßem Mitleiden ſolle diefe Dienſtentlaffang 
„mit giner Ka von 500 Thaler. für jeden be 
‚ ‚raleitet fein; ſie möchten dies mit- Dan erfennen 
„und dem Könige feine Veraulaffung geben, ihr 
 Adetragen nach bes Streng: unter[w 
a Fe | — uche N, 


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— 3139 ui: 


= , , J | . — 
ſcchen, und, wie es die Geſezze mir fi 
braͤchten, ahnden zu laſſen“. Maͤnner, 


selche. zur Erlangung und Bewahrung ihrer Aemter 


Iche Mittel augerandt haben; die einer Dienſtent⸗ 
os ohne Penſion werth find, welche weit um 

ch greifende Abfichten durchſezzen wollten, weldye . 
ch fo betrugen, daß der Aufruf Der. gefezlichen. 
Strenge und die Öffentliche Beſtrafang ihres Ders 
altend noͤthig und verdient waͤre, die muͤſſen ge⸗ 


iß unwuͤrdige und hoͤchſt tadelhafte Menſchen fein, 


in keinein beſſern Lichte erſcheinen fie im ber Vot⸗ 
ellung ‚- welche das Oberkonſiſtorium dem Koͤnige 
nter'm 25 Dee, 1797 übergab, und worin e8 um 
ie Wiedererfangung der Ihm von ber. Eranfinas 
ond Kommiſſion entrißnen Rechte bat. Dieſe 
dommiſſion, heißt es unter andern, „habe zum 
Theil aus Mitgliedern beſtanden, des 
nen es an Bekanntſchaft mit dem 'jege- 
zigen Zuftande der BWiffenfhafren 
mangle; Troz allen Gegenvorftellungen ded . 
Oberkonſiſtoriums hätten fie einen Landess 
Katechismus eingeführt, der nad) dem 
einffimmige® Urtheile aller Sachvete 
ſtaͤndigen In: und Ausländer ein {ehr 
ſchlechtes Schulbuch fei, und eben ſo we 
nig eine heilſame Religions : Erfenueniß, ats eine 
zwekmaͤßige Uebung. ber Jugend Im” vernünftigen 
Nachdenken befbrdern koͤnne; “ihre Vorſchrift 
zur Prüfung der Kandidaten, würde 
vor ihnen ſelbſt nicht befolgt, und habe 
Ya wei⸗ 


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meter nichts, als, allgemeinen Spott und 


bei! den. Pruvinziale Konfiftorien Ben 
„wirrung hervorgebracht; ihre Anweiſung 


„für die Prediger und Schullehrer verrathe 


weder. Bekanntſchaft mit den Bedürf— 
niffen unfers. Zeitalters,. noch Ein 
„ſicht in die Berfaffung des Lehrfachs 
„und in die Erziehnugskunſt; die Eenſur 


„der theologifchen und philoſophiſchen Schriften 


. „habe vormals das Oberfonfiftorium nach beſtimm⸗ 
„ten und dffentlich: bekannten Grund 


„ſaͤ zzen ausgeuͤbt; jezt aber würde fie von zwei 
„Mitgliedern ‚der. Eraminationd.s Kommiſſi ton wills 
tuͤrlich verwaltet, wobei fe ſich, wie immer, auf 


geheime Inſtruktionen beriefen, die lante 
„ſten Klagen erregten, Buͤcherverbote veranlaßten 


. and außerordentliches Aufſehen erwekten. Dies 
u „waͤren alles uUnregelmaͤßigkeiten und willkuͤrliche 
| Abaͤnderungen einer wohlgegruͤndeten Verfaffung 
„welche leztre der“ König wieder herſtellen moͤchte, 


„um den Schaden, ber für die Religion 
„und Sittlichkeit durch die mesrbenamnte 
Kommiſſi on entſtanden ſei, all maͤhlig wieder 
A 


„au heilen”, Kann man die. Unwiffenheit und 


Untauglichkeit eines Geſchaͤftsmannes wohl deutlicher 


amd nachdruͤklicher beſchreiben, als es hier in einem 
Aktenſtuͤkke von Maͤnnern geſchehen iſt, die es am 
beſten wiſſen konnten? 


Mit nicht beſſerer Ehre trat der Koryphaͤe der 
Verfinſterer, der Miniſter Woͤlluer, von feinem 


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ſoſten — Er dat zwar, , wie jebbr Bone, 


sine Vertheidiger gefunden; \einige haben Wunder 


eglaubt · was fie vorbraͤchten, wenn ſie an manches 
Zute efinneitek, das durch ihn geſchahe. Aber 
yelch ein Menfch 'nrüßte Ber ſein, der mit den 


huͤlfswitteln die ein Minifter i in Handen hat, ik" 
nem Wirkungsfreife, worin er ſicht, und durch den | 


zeiſtand geſchikter Diener, die er ahne Muͤhe erlan⸗ 


en kann, gar nichts heilſames zu Stande bringen 


‚ollte? :Der unwiſſendſte Tageldhner müßte und 
hͤrde, in:einte- folche Lage plözlich geräte, mancher⸗ 


ꝛi Ruͤzliches und Gutes ſtiften. Hier iſt nicht die 


dede von kinzelnen Wirkungen ‚ fondern von dem 
jeifte: des fämmtlichen Weftrebind und Handelisf 


nd daß diefer bei Woͤllnern kein ‚guter Geif 


Lichts war), beweiſen feine Thaten und Abſich⸗ 

Schon, was · von ihm allgemein befannf. ft) 
ehr wider ihn; was würde erft dann fein wenn 
He ſeine geheime Machinationen entdekt wuͤrden. 
dier ſtehe noch ein Öffentliches Denkmal: feititr Vers 
erflichkeit, welches er fich zu feiner immerwaͤhrenden 


Schande. filben-gefeit hat. Der Konvent des Klo 
ers Berge: vor Magdedkrgt "eine Der Vorzuge 


chfien -Schufanftalten. in Den’ Preußiſchen Staten/ 
at daß Necht, u ſich ſeinen Obervorſteher, den At} 
[ber zu waͤthlen; ein Recht, welches ſelbiger (RIP 
er Stiftung des Kloſters im Fahre 937 amdgkübt] 
nd- in feiner veraͤnderten Beſtickmung · ohn Woer⸗ 


uch ber Lundestegentenſtets behnuptit had J— 


B — “ne bet erſte Vope/ der bin fe wog 


grüns - 





392 -. 


graͤudet⸗d und * * beſlandenes Recht maps 
ſtoßen die Dreiſtigkeit Hatte, Ohne den Konvent zu 
befragen oder ſeine Zuſtinmung, wäre es auch nur 
. : hinterher: zur Beohachtaung der Formelitaͤt geſchehen, 
uirzuholen, ertheilte er dem Konſiſtorialrath Sch es 
we zu Megdeburg, einem Manne, dem ed. an allen 
GSchulkenntniſſen gehrach, die Antwartſchaft auf bie 
Abtsſtelle. Ein ſolch eigenmächtiges und gefezreis 
hriges Verfahren mußte den gegenwaͤrtigen Abt, die 
Profeſſeren und Übrigen Lehrer, welche den Konbent 


ausmachen, nothwendig alt Unwillen erfüllen und 


zar Verwahrung ihrer. Rechte in Thaͤtigkeit ſezzen. 
Sie heſchwerten ſich wiederholt bei dem Könige über 
dieſe Eingriffe in ihre Freiheiten, Ind baten um eine 
Ynsesfuchung und Abhelfung ihrer Klage Woͤl l⸗ 
ger wiudigte fie micht einmal einer Auwort. Pan 
blieb ihnen keis andrer Weg uͤbrig, als der Weg ber 
Jijſ⸗. Sie uͤbergahen der Magdeburgiſchen Regie 
. Anug.äine formliche Klageſchrift, die auch, ‚wie dies 
wſcht anders zu etwarten war, angenömmen. wurde. 
Wölingr, der ſich auf die Gerechtigkeit feiner 
Saqhe Richt verlaflin.md folglichkeinen guten Aus⸗ 
dena. vor dem Gericht erwarten konnte, ‚rettete ſich 
dadnrch, Daß e aut dem dniglichen Magtichnerdie 
dazwiſchen ſchlug und hei, ibn unaufiköhesen Auer 
un zerhiphz Die Art aber, wie er dieſen Gewali⸗ 
ffreſch,ahrte, i noch empoͤrrader, as Das Nurecht 
VAbere woB er-heging: Er ſchriab folgenden Brief, 
bean dan Aunalen jper. Pregitiſchen / Geſczverwal⸗ 
bven ſeincs Bienen nich admer 
165 s & 


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— 343. — 


of Berge, „Friedrich Witheli Snig: N 
„Wenn wir Euch auf.Eure beiden leztern abenteuer⸗ 
allchen Borfellungen, worin Tshr gegen die ‚bereits, 
„dor einigen Jahren von Unfrer Perfon dem Konſ. 
„Rath Schewe per Kabinetsor dre ertheilte Einwart⸗: 


chaft auf Die Aoröftelle. zu Kloſter Berge zw pros. 
„tekisen Euch unterſtanden habt, wit keiner Reſo⸗ 


„lution nerſehen "oben; fo iſt dieſes aus ber Urſache 


„aeihehre , wäl, Wir haften, daß Ihr ald ners - 


„münftige Menſchen in Euch gehen und Euch eine⸗ 


„andern beſinnen wuͤrdet. Da Ihr aber in Eurer 


„Snfpleng gegeh- Die Ynjglicpen Wafehle {p weir gen 


„gangen ſeid, daß Ihr ſogar ein Klaglibell cantra 


„‚iscum wirklich bei der Magdebärgiſchen Megies- 
„rung ‚eingereicht: habt, worin ihr pon einer feier > 


„Wapl des Abts gegen eine, Kabinetsordre traͤumt: 
„jo dienet Euch hiermit zur endlichen Reſolution, 
„paß, woitrn Ihr Eure Geringfuͤgigkeit 


„gegen Die. Befehle des Landesharren, 
„als bloße Kandidaten und. beftellte- 
„Säulleprer nicht. bald einfehen, und 


„begreifen werdet, daß Ihr aus. Einige. 


‚licher Milde nur Lohn,und Brads. Dede. 


‚halg. erhaltet, um bie Fugen), ‚un ins 
‚formiren,. Mir Eyren thörichien. Stolz bald; 


‚bemägbigen und hei der koniglichen Majeftät hoch⸗ 


ſter Perſon dahin antragen werden, daß Ihr als 
ungehosfame Uuterthgpen „„bie fich geagu.hen Wile 
len detz Goureraͤn's apfgulehnen,, nicht: enthlähen, 
ohne meitere Brote A und nr dem me 

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. 8 * = ums 344 —— = > 

. Abrtgeſchanr meiden Berliu d. ‚30 März 1706. 
nvon Woͤllner“. Es if zweifelhaft, "worüber 
‚man: mehr eiſtannen ‚fol, ob uͤber die tiranniſchen 


. Gruudſaͤzze, welche ein geiſtlicher Miniſter, der ſich 


zur. Biederherfieller der reinen fanfien. Lehre Jeſu 


: aufwirft, ſo ganz plump befennt, vder Äber die 


| grobe, Härte, in welche er fein Stärterrecht einklei⸗ 
‚. ber, bet darüber, daß in unfern Tagen, ‚ in einen 
State, der ſich der mildeſten Geſezgebung erfreut, 
eine ſolche Ausgeburt des roheſten Despotismus zur 
Welt kommen komte. Es kann fein. daß audre 
Leſer ani ers fähken; aber ich geſtehe es, daß mich 
dies empoͤrende Dekret. Wöllner’& ganz vorzuͤglich 
: Wider hh>eingenenmmen;,. und mit dem lebhafteſten 
Unwillen ber ihn durchdrungen hat. Dies ſcheint 
mir ih umwiderleglicher Bewerb‘, daß er ein zuge 
rechnet, &igenlinkiger: "md ’ untauglichet Miniſier 
war Hate der Konvent Unrecht, P dam er 
J gleich⸗ anf deſſen erfie Eingabe in cibem uhftähdigen, 


Bu IJ wuͤrdebolleil Tone fein eignes Betragen durch Grinde 
a rtchtfenigen und ihn auf edue geſitlete Art zur Rabe: 


wvirweiſen. Wollte der "Konbent, eine Rechtsklage 
bei? der Landesregierung führe‘, ſo Tomte Pölner 
das Ede ruhig abwarten, Wenn“ er wirklich die ·Ge⸗ 
ſtzge auf feiner Seite‘ hatte. Barum brauchte er 
wie. ein: diſchweib gu toben! wie der Podel zu 
| ſchmaͤhen ‚wenn das freie Wahlrecht der Kenvens 
maalen nür eriraͤumt wart er konute ihre Zurecht⸗ 
weiſung und im Fall, daß ·fie ie ſich gegru den Koͤnig 
buſlehatn wollten, ihre Vencuns gemaf bin’ dich⸗ 








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4 — 345 en , 
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ten Aberfaffen;* Wollnct frit 4 aber im feinen, zor⸗ 
nigen Kieſkripte, das Urt eil der Verdammung. über. 
ſich ſelbſt; ben ı weil er kein reines Gewiffen hatte, 
td" 10% bei kinem Prozeſſe nichts Gutes vertahe, | 
ebeil_d darum fücht er. dutch Gewalt und Grobheit AU, 
erſezzen; was ihm am ‚Gründen abgeht. Alles, 
was er vorbringt, dreht ſich um den Saz, gegen. : 
time Kabinetenrdre darf fich Niemand auflchs 
nich ; alſo auch dann niet, wenn die. Kabinetdordre 
eichlichen ‚. wenn fie ungerecht wenn fie tiranniſch 
iR? Was eine Kabinetsordre gebietet, ſoll alſo 
gelten, "und weni fie auch mein, toͤſtlichſtes Eigenthuin, 
mir rdüibte „ ‚mein fefigegrünverts Recht uinftieße,, 
das Leben mir abſpraͤche? Gegen eine Kabinets⸗ 
ordre fol alfo. kein Richterſtuhl mich ſchuͤzzen keine 
| Bernimft, Pie: feine Gerechtigkeit, keine Sicherheit 
Start Finden? Hat, ie, der ſcheuslichſte T Tirgnn eine 
fehreffichere Lehre geltend ; än machen geſucht ? Die, 
Köhpentäalen follen ihre Geringfügigfeit gen 
gen die Befehle dep Landesherrn einſehen 
Das waͤre denn ein eigner Masſtab, nach welchen 
die Gerechtigteif geineffen werben müßte; wer ges, 
rindfä dig ift, ſoll chen, darum, uUnrecht ‚haben, 
mb‘ F maͤchtig iſt, ‚um feiner Mat” ipilien 
Hecht‘ Hehalten, F Hiebrid, der ‚Große, der‘, doch | 
auch Woijl berſtund⸗ was re ieren heißt, ‚„ war einen, 
ganz andern Meinung, wenn er Öffentlich in die Zei⸗ 
tunge ſezzen ließ, daß, por dem’ Gericht der erfle 
Prinz“ ihr mehr, ‚als der geringfie Bette 
er genen ſolle. ünd wer “find denn die geringe 
fs‘ 


⸗ 





— 346, — . 


fügigen. Leute, die Wiliner 5 hochmathis und 
herriſch ahweiſet?, Kandidaten, und Schul 
lehrer, die Brodt und Kohn befommen ,. um 
Vie Jugend zu informiren und das bloß aus Einige 
| licher Milde, Zu. diefen Kandidaten. gehoͤrten aber 
Profeſſoren, die einen Gurlitt in ihrer Mitte 
hatten; unter dieſen Schullehrern waren feute, 
‚voelche Statsmaͤnner wärdiger als Wöllner gebildet 
hatten. Iſt denn ein Kandidat ein verächtliched 
Geſchoͤpf, daß man ihn‘ init wegwerfendem Hohne 
zur Bezeichnunge einer deringfägigen Perfon gebrau: 
chen. will ?. Bleibt . man immer ‚noch Kandidat, 
wenn man ſchon Profeſſot, pielleicht wenn man 
ſchon Miniſter geworden iſt? War Woͤllner denn 
etwad anders, als ein Kandidat- geweſen? Und 
wenn Se. Excellenz, der Herr, Kandidat Woͤllner von 
dem Herru Kandidaten Gurlit⸗ fich etwa haͤtten ſol⸗ 
len eraminiren laſſen, da nidchie nach aller Wahr⸗ 
ſcheinlichkeit das Praͤdikat aetingfuͤgign wohl der 
Gelehrſamkeit des Miniſters zu Theil geworden ſein. 
Vermuthlich ſtellt ſich Wölner-unger einem Kaudiver 
ten noch weniger ald unter einem Kneihte vor;, denn 
biefer befohm zwar auch Wropt und Lohn, aber 
nicht aus Guade und Barmherzigkeit, fordern insil 
‚ao durch bie ſauerſte Arbeit ‘perbient hat. Mad ein 
Schullehret ſoll Brodt und Kohn nicht einmal mit 
Recht, fondern gleich einem fetten Domberio nu 
gus Eöniglicher Milde genießen?‘ Wollge man eine 
Parallele zwiſchen einem Profeſſor und einem Voll⸗ 
m am R Me ſehr zu fuͤrchten, ee * 





nn — 347 — + 
diente ecke dein, leztern weniger gebuͤhren anbehte, 


als dem erſten. Nun .fihreibe und fpreche noch je . 


mand von ber nöthigen Erhöhung der Schullehrer⸗ 


Beſoldungen, von der groͤßern Achtung, die Ahuen- 


der Stat. beweiſen, von dem hoͤhern Mange, den 

ihnen die Regierungen beilegen follen ; da bier ein 
koͤniglicher Miniſter, der Vorſteher eines Oberſchul⸗ 
kollegiums in einer Öffentlichen mit fuͤrſtlicher Autos, 


ritaͤt begleiteten Schrift den Schulſtand peinahe fuͤr 


einen ſchimpflichen Beruf ‚erklärt, ſich nicht entbids 


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_ Det, zu verſtehen zu geben, ‚als ob felbiger nicht des 


- > — _ — — — — — 


duͤrftig zugemeßuen Bſodtes wuͤrdig ſei, ſondern auch 
dies voch für lauter erbestelte Gnade ayzufehen ha⸗ 


bel. ‚Die Nachwelt wird Mhe haben, ſich vonder 


Bier ſolcher Miniſter · Proceduren a” übers: 
zeugen. 

‚Das Wollneriſche Reid dauerte nach dieſem 
Vorggnge nicht mehr lauge. Sm folgenden Jahre 


flarb der König; amd ans dem Geifte, der die neue 


Regierung belebte; war leicht zu ſchließen, daß Woll⸗ 
ier·g. Einfluß voruͤher ſei. Die uͤhrigen Guͤnſtlinge 
dagen ſich kluͤglich zur rechten Zeit zuruͤk; aber Woli⸗ 

ner ſchien fo ſtumpffinnig zuj fein, : daß er. nicht, 
erden wollte, wie ſehr ſich die Umſtaͤude geändert. 


bboiten. Die Gewohnheit, willkuͤrlich zu. handeln, 


war ihm fo. ſehr zur andern Natur geworden, daß 


er. fie auch. ezt wicht, ablegen. konnte. Friedrich 
Wilhelm All. grließ 8 Tage nach feiner Thoronbee 
htzautg eine elgenbaͤndige Verordnung an ſaͤmmt⸗ 
Ge Vanißet, ai aol awi Vereiſender Mena 
159 a 


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.. Wal Bis VER HG... SHE... VO 





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"tung treuer Siatsdiener, ‚aber auch’ des ernſten 
‚Willens war, untaugliche Subjekte nicht zu dul⸗ 
den. Der Adaig verkangte daher von/jedem Miniſter 
Bei eigner Verantwortlichkeit einen nuparteiiſchen 
Bericht uͤber die phiſiſche und moraliſche 
Beſchaffenheit feiner uutergeordneten Raͤthe md 
Beamten, Auf ven Grund dieſer Kabinetsordre 
mun befahl Wollner unterm’ 23 Det. 1797 allen 
Konfiftorien, ‚die Prediger , Schullehrer und Küfter 
genauer‘; als "bisher, zu beobachten ıind dahin zu 
ſehen, ob fie die Religion nah dem Kelis 


dionsesitre-Tehrten,- und einen "moralifch- 


unſtraͤflichen Wandel führte? Zugleich follten fie 
Binnen 4 Wochen eine Liſte über die Tauglichkeit und 
Sittlichkeit ſaͤmrwililher Geiſtlichen nach der firengs 


ſten Pflicht abfaſſen und einſenden. Es war auf⸗ 


fällend, daß der Miniſter die Befſolgung des Relis 
giousediktes anf den Brand der Kabinetds 
ordre einfchärfte, ja dieſen Punkt, den er allein 


erdichtet hatte,’ ganz. zu erſt aufſtellte und 


den willkuͤrlichen idniglichen Befehl nur hinten 


z nach anfuͤhtte. Wenn er dieſem ergenmäch ti⸗ 
gen Beginnen den Anſtrich einet Kabinetsordie 
gab, fo Tann mar urtheilen, was «von feinen Mor 


geben‘; fo dft er ſich vormals: auf Kabinersord 


| dres, öder geheime Inſtruktronen' ‘berief, 


gu halten fei. Der neue Regent war aber nicht des 
Sinnes, ſolche willkuͤrliche Anslegungen niglicher 
Befehle zu geſtatten; er forderte’ enſchaft hier⸗ 
aͤber, und? sa! felbige- Köpfe -uıtbeftiedigend" aus⸗ 
rd _ 0 - - 


, 








2 


Ber ua noH \ . 
\ 


| et, fo. bczengte er ihm in einem, Refkripte vom 


12.Jan. 1798 fein hoͤchſtes Misfailen ‚über bis 


% 


‚Verfahren, und fagte ihm mir Würpe und Nachdruk 


ſolche Wahrheiten, die feinen Eigenduͤnkel demuͤthig⸗ 
ten und die er nur zu gut verdient hatte. „Die 
Deutung, hieß es, welche er ber Töniglichen Ka⸗ 
zbinetöordre gegeben habe, fei ganz’ wifftärticd, 
„und nach einer gefunden Logik unzuläffig. 
„Er wuͤrde wohl shun, Tünftig bei feinen Verord⸗ 
„ungen - nicht ohne vorherige, Beratbs 


ſchlagung mit den geſchaͤftskundigen und wohl⸗ 





„meinenden Männern, ſeines Departements zu 


„Werke zu gehen; er möchte hierin. dem Beifpiele 
„des verenitgten Miniſters Muͤnchhauſen folgen, 
„Den doch mehr, wie viele andre Urſach 


"gehabt hätte, ſich auf fein eignes Urtheil 
„zu verlaffen Zu beffen Zeit wäre fein Res 


„ligiansedrkt, aber gewiß mehr. Religion; 
„and weniger Deuchelei ald jezt geweien, 


‚amd das geiftliche Departement habe-,. 


„bei Snländern und Ausländern. in der 
| ugrößten Achtung geſtanden. Die Relis 


‚sion fei eine Sache des Herzens, des Gefühle. und. 


‚ber eignen Üeberzeugung, und muͤſſe nicht durch 


„methodiſchen Zwang zu einem gedam. 


„kenlofen’Plapperwerke herabgewäürdis 


l zu 


„get werden Vernunft und Philofophie 


„möflen ihre unzertrennlihen Gefährten 


‚sem, dann wärde fie durch ſich ſelbſt fefte - 
„Reben ohne des Autorität dere; zu be . 


. 0. Tr Ze nd uͤ r⸗ 
J— Zu ‘ . 


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„närfen, die es ſich anntaßen wollten, 


u sähe Lehrſaͤzze künftigen Jahrhunder 
„ten aufzudringen und den Nachkommen 
u woorzufchrefben, - wie.fie zu jeder Zeit 





„denken f offen. Gr moͤchte daher bei Leitung 


„ſeines Departements‘ nah aͤcht Lutheriſchen 
„Grundſaͤzzen verfahren“. Dieſe Zurechtweiſung 
. nahm Woͤllner ruhig hin, und als wäre nicht vor 
"gefallen, unterfchrieb er ſelber alle Verfügungen, 
welche als Folgen hiervon feine eignen vorigen Ver⸗ 


erdnungen umiſtießen: es ſchien als wollte er ſeinen 


* 


das Publikum kein Vertrauen haben; ‚auch der Kd⸗ 
nig hatte es nicht; dies deutete er ihm bald Darauf 
an und entließ Ihn ſeines Amtes. So trat Woͤllner 


endlich in die Vergeſſenheit zuruͤk, in welcher er u 


feinem eignen Ruhme ftets hätte bleiben follen. 


: Ein Ungenannter, ter mit den geheimen Umtrie⸗ 
Ben am Hofe fehr befannt zu fein ſchien, fpielte auf 


die Ereigniffe, die zu erwarten waren und. fi 


wirklich ereigneten,, im voraus an, da er in 
ae nn einem 


Miniſterpoſten mit Aufopferung ſeiner Ehre, feiner 
Grundſaͤzze und ‚feiner Ueberzeugung "beibehalten 
Eins von beiden muß nothwendig angenommen weis 

den; Woͤllner hatte entweder unter der vorigen Re 
gierung ohne ‘innere Ueberzeugung gehandelt oder er 
that es jezt, wo er von allem das Gegentheil uͤdte; 
and wie das eine oder dag andre mit Ehre und Ge⸗ 
wiſſen geſchehen Tonne, mag jeder nach feinem Ge⸗ 
1) entſcheiden. Zu. einem ſolchen Manne konnte 





— 35% I 


ein "Heinen ' Auflage: 9: "Stimme "des. 


Bolks an feinen König 1786, unter andern 
treffenden Wahrheiten auch diefe dem neuen Monar⸗ 
chen au's Herz legte: „Ehren Sie den wuͤrdi⸗ 
gen Theil Ihrer Geiſtlichkeit; fie find die Leh 
„rer Shres Volks; — aber dem 'unwärdigen, 
„d em herrſchſaͤchtigen Theile derſelben, der 
„unter der Larve der Religion nur auf die 


| „Anteröräftung feiner Nebenmenfhen, 
mb’ anf die Befbrderung feiner eignen ehrgeis 


„igen Kabalen finner, — dem legen Sie deu - 
„ſtrengſten Zaum an, fliehen. Sie feine Seffeln, fie 
„ſind unzerbrechlich fuͤr den, "den. fie einmal 
„gebunden haben. — Eben fo frei muß auch den 


„Fuͤrſt von feinen Guͤnſtlingen fein. "Er kann 
„Guͤnſtlinge haben, “und — müß fie haben. Je⸗ 


„der vor andern ſich anszeichnende rechtſchaffne 
„Mann, — jeder, der vor andern feine Pflichten 
„als Srieger, ‚Eivitift oder Bürger des. Stats erfüls 
„let, verdient es, der Guͤnſtling ſeines Fuͤrſten zu 
„ſein, Aber Leute, die anf das ungluͤt Andrer ihr 
„Gluͤk bauen; Schmeichler, die nur den 


Leidenſchaften des Fuͤrſten, nicht aber u 


‚dern Starte dienen, diel ſtolz auf. Fürftens 
„gunſt, die Tugend mit Füßen treten, — Rente 
„mniefer Art t erniebrigen den öhrfen, wenn fie ale: 


\ 


Guͤn ſt⸗ 


9 Abeedruti in der Neuen Litteratur und PT 
kerkunde vom Hauptmann von Werte ‚em 
rmbertum 1787: ©. 286. 


\ 


. 
67 


J 


4 


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® \ ‚ - ı- ‘ | . _ 
B — j — 352 u ,, 


Ginflinge hr zur. Seite een, , beat von nen 
„folaert man auf Ibn... Der rechte würdige Günfts 
ling des Färfien muß nie fhrueigeln; er mug ſich 
beſtreben, es allen in der eifrigſten Erfüllung ſei⸗ 
„ner Pflichten zuvor zu thun, deun vor allen hat er 
"pen Vorzug der beſondern Gunft feines Fuͤrſten. 
Gegenſenig muß aber. aud) der Fuͤrſt feinem Lied⸗ 
„ling nie. etwas: nachfehen, 'er muß feine Vergehun⸗ 
„‚gen härter als alle andre beftrafen, denn ber Lieb⸗ 
ling hat vor allen andern Aufmunterung zur Rechts 
nſchaffenheit voraus. Derjenige, der nur die Gunit 
„ſeines Fuͤrſten ſucht, um ungefiraft Bosheiten 
| heaeben zu konnen, der verbient.nicht feine Sunft. 
„Er if. eine Natter am Buſen frines Zürften und 
perdient wie fie, zertreten zu werden“, 

Zu den; ‚guten Einrichtungen Friedrich Bil 
belm’s II. gebört noch, daß er im Anfange feiner 
Megierung die Verordnung Friedrich's IE. ‚wegen 
Abſchaffung der überffüffigen Feſttage (jedoch mit 
Ausnahme der Feier des Himmelfahrtöta 
ges, welche wieder: hergeftellt wurde,) beſtaͤtigte; 
und daß er gegen das Ende feines Lebens am 7 Dft. 
1797 ein neued Traueredikt bekannt machte, 

. wodurch er die-tiefe Hoftrauer auf 6 Wochen bes 

, fchränfte. Dies ſchien gleichfäm die Ahnung ſei⸗ 

‚nes Todes zu fein, welcher im folgenden Monate 
wirklich erfolgte. 

Die- Freuden der Liebe, welchen der Koͤnig ven 
Jugend an gefibhnet hatte, verbunden mit den Bes 

ſchwerden der Feldzuͤge ſchwachten ſeinen feſten 
und 


' 


aan staaten POORORN Die aka 


17 ‚alfa: Veraͤndepuwgiim heinem Meſuaheicc 


Beten wurden „Er, gehrauchtenim: Bone 


wert Pr; 797 den Purmonter Brunnan/ aber 
‚aber ſichtharen Erfolg. China Kräfte Rbwanden bie 
Kin, nadien Eehrte im Aaguftı 7197 kraͤnkelnd gan · Pyr⸗ 
OHR: —R* Buhl. Rap Sept. ſahenrer 
Bertam asm.iesien Malen woſelbſt er feine Gchwae 
gerin, ‚nie Cihprinzeſſin von Made, bewißionuue 
hate. n Bon nun au hlelsi eri.fich.in ſeintm heuan 


Schlofte am heiligen Ser bei h ytdam auf, med gins 


mit raſches Schritten dem Ende feiner Sanfhahn. ante 
gegen. Satine Haupſranlheit vᷣaſtend in der: Byu ſta 
‚wafferfurht einem krampfbalten Zuſtande det 
Mageus, Geſchwulſt der Beine und vvchher auch den 

. Bände, welches. Echlatloſigleit, beſchwerlicheß 
dagſtiichea Ahemholen, und eine: he Koͤmerichwaa 

de henoarhrachte, Baker act: ‚mehs- im Gartouneh 
Schleſſes ſpazieren gehen :und-feibit; im Bhamer ER 
nmicht bemesan,lonnte. , Die. Sprache Hefte. unp ae 
weilenschrfonders des Morgaus redete :er; uazufamg 
menhaͤngend, bewußtlos. Ein gewiſſen Lieute ne Ku 
Rannak, rinszaidhrigen, Grei der in. ſeian ing 

. en DlkiphikheyfSreofBriek:BBoelen wär, ae Ma 
als Privgtmaim auf ſeigem. Landgute heh Deſſan 
lebte, ‚eis Mann non. großen inſichten in FjerFhemieg 
ud Metallufgtz und Nehazes reiproͤ siamen KHupfem 
und Mitrieſwerleq gah Aa Konige, zu weldam.en 
häufigen Zutritt haste Day Rath, fich dor nſtlichey 


| ‚aebensinftun, ——— a; Fincnn ma be 
— Dr, Geſch. 6. —* zes die⸗ 


—R 


7 — 


am: æriwan Jege Pr ehe Blktefei m 
‚Werstanen , und: berief: deswegen / den Oberfanis 
einsinthiun Profeffr D. Hermbſtaͤdtam 3 Di, 
yon Besten zu ſich, damit er dioſe Luftart bereiten 
wid bei im anwewviu währe, Nach grhaltner Uns 
_ Wrrlbung mit dam geſchilten Leibchirurgus Ntzode, 
dem bibhetigen Arzw bes Königs, Aber deu wahren 
34 der Kranlheit, besnierkte Hermoſtaͤdt ſogleich, 
wuwwaß die Lebensluft Yen König nicht'heilen, 
nanu ·Aberhaupt wicht viel holfen flune, vaf. fie. der. 
oa en. unfapdniich- fer, und da wer Kranko 
Bine wnbegeänzten Werth darauf ſezze, vielleicht auch 
einigen Vorsheit ſchaffen ‚nibepte.- Mies Ur theile 
drehte, auch die Velbarzte -Schle und VBrows 
Bi, Awekche ft ven ea ON mie zu Ratho gezogen 
wurden. "Um idies alles beffer- zu verſichen, fügen 
wir ſoigende Erlaͤmerung hinzu. Die Utmeäphkre; 
welcht und) umglebt und m welcher · wir Athnnen, If 
Ans 3 Wiſtarten zuſa amcgeſezt/ wovon ·die erfie vom 
den neuern Nalturforſcherũe ebeus buft, and die 
andre Stikluft geuaut wird, Ma: nimmt au 
vaß enter ‘160 Theilen Buftmaffe 27 Theile reine Les 
Benshife und 73 Theile Seikluft enthalten find, Folge 
ſich waͤre die zum · Einathmen brauchbare daft eine 
er d ribt e Theil der atmosphaͤriſchen Luft. Die Le⸗ 

— — heiißtufe if derfenige: Autheil bes Dunſtkrciſes, wel 
cher das ithrnen der lebendigen Geſchbpfe unterhãt 
und ſie hat zugleich die Ggeifhaft, daß in ihr die 
Köiper ſchrieller und härter dreunen „die Meuſchen 
ei Thiere free chen, sat bie: Mangen beffey 
"wäre 


8 


S 


* 


— 533 


—E BIER, nf te EN — — — 


PR anyendlärtetni uch: Metwitbachar, boſruvers ua 


j Salperee wer Deraun ſtei n nike, Ren 


Mani mehreſteu gerignet, dieſe Laflact GUHtununnd 


rein, leicht uhr in "großen: Mine. zu· verſagaſfeud 


 Krmbiler wendete dar Brauaftein ar 
Snette- 8,70. Die edtbundne Ledeasluft fapte erua 


Ballons von Gowſchlaͤgerhaͤnichen nf) von druruf es 


even: Abend einen in der Räte des lduñiglichen Ben 


wi auf: eintit Gratrl legle. cn vuran brfiadtiche 
Schlauch He.’ die Luft die. gauge Nicha hinrarch ſp 
Dagſam wirder absͤhauchen, dutz am Morgennch 


ver oe ober rodſie Wert‘ Lebenslaft Fin“ Buueu 
 Beschting: war ¶ Ded Dahes faute nnd daß Zinix 
des Admige ih dem afte mit dieſet fr 


währt eitie wigtafige Wirterung um’ außen vers.” 
jehtießung ver Thure und Feaſter ern 


Dier Menge der aus dem Ballakt ſirbmeuden Lebengk 


Rift war in Ders Verhaͤlruitßz von rg ro): das Ge 


® betrug ver rar Theil'ver Ziinmerluft, Ka 
dr Abſicht ihrer Neinigkeit derjenigen Luft steh, cñ 
wielcher man auf Seereiſen oder zur —2 1% 
 MWafdongen ;: vorägich,: wehn. eb vbrher gereghieß — 






War, und hala darnaf die Sonde wieder Rheine, ge⸗ 
wvhnlich athmen wir welche einen - {b wohlthaͤigent 
Einfluß die Gelimbheir dußert.: Der anfängiget 
Erfohg dleſes⸗ Mittels‘ war erwaͤnſche mb bewunber 
rangswaͤrvig⸗ Seit:5 Wocheir bare der Schluf dent 
Kbuig entweder "ganz geflohen, oder doch mit able 


| wen, 1270 Mate Tre NR 


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J — 356 — 


—E beſtigem Sinn mehr gehngfigtr: als. ernikt, 
Set war derſelbe fanft, anhaltend und ihebringend, 


“web; hewikfte dadurch, daß ſich der König am ‘Tage 


heiterer und geftärkter, „ald: fonit, fühlte, und eine 
enfängenpe; Hauptbefferung zu . verkehren -glaubse, 
ESchon Fansite: ex wieder im Zimmer auf⸗ nnd abger 
ben, ſchon wieder das Spazierenfahrer: im nenen Gat⸗ 


ten vermittelſt eines Rollwagens ſtundenlaug aushal⸗ 
ten; ſchon ſich von neuem. ben Nublikum zeigen, 


Sn. 7.Dft. mohnte gr.der Anffuͤhrung einer Oper im 
Gchaufpielyanfei und, am, Bten: der Aıhörung eines 
Konzeris im Schloßgarten bei, Der Arzt war jeboch 


uweifelhaft, ob.diefe Wirkungen in der That dem Ge⸗ 


braucht der Lebensluft oder bloß der Einbildung des 
Kinigs zugeſchrieben werden müßten. : Die Erfeh⸗ 


vwung lehrte aber vffenbar, daß erſtere leine Heilkraͤſte 


fÄr.iha enthielt. Mg. ON. Abends, kehrte das Uebel 


'mik derdoppelter Stärke. zuruͤk, "und: verließ ihn im 
. Beheng nicht wieder. Er hatte as. dieſem Tage bie 


lezten frohen Stunde af der Erde verliebt. - Durch 
Yan, Geuuß unverbaulicher Speifen zog er fich eine 
Indjgeflion zu, welche. ibn in einen bedautungswuͤrdi⸗ 
gen Zuſtand verſezte. Hier zeigte ſich eine auffallende 
Vehnlichkeit zwiſchen dem Betragen Friedrich 


Wildel m's II. und Friedriches des Gros 
. Ben, . Wie diefer mochte er allem Zureden Der 


Yırzte,,. allen tranvigen Erfahrungen zum Troz den 
ſchwerverdaulichen Nahrungsmitteln. durchaus nicht 


entſagen. Eben fo wenig ließ er ſich bewegen, Kli⸗ 


Are anzunehnien, ungeachtet ihm die Aerzie de 
u ı “ 


[VE GE | BE ui 


fortgefegt, und; bas, Vertrauen des Foͤrigs darauf 


⸗ 
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\imeiften Erfoige Dunn teiftigfket' Gründen 


serfprechen, ‚Da Die übrigen; Mittel, ld Einbwechuues 
gan nnd dergleichen, beb ihme; wir n.felbfl. mg Öfen 


- Berfuchen bekannte, vhne Wirkung ucben. „Lieber 


wolle er, rief · ex aus, auf eine Bocterie von 10 Ka⸗ 
„„nonen oogehen leber ven Angeeblik ſtetben, als 
ein Lavement nehmen.’ Von dieſoen Tage an rech⸗ 


art Dabermbiſtaͤde den Anfamg.der wirelichen To⸗ 


desgeſabe; er ſchrieb daher qau die Perſonen, welche 
Zas hoͤchſte Zutrauen des Königs befaßen; daß ſie als 
les anmvenden möchten,» ihn zu vermoͤgen, eine ejnfa⸗ 
übere. Diät zu. beobachten. Dies koumen fie nicht 
—5 — fie vermochten weiter nichts, als daß die 
Zeheimenraͤthe Sel le und Biowanvon Berlin bes 
rufen wurden... Sie erſchienen 12 Oltober, ers 


‚Härten aber ſogleich die Krankheit für. unbeilpar, 


den Zuſtand fuͤr gefaͤhrlich, die. Lebensluft fürunzus - 
Unglich, und die Behandlungsart des Zeibehlungu 
Rhode für zweirudfig, woran fie.auch für's Fünftie 


ge wenig änderten. Seit dem litt der; König außer 


den ‚übrigen fchon: erwaͤhuten -Zufüllen an’ heftigen‘ 
Werftopfungen, bie. bisweilen 6 Xage: anhielten, 


. Schlafloſigkeit, Bedngfligungen und gar Berftandess 


verwirxungen verurſachten; und nur dann, wen 
was heiterer und ‚heller... ur Sn 

Durch das. anhaltende Sizzen war ungefähr 13 
Tage. vor feinem Tode ein tiefliegendes- nad hoͤchſt 


eine Ausleerung Start fand ‚ wurde ed ini Kopfe ete J 


ſchmierzhaftes Geſchwuͤr am fogengunten, heiligen 


Beine entſtanden. Der Leibchirurgus Rhode mußte 
wegen eines ſtarken Flußfiebers um dieſe Zeit ſelbſt 
das Bette huͤren, daher uͤberließ der König die Bes 
handlung dieſes Geſchwuͤrs dem, greßen Wundarzte, 
Gereral⸗Chirurgus Gorke, welcher den 8 Non. im 


Potsdam eintraf, und his zum. Ende da blieb, 


e,. ‚Der Gebrauch. der. Lebendluft wurde immer neh 


mr war 


X 


⸗238 — 


var ſo fiek, dah m ſich deffer A beſtiden wine, 
uungeachter feine Kräfte frets mehr ſchwanden; er has 
ge ‚ich ſogar beſtimmt vorgeſezt, den 18 Nov. nuch 


VDerlin zu reifen; er lam an ſelbigem Tage bin, abet 
als entſeelte keiche. Ungefähr Sage vor feinem Tode 
berlor ſich die Geſchwalſt mm den Binden, wahl 
indeſſen / aa ben Beinen zu." Am 10 Nov. brach ber 


faife Fuß auf und leß · eine liaphatiſche Feuchtigkeit 


asöfließen, welches Hofnung gab, als wenn ſich ai 
Ws nach den aͤnßerſten Theilen hinziehen wiirde, 
Dies verſchafte ˖ dom Kranken: einige ſcheinbare Erleich⸗ 
verung, die Sprache wurde deutlicher, Die Seele errwas 
heitrer, aber ver Körper fant zuſehends der Unflöfung 
entgegen, Bei allen gehaͤuften Leiden zeigte der Kde 
zig eine Standhaffigkeit „und einen Muth, der ihn 


txrwuͤndig machts NE einſtens ein Arzt beim Verb 


biuven des Blutgeſchwuͤrs am heiligen Beine fein Wei 
daunern über bie vadurch verurfachse Störung des 
Schlafes zu erkennen gab, autwortete er: „Dies 
„halte ich für das geringito meiner Nebel. 
„Karl V. pflegte zu fagem ein Eleines 
Rauch beißt uicht.“ Er, ber jetber des Tro⸗ 
“ed. bevurfte, troͤſtete vielmehr "die Umfichenden, 
wenn fie: über den Anblik feiner Schmerzen gerähts 
varen. Er ſprach gern von gleichgältigen Dingen, 
nicht viel von feiner Krankheit, mehr. vom der ver 
gangnen, felbft erlebten’ Begebenheiten. - Vorzüglich 
Stterhield er ſich mit dem· General „Ehirargıs Go 
Pe von: Itallen, den Feldzuͤgen gegen Srantreidy und 
yon: Poten, Er hörte mit Vergiägen die Erzählung 


wvon den Hauptvorfuͤllen des Krieges‘, und verweilts 


gern bei dem Andenken an die Kanonade za Balunv⸗ 
And an- ven Ruͤkzug aus Champagne. Den Beſchwet⸗ 
ven, die er hier ausſtand, ſchrieb er feine Krankheit 
u Due Feldz u ge, ſugte er, haben mir ges 
Wadet. Zugleich beklagte er ſich uͤber dasſchlech⸗ 
te Waffer,. bad er in Polen hatte: triuken wo; 


[4 








x 
* 


ne Ze j 
:* Dat: Vaga vor / ſeinem Tode Ting er felber.en, Die 


hr zur Genefung aufzugeben, und fein Ende 


nahe zu Halten, - Ich bin ein Menſch, ſagte 


eu Sm Görken, undbaunf wie ein andrer 


Menfch leiden. Aber ich bitte Gott, daßer 
mir meine Leiden.ertragen helfen möge, . 
Den Tag nachher fagte.er zu den Kıuvefenden ganz deut⸗ 
Vieh aud entfchlefien? ich fühle, daß wir bat 
won:etuander fch.eivden-mäffens doc ich 
kab:e meine ®flihsgerhaun. Am 15 Nop. ben 


. fuchte ihn ſeine Genraklim und fein Cohn, der Kranz 


prinz, wie denen erdie lazte Unterredung für Died 
Behr hatte. ‚Beide verſießen das Sterbelager mie 
Tyhpfaͤnen, und erfahren vocn dem General =Chirargud 


Goͤrke, daß, wie er'glaube,.der folgende Tag des; 


RKoͤnigs Leiden enden wuͤrde. Dies -waf puͤnktlich 


ein. Von Unruhe und Beklemmung geaͤngſigt ſtand 


der Koͤnig am 16 Now ſchon Morgens: gm. I Aht auf, 


ließ ſich ankleiden und fruͤht uͤtte. Die Braͤngſtigung 


“nahm Zu, gegen 4 Uhr verlor ſich das Bewußtſein. 


Ver ejnem nenen Anfälle von Erftiblung.Schnte: es zum 
hob, und wehmuͤthig ausrieft Der T.od:if: 
bitten. Dies waren die lezten Maortes.: bie er, 
ſprach. Sein Zuftand verſchlimmerte fich mit jedem 


ruͤk, wobei er. die Arme, wach Luft verlangenn,, me 
Do 


J Augenblikke, das. Athemholen war innen krampfe 


hafter und: ſtokkeuder, bis es gegen: glihr gan nache: 
ließ, 8 war Morgens 8 Uhr md 47 Vinuten, 
als er ig einem Alter ven 55: Fahren und: beinahe. 2 
Monaten in die Ewigkeit uͤberging. Die Leiche wur⸗ 
be am 18 Nov. früh in den Racht in⸗inem ejchenen 


SGSarge nach Berlin:gebrasht, und bein dallelſchein 
ib. ber Morgeuſinſterniß in: die koͤnighche Gruft der 


Domlirche zwifchen, den Saͤrgen feined Sohnes des 


Prinzen Ludwig’s und der Gemahlin des großen. 
driedrichs eingeſenkt; das” frierliche Seibenbegäng: 


/ 


I - Ai 





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FE 


—360 — | 
Ab ir reinire Diceniber mit üngemeffeitär: Prächt 
84 


nd Wuͤrbe gehallten. it. 
. Zriedrich Wilhelm IL mar amal verkeiras: - 
tet, und beide Gemahlinnen ‚überlebten ihn. Mom: 
der erfien,. Eliſabeth Ehriftine. Ulrike , "einer Tochter 
des Herzogs Karl von Braumichweig,.die.et amTz 4: 
Jali 1765 ehelichte, ſchied er fich wieder. Uns Dies: - 
für Ehe entſproß eine einzige Tochter, Namend 
/ Friederike!Charlotte Ulrike; ſeit 279110 
vr Herzog von MorF;; asien Sohn. des Könige. 
Geo1g6.11. vom Guglund vermählt. Die zweite 
Gemahlin, Friederiker Lomife, Tochter Lu da; 
wig’s IX, Landgrafen von Heffen⸗Darmftudt, wurs 
, Be ihn am sy Juli’ 1769 aunetrauet. Aus dieſet 
Ehe ſtammenal Söhne nddiarQöchter, nämlich 
"War Wilheimikl.; jezziger Konig⸗ wei. 
hoben a 3 Auz.x7 70 und vermählt aur. a4 Dei, 
1793 mit vouiſe Auguſte Wich. Amalie,’ älteſten 
.Tochten des: Herzogs Kart: Ludwig Friedrich von 
Meklenbutge Streliz.46 
2*HFriedrich· Ku diw og Rack) geb. den 5 Mam.;1773, 
vermaͤhls am 25,Der. 1793 mit der Schweiier der: 


Lvorigen, Friederike Karoline Sobhie Alepandrine 
Yon Mekleaburg⸗Strelizz geſtorben am: 
BEE T Det. ö ν — 
sr rich sie ich Kart geb. d. 30 Dec. 1731. 
F.Friedtich Wilhelm Karl geb. d. 3 Jul 1783: : 
eederikeLouiſe Wilhelmine, ged.d..2$%: 
SM 17574 1vermaͤhlt cam 2 Oft. 2791 mit. 
Wilherm Friedrich, Zürften von Fulda; und 
»&rbpringen’ von Oranien 2.1.“ 
8; $riederite Chrikine Mugufte,. geb: dem 
Mai'1780, vermähltiam-'rg Fedr. 4797 mit ' 
Wilhelm Rurpringen von Heſſen. 
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